17
Januar
2017
viaprinto-Wissen

Ökologische Papiersorten.

Grob, grau, grässlich? Beim Gedanken an ökologische Papiere gibt es immer noch viele Vorurteile. Viele Menschen haben dabei das Papier im Kopf, welches auf öffentlichen Toiletten zum Hände-Abtrocknen genutzt wird. Auf so etwas soll der Jahresbericht gedruckt werden? „Zumindest die Farben kommen bestimmt nicht gut heraus“, munkelt manch einer.

Aus eigener Erfahrung kann die Autorin dieses Textes widersprechen: Mein Flyer, der auf Karten aus 100 Prozent Recyclingpapier gedruckt wurde, sah superschön und sehr hochwertig aus! Auch die Haptik ist – nach meinem persönlichen Empfinden – hervorragend gewesen. Recyclingpapiere sind heutzutage keineswegs grau und in fast allen Weißgraden erhältlich. Die Qualität ist in den allermeisten Fällen der von Frischfaserpapier ebenbürtig, meinen Experten.

©Robin Wood e.v

Im Blätterwald: Der Papierverbrauch der Länder im Vergleich. ©Robin Wood e.v

Wer nachhaltig wirtschaften und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten möchte, sollte sich also mit Recyclingpapieren auseinandersetzen. Denn im Gegensatz zum Holz, was für Frischfaserzellstoffpapier benötigt wird, liegt der Rohstoff Altpapier quasi vor den Haustüren. Fast jeder zweite industriell gefällte Baum weltweit wird zu Papier verarbeitet, kritisiert die Umweltorganisation WWF. Für jedes Kilogramm Frischfaserzellstoffpapier werden in der Produktion 2,3 Kilogramm Holz benötigt. Und das Holz dafür kommt nur selten aus Deutschland.

 

Allein die Transportwege wirken sich nachteilig auf die Klimabilanz aus. Das Holz für die Zellstoffe stammt oft aus Urwaldgebieten, mahnt Volkhard Wille von der Tropenwaldstiftung OroVerde in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk. Zellstoff werde in Plantagen, meist aus Eukalyptus hergestellt. Um diese Plantagen anlegen zu können, werde Tropenwald gerodet. Er sagt: „Je mehr Zellstoff wir hier verbrauchen, desto mehr Plantagen gibt es und desto eher verschwindet der Regenwald, zum Beispiel in Brasilien.“ Aber auch nordische Urwälder in Russland, Schweden oder Kanada sind betroffen. Jährlich gehen der Welt 12 bis 15 Millionen Hektar Wald verloren.

Dabei sind die Deutschen die besten Altpapiersammler der Welt – mit einer Sammelquote von über 80 Prozent. Die Papierindustrie hat einen nahezu geschlossenen Wertstoffkreislauf, wie es ihn in kaum einer anderen Branche gibt. Zwar haben einige Verwaltungen von Gemeinden und Städte wie Bonn, Essen oder Freiburg schon komplett auf Recyclingpapier umgestellt. Dennoch ist der Einsatz von Recyclingpapier hierzulande ausbaufähig.

©papieratlas

Top 10 der deutschen Kommunen, die auf 100 Prozent Recyclingpapier umgestellt haben. ©papieratlas

Recyclingpapier

Recyclingpapier ist Papier, für das kein Baum gefällt werden muss. Es besteht zu 100 Prozent aus Altpapier, das wiederaufbereitet und gebleicht wurde (siehe auch Teil 3 der Serie). Von Papieren, die aus Frischfaserzellstoff hergestellt werden, lässt es sich heutzutage kaum noch unterscheiden. Es eignet sich für Imagebroschüren, Kataloge oder Geschäftsberichte. Wer den Nachhaltigkeitsgedanken bei der Papierauswahl sichtbar machen möchte, kann ein gräuliches Papier wählen. Es gibt aber auch strahlend weißes Recyclingpapier. Die Druckereien können auch auf diesem eine brillante Farbwiedergabe, einen ruhigen Flächendruck und eine hohe Qualität zusichern.

Umwelt- oder Umweltschutzpapier

Umweltpapier wird wie Recyclingpapier aus 100 Prozent Altpapier hergestellt. Allerdings erfolgt keine Bleichung des Papiers, deshalb ist Umweltpapier noch umweltfreundlicher als „normales“ Recyclingpapier. Das verwendete Altpapier wird sehr fein gemahlen, dadurch können sich die Farben gleichmäßig verteilen. Das neue Papier erhält einen grauen Farbton.

Naturpapier

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Der Rohstoff unserer Papiersucht: Holz. ©holzstapel_pixabay

Unter Naturpapieren versteht man alle Papiere, die ausschließlich aus natürlichen Fasern bestehen. Natürliche Fasern können Holzfasern, Blütenblätter, Gräser oder Körner sein. Auch Pflanzenfasern wie Kokos oder Hanf zählen dazu. Folglich gehören Normalpapiere, Universalpapiere oder Multifunktionspapiere zu den Naturpapieren, wenn sie keine synthetischen Fasern enthalten und auch nicht durch eine Beschichtung verändert oder „veredelt“ wurden. Deshalb ist es wichtig, auch hier unbedingt auf Umwelt-Zertifikate zu achten (Zertifikate und Labels werden im 5. Teil dieser Serie beschrieben).

Verschiedene Studien, wie etwa „Ökobilanzen für grafische Papiere“ vom Umweltbundesamt (UBA) oder die Studie „Ökologischer Vergleich von Büropapieren in Abhängigkeit vom Faserrohstoff“ vom Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH (IFEU) haben nachgewiesen, dass es wesentlich umweltverträglicher ist, Recyclingpapier zu benutzen als Papier aus Primärfasern. Es werden keine Wälder abgeholzt und weniger Chemikalien eingesetzt. Laut Umweltbundesamt spart Recyclingpapier bei seiner Herstellung gegenüber Frischfaserpapier Abfall, außerdem bis zu 60 Prozent an Energie und bis zu 70 Prozent des Wasserverbrauchs. Und es entstehen weniger klimaschädliche Treibhausgas-Emissionen wie etwa Kohlendioxid (CO2).

Vielleicht kostet Recyclingpapier etwas mehr im Einkauf – wer sich aber für nachhaltig hergestelltes Papier entscheidet, leistet einen aktiven Beitrag zum Erhalt unserer Wälder und zeigt sein Verantwortungsbewusstsein für die Zukunft unserer Umwelt und Gesellschaft.

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Taalke Nieberding arbeitet als freie Journalistin in Bonn. Nachhaltigkeit und Umweltschutz gehören zu ihren Schwerpunktthemen. www.taalke-nieberding.de ©privat

 

Damit aus altem Papier ein schönes und hochwertiges Recyclingpapier wird, muss es nach dem Einsammeln neu aufbereitet werden. Alles rund um die Technik, die beim Wiederaufwerten alten Papiers zum Einsatz kommt, thematisiert der kommende Blogtext.

 

Bisher erschienen:

Klimaneutrales Drucken: Einen Ausgleich für die Umwelt schaffen.

 

 

 

 

12
Januar
2017
Tutorial

Ordner & Register gestalten – einfach und schnell.

„Halte Ordnung, liebe sie. Sie erspart dir Zeit und Müh“, sagt der Volksmund. Recht hat er. Und wer kann besser beim Ordnunghalten helfen, als Aktenordner und ihre nahen Verwandten, die Register? Mit wenigen Handgriffen halten im Nu Übersicht und Klarheit Einzug. Noch schöner wird es, wenn die beteiligten Ordner samt Register in einheitlichem Look im Regal stehen. Wie das klappen kann, zeigen wir hier im Tutorial. Der Garfikdesigner Roland Geyer hat sich unsere Datei-Vorlagen mal genau angesehen.

 

#Schritt 1 Download der Ordner-Vorlage

Laden Sie sich die Gestaltungsvorlage aus dem viaprinto Hilfecenter herunter. Diese steht in verschiedenen Dateitformaten zur Verfügung. In unserem Beispiel verwenden wir die Vorlage für InDesign.

 

#Schritt 2 Alles im Rahmen

02_blanko_vorlageÖffnen Sie die Datei, die zur gewünschten Ausführung des Ordners passt. Die zu gestaltenden Flächen sind darin schon jeweils mit formatfüllenden leeren Bildrahmen bestückt. Diese Rahmen können z.B. dann genutzt werden, wenn die komplette Außen- bzw. Innenseite mit einem durchgängigen Foto gestaltet werden soll. Ist das nicht beabsichtigt, können Sie diese Rahmen löschen.

 

 

 

 

 

#Schritt 3 Orientierung

03_ebenenDie Datei enthält zur Orientierung eine gesperrte, rot dargestellte Ebene, auf der alle Aussparungen gekennzeichnet sind. Da diese Ebene keine im Druck sichtbaren Objekte enthält, kann sie ruhig bis zum Schluss in der Datei bleiben. Die rote äußere Begrenzung kennzeichnet den Anschnitt. Der etwas kleinere weiße Bereich stellt die bei dem fertigen Ordner sichtbare Fläche dar, die gestaltet werden kann. In der Mitte ist mit den durchgezogenen Hilfslinien der Ordnerrücken gekennzeichnet. Die unauffälligeren gestrichelten Linien markieren den Bereich bis zu dem Logos und Texte etc. angelegt werden können. Um den Ordner zu gestalten, wechseln Sie auf die Gestaltungsebene.

 

 

#Schritt 4 Ein schöner Rücken kann entzücken

07_innenseiteUnd vor allem muss der Ordner durch ihn zu identifizieren sein. Überlegen Sie bei der Gestaltung des Rückens, ob der Ordner Teil eines größeren Konzeptes werden könnte. Wenn mehrere zusammengehörige Ordner nebeneinander im Regal stehen, könnte sich z.B. aus den verschiedenen Rücken ein zusammengehöriges Bild ergeben. Oder Sie nutzen farbige Kennzeichnungen für Themenbereiche unterschiedlicher Ordner. Ist das nicht beabsichtigt, werden Sie sich vielleicht auf eine schlichte Gestaltung ausschließlich mit dem Logo konzentrieren.
Für Flexibilität sorgt die optionale Rückentasche aus transparenter Folie, die Sie bei der Konfiguration des Produkts hinzufügen können. Sie sollte ggf. bei der Gestaltung berücksichtigt werden.

 

#Schritt 5 Durchgängige Gestaltungselemente

Falls das Corporate Design Ihrer Firma nicht ohnehin zusätzliche Gestaltungselemente neben dem Logo vorgibt, sollten Sie überlegen, welche dies sein könnten. In dem gezeigten Beispiel wurde der markante blaue Balken, der bereits im Logo vorkommt aufgegriffen. Als schlichter Streifen sorgt er für einen Wiedererkennnungswert auf allen Seiten.

 

#Schritt 6 Vorderseite

Wenn der Ordner auf dem Tisch liegt, sieht man dessen Rücken unter Umständen nicht mehr. Deshalb sollte ihn auch die Vorderseite unverwechselbar machen. Auf jeden Fall sollten gestalterische Gemeinsamkeiten zu dem Rücken bestehen. Die Vorderseite eignet sich sehr gut, um auch Fotos einzubeziehen, die etwas über den Inhalt aussagen. Wenn Sie Fotos verwenden, beachten Sie die erforderliche Mindestauflösung von 300 ppi. Sie können die Auflösung gut über das Informationen-Bedienfeld kontrollieren. Nur der Wert bei „ppi effektiv“ ist ausschlaggebend.

 

#Schritt 7 Innere Umschlagseiten

Oft liegen im Büroalltag mehrere Ordner aufgeschlagen auf dem Tisch. Also sollte sich der Ordner auch anhand der vorderen inneren Umschlagseite identifizieren lassen. Achten Sie deshalb darauf, dass beim Aufschlagen des Ordners kein gestalterischer Bruch gegenüber der Vorderseite auftritt. So können Sie Gestaltungselemente von vorne auch innen weiterlaufen lassen. Im gezeigten Beispiel läuft die blaue Linie und die Fotoreihe auf derselben Höhe im Innenteil weiter und gibt dem Ordner seinen Wiedererkennungswert.
Eine zusätzliche Funktion können Sie der vorderen inneren Umschlagseite mit einer Tasche geben. In der Produktkonfiguration haben Sie die Wahl zwischen einer Kartentasche für Visitenkarten und einer Dreickecktasche, in die Sie z.B. zusätzliche Infoblätter einlegen können. Beide Varianten sind aus klarer Folie gefertigt und sollten ggf. in die Gestaltung einbezogen werden.

 

#Schritt 8 PDF exportieren

08_exportIst der gestalterische Teil abgeschlossen, sollten Sie nochmal alles auf seine Richtigkeit überprüfen: Auflösung der Bilder, Anschnitt und die Rechtschreibung. Dann kann ein für den Druck optimiertes PDF exportiert werden. In den Einstellungen wählen Sie dabei als Vorgabe PDFX-1a aus. Wichtig: Um den Anschnitt, den Sie im Dokument verwendet haben auch ins PDF zu übernehmen, muss dies unter „Marken und Anschnitt“ aktiviert werden.

 

 

#Schritt 9 Upload & Vorschau

09_vorschau_ordnerZu guter Letzt haben Sie auf der viaprinto-Produktseite im Bereich „Upload & Vorschau“ die Möglichkeit, den Ordner in einer Online-Vorschau zu betrachten. Ist alles okay, können Sie ihn speichern und über den Warenkorb bestellen.

 

 

 

 

 

#Schritt 10 One more thing – Register

Sollte es das gewesen sein? Wenn Sie mehr Ordnung im Ordner schaffen wollen, ist das Register eine gute Idee. Dieses können Sie als eigenständiges Produkt auswählen. Optional gibt ein Deckblatt, das Sie mit einem Inhaltsverzeichnis gestalten können weitere Orientierung. Zusätzlich kann es hilfreich sein, die Beschriftung aller Tabs auf jedem Registerblatt zu wiederholen und den jeweils aktuellen Teil gestalterisch hervorzuheben.10_vorschau_register

 

 

 

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Unser Autor Roland Geyer ist freier Grafikdesigner und Seminarleiter. ©Roland Geyer

 

 

Viel Spaß beim Gestalten Ihres Ordners!

 

 

 

 

 

11
Januar
2017
Geschäftsausstattung

Immer schön „vollständig“ bleiben: Das ist Ihr Kommunikations-Kit 2017.

Das Ende des letzten Jahres mag in dem ein oder anderen Büro oder dieser und jener Agentur überstürzt und irgendwie unfertig gewesen zu sein. Es bleibt ja nicht immer Zeit, einmal in Ruhe einen Gesamtblick den eigenen Geschäftspapieren, also dem Briefpapier, dazugehörigen Umschlägen, den Visitenkarten, Notizblöcken oder Ordnern zu widmen. Dabei ist ihre Vollständigkeit und passgenaues Corporate Design alles andere als unwichtig. Stimmt das Bild bei den Firmenunterlagen, überzeugen sie auch und bauen Vertrauen auf.

Das Briefpapier

Der Bogen, im wahrsten Sinne des Wortes, umspannt Ihre eigentlichen Inhalte und gibt ihnen einen klaren Rahmen. Die Angst vorm leeren Blatt ist beim Briefpapier mit Adresskopf, Betreffzeile und Datum wenigstens schon an einigen Stellen unberechtigt. Aber Vorsicht: unruhig und überladen sollte das Ganze nicht gestaltet sein.

Die Briefumschläge

Rechnungen, Angebote oder Verträge – alles, was auf den Briefbögen Platz findet, muss früher oder später in dem Couvert auf den Weg gebracht werden. Einmal eine Designvorlage mit den selben Farben und Fonts wie auf dem Briefpapier erstellt, können Sie bei viaprinto diese Standardausstattung immer wieder mit nur einem Klick nachbestellen.

Die Visitenkarten

Der Geschäftskontakt bahnt sich an und die Kontaktdaten werden in andere Hände gelegt. Auch hier sollte der rote Gestaltungs-Faden der Firma durchgezogen werden. Also bitte keine „fremden“ Farben, keine handschriftlichen Änderungen oder unvollständigen Daten!

Die Notizblöcke

Sie sind DIE Klassiker auf Schreibtischen und bei Terminen. Notizblöcke geben Raum für die Ideen und Konzepte Ihre Kunden – und natürlich für Ihre eigenen. Auf Deckblatt und Blättern sollte Ihr Unternehmen wiedererkannt werden. Nur nicht zu aufdringlich, denn im Mittelpunkt stehen Skizzen, Geistesblitze und Pläne.

Die Ordner

Zwar fristen sie häufig in Aktenschränken oder auf Tischen ihr unauffälliges Dasein. Dabei sind sie die Ordnungshüter und Aufbewahrer wichtiger Unterlagen, Verträge oder großer Würfe. Da auch Ordner zur Geschäftsausstattung gehören, verdienen sie es allemal, mit durchgängigen Gestaltungselementen gemeinsam mit ihren nahen Verwandten, Register und Loseblatt, in Szene gesetzt zu werden.

Die Präsentationsmappen

Ob Pressemappe oder allgemeine Präsntation des Unternehmens: Als Hülle kommen Präsentationsmappen zum Einsatz. Angebote, Seminar- oder Tagungsunterlagen – Sie kümmern sich um den Inhalt, wir sorgen für die passenden Hüllen.

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9
Januar
2017
Verpackungsdesign

Print im Crossmedia-Mix: David Bowies Album „Black Star“.

Morgen vor einem Jahr ist der erste Todestag des ambitionierten Popmusikers David Bowie. Sein letztes Album „Black Star“ war als Gesamtkunstwerk angelegt und zugleich ein interessantes Druckprodukt, das nur ein paar Tage vor seinem Tod erschienen war. Wir wollen an diesem Beispiel zeigen, wie Drucksachen und Verpackung miteinander korrespondieren.

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Selten hat ein Popmusiker einen adäquateren Ausdruck gefunden. Hier zu sehen ist das LP-Cover von „Black Star“ mit einer großen sternförmiger Stanzung, durch die die LP zu sehen ist. Auf den vollflächigen matten Lack sind am unteren Rand Sternformen in einem hochglänzenden Lack aufgebracht.

 

Drucksachen werten Musik auf

Musik ist ein besonders gutes Beispiel dafür, was Drucksachen in Form einer Verpackung oder als Ergänzungsmedium in Form z.B. eines Booklets bewirken können. Denn Musik ist ein ganz besonderes „Produkt“: Sie ist nicht materiell, man kann sie nicht sehen, nicht anfassen, nicht riechen, nur hören kann man sie – und deshalb bedarf sie massenkommunikativ der Unterstützung.

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„Black Star“ als LP und CD enthält ein Booklet, bei dem es nicht so sehr auf die Lesbarkeit ankommt als vielmehr auf das visuell Atmosphärische. Das entsteht vor allem durch das partiell glänzende Schwarz und bildet eine Entsprechung zum Symbol des „Schwarzen Sterns“, der erloschen ist.

 

„Multisinnlichkeit“ von Printprodukten

Für die menschliche Wahrnehmung sind das Sehen und das Berühren über den Tastsinn entscheidend. Noch etwas spielt dafür eine immer größere Rolle: Durch die Digitalisierung unseres Lebens über das Internet wird die Welt flüchtiger und damit auch über die Sinne weniger begreifbar. Etwas physikalisch Vorhandenes wird so schon dadurch positiv empfunden, weil man es anschauen, in Händen halten und damit berühren kann. Das gedruckte Produkt als CD-Verpackung oder Beileger ergänzt die Musik um visuelle und haptische Reize.

Aber die Wirkung der Drucksache reicht noch weiter. MP3 als digitales Musikformat zum Downloaden oder Streamen hat seinen Siegeszug angetreten und damit auch die Musik weitestgehend virtualisiert. Die Musikindustrie hält mit aufwendigen CD- oder LP-Boxen dagegen, sodass der Musikliebhaber fast noch mehr physisch in Händen hält als in vergangenen Zeiten. Enthalten sind neben mehr Musikstücken auch Bücher oder Begleithefte, Poster oder Aufkleber. Oft sind diese teuren Editionen aufwendig gestaltet und produktionstechnisch mit Besonderheiten versehen.

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Schon bei der Albumbox „The Next Day Extra“ hatte David Bowie Ambitioniertes im Sinn. Der Rand der Box besteht aus Fotostreifen des Albumcovers „Heroes“, das 1977 erschienen war und nimmt an verschiedenen Stellen Bezug darauf.

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Print & Music: Gesamtkunstwerk von David Bowie

David Bowie hatte zunächst nach einer zehnjährigen Pause 2013 sein Album „The Next Day“ herausgebracht. Die „Extra“-Version ist eine Box mit verschiedenen gedruckten Beilagen. Der Künstler hat aus dem Boxen-Gedanken eine Art Gesamtkunstwerk gemacht, das Musik und Print-Produkte miteinander koppelt. Aber nicht nur das. Die Extended-Edition enthält außerdem eine DVD mit filmischen Umsetzungen der Musikstücke.

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In der „The-Next-Day“-Box sind sechs quadratische Elemente enthalten: „Tracks“ enthält die CD mit den herkömmlichen Songs, „Extra“ eine weitere CD mit zusätzlichen Tracks und „Light“ bietet die Videos zur Musik. „Language“ enthält die Songtexte, „Frame“ besteht nur aus Fotos und „You“ enthält leere Seiten und fordert so die eigene Kreativität heraus.

 

„Black Star“ als Design-Juwel

Eine andere Wendung erfuhr diese Herangehensweise bei seinem letzten Album „Black Star“ (2016). Der krebskranke Musiker zelebrierte hier seinen bevorstehenden Tod mit grafisch und produktionstechnisch ausdrucksstarken Mitteln. Die Nachrichten über den Tod des Künstlers, die Videos und das Sleeve-Design bildeten mit der Musik eine Einheit, was ohne die Beteiligung der Drucksachen kaum denkbar wäre. Denn sie erst geben dem „Produkt“ Musik seine visuelle Gestalt als Verpackung und als Erweiterung. Das ab den 1990er-Jahren heraufbeschworene „End of Print“, das Ende der Welt der Drucksachen, verkehrt sich in ihr Gegenteil. Je virtueller und damit momenthafter Kommunikation wird, desto mehr etablieren sich gegenläufige Tendenzen, die wieder Kommunikationsmittel schaffen, die man in Händen halten kann.

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Ikonografisch schwarz auf weiß: Die „Black-Star“-Box kommt auf dem Titel ohne Text aus. Sie ist matt kaschiert und enthält auf allen vier Rändern in kleiner lackierter Schrift nur den Namen des Künstlers versehen mit einem Stern.

 

„Auf die Verpackung kommt es an!“

Printprodukte sind anders als Videos oder Webinhalte auch in der Offline-Welt verfügbar. Sie sind weniger flüchtig und zeigen Präsenz. Drucksachen sind wieder wichtiger geworden und ein unverzichtbarer Bestandteil im Kommunikationsmix. Als Verpackung geben sie darüber hinaus zum Beispiel Musik erst ihren visuell-haptischen Rahmen – und wer wüsste nicht längst: auf die Verpackung kommt es an.

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Typografisch schwarz auf schwarz: Bis auf den Titel der Außenbox ist alles in „Black Star“ schwarz auf schwarz gehalten. Auf matten schwarzen Untergründen steht hochglänzender Lack.

 

Drucktechnik im Dienst der Kunst

David Bowie hat bei „Black Star“ seine Musik mit Grafik-Design und moderner Drucktechnik veredelt. Box, Booklet und CD (oder LP) bilden eine visuelle Einheit und unterstützen die Musik atmosphärisch. Der multimedial orientierte Künstler hat in seinem Spätwerk aufs Wesentliche reduziertes Grafik-Design mit drucktechnischer Finesse kombiniert. Die so entstandene „PrintArt“ oder „Druckkunst“ ist nicht nur technisch anspruchsvoll, sondern auch höchst ästhetisch umgesetzt.

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Die Fotos sind farblich zurückhaltend entsättigt und treten hinter dem Glanz des Lacks und der dunklen Flächigkeit zurück.

 

Fazit:

Die Haptik von Papieroberflächen oder Kaschierungen, der Glanz von Drucklacken und ein hoher Designanspruch können aus Gedrucktem kleine Kunstwerke entstehen lassen. David Bowie hat dies vor einem Jahr genutzt, um seinem nahenden Tod Ausdruck zu verleihen.

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Glänzender Drucklack auf einer matten schwarzen Grundfläche erzeugt einen ungewöhnlichen Eindruck.

 

© Das Copyright des Original-Artworks liegt bei Sony Music International.

5
Januar
2017
new order

Infos einhebeln, Durcheinander aushebeln: neue Ordner mit Hebelmechanik.

Bis der Büro-Klassiker, Ordner mit Hebelmechanik, seine heutige Form gefunden hatte, musste er, man vermutet es kaum, stürmische Zeiten durchleben. Seine Weiterentwicklung führte in Zeiten der Industrialisierung und Patentrechten im 19. Jahrhundert zu Missgunst in der rivalisierenden Ordner-Branche.

griffloch ©viaprinto

Metallisch glänzend: Griffloch und Schlitzösen für die Ringbinder. ©viaprinto

Diese Zeiten können wir nun getrost ad acta legen. viaprintos neueste Ordnungshüter helfen dabei: mit einer Schließmechanik, die an Handling und Komfort nichts zu wünschen übrig lässt: Einfach die gelochten Blätter oder Broschüren mit Ringbindung einhebeln und damit die Unordnung aushebeln.

Anpassungsfähigkeit ist für unsere Ordner eine Selbstverständlichkeit: Zwei Rückenbreiten von 30 und 55 mm Breite für 300 und 550 Blätter passen in die Order aus 1,9 mm starker Kartondecke mit Bilderdruckpapier:

Damit der Griff in den Aktenschrank schwungvoll und zielsicher von der Hand geht, sorgen wir für

 

  • Griffloch nach Wunsch,
  • extra Tasche für die Rückenbeschilderung,
  • den farbigen Druck und
  • Veredelung der Außenseiten für Kratzfestigkeit und Farbbrillanz,
seitentaschen ©viaprinto

Die Dreiecktasche mit Visitenkartentasche. ©viaprinto

Da auch der Ordner-Aufschlag zum Aha-Erlebnis werden soll, statten wir die Innenseiten mit Dreieck- und Visitenkartentaschen aus. Wer viele Ordner im Schrank hat, braucht für sie Platz: Schlitzösen im Klappdeckel sorgen für raumsparendes Aufstellen.

 

 

Ordnung kann so schön aussehen: Behalten Sie im Aktenregal die Übersicht und bedrucken Sie Ihre Ordner doch einfach thematisch nach Farben oder in ihrem Corporate Design samt Logo.

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Kante zeigen: Gegen den Verschleiß die Kantenschoner. ©viaprinto

Was passt besser zu Ordnern, als Register, die Struktur schaffen und für geregelte Abläufe sorgen? Kombiniert mit unseren Ringordnern bieten sich auch Loseblätter perfekt an, Anleitungen oder Textsammlungen geordnet abzulegen. Ergänzen Sie neue Kapitel oder tauschen Sie einzelne Seiten aus. Sie sehen schon: Mit unseren „fantastischen Drei“ lassen sich Arbeit und Vergnügen verbinden.