24
Mai
2017
Im Gespräch

Kultobjekte Aufkleber: Wie werden sie gestaltet?

Sie sind klebrig, aber nicht aufdringlich, können auf etwas hinweisen, oder schlicht verzieren – die Rede ist von Aufklebern. Einmal platziert bleiben die individuell bedruckten Botschafter für lange Zeit an ihrem Bestimmungsort haften: etwa als Hinweis oder Give-away auf Messen oder Label an Produkten. Mit dem eigenen Logo oder Claim bedruckt tragen sie Marken, Slogans, Designs hinaus in die Welt. Echte Fans von Festivals, Unternehmen oder Aktionen werden gleich selbst zum Botschafter und „lassen es kleben“.

blogbild_interview_aufkleber_sophie-herken_©Sophie Herken

Halb Grafik-Designerin, halb Illustratorin: Sophie Lucie Herken. ©Sophie Herken

Doch wie gestaltet man Sticker so, dass sie gefallen, auffallen und nicht reinfallen? Dazu haben wir uns mit der, nach eigenen Aussagen, halb Grafik-Designerin, halb Illustratorin, Sophie Lucie Herken unterhalten. Neben dem Gestalten von Kinderbüchern oder Logo-Designs ist sie Mitorganisatorin der POPTALES-Ausstellung in Berlin – eine Schau zu Illustration und Charakter-Designs („Figurendesign“) an der 30 verschiedene Künstler aus aller Welt teilnehmen. Mit Aufklebern und bunten Inhalten kennt sie sich also aus.

 

 

Was macht Aufkleber so beliebt?

Aufkleber sind einfach universell einsetzbar. Sie sind kleine, flexible und kostengünstige Werbeträger, die man überall draufkleben kann und, je nach Inhalt des Aufklebers, ein Statement setzen kann. Sticker müssen einen Sachverhalt, eine Botschaft sehr schnell auf kleinstem Raum auf den Punkt bringen. In der Street-Art wurden sie häufig verwendet, um Botschaften im urbanen Umfeld zu verbreiten, oder um Statements zu setzen. Denke ich an Aufkleber, sehe ich plakative Abbildungen von Illustrationen oder Logos und Schriftzügen vor mir, so wie z.B. bei Musikbands, Polit-Aktionen, Events und, und, und.

 

Das Layout ist Dreh- und Angelpunkt dafür, ob ein Aufkleber ankommt, oder nicht. Welche Art Layout sollte verwendet und worauf sollte bei der Gestaltung geachtet werden?

Bei Aufklebern darf man sich nicht in Details verlieren. Man sollte sich im Vorfeld ganz genau überlegen, wie man was abbildet, damit der Sachverhalt vom Betrachter sofort verstanden wird. Die Gestaltung muss auffällig, plakativ und spannend sein. Nur so kann der Betrachter darauf aufmerksam werden und näher kommen, um alle Informationen des Stickers zu erfassen. Im besten Fall versucht der Betrachter den Aufkleber mitzunehmen, um ihn auf seiner Tasche oder dem Laptop zu platzieren. Oder noch besser: Er fotografiert ihn und verbreitet ihn super-schnell in den sozialen Medien.

 

Haben Sie einen Tipp für die Verwendung von Farben und Schriften bei Aufklebern?

Kontrastreiche Farben sind wichtig. Ein Aufkleber kann auch nur schwarz mit einem weißen Logo drauf sein. Aber die Kontraste müssen da sein. Verwendete Schriften sollten plakativ und auch auf Distanz gut lesbar sein.

 

Wie beeinflussen Formate, auffällige Farben oder transparente Sticker die Gestaltung? 

Möchte man aus werblichen Zwecken transparente Aufkleber einsetzen, so sollte man sich gut überlegen für welchen Einsatz sie gedacht sind. Man muss die Hintergründe genau aussuchen. Ansonsten läuft man Gefahr, dass die Botschaft „verschwindet“. Man kann dann die Darstellung nicht erkennen, der Hintergrund lenkt zu sehr ab. Für mich gilt: je leuchtender – umso besser. Ob mit Farben und Schriften oder auch Formen – man kann und sollte damit ruhig ein bisschen herumprobieren.

 

ÜBRIGENS: viaprinto bietet die klebrigen Kultobjekte in vier Variationen: rund, quadratisch, rechteckig und oval. Schöne Effekte lassen sich schaffen mit vollflächigem Druck oder transparentem Hintergrund. Erhältlich sind sie schon ab Auflabe 250 bis zu 10.000 Stück.

16
Mai
2017
Layoutvorlagen

Die neuen Kalendarien für 2018 sind da!

„Der Mai ist ein so wunderbarer Monat, man kann kaum glauben, dass er Montage hat“, heißt es im Volksmund. Und tatsächlich! Werfen Sie mal einen Blick auf den Kalender. Oder am besten auf die für Sie gestalteten Kalendarien für 2018. Sie liegen ab sofort zum kostenfreien Download bereit. Wandkalender, Jahresplaner, Schreibtischunterlage, Taschen- oder Tischkalender: Sie finden die Kalendarien als Vorlagen auf www.viaprinto.de bei den Produkten selbst unter den „Hilfe-Themen“ oder direkt auf unseren Hilfeseiten.

Schnell und unkompliziert können Sie damit Ihre individuelle Jahresübersicht gestalten. Nach der Konfiguration von Auflage, Versandart & Co. laden Sie Ihren zuvor fertig gestalteten Wunschkalender im PDF-Format, als Word-, JPG- oder PowerPoint-Datei hoch und fertig ist das Produkt für Ihre Konfiguration und Bestellung! Schon in ein paar Tagen steht dann sozusagen das neue Jahr bei Ihnen vor der Tür. Im Overnight-Service sogar schon am Folgetag.

Schritte-Kalendarien © viaprinto

Wie schön die Kalender am Ende aussehen können, erfahren Sie zum einen in dem Wandkalender-Tutorial der Design-Schmiede „Coformat“ aus Heidelberg. Oder bei dem Fotokünstler „Normonie“, dessen Arbeit wir in der Kundengalerie und hier im Blog vorgestellt haben.

9
Mai
2017

Die Anwendung von Goldenem Schnitt und Fibonacci-Zahlen.

Die ersten drei Teile unserer Serie über die „Grundlagen der Gestaltung“ handelten von der Theorie des Gestaltens: von Gestaltungsgesetzen und Gestaltungsregeln sowie von den ideal schönen Proportionsverhältnissen des „Goldener Schnittes“ und der „Fibonacci-Zahlen“. Nun bleibt die Frage, wie man diese Theorie im Alltagsstress anwendet. Wir zeigen Anwendungen und Beispiele.

Bei mancher Theorie mag man meinen, es wäre in der Praxis wenig Raum für ihre Umsetzung. Einfache Grundlagen wie zum Beispiel die Aufteilung eines Fotos in Dritteleinheiten bei der Platzierung wichtiger Bildelemente lassen sich schnell umsetzen. Sie gehen im Gestaltungsalltag Fleisch und Blut über. Der Goldene Schnitt ist etwas komplizierter, weil er berechnet werden muss.

Ein Beispiel aus der Praxis des Designers

Nehmen wir ein Beispiel aus dem Alltag des Designers: Ein Verlag ruft Freitag Mittag den Designer an und braucht noch am selben Tag einen ersten Entwurf eines Broschürencovers für eine interne Buchpräsentation. Es ist nur eine Stunde Zeit, bis der erste Entwurf beim Kunden sein soll.

Als Briefing dafür, was auf dem Buchcover sein soll, schreibt der Kunde in der E-Mail,

  • wie das Buch heißt und
  • wie die Titelunterzeile lauten soll.
  • Außerdem schickt er ein Foto mit und
  • das Logo des Verlages.

Das heißt, es gibt zwei Bildelemente und zwei Textelemente. Das Foto als Hauptbildelement und der Buchname stehen dabei im Vordergrund. Die folgende Grafik fasst dieses Kurzbriefing noch einmal geordnet zusammen:

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©Ralf Wasselowski

Gute Vorbereitung: Proportionsdateien in der Schublade

Für eine Ideenfindung oder langes gestalterisches Probieren ist kaum Zeit. Zumal für die technische Umsetzung, also das Einrichten der Datei, Bildbearbeitung, Abspeichern der Datei als PDF und Verschicken per E-Mail auch Zeit benötigt wird. Diese geht von der Stunde, die zur Verfügung steht, auch noch ab. Wer professionell arbeitet, hat für solche Fälle Standarddateien in der Schublade, mit denen er ganz schnell improvisieren kann, wenn die Zeit mal drängt. Ein solches Dokument könnte z.B. eine Adobe-Illustrator-Datei sein, in der die Arbeitsfläche durch nur eine Hilfslinie bereits im Goldenen Schnitt aufgeteilt ist. Deren Position hat man vorher berechnet. Das sieht dann so aus:

designdokument ©Wasselowski

©Ralf Wasselowski

Nimmt man dieses simple Dokument als Grundlage, könnte man z.B. das gelieferte Foto in das Quadrat unten setzen und die Typografie, das heißt Buchtitel und Buchtitelunterzeile, in das obere Rechteck. Das könnte so aussehen:

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©Ralf Wasselowski

Dabei verhält sich die Fotogröße zu der Farbfläche in der Proportion des Goldenen Schnittes. Der Entwurf ist nicht kreativ, aber die Flächenaufteilung wirkt harmonisch und ausgeglichen – ein Beispiel dafür, wie der Goldene Schnitt im Alltag eingesetzt werden kann. Gerade auch dann, wenn es um Zeitersparnis geht. Denn die ideale Proportion muss man nicht neu erfinden. Ein zweites Beispiel zeigt, dass der Goldene Schnitt auch weniger deutlich eingesetzt werden kann wie bei zwei Flächen, die gegeneinander stehen:

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©Ralf Wasselowski

Bei diesem Beispiel ist das Foto vollformatig eingesetzt und die Unterzeile des Buchnamens „Katzenliebe“ auf der Linie des Goldenen Schnittes platziert. Übrigens hat auch die kleine Infografik, die am Anfang dieses Artikels die Elemente des Briefings aufgeführt hatte, den Goldenen Schnitt berücksichtigt. Die Fläche oberhalb der vier Kästen steht zur unteren Fläche im Verhältnis von 1:1,618 – jenes Verhältnis also, das den Goldenen Schnitt definiert.

proportion ©Wasselowski

©Ralf Wasselowski

Und auch die einzelnen Infokästen sind nach diesem Prinzip aufgeteilt:

©Ralf Wasselowski

Man sieht an diesen Beispielen, dass die für den mathematischen Laien kaum zu merkende Zahl 1,618 in der Praxis recht einfach angewendet werden kann. Gerade wenn es darum geht, schnell zu improvisieren, erleichtert das einiges.

 

Der Designer als Architekt: Die Satzspiegel-Konstruktion

Doch Grafikdesign bzw. Mediendesign besteht nicht nur aus Improvisation. Buchgestalter beispielsweise konstruieren ihre Satzspiegel in der Regel. Dabei kann der Goldene Schnitt zum Einsatz kommen oder die Fibonacci-Zahlen. Sie nähern sich dem Goldenen Schnitt an und bilden ähnliche Proportionen ab. Hier ein Beispiel, wie mit Fibonacci-Zahlen ein Satzspiel einfach konstruiert werden kann. Wobei die Verhältnisse der Zahlen (also 34:21, 21:13, 13:8, 8:5 oder 5:3) jeweils in etwa dem Goldenen Schnitt entsprechen, was zu schönen Gesamtproportionen bis in den letzten Abstand hinein führt.

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©Ralf Wasselowski

Fibonacci-Zahlen für die Buchgestaltung

Zu den ersten Fibonacci-Zahlen gehören, wie wir in Folge 3 unserer Serie gesehen haben, unter anderem die Zahlen 3, 5, 8, 13, 21, 34. Diese sind im obigen Konstruktionsentwurf eines Satzspiegels zur Anwendung gekommen.

  • Das Papierformat wurde in ein quadratisches Raster unterteilt. In der Höhe sind das 34 Quadrate, in der Breite 21.
  • Der Satzspiegel selbst misst 13 Quadrate in der Breite und 21 in der Höhe. All dies sind Fibonacci-Zahlen.
  • Die Randstege bestehen ebenfalls aus Fibonacci-Zahlen: 3 Quadrate für den Bundsteg nach innen hin, 5 Quadrate für den Kopfsteg und den Außensteg und 8 Einheiten für den Fußsteg.

Dabei geht der Buchtypograf immer so vor, dass die Bund- bzw. Innenstege am kleinsten sind, damit die Texte oder Abbildungen der Doppelseite eine visuelle Einheit bilden. Der Fußsteg ist immer am größten, während Kopf und Seitenstege oft gleich groß sind oder zumindest ähnlich groß.

Das Beispiel zeigt aber anschaulich, dass sich mit einer simplen Zahlenfolge ein harmonischer, klassischer Buchsatzspiegel anlegen lässt. Auch auf das Buchcover aus dem Anfangsbeispiel könnte man das Fibonacci-Raster anwenden:

rasterbuchcover ©Wasselowski

©Ralf Wassewlowski

Die Grundlinie des Buchnamens ist 5 Einheiten von der Oberkante des Formates entfernt, der Rest der Fläche besteht aus 8 Einheiten. Dabei bilden die Zahlen 21:13 fast dieselbe Proportion wie die Zahlen 8:5. Das heißt, die Proportionen innerhalb der kleineren oberen Fläche verhalten sich wie die Zahlen 21:13 zur Gesamthöhe.

 

Fazit: Von der komplizierten Theorie in die einfache Praxis

In dieser vierteiligen Serie ging es um Zahlen, Verhältnisse und Proportionen. Gestalten ist aber zumindest in der Entwurfsphase oft eine Gefühlssache. Man kann an den obigen Beispielen zweierlei sehen:

  • Die Anwendung der Maße aus der Goldenen Proportion ist einfacher, als man denkt. Dadurch können sie den Arbeitsalltag erleichtern.
  • Wer umfangreiche Drucksachen wie Broschüren- oder Flyerreihen gestaltet oder Kataloge und Bücher, kommt an einem konstruierten Satzspiegelraster nicht vorbei. Es strukturiert die Seite und ihre Inhalte und sorgt grundlegend für Seitenaufteilungen, die dem Auge des Betrachters gefallen.

 

Linksammlung: Ein paar weiterführende Hinweise

Konstruktion und Anwendung

Hier wird die Thematik der Konstruktion von Seitenaufteilungen und Satzspiegeln ausführlich und kompetent dargestellt.

Berechnungen

Für Ambitionierte, die den Goldenen Schnitt berechnen wollen, hier zwei Tools für die Berechnung. Einmal ein Online-Rechner, zum anderen eine Software.

 

Ralf Wasselowski

Unser Autor Ralf Wasselowski, er betreibt die Agentur Conceptbüro in Essen, informiert im zweiwöchigen Rhythmus über Designrichtlinien. ©Ralf Wasselowski

 

Dies ist die letzte Folge unserer vierteiligen Serie „Grundlagen der Gestaltung“:

Denksport Design: Gestaltungsgesetze und Designprinzipien
Der Goldene Schnitt, die unbekannte Proportion.
Fibonacci-Zahlen: Die Goldene Spirale der Design-Proportionen.

 

 

 

 

 

 

27
April
2017
Kundenstimmen

DAS SAGEN UNSERE KUNDEN | April 2017.

„Am Dienstagabend bestellt – am Samstag war das Buch da. Super-schnell und die Qualität ist auch sehr gut.“

24.4.

 

„Wir waren sehr zufrieden mit Ihrem Service. Wir werden Sie in Zukunft weiterhin für Aufträge in Erwägung ziehen.“

26.4.

 

„Ich bin sehr zufrieden mit den gedruckten Flyern. Die Farben sehen toll aus und die Schnittkaten sind sehr sauber. Ich werde hier wieder bestellen.“

25.4.

 

„Ich habe zum ersten Mal über viaprinto bestellt und bin echt zu frieden. Es wurde schnell geliefert und die Druckqualität ist gut. Im Vorfeld habe ich mir das Papiermusterbuch bestellt und konnte gezielt eine Papiersorte auswählen. Ist auf jeden Fall weiter zu empfehlen.“

24.4.

 

„Exzellente und sehr freundliche Beratung. Auch Kritik und Reklamationen werden hier als Chance zur Weiterentwicklung betrachtet. Hier hört man zu, nimmt den Kunden ernst, hat Verständnis und sucht nach einer Lösung, bis ein perfektes Ergebnis herbeigeführt wird. Das nenne ich glaubwürdig und professionell. Daher: doppelte Empfehlung.“

24.4.

 

„Produkt: lose Blätter. Was mir gefällt: die große Auswahl an Vorlagen, der reibungslose Bestellablauf, die Produktvorschau, die schnelle Lieferung ohne versteckte Kosten. Habe nichts Negatives zu bemerken.“

23.4.

 

„Bereits das dritte Hardcover habe ich bei viaprinto bestellt und es wird nicht das letzte gewesen sein. Top-Qualität und pünktliche Lieferung sprechen für das Preis-Leistungs-Verhältnis von viaprinto.“

19.4.

 

„Wieder mal ist alles super gelaufen – Qualität, Farben, alles wunderbar. Die Lieferung war schneller als erwartet und sehr gut verpackt. Vielen Dank.“

18.4.

 

„Inzwischen ist es das dritte Hardcoverbuch, das ich bei viaprinto bestellt habe und wieder wurden meine Erwartungen voll erfüllt. Immer eine Empfehlung wert. Die Option zum CO2-Ausgleich nutze ich, seit es ihn gibt – das ist ein zusätzliches Argument für mich.“

10.4.

 

„Mit den bestellten Visitenkarten bin ich voll und ganz zufrieden und ich freue mich, diesen Schritt gewagt zu haben. Bislang hab ich sie mir selber ausgedruckt, aber das gehört der Vergangenheit an. Ich kann „viaprinto“ also weiterempfehlen und bedanke mich für die reibungslose Abwicklung.“

6.4.

 

„Hochwertiger Druck und super Service. Sehr zu empfehlen. Dank der Vorlagen für verschiedenste Programme ein Kinderspiel, eigene Druckerzeugnisse zu gestalten.“

5.4.

 

„Wie schon zum x-Mal, haben wir unsere Speisekarte bei viaprinto drucken lassen und sind vollkommen zufrieden.“

4.4.

 

Flyer wurden schnell, fristgerecht und wie bestellt geliefert. Top Qualität. Das Online-Procedere ist intuitiv zu bedienen. Ich kann viaprinto uneingeschränkt empfehlen.“

3.4.

 

„Sehr schnelle Lieferung und tolle Qualität. Es gab sogar telefonische Rückfrage bezüglich der Zufriedenheit. Alles top.“

1.4.

25
April
2017
viaprinto-Wissen

Fibonacci-Zahlen: Die Goldene Spirale der Design-Proportionen.

In der letzten Folge haben wir den Goldenen Schnitt behandelt, der als ideal schöne Proportion wichtig für Flächenaufteilungen im Grafik-Design ist. Doch bleibt der Goldene Schnitt in der Erinnerung eher abstrakt, weil es kein griffiges Bild für ihn gibt, das man verinnerlichen könnte. Die sogenannte Fibonacci-Zahlenfolge kann hier Abhilfe schaffen.

Wobei helfen Berechnungen im Medien-Design?

Der Goldene Schnitt und die Fibonacci-Folge kommen überall dort zum Einsatz, wo es um Proportionen geht:

  • Bei Seitenaufteilungen und Konstruktionen von Satzspiegeln für Bücher, Zeitschriften, Broschüren und Flyer
  • Bei Bildkomposition und Bildaufteilung in Fotografie und Illustration
  • Bei allem, was im Mediendesign an der Tagesordnung ist: von der Drucksache, über die Webseiten-Gestaltung bis zur Ausstellungsgestaltung.
  • Dabei vor allem auch für die Berechnung aller denkbaren Abstände und Größen für Seitenränder, Spaltenabstände oder Zeilenabstände sowie Bildgrößen und Bildproportionen
  • Es geht bei Abständen im Print-Design darum, in welchem Verhältnis der Weißraum einer Seite zur bedruckten Fläche steht

 

Die Berechnung der Schönheit

Der Goldene Schnitt ist spröde, da er unter Umständen mit schwierigen Berechnungen zu tun hat. Er bezeichnet das Verhältnis von zwei Teilen einer Strecke oder einer Fläche, wobei dieses Verhältnis ca. 1:1,618 entspricht. Genau das gilt als eine optimal schöne Proportion. Aber wie kann man es im Medien-Design gut handhabbar machen?

 

Die Fibonacci-Folge hilft, den Goldenen Schnitt zu verstehen

Der Goldene Schnitt hat einen mathematischen Verwandten, der hier helfen kann, auch weil er einprägsamer ist: Die Fibonacci-Folge ist benannt nach dem Italiener Leonardo Fibonacci. Der hatte damit, basierend auf antiken Rechenmethoden, bereits im Jahr 1202 die Fortpflanzungsrate von Kaninchen und das Pflanzenwachstum berechnet. Die Fibonacci-Folge wird durch die Fibonacci-Spirale visualisiert und ist dadurch bekannt geworden:

serie_designprinzipein_fibonaccifolge ©viaprinto

Die Goldene Spirale

Diese Goldene Spirale gibt damit einer Reihe aufsteigender Zahlen eine gut merkbare grafische Form. Die ist im übrigen auch Grundlage verschiedener Formen, die in der Natur vorkommen. Aber zunächst ist zu klären, was die Fibonacci-Zahlenfolge auszeichnet.

 

Die Fibonacci-Zahlen und ihre Besonderheit

Jede Zahlen-Sequenz ordnet Zahlen nach einer bestimmten Gesetzmäßigkeit an. Im Fall der Fibonacci-Folge ist jede Zahl (bis auf den Anfangswert) die Summe der zwei vorherigen. Die Zahlen steigen zwar am Anfang eher gemächlich an, dann aber entstehen sehr schnell immer größere Zahlen. So lautet die zwanzigste Fibonacci-Zahl bereits 4.181. Das ist der Grund, warum sich die Fibonacci-Spirale nach außen hin immer weiter öffnet. Die Additionen zu den ersten Zahlen der Fibonacci-Folge lauten beispielsweise:
0 + 1 = 1
1 + 1 = 2
1 + 2 = 3
2 + 3 = 5
3 + 5 = 8
5 + 8 = 13

Die Konstruktion der Fibonacci-Spirale

serie_designrichtlinien_fibonacciillu ©viaprintoLinks oben: Die einzelnen Spiral-Segmente entstehen als Kreisbögen innerhalb von Quadraten. Rechts oben: In der Abbildung sind den Quadraten zur Verdeutlichung Zahlenwerte aus der Fibonacci-Folge zugeordnet.

serie_designprinzipien_fibonacciillu2_©viaprintoGoldene Proportionen

Links oben: Wenn man die Darstellung weiter vereinfacht, ergibt sich ein Quadrat mit einem Rechteck daneben, das in anderen Fällen auch über oder unter dem Quadrat liegen kann. Das Ensemble aus Quadrat und Rechteck hat nahezu die gleichen Verhältnis-Werte wie der Goldene Schnitt. Allerdings sind die Fibonacci-Zahlen am Anfang, in ihren kleineren Zahlenwerten, noch weit entfernt vom Goldenen Schnitt. Je weiter sie jedoch fortschreiten und je größer sie werden, desto mehr nähern sie sich dem Verhältnis von 1:1,618 an. Genauer gesagt: Die Division zweier aufeinanderfolgender Werte nähert sich der Goldenen Proportion an. Beispielsweise ist 3 : 2 = 1,5 noch weit weg vom idealen Verhältnis. 13 : 8 = 1,625 nähert sich dem aber schon an und 55 : 34 = 1,617 kommt dem Goldenen Schnitt schon sehr nahe. Es ist aber nicht so, dass mit weiterem Steigen der Werte, der Goldene Schnitt genau erreicht wird. Vielmehr wechselt die Annäherung: sie liegt einmal knapp unter dem Goldenen Zahlenverhältnis, dann wieder darüber. Der Laie, der die Zahlen anwenden möchte, kann daraus aber dennoch den Schluss für die Praxis ziehen, dass die Fibonacci-Zahlen, die ein mathematisches Wachstum beschreiben, dem Goldenen Schnitt ungefähr nahe kommen.

 

Was ist der Vorteil der Fibonacci-Folge?

Fibonacci-Zahlen lassen sich besser rechnen. Dies wird an folgendem Beispiel anschaulicher:

serie_designrichtlinien_fibonacciquadrat_©viaprinto

Hier ist ein quadratisches Raster hinterlegt, das zeigt, dass sich die Fibonacci-Proportionsverhältnisse wohl geordnet aufeinander beziehen. Dabei bildet die Grundproportion immer ein großes Quadrat (hier im Bild links für die Fibonacci-Zahl 21) mit zugeordnetem Rechteck (das aus den restlichen Quadraten der Zahlen 13 bis 1 gebildet wird). Die Fibonacci-Zahl 13 wiederum bildet das nächstkleinere Quadrat, dem das Rechteck zusammengesetzt aus den Quadraten der Zahlen 8 bis 1 zugeordnet ist. Grundlegend ist immer eine selbstähnliche Struktur, die aus Quadrat und Rechteck gebildet wird.

serie_designprinzipien_fibonacciquad ©viaprintoDas Verhältnis zwischen Quadrat und Rechteck entspricht dabei nahezu dem Goldenen Schnitt. Der Goldene Schnitt ist mathematisch betrachtet jedoch eine sogenannte irrationale Zahl, die sich nicht als Bruchzahl darstellen lässt. Deshalb lässt sich der Goldene Schnitt zwar (siehe Folge 2 dieser Serie) berechnen, er ist für den Designer aber weniger einfach handhabbar. Fibonacci-Zahlen sind übersichtlich und besser in die Welt des Designs übertragbar.

 

Konstruktion des Goldenen Schnitts

Der Goldene Schnitt lässt sich allerdings rein grafisch ohne Berechnung recht einfach konstruieren. Es gibt viele Möglichkeiten, eine davon ist nachfolgend abgebildet:

serie_designrichtlinien_fibonacciverhält_©viaprinto

Dabei geht man von einem beliebigen Quadrat aus (hier grün dargestellt).

  • Das Quadrat wird zunächst halbiert (rot-gestrichelte, vertikal verlaufende Hilfslinie).
  • Der Schnittpunkt, der sich mit der unten liegenden Seite des Quadrates und der Halbierungslinie ergibt, ist der Mittelpunkt eines gedachten Kreises.
  • Der Radius des gedachten Kreises ist die Diagonale des halbierten Quadrates (rot-gestrichelte, schräg verlaufende Hilfslinie).
  • Wendet man den Kreis auf dieser Grundlage an, bildet er einen Schnittpunkt mit der verlängerten unteren Linie des Quadrates. Dieser gibt die Breite des Rechteckes an, das nun zum Quadrat im Verhältnis 1,618 : 1 steht.

 

Fazit: Proportionen einfach oder kompliziert

Der Begriff „Goldener Schnitt“ hört sich einfach und klar an, kann aber kompliziert werden. Fast jede aussagekräftige Quelle im Internet benutzt zur Berechnung des Goldenen Schnittes schnell Formeln, die man als Nicht-Mathematiker kaum versteht. Dabei ist es noch relativ einfach, eine Strecke im Verhältnis 1 : 1,618 zu teilen. Angewendet auf die komplexen Flächenaufteilungen einer Drucksache wird es komplizierter. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass unsere DIN-Formate stark vom Goldenen Schnitt abweichen. Manch ein Designer fragt sich dann, wie er mit dieser Einschränkung überhaupt arbeiten kann. Mehr dazu in der nächsten und letzten Folge der Serie.

Der BegriffFibonacci hört sich dem gegenüber kompliziert an, ist aber für den Laien transparenter und einfacher in der Anwendung. Die Fibonnaci-Folge kann man als eine für den Einsteiger besser verstehbare Entsprechung zum Goldenen Schnitt auffassen.

Sie arbeitet mit ganzen Zahlen (und nicht mit Dezimalzahlen mit vielen Nachkommastellen), mit denen man komplette Satzspiegel schlüssig erstellen kann – und zwar ohne große Berechnungen, sondern mit einem Rastersystem, das auf den Fibonacci-Zahlen basiert.

Die Arbeit mit solchen Rastersystemen vereinfacht es, umfangreiche Drucksachen wie Magazine oder Kataloge zu vereinheitlichen. Auch Printprodukte, die in Reihen erscheinen, profitieren von der flexiblen Durchgängigkeit der Gestaltungsraster. Ein Raster für zum Beispiel 20 Flyer, die nach und nach in einer Serie erscheinen, sichert in Proportionen und Fotogrößen deren grundlegende Wiedererkennbarkeit.

 

Es sei noch erwähnt, dass die berühmte Zahl „Phi“, in mathematischer Symbolsprache auch „φ“ geschrieben, genau den Wert 1,61803399 hat und damit dem Goldenen Schnitt entspricht. Deshalb wird die Zahl „Phi“ auch „Goldene Zahl“ genannt.

 

Ralf Wasselowski

Unser Autor Ralf Wasselowski, er betreibt die Agentur Conceptbüro in Essen, informiert im zweiwöchigen Rhythmus über Designrichtlinien. ©Ralf Wasselowski

 

In der Serie „Grundlagen der Gestaltung“ sind bisher erschienen:

Denksport Design: Gestaltungsgesetze und Designprinzipien
Der Goldene Schnitt, die unbekannte Proportion.