21
Dezember
2016
Portrait

Geschichte zum Durchblättern: rasante Historien-Comics.

In Windeseile rast das kleine Gespenst Jasu durch die Seiten und damit durch historische Anekdoten und Fakten. Der „gespenstische“ und wissensdurstige Begleiter nimmt den Leser an die Hand und führt ihn durch Schlösser, Burgen und an illustren, historischen Figuren vorbei. Das Besondere: Jasu taucht ausschließlich in Comics auf – in Geschichtscomics, um genau zu sein. In 12 Ausgaben seit 2013 schicken die beiden Autoren und Zeichner Ulrike Albers und Johannes Saurer Jasu durch die Geschichten und Geschehnisse etwa in der mittelalterlichen Stadt Naumburg, an den Rhein oder vorbei am Alten Fritz von Preußen. „Wir wollen leicht verständlich und ohne hehren Auftrag die Geschichte einer Region erzählen. Und dabei haben wir vor allem die jüngeren Leser im Blick“, sagt Albers. Allerdings, so die Entdeckung, werden die Comics hauptsächlich von älteren Lesern gekauft.

saureralbersteam ©Saurer&Albers

Johannes Saurer und Ulrike Albers gestalten Geschichte in Comics.
©Saurer&Albers

Idee in Thüringen geboren

„Angefangen hat alles bei unserer Zusammenarbeit zur Zeichentrickserie Little Amadeus. Danach wollten Johannes und ich eigene Geschichten auf den Markt bringen“, erinnert sich die Kommunikationsdesignerin Albers. Zwei Kinderbücher haben die beiden veröffentlicht. Dann kam das folgenschwere Treffen in Thüringen mit der Tourismusmanagerin der Wartburg. „Sie hat uns quasi den Floh ins Ohr gesetzt, Comics mit geschichtlichem Hintergrund zu machen.“ Im Rückblick eine logische Folge, schließlich bringt Johannes Saurer das Know-How zum Zeichnen von Charakterdesigns und Autorenwissen mit.

Schritt für Schritt entsteht ein Comic

Die Geschichten entwickeln sich wie von selbst, nachdem Informationen aus Führungen, Gesprächen und Büchern gesaugt und zusammengetragen werden. Albers: „Dann entwickeln wir die konkrete Story, es folgt der Text und das Zeichnen der Hintergründe und Figuren. Erst in schwarz-weiß, später koloriere ich nach.“ Um die Werke dann in bis zu 5.000er Auflagen auf den Markt zu bringen, haben sich die beiden an uns gewandt: „Unsere Comics wollten wir erst vor Ort drucken lassen, aber es war kein Multi-Versand möglich. Dann stießen wir auf viaprinto, wo uns alle Fragen beantwortet und Lösungen gefunden wurden. Hier war nicht nur der Preis unschlagbar, sondern auch die persönliche Kundenbetreuung“, freut sich Albers.

Weitere Comics sind bereits mit viaprinto in Planung: der Stadtcomic Leipzig und das Portrait-Comic über den Maler der Reformation Lucas Cranach.

 

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freie Illustratoren Saurer & Albers, Appelbecker Weg 20, 21647 Moisburg, saurer-albers.npage.de

9
Dezember
2016
Portrait

Eine Agentur greift nach den Sternen und versetzt Berge.

Wo Wein wächst, ist die Lebensfreude. Worms liegt in so einer Region und die Agentur stern+berg verleiht ihrer Lebensfreude Ausdruck. „Die Kundenvielfalt ist das Schönste an unserer Agenturarbeit hier. Unsere Kundengespräche finden zum Beispiel draußen beim Winzer im Wingert statt – quasi noch mit der Rebschere in der Hand. Genau so kommt aber auch ein Unternehmensberater im Maßanzug in unsere Agentur“, sagt Andrea Yildiz. Zusammen mit vier Kollegen, die Spezialisten im Print und Online-Marketing, im Texten, mit Werbemitteln und in der Eventplanung sind, betreibt sie die Werbeagentur im Herzen der alten Nibelungenstadt.

Agenturarbeit unumwunden und ohne Attitüden

Das war nicht immer so: Das aufstrebende Dubai war in den 90er Jahren die Heimat von Andrea Yildiz, deren Nachname übrigens „Stern“ bedeutet. Erst 2012 sollte dann der neue Stern am Werbehimmel von Worms aufgehen: „Meine Liebe zu den Bergen und natürlich mein Nachname waren unter anderem die Namensgeber für die Agentur. Aber wir wollen mit unseren Ideen natürlich auch Berge versetzen und mit unseren Kunden nach den Sternen greifen“, lacht die Gründerin.

©stern+berg

Haben Spaß bei der Sache und sprühen vor Kreativität: Gitta Korbach, Antje Kaiser, Sven Mack, Andrea Yildiz (v.l.)
©stern+berg

Mit ansteckender guter Laune und einer Portion Bodenständigkeit werden die Ideen von Handwerkern, Industriebetrieben, Hotels, gemeinnützigen Organisationen oder Großhändlern umgesetzt. Man kennt sich, ist nicht abgehoben und trägt seine Herkunft im Herzen. Klar wird das schon auf der Homepage www.sternundberg.de – ohne Attitüden und unumwunden wird der Besucher hier geduzt.

Die Kreativität treibe Yildiz und ihr Team permanent an: Wo andere in der Stadt nur bummeln, sehe sie eine tolle Kampagne, die sie auf die Beine stellen könnte. „Als Kreativling kann man nie abschalten. Das ist wie bei Musikern, die ihre besten Ideen oft auch in ungewöhnlichen Situationen haben.“

Spezialaufträge an Partner weitergeben

Eine dieser Ideen war die Gründung der „Werbewiege“, ein Zusammenschluss der Agenturarbeit von stern+berg und dem Werbeartikel Handel „Werbemittel-Worms“. Eine gut funktionierende Symbiose, „die aber nicht die eierlegende Wollmilchsau sein soll“, sagt Yildiz. „Wir sind Ideengeber und haben für Spezialaufträge unsere Partner, zu denen auch viaprinto zählt. Da fühlen wir uns mit unseren Anforderungen bestens aufgehoben und brauchen nicht jedes Mal wieder neue Vergleiche zu anderen Druckereien einholen. Super ist etwa auch, dass wir, und das kommt uns als Agentur sehr entgegen, per Rechnung zahlen können.“ Auch der persönliche Ansprechpartner und die Vorschau der Druckprojekte rundeten das Angebot für stern+berg ab.

 

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Werbeagentur stern+berg, Speyerer Straße 74, 67547 Worms, www.sternundberg.de

8
Dezember
2016
viaprinto-Wissen

Die Wurzeln des Flat Design.

Das Prinzip Vereinfachung

Das Flat Design hat mehr Einfachheit in Drucksachen, Illustrationen und Webprojekte gebracht. Dies bezieht sich konkret auf zwei Aspekte: Flat Design ist in der Onlinewelt in Form von datenmäßig kleinen Grafiken entstanden, die sich in CSS beschreiben lassen. CSS (Cascading Style Sheets), ist die Bezeichnung einer Programmier-Script-Sprache. Das heißt: Die Punkte der Außenkonturflächen lassen sich über Koordinaten definieren. Eine grafische Fläche wird so zur mathematischen Form. Dies hat seinen Vorläufer in den Vektorgrafiken, die z.B. mit Adobe Illustrator erstellt werden können. Flat Design als flächige Gestaltung hat außerdem zu einer Neu-Besinnung auf visuelle Klarheit und Schnörkellosigkeit geführt.

Eine flächige Illustration mit wenigen Farben aber einigen Details. ©Ralf Wasselowski

Eine flächige Illustration mit wenigen Farben aber einigen Details.
©Ralf Wasselowski

 

Dieselbe Illustration etwas vereinfacht und mit ausschließlich geraden Linien. ©Ralf Wasselowski

Dieselbe Illustration etwas vereinfacht und mit ausschließlich geraden Linien. ©Ralf Wasselowski

Die Flächen wurden weiter vereinfacht, die Anzahl der Farben und Flächen reduziert. ©Ralf Wasselowski

Die Flächen wurden weiter vereinfacht, die Anzahl der Farben und Flächen reduziert. ©Ralf Wasselowski

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Von der Onlinewelt in die Welt der Drucksachen

Bevor das Web ein zentrales kommunikatives Medium geworden war, waren Corporate-Design-Richtlinien ausschließlich bezogen auf Drucksachen entwickelt worden. Später wurden Gestaltungsrichtlinien, die für Webseiten galten, auch auf das Erscheinungsbild der Drucksachen übertragen. Beispielsweise kennt jeder das Corporate Design von Google aus dem Internet. Aber kaum jemand weiß, dass auch die Google-Drucksachen nach den Designrichtlinien gestaltet werden, die für das Web entwickelt wurden. Die klaren, farbigen Balken von Google online finden sich in den Drucksachen wieder. In Sachen Designstil bezieht sich das Flat Design auf eine aufgeräumte übersichtliche Gestaltung mit wenigen dominanten Gestaltungselementen und schnörkellosen, klaren Groteskschriften (serifenlose Schriften).

Flat Design als neuer Minimalismus

Flat Design steht in direktem Zusammenhang mit den Aspekten „Visuelle Informationsreduktion“ und „Formen-Abstraktion“. Je mehr es die moderne Informations-Gesellschaft mit einer zunehmenden Informationsüberflutung zu tun hat, desto wichtiger wird andererseits Informationsreduktion. Es geht dabei ganz allgemein darum, Wichtiges und Zentrales von Unwichtigem und Nebensächlichen zu trennen. Ein klares, übersichtliches Grafik-Design, das den Sehgewohnheiten Rechnung trägt, erleichtert dies. Zudem geht es darum, Information schneller wahrnehmbar zu machen, damit man sich im Informationsdschungel zurechtfindet. Beim Illustrieren würde das bedeuten, im Idealfall anstatt vieler Striche und komplizierter Konturen wenige Striche und einfache Konturen einzusetzen. Oder: Ganz auf Striche zu verzichten und nur Flächen zu verwenden. Das Flat Design ist immer weiter gegangen, indem es diese wenigen Flächen auch noch winklig-geometrisch konstruiert hat. Hinzu kamen exakt waagerechte und senkrechte Außenkonturen, feste Winkelungen und mitunter weniger Kurven in den Konturen. Auch die Schattenwürfe des Longshadow-Design-Stils folgen einem vereinfachten Schema. Ein Teil des illustrativen Flat Designs wirkt gar wie reiner Kubismus, der einst in der Malerei organische Formen geometrisiert und visuell in stark vereinfachte Winkel- und Kreisflächen übersetzt hatte.

Prinzipien der Logoentwicklung auf das Flat Design übertragen

Das Flat Design steht in der Tradition und unter dem Einfluss verschiedener Gegebenheiten. Immer schon ging es im Grafik Design darum, eine originelle, wiedererkennbare Formensprache zu entwickeln. Das bezieht sich auf Farben, Schrifteinsatz, Proportionsregeln für die Gestaltung, vor allem aber auf die Gestaltung illustrativer Elemente. Zu den illustrativen Elementen zählen auch Logos und Key Visuals.

Das Logo als Bildmarke ist immer schon eine extreme Stilisierung und Vereinfachung gewesen. Das hatte in den Anfangstagen des Grafik-Designs technische und finanzielle Gründe. In den Tagen des Buchdrucks konnten Flächen gut wiedergegeben werden, Tonwerte, Verläufe und räumliche Darstellungen waren nicht so einfach zu realisieren wie heute im Offsetdruck. Während heute die Vierfarbigkeit zum Standard geworden ist, schlug früher jede Farbe mehr deutlich zu Buche. Deswegen waren Logos oft flächig oder linear angelegt, enthielten aber kaum visuelle Räumlichkeit, und sie waren maximal zweifarbig.

Nach der Computerisierung und der Digitalisierung der Druckvorstufe waren Schattierungen, 3D-mäßig wirkende Darstellungen oder Verläufe möglich und zogen in die Logogestaltung ein. Ob Apple, BMW, Mercedes oder ThyssenKrupp – alle redesignten ihre Firmenlogos im Hinblick auf eine räumlich wirkende Darstellung. Das danach aufkommende Flat Design ist als Gegenbewegung zu verstehen, die sich auf die ursprünglichen Ansprüche des Grafik-Designs besonnen hat: Klarheit, Prägnanz, Minimalismus – für eine Welt, die in Informationen ertrinkt.

Die Vektorgrafik ermöglicht neue Design-Ansätze

Das Flat Design stand also in einer Tradition der visuellen Vereinfachung, die man auch schon in den 1950er- und 1960er-Jahren verstärkt gerade im deutschen und schweizerischen Grafik-Design fand. Neu ist der Vereinfachungsgedanke des “Weniger ist mehr” also nicht. Doch es kam technologisch etwas anderes hinzu: die Vektorgrafik. Dies ist die konturenbasierte und mathematisch beschreibbare Konstruktion und Zeichnung von Flächen. Während die Computergrafik der Anfangstage pixelbasiert war, konnten mit der Software Adobe Illustrator Konturen angelegt und auch nachträglich über Kurvenpunkte mit ihren Anfassern zur Kurvenmanipulation geändert werden. Danach konnten Konturen flächig oder mit Verläufen gefüllt werden. Die Vektorgrafik ist grundsätzlich exakt und “glatt”. Sie hat die Tendenz zur Flächigkeit, auch wenn die Vektorgrafiken der Anfangstage vor Verläufen nur so strotzten.

Das Zeichnen mit Vektoren hat drei Teilaspekte

  1. Die Ästhetik glatter reduzierter Formen.
  2. Die Ergonomie der Vektorsoftware, weil sowohl mit einem Tablet relativ traditionell gezeichnet werden kann aber auch direkt am Bildschirm gezeichnet bzw. konstruiert wird. Dies leistet einer geometrisch-konstruktiven Gestaltung Vorschub.
  3. Die Datentechnik, weil sich Vektoren grundsätzlich von Pixeln unterscheiden. Die nummerische Kontrolle der Anfasser- und Kurvenmodulationspunkte in der Vektor-Software setzt sich inzwischen auch in der CSS3-Webprogrammierung fort. Dort können unter Eingabe von Koordinatenwerten und Modulationsziffern Illustrationen „programmier-gezeichnet“ werden. Dies ist ein illustrativer Trend, der Dateigrößen reduziert. Vektorgrafiken mit wenigen, einfachen Flächen sind auch in der Druckvorstufe erheblich kleiner als Pixelbilder.

FAZIT

Flat Design ist im Spannungsfeld zwischen Ästhetik und Technik entstanden. In seinen extremsten Vereinfachungen wirkt es oft technoid. Denkbar wurde ein flächendeckendes Flat Design erst durch die Computerisierung und vor allem durch die Vektorgrafik, wie sie Adobe Illustrator, die Freeware Gimp oder Corel Draw bieten.

SERVICE

 

Das ist der letzte Teil unserer Serie, in der diese Folgen erschienen sind:

Reduce to the Flat: Wie relevant ist Flat Design?
Flat Design: Illustrieren in der 2. Dimension.
Long-Shadow-Illustration: Flat Design der langen Schatten.

©Ralf Wasselowski

Für den fachlichen Input konnten wir wieder Ralf Wasselowski gewinnen. Er betreibt die Agentur Conceptbüro in Essen. ©Ralf Wasselowski

24
November
2016
viaprinto-Wissen

Long-Shadow-Illustration: Flat Design der langen Schatten

Das sogenannte Long-Shadow-Design ist eine Variante des Flat Design. Die langen Schlagschatten haben bei Überschriften-Typografie und in der Illustration an Wichtigkeit gewonnen. Man findet sie aktuell in den meisten Flat-Design-Entwürfen. Warum ist das so und welche Vorteile bietet die überbetonten Schattenwürfe?

Tuning des Medien-Designs

Um ein Zeichen oder eine Illustration bei aller Vereinfachung interessant erscheinen lassen, gibt es eine begrenzte Anzahl an grafischen Mitteln. Ein Teil dieser Mittel erzeugt Plastizität und Räumlichkeit durch Schattierungen oder Schatten. Schlagschatten, wie sie im Long-Shadow-Design eingesetzt werden, findet man inzwischen allerorten. Lange Schatten bei Schriften oder Illustrationen weichen von der reinen Flächigkeit der Darstellung ab, machen sie interessanter und dramatisieren sie. Das Long-Shadow-Design überbetont eine Nebensächlichkeit und schafft damit neue Seherlebnisse.

longshadow1 ©Ralf Wasselowski

Die kleine Extension für Adobe Photoshop, “Long Shadow Generator”, lässt sich kostenlos downloaden. Sie erscheint in Photoshop im Menü “Fenster” unter “Erweiterungen”.
©Ralf Wasselowski

longshadow2 ©Ralf Wasselowski

Mit zwei Schiebereglern für die Länge des Schattens und seine Intensität lassen sich schnell Long Shadows erzeugen. ©Ralf Wasselowski

 

 

 

 

 

 

 

 

 

longshadow3 ©Ralf Wasselowski

Dafür muss das Element, für das der Schlagschatten erzeugt werden soll, auf einer eigenen Ebene liegen. Wichtig ist, dass vor der Anwendung die Ebene mit dem Element angewählt wird, sonst wird eine Fehlermeldung ausgeworfen.
©Ralf Wasselowski

Die neue Einfachheit im Flat Design

Das Flat Design ist angetreten, um fotorealistischen Darstellungen bezogen auf Oberflächen, Verläufe oder Schattierungen eine neue Einfachheit entgegen zu setzen. Beim Flat Design werden – wenn überhaupt – selbst Spiegelungen stilisiert. Das heißt, sie haben harte Kanten und laufen nicht weich aus wie beim Skeuomorphismus, der die reale Welt mit sanften Übergängen nachahmt. Viele Elemente realistischer Darstellungen simulierten möglichst wirklichkeitsgetreu die Effekte, die eine natürliche Lichtquelle erzeugen würde. Ihre Mittel sind zarte Verläufe, Spiegelungen, Schattierungen oder sogar Lichtreflexe. Diese Möglichkeiten wirken aber schnell kitschig oder überladen eine grafische Darstellung mit zu viel Information. Im Long-Shadow-Design werden Schatten oft flächig einfarbig dargestellt, es gibt aber auch viele Varianten, die mit kaum merklichen monochromen Verläufen arbeiten.

Schlagschatten im Long-Shadow-Design

Schatten erzeugen die Illusion einer grundlegenden Räumlichkeit. Sie sind dunkel und monochrom und lassen sich deshalb gut mit hellen oder bunten Farben kontrastieren. Dabei wirken Körperschatten, die sich am bzw. auf dem Objekt selbst befinden, und Schlagschatten zusammen. Der Schlagschatten wird im Long-Shadow-Design in seiner Dimensionierung überbetont. Vom Objekt ausgehend verläuft er in der Regel bis zur Formataußenkante und ist damit fast so dominant wie das Objekt selbst. In seiner Tönung wird er im Flat Design entweder zurückhaltend oder bewusst herausstechend eingesetzt. Oft sieht man auch Schattenvarianten, die mit einem hellen Verlauf, der sich auf die Hintergrundfarbe bezieht, korrespondierenden. Manchmal wird der Schatten als bunte Volltonfarbe realisiert, z.B. bei Schriftzügen.

Long-Shadow-Klarheit

Während also Verläufe farblich eher zurückhaltend eingesetzt werden, bietet die Long-Shadow-Variante des Flat Design im Entwurf große dunkle bzw. abgedunkelte Flächen. Davon kann sich die Buntheit der Farben absetzen. Ein Beispiel ist das Mottobild dieser Artikelserie.

Das Dilemma des Flat Design

Visuell steckt das Flat Design grundlegend in einem Dilemma. Es will zwar erklärtermaßen zweidimensional flächig wirken. Wird dies jedoch überbetont und zu oft wiederholt, läuft sich die zu sachliche Darstellungsform aber schnell tot. Das haben die Medien-Designer erkannt und ihren Flat-Entwürfen weitere Effekte hinzugefügt – die allerdings dezent eingesetzt werden, damit das Flat Design einigermaßen “flat” bleibt. Dazu gehören in erster Linie zarte, harmonische Farbverläufe in geometrischen Flächen. Visuelle Dramatik und Originalität liegen dann vor allem in der Art der Vereinfachung. Eine stark stilisierte Grafik in all ihrer Reduziertheit kann so zum Beispiel dennoch eindeutig ein bekanntes Gesicht nachbilden. Diese Vereinfachung ist in ihrer extremen Stilisierung kunstvoll und sorgt für Aufmerksamkeit.

Long-Shadow-Design für mehr Räumlichkeit

Das Flat Design kultiviert also die Begrenztheit seiner Mittel, andererseits schränkt es sich damit ein. So sind Verläufe und Schatten Erweiterungsmodule einer unter Umständen zu langweilig-flachen Darstellung geworden. Werden die Körperschatten, die Plastizität erzeugen, mit Schlagschatten kombiniert, ergibt sich eine erstaunliche Räumlichkeit. Und das trotz fehlenden Realismus‘. Dabei ist die Überbetonung der „Long Shadows“ geradezu aberwitzig augenzwinkernd. Genau betrachtet ist das Long-Shadow-Design eine Überdramatisierung. Ist die grafische Gesamtkomposition gelungen, stellt sich mithilfe der langen Schatten ein Aha-Effekt ein, der Aufmerksamkeit bringt.

FAZIT

Ist das Flat Design in seiner reinsten Form sachlich und sogar spröde, fügt das Long-Shadow-Design dem Entwurf Witz, visuelle Finesse und eine augenfällige Dramatisierung hinzu. Das Long-Shadow-Design bettet die Vereinfachung der visuellen Form in ein schattiertes grafisches Umfeld ein. Dieses basiert auf gelernten Sehgewohnheiten, für die Schattenwürfe und Schattenwirkungen wichtig sind. Denn sie dienen der räumlichen Einordnung und machen aus dem illustrativen Grafik-Design einen Eyecatcher, der ins Auge fällt.

SERVICE

Wo findet man Long-Shadow-Generatoren, -Online-Tools, -Beispiele und -Tutorials? Wir haben für unsere Leser ein paar Webadressen zusammengestellt:

  • Long-Shadow-Generatoren: Eine Übersicht an Long-Shadow-Generatoren ist hier zu finden.
  • Online-Long-Shadow-Generator: Hier lassen sich online bereits fertige Icons mit Schatten und Farben versehen und downloaden. Und hier die Version eines vereinfachten Long-Shadow-Generators.
  • Long-Shadow als Photoshop-Aktion: Hier zum Download
  • Long-Shadow-Design mit Photoshop: Long-Shadow-Design mit Adobe Photoshop erstellen, ein Tutorial.
  • Long-Shadow-Design mit Illustrator: Long-Shadow-Design mit Adobe Illustrator über das Angleichen-Werkzeug. Ein ausführliches schriftliches Tutorial findet sich hier, ein Tutorial mit zahlreichen Beispielen hier und ein Video-Tutorial

 

 

In dieser Serie ist bisher erschienen:

Reduce to the Flat: Wie relevant ist Flat Design?
Flat Design: Illustrieren in der 2. Dimension

©Ralf Wasselowski

Für den fachlichen Input konnten wir wieder Ralf Wasselowski gewinnen. Er betreibt die Agentur Conceptbüro in Essen. ©Ralf Wasselowski

15
November
2016
Tutorial

Eine Schneeflocke mit Adobe Illustrator erstellen.

Ein Artikel in diesem Blog beschäftigt sich mit dem Erstellen einer Weihnachtskarte. In dieser Karte haben wir auch Schneeflocken verwendet, die wir aus einer kostenlosen Download-Datei entnommen haben. Wie man so eine Flocke auf eigene Faust in Adobe Illustrator erstellen kann, zeigen wir in unserem zweiten Weihnachts-Tutorial. Wieder mit an Bord ist Grafiker Jörg Adrion.

 

#Schritt 1  Generell sind die Schneeflocken ja symmetrisch gebaut – das Grundprinzip ist besteht also darin, einen „Zweig“ der Flocke zu bauen und dann durch Rotation und Duplizieren die komplette Form zu erstellen.

 

#Schritt 2  In Adobe Illustrator legen wir mit dem Profil „Druck“ eine neue Datei in der Größe DIN-A4 an.

 

#Schritt 3  Jetzt erstellen wir mit dem Rechteck-Werkzeug ein (langes) Rechteck, das sechs Millimeter breit und 60 Millimeter hoch ist und färben es mit einem hellen Blauton ein. Dieses duplizieren wir und verkürzen das Duplikat auf 30 Millimeter Höhe. Auch dieses duplizieren wir und drehen es um 90 Grad.

 

schneeflocke_screen01 ©viaprinto

©viaprinto

 

#Schritt 4  Die beiden kleinen Rechtecke richten wir mit der Ausrichten-Palette links und unten bündig aus. Hilfreich ist es, hierzu unter den Ausrichten-Optionen „Ausrichten an Auswahl“ aktiviert zu haben. Dann drehen wir die beiden Objekte 45 Grad gegen den Uhrzeigersinn und vereinen diese mit den Formmodi des Pathfinders zu einem Objekt.

 

schneeflocke_screen02 ©viaprinto

©viaprinto

 

#Schritt 5  Diese neu entstandene Form zentrieren wir horizontal mit dem großen Rechteck, so dass in etwa folgende Form entsteht:

 

schneeflocke_screen03 ©viaprinto

©viaprinto

 

#Schritt 6  Mit dem Drehen-Werkzeug (Taste R) rotieren wir diese Form dann jeweils um 60 Grad und duplizieren sie dabei: mit gedrückter Alt-Taste setzen wir dabei den Punkt um den gedreht wird unten zentriert auf die Kante des Rechtecks, dabei öffnet sich der Dialog des Drehen-Werkzeugs. Wir geben die 60 Grad ein und klicken „Kopieren“ an. Darauf erhalten wir die erste gedrehte Kopie. Mit der Tastenkombination Strg + D wiederholen wir diesen Vorgang. So ergänzen sich im Nu die einzelnen Zweige zur kompletten Schneeflocke.

 

schneeflocke_screen04 ©viaprinto

©viaprinto

 

#Schritt 7  Auch diese Form verbinden wir wieder mit dem Pathfinder. Jetzt sind wir schon fast am Ziel, wir geben der Flocke jetzt noch einen Mittelpunkt in Form eines Sechsecks.

Wir wählen das Polygon-Werkzeug aus und klicken bei gedrückter Alt und Umschalt-Taste in die Mitte der Figur. Hilfreich ist es, wenn die „Intelligenten Hilfslinien“ aktiviert sind. Dann zieht man bei gedrückter Maustaste das Sechseck auf. Sollten das entstehende Polygon mehr oder weniger Ecken haben, dann kann mit der Pfeil-Taste nach oben/unten die Anzahl der Ecken erhöht oder verringert werden.

Wenn nicht schon geschehen, färben wir die Fläche des Sechsecks auch noch blau ein.

Wir vereinen wieder beide Objekte und haben jetzt eine frei skalierbare Schneeflocke.

 

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©viaprinto

 

#Schritt 8  Dieser Flocke können wir jetzt im Raum schweben lassen, indem wir noch einen 3D-Effekt hinzufügen. Hierzu nutzen wir den Illustrator-Effekt „Extrudieren und abgeflachte Kante“, der in der Menüleiste unter   Effekte > 3D  zu finden ist. Zuerst markieren wir das Objekt und können dann in der Dialogbox die Optionen definieren.

Bei aktivierter Vorschau sieht man sofort, wie sich die Änderungen auswirken. Wenn das Ergebnis in Ordnung ist, dann einfach durch Klick auf  OK  bestätigen.

Natürlich kann dieser Effekt auch danach wieder bearbeitet werden. Im Menü Fenster > Aussehen bei markiertem Objekt den Effekt anklicken. Dann öffnet sich erneut die oben erwähnte Dialog-Box.

 

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©viaprinto

 

So ein Flöckchen, oder ein ähnlich gestaltetes Motiv, kann gut in eine eigens erstellte Post- oder Grußkarten eingesetzt werden.  Wenn die Druckdatei für die Bestellung bei viaprinto fertig gestaltet ist, braucht Sie nur noch unter Post- oder Grußkarten mit den Wunschmaßen und – papier konfiguriert und hochgeladen werden. Für eine schöne Bescherung bei den Empfängern!

10
November
2016
viaprinto-Wissen

Flat Design: Illustrieren in der 2. Dimension.

Traditionelle Illustrationen waren Handarbeit und deshalb in der Regel alles andere als perfekt, eher ungeschliffen oder expressiv, schraffiert und oft vielstrichig. Als in den 1980er-Jahren die Glattheit und Perfektion der Computergrafik eine neue Ästhetik geschaffen hatte, änderte sich vieles. Damals waren Illustrationen aber eher überladen mit visuellen Effekten, weil die technischen Möglichkeiten neu waren und ausprobiert werden wollten. Der Flat-Design-Illustrationsstil von heute bietet trotz Bezügen zur Vergangenheit Neues. Dieses Neue besteht aus hochgradiger Vereinfachung, gekoppelt mit geometrischer Perfektion.

 

Das Spiel mit der neuen Einfachheit

Flat Design als vereinfachender Stil entwickelt sich gerade im Bereich der Illustration immer weiter. Neben den alt bekannten Icons im Web, die “flat” gestaltet sind, gibt es Illustratoren, die Elemente des Flat Designs übernehmen und ihre eigene Variante daraus entwickeln. Dabei kann sogar eine recht komplexe illustrative Darstellung entstehen, die sich dennoch der reduzierten Formensprache des Flat Design bedient. Flat Design ist als Illustrationsstil so aufregend, weil das Spiel mit der Einfachheit weit weniger einfach ist, als man denken mag: mit begrenzten Mitteln, den maximalen Ausdruck zu finden, ist schwer.

 

Vereinfachung für bessere Wahrnehmung

Flat Design lässt alles visuell Verzichtbare weg. Doch was kann das für eine Illustration bedeuten? Dass eine starke Reduktion und Vereinfachung in bestimmten Bereichen notwendig ist, ist Basiswissen im Mediendesign. Das bezieht sich zum Beispiel auf den Abbildungsmaßstab: wird eine Illustration sehr klein wiedergegeben, sollte ihre Formensprache vereinfacht werden. Denn das Auge kann die winzigen Details kaum wahrnehmen.

Zu den illustrativen Symbolen, die seit jeher vereinfacht werden, gehören Verkehrszeichen, Piktogramme und Fahnen – also alles, was schnell oder unter erschwerten Bedingungen wahrgenommen werden muss. Auch der Aspekt der Wichtigkeit eines Zeichens ist hier entscheidend. Was also unbedingt wahrgenommen werden muss – wie ein Verkehrszeichen oder ein Gefahrensymbol auf einer Lackdose – wird möglichst klar und eindeutig dargestellt. Die Reduktion der Information erleichtert es Auge und Gehirn, die visuelle Information umso schneller wahrzunehmen, weil sie klar und deutlich übermittelt wird.

 

Ist die Flat-Design-Illustration zu emotionslos?

Dieser Ansatz gilt auch für Illustrationen im Flat Design, die grafisch reduziert sind und mit wenig Farben und Elementen Wirkung erzeugen. Doch wie verhält es sich bei größeren Abbildungen? Sind die nicht zu uninteressant, weil sie zu einfach sind? Neben der starken Stilisierung, bei der Details, an denen sich das Auge festhalten kann, wegfallen, gibt es ein weiteres Problem. Die mangelnde Komplexität der Darstellung hat nicht nur formale Auswirkungen, sondern auch inhaltliche: stark vereinfachte Illustrationen, die zudem geometrisch und glatt gestaltet sind, wirken konstruiert und damit sachlich. Sie sprechen weniger das Gefühl an und mehr den Kopf. Visualität jedoch soll Gefühle ansprechen, wecken oder sogar provozieren. Kann da die Flat-Illustration auf der Geburtstagskarte oder als Geschäftsgrafik in einem Wirtschaftsmagazin taugen?

 

Es gibt mehrere Antworten darauf:

  • Die „flatte“ Stilistik ist auch entstanden, weil die Verweilzeiten beim Lesen kürzer geworden sind. Illustrationen müssen deshalb eingängig sein.
  • Solange Flat Design als neu und ungewohnt wahrgenommen wird, bleibt es auch spannend.
  • Viele Flat-Illustrationen werden in ihrer überbetonten Sachlichkeit als originell oder witzig wahrgenommen.
  • Die Gefahr liegt letztlich darin, dass sich Leser und Betrachter den Stil leidsehen, wenn er zu gleichförmig und inflationär gehandhabt wird.

 

Die 5 Darstellungsweisen der Flat-Design-Illustration

„…ein Zeichen ist gut, wenn man es mit dem großen Zeh in den Sand kratzen kann!“ hat Prof. Kurt Weidemann, einer der großen Grafik Designer in Deutschland, einmal gesagt. Flat Design-Illustrationen folgen diesem Anspruch mit unterschiedlich einfachen Darstellungsweisen. Manch ein Designer interpretiert das Flat Design puristisch ein anderer legt es großzügiger aus. Es ist ein Unterschied, rein flächig zu illustrieren, ohne Schatten und Verläufe – oder doch wieder damit zu arbeiten. Auch der Detaillierungsgrad ist entscheidend. Wir stellen 5 Möglichkeiten vor.

1flat birnen ©Ralf Wasselowski

  1. Minimalismus: Flachheit pur

Ein minimalistisch illustrierender Designer setzt sich die Aufgabe, Komplexität stark zu vereinfachen. Das schließt mit ein, dass Formen einfach gehalten werden und die Darstellung alles vermeidet, was einen räumlichen Eindruck hinterlässt. Es wird in diesem einfachsten Ansatz also ausschließlich flächig gearbeitet, nicht linear, es gibt keine Schatten, Verläufe, Transparenzen oder Spiegelungen.

Diese Regeln der Einfachheit, die alles weglassen, was die visuelle Komplexität erhöht, kennt man bereits: von der Markenentwicklung, vom Design von Orientierungssystemen oder beim Schriftdesign. Die Regeln beim Flat Design basieren darauf und überführen diese strengste Auffassung in die Illustration – was gleichermaßen Übung und Herausforderung ist, ob man auch mit begrenzten Mitteln überzeugen kann.

Die Beispiel-Illustration oben arbeitet mit drei Farben und Flächen. Alle Details des Glühfadens oder des Gewindes sind weggefallen und abstrahiert. Ein anderes Beispiel.1flat birnen ©Ralf Wasselowski

  1. Abstrahierte Einfachheit mit Zugeständnis an die Räumlichkeit

Etwas zu abstrahieren, bedeutet, das Wesentliche des Dargestellten zu erkennen und visuell mit einfachsten Mitteln darzustellen. Im Beispiel oben werden der gelbe Glaskörper der Glühbirne und ihr blauer Gewindebereich unten durch eine Schattierung von rechts ergänzt. Beide Schattierungen sind wieder reine Flächen ohne Außenkontur und ohne Verläufe. Aus den zwei Flächen des stilisierten Gegenstandes sind nun insgesamt vier geworden. Der Detaillierungsgrad ist gering aber vorhanden. Ein weiteres Beispiel einer detaillierteren Illustration.3flat birnen ©Ralf Wasselowski

 

  1. Detaillierte Einfachheit mit Körper- und Schlagschatten

Die immer noch formreduzierte Zeichnung verfügt neben den Körperschatten, die in Beispiel 2 hinzugefügt wurden, über einen einfarbigen Schlagschatten nach rechts unten. Diese Stilistik mit langen Schlagschatten nennt man Long Shadow Flat Design Illustration. Ebenfalls dazu gekommen ist links oben auf der Birne ein weißer Lichtreflex. Aus den anfänglichen zwei Gegenstandsflächen und einer Hintergrundfläche sind insgesamt sieben Flächen geworden. Ein weiteres Beispiel.

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  1. Leichte Komplexität mit Verläufen

Wie bei Googles Material-Design werden hier kaum bewusst wahrnehmbare monochrome Farbverläufe eingesetzt. Sie unterstreichen und verstärken zurückhaltend einfache Schattierungen und bringen korrespondierend mit ihnen mehr Räumlichkeit. Ein weiteres Beispiel.

5flat birnen ©Ralf Wasselowski

  1. Höhere Komplexität durch Detaillierung

Manchmal arbeiten Illustratoren aufwendig und detailliert, nutzen aber dennoch die flächig-geometrische Darstellungsweise des Flat Design. Sie greifen dabei die augenfälligen Elemente auf, illustrieren aber mit mehr Details, als beim Flat Design üblich. Im Beispiel oben sind der Glühbirne stilisierte Lichtstrahlen als kleine Dreiecke hinzugefügt worden wie auch ein angedeutetes Gewinde. Je mehr an Gestaltungselementen hinzugefügt werden, desto höher die Komplexität, und irgendwann verschwindet die Einfachheit und schnelle Wahrnehmung. Ein weiteres Beispiel.

 

Humorvolle Abstraktion

Etwas Kompliziertes wie z.B. ein Schauspielergesicht illustrativ auf seine Grundformen zu reduzieren, das kennt man aus der Karikatur. Es liegt nahe, dass eine solche Darstellung in Flat-Design-Stilistik eher sachlich und weniger witzig ausfallen müsste. Flat Designer haben sich aber zum Teil einen Spaß daraus gemacht, bekannte Figuren aus Filmen wie Star Wars mit reduzierten Mitteln darzustellen. Das wirkt überraschenderweise dann doch witzig und grafisch originell und gehört zu den Sternstunden des Flat Design. Der visuelle Kniff ist hier die Überbetonung der Sachlichkeit, die in ihrer an sich gegenteiligen Formensprache einen Überraschungseffekt generiert. Ein Beispiel.

 

FAZIT

Wie jeder andere illustrative Stil ist Flat Design nicht fest gemeißelt, sondern lebt und wandelt sich. Dabei ist die Tendenz, von der absoluten Einfachheit wieder wegzugehen. Es entstehen so Illustrationen, die nicht mehr schnell wahrnehmbar sind, sich aber dennoch um eine Ökonomie der visuellen Mittel bemühen. Flat Design hat die Illustrations-Szene mit dem Impuls zur Einfachheit bereichert – was nicht immer gleich zum größtmöglichen Minimalismus führen muss.

 

 

In dieser Serie ist bisher erschienen:

Reduce to the Flat: Wie relevant ist Flat Design?

©Ralf Wasselowski

Für den fachlichen Input konnten wir wieder Ralf Wasselowski gewinnen. Er betreibt die Agentur Conceptbüro in Essen. ©Ralf Wasselowski

3
November
2016
Tutorial

Eine Weihnachtskarte für Ihre Geschäftspartner.

Möchten Sie sich bei Ihren Geschäftspartnern mit einer Weihnachtskarte für die Zusammenarbeit im auslaufenden Jahr bedanken und gut in Erinnerung bleiben? Dann wird es Zeit für die Planung. Als Unterstützung haben wir uns den Mediengestalter Jörg Adrion, der auch für den Klett-Verlag arbeitet, an den Rechner geholt. Er zeigt uns hier Schritt für Schritt das Erstellen einer weihnachtlichen Grußkarten in InDesign.

Am Ende des Textes steht den Lesern eine offene InDesign-Datei zum freien Download und für den Innentext Ihrer Wahl bereit. Verfolgen Sie Schritt für Schritt das Erstellen der Karte und lassen Sie sich für eigene Entwürfe inspirieren.

Kleine gestalterische Vorüberlegung: Soll eine Weihnachtskarte für das allgemeine geschäftliche Umfeld eingesetzt werden, darf die Gestaltung nicht zu „überdreht“ wirken, dabei sollte sie einigermaßen ansprechend und weihnachtlich sein.

 

#Schritt 1  Im ersten Schritt laden wir auf viaprinto.de die zum Download bereitgestellte InDesign-Datei der Grußkarten herunter, und zwar in der Variante DIN A6 quer. Sie speichern wir dann gleich unter einem neuen Namen ab. Die Ebene mit den Informationen zur Dateianlage blenden wir dann gleich aus.

 

#Schritt 2  Mit einem passenden Motiv – in unserem Fall eine grafische Gestaltung mit einem freien Art-Deco-Font beginnen wir dann mit dem Layouten der Titelseite. Generell empfehle ich, für die verschiedenartigen Objekte (Farbflächen, Hintergründe, Bild und Text) auf der Karte mehrere Ebenen anzulegen. Wer es motivreicher mag, kann auf freien Bilddatenbanken Bilder herunter laden. Ein in den letzten Jahren immer wieder auftauchendes Motiv für Weihnachtskarten ist z.B. der Hirsch, der in verschiedenen weihnachtlichen und winterlichen Kontexten zu finden ist.

 

screen01

 

Zunächst platzieren wir also das Bild oder eben den Text mittig auf Seite 1 – die Feinheiten folgen noch.

 

#Schritt 3  Das zentrale Motiv bekommt jetzt noch ein wenig „weihnachtliche“ Umrahmung: wir ergänzen das Bild oben und unten mit roten Farbflächen (Farbwert 20/100/100/10) und einer abgesetzten Linie und fügen den Text auch gleich hinzu.

Bitte dabei beachten: die Farbflächen sind hier randabfallende Objekte, also müssen diese auch mit Beschnitt angelegt werden!

Für den Text wurde die Schrift „Poiret“ gewählt, die bei fontspace.com kostenlos und für die private und kommerzielle Nutzung heruntergeladen werden kann.

 

#Schritt 4  Da der Kontrast mit dem Papierweiß etwas hart ist, habe ich noch einen cremefarbenen Hintergrund ergänzt (0/7/18/10). Etwas „Pepp“ fehlt der Karte jetzt aber noch – dazu fügen wir Schneeflocken ein.

Dazu können wir eine kostenlose Datei mit 25 verschiedenen Schneeflocken-Formen im eps-Format herunterladen. Diese lässt sich beispielsweise im Grafikprogramm Illustrator öffnen. Hier einfach die gewünschten Formen heraussuchen und in die InDesign-Datei kopieren.
Die Flocken sollten nicht zu dominant werden und ja nur den Hintergrund bilden. Man könnte sie aber auch in einem hellen Blauton (36/4/8/0) einfärben.

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#Schritt 5  Jetzt kommt das Innere der Karte dran, also die Seiten 2 und 3: Um die Gestaltung der Karte einheitlich zu halten, wählen wir denselben Hintergrund wie auf der Vorderseite. Um später die Gestaltung zu erleichtern ergänzen wir Hilfslinien, die jeweils die Mitte der Seiten anzeigen.

Auf der Seite 3 steht dann der eigentliche Grußtext der Karte – diesen setzen wir zentriert. Als Schrift wurde die „Minion Pro Italic“ 12/16 Punkt gewählt und im Rot-Ton der Farbflächen der Vorderseite eingefärbt. Diese Schrift ist für Anwender von InDesign CS5/CS6/CC gratis und auch im Lieferumfang der Software bereits enthalten.

Der eingesetzte Text ist dabei nur ein Vorschlag und kann nach Ihren Wünschen modifiziert werden.

 

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#Schritt 6  Außer dem Text ist Ihr Logo das Element, das der Karte Ihre individuelle Note verleiht. Für die Platzierung bieten sich einige Möglichkeiten an: am unteren Rand zentriert auf der Seite 3, oder, wenn der Text auf Seite 3 länger ausfällt, ist auch eine Platzierung auf Seite 2 und auch auf der Rückseite (Seite 4) möglich. Wichtig in jedem Fall: um das Logo gilt ein sogenannter Schutzraum! Hier dürfen keine weiteren Objekte platziert werden, die das Logo stören könnten. Nur so kann es auch zur Geltung kommen. Möchten Sie der Karte noch Elemente hinzufügen, müssen Sie darauf unbedingt achten.
In unserer Arbeitsdatei setzen wir zunächst Platzhalter an den möglichen Positionen ein, die Sie später entfernen und durch Ihr Logo ersetzen müssen, wenn Sie auf diese Datei zurückgreifen möchten.

 

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#Schritt 7  Wenn Sie Ihren persönlichen Text gesetzt und das Logo platziert haben, dann ist die Karte fertig zur Ausgabe der Daten in ein druckfähiges PDF.

Wenn auch sonst alles passt, können wir jetzt die Karte für den Upload auf viaprinto unter den Grußkarten vorbereiten: Dazu wird die Datei im PDF/X-1a-Format exportiert. Unser Tipp: Hierbei nicht vergessen, den Anschnitt mit zu exportieren! Wenn Sie dazu weitere Hilfe brauchen, finden Sie auf den Hilfeseiten weitere Informationen zum PDF-Export: Hilfeseite von viaprinto . Der letzte Schritt ist Ihre Produktkonfiguration, bevor es zur Bestellung geht.

 

Fertig ist sie, unsere Weihnachtskarte als InDesign-Datei:

http://link.viaprinto.de/weihnachtskarte

 

 

Hinweis: Der Text auf der Seite 1 ist hier bereits in Pfade gewandelt, die Schrift muss also nicht auf Ihrem System installiert sein, es sei denn, Sie möchten den Text selbst noch verändern. Die Abbildungen sind eingebettet und nicht verknüpft.

 

 

28
Oktober
2016
Viertes Quartal, Zeit für...

Briefkastenfutter: Post- und Grußkarten für Herz und Hand.

Eine kurze aber stilvolle Botschaft per gedruckter Postkarte oder Grußkarte an Ihre Kunden, und Sie können sich der Aufmerksamkeit sicher sein. Bringen Sie ruhig auch gleich alle wichtigen Informationen zu Ihrem Unternehmen unter, oder lassen Sie, so kurz vor Weihnachten und dem Jahresende, nochmal erfolgreiche Projekt Revue passieren.

Mit der gedruckten Nachricht, verbunden mit einem handschriftlichen Gruß, bleiben Sie Firmenpartnern und Kunden länger im Gedächtnis. Wir möchten, dass diese ganz besondere Art der Danksagung gelingt und Sie sich beim Weihnachtskarten online Drucken nicht verzetteln: Wir helfen Ihnen mit unseren Vorlagen für die Rückseite bei den Postkarten. Laden Sie sie einfach herunter und verwenden Sie Ihr Design in einem Grafikprogramm. Nun braucht die Karte nur noch auf viaprinto.de konfiguriert und hochgeladen werden. Vorschau prüfen und Karten bestellen – ab geht die Post!

©viaprinto

Unsere Vorlagen für die Rückseiten der Postkarten. ©viaprinto

Unser Tipp: Ein Blick auf unsere Formatvielfalt und die Möglichkeiten der Veredelung lohnt sich. Dann bekommt Ihre Nachricht eine ganz besonders hochwertige Note.

27
Oktober
2016
viaprinto-Wissen

Reduce to the flat: Wie relevant ist Flat Design?

Was ist Flat Design?

Die Darstellungsweisen im Mediendesign haben zurzeit einen gemeinsamen Nenner: das Flat Design. Diese Gestaltungsrichtung kommt aus dem Webdesign, wird aber inzwischen medienübergreifend auch im Print-Bereich verwendet. Es verzichtet auf alles, was eine einfache Darstellung verkompliziert: keine Schnörkel oder Verzierungen, keine Texturen oder kleinteiligen Oberflächen, keine Verläufe, Spiegelungen, Verzerrungen, Transparenzen oder Schattenwürfe, und keine dreidimensional wirkenden Elemente.

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Das Metrodesign von Microsoft initiierte den Trend des Flat Designs. ©Microsoft

Merkmale der Flat Design-Gestaltung sind neben illustrativen Elementen der Einsatz großer Farbflächen und Farbbalken sowie einfacher serifenloser Schriften. Die Fläche kann den Hintergrund einer Drucksache bilden oder ein Infokasten auf der Webseite sein. Auch Elemente wie Geschäftsgrafiken sind in dieser Stilistik angelegt.

„Flat“ zu gestalten ist die Rückführung von zu viel visueller Information auf das formal Wichtige. Denn in einer Welt, in der vieles unübersichtlich ist, strebt man nach Einfachheit der Darstellung, Reduktion der Information, nach prägnanter Strukturierung und Hierarchisierung der Inhalte – und damit nach einer Übersichtlichkeit, die Orientierung schafft. Flat Design ist ein neuer Minimalismus, der sich nicht nur auf das einzelne dargestellte Zeichen, sondern insgesamt auf den Gestaltungsstil bezieht. Flat Design ist also sowohl ein Illustrationsstil als auch ein Gestaltungsstil.

Als das Flat Design entstand

2013 wurde Flat Design zum Trend. Der Auslöser war, dass Konzerne wie Google, Facebook, Apple und Microsoft das Flat Design für sich entdeckt hatten und ihr Corporate Design darauf umstellten. Dieser Trend fiel mit der immer stärkeren Nutzung kleinerer Bildschirme von Smartphones zusammen, bei denen es auf Übersichtlichkeit ankam. Es ging darum, den zur Verfügung stehenden Raum optimal zu nutzen. Schon lange war im Printdesign ein Credo, dass Logos oder Piktogramme so vereinfacht sein müssen, dass sie selbst in kleinen Abbildungsmaßstäben gut erkennbar sind. Das wurde vom Webdesign aufgegriffen, und vom Screendesign schwappte die Flat Design-Welle wieder zurück ins Printdesign. Das Flat Design modernisiert damit alt hergebrachte Designauffassungen.

Geschichte und Herkunft des vereinfachten Designs

Pionier des Flat Design war 2010 Microsoft mit seinem Betriebssystem Windows Phone 7. Zwei Jahre später wurde die bunte Kachel-Gestaltung für Schaltflächen in Windows-8-Desktop als sogenannter Metro-Style (später in Modern UI umgetauft) eingeführt. Googles Mobil-Betriebssystem Android 4 setzt 2013 eine Vorversion von Flat Design ein, 2014 realisierte Google sein sogenanntes Material Design, das deutlich reduzierter war als vorher aber nicht völlig „flat“. Dafür hat sich die Bezeichnung Almost Flat Design“ eingebürgert, die ein Flat Design mit Kompromissen meint. (Übersetzt etwa: „Beinahe-Flat Design“.) Im gleichen Jahr kam Apples iOS 7 gestalterisch vereinfacht daher und auch Facebook veröffentlichte eine Überarbeitung seiner Benutzeroberfläche.

Varianten des Flat Design

Während das ursprüngliche Flat Design flächig und nicht linear war und keine Farbnuancen oder Verläufe enthielt, haben sich inzwischen Mischformen entwickelt. Das aktuelle Flat Design arbeitet auch mit Linien und zudem mit dünnen großen Schriften, sodass es feiner und weniger flächig wirkt als anfangs. Google benutzt leichte Verläufe oder Schatten. Auch wenn Flat Design frische Farben und Buntheit in die Entwurfslandschaft gebracht hat, gibt es zahlreichen Entwürfe, die dies zurückgenommen haben und nur mit einer Grundfarbe in Tonwerten arbeiten.

©Shell

Von links nach rechts ein Ausschnitt aus der Entwicklung des Shell-Logos aus den Jahren 1909, 1930, 1955 und 1971. Das letzte Logo zeigt, dass es schon in den 1970er-Jahren Designstilistiken gab, die dem Flat Design sehr nahe kamen.
©Shell

 

Vom Grafikdesign der Verangenheit zur Jetztzeit

Zum Teil greift das Flat Design auf fast ein Jahrhundert alte Gestaltungstugenden zurück, zum Teil bringt es Neues in das Mediendesign. Immer schon haben Designer Zeichen wie Piktogramme oder

©Otl Aicher

Piktogrammsystem von Otl Aicher anlässlich der Olympischen Spiele 1972.
©Otl Aicher

Unternehmenssignets stark vereinfacht und auf reduzierte Formen zurückgeführt. Bekannt war die Kunstschule Staatliches Bauhaus, die zwischen 1919-1933 gestalterisch stilbildend wirkte. Ihr Credo war unter anderem die Kopplung von Vereinfachung und Funktionalität. Auch die Hochschule für Gestaltung Ulm (1953-1968), übte großen Einfluss auf einen reduktionistischen Gestaltungsstil im Printdesign aus. Schnörkellosigkeit, Übersichtlichkeit und Strukturierung einer Drucksache waren hier zentral. Einer der Initiatoren der Hochschule, Otl Aicher, sollte 1972 die Olympischen Spiele in München gestalterisch betreuen. Dabei hat er ein berühmt gewordenes Piktogrammsystem geschaffen, das als Einfluss auf die Icongestaltung des Flat Design gelten kann.

Flach gegen gewölbt: Flat Design gegen Skeumorphismus

Das Flat Design ist eine Reaktion auf zu viel Realismus im Design. Vor dem Flat Design war Skeumorphismus das gestalterische Gebot der Stunde. Der Begriff stammt aus dem Produktdesign und meint das Nachahmen von Materialien und Oberflächeneigenschaften. Im Internet war es schick, Designelemente dreidimensional wirken zu lassen, mit Schlag- oder Körperschatten räumlich abzubilden oder mit Transparenzen, Farbverläufen und Spiegelungen realistischer wirken zu lassen. Auf dem Bildschirm sollte alles möglichst wie in der realen Welt wirken. Irgendwann musste diese Opulenz dazu führen, dass man sich diese überfrachtete virtuelle Welt sattgesehen hat.

Kritik am Flat Design

Man kann Designtrends als Ermüdungserscheinungen deuten: Sind die Designer eines dominierenden Design-Stils überdrüssig, tendieren sie zum Gegenteil. Auf Komplexität folgt Einfachheit, auf Dreidimensionalität Zweidimensionalität, auf Einfarbigkeit Mehrfarbigkeit. Auf den Fotorealismus der App-Icons folgte die Stilisierung des Flat Design. Dessen Einfachheit der Anfangstage hat sich inzwischen weiter differenziert. Mit dem Longshadow-Design zum Beispiel sind dominante Schatten Bestandteil mancher Flat Design-Entwürfe geworden. Neben der Kritik, dass solche Varianten wieder mehr Kompliziertheit in die Darstellungen bringen, sind die Kritikpunkte am Flat Design:

  • Austauschbarkeit: Das Flat Design wurde inflationär gebraucht und machte damit Gestaltungen austauschbar. Eine Zeit lang sahen alle Webseiten gleich aus.
  • Langeweile: Ein zu simples Design kann keine visuelle Spannung aufbauen und zu gestalterischer Langeweile führen.
  • Unübersichtlichkeit: Das bunte Nebeneinander zahlreicher Kästen oder Kacheln verwirrt oder lenkt ab. Was auf den ersten Blick schillernd wirkt, kann auf den zweiten nicht anwenderfreundlich sein.
  • falsche Benutzerführung: Wenn alle Gestaltungselemente gleichrangig flach sind und nicht etwa durch Schatten oder Farbverläufe hervorgehoben werden, sind interaktive, klickbare Elemente schlecht erkennbar. Im Printdesign können durch falsche Farbgebung Wahrnehmungswichtigkeiten durcheinander kommen.

SERVICE

Flat Design für das Web:

Flat Design für Print:

 

©Ralf Wasselowski

Für den fachlichen Input konnten wir wieder Ralf Wasselowski gewinnen. Er betreibt die Agentur Conceptbüro in Essen. ©Ralf Wasselowski

24
Oktober
2016
Regenwaldprojekt

Besseres Klima mit mehr Waldschutz – viaprinto hilft in Papua Neuguinea.

„Der Regenwald in Papua Neuguinea ist für die dortigen Völker Lebensgrundlage und Heimat. Zudem bietet er Raum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten“, sagt viaprinto-Geschäftsführer Frank Morjan. Die Wälder sind die einzige praktikable Möglichkeit, mehr Treibhausgase zu speichern als wir Menschen abgeben. Deshalb spielen sie eine wichtige Rolle im Klimaschutz. In dem Inselstaat nördlich von Australien, befindet sich eine der letzten unberührten Landschaften der Erde. Eigentlich waren zirka 600.000 Hektar davon für die gewerbliche Abholzung freigegeben. Die örtlichen Kommunen haben sich aber erfolgreich gegen diesen Beschluss zur Wehr gesetzt und arbeiten nun gemeinsam im April Salumei-Klimaschutzprojekt für den Erhalt.

Im Jahr können hier einerseits mehr als eine Million Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente kompensiert werden. Aus den Erlösen des Verkaufs von Zertifikaten aus klimaneutral gedruckten Produkten werden auf der anderen Seite Investitionen in höhere Gesundheitsstandards, Bildungseinrichtungen und Arbeitsplätze überhaupt erst möglich.

Hintergrund: Seit Monatsanfang arbeiten wir mit dem Klimaschutz-Beratungs-Unternehmen ClimatePartner zusammen, damit wir Printprojekte klimaneutral drucken können. Seit dem Start unserer Klimaschutzinitiative konnten bereits mehr als 5.000 Kilogramm klimaschädliches Kohlendioxid kompensiert werden. Zirka 12.500 Luftballons könnten damit gefüllt werden.


 

 

alle Bilder: ©ClimatePartner

20
Oktober
2016
viaprinto-Wissen

Das sitzt: Tabellen richtig gestalten

Das Genie beherrscht das Chaos ist ein geflügelter Spruch bei allen, die es mit der Ordnung nicht so genau nehmen. Was aber in einem unaufgeräumten Zimmer nicht weiter ins Gewicht fällt, kann in einem Text den Leser schwer irritieren. Unordnung in der Typografie? Wer seinen Leser bei der Zeile halten will, sollte tunlichst darauf verzichten! Spalteneinteilung, kurze Zeilen, passende Abstände – all das gehört zum Basiswissen für Typografen, es ist sozusagen die Pflicht des Setzers, es zu beherrschen.

Und dann gibt es da noch die Kür, die aus langweiligen Verzeichnissen, Listen, Gliederungen – Tabellen jedweder Art – ein ansprechend gestaltetes Textelement macht. Übersichtlichkeit und Ordnung lautet beim Satz von Tabellen, aber auch von Zahlenreihen, das Motto.

Bevor es Computer gab, musste man sich hier des Reihensatzes bedienen. Tabulatoren bzw. fest definierte Entfernungen der Wörter dienten dabei als Abstandshalter – und machten es einem bei Umbrüchen immer wieder schwer. Heute aber bieten nahezu alle Satzprogramme einen Tabelleneditor für diese Aufgabe.

 

Kein Leerzeichen, keine Tabs

Abstände zwischen einzelnen Tabelleninhalten mit Tabulatoren oder gar Leerzeichen zu setzen kann verheerende Folgen haben. Der Grund: Tabs haben immer feste Positionen auf einer Seite, wohingegen Schriftarten unterschiedliche Abstände nutzen. Es kann also beim Einsatz von Tabs zu Umbrüchen kommen, wo keine sein sollten. Und da Leerzeichen immer vom verwendeten Schriftgrad abhängen, sollten auch diese tabu zur Regulierung von Abständen sein.

 

Kopf und Fuß

Mit einem Tabelleneditor lassen sich die beiden Bestandteile einer Tabelle bestens aufbereiten. Der Kopf beschreibt dabei die Spalte (auch Kolonne genannt) und deren Inhalte – hervorgehoben durch eine besondere Auszeichnung wie fett oder eine farbige Hinterlegung der Zelle. In kurzen Begriffen und unter Angabe der Maße und Einheiten wird so der Inhalt der Spalte definiert. Im Fuß hingegen sind die tatsächlichen Inhalte hinterlegt. In der Vorspalte wird der Zeileninhalt beschrieben, in der Hauptspalte findet sich der Tabellenwert.

tabelle2Farbe oder Linie

Ist man sich klar, was in der Tabelle alles enthalten sein muss, wie dessen Bezeichnung ist und wie Kopf und Vorspalte von den Inhalten optisch abgehoben werden können, geht es an die Unterteilung der Inhalte. Linien oder nicht – das ist die Frage, an der sich viele Gestalter spalten. Es ist eine Frage, die der Mode unterworfen ist und doch für die Lesbarkeit unabdingbar ist. Neben Linien können auch farbige Unterlegungen oder Weißraum eingesetzt werden, um die Zeilen voneinander zu unterscheiden. Klar ist jedoch: Eine Untergliederung muss vorhanden sein, egal ob durch Farbe, Auszeichnung oder Kontrast hergestellt. Entscheidet man sich allerdings für eine Linie oder Flächenunterlegung, dann sollte der Abstand zwischen Schrift und Linie mindestens ein Halbgeviert sein.

Typografie des Inhalts

Neben den passenden Abständen müssen auch die Inhalte gut gesetzt sein, um deren Lesbarkeit zu gewährleisten. Angefangen bei der Schrift, die – sofern die Tabelle nicht absichtlich aus dem Rahmen fallen soll – der Grundschrift entspricht. Und aufgehört bei der Schriftgröße: Im Kopf kann diese etwas kleiner sein als im Tabellenfuß. Sie sollte aber nicht mehr als zwei Punkt kleiner als der Basisfont sein und alles unter 7 Punkt kann nur noch schlecht entziffert werden.

Knifflig wird es bei besonderen Tabellenausmaßen. Alles, was über eine Seite hinausgeht benötigt eine Wiederholung des Tabellenkopfes auf der neuen Seite. Müssen Tabellen ins Querformat gesetzt werden, sollten sie von unten nach oben verlaufen und am besten auf einer rechten Seite platziert sein, damit der Tabellenkopf an den Buchrücken gesetzt ist. Gibt es darüberhinaus Anmerkungen bzw. Fußnoten, die nicht in der Tabelle selbst ihren Platz finden, werden sie an den unteren rechten Tabellenrand oder in die letzte Zeile gesetzt. Das hat sich bei wissenschaftlichen Texten so eingebürgert und kann als Konvention bei allen Tabellen und Zahlenreihen übernommen werden.

Und dann wäre da noch die Frage nach der Ausrichtung des Textes: Linksbündig liest sich leichter. Doch oft sind Zahlen der Inhalt einer Tabelle und diese sollten besser rechtsbündig gesetzt werden. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn sie mehrere Kommastellen aufweisen. Danach muss sich dann natürlich auch der Text in der Kopfzeile ausrichten.

Charlotte Erdmann

Unsere Autorin Charlotte Erdmann, Geschäftsführende Gesellschafterin bei Solokarpfen Publishing UG. ©viaprinto (Bild: Matthias Martin)

Das war der letzte Teil unserer Wissensreihe „Typografie“. Alle erschienen Folgen:

 

Die Geschichte der Schrift.
Abstand halten, Raum geben: Größen und Laufweiten von Schriften.
Das Schriftzeichen, die kleinste Einheit der Typografie.
Blutsverwandtschaften: Von Schriftfamilien und -schnitten.
Die Einteilung von Schriften.
Plädoyer für eine bessere Leserlichkeit.
Buchstabensalat: Lesen und erkennen.
Gleichgewicht der Kräfte: Von Kontrast, Zeilen und Grauwerte.
Die Kunst der Länge: Strich ist nicht gleich Strich.

 

 

19
Oktober
2016
Galerie-Eröffnung

So geht`s: Kunden zeigen, was sie können.

Es ist so weit: Wir bringen Ihnen die Werke unserer Kunden näher. Sekt und Häppchen haben wir leider nicht vorbereitet, aber einen virtuellen Rundgang durch die Galerie mit den Druck-Projekten unserer Auftraggeber. Vielfältigkeit, Individualität und Klasse – drei Säulen, die die Gestaltung der Prints ausmachen.

Treten Sie ein: https://www.viaprinto.de/galerie/index.html

Da ist das Konzeptbüro „Aichinger“, das getreu der Philosophie „Erfolg lässt sich einrichten“ handelt. In ihrem Produktkatalog, ein Softcover in DIN A4 hoch, präsentieren sie auf fast 60 Seiten in großformatigen Fotografien, was sie unter gelungenen Einrichtungskonzepten verstehen.

Galerie ©viaprinto

Ausschnitt unserer Galerie: Hinter jeder Kachel verbergen sich virtuelle Ansichten der Projekte. ©viaprinto

Oder die Möbel-, Produkt- und Webdesigner „Coformat“ aus Wiesbaden. Ihre Kreativität spiegelt sich vor allem in feinen Prints wider, die bereits in der Gastro-Szene Einzug gehalten haben: Einladungskarten, Tasting-Flyer oder Getränkekarten, die wie Bildbände daher kommen.

Selbst das einfache Briefpapier kann begeistern, wenn man es so designt wie das „The Westin Bellevue Hotel“ in Dresden. Damit fühlen sich Gäste und Kunden angesprochen und beachtet.

Schlendern Sie durch unsere virtuelle Sammlung und lassen Sie sich von den zahlreichen Projekten unserer Kunden anstecken.

Wenn auch Sie schöne Projekte bei viaprinto haben drucken lassen und diese gerne Interessierten zeigen möchten, hinterlassen Sie uns eine Nachricht. Wir melden uns dann bei Ihnen:

 

Möchten Sie Teil der Galerie werden?

2 + 6 = ?

 

6
Oktober
2016
viaprinto-Wissen

Die Kunst der Länge: Strich ist nicht gleich Strich.

Denn Strich ist nicht gleich Strich. Im Textsatz differenziert man vielmehr zwischen unterschiedlichen Typen von Strichen, denen jeweils andere Funktionen zugewiesen sind. Ihr Einsatz ist dabei nicht immer Pflicht. Und so mancher Strich in einem Text wird trennend eingesetzt – wobei zu viel nicht immer gut ist. Doch welche Stricharten gibt es?

Der Bindestrich (-) als Verbinder…

Am häufigsten haben es Setzer deutscher Texte sicherlich mit dem Bindestrich zu tun, auch Divis oder Trennstrich genannt. Er koppelt – wie sein Name schon andeutet – zusammenhängende Wörter. Der Klassiker sind dabei Straßen- oder Gebäudenamen, bei denen wie bei Ortsnamen oft auch Ergänzungen eine Rolle spielen. Außerdem kommt der Bindestrich zwingend zum Einsatz, wenn einzelne Zahlen oder Buchstaben mit einem Wort gekoppelt werden, etwa bei Altersangaben.

Bindestrich-Beispiele bei

Kopplung:

  • Die Kinder besuchen das Geschwister-Scholl-Gymnasium.
  • Papa feuerte seine Fußballmannschaft im Fritz-Walter-Stadion an.

Ergänzung:

  • Die Kinder nahmen für Hin- und Rückweg den Bus.
  • Papa besuchte Heim- und Auswärtsspiele seines Vereins.

Buchstaben und Ziffern:

  • Der 13-Jährige konnte Mathe nicht leiden.
  • Das Tor in der letzten Minute war das i-Tüpfelchen eines spannenden Spiels.

Der Bindestrich verbindet also Worte miteinander. Eine Tücke der Typografie ist jedoch, dass dies nicht bei allen Bindestrichen der Fall ist. Einige sind optional und trennen zugleich. Nämlich dann, wenn Wörter gekoppelt werden, um den Lesefluss zu erleichtern oder Zusammensetzungen zu verdeutlichen. Selbst erfahrene Redakteure sind hier oft unsicher im richtigen Einsatz des Bindestrichs.

Bindestrich für den Lesefluss:

  • Das Kantinen-Essen war wenig abwechslungsreich.
  • Das ganze Stadion jubelte über das Zauber-Tor.
  • Ein Schifffahrtskapitän-Fehler war Ursache der Havarie.

…und Trenner

Für Setzer besonders anspruchsvoll wird der Bindestrich allerdings, wenn er für den Umbruch von Wörtern am Zeilenende eingesetzt wird – als Trennstrich. Typographisch ist es dasselbe Zeichen, trennt allerdings Silben und nicht ganze Wörter. Zwar übernehmen die meisten Textverarbeitungs- und Satzprogramme diese Funktion automatisch – aber auch die machen Fehler. Es lohnt sich daher, die Umbrüche noch einmal zu überprüfen und gegebenenfalls manuell zu setzen. Denn eine falsche Trennung kann dazu führen, dass aus der „Blumen-Topf-Erde“ die „Blumento-Pferde“ werden. Beim Lesen kommt man dann ins Stolpern. Das ist auch der Fall, wenn zu viele Trennungen hintereinander vorkommen. Als Faustregel gilt: Mehr als drei Worttrennungen hintereinander sollten in einem Text am Zeilenende nicht vorkommen. In InDesign lässt sich dies bei den Einstellungen der Silbentrennung unter „Max. Trennstriche“ festlegen.

Ein Divis lässt auch mal aus

Neben diesen Einsatzgebieten wird der Trennstrich auch für Auslassungen genutzt. Beim „Im- und Export“, den „Autofahrerinnen und -fahrern” oder der „Zu- und Abfuhr“ steht der Bindestrich am Anfang oder Ende des Wortes, zu dem es eine Ergänzung in einem anderen Wort des Satzes gibt. Steht der Bindestrich am Wortanfang, wird das Wort klein geschrieben.

In allen genannten Fällen gilt für den Bindestrich übrigens eine essentielle Faustregel: Er steht nie zwischen zwei Leerzeichen.

Der Gedankenstrich ( ) als Pause

Unter anderem dieser Fakt unterscheidet den Bindestrich vom Gedankenstrich. Der steht nämlich oftmals – aber nicht ausschließlich – zwischen Leerzeichen. Er ist stets länger als der Bindestrich und wird meist in trennender Funktion verwendet, etwa um einen Einschub oder eine Pause zu kennzeichnen. Allerdings ist das nicht die einzige Funktion des Gedankenstrichs: So verbindet er auch zusammengehörige Wortgruppen und wird auch bei Zeit- und Streckenangaben verwendet. Und vor allem für Setzer wichtig zu wissen ist, dass der Gedankenstrich auch als Ersatz für ein Minuszeichen und bei Preisangaben verwendet werden kann.

Der Gedankenstrich kommt zum Einsatz bei:

Einschub oder Denkpause

  • Natürlich – wie konnte es anders sein – hatten die Kinder vergessen, die Hausaufgaben zu machen.
  • Sie würde nach der Arbeit noch Zeit haben, ins Fitnessstudio zu gehen – dachte sie zumindest.

Wortgruppen

  • Der Tagesablauf der Kinder bestand aus Schule – Hausaufgaben – Freizeit.

Zeit-, Ort- und Streckenangaben

  • Von 8:45 – 9:30 Uhr stand Erdkunde auf dem Stundenplan.
  • Dreimal in der Woche fuhr sie die Bahnstrecke BerlinHamburg. Ihr Ziel war der Firmensitz in der Mönckenbergstraße 12-15.

Bei Zahlen

  • Bei –5 Gradcelsius traute sich keiner nach draußen.
  • Auf dem Preisschild stand 125,- Euro.

 

Der Geviertstrich (—) kam aus der Mode

Mit Binde- und Gedankenstrichen sind die am häufigsten verwendeten Stricharten in der deutschen Sprache bereits abgedeckt. Und doch verbleiben noch einige Exoten, wie der Geviertstrich. Er ist, wie der Name schon sagt, ein ganzes Geviert lang und wird besonders in der klassischen englischen Literatur, aber auch in der deutschen Sprache als Alternative zum Gedankenstrich eingesetzt. Heute ist er allerdings aus der Mode gekommen.

Der Unterstrich (_)

Im Gegensatz dazu wird der Unterstrich in der modernen Typographie immer beliebter und wichtiger. Er kommt ursprünglich aus der Programmiersprache und taucht in unserem immer digitaler ausgerichteten Zeitalter zunehmend in Texten auf – beispielsweise in Email-Adressen oder Dateistrukturen. Der Unterstrich ist aber auch ein Hilfsmittel für die gender-sensible Schreibweise. Entsprechend gesetzt, weist er auf die Missstände in der sprachlichen Gleichstellung von Mann und Frau hin.

Unterstriche kommen vor in:

der Technik

  • Seine Email-Adresse lautete max_mustermann@service.de

dem Gender-Gap

  • Mit ihren Kolleg_innen ging sie nach der Arbeit noch ins Restaurant.

 

 

 

Charlotte Erdmann

Unsere Autorin Charlotte Erdmann, Geschäftsführende Gesellschafterin bei Solokarpfen Publishing UG. ©viaprinto (Bild: Matthias Martin)

Vom richtigen Satz der Striche kommen wir in der nächsten Folge dieser Serie zum guten Aussehen von Tabellen.

 

 

Bereits erschienen:

Die Geschichte der Schrift.
Abstand halten, Raum geben: Größen und Laufweiten von Schriften.
Das Schriftzeichen, die kleinste Einheit der Typografie.
Blutsverwandtschaften: Von Schriftfamilien und -schnitten.
Die Einteilung von Schriften.
Plädoyer für eine bessere Leserlichkeit.
Buchstabensalat: Lesen und erkennen.
Gleichgewicht der Kräfte: Von Kontrast, Zeilen und Grauwerte.

 

 

5
Oktober
2016
Adblocker gegen Klimakiller

Wir bringen die Natur auf Ihre Seite(n).

Das Klima schützen, Regenwald bewahren, indigenen Völkern helfen – hehre Ziele scheinen oft zum Scheitern verurteilt: zu groß die Aufgabe, zu umfangreich die Verantwortung. Für viaprinto und seine Kunden ab sofort nicht mehr! Ab jetzt können Druckaufträge klimaneutral verarbeitet werden. Als Beleg erhält jeder Druckauftrag am Ende eine Urkunde mit eigener ID-Nummer, die die Kompensation der ausgestoßenen Treibhausgase ausweist.

ClimatePartner, ein Anbieter, der Unternehmen im Organisieren von Klimaschutzmaßnahmen hilft, unterstützt uns dabei, den Überblick zu behalten und den Ausgleich durchzuführen. Denn jeder Druckauftrag setzt in all seinen Abläufen eine Menge Treibhausgase frei. Über das Carbon-Management werden diese Ausstöße erfasst, berechnet und über die Unterstützung weltweiter Klimaschutzprojekte ausgeglichen. Und das mit nur einem Klick!

Mit jeder Bestellung helfen Sie und wir einer der letzten unberührten Landschaften unserer Erde:

©ClimatePartner

Unberührter Regenwald in Papua Neuguinea.
©ClimatePartner

dem Regenwald in Papua Neuguinea, nördlich von Australien. Dort kann noch heute der drittgrößte Urwald unseres Planeten in Ruhe gedeihen. Denn die örtlichen Kommunen führen gemeinsam das April Salumei Klimaschutzprojekt durch. Aus den Erlösen des Zertifikateverkaufs werden Investitionen in höhere Gesundheitsstandards, Bildungseinrichtungen und Arbeitsplätze überhaupt erst möglich.

Und wie hoch ist die Rechnung?

Ein einfaches Beispiel: 1.000 Flyer (DIN A6 hoch, 135 g/m² Bilderdruckpapier) mit der Bestell-Option CO2 –Ausgleich ergibt lediglich zwölf Cent mehr auf den Kaufpreis.

Wir finden: ein Angebot, dass Sie nicht ausschlagen können.

29
September
2016
Video-Tutorial

Rücken-Tattoo für Bücher.

Unser neues Feature Buchrücken beschriften haben wir Ihnen bereits in der vergangen Woche vorgestellt. In der Designer-Branche haben wir uns mal umgehört und wollten wissen, wie dort so ein praktisches Feature angewandt wird. Der Werbeagent (Mates & Rebels) David Neblik hat für uns ein Tutorial über unser neuestes Feature gedreht. Film ab:

Das Video läuft neben unserem Imagefilm auch in unserer Videothek.

22
September
2016
viaprinto-Wissen: Typografie

Gleichgewicht der Kräfte: Von Kontrast, Zeilen und Grauwert.

Was kann es Schöneres geben, als ein gutes Buch – in Ruhe gelesen und genossen? Und was kann es Schlimmeres geben, als ein Text, der einen beim Lesen nur noch ins Stolpern bringt? Gründe dafür gibt es genug: ob zu viele Fremdwörter oder eine schlechte Gestaltung. Fachbegriffe wirken irritierend, weil die Worte unbekannt sind und man sie Buchstabe für Buchstabe zusammensetzen muss. Bei der Gestaltung hingegen geht es vor allem um die Komposition der Elemente. Sie muss sich im Gleichgewicht befinden. Harmonie entsteht aus dem Grauwert, der sich aus der gesetzten Schrift ergibt, dem daraus resultierenden Kontrast auf der Position des Textes.

Im Rhythmus: Nicht zu eng, nicht zu weit

Die Gestaltung eines Textes ähnelt der Komposition eines Musikstücks: Sich wiederholende Elemente wechseln sich mit Akzentuierungen ab. Es entsteht ein Rhythmus, den der Leser gerne aufnimmt. Ein Rhythmus, der das Verweilen des Blickes im besten Fall erleichtert und den Lesefluss unterstützt, anstatt ihn zu behindern.

©claudiaheinze_schriftgrau

Nicht zu eng und nicht zu weit. Das Drittelgeviert ist der optimale Wortzwischenraum. ©claudiaheinze_schriftgrau

Der es also dem Auge erlaubt, so viele visuelle Informationen wie möglich mit einem Blick zu verarbeiten.

Hilfreich dazu ist es, Buchstaben wie Wörter nicht zu eng und nicht zu weit zu setzen, auch wenn InDesign die Möglichkeit bietet, den Zeichenabstand zu verkleinern und zu vergrößern. Denn: Haben Wörter zu geringe Abstände, werden sie im Lesefluss oft als ein Wort wahrgenommen. Normale Schriftschnitte setzen deshalb standardmäßig das Drittelgeviert als optimalen Wortzwischenraum ein, wohingegen schmale Schnitte eher die Punzenbreite als Abstand nutzen, also den Innenraum eines Zeichens. Das geschieht automatisch und sollte nur in großen Ausnahmefällen und wohldosiert manuell geändert werden, will man den Lesefluss des Textes nicht verschlechtern.

 

Geviert

Der Begriff „Geviert“ kommt aus dem Bleisatz und bezeichnet ein Quadrat, dessen Seitenlänge der Höhe des Schriftkegels eines Fonts entspricht. Legt man über einen Buchstaben ein solches Quadrat an, erhält man dessen Mindestabstand. Buchstaben mit viel Raum, wie das M, nutzen meist ein ganzes Geviert aus, enge Buchstaben eher Teile davon. Aus dem Geviert werden das Halbgeviert, Drittelgeviert usw. berechnet.

 

Gib Zeile

Auch zwischen den Zeilen ist der richtige Abstand wichtig. Die Leerräume zwischen den Schriftlinien sollten optimal zur Schriftart und ihrer Größe passen. Eine Faustregel: Bei Punktgrößen von 9 bis 12 sind 120 Prozent der Schriftgröße optisch angenehm und gut zu lesen. Anders ist das bei großen Schriften. Hier dürfen die Zeilen ruhig auch mal etwas eng stehen – oder sich sogar überlappen. Das kann mitunter reizvoll wirken, etwa auf Plakaten. Wichtig ist, dass der Grauwert nicht darunter leidet, also das Gesamtbild des Textes. Denn nur eine gleichmäßige Verteilung aller Abstände und Weißräume schafft einen harmonischen Grauwert und macht den Text gut lesbar. Vermieden werden sollten zu eng sitzende Zeilen, weil der Block dadurch dunkler erscheint. Ebenso stört es, einzelne Wörter zu unterstreichen oder zu fetten. Darüber„stolpert“ das Auge ebenso, wie über zu eng gestellte Worte.

Harmonisch flattern

©flickr_lilium-eleven

Für ein schönes, entspanntes Lesevergnügen, sollten die Zeilensetzer genau hinsehen. ©flickr_lilium-eleven

Für einen ruhigen Lesefluss ist zudem die Frage von Bedeutung: Flattersatz oder doch lieber Blocksatz? Obwohl der Flattersatz den Text optisch aufreißen lässt, kommen viele Studien zu dem Schluss, dass er die bessere Wahl ist. Denn er gewährleistet den immer gleichen Wortabstand und dementsprechend eine größere Harmonie. Beim Blocksatz hingegen werden die Wörter unregelmäßig auseinander gezogen. Ein ruhiges Lesen ist in diesem Fall nur mit etwas Trickserei im Satz möglich. Auch andere Ausrichtungen sind weniger geeignet als der Flattersatz. So widersprechen rechtsbündige oder mittige Texte unseren Lesegewohnheiten und strengen die Augen zusätzlich an. Nur wer irritieren will, ist mit diesen Ausrichtungen gut beraten.

 

 

Charlotte Erdmann

Unsere Autorin Charlotte Erdmann, Geschäftsführende Gesellschafterin bei Solokarpfen Publishing UG. ©viaprinto (Bild: Matthias Martin)

Wie Striche das Gesamtbild eines gut gesetzten Textes beeinflussen können erfahren Sie in der kommenden Folge dieser Serie.

 

 

Bereits erschienen:

Die Geschichte der Schrift.
Abstand halten, Raum geben: Größen und Laufweiten von Schriften.
Das Schriftzeichen, die kleinste Einheit der Typografie.
Blutsverwandtschaften: Von Schriftfamilien und -schnitten.
Die Einteilung von Schriften.
Plädoyer für eine bessere Leserlichkeit.
Buchstabensalat: Lesen und erkennen.

 

19
September
2016
viaprinto unterstützt

Rückenwind für Gutes.

Normalerweise werden Schiffe nach Frauen benannt. In Münster ist das anders: Dieser Tage ist die MS-Günther, ein Ausflugsdampfer auf dem Dortmund-Ems-Kanal, nach seinem prominenten Namensvetter Günther Jauch benannt und getauft worden. Mit dem Erlös aus dieser und weiteren Aktionen zu Wasser wollen zwei Jung-Kapitäne soziale Projekte in Münster unterstützen.

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Die ersten Leser der Broschüre sind an Bord. ©nils-heede_www-ms-guenther-de

Mit den Erlösen aus Fahrttickets und des Taufevents soll jedes Jahr Kinder- und Jugendprojekten in und um Münster geholfen werden. „Aktion Rückenwind“ nennt sich die Initiative der beiden Schiffsführer Leon Windscheid und Oliver Trepper. Ganz aktuell würden durch den Gewinn der Schiffstaufe rund 20.000 Euro geflüchteten Kindern, die in einer Johanniter-Erstaufnahmestelle in Münster leben, zugutekommen. viaprinto hat der Weihe als Druckpartner mit Beachflags, Roll-Ups und dem Druck einer Broschüre Wind in die Segel geblasen.

Im Dezember 2015 hatte der Münsteraner Windscheid nach seinem Millionen-Gewinn bei der Quizshow „Wer wird Millionär“ angekündigt, zusammen mit seinem Kompagnon ein Partyschiff zu kaufen. Zur Schiffstaufe hatte Günther Jauch spontan sein Kommen zugesagt.

15
September
2016
Buchrücken-Feature

Wie man Lesern den Kopf verdreht.

Wie gut, dass es Normen gibt, die Halt und Sicherheit geben. So hatten wir es schon im vergangenen Text über die DIN lang-Formate festgehalten. Aber Normen haben sich nicht überall durchgesetzt und lassen der Gestaltung freie Hand. Beim Beschriften von Buchrücken etwa. Da wird wild durcheinander beschriftet: auf links gedreht von unten nach oben, rechts gekippt von oben nach unten, oder von links oben nach rechts unten. Da kann man sich schon ein leichtes Schleudertrauma vorm unsortierten Buchregal holen.

Einheitlich und schön genormt, nämlich von unten nach oben, ermöglicht viaprinto jetzt das individuelle Beschriften von Buchrücken. Verpassen Sie Ihrem Hard– oder Softcover ein Rücken-Tattoo: Einfach das gebundene Buchprodukt konfigurieren, Druckdateien hochladen und den Buchrücken-Editor starten. Wählen Sie hier aus sieben Schriftarten, 24 Schriftfarben, Schriftschnitten und der Textposition aus. Wie immer bei viaprinto: Das alles noch vor dem Abschluss Ihrer Bestellung.

Bei einer ganzen Sammlung von nebeneinander stehenden gebundenen Broschüren, Büchern und Heften kann durch geschickte Gestaltung der Buchrücken ein harmonisches Gesamtbild im Regal wachsen. Das sieht gut aus und macht nicht schwindlig.

8
September
2016
viaprinto-Wissen: Typografie

Buchstabensalat: Lesen und erkennen.

Bis 1968 gab es im Leseunterricht der deutschen Schulen einen heftigen Methodenstreit. Die einen wollten Kindern das Lesen über die Zusammensetzung von Buchstaben, das Lautieren, beibringen. Die anderen bevorzugten die von Carl Malisch 1909 entwickelte Ganzwortmethode. Es war von der „Vergewaltigung des kindlichen Geistes“ die Rede. Man unterstellte sich gegenseitig, nichts über die Psychologie des Lernens zu wissen. Im Zuge der Reformdebatte und einiger wissenschaftlicher Untersuchungen stellte sich heraus, dass Kinder mit beiden Verfahren gleichermaßen das Lesen lernen. Einzige Voraussetzung: Sie müssen an den Inhalten interessiert sein.

Von der Lust an der Botschaft

Was für Kinder beim Lesenlernen gilt, ist auch bei Erwachsenen das Maß der Dinge. Nur sind diese meist bereits geübte Leser. Sie analysieren unbewusst bei bekannten Wörtern die Wortgruppe und lesen Buchstabe für Buchstabe, wenn ein unbekanntes Wort erscheint. Sie wenden also beide Methoden an: Das Lautieren wie auch das Lesen ganzer Wörter. Je einfacher ein Text dabei zu erfassen ist, desto mehr Lust hat man, ihn zu lesen. Nicht nur der Inhalt, sondern auch die Form entscheiden allerdings darüber, ob die Botschaft erfasst wird oder ob einem die Lust am Lesen buchstäblich vergeht. Es ist alles eine Frage des Leseflusses und wie dieser gefördert oder behindert wird.

Immer im Fluss

Die schnellstmögliche Bewegung des Auges beim Lesen - die Sakkaden. ©Charlotte Erdmann

Die schnellstmögliche Bewegung des Auges beim Lesen – die Sakkaden. ©Charlotte Erdmann

Soll ein Text also flüssig zu lesen sein, muss ein Grafiker wissen, wie der Mensch tatsächlich liest. Das Auge springt dabei über den Text und fixiert etwa alle neun Buchstaben, also ein bis zwei Wörter, für jeweils 250 Millisekunden eine Stelle. Diese schnellstmöglichen (unbewussten) Bewegungen des Auges werden Sakkaden genannt, unterbrochen von Fixationen, in denen die Informationen aufgenommen werden. Nur sechs Buchstaben kann unser Auge bei einer Fixation scharf stellen. Und doch vollbringt unser Gehirn ein wahres Wunder, wenn beim Überfliegen der Zeilen deren Inhalt ein Sinn entnommen wird. Denn alles, was das Auge unscharf wahrnimmt baut das menschliche Gehirn in einen erlernten Zusammenhang ein. Hier kommt es auf die Übung des Lesers an. Je mehr er liest, umso besser erkennt er anstelle einzelner Buchstaben ganze Wortbilder – und liest schneller.

Aus Spiel wird Ernst

Hier kommen wir auf das beliebte Facebook-Spiel zurück, bei dem Buchstaben durch Zahlen ersetzt oder Buchstabenkombinationen verdreht werden. Auch abgeschnittene Zeilen können wir quasi im Vorbeigehen vervollständigen. Warum? Weil unser Gehirn ihm bekannte Wörter erkennt, bei denen nur der erste und letzte Buchstabe sowie die Gesamtzahl der Buchstaben stimmen müssen, während alles andere durcheinander geraten ist. Es komplettiert schlicht erlernte Wortgruppen, anstatt Buchstabe für Buchstabe zu lesen. Es ordnet Vertrautes Vertrautem zu und erkennt Worte, die so dort gar nicht stehen. Das funktioniert allerdings nur gut mit kurzen, häufig genutzten und vor allem in einem Zusammenhang stehenden Wörtern. Und mit Worten, deren Buchstabenzahl stimmt. Sobald Fremdwörter, lange Wortkombinationen oder selten genutzte Begriffe ins Spiel kommen, in der Verdrehung Buchstaben weggelassen oder hinzugefügt werden, scheitert unser Leseverständnis, kapitulieren wir vor dem Buchstabensalat. Das ist selbst dann der Fall, wenn die Buchstaben richtig zusammengesetzt sind, der Leser das Wort aber einfach nicht kennt.

Ungereimtheiten versus Leseübung

Kommt es zu solchen Ungereimtheiten, wird der Text also nicht verstanden, kehrt das Auge wieder an den letzten Fixationspunkt zurück. Diesen Rückwärtssprung nennt man Regression. Er unterbricht den Leser in seinem Fluss. Das Lesen wird mühsam, es ermüdet, die Lust an der Botschaft lässt nach. Übung macht hier tatsächlich den Meister, denn damit lässt sich die Lesegeschwindigkeit von etwa 300 Wörtern pro Minute auf bis zu 900 Wörter pro Minute steigern. Und das nur, indem die Fixationen kürzer und die Sakkaden länger werden. Dabei müssen nicht nur Wörter, sondern auch Zeilen und Absätze übersprungen werden. Und genau hier setzt die Arbeit des Grafikers an, der an den Inhalten eines Textes zwar nichts verändern kann, an dessen Schriftbild aber sehr wohl.

Harmonie des Schriftbildes

Die harmonische Wortabstand sorgt für die gute Leserlichkeit. ©Charlotte Erdmann

Die harmonische Wortabstand sorgt für die gute Leserlichkeit. ©Charlotte Erdmann

Ob ein Text nämlich gut zu lesen ist, hängt zu einem Großteil von dessen Gesamtbild ab. Die verwendete Schrift ist hier ein Kriterium, das wir bereits in der letzten Folge dieser Serie behandelt haben. Ein weiteres ist der Wort- und der Zeilenabstand, also die Laufweite. Fällt eines davon oder alles zu eng aus, kann das Auge nicht mehr richtig springen, findet keine Fixationspunkte. Sind Buchstaben, Wörter und Zeilen zu weit auseinander, lassen sich weniger Wörter auf einmal erfassen. So oder so: Das Gehirn gerät aus dem Takt, der Leser stolpert und muss den Text erneut lesen.

 

 

 

Charlotte Erdmann

Unsere Autorin Charlotte Erdmann, Geschäftsführende Gesellschafterin bei Solokarpfen Publishing UG. ©viaprinto (Bild: Matthias Martin)

Voraussetzungen für die gute Lesbarkeit eines Textes sind also neben der Lesekompetenz auch das harmonische Schriftbild, der Grauwert des Textes und der richtige Zeilensatz. Mehr dazu erfahren Sie in der kommenden Folge dieser Serie.

Bereits erschienen:

Abstand halten, Raum geben: Größen und Laufweiten von Schriften.
Die Geschichte der Schrift.
Das Schriftzeichen, die kleinste Einheit der Typografie.
Blutsverwandtschaften: Von Schriftfamilien und -schnitten.
Die Einteilung von Schriften.
Plädoyer für eine bessere Leserlichkeit.

7
September
2016
Geschäftsbericht

Leidenschaft und eigenen Antrieb kommunizieren.

Seit der Aufnahme unserer Immuntherapieprogramme 2014 ist Medigene auf dem besten Weg, auch international, ein Vorreiter in der Entwicklung wirksamer Krebsimmuntherapien zu werden.

GB_details ©viaprinto

Der Geschäftsbericht – als Broschüre mit Klebebindung im A4-Format.

Ganz deutlich wird das in unseren aktuellen Zahlen, die wir in einem handlichen Geschäftsbericht als Softcover-Broschüre offen legen. Uns ist es wichtig, Aktionäre und Geschäftspartner regelmäßig nicht nur über Kennzahlen zu informieren. Vielmehr möchten wir auch unsere Leidenschaft und unseren Antrieb kommunizieren – gerade in einem faktischen und wissenschaftlichen Umfeld ist das wichtig.

Ein gedrucktes Dokument hilft dabei und es ergänzt unsere Unternehmenspräsentation auf unserer Webseite. Der Leser bekommt einen komprimierten Überblick zur Lage unseres Unternehmens, in dem auch Möglichkeiten und Risiken künftiger Unternehmens-Entwicklungen ablesbar sind.

viaprinto begleitet uns deswegen schon seit Jahren. Hier weiß man um die Druck-Bedürfnisse eines Forschungsunternehmens. Unser persönlicher Kundenberater hat die Professionalität und das Wissen, das wir brauchen, damit unsere Ergebnisse Investoren, Analysten und Player im wahrsten Sinne erreichen. Ein für uns zunehmend wichtiger Punkt ist die Möglichkeit, bedarfsgerecht auf Nachfrage in geringen Auflagen zu drucken. Denn wir möchten nicht nur in unserem täglichen Wirken, etwa im Labor, sondern auch in unseren Publikationen dem Umweltschutz entgegen kommen. Die Online-Druckerei viaprinto kann das durch den Digitaldruck möglich machen, das hilft uns sehr.

Unsere Aktionäre und Partner erwarten von uns technische Präzision. Dasselbe erwarten wir von unserem Druckpartner. Man kann sich ausrechnen, welchen Eindruck es macht, wenn etwa der Zuschnitt nicht korrekt ausgeführt wird. Aber viaprinto hat dafür auch einige Kontrollmechanismen eingerichtet. Ein Tool der Online-Druckerei ist die Onlinevorschau. Hier können wir, noch bevor die Bestellung abgeschlossen wird, das fertige Produkt Blatt für Blatt durchsehen und auf Ungenauigkeiten hin kontrollieren.

Julia Hofmann ©medigene

Julia Hofmann, Leiterin Kommunikation bei medigene. ©medigene

25
August
2016
viaprinto-Wissen: Typografie

Plädoyer für eine bessere Leserlichkeit.

Es gibt Studien darüber, dass Schriften mit Serifen besser und damit schneller zu lesen sind. Serifen geben dem Auge Halt, lassen das Muster der Worte einfacher erkennen. Serifenfonts werden deshalb mit Vorliebe für lange Texte eingesetzt. So will es zumindest das Lehrbuch.

Dem stehen die serifenlosen, die Grotesk-Schriften gegenüber. Auch sie verwendet man inzwischen für lange Texte, denn sie sind modern. Aber sind sie auch leserlich? Die Forschung sagt: eher weniger. Der Leser sagt: Kein Problem, denn was wirklich zählt ist das Look-and-Feel, das Gesamtbild.

Leserlichkeit oder Lesbarkeit?

©AvantGarde_logo_Wikipedia

Die Gestaltung der Buchstaben, Zeilen und Flächen beeinflussen die Leserlichkeit eines Textes. ©AvantGarde_logo_Wikipedia

Im Grunde haben beide Recht, Leser und Forschung: Je schneller ein Text nämlich zu lesen ist, desto leserlicher ist er. Je besser er zu lesen ist, desto lesbarer ist er. In der Typografie spricht man deshalb oft von der Lesbarkeit eines Textes. Gemeint ist aber – zumindest aus typografischer Sicht – lediglich die Leserlichkeit, also die Schnelligkeit des Lesens. Sie ist nur ein Aspekt von vielen für eine gute Lesbarkeit. Die Leserlichkeit definiert sich durch die Gestaltung der Buchstaben, Zeilen und Flächen – oder eben einfach das gute Aussehen der Schrift. Ob man dafür einen Font mit Serifen oder ohne einsetzt, darüber lässt sich streiten. Zumindest unter Typografen gibt es seit Jahrzehnten einen heftigen Disput dazu.

Schrift muss Charakter haben

Zahlreiche Studien gab es zu dem Thema und alle sind sich mehr oder weniger einig darin, dass es für die Lesegeschwindigkeit kaum Unterschiede zwischen Serifen und Serifenlos gibt. Richtig ist, dass Serifen sich besser erkennen lassen. Richtig scheint aber auch, dass serifenlose Schriften auf Bildschirmen besser zu lesen sind. Das ist zumindest dann der Fall, wenn man kein Retina-Display vor sich stehen hat, das die fein ziselierten Serifen richtig wiedergeben kann. Allerdings gibt es inzwischen auch Studien, die zeigen, dass selbst verunstaltete Schriften immer noch lesbar sind. Eines scheint bei all dem klar zu sein: Eine gute Schrift muss gut zu lesen sein. Sie muss aber auch Charakter besitzen, ohne an Leserlichkeit einzubüßen. Für Schriftgestalter heißt das, mit oder ohne Serifen Zeichen zu entwerfen, die schön, anmutig, kreativ und inhaltsorientiert sind. Sie müssen sich gut miteinander kombinieren lassen und dabei doch attraktiv bleiben. Man könnte auch von einem „visuellen Mantra“ sprechen, oder eben einfach nur von einem guten Schriftschnitt. Der muss neben gut gestalteten Buchstaben aber noch einiges mehr aufweisen, um erkennbar und leserlich zu sein.

Von Unterscheidungen, Ligaturen und Spezialschnitten

Hier kommen wieder der Schriftdesigner sowie der Setzer ins Spiel, die bei Fonts nicht einfach Buchstaben aneinander reihen sollten. Stolperfallen beim Lesen entstehen beispielsweise, wenn zwei Buchstaben mit Oberlängen ohne Ligatur, also einen Buchstabenverbund, aneinander gesetzt werden. Treffen f, l, i oder t aufeinander, sollten sie zusammenrücken, die Lücke schließen. Sie bilden dann eine sogenannte Glyphe. Im Deutschen sind vor allem ff, fi, fl und ft Kombinationen, für die im Font Ligaturen hinterlegt sind. Ligaturen werden aber auch für den Einsatz von Unterschneidungen benötigt. Beide – Ligaturen und Unterschneidungen – vermeiden Leerräume im Satz. Das wiederum hat einen positiven Einfluss auf die Leserlichkeit und damit den Lesefluss. Sie sind also ein wichtiges Instrument für jeden, der mit Schrift arbeitet. Und das ist nicht nur der Schriftdesigner.

©AvantGarde_logo_Wikipedia

Dieses Zeitschriftenlogo zeigt, wie effektvoll Ligaturen und Unterschneidungen sein können.
©AvantGarde_logo_Wikipedia

Auch Setzer, Layouter, Grafiker sollten sich darüber im Klaren sein, dass Schriften manchmal manuell angepasst werden müssen, damit sie leserlich bleiben. Insbesondere bei großen Überschriften muss man am Rechner ein V und ein A mitunter etwas näher zusammenrücken lassen. Nicht immer kann man sich hier auf die Unterschneidungstabellen der Schrift verlassen. Manche Fonts besitzen gar keine solche Tabelle. Und andere verwenden Unterschneidungen dort, wo keine benutzt werden dürfen. So sollten Wortstämme wie bei Stofflager nicht durch die Ligatur „fl“ verbunden sein. Problematisch wird es auch in puncto Leserlichkeit, wenn Sonderzeichen hinzukommen. Dazu zählen Brüche, mathematische Zeichen oder andere spezielle, oft in Fachtexten zum Einsatz kommende Symbole. Für sie gibt es speziell gestaltete Sonderzeichen und Spezialschnitte, die genau festlegen, wie beispielsweise ein Bruch am besten dargestellt wird. Manuelle Eingriffe sind dann kaum noch notwendig, so dass man den Text genauer setzen kann, sauberer – einfach leserlicher.

Charlotte Erdmann

Unsere Autorin Charlotte Erdmann, Geschäftsführende Gesellschafterin bei Solokarpfen Publishing UG. ©viaprinto (Bild: Matthias Martin)

Spricht man von Leserlichkeit müssen aber noch weitere Aspekte berücksichtigt werden. Beispielsweise wie der Mensch Schriften erfasst in Verbindung mit seiner Lesekompetenz. Was es damit auf sich hat, erfahren Sie im nächsten Teil dieser Serie.

Bereits erschienen:

Abstand halten, Raum geben: Größen und Laufweiten von Schriften.
Die Geschichte der Schrift.
Das Schriftzeichen, die kleinste Einheit der Typografie.
Blutsverwandtschaften: Von Schriftfamilien und -schnitten.
Die Einteilung von Schriften.

11
August
2016
viaprinto-Wissen: Typografie

Abstand halten, Raum geben: Größen und Laufweiten von Schriften

„Schrift ist eine wunderschöne Gruppe von Buchstaben, nicht eine Gruppe wunderschöner Buchstaben“, sagte einmal der britische Schriftgestalter Matthew Carter. Es ist wie beim Hausbau: Eine schöne Wand an die andere gesetzt, ergibt noch lange kein stabiles Haus. Ein grandios geformter Buchstabe neben dem anderen wird dementsprechend nicht automatisch zu einem wunderschönen Satzbild. „Zweidimensionale Architektur“ nannte der Typograph Hermann Zapf deshalb die Ausgestaltung eines guten Fonts. Was es dabei vor allem zu berücksichtigen gilt? Das harmonische Gesamtbild, bei dem Abstände und Nähe der Buchstaben im Verhältnis zu ihrer Größe gut aufeinander abgestimmt sind.

Laufweite: Nur in der Theorie ein Problem?

Für Johannes Gutenberg war die Harmonie des Schriftbildes noch ein wichtiges Thema. Im Bleisatz musste der Abstand der Buchstaben, die sogenannte Laufweite, genau berechnet werden. Die Laufweite gibt an, wie dicht die einzelnen Zeichen in einem Wort gesetzt sind. Sie orientiert sich an der Breite des Buchstabeninnenraums: Je kleiner die Innenräume, desto kleiner der Buchstabenabstand. Fette Schriftschnitte mit engen Innenräumen sollten also etwas enger gesetzt werden, als magere Schriftschnitte mit großen Innenräumen. In mühevoller Kleinarbeit schnitten die Schriftschneider früher jede Schriftgröße einzeln und optimierten dabei die Zeichenabstände auf die Größe der Schrift. Dadurch ergab sich immer ein harmonisches Gesamtbild, egal ob es sich um eine Überschrift oder einen kleinen Textkasten handelte. Was damals die Schriftschneider erledigten, machen heute die Schriftgestalter. Sie sitzen dabei allerdings am Computer und geben sich mal mehr, mal weniger Mühe, ihre Fonts an alle Gegebenheiten anzupassen.

 

Proportionale und Nichtproportionale Schriften

In der Typografie werden die Proptionalschriften von den Nichtprotportionalen unterschieden. Erstere passen ihre Abstände an die Breite der Zeichen an. Letztere werden unter anderem bei Schreibmaschinen genutzt und jeder ihrer Buchstaben nimmt denselben Platz ein. Das Resultat ist meist ein eher unausgewogenes Schriftbild sowie viel Platzbedarf.

 

Eine Frage des Kernings

Die besser ausgestalteten Fonts besitzen sogenannte Kerning-Tabellen, in denen genau vermerkt ist, welche Laufweite bei welcher Schriftgröße der Computer anwenden soll. Kerning bedeutet „unterschneiden“, was insbesondere bei bestimmten Buchstabenkombinationen wichtig ist. Ein „T“ zu dem ein „e“ im gleichen Abstand wie ein m Spatien ©viaprintozu einem e gesetzt wird, wirkt verloren. Das „e“ muss etwas unter das Dach des T-Striches rutschen, damit sich das ändert. Solche und andere Anpassungen nehmen aber bereits die Schriftdesigner vor und hinterlegen sie in den Kerning-Tabellen. So weiß der Computer theoretisch immer, welche Abstände er wann wählen muss. Denn beim proportionalen Vergrößern der Schrift berechnet das Layoutprogramm neben der Buchstabengröße auch die angepasste Größe der Vor- und Nachbreite der Buchstaben. An den Laufweiten müsste also kaum etwas verändert werden. Doch das ist lediglich in der Theorie der Fall. In der Praxis sind viele Kerning-Tabellen unvollständig, sodass eventuell nur wenige Größen eines Fonts eine entsprechende automatische Anpassung besitzen. Die Folge: Buchstaben rücken bei Überschriften oder sehr kleinen Schriften zu weit aus- oder ineinander. Das beeinträchtigt die Lesbarkeit, sodass eine manuelle Anpassung wichtig werden kann.

 

Optisch oder metrisch?

In InDesign lässt sich das Kerning „metrisch“ oder „optisch“ einstellen. Im metrischen Modus wird die Unterschneidungstabelle der verwendeten Schrift bei der Verkleinerung der Abstände zu Hilfe genommen. Im optischen Modus wird der Abstand von der Zeichenform ausgehend berechnet. Die bessere Wahl ist meist der optische Modus.

 

Die künstliche Laufweite: Spationieren oder Sperren?

So ist es beispielsweise im Versalsatz, also einem Text aus Großbuchstaben, oft notwendig, die Laufweite individuell zu verändern. Überschriften können ansonsten schnell unausgeglichen wirken. Plakate, Verpackungen, Logos und ein anspruchsvolles Editorial Design verlangen dann dem Setzer einiges ab. Für ihn geht es in solchen Fällen ans Spationieren einzelner Buchstaben, also die Erweiterung der einzelnen Buchstabenabstände von Hand.

Schnittlaufweiten ©viaprinto

Schnittlaufweiten

Spationieren kommt von „Spatium“, also Zwischenraum. Und nichts anderes macht man beim auch Sperren genannten Vorgang: der Abstand der Worte und Buchstaben wird im Sperrsatz verändert. Nutzte der Bleisatz dazu noch eigene Elemente (Spatien genannt), setzt der Computer einfach mehr oder weniger Raum zwischen die Buchstaben. Deshalb wird die Bezeichnung „Spationieren“ inzwischen auch oft gleichbedeutend zur Veränderung der Laufweite genutzt. Tatsächlich aber gibt es feine Unterschiede, auf die man sich in Zeiten der Digitalisierung geeinigt hat: Wird die Laufweite vergrößert, handelt es sich um „Spationieren“. Setzt man zwischen die Buchstaben ein Leerraumzeichen (Geviert oder Viertelgeviert etc.), dann handelt es sich um ein „Sperren“.

Tipps: Auf klein oder groß kommt es an

Beides hat auch in Zeiten des digitalen Satzes seine Berechtigung, sollte aber nur sehr spärlich angewandt werden, wenn beispielsweise die Lesbarkeit bei Texten mit kleinen Schriftgrößen lesbarer oder den Kontrast zum Untergrund verbessert werden soll. Grundsätzlich gilt: Man sollte in die Laufweiten von Schriften nur dann eingreifen, wenn man weiß, was man tut und wenn die Lesbarkeit des Textes dadurch entweder verbessert oder aber zumindest nicht verschlechtert wird. Als Faustregel sollte man sich merken:

  • Kleine Schriften, Fonts mit schmalen Laufweiten, mit starken Serifen, im Kapitälchen- und Versalsatz sowie im Negativsatz benötigen eine größere Laufweite.
  • Größere Schriften, Fonts ohne Serifen und kritische Unterschneidungen kann man enger setzen, damit die Wortbilder geschlossener wirken. Allerdings müssen Plakate und andere Schriften, die aus größerer Entfernung gelesen werden, eher weitere Abstände aufweisen.

 

Charlotte Erdmann

Unsere Autorin Charlotte Erdmann, Geschäftsführende Gesellschafterin bei Solokarpfen Publishing UG. ©viaprinto (Bild: Matthias Martin)

 

Auch Unterschneidungen, Ligaturen und Spezialschnitte wirken sich auf die Lesbarkeit eines Textes aus. Wie man damit umgehen muss und sollte erfahren Sie in der nächsten Folge dieser Serie.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bereits erschienen:

Die Geschichte der Schrift.
Das Schriftzeichen, die kleinste Einheit der Typografie.
Blutsverwandtschaften: Von Schriftfamilien und -schnitten.
Die Einteilung von Schriften.

2
August
2016
DIN lang-Formate erweitert

Flyer und Broschüren knacken die Norm.

Normen sind wichtig, um Klarheit über ein Produkt und seine Eigenschaften zu bekommen. Ist eine Norm festgelegt, weiß man, wovon die Rede ist. Das beste Beispiel ist das DIN-Format für Papiere. Und das hat sich viaprinto jetzt mal vorgenorm…, äh, vorgenommen.

Sie kennen unsere Konfiguration DIN lang hoch oder quer für viele unserer Druckprodukte. Wir benennen unsere vielen verschiedenen Kinder der DIN-Reihe nun ganz konkret beim Namen mit ihren jeweiligen Maßen – das schafft Klarheit beim Anlegen der Druckdatei.

Zusätzlich können die DIN lang-Kantenlängen auf Wunsch bei unseren Flyern, den Broschüren mit Klammerheftung und zweifacher Ringösenheftung ab sofort verändert werden – auf 99 cm, 100 cm oder 105 cm. Um die Formate besser auseinander zu halten, heißen sie jetzt einfach wie ihre jeweilige Kantenlänge: DIN lang 99 hoch oder quer, DIN lang 100 hoch oder quer, DIN lang 105 hoch oder quer.

Das DIN lang-Format mit schlanker Silhouette ist doch das Schönste! Menüfolgen, Ausstellungsinhalte oder Produktportfolios sind wie gemacht für den elegant-klassischen Auftritt.