20
Oktober
2016
viaprinto-Wissen

Das sitzt: Tabellen richtig gestalten

Das Genie beherrscht das Chaos ist ein geflügelter Spruch bei allen, die es mit der Ordnung nicht so genau nehmen. Was aber in einem unaufgeräumten Zimmer nicht weiter ins Gewicht fällt, kann in einem Text den Leser schwer irritieren. Unordnung in der Typografie? Wer seinen Leser bei der Zeile halten will, sollte tunlichst darauf verzichten! Spalteneinteilung, kurze Zeilen, passende Abstände – all das gehört zum Basiswissen für Typografen, es ist sozusagen die Pflicht des Setzers, es zu beherrschen.

Und dann gibt es da noch die Kür, die aus langweiligen Verzeichnissen, Listen, Gliederungen – Tabellen jedweder Art – ein ansprechend gestaltetes Textelement macht. Übersichtlichkeit und Ordnung lautet beim Satz von Tabellen, aber auch von Zahlenreihen, das Motto.

Bevor es Computer gab, musste man sich hier des Reihensatzes bedienen. Tabulatoren bzw. fest definierte Entfernungen der Wörter dienten dabei als Abstandshalter – und machten es einem bei Umbrüchen immer wieder schwer. Heute aber bieten nahezu alle Satzprogramme einen Tabelleneditor für diese Aufgabe.

 

Kein Leerzeichen, keine Tabs

Abstände zwischen einzelnen Tabelleninhalten mit Tabulatoren oder gar Leerzeichen zu setzen kann verheerende Folgen haben. Der Grund: Tabs haben immer feste Positionen auf einer Seite, wohingegen Schriftarten unterschiedliche Abstände nutzen. Es kann also beim Einsatz von Tabs zu Umbrüchen kommen, wo keine sein sollten. Und da Leerzeichen immer vom verwendeten Schriftgrad abhängen, sollten auch diese tabu zur Regulierung von Abständen sein.

 

Kopf und Fuß

Mit einem Tabelleneditor lassen sich die beiden Bestandteile einer Tabelle bestens aufbereiten. Der Kopf beschreibt dabei die Spalte (auch Kolonne genannt) und deren Inhalte – hervorgehoben durch eine besondere Auszeichnung wie fett oder eine farbige Hinterlegung der Zelle. In kurzen Begriffen und unter Angabe der Maße und Einheiten wird so der Inhalt der Spalte definiert. Im Fuß hingegen sind die tatsächlichen Inhalte hinterlegt. In der Vorspalte wird der Zeileninhalt beschrieben, in der Hauptspalte findet sich der Tabellenwert.

tabelle2Farbe oder Linie

Ist man sich klar, was in der Tabelle alles enthalten sein muss, wie dessen Bezeichnung ist und wie Kopf und Vorspalte von den Inhalten optisch abgehoben werden können, geht es an die Unterteilung der Inhalte. Linien oder nicht – das ist die Frage, an der sich viele Gestalter spalten. Es ist eine Frage, die der Mode unterworfen ist und doch für die Lesbarkeit unabdingbar ist. Neben Linien können auch farbige Unterlegungen oder Weißraum eingesetzt werden, um die Zeilen voneinander zu unterscheiden. Klar ist jedoch: Eine Untergliederung muss vorhanden sein, egal ob durch Farbe, Auszeichnung oder Kontrast hergestellt. Entscheidet man sich allerdings für eine Linie oder Flächenunterlegung, dann sollte der Abstand zwischen Schrift und Linie mindestens ein Halbgeviert sein.

Typografie des Inhalts

Neben den passenden Abständen müssen auch die Inhalte gut gesetzt sein, um deren Lesbarkeit zu gewährleisten. Angefangen bei der Schrift, die – sofern die Tabelle nicht absichtlich aus dem Rahmen fallen soll – der Grundschrift entspricht. Und aufgehört bei der Schriftgröße: Im Kopf kann diese etwas kleiner sein als im Tabellenfuß. Sie sollte aber nicht mehr als zwei Punkt kleiner als der Basisfont sein und alles unter 7 Punkt kann nur noch schlecht entziffert werden.

Knifflig wird es bei besonderen Tabellenausmaßen. Alles, was über eine Seite hinausgeht benötigt eine Wiederholung des Tabellenkopfes auf der neuen Seite. Müssen Tabellen ins Querformat gesetzt werden, sollten sie von unten nach oben verlaufen und am besten auf einer rechten Seite platziert sein, damit der Tabellenkopf an den Buchrücken gesetzt ist. Gibt es darüberhinaus Anmerkungen bzw. Fußnoten, die nicht in der Tabelle selbst ihren Platz finden, werden sie an den unteren rechten Tabellenrand oder in die letzte Zeile gesetzt. Das hat sich bei wissenschaftlichen Texten so eingebürgert und kann als Konvention bei allen Tabellen und Zahlenreihen übernommen werden.

Und dann wäre da noch die Frage nach der Ausrichtung des Textes: Linksbündig liest sich leichter. Doch oft sind Zahlen der Inhalt einer Tabelle und diese sollten besser rechtsbündig gesetzt werden. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn sie mehrere Kommastellen aufweisen. Danach muss sich dann natürlich auch der Text in der Kopfzeile ausrichten.

Charlotte Erdmann

Unsere Autorin Charlotte Erdmann, Geschäftsführende Gesellschafterin bei Solokarpfen Publishing UG. ©viaprinto (Bild: Matthias Martin)

Das war der letzte Teil unserer Wissensreihe „Typografie“. Alle erschienen Folgen:

 

Die Geschichte der Schrift.
Abstand halten, Raum geben: Größen und Laufweiten von Schriften.
Das Schriftzeichen, die kleinste Einheit der Typografie.
Blutsverwandtschaften: Von Schriftfamilien und -schnitten.
Die Einteilung von Schriften.
Plädoyer für eine bessere Leserlichkeit.
Buchstabensalat: Lesen und erkennen.
Gleichgewicht der Kräfte: Von Kontrast, Zeilen und Grauwerte.
Die Kunst der Länge: Strich ist nicht gleich Strich.

 

 

19
Oktober
2016
Galerie-Eröffnung

So geht`s: Kunden zeigen, was sie können.

Es ist so weit: Wir bringen Ihnen die Werke unserer Kunden näher. Sekt und Häppchen haben wir leider nicht vorbereitet, aber einen virtuellen Rundgang durch die Galerie mit den Druck-Projekten unserer Auftraggeber. Vielfältigkeit, Individualität und Klasse – drei Säulen, die die Gestaltung der Prints ausmachen.

Treten Sie ein: https://www.viaprinto.de/galerie/index.html

Da ist das Konzeptbüro „Aichinger“, das getreu der Philosophie „Erfolg lässt sich einrichten“ handelt. In ihrem Produktkatalog, ein Softcover in DIN A4 hoch, präsentieren sie auf fast 60 Seiten in großformatigen Fotografien, was sie unter gelungenen Einrichtungskonzepten verstehen.

Galerie ©viaprinto

Ausschnitt unserer Galerie: Hinter jeder Kachel verbergen sich virtuelle Ansichten der Projekte. ©viaprinto

Oder die Möbel-, Produkt- und Webdesigner „Coformat“ aus Wiesbaden. Ihre Kreativität spiegelt sich vor allem in feinen Prints wider, die bereits in der Gastro-Szene Einzug gehalten haben: Einladungskarten, Tasting-Flyer oder Getränkekarten, die wie Bildbände daher kommen.

Selbst das einfache Briefpapier kann begeistern, wenn man es so designt wie das „The Westin Bellevue Hotel“ in Dresden. Damit fühlen sich Gäste und Kunden angesprochen und beachtet.

Schlendern Sie durch unsere virtuelle Sammlung und lassen Sie sich von den zahlreichen Projekten unserer Kunden anstecken.

Wenn auch Sie schöne Projekte bei viaprinto haben drucken lassen und diese gerne Interessierten zeigen möchten, hinterlassen Sie uns eine Nachricht. Wir melden uns dann bei Ihnen:

 

Möchten Sie Teil der Galerie werden?

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6
Oktober
2016
viaprinto-Wissen

Die Kunst der Länge: Strich ist nicht gleich Strich.

Denn Strich ist nicht gleich Strich. Im Textsatz differenziert man vielmehr zwischen unterschiedlichen Typen von Strichen, denen jeweils andere Funktionen zugewiesen sind. Ihr Einsatz ist dabei nicht immer Pflicht. Und so mancher Strich in einem Text wird trennend eingesetzt – wobei zu viel nicht immer gut ist. Doch welche Stricharten gibt es?

Der Bindestrich (-) als Verbinder…

Am häufigsten haben es Setzer deutscher Texte sicherlich mit dem Bindestrich zu tun, auch Divis oder Trennstrich genannt. Er koppelt – wie sein Name schon andeutet – zusammenhängende Wörter. Der Klassiker sind dabei Straßen- oder Gebäudenamen, bei denen wie bei Ortsnamen oft auch Ergänzungen eine Rolle spielen. Außerdem kommt der Bindestrich zwingend zum Einsatz, wenn einzelne Zahlen oder Buchstaben mit einem Wort gekoppelt werden, etwa bei Altersangaben.

Bindestrich-Beispiele bei

Kopplung:

  • Die Kinder besuchen das Geschwister-Scholl-Gymnasium.
  • Papa feuerte seine Fußballmannschaft im Fritz-Walter-Stadion an.

Ergänzung:

  • Die Kinder nahmen für Hin- und Rückweg den Bus.
  • Papa besuchte Heim- und Auswärtsspiele seines Vereins.

Buchstaben und Ziffern:

  • Der 13-Jährige konnte Mathe nicht leiden.
  • Das Tor in der letzten Minute war das i-Tüpfelchen eines spannenden Spiels.

Der Bindestrich verbindet also Worte miteinander. Eine Tücke der Typografie ist jedoch, dass dies nicht bei allen Bindestrichen der Fall ist. Einige sind optional und trennen zugleich. Nämlich dann, wenn Wörter gekoppelt werden, um den Lesefluss zu erleichtern oder Zusammensetzungen zu verdeutlichen. Selbst erfahrene Redakteure sind hier oft unsicher im richtigen Einsatz des Bindestrichs.

Bindestrich für den Lesefluss:

  • Das Kantinen-Essen war wenig abwechslungsreich.
  • Das ganze Stadion jubelte über das Zauber-Tor.
  • Ein Schifffahrtskapitän-Fehler war Ursache der Havarie.

…und Trenner

Für Setzer besonders anspruchsvoll wird der Bindestrich allerdings, wenn er für den Umbruch von Wörtern am Zeilenende eingesetzt wird – als Trennstrich. Typographisch ist es dasselbe Zeichen, trennt allerdings Silben und nicht ganze Wörter. Zwar übernehmen die meisten Textverarbeitungs- und Satzprogramme diese Funktion automatisch – aber auch die machen Fehler. Es lohnt sich daher, die Umbrüche noch einmal zu überprüfen und gegebenenfalls manuell zu setzen. Denn eine falsche Trennung kann dazu führen, dass aus der „Blumen-Topf-Erde“ die „Blumento-Pferde“ werden. Beim Lesen kommt man dann ins Stolpern. Das ist auch der Fall, wenn zu viele Trennungen hintereinander vorkommen. Als Faustregel gilt: Mehr als drei Worttrennungen hintereinander sollten in einem Text am Zeilenende nicht vorkommen. In InDesign lässt sich dies bei den Einstellungen der Silbentrennung unter „Max. Trennstriche“ festlegen.

Ein Divis lässt auch mal aus

Neben diesen Einsatzgebieten wird der Trennstrich auch für Auslassungen genutzt. Beim „Im- und Export“, den „Autofahrerinnen und -fahrern” oder der „Zu- und Abfuhr“ steht der Bindestrich am Anfang oder Ende des Wortes, zu dem es eine Ergänzung in einem anderen Wort des Satzes gibt. Steht der Bindestrich am Wortanfang, wird das Wort klein geschrieben.

In allen genannten Fällen gilt für den Bindestrich übrigens eine essentielle Faustregel: Er steht nie zwischen zwei Leerzeichen.

Der Gedankenstrich ( ) als Pause

Unter anderem dieser Fakt unterscheidet den Bindestrich vom Gedankenstrich. Der steht nämlich oftmals – aber nicht ausschließlich – zwischen Leerzeichen. Er ist stets länger als der Bindestrich und wird meist in trennender Funktion verwendet, etwa um einen Einschub oder eine Pause zu kennzeichnen. Allerdings ist das nicht die einzige Funktion des Gedankenstrichs: So verbindet er auch zusammengehörige Wortgruppen und wird auch bei Zeit- und Streckenangaben verwendet. Und vor allem für Setzer wichtig zu wissen ist, dass der Gedankenstrich auch als Ersatz für ein Minuszeichen und bei Preisangaben verwendet werden kann.

Der Gedankenstrich kommt zum Einsatz bei:

Einschub oder Denkpause

  • Natürlich – wie konnte es anders sein – hatten die Kinder vergessen, die Hausaufgaben zu machen.
  • Sie würde nach der Arbeit noch Zeit haben, ins Fitnessstudio zu gehen – dachte sie zumindest.

Wortgruppen

  • Der Tagesablauf der Kinder bestand aus Schule – Hausaufgaben – Freizeit.

Zeit-, Ort- und Streckenangaben

  • Von 8:45 – 9:30 Uhr stand Erdkunde auf dem Stundenplan.
  • Dreimal in der Woche fuhr sie die Bahnstrecke BerlinHamburg. Ihr Ziel war der Firmensitz in der Mönckenbergstraße 12-15.

Bei Zahlen

  • Bei –5 Gradcelsius traute sich keiner nach draußen.
  • Auf dem Preisschild stand 125,- Euro.

 

Der Geviertstrich (—) kam aus der Mode

Mit Binde- und Gedankenstrichen sind die am häufigsten verwendeten Stricharten in der deutschen Sprache bereits abgedeckt. Und doch verbleiben noch einige Exoten, wie der Geviertstrich. Er ist, wie der Name schon sagt, ein ganzes Geviert lang und wird besonders in der klassischen englischen Literatur, aber auch in der deutschen Sprache als Alternative zum Gedankenstrich eingesetzt. Heute ist er allerdings aus der Mode gekommen.

Der Unterstrich (_)

Im Gegensatz dazu wird der Unterstrich in der modernen Typographie immer beliebter und wichtiger. Er kommt ursprünglich aus der Programmiersprache und taucht in unserem immer digitaler ausgerichteten Zeitalter zunehmend in Texten auf – beispielsweise in Email-Adressen oder Dateistrukturen. Der Unterstrich ist aber auch ein Hilfsmittel für die gender-sensible Schreibweise. Entsprechend gesetzt, weist er auf die Missstände in der sprachlichen Gleichstellung von Mann und Frau hin.

Unterstriche kommen vor in:

der Technik

  • Seine Email-Adresse lautete max_mustermann@service.de

dem Gender-Gap

  • Mit ihren Kolleg_innen ging sie nach der Arbeit noch ins Restaurant.

 

 

 

Charlotte Erdmann

Unsere Autorin Charlotte Erdmann, Geschäftsführende Gesellschafterin bei Solokarpfen Publishing UG. ©viaprinto (Bild: Matthias Martin)

Vom richtigen Satz der Striche kommen wir in der nächsten Folge dieser Serie zum guten Aussehen von Tabellen.

 

 

Bereits erschienen:

Die Geschichte der Schrift.
Abstand halten, Raum geben: Größen und Laufweiten von Schriften.
Das Schriftzeichen, die kleinste Einheit der Typografie.
Blutsverwandtschaften: Von Schriftfamilien und -schnitten.
Die Einteilung von Schriften.
Plädoyer für eine bessere Leserlichkeit.
Buchstabensalat: Lesen und erkennen.
Gleichgewicht der Kräfte: Von Kontrast, Zeilen und Grauwerte.

 

 

5
Oktober
2016
Adblocker gegen Klimakiller

Wir bringen die Natur auf Ihre Seite(n).

Das Klima schützen, Regenwald bewahren, indigenen Völkern helfen – hehre Ziele scheinen oft zum Scheitern verurteilt: zu groß die Aufgabe, zu umfangreich die Verantwortung. Für viaprinto und seine Kunden ab sofort nicht mehr! Ab jetzt können Druckaufträge klimaneutral verarbeitet werden. Als Beleg erhält jeder Druckauftrag am Ende eine Urkunde mit eigener ID-Nummer, die die Kompensation der ausgestoßenen Treibhausgase ausweist.

ClimatePartner, ein Anbieter, der Unternehmen im Organisieren von Klimaschutzmaßnahmen hilft, unterstützt uns dabei, den Überblick zu behalten und den Ausgleich durchzuführen. Denn jeder Druckauftrag setzt in all seinen Abläufen eine Menge Treibhausgase frei. Über das Carbon-Management werden diese Ausstöße erfasst, berechnet und über die Unterstützung weltweiter Klimaschutzprojekte ausgeglichen. Und das mit nur einem Klick!

Mit jeder Bestellung helfen Sie und wir einer der letzten unberührten Landschaften unserer Erde:

©ClimatePartner

Unberührter Regenwald in Papua Neuguinea.
©ClimatePartner

dem Regenwald in Papua Neuguinea, nördlich von Australien. Dort kann noch heute der drittgrößte Urwald unseres Planeten in Ruhe gedeihen. Denn die örtlichen Kommunen führen gemeinsam das April Salumei Klimaschutzprojekt durch. Aus den Erlösen des Zertifikateverkaufs werden Investitionen in höhere Gesundheitsstandards, Bildungseinrichtungen und Arbeitsplätze überhaupt erst möglich.

Und wie hoch ist die Rechnung?

Ein einfaches Beispiel: 1.000 Flyer (DIN A6 hoch, 135 g/m² Bilderdruckpapier) mit der Bestell-Option CO2 –Ausgleich ergibt lediglich zwölf Cent mehr auf den Kaufpreis.

Wir finden: ein Angebot, dass Sie nicht ausschlagen können.

29
September
2016
Video-Tutorial

Rücken-Tattoo für Bücher.

Unser neues Feature Buchrücken beschriften haben wir Ihnen bereits in der vergangen Woche vorgestellt. In der Designer-Branche haben wir uns mal umgehört und wollten wissen, wie dort so ein praktisches Feature angewandt wird. Der Werbeagent (Mates & Rebels) David Neblik hat für uns ein Tutorial über unser neuestes Feature gedreht. Film ab:

Das Video läuft neben unserem Imagefilm auch in unserer Videothek.