28
Dezember
2018
Kundenstimmen

Das sagen unsere Kunden | Dezember 2018

„TOP – Bietet auch Overnight-Express an – funktioniert einwandfrei. Andere Druckereien haben hier kein Angebot für Express-Lieferungen, für kurzfristige Lieferungen innerhalb von 1-2 Tagen.“
26.12.

„Ich liebe viaprinto einfach. Punkt. Ich bestelle da immer – es ist einfach, total kundenorientiert und immer genau wie ich es möchte.“
20.12.

„Sehr guter Service. In dem „Online-Konfigurator“ konnte ich mir das Produkt sehr komfortabel zusammenstellen, eine Rückfrage wurde sehr zügig und konkret beantwortet. Gut sind auch die Musterdokumente für Indesign, Word etc. für die korrekte Formatierung. Die Lieferung erfolgte pünktlich und ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Immer wieder gerne.“
20.12.

„Freundlicher, kompetenter und schneller Kundenservice – sehr gute Qualität der Drucksachen. Lieferzeit genau wie angekündigt.“
17.12.

„Die Weihnachtskarten sind genauso wie ich sie mir vorgestellt habe Perfekt :-)“
13.12.

„Schneller gedruckt und somit 2 Tage früher eingetroffen als bei der Bestellung angegeben. Super Damit können die bestellten Drucke ohne Stress vor Weihnachten an ihre Empfänger verteilt werden. Die Qualität 1a Der Preis ebenso, und auch der Service. Der Clou: DPD-Tracking gab an, bis 14.29 h zu liefern. Waren Punkt 14.29 h da, & der Zusteller sehr hilfsbereit Was kann da noch verbessert werden?“
12.12.

„Trotz Weihnachten, super schnelle Lieferung. War positiv überrascht, von der Qualität des Drucks (A3 Foto Kalender). Auch der vorherige Check meiner Daten war sehr dienlich vielen Dank.“
11.12.

„Nach den ersten Aufträgen können wir sagen, dass wir hier bestens aufgehoben sind. Die Ware ist einwandfrei, das Produktangebot vielseitig – ebenso die Auswahl an Papiersorten, Veredelungen, Verarbeitungen, die Kundenbetreuung ist klasse – es ist immer jemand erreichbar und die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft ist bemerkenswert.“
10.12.

„Extrem schnell und in bester Qualität – wie auch schon in den vergangenen Jahren. Danke.“
08.12.

„Super Support, super Ware. Bin wie immer super zufrieden :-)“
06.12.

„Super Support und die Aufkleber sind in einer Weltklasse Qualität. Gerne kaufen wir für unseren Verein wieder bei euch ein. Macht weiter so…“
03.12.

20
Dezember
2018

Unser Projekt in Papua-Neuguinea

Im Nordwesten Papua-Neuguineas atmet die Welt. Entlang der Flussufer des April und der Salumei zieht sich Kilometer für Kilometer der wunderbar grüne, lebensspendende tropische Regenwald. Wer seine grünen Blätter sieht und das feuchte Klima erlebt, dem ist klar: dieses Stück Land ist ein Schatz. Ein Schatz, den es zu behüten gilt, der Abenteuer birgt und der die Zukunft maßgeblich beeinflusst.

April Salumei

Das Waldschutzprojekt April Salumei in Papua-Neuguinea, Bildquelle: ClimatePartner

Auf einem rund 600.000 Hektar großen Gelände, gelegen zwischen den beiden namengebenden Flüssen, liegt das Waldschutzprojekt April Salumei. 163 Familiengemeinschaften leben hier, die den Wald bereits seit Jahrhunderten nachhaltig nutzen und ihn zu ihrer Lebensgrundlage gemacht haben. Dank der Unterstützung aus dem Umweltschutzprojekt können sie dies auch weiterhin.

Für die Menschen

163 Familiengemeinschaften leben im Waldschutzgebiet. Bildquelle: ClimatePartner

Denn die über das Carbon-Management erhaltenen Gelder dienen nicht nur dazu den Wald zu erhalten und seinen Bestand zu schützen, sondern auch der Unterstützung der dort lebenden Bevölkerung. Es wird eine bessere Infrastruktur geschaffen, ein leichterer Zugang zu Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen, eine Grundlage gelegt für einen besseren Arbeitsmarkt und letztlich auch für eine modernere Energienutzung gesorgt. Erst im August dieses Jahres beispielsweise wurden in der Region 1.000 Solarleuchten in Haushalten, Schulen und Gesundheitszentren installiert – für eine Großzahl an Bewohnern das erste elektrische Licht überhaupt.

Für den Planeten

600.000 Hektar Tropenwald sind im Schutzgebiet untergebracht. Bildquelle: ClimatePartner

Papua-Neuguinea beheimatet den drittgrößten tropischen Primärregenwald der Welt, ganze 7 Prozent der globalen Biodiversität sind dort zu finden. Alleine 387 endemische Vogelarten, die man ausschließlich dort leben, finden hier ein Zuhause. Ganz zu schweigen von der Pflanzenwelt und den Wirbeltieren. Würde man ihren Lebensraum zerstören, hätten sie vermutlich keine Gelegenheit einer Anpassung und würden sterben.

Durch das Waldschutzprojekt in April Salumei wird jährlich eine CO2-Menge von rund 400.000 Tonnen ausgeglichen. Das entspricht etwa der Menge Kohlendioxid, die auf 180.000.000.000 Kilometern Zugfahrt anfällt – eine Strecke, die der 468.262-fachen Entfernung von Erde und Mond entspricht.

Noch bis zum 24.12.2018 werden im Rahmen der Klimaschutzwochen bei viaprinto alle über das Portal eingehenden Aufträge automatisch klimaneutral gedruckt. Und der besondere Vorteil: für Sie vollkommen ohne zusätzliche Kosten, denn wir übernehmen den Klimaausgleich für Sie!
Nutzen Sie die Gelegenheit: Sie bestellen – wir kümmern uns um den Rest!

viaprinto-wissen

Grafikprogramm-Dateiformate: Wie gut funktioniert der Austausch?

Wir hatten in unserer Serie „Datenformate“ bereits die wichtigsten Pixelformate, Vektorformate und Komprimierungsarten vorgestellt. In der heutigen Folge geht es um Grafikprogramm-Datenformate. Das sind jene Arbeits-Datenformate, die aus Programmen wie Adobe Illustrator, InDesign, Affinity Designer oder Corel Draw erzeugt werden. Wie relevant sind sie und wie gut funktioniert der Austausch zwischen ihnen?

Eine der größten Innovationen im Bereich des digitalen Grafik-Designs war die Einführung der Vektorgrafik. Als 1987 die Illustrationssoftware Adobe Illustrator erschien, machte sie sich die neuen Errungenschaften der Seitenbeschreibungssprache Adobe PostScript zunutze. Denn auf ihr basiert die Vektorgrafik.

Es gibt „native Speaker“, „natives Olivenöl“ und „native Einwohner“ – jedes mal bedeutet „nativ“ so etwas wie „ursprünglich“, „original“ oder „unverändert“. Unter einem nativen Dateiformat versteht man das interne Format eines bestimmten Programmes, das optimal auf die jeweilige Software abgestimmt ist. Sowohl auf ein Betriebssystem als auch auf ein Programm bezogen bedeutet „nativ“: alle Arbeitsdaten sind in einer „Urspungs“-Datei vorhanden. Das Gegenteil wäre eine „Emulation“, was eine softwaremässige Übersetzung meint, wodurch etwa ein Betriebssystem das Programm erst richtig verstehen kann. „Nativ“ bedeutet also vereinfacht ausgedrückt, dass das Datenformat die Originalsprache des Programmes und des Betriebssystems, auf dem das Programm läuft, spricht. Auch bei Programmen, mit denen Print-Designer arbeiten, geht es um eine Zweiteilung:

  • Die Originaldatei, die nicht an Kunden oder die Druckerei weitergereicht wird, enthält Dateien wie Ebenen, Effekte, Filter usw.
  • Die Belichtungsdatei wird von der Originaldatei erzeugt, in der z.B. Ebenen meist nicht mehr enthalten sind.

Arbeitsdatei oder Austauschdatei?

Man unterscheidet zwischen einer großen Arbeitsdatei und einer eher kleinen Ausgabe- oder Belichtungsdatei, meist im PDF-Format. Die eine kann viele Ebenen enthalten und Effekte, die alle noch veränderbar sind. Die Ausgabedatei hingegen ist um alles bereinigt, was nicht für die Belichtung gebraucht wird. So können auf mehreren Ebenen der Arbeitsdatei z.B. noch Elemente der ersten längst verworfenen Entwürfe liegen, die für die Belichtung nicht notwendig sind. Die Arbeitsdatei muss weiterhin bearbeitbar sein, z.B. für eine Nachauflage, während die Belichtungsdatei nicht mehr so einfach veränderbar sein sollte. Das heißt also zusammengefasst:

  • Natives Dateiformat = vollständige Editierbarkeit
  • Exportiertes Dateiformat = eingeschränkte Korrigierbarkeit

Komplexe Ebenendateien in Photoshop

Im Falle von Adobe Photoshops „PSD“-Dateiformat bedeutet das z.B., dass alle Gestaltungs-Elemente und Ebenen abgespeichert werden und nicht etwa auf eine Ebene reduziert sind. Es ist das Ausgangsformat, von dem aus andere Formate exportiert werden. Bei Photoshop gibt es neben Verläufen, Pfaden, Masken und Mischmodi auch Einstellungsebenen und Smartobjekts. Einstellungsebenen sind Ebenen, die z.B. ein auf einer anderen Ebene liegendes Bild etwa farblich verändern. Das Bild darunter bleibt als Ursprungsdatei also erhalten, Änderungen erfolgen nur auf der darüber liegenden Ebene. Auch das Smartobjekt ist eine nicht-destruktive Ebenenart, die verschiedene grafische Elemente oder mehrere Ebenen vereinigt.

Kompatibilität zwischen Programmversionen und Programmen

Es ist relativ einfach, Pixel-Datenformate in andere Pixel-Datenformate zu konvertieren, also z.B. ein PNG in ein TIFF. Es ist auch relativ einfach ein Vektorformat in ein anderes Vektorformat zu konvertieren, etwa ein SVG in ein AI-Format. Etwas anderes ist es, wenn man eine Datei in einer neuen Programmversion etwa von Photoshop erstellt hat und sie in einer älteren Programmversion öffnen möchte. Sofern in einer neuen Programmversion mit neuen Funktionen gestaltet wurde, wird die alte Programmversion die damit erzeugten Gestaltungsteile u.U. nicht darstellen können.
Über die Jahre ändern sich aber auch die Spezifikationen eines Formates wie PSD (natives Adobe-Photoshop-Format). Photoshop bietet dafür in seinen neueren Versionen an, die Datei in einem speziellen Kompatibilitätsmodus abzuspeichern, sodass sie in älteren Photoshop-Versionen geöffnet werden kann. Andere Bildverarbeitungsprogramme sind bemüht, kompatibel zu bleiben, um PSD-Photoshop-Dateien mit Ebenen zu öffnen und weiterbearbeiten zu können.

  • Affinity Photo: Der Import und Export solcher PSD-Dateien ist z.B. mit Affinity Photo möglich. Hier bleiben in der Regel auch alle Ebenen und Effekte für die Weiterbearbeitung erhalten. Affinity Photo kann übrigens auch Photoshop-Plug-Ins und -Pinsel verwenden, was die Kompatibilität erhöht.
  • Gimp kann PSD-Dateien exportieren, sodass eine Weiterbearbeitung in Photoshop möglich ist. Umgekehrt wird es aber schwierig: Gimp kann Photoshop-Dateien meist öffnen aber etwa Filter, Ebenenstile und Einstellungsebenen nicht lesen.
  • Adobe Illustrator bietet mit dem Speichern im AI-Vektor-Dateiformat eine Liste an, in welcher Illustrator-Version man die Datei speichern möchte. Aber auch hier gilt: Neue Programm-Funktionen führen beim Öffnen der Datei in einer alten Programmversion u.U. zu Fehlern bzw. fehlerhafter Darstellung. Alte Illustrator-Dateien hingegen in einer neuen Programmversion zu öffnen, ist meist kein Problem.

Oben: Adobe Illustrator-Dateien werden in der Regel im nativen AI-Format gespeichert. Nach diesem Fenster kommt ein weiterer Dialog, in dem man die Illustrator-Programm-Version festlegt:

Oben: (1.) Links im Bild ist die Dialogmaske zu sehen, in der ganz oben die Illustrator-Version auswählbar ist. Dabei handelt es sich hier um Illustrator CS6. (2.) Im mittleren Bild ist das Ausklappmenü mit den verschiedenen Versionen zu sehen. (3.) Rechts das Ausklappmenü von Illustrator CC. Bevor Illustrator nur noch über die Cloud zu bekommen war, war Illustrator CS6 das letzte auf Datenträger erhältliche Programmpaket.

Zwischen Programmen kann es zu Problemen kommen, wenn eine neue Programmversion erscheint. Denn dann muss sich ein Konkurrenz-Programm u.U. erst auf das neue Format des anderen einstellen. Da das Photoshop-PSD für pixelorientierte Ebenendateien der Standard ist, orientieren sich neue Programme wie Affinity Photo daran.

Ebenen in nativen Grafik-Datenformaten

Speziell das Abspeichern von Ebenen und die Anwendung bestimmter Filter und Funktionen darauf ist ein Kriterium für native Dateiformate. Man kann meist davon ausgehen, dass es Bestandteile der gesamten Entwurfsarbeit enthält. So können in der nativen Datei z.B. auch Elemente enthalten sein, die ausgeblendet wurden. Auch können auf einzelne Ebenen oder Elemente z.B. Filter angewendet werden, die alle noch gelöscht oder bearbeitet werden können. Ebenen können auch in anderen Formaten wie etwa dem TIFF-Format erhalten bleiben, sofern man beim Speichern diese Option ausgewählt hat.

Reduzieren von Mehr-Ebenen-Dateien auf eine Ebene

Der normale Weg digitalen Gestaltens ist es, einen Entwurf im Gestaltungsprogramm erst anzulegen und ihn dann immer weiter zu verfeinern. In der Regel arbeitet man mit verschiedenen Entwurfsversionen oder mit Ebenen, die man ein- und ausblenden kann. Für das Abspeichern einer Belichtungsdatei für den Vierfarb-Offsetdruck reduziert man die Ebenen später auf eine Endebene, auf der sich alle zu belichtenden Gestaltungselemente befinden. Die PSD-Arbeitsdatei in Photoshop mit den vielen Ebenen archiviert man. Vielleicht wird für die nächste Auflage der Broschüre der Schatten hinter der Schrift auf der entsprechenden Ebene korrigierend aufgehellt. Oder vielleicht hat man in InDesign auf jeder der vier angelegten Ebenen eine andere Sprachversion. Am Ende gibt man für den CMYK-Offsetdruck vier PDF-Dateien je zu belichtender Seite aus. Die Original-InDesign-Datei, die im Format INDD gespeichert ist, behält man – bis zur nächsten Auflage, wenn Textkorrekturen oder ganz neue Texte kommen.
Welche wesentlichen Programme im Alltag des Designers/der Designerin gibt es nun und inwiefern lassen sich native oder nicht-native Dateiformate mit anderen Programmen austauschen?

InDesign-Datenformate und das native Dateiformat „INDD“

Adobe InDesign ist ein Layout- und Satzprogramm meist für mehrseitige Projekte wie Broschüren, Zeitschriften oder Bücher. Ein Blick auf die InDesign-Formate zeigt die Vielfalt, die auf den Einsatzzwecken der spezialisierten Unter-Dateiformate beruht:

Herkömmliche InDesign-Formate:

  • INDD: Normales natives Dokumentenformat
  • INDT: Template als Vorlagendatei für weitere Projekte
  • INDB: Für Bücher

InDesign-Sammelformate:

  • INDL: Eine Containerdatei, die wie eine Bibliothek oder Zwischenablage Objekte oder Gruppen von Objekten speichert und abrufbar macht.
  • INDS: Ähnlich wie INDL, nur werden die Objekte ins Dateiverzeichnis gespeichert und können von dort importiert werden.

InDesign-Austauschformate:

  • INX/IDML: INX (=InDesign Interchange Dokument) ist das Austausch- und Reparaturformat der frühen InDesign-Versionen bis Version CS3. IDML (=InDesign Markup Language) ersetzte es ab Version CS4. Das aktuelle QuarkXPress kann IDML-Dateien öffnen.
  • XFL: Ein Austauschformat mit Adobe Flash
  • ICML, INCX, INCD: Austauschformate für verschiedene InDesign-Versionen in Zusammenarbeit mit dem Redaktionssystem InCopy.

Man sieht an dieser Auflistung, dass InDesign-Dokumente in Dateiformaten für sehr unterschiedliche Einsatzzwecke zur Verfügung gestellt werden. Das herkömmliche native Arbeitsformat ist aber „INDD“. Aus ihm kann man die anderen Formate abspeichern.
Importiert man in InDesign PSD-Dateien aus Photoshop, werden Pfade, Masken oder Alphakanäle erkannt. Sie sind nutzbar, um Fotomotive etwa figürlich freizustellen oder für die Konturenführung von Text um Fotomotive herum. Darüber hinaus kann InDesign QuarkXPress-Dateien per Plug-In von Markzware öffnen.

QuarkXPress und die nativen Dateiformate „QXP“ bzw. „QXD“

Wo Adobe eine breite Palette an Programmen für verschiedenste Einsatzzwecke vorhält, geht QuarkXPress einen anderen Weg. Das Programm vereinigt in sich eine Fülle an Funktionen und wird so zu einer mächtigen Anwendung, die im deutschsprachigen Raum aber viel Boden an den Konkurrenten InDesign verloren hat. Neben Printprojekten können auch Webseiten gestaltet oder E-Book-Formate exportiert werden. Außerdem verfügt QuarkXPress über Vektor-Zeichenfunktionen. Ein kurzer Überblick:

  • Native QuarkXPress-Objekte: QuarkXPress kann importierte Dateien in sogenannte „native QuarkXPress-Objekte“ umwandeln. Dabei werden verschiedenste Dateiformate in QuarkXPress-eigene Daten umgewandelt. Das gilt für so unterschiedliche Datenformate wie: InDesign, Illustrator, PDF, EPS, WMF, PowerPoint und Excel. Diese Formate können dann in X-Press weiter bearbeitet werden.
  • PDF: QuarkXPress kann PDF-Daten ohne Acrobat Destiller für den Offsetdruck exportieren: PDF/X-1a und PDF/X-3, die aktuellen X-Press-Programm-Versionen auch PDF/X-4. Außerdem speichert X-Press auch im Langzeit-Archivierungsformat PDF/A ab, das einige Spezifikationen erfüllen muss, z.B: Schriften und Bilder müssen eingebettet sein, Java-Script, Transparenzen oder LZW-Komprimierung werden nicht unterstützt.
  • PostScript: Außerdem können EPS-Files (Encapsulated PostScript) und PS-Dateien (PostScript) exportiert werden.
  • Eingebettete Pfade von EPS-, BMP-, JPEG- und PICT-Dateien kann Quark-X-Press lesen. Bei TIFF- und PSD-Dateien können zusätzlich die Alphakanäle gelesen werden. InDesign-Dokumente werden über das oben genannte IDML-Format importiert.

Das ursprüngliche native QuarkXPress-Format hieß QXD und stand für „QuarkXPress Document“-Format. Ab Version 6 wurde es in QXP (=„QuarkXPress Project“-Format) geändert. Neuere X-Press-Versionen können die Dateiversionen vor X-Press 9 nicht mehr lesen. Man benötigt dafür als Erweiterung den „Document Converter“.

Scribus und das native Datenformat „SLA“

Scribus ist eine unkommerzielle Software für Seitengestaltung wie Adobe InDesign oder QuarkXPress. Sein natives Datenformat „´“SLA“ ist ein XML-Format, was viel Flexibilität im Austausch mit anderen Datenformaten bringt. Das Programm hat vier Besonderheiten:

  • Offenheit: Für ein kostenloses Programm hat es einen großen Funktionsumfang und ist im Datenaustausch flexibel und offen.
  • Betriebssysteme: Es wird bereits seit 2001 entwickelt und läuft auf ungewöhnlich vielen Betriebssystemen.
  • Kompatibilität: Immer mehr Dateien anderer Layout- und Satz-Programme können in Scribus geöffnet werden, wie Apple Pages, VivaDesigner, QuarkXPress 3/4 und ZonerDraw Vector. Mittels des InDesign-Austauschformates IDML ist es möglich, in Scribus InDesign-Dokumente zu öffnen. Die Dateien sind editierbar, nicht immer wird aber alles so konvertiert, wie es sein sollte.
  • Spezialfunktionen: Hochwertiger Formelsatz und Notensatz sind unter Einbindung externer Anwendungen möglich.

Pixelgrafiken inklusive PSD können importiert werden, ebenso Vektorgrafikformate wie AI, EPS, PDF, PostScript, SVG oder WMF, die auch weiter bearbeitet werden können.
Auch der Export von PDF/X-1a, PDF/X-3 und PDF/X-4 wird unterstützt.

Adobe Photoshop und das native Dateiformat „PSD“

Ähnlich wie InDesign verfügt Photoshop über eine Reihe verschiedener Speicher- und Exportformate. Die Photoshop-eigenen Formate für verschiedene Verwendungszwecke sind:

  • PSD (Photoshop-Datei), als native Ebenendatei bis zu 2 GB Größe
  • PSB (Photoshop Big/Großes Dokumentformat), native Ebenendatei bis zu 4 GB
  • Photoshop RAW, Austauschformat für CMYK, RGB und Graustufen mit Alphakanälen sowie Lab-Bilder ohne Alphakanäle
  • Photoshop EPS, ein belichtungsfähiges Exportformat
  • Photoshop PDF, für kleinere Dateigrößen und als Austauschdatei
  • Photoshop DCS 1.0 (Desktop Color Separations), farbseparierte Auszugsdateien für CMYK plus ggf. Graustufen oder unseparierte 5. Farbe
  • Photoshop DCS 2.0, farbseparierte Auszugsdateien für Volltonfarben

Weitere Exportformate werden hier erläutert.
Auf welchen Wegen PSD-Dateien geöffnet werden können, steht hier.
Photoshop kann auch das native Format von Corel Photo-Paint, CPT, lesen. Umgekehrt liest Photopaint Photoshops PSD-Dateien.

Affinity Photo und das native Dateiformat „AFPHOTO“

Affinity ist dabei, eine eigene leistungsfähige Grafik-Software-Suite aufzubauen.

  • Affinity Photo macht als pixelorientiertes Programm Adobe Photoshop Konkurrenz.
  • Affinity Designer ist die vektororientierte Konkurrenz zu Adobe Illustrator.
  • Affinity Publisher soll als Layout- und Satzprogramm der Gegenpart zu Adobe InDesign werden.

Die Bildbearbeitung Affinity Photo öffnet, bearbeitet und schreibt PSD-Dateien. Alle drei Programme haben eigene native Formate, sind aber nach allen Seiten hin offen für den Daten-Import und -Export. Das native Datenformat des noch in der Entwicklung befindlichen Affinity Publisher ist „AFPUB“. Affinity Photo kann gängige Pixel-Dateiformate wie TIFF, PNG, JPG, SVG, EPS, EXR (ein HDR-Format), HDRI, RAW und PDF öffnen, bearbeiten und speichern.

Affinity Designer und das native Dateiformat „AFDESIGN“

Der Affinity Designer als vektor-orientiertes Programm unterstützt wie Adobe Illustrator PDF/X in CMYK. Er kann die Versionen PDF/X-1a, PDF/X-3 und PDF/X-4 öffnen und exportieren, außerdem eine große Zahl weiterer Vektor- und Pixelformate. Dazu gehören PSD- und PDF-Dateien, SVG, Adobe Illustrator AI-Dateien und selbst Adobe Freehand in den letzten drei Programm-Versionen 9 bis 11. Speziell bei der Version 10 hatte Freehand seinen größten Verbreitungsgrad.

Adobe Illustrator und das native Dateiformat „AI“

In der Adobe Illustrator Creative-Cloud-Version kann man folgende Vektor-Formate abspeichern und öffnen:

  • AI (Adobe Illustrator): Natives Format
  • PDF (Portable Document Format): Wenn die Illustrator-Datei im PDF-Dialog unter der Vorgabe „Illustrator-Standard“ abgespeichert wird, bleiben in dieser Datei die Daten der Illustrator-Datei erhalten. Die Datei kann später von Illustrator wie eine AI-Datei geöffnet werden.
  • EPS (Encapsulated PostScript/ Exportformat für den Datenaustausch)
  • AIT (Illustrator Template/Vorlagenformat)
  • SVG (Scalable Vector Graphics unkomprimiert/Vektorgrafik für das Web)
  • SVGZ (Scalable Vector Graphics komprimiert/ Vektorgrafik für das Web für kleinere Dateigrößen)
  • FXG (Flash Exchange Graphic) In Illustrator CS6 war noch das FXG für interaktive Inhalte enthalten, was inzwischen nicht mehr angeboten wird.

Hier sind weitere Informationen für das Abspeichern von Adobe-Illustrator-Dateien aufgeführt.

Oben: Ein Beispiel für unterschiedliche Datenformate in verschiedenen Programmversionen. Links sind die Vektorformate zu sehen, die man aus Adobe Illustrator abspeichern konnte. In Illustrator CS6 aus 2012 war noch das Dateiformat FXG (=Flash Exchange Graphic) enthalten, mit dem man interaktive Dateien für Adobe Flex abspeichern konnte. Im rechten Menü eines aktuellen Illustrator CC ist FXG weggefallen. Adobe selbst entwickelt Flex nicht mehr weiter.

Corel Draw und das native Dateiformat „CDR“ bzw. „CDT“

CorelDraw ist als Teil der CorelDraw Graphics Suite ein vektororientiertes Zeichenprogramm. Ähnlich wie Adobe Illustrator aber auf einem niedrigeren funktionalen Niveau kann man darin zeichnen, gestalten sowie Pixelbilder importieren und bearbeiten.

  • Das native Format ist CDR.
  • CDT (=Corel Draw Templates) ist eine Vorlagendateiart.

Mit dem Tool „libcdr“ können Inkscape, das Linux-Gestaltungsprogramm Scribus oder Libre-Office-Draw das CDR-Format öffnen. Aber auch bei CorelDraw spielen die jeweiligen Programm-Versionen eine große Rolle:

  • Adobe Illustrator öffnet komfortabel Versionen bis CorelDraw 10.
  • Die Versionen X4/X5 wiederum sind nur bis Version 7 rückwärtskompatibel.
  • Inkscape kommt gut mit den CorelDraw-Versionen V7 bis X3 zurecht.

Gimp Bildbearbeitung und das native Dateiformat „XCF“

Gimp ist das Kürzel für „GNU Image Manipulation Program“ – wobei „GNU“ der Name eines Betriebssystem ist. Das native Format der freien und kostenlosen Bildbearbeitung Gimp ist XCF (= Experimental Computing Facility). Darin enthalten sein können wie bei Photoshop Ebenen mit Pfaden, Text und weiteren Elementen. Gimp ist mit der Leistungsfähigkeit von Photoshop nicht vergleichbar, dafür ist es kostenlos nicht nur unter Windows und MacOS verfügbar sondern auch unter Linux. XCF ist kaum von anderen Programmen lesbar und sollte deshalb als internes Speicherformat nur für Gimp verstanden werden. Photoshop-PSD-Dateien kann Gimp öffnen, allerdings nicht immer zuverlässig. Dafür kann Gimp zahlreiche Formate speichern oder exportieren. Für das XCF-Format gibt es ein Online-Konvertier-Tool hin zu JPEG und PDF. SVG kann importiert und exportiert werden. Gimp kann seine Dateien in JPEG, PNG, BMG, TIFF und PSD exportieren.

Inkscape und das native Vektor-Dateiformat „SVG“

Das besondere an Inkscape: es ist eine leistungsfähige, freie und kostenlose Software, die auf den Plattformen MacOS, Windows und Linux läuft. Speziell unter Linux sind anwenderfreundliche und leistungsfähige Grafikprogramme selten. Das native Format des vektororientierten Zeichen-Programmes ist SVG, ein Web-Vektorformat, das per Code in Webseiten einfügbar ist.

Native Arbeitsformate:

SVG und SVGZ

Weitere Speicherformate u.a.:

  • PDF (Portable Document Format)
  • PS (Postscript)
  • EPS (Encapsulated Postscript)
  • EPSI (Encapsulated Postscript Interchange), während das normale EPS-File bei Platzierung nur einen Kasten zeigt, bildet das EPSI eine niedrig aufgelöste Voransicht zur Orientierung.
  • AI (Adobe Illustrator)
  • TEX (LaTeX), ein hochwertiges Satzprogramm für Formelsatz
  • PNG

Der Schwachpunkt von Inkscape ist der CMYK-Export. Dafür benötigt man eine Erweiterung wie „Export to PDF in CMYK“, die Vektor-PDFs speichern kann.

Geöffnet und importiert werden können:

  • Rastergrafik-Formate: JPG, PNG, GIF, TIF u.a.
  • PostScript-Formate: PDF (Portable Document Format, AI (Adobe Illustrator), CDR (CorelDRAW), VSD (Microsoft Visio Drawing), EPS (Encapsulated PostScript) und PS (PostScript) über das Plug-In Ghostscript

PDF-X-Datenformate: Standards für die Druckvorstufe

Für die Druckvorstufe, das heißt die Belichtung der Druckplatten, ist das PDF-X-Format der Standard. PDFs kann man aus allen maßgeblichen Programmen erzeugen. Für Nicht-Grafikprogramme sind manchmal Hilfstools notwendig. Office-Programme wie Textverarbeitungen ermöglichen in der Regel den Export einfacher PDF-Dateien, allerdings ohne dass man wichtige Voreinstellungen z.B. bezüglich Anschnitt oder Farbraum vornehmen könnte. Grundsätzlich kann man auch von herkömmlichen PDF-Dateien belichten, das „X“ steht aber für ein professionelleres Datenformat, das etwa CMYK als Farbstandard ausgewählt und bestimmte Voreinstellungen integriert, die die Datei Offsetdruckkompatibel macht. Wie unterscheiden sich die PDF-Formate voneinander?

  • PDF/X-1a: Ein Format, das sich auf den Einsatz für CMYK und Sonderfarben beschränkt.
  • PDF/X-3: Neben CMYK und Sonderfarben sind andere Farbräume wie RGB oder Lab möglich, die genauer in ICC-Farbprofilen definiert werden müssen. ICC kommt von „International Color Consortium“. Ein ICC-Profil ist eine Datei, die den Farbraum eines Eingabe- oder Ausgabegerätes definiert. Z.B. den einer Kamera, eines Scanners, eines Druckers oder einer Druckmaschine. Es wird benutzt, um die bestmögliche Farbwiedergabe zu gewährleisten.
  • PDF/X-4: Neben dem, was PDF/X-3 kann, können Graustufen, Transparenzen, OpenType-Fonts und andere Bildformate genutzt werden.
  • PDF/X-5: Für den Druckbereich weist das PDF/X-5-Format vor allem die Möglichkeit auf ICC-Profile für mehr als 4 Druckfarben anzulegen, sogenannte Mehrkanal-ICC-Profile.

FAZIT

Wirklich leistungsfähig sind Programme nicht nur durch die Anzahl ihrer Gestaltungswerkzeuge oder die Benutzerführung. Auch wie flexibel und gleichzeitig robust sie mit anderen Datenformaten umgehen können, spielt eine Rolle. Die nativen Grafikprogramm-Formate bedürfen oft eines zweiten Blickes bezüglich all ihrer Möglichkeiten. Zu bedenken ist auch, dass ein Abspeichern im falschen Format, Datenbestände reduzieren und damit den Originalzustand zerstören kann.
Im Print-Grafik-Design haben sich drei große Datei-Standards etabliert:

  • PSD: Für die Bildbearbeitung von Pixeldaten PSD von Adobe Photoshop.
  • AI/SVG: Für die Vektorgrafik AI und SVG, wobei Adobe Illustrator sowohl von der freien Software Inkscape als auch von der kommerziellen Konkurrenz Affinity Designer Konkurrenz bekommen hat.
  • PDF: Als Austauschformat ist PDF/X ein unangefochtener Standard. In vergangenen Tagen war das EPS das wichtigste Austauschformat zwischen Designer und Druckerei. Obwohl EPS im Zusammenspiel mit der Druckvorstufe eine zunehmend kleinere Rolle spielt, ist es immer noch ein wichtiges Format im Austausch zwischen vektororientierten Programmen und Programmversionen unterschiedlicher Betriebssysteme.

Im Bereich Layout- und Satzsoftware für das Desktop-Publishing ist Adobe InDesign in Deutschland führend. Dies liegt auch an seiner Integration in die Adobe Creative-Cloud-Suite vor allem im Zusammenspiel mit Photoshop und Illustrator. Allerdings sind starke Konkurrenten vorhanden:

  • Scribus als kostenlose Software für alle Betriebssysteme inkl. Linux
  • QuarkXPress als professionelle Anwendung und mächtiges Werkzeug
  • Affinity Publisher als kommende Konkurrenz zum günstigen Preis

Für Sie zusammengefasst als Infografik:
Dateiformate im Grafikprogramm

Ralf Wasselowski

Unser Gastautor: Ralf Wasselowski. Er betreibt die Agentur Conceptbüro in Essen und ist ein Kenner der Design-, Grafik- und Werbebranche. ©Ralf Wasselowski

Bisher in der Reihe „Datenformate“ erschienen:
Von Pixel- und Bitmap-Bildern
Klein aber oho – Bild-Komprimierung und -Qualität
Vektor-Dateien für Illustrationen, Icons und Piktogramme

viaprinto experts

Junge Köpfe mit Blick fürs Detail: Thorben Mittrowann und Leo Lüsebrink

Thorben Mittrowann | Entwickler-Azubi

In der reinen Logik fühlt sich der 21-Jährige am wohlsten. Deswegen ist er als Auszubildender zum Fachinformatiker in einem der beiden viaprinto-Softwareentwicklerteams genau richtig aufgehoben. „Wenn etwas in der Informatik falsch ist, kann man herausfinden, weshalb es falsch ist. Das ist bei vielen anderen Berufszweigen nicht so einfach zu sagen.“
Seine Leidenschaft fürs Technische und Entwickeln lebte Thorben bereits in seinem Praktikum als Mann für Infrastruktur und technische Wartung an der Royal Grammar School im britischen Clitheroe aus. In der technischen Einführung neuer Produkte auf dem viaprinto-Portal oder im Mitaufbau des Seitenstylings kann der gebürtige Osnabrücker seine Stärken in analytischem Denken und kniffligen Situationen unter Beweis stellen. Mit Biss, großer Lust und hoch motiviert, sich mit komplexen Themen zu befassen, ist er schon jetzt gefragter Experte, der gerne in Sachen Onpage-Optimierung zu Rate gezogen wurde.

Bei viaprinto seit: 2017
Bisherige Spielfelder: Student an der WWU Münster
Geburtsort: Osnabrück
Spezialität: Pixelgenaues Styling, responsives Verhalten, Testing und Bugfinding
Position: Auszubildender
Wichtigste Erfolge: Installation einer Umfrage auf der Bestellbestätigungsseite

Junge Köpfe mit Blick fürs Detail – bei viaprinto und bei den WWU Baskets.

Leo Carlo Lüsebrink | Guard

Leo Lüsebrink ist mit 16 Jahren der Jüngste im aktuellen Kader – damit aber keineswegs der Unerfahrenste. Im letzten Jahr hat er sich mit seiner herausragenden Leistung eine Einladung zum Nominierungslehrgang für die U16-Nationalmannschaft verdient. Mit einem Platz im Kader ist es leider nichts geworden, dafür gibt Leo jetzt in der zweiten Bundesliga Vollgas.
„Leo ist ein intelligenter Spieler mit herausragenden Fähigkeiten und kluger Selbsteinschätzung und gesunder Bodenständigkeit“, wusste der letztjährige Nachwuchsleistungssportkoordinator der Baskets, Frank Müller, schon im letzten Jahr. Seine exzellenten Distanzwürfe und sein Auge auf den Mitspieler helfen ihm selbst in kniffligen Situationen den Überblick zu behalten.

Bei den WWU Baskets seit: 2016
Bisherige Vereine: WWU Baskets
Geburtsort: Münster
Spezialität: Exzellente Distanzwürfe, sein Auge für den Mitspieler
Position: Point Guard – Flügelspieler
Wichtigste Erfolge: Einladung zum Nominierungslehrgang des DBB
viaprinto-Wissen

Vektordateien für Illustrationen, Icons und Piktogramme

Das Vektordatenformat kann im Print-Design einiges vereinfachen. Nachdem wir in Teil 1 unserer Reihe über die Pixel-Datenformate informiert und in Teil 2 das Thema Komprimierung behandelt haben, geht es nun um das auflösungsunabhängige Vektor-Datenformat. Was unterscheidet Vektoren von Pixeln? Wie ist es möglich, dass es praktisch unendlich skalierbar ist? Und wie erreicht es in der Reinzeichnung höchste darstellerische Perfektion?

Eine der größten Innovationen im Bereich des digitalen Grafik-Designs war die Einführung der Vektorgrafik. Als 1987 die Illustrationssoftware Adobe Illustrator erschien, machte sie sich die neuen Errungenschaften der Seitenbeschreibungssprache Adobe PostScript zunutze. Denn auf ihr basiert die Vektorgrafik.

Oben: Links eine typische Vektorgrafik. In der Mitte sieht man, dass sie aus Pfaden mit Aktivierungspunkten besteht. Rechts die Vektorgrafik im Umrissmodus.

Was ist das Besondere an Vektorgrafiken?

Für die Darstellung von Bildern gibt es zwei grundsätzliche Konzepte: Die Auflösung eines Motives in Bildpunkte und die Beschreibung eines einfacheren Motives durch algorithmisch definierte Konturen.

  • Pixelgrafik: Das Raster-Bild wird in Form der Pixel aus Bildpunkten zusammengesetzt. Das hat jedoch den Nachteil, dass bei zu starker Skalierung eines solchen Bildes die Bildpunkte eine sichtbare Treppchenstruktur bilden – die Bildqualität nimmt ab. Die Raster- oder Pixelgrafik ist in ihrer Vergrößerbark eit begrenzt, da ihre Auflösung in Relation zu ihrer Größe steht.
  • Vektorgrafik: Die Vektorgrafik wird demgegenüber durch eine Außenkontur beschrieben, die durch Kontrollpunkte (Eck- oder Kurvenpunkte) modelliert wird. Eine Vektorgrafik kann etwa ein Dreieck mit drei Eckpunkten sein, ein Quadrat oder Rechteck mit vier Eckpunkten oder ein Kreis mit vier Kurvenpunkten. Auch eine freie Form mit hunderten Punkten ist möglich. Komplexere Motive ergeben sich, indem man zahlreiche solcher Flächen auch versehen mit Verläufen oder Transparenzen übereinander legt. Eckpunkte und Kurvenpunkte können in einer Kontur gemischt sein. So ist es möglich, mit Kurven und Linien jede Form illustrativ zu gestalten. Die Position jedes Punktes ist durch nummerische Koordinaten definiert, somit existiert keine Auflösung in Pixeln. Die Vektorgrafik kann daher verlustfrei auf jede beliebige Größe vergrößert oder verkleinert werden und bleibt immer konturenscharf.

Was sind Bézierkurven?

Die Kurven in Vektorgrafiken werden „Bézierkurven“ nach ihrem Entwickler Pierre Bézier genannt. Die Erfinder dieser Kurvenmodulation, Pierre Bézier, der bei Renault arbeitete, und Paul de Casteljau von Citroen entwickelten ihre Algorithmen zur Erstellung von Freiformkurven für CAD-Anwendungen (Computer-Aided Design) im Automobilbau. Eine Vektorgrafik ist letztlich ein algorithmisch angelegte Illustration, weil die Modulationsregeln der Steuerpunkte algorithmisch-mathematischen Gesetzen gehorchen.

Pixel und Vektoren: Vor- und Nachteile

Während die Pixelgrafik ihre Stärken bei Fotos ausspielt oder bei detailreichen Illustrationen, wurde die Vektorgrafik zunächst eher illustrativ-flächig genutzt. Inzwischen haben neue Technologien es aber ermöglicht, dass auch Vektorgrafik immer realistischer wirken kann. Die Flächen der Vektor-Formen können mit Farben, Verläufen und Mustern gefüllt werden, Vektorflächen können aber auch wie Pinselstriche wirken. Die Konturen können in ihrer Stärke und Farbe ebenfalls frei gestaltet werden oder ganz wegfallen. Es ist z.B. möglich, gestrichelte Konturen anzuwenden oder Linien Verzierungen oder wie gemalt wirkende Rahmen zuzuweisen. Selbst Transparenzen können für Flächen oder Linien zur Anwendung kommen. Die Vektorkontur kann außerdem als Maske z.B. für ein Foto verwendet werden.

Vorteile der Vektorgrafik:

  • Auflösungsunabhängigkeit: Der Grafikdesigner muss sich beim Gestalten keine Gedanken darüber machen, ob die Auflösung des Bildes ausreicht.
  • Einfacher Workflow: Da das Vektor-Motiv ohne Qualitätsverlust stufenlos skalierbar ist, kann es für unterschiedliche Formatadaptionen genutzt werden.
  • Kleine Dateigrößen: Deshalb können die Daten schnell verschickt werden. Allerdings nimmt der Bedarf an Speicherplatz zu, je komplexer die Grafik wird, das heißt, je mehr Flächen, Pfade und Punkte vorhanden sind.
  • Technische Perfektion durch glatte Konturen.
  • Umfassende Veränderbarkeit durch nachträglich editierbare Punkte.
  • Eigene Ästhetik: Abstraktion und Einfachheit z.B. im Flat-Design.

Nachteile der Vektorgrafik:

  • Flächigkeit: Der Schwerpunkt liegt vor allem in der flächigen Darstellung, nicht bei den Details. Fotos können nicht mit 16,8 Millionen Farben vektorisiert werden.
  • Zu glatt: Vektorgrafiken sehen zum Teil zu steril und wenig lebendig aus, weil sie zu perfekt sind.
  • Lernkurve: Es ist am Anfang nicht ganz einfach, komplexe Illustrationen, die aus Kurven bestehen, zu zeichnen oder zu konstruieren. Man muss ein Gefühl für die Kurvenanfasser bekommen, um harmonische Pfade und Kurven ohne ungewollte Ausbuchtungen zu modellieren.

Oben: Ein Schriftzug, dessen Zeichen zum Teil in Vektorpfade umgewandelt wurden.

Vektorgrafik: Wo im Medien-Design wird mit Konturen gearbeitet?

Bei der Vektorgrafik kommen Außenkonturen mit Kontrollpunkten zur Anwendung. Man findet durch Modulationspunkte geformte Konturen auch in anderen Bereichen:

  • Fonttechnologien: Postscript-, OpenType- und TrueType-Schriften basieren auf Outlines. Der Buchstabe wird durch seine Kontur und die darauf liegenden Punkte durch Koordinaten definiert. Deshalb wandelt man in Vektorprogrammen vor der PDF-Erzeugung für die Belichtung alle Schriften in sogenannte „Zeichenwege“ oder Pfade um. Das verhindert Belichtungsfehler durch fehlende Schriften.
  • Folienschriften und Klebebuchstaben für die Display- und Außenwerbung werden anhand ihrer Konturen von Schneideplottern aus den Klebefolien geschnitten. Dazu werden Schriften in Outlines umgewandelt.
  • Bildbearbeitung: Auch aus pixelorientierten Bildbearbeitungs-Programmen wie Photoshop oder Gimp lassen sich Kurven als Vektor speichern oder exportieren – ebenso wie in einer Animationssoftware wie Adobe After Effects.
  • Print-Vektorformate: „WMF“ (Windows Meta File) unter Windows ist ein Vektorformat, ebenso wie die PostScript-Formate „EPS“, „PS“ und „AI“ (Adobe Illustrator).
  • CAD-Vektorformat: Ein gängiges CAD-Vektorformat für technische Zeichnungen ist das Drawing Interchange Format (DXF).
  • Web-Vektorformate: Das SVG-Vektorformat lässt sich als Programmier-Code in eine Webseitenprogrammierung integrieren. SVGZ ist eine komprimierte Version davon. CSS als Webseiten-„Formatvorlage“ für das äußere Erscheinungsbild von Webseiten bietet die Möglichkeit, konturendefinierte Grafiken einzubinden und zu bearbeiten. SWF (Adobe Flash, ebenfalls ein Vektor-Format) ist der Standard für animierte Vektorinhalte auch im Web gewesen.

Oben: Links ein vektorisierter Buchstabe mit aktivierten Kontrollpunkten. Rechts wurden die Anfasser der Punkte verändert. Ergebnis: die Kurven werden anders moduliert.

Vektorgrafik und PDF-Datenformat

Das PDF-Format als Nachfolger der EPS-Datei ist im Printdesign der Standard für eine Belichtungsdatei. Theoretisch kann eine ungeprüfte PDF-Datei zwei Haupt-Fehlerquellen enthalten: Fehlende oder nicht belichtbare Schriften und zu niedrig aufgelöstes Bildmaterial. Wird eine PDF-X-Datei verwendet, würde die bei der Erzeugung eine Warnmeldung ausgeben. Arbeitet man ausschließlich mit Vektordaten, hat man diese Probleme nicht. Schriften wandelt man vor der PDF-Dateierzeugung in Konturen und damit in Vektoren um. Und Vektorgrafiken als Bildmaterial können keine auflösungsbedingten Probleme verursachen.

Woher kommt der Begriff „Vektorgrafik“?

Vektoren werden in der Physik oder mathematischen Geometrie verwendet und bezeichnen Größen, die eine Richtung haben und durch (Pfeil-)Linien dargestellt werden. Tatsächlich hat der Begriff der „Vektor“-Grafik aber einen etwas anderen Hintergrund. Er hängt damit zusammen, dass bis zu Anfang des Desktop Publishings sogenannte „Vektor-Bildschirme“ zum Einsatz kamen. Diese projizierten die dargestellten Bilder per Kathodenstrahl auf den Bildschirm. Diese Linien waren die Vektoren: Lichtstrahlen, die eine Richtung hin zum Bildschirm hatten. Der Begriff wurde also der damaligen Bildschirm-Darstellungstechnologie entlehnt.

Oben: Links eine eingescannte Tuschzeichnung als Pixeldatei. In der Mitte sieht man die in Adobe Illustrator vektorisierte Zeichnung im Umrissmodus des Programmes. Rechts sind alle durch die Vektorisierung gesetzten Punkte zu sehen.

Oben: Links ist die vergrößerte Original-Pixelzeichnung der Hand des Männchens zu sehen. In der Mitte die geglättete Vektorisierung mit wenig Punkten. Rechts die detaillierte Vektorisierung mit vielen Punkten, die dem Original nahe kommt.

Welche Programme erzeugen Vektor-Dateien?

Es gibt vergleichsweise viele Programme für die Bearbeitung von Pixelbildern aber wenige zum Zeichnen von Vektorgrafiken. Und davon bieten nur wenige einen professionellen Funktionsumfang. Zu illustrieren ist gegenüber dem Fotografieren eine spezialisierte Tätigkeit und das „Vektorillustrieren“ ist noch spezialisierter. Das hat sich dadurch etwas mehr angeglichen, dass das „World Wide Web Consortium“ (=W3C) einen Vektorgrafik-Standard festgelegt hat: „SVG“ (=Scalable Vector Graphics/Skalierbare Vektorgrafik) heisst diese Web-Spezifikation für das Einbinden statischer oder animierter Vektorgrafik auf Webseiten. Gerade im Web sind die geringe Dateigrößen der Vektorillustrationen gekoppelt mit ihrer verlustfreien Darstellung ein beträchtlicher Vorteil. Die Vektorgrafik-Programme lassen sich in vier Bereiche aufteilen:

  • Einsteiger-Programme mit geringem Funktionsumfang, die nicht für ambitionierte Projekte und den Offset-Drucksachenbereich geeignet sind. Anwendungen wie „LibreOffice Draw“ oder „OpenOffice Draw“ sind eher für technische Zeichnungen, Präsentationen oder die Bebilderung von selbst ausgedruckten Handouts geeignet.
  • Unix-Programme: Programme, die aus der Unix-Welt kommen, haben oft ein wenig benutzerfreundliches User Interface. Sie haben aber den Vorteil betriebssystem-übergreifend verfügbar zu sein und sind in der Regel kostenlos erhältlich. Dort, wo sie lange entwickelt wurden, ergeben sich mitunter markttaugliche Softwarepakete wie z.B. „Inkscape“. Auch „Gimp“, die pixelorientierte Bildverarbeitung, ist ein Positivbeispiel. Gimp kann SVG-Vektordateien erzeugen und lesen. Weitere unixbasierte Vektor-Programme sind z.B. „sk1“, „Xara Xtreme LX“ (nicht zu verwechseln mit der kommerziellen Variante Xara Designer Pro X), „Xfig“ und „Sodipodi“.
  • Semiprofessionelle Programme: Unterhalb der bewährten kommerziellen Programme, gibt es Vektorprogramme, die zwischen dem Einsteiger- und Profibereich zu verorten sind. Manche bieten keine effiziente Benutzerführung, sind nicht zu Ende entwickelt bzw. werden nicht weiterentwickelt oder laufen nicht stabil genug – und sind durch diese Einschränkungen deshalb für den Profialltag kaum geeignet.
  • Profi-Programme mit einem großen Funktionsumfang. Adobe hatte sich mit dem Adobe Illustrator eine Alleinstellung in diesem Marktsegment verschafft, aber inzwischen Konkurrenz durch den Affinity Designer bekommen. Illustrator ist teuer und ressourcenhungrig, läuft aber bei genügend Arbeitsspeicher stabil und hat im Laufe der Jahre seine Funktionen weiter verfeinert. Der Affinity Designer setzt mit günstigen Preisen bei großem Funktionsumfang dagegen. Dazu gehört auch eine moderne, neu programmierte Suite, zu der noch der „Affinity Publisher“ (für Mehrseitengestaltung) und „Affinity Photo“ (Bildbearbeitung) gehören.

Adobe Illustrator: Der Vektorgrafik-Pionier

Für Adobes Illustrator spricht ein Höchstmaß an Kompatibilität und die Ausgabe qualitativ hochwertiger PDF-Dateien für den Offset-Druck. Er läuft unter MacOS, Windows und als Mobilversion als Adobe Illustrator Draw unter Android und Apples iOS. Als Marktführer bietet das Programm eine kaum überschaubare Fülle an Funktionen. Aber nicht immer sind es die großen Errungenschaften, die die Arbeit des Designers erleichtern. Ein paar Beispiele auch für kleine Illustrator-Funktionen aus den letzten 10 Jahren:

  • Mehrseitige Dokumente: Konnte der alte Adobe Illustrator nur einseitige Dokumente erzeugen, sind seit 2008 mehrere Zeichenflächen möglich, die auch zusammen exportiert werden können, etwa für mehrseitige PDF-Dokumente.
  • Bildnachzeichner: Illustrator hat schon seit langer Zeit ein integriertes Tool zum Vektorisieren von Bitmap-Grafiken. Das heißt: ein Pixelbild wird in ein Vektorbild umgewandelt. Der Bildnachzeichner ist im Laufe der Jahre qualitativ immer weiter verbessert worden und intuitiver als früher zu bedienen. Über die Anwahl verschiedener Optionen, kann man das Ergebnis für seine Einsatzzwecke entweder hin zu mehr Vereinfachung oder zu mehr Realismus optimieren.
  • Interaktive Ecken: Runde Ecken hat man traditionell über die Eingabe von Eckradien oder als Vorgabeoptionen eingestellt. Die Funktion „Interaktive Ecken“ weist jeder Ecke in einer geometrischen Form einen Anfasser zu, mit dem man schnell alle Ecken zusammen oder jede Ecke einzeln verändern kann, einfach, indem man daran zieht.
  • Konturbreiten-Werkzeug: Mit dem Breitenwerkzeug können einer Linie verschiedene Breiten zugewiesen werden, damit sie dynamisch und natürlich wirkt. Es können eigene Breitenprofile angelegt werden und es gibt eine nummerische Kontrolle.
  • Vektor-Borstenpinsel: Längst ist realistisches Malen bei den Vektorprogrammen angekommen. Wobei der große Vorteil ist, dass in vektororientierten Zeichenprogrammen wie dem Adobe Illustrator, jeder einzelne Pinselstrich komfortabel editierbar ist. Vektorstriche, die wie traditionelle Maltechniken wirken, lassen sich vergrößern und der Borstenpinsel selbst lässt sich bis ins letzte Detail verändern: die Dichte der Borsten, ihre Steifheit und Form, Länge und Breite lassen sich haarklein definieren, bis das gewünschte Ergebnis erreicht ist.
  • Freihandverläufe: Der Freihandverlauf funktioniert ähnlich wie das Farbverlaufsgitter, nur noch einfacher. Hier ist es möglich, auf einer Fläche freie Verlaufspunkte zu setzen, was Multi-Farbverläufe ermöglicht.
  • Verläufe in Konturen: Verläufe in Objekten sind eine Selbstverständlichkeit. Aber auch Konturen können Verläufe enthalten. Ein neues Verlaufsbedienfeld reguliert, ob der Verlauf sich an der Länge oder der Breite der Kontur orientiert und wo genau er sitzen soll.
  • Transparente Verläufe: Verläufe waren in den Anfangstagen des digitalen Publizierens eine aufsehenerregende Funktion, weil es in der analogen vorherigen Design-Welt aufwendig war, Verläufe zu erzeugen. Später waren Transparenzen ein Wunderwerk. Beides kombiniert ermöglicht heute nuancenreiche, fein abgestimmte Designs.
  • Globale Bearbeitung: Mit diesem Tool kann man Zeichenflächen-übergreifend verwandte Objekte mittels eines einzigen Befehls ändern. Das spart Zeit.
  • Zuschnittansicht: Um einen Entwurf beurteilen zu können, kann man alles, was außerhalb des Endformates oder neben der Zeichenfläche liegt, ausblenden und in Originalgröße betrachten. Eine kleine Sache, die nun auf Tastendruck möglich ist.
  • Formgitter-Werkzeug: Damit lassen sich Illustrationen ganz oder zum Teil verformen. Man platziert an jenen Stellen, die sich nicht verändern sollen, Fixierpunkte, sogenannte „Pins“. Inzwischen analysiert „Sensei“, die Künstliche Intelligenz von Adobe, das Bildmaterial und schlägt Positionen für die Pins vor.

Wenn man Programme miteinander vergleicht, kommt es auf die Details an. Ein Programm, dass Jahrzehnte auf dem Markt ist, leidet meist an einer Überfrachtung an Funktionen, die für manche Anwender eine Überforderung darstellen – andererseits bieten Programme wie „Illustrator“ oder „Inkscape“ für immer mehr Aufgabenstellungen eine Lösung.

Oben: Links das Originalfoto, rechts die Vektorisierung mit 80 Farben, maximal sind 256 möglich. Das Foto wurde dabei in farbige Vektorflächen umgewandelt.

Oben: Hier sieht man, wieviel Vektorflächen für die Fotoumwandlung mit 80 Farben angelegt werden.

Oben: Hier sieht man, wieviel Vektorflächen für die Fotoumwandlung mit 256 Farben angelegt werden.

Affinity Designer: Ein neuer Konkurrent für Adobe Illustrator

Adobe hat sein Geschäftsmodell zwischen 2011-2013 hin zum Abo-Modell geändert, was manchem freiberuflich oder hobbymäßig tätigen Designer zu teuer ist. Wohl auch deshalb hat Adobe Konkurrenz vom günstigen „Affinity Designer“ bekommen, der für einen vergleichsweise günstigen Preis nur einmalig zu bezahlen anstatt zu abonnieren ist. Dabei bietet das Programm einen ähnlichen Funktionsumfang und auch den Export und Umgang mit Vektor-Datenformaten, das sind:

  • PDF/X: Hochwertiger Grafikstandard für den Austausch von Belichtungsdateien mit Druckereien. Im PDF können Vektordaten enthalten sein.
  • SVG: Standard für Vektorgrafik im Web.
  • EPS: Das nicht mehr aktuelle einseitige EPS-Format (=Encapsulated Postscript) ist ein Exportformat, das sich belichten lässt und alle Bestandteile einer Seite inklusive Schriften enthält. Das EPS kann in der Regel von Vektorgrafik-Programmen geöffnet werden. Abgelöst als Austauschformat wurde es aber durch PDF. Dennoch ist im Zweifelsfall EPS immer noch das Austauschformat zwischen unterschiedlichen Programmen und Betriebssystemen, das auch unter Unix funktioniert.

Der Affinity-Designer enthält auch Spezial-Funktionen wie Transparenzverläufe und hat eine eigene Version für Apples iPad (mit Stifteingabe) herausgebracht. Illustrator-Dateien lassen sich im Affinity-Designer öffnen. Will man umgekehrt Affinity-Designer-Dateien in Illustrator weiterbearbeiten, bietet sich PDF als Austauschformat an. Auch Dateien im PSD-/Photoshop-Format mit Ebenen lassen sich speichern und in Photoshop wieder öffnen. Affinity Designer und Adobe Illustrator verfügen über einen ähnlichen Funktionsumfang. Sie unterscheiden sich in der Art und Weise wie komfortabel mit Verläufen oder Transparenzen umgegangen wird, oder etwa wie man Text und Elemente an Kurven ausrichten kann. Auch das Look & Feel der Kurvenmanipulation ist für den Mediendesigner eine Angelegenheit persönlicher Vorlieben. Mit der iPad-Version des Affinity Designers kann man frei und drucksensitiv per Stift und Finger zeichnen.

Inkscape: kostenlos und leistungsstark

2003 erschien Inkscape als freie Software und läuft schwerpunktmäßig unter Windows, Linux und einigen anderen Unix-Systemen – unterstützt wird auch MacOS X. Das Programm hat sich in den letzten Jahren zunehmend professionalisiert und bietet interessante Funktionen. Sein natives Dateiformat ist das Vektorformat „SVG“. Neben dem Leistungsumfang ist für ein Vektordaten-Programm wichtig, nach allen Seiten hin offen zu sein. Dies geschieht durch Import- und Exportmöglichkeiten. Große Softwarepakete wie Adobe Illustrator sind auch deshalb so erfolgreich geworden, weil sie durch ihre Datenkompatibilität für fast alle Einsatzzwecke geeignet sind. Inkscape kann SVG, AI, PDF, die gängigen Pixeldatenformate, aber auch CDR (=Corel Draw) öffnen sowie PDF, PS (PostScript) und EPS exportieren. Die Dateikompatibilität wird zum Teil durch Extensions sichergestellt. Inkscape bietet einen großen Funktionsumfang und unterstützt als Spezialität zum Beispiel photorealistische Gitterverläufe.

Gravit Designer für alle Plattformen und online

Eine leistungsfähige Anwendung für jede Plattform: Neben der Web-App stehen Versionen für MacOS X, Windows, Linux und Chrome OS zur Verfügung, darüber hinaus auch Versionen für Tablets. Allerdings ist der Funktionsumfang des kostenlosen Gravit Designers eingeschränkt, so ist z.B. nur der PDF-Export mit 72 dpi möglich, was die kostenpflichtige Pro-Version erforderlich macht, die mit 300 dpi exportieren kann. Für die ist eine jährliche Gebühr zu entrichten. Die Besonderheit beim Gravit-Designer ist seine Cloudanbindung: Daten und Dateiversionen werden dort gespeichert.

Xara Designer Pro X für Windows

Xara Designer Pro X existiert seit 1992 und bietet einen beachtlichen Funktionsumfang zwischen Print und Web, kann Mehrseitengestaltung wie auch Vektor-Illustration. Das Programm bietet aktuelle typografische Finessen wie Open-Type-Ligaturen und unterstützt eine große Zahl an Datenformaten. Es verfügt über einen PDF-Editor und kann Adobe-Illustrator, Corel-Draw- und Photoshop-Dateien öffnen.

CorelDraw, das Windows-Zeichenprogramm

Das Programm „Corel Draw“ ist als Vektor-Zeichenprogramm mit langer Historie seit 1989 Teil der „Corel Draw Graphic Suite“ für Windows. Vorherige Versionen gab es auch für MacOS und Linux. Da Corel Draw aus der Windowswelt kam und Profis anfänglich mit Apple Macintosh arbeiteten, wurde Corel Draw weniger professionell verwendet, bietet aber einen großen Leistungsumfang und stellt einer Alternative zu Adobes „Creative Cloud“ dar. Das eigene CDR-Datenformat kann mit dem Konvertierungstool „libcdr“ von Programmen wie Inkscape, Scribus oder sk1 geöffnet werden. CorelDraw gilt jedoch je nach Version als nicht immer stabil.

Autodesk Graphic, der Nachfolger von iDraw

Ein kleines, günstiges Programm mit großem Leistungsumfang für MacOS X (vormals hieß es „iDraw“). Es ist gerade für Einsteiger einfach zu bedienen und mit Spezialfunktionen für das Webdesign ausgestattet. Zusätzlich gibt eine eigene Version für Apples iPad unter iOS.

Vectr, das Tool für Zusammenarbeit

Vectr ähnelt dem Gravit Designer. Verfügbar ist es als Webanwendung, für MacOS, Windows und das Chromebook. Außerdem gibt es eine Erweiterung für das Blogsystem „Wordpress“, in dem man dann Grafiken erstellen kann. Die Synchronisierung von Dateien erfolgt über die Cloud. Es gibt zwei Besonderheiten: Mit Vectr können zum einen mehrere Personen an Dateien über das Web arbeiten. Zum anderen erhält jede platzierte Grafik eine URL-Adresse, wodurch sich das Element automatisch im Layout ändert, wenn man die Originaldatei modifiziert.

Freehand, der ehemalige Illustrator-Konkurrent

Einige Zeit hatte sich Adobe Illustrator ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Macromedia Freehand geliefert. Schließlich hatte Adobe Macromedia aufgekauft und Freehand mit der MX/11-Version eingestellt. Die Bedienung von Adobe Illustrator war in seinen Anfängen weniger intuitiv und wirkte in ihrer Exaktheit eher wie ein Tool für technische Zeichner, auch wenn schon bei Erscheinen freie Illustratoren von seinen Möglichkeiten fasziniert waren. Freehand war intuitiver und hatte schnell eine treue Fangemeinde. Da die Freehand-Dateien ein eigenes Datenformat hatten, war es später schwierig, sie weiterzuverwenden, sofern sie nicht vorher als EPS-File (=Encapsulated Postscript File) abgespeichert worden waren. Allerdings ließen sich Dateien im Freehandformat noch bis Illustrator CS 5 per Doppelklick öffnen. Obwohl die Weiterentwicklung von Freehand 2007 eingestellt wurde, wird es weiter vertrieben. Es läuft aber nur bis MacOS 10.5 und nicht auf Intelprozessoren. Dennoch findet man das leistungsfähige Programm (Freehand 10+11) immer noch auf alten MacOS- oder Windows-Systemen.

OpenOffice Draw: Für die Bürokommunikation

Das kostenlose Programm als Teil der OpenOffice-Suite mit automatischen Vermaßungen eignet sich gerade für Anfänger gut für technische Zeichnungen und enthält Clipart und die gängigen Werkzeuge für das Zeichnen von Formen und Kurven, ist aber für professionelle Grafik-Designer nicht geeignet. Es ist für die drei Plattformen Windows, Mac OS X und Linux verfügbar.

Vektorgrafik in den Layoutprogrammen Scribus und InDesign

Übrigens lassen sich Vektorgrafiken auch mit Adobe InDesign erstellen, wenn auch nicht mit einem so differenzierten Funktionsumfang wie beim Adobe Illustrator. Ähnliches gilt für das DTP-Programm Scribus, das SVG- oder EPS-Dateien importieren kann. Scribus kommt aus der Unixwelt und läuft deshalb auch unter so exotischen Betriebssystemen wie OS/2 (altes IBM-System), eCS (Betriebssystem-Weiterentwicklung von IBMs OS/2) und Haiku (Weiterentwicklung der Betriebssysteme BeOS und OpenBeOS), sowie unter Linux, MacOS und Windows.

Für Sie zusammengefasst als Infografik:
Vektor-Dateiformat für Illustrationen und Icons

Ralf Wasselowski

Unser Gastautor: Ralf Wasselowski. Er betreibt die Agentur Conceptbüro in Essen und ist ein Kenner der Design-, Grafik- und Werbebranche. ©Ralf Wasselowski