3
Juli
2018
viaprinto-Wissen

Die 10 wichtigsten Tipps für die Vierfarbgestaltung.

Farbe spielt eine große Rolle, wenn es um visuelle Betonung, um gestalterische Dramatik und um Ordnungsprinzipien im Design geht. Denn Farbe wird schneller wahrgenommen als selbst Bildinformationen oder Überschriften. Welche Rolle spielt sie bei der Arbeit des Mediengestalters im Designprozess? Wir bringen 10 Tipps, was man beim Farbkonzept beachten sollte.

In der öffentlichen Wahrnehmung entwickeln Mediendesigner Ideen. Tatsächlich ist Design aber nicht nur kreative Formgebung sondern hat auch ordnende Funktion. Ob beim Flyer- oder Broschürenlayout, beim Katalog oder der Werbeanzeige: immer geht es darum, die Wahrnehmung des Betrachters zu leiten, seinen Blick zu führen, ihn vom Bild zur Überschrift und von der Überschrift zum Mengentext zu bringen. Die Arbeit des Mediendesigners hilft dem Leser, sich in der Drucksache schnell zurechtzufinden. Zur Orientierung werden visuelle Schwerpunkte gesetzt und es kommen Farben zum Einsatz, die Inhalte voneinander abgrenzen.

Lichtfarben im Farbkreis wie man sie am Bildschirm sieht.

 

Tipp 1: Farbeinsatz – Alleinstellungsmerkmale schaffen
In den Anfängen der Druckproduktion, wie man sie heute kennt, gab es vor allem Einfarb-Druckmaschinen. Dabei wurde meist nur mit der Farbe Schwarz gedruckt. Eine weitere Sonderfarbe setzte einen visuellen Akzente. So konnten Überschriften betont oder tektonische Elemente wie Linien oder Flächen herausgestellt werden. In einer Drucksache richtig eingesetzt, kann Farbe die inhaltliche Dramaturgie formen sowie atmosphärisch und ordnend wirken.

Heutzutage ist der Standard allerdings nicht mehr die Einfarbigkeit sondern der Vierfarbdruck. Aufgrund der Vierfarbigkeit als Standard denkt der Designer mitunter zu wenig darüber nach, ob der Einsatz von weniger Farbe besser wäre. Es gibt Vorteile der Farbwirkung, die auf der Hand liegen, etwa

  • dass Farbfotos realistischer wirken als Schwarzweißfotos und
  • dass durch Farbe Inhalte betont werden können.

Zum Teil wird Aufmerksamkeit erzeugt, indem man Gestaltungstrends mitmacht. Zum anderen, indem man Erscheinungsbilder entwickelt, die konträr zu Zeitströmungen stehen. In Zeiten, in denen viele exzessiv mit Farbe arbeiten, kann es wieder originell sein, einfarbig oder zweifarbig zu gestalten. Oder Bilder farbreduziert einzusetzen, zugleich aber mehr mit Sonderfarben zu arbeiten.

Der Farbring besteht aus den Farben erster und zweiter Ordnung. Dabei liegen die
Komplementärfarben jeweils einander gegenüber.

 

Tipp 2: Farbbewusstsein – die durchdachte Farbe
Designer arbeiten viel aus dem Bauch heraus. Denn Gestaltung ist eine Gefühlssache. Wer mit Farbe etwas bewirken will, muss mit ihr jedoch auch bewusst umgehen. Fragen, die sich stellen und die der Grafik-Entwurf beantworten muss, sind zum Beispiel:

  • Will man punktuell Akzente setzen oder eine Flächigkeit nutzen?
  • Sollen tektonische Elemente des Entwurfes betont werden?
  • Sollen Überschriften, Bildunterschriften oder Zwischenüberschriften farblich hervorgehoben werden?
  • Gibt es andere Möglichkeiten für den Einsatz einer Sonderfarbe, zum Beispiel im illustrativen Bereich?

Den Farbeinsatz zu durchdenken, macht aus Farbe ein Instrument, das die Entwurfsarbeit aufwertet. Das könnte aber auch bedeuten, Farbe weitgehend wegzulassen. In den Bereichen „Mode“, „Einrichtung“, im Gesundheitswesen oder in Kunstkatalogen wird bewusst mit weißen Freiflächen gearbeitet, auf denen sich das Auge ausruhen kann.

 

Tipp 3: Farbwahl – welche Farbe hat welche Bedeutung?
Man kann viel darüber lesen, welche Bedeutung einzelne Farben haben. Allerdings kann die Farbbedeutung je nach Geschmack unterschiedlich ausfallen. Die drei Primärfarben und die drei Sekundärfarben aus dem Farbkreis haben in der visuellen Kommunikation den größten Verbreitungsgrad:

  • Gelb, Orange und Rot sind warme Farben.
  • Blau, Violett und Grün sind kalte Farben.

Die drei Primärfarben im Druck, Cyan (C), Magenta (M) und Gelb (Y = Yellow), sind die Grundfarben, aus denen sich alle anderen mischen lassen. Als vierte Druckfarbe kommt Schwarz (K, für englisch „Key“ = „Schlüssel“ für die Kontrastwirkung und Tiefe der Farbe) hinzu. Als beliebteste Farben in der Unternehmenskommunikation gelten Blau, Rot und Grün. Nicht zufällig sind dies Farben, die die ursprüngliche Lebens- und Erfahrungswelt des Menschen seit jeher ausmachen:

  • Grün ist die Farbe der floralen Natur und wirkt emotionaler als Blau.
  • Blau findet sich in Meer und Himmel, wirkt kühl und transportiert darin eine gewisse Zurückhaltung.
  • Rot hat als Farbe des Blutes eine starke natürliche Signalwirkung.

Klickt man in Adobe Photoshop auf eine Farbbibliothek, erscheint der Dialog, ob die Farben dieser Bibliothek zu der Farbfeldübersicht hinzugefügt werden sollen. Dabei können sie entweder bestehende Farbfelder ersetzen oder ergänzen.

 

Tipp 4: Farbstandards – Farbgesetze und Farbsysteme nutzen
Standards erleichtern die Arbeit des Designers vielerorts. Eine Erleichterung kann es sein, die Farbgesetze zu kennen, weil sie Zusammenhänge zwischen Farben zeigen. Rot und Grün bilden zum Beispiel einen Komplementärkontrast. Der findet seinen Ausgangspunkt im menschlichen Sehen. Denn unsere Art, Farben wahrzunehmen, führt dazu, dass beim Betrachten von Rot gleichzeitig eine visuelle Affinität zu Grün als ergänzender Farbe entsteht.

Wer sich mit Farbsystemen auskennt, weiß, wo Schwachstellen in der Farbwirkung liegen können. So ist der RGB-Farbraum, der für die Bildschirmdarstellung maßgeblich ist, viel größer als der CMYK-Farbraum, der für die Drucksachenproduktion maßgeblich ist. Das hat zwei Folgen:

  • Zum einen unterscheidet sich die Farbwirkung am Bildschirm von der des fertigen Druckergebnisses. Unterschiede kann man durch eine Monitorkalibrierung verringern.
  • Einzelne problematische Farben in Bildern werden durch die Konvertierung der RGB-Daten zu CMYK anders dargestellt. Das liegt daran, dass der kleinere CMYK-Farbraum sie nur unzureichend in sein Farbschema „übersetzen“ kann.

Links eine Übersicht der Farbbibliotheken in Adobe Photoshop. Rechts daneben Farbfelder und LAB-Regler. Unten rechts: In Photoshop CS6 war das Tool „Kuler“ integriert. Im neuen Photoshop heißt es inzwischen „Adobe Color-Themen“. Die Funktion ist aber grundsätzlich die gleiche.

Tipp 5: Farbsoftware – die Welt der Farben am Bildschirm
Welche Farben man für sein Design auswählt, ist nicht immer einfach. Wo aber früher Farbmusterbücher gewälzt werden mussten, helfen heute Farbbibliotheken etwa in Photoshop, um eine Vorauswahl zu treffen. HKS- und Pantone-Farbbibliotheken oder Farbwähler für RGB, CMYK, LAB und andere stehen zur Verfügung. Die Farben der jeweiligen Farbbibliothek lassen sich in der Farbfeldübersicht in Photoshop darstellen und es können eigene Farbfelder angelegt werden. Diese kann man später auch in neue Dokumente importieren.

Mit der Webanwendung „Colordrop“ erstellt man Farbkombinationen und kann sie abspeichern.

Tipp 6: Farbreduktion – Konzentration auf das Wesentliche
Ein typischer Anfängerfehler im Design ist es, zu viele Möglichkeiten auf einmal auszuschöpfen. Das Tückische daran: Geblendet von der Vielfalt, kann man schnell den roten Faden des Designentwurfs aus den Augen verlieren. Das gilt auch für die Farbgestaltung. Der erfahrene Designer konzentriert seine Aufmerksamkeit auf wenige neuralgische Punkte, die das Unverwechselbare schaffen. Eine zu farbbetonte, kunterbunte Gestaltung wirkt unübersichtlich und oft billig. Das Gegenteil von Farbchaos ist Ökonomie des Farbeinsatzes bzw. die Reduktion der Mittel für eine prägnante Farbwirkung.

Das ehemalige Webtool „Kuler“ heißt als Webanwendung „Adobe Color CC“.

Tipp 7: Farbkombinationen – von der Hausfarbe zur Farbfamilie
Heutzutage geht es nicht einfach nur um einzelne Hausfarben sondern immer öfter um die Kombination mehrerer Farben zu einem stimmigen Farbkanon. Nicht eine Hausfarbe alleine ist das Ziel sondern die Kreation einer ganzen Farbwelt. Das wird durch Tools, die Farbkombinationen abspeichern, erleichtert. Inzwischen tauschen Designer ihre Farbkombinationen online aus und kommentieren sie. Adobe hat das Web-Tool „Kuler“ in Photoshop integriert. Man findet es unter dem „Fenster“-Menü unter „Erweiterungen als „Adobe Color-Themen“. Hier kann man Farben zueinander in Beziehung setzen.

Die Palette „Adobe Color-Themen“ in Photoshop. Links die fertigen Farbkombinationen. In der Mitte und rechts der Farbauswahlkreis, mit dem man Farben auswählt.

Tipp 8: Farbwirkung – nachhaltig oder kurzfristig wahrnehmen?
Die Konsumgesellschaft erzeugt mehr und mehr Informationen. Gesteigert wurde diese informationelle Überfrachtung durch das Internet und interaktive Kommunikationsformen wie Social Media. Dabei ist die Haltbarkeit auch gestalteter Informationen zunehmend kürzer geworden. Oft wird in der Werbung mit extrem dramatisierter oder provokanter Kommunikation gearbeitet. Aha-Erlebnisse oder Schockwirkungen nutzen die Aufmerksamkeit aber schnell wieder ab. Manches, das so kurzfristig hohe Aufmerksamkeitswerte erzielt, ist ebenso schnell wieder passé. Dieser Abnutzungseffekt der Wahrnehmung ist auch bei der Farbwirkung zu berücksichtigen. Farben laden dazu ein, mit starken Signalen zu arbeiten. Zu bedenken ist abhängig von der Branche und der angesprochenen Zielgruppe aber, wie nachhaltig eine Farbgestaltung ist.

  • Wird sie gerne ein zweites und drittes Mal betrachtet und gelesen?
  • Oder reicht es, wenn sie kurzfristig ihre Ziele erreicht?

Jede Farbwirkung steht im Dienst der Botschaft, die vermittelt werden soll. Ob Farbeinsatz und Ziele deckungsgleich sind, ist immer wieder neu zu überprüfen.

So konnte man in der Vergangenheit Farbkombinationen ermitteln: Englische Farbmusterbücher aus den 1980er-Jahren, erschienen im Verlag „Angus & Robertson Publishers“.

Tipp 9: Farbfotos – zurückhaltend oder ins Auge springend?
Immer wieder hört man: „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.“ In der gedruckten Kommunikation bedeutet das, dass Bilder schneller wahrgenommen werden als Texte. Bilder funktionieren wie Türen zu vertiefenden Informationen. Deshalb sind Bildsprache und Bildanmutung gut zu überdenken und prägend für das visuelle Erscheinungsbild.

Fotos können schwarzweiß oder vierfarbig abgebildet werden, im Zweifarbdruck in Duotone, das aus Schwarz und einer Sonderfarbe zusammengesetzt ist. Auch eine veränderte Farbsättigung verändert die Bildwirkung – sie kann dezent wirken oder knallig.

 

Tipp: 10: Farbdefinition – wie stellt man den durchgängigen Workflow sicher?
Farbe ist nicht gleich Farbe. Die Farbe am Bildschirm, die Farbe, die aus dem eigenen Drucker kommt, die Farbe zwischen verschiedenen Programmen und die Farbe in der fertigen Drucksache – sie alle können unterschiedlich wirken. Wer eine durchgängige Farbwirkung wünscht, muss angefangen bei Kamera oder Scanner, über Bildschirm und Drucker jedes einzelne Gerät über Farbprofile kalibrieren. So erhält man eine Durchgängigkeit in der Farbwirkung. Dies stellt im Workflow sicher, dass die Farbe, die man in jedem Schritt sieht, dem Endergebnis nahe kommt.

Darüber hinaus sollte die Konvertierung ambitionierter Fotografie von RGB zu CMYK nach Möglichkeit durch einen Fachmann erfolgen. Zumindest aber in Absprache mit der Druckerei. Auch erfolgt das Abspeichern in eine hochwertige PDF-Belichtungsdatei über Druckprofile, die die Druckerei zur Verfügung stellt. Hier wird mit berücksichtigt, wie welche Farbe auf welchem Papier wirkt.

 

Ralf Wasselowski

Unser Gastautor: Ralf Wasselowski. Er betreibt die Agentur Conceptbüro in Essen und ist ein Kenner der Design-, Grafik- und Werbebranche. ©Ralf Wasselowski

29
Juni
2018
Kundenstimmen

Das sagen unsere Kunden | Juni 2018.

Super schnelle Lieferung. Qualität Top, Preis super… Kundenservice überdurchschnittlich.“
18.6.

 

Hervorragende Homepage, schnelle Lieferung. Und als ich eine Frage hatte, war der Kundenservice sofort zu erreichen und konnte fachkundig helfen. Klasse.“
17.6.

 

Egal, was ich bisher bei Viaprinto bestellt habe: immer top Qualität, immer top Lieferung und der Preis passt auch.
13.6.

 

Wie immer super pünktlich und qualitativ Top. Ich bestelle meine Seminarunterlagen nur noch hier.
12.6.

 

Lief alles reibungslos und sehr schnell. Werden zukünftige Aufträge wieder hier platzieren. Vielen Dank.“
11.6.

 

Einfacher Bestellablauf, sehr gute Druckqualität zu vernünftigen Preisen.
10.6.

 

Ich habe meine Abschlussarbeit bei Viaprinto drucken lassen und bin mehr als zufrieden, die Ware war sauber und schnell zugeliefert und das noch zu einem angemessenen Preis. Auch die Ansicht des Produktes beim Hochladen ist super gelöst. Gerne wieder 🙂
9.6.

 

„Einfache Konfiguration, gute Qualität und schnelle Lieferung (1 Tag vor angegebenen Liefertermin).“
4.6.

 

Der Bestellprozess ist anfangs etwas hakelig. Bei der zweiten Bestellung aber schon Routine. Man bekommt eine sehr gute Vorschau auf das Produkt und kann eigentlich nichts falsch machen. Die Ware ist schnell da und von bester Qualität.
4.6.

 

Immer wieder die gleiche sehr gute Qualität und schnelle Lieferung.“
2.6.

 

28
Juni
2018
viaprinto-Wissen

Gut geschützt mit Laminierung.

Wenn Papier mit einer Folie vollständig eingeschlossen wird, spricht man von Einsiegelung oder Laminierung. In der Druckveredelung wird sie vor allem als Schutz eingesetzt.

Papier laminieren kann inzwischen beinahe jeder. Die Geräte sind nicht teuer, die Folien kosten wenige Cent. Mit Hitze und Druck verbinden sich Folie und Papier. Ein wirkungsvoller Schutz entsteht.

Auch in der Druckveredelung kommt Laminierung (oder Einsiegelung genannt) zum Einsatz. Wie mit den günstigen Bürogeräten umschließen dabei – anders als bei der Kaschierung oder dem Folientransfer – zwei Folien den Bedruckstoff so, dass er vor Verschmutzung und Feuchtigkeit geschützt wird. Und genauso wie im Büro läuft das Verfahren ab: Mithilfe von Druck und Wärme zwischen 60°C und 120°C verbinden sich Printprodukt und Folie vollflächig und unumkehrbar. Dabei kommen meist Polyesterfolien zum Einsatz.

 

Variationsmöglichkeiten

Doch anders als im Büro gibt es in der Postproduktion einer Druckerei mehr Möglichkeiten für die Einsiegelung. Zwar gilt auch hier: Je dicker die Folien (bis zu 250 µm), desto stabiler und biegesteifer ist der Verbund aus Papier und Folie. Und je dünner (ab 25 µm) die Folie, umso flexibler und rollbarer bleibt das veredelte Produkt. Allerdings stehen in der Druckerei zum einen größere Maximalflächen zur Verfügung und zum anderen unterschiedliche Oberflächen: matt, glänzend oder mit Struktur. Je nachdem, welche Wirkung man erzielen möchte, kann die Folie variiert werden. Glänzende Folien verstärken die Farben, matte machen das Druckbild lesbarer und die Farben schwächer, strukturierte hingegen sorgen für den nötigen Pepp.

 

Einschränkungen

Das alles lässt sich allerdings nur mit Papier bis 350 g/m² realisieren, da ansonsten die Folien nicht mehr fest genug miteinander verbunden werden können. Das entspricht einer Papierstärke von weniger als 0,4 mm. Gestrichenes und damit möglichst glattes Papier eignet zur Laminierung besser als ungestrichenes, da die Folien die Struktur des Papiers durch die Druck- und Hitzeeinwirkung übernehmen. Wer besonders kreativ mit Laminierungen arbeiten möchte, kann sich die Struktur aber auch zu Eigen machen und versuchen, einen stark strukturierten Bedruckstoff und dessen Zeichnung auf der Folie zu übernehmen. Durch solch kreative Experimente kann jedoch die Lesbarkeit der gedruckten und zu laminierdenden Texte leiden. Testlaminierungen sind deshalb bei dieser Vorgehensweise dringend angeraten.

 

Nachbearbeitung für ein besonderes Aussehen

Ist der Verbund zwischen Folie und Papier erfolgt, kann der umlaufende Rand weiter bearbeitet werden. Der Rand wird als umlaufender Folienrand oder transparenter Abheftrand umgesetzt. Die Ecken lassen sich runden oder bleiben spitz. Die Kontur kann gestanzt werden oder es werden Löcher, Ösen oder Etiketten ein- und angebracht. Das Endprodukt lässt sich zudem – insbesondere bei stabilen Laminierungen –verformen, wodurch ein neues Format für die Karte oder den Kalender geschaffen wird. All das trägt zum Gesamtbild des laminierten Druckprodukts bei.

 

Einsatzgebiete

Letztendlich aber bleibt es, was es ist: Ein besonders gut gegen Verschmutzung, Feuchtigkeit und Abrieb geschützter Druck, der aufgrund seiner Eigenschaften sogar den Hygieneanforderungen der Gastronomie, der Pharmazie und der Medizin entspricht. Deshalb findet man die Einsiegelung vorwiegend bei Schildern, Anhängern, Displays und Aufstellern, Landkarten, Kalendern oder Speisekarten. Eben allem, was vielen äußeren Einflüssen wie Getränken oder Flüssigkeiten ausgesetzt ist, oft genutzt wird und deshalb besonders gut geschützt werden muss.

Charlotte Erdmann (Bild: Matthias Martin)

Für die Wissensreihe konnten wir die Autorin Charlotte Erdmann gewinnen. Sie hat bereits einige andere Reihen für unseren Blog verfasst. (Bild: Matthias Martin)

 

 

Das war der letzte veredelte Streich unserer Serie über Veredelungen. Ab dem 30. August 2018 betrachten wir das Thema noch einmal. Nur dann kommen die Infos direkt aus der Praxis. Experten werden in Interviews und Gesprächen über ihre Arbeit mit Veredelungen berichten.

 

 

In dieser Reihe bisher erschienen:

Veredelungstechnik Lackierung.
Veredelungstechnik Soft-Touch-Lackierung: Ein Hauch von Samt.
Mit Folenkaschierung schützen und glänzen.
Fühlen, Sehen, Erleben: Prägefoliendruck.
Kaltfolientransfer: Metalleffekte geklebt und nicht geprägt.
Eine alte Kunst: Blindprägung.

21
Juni
2018
viaprinto-Wissen

10 Tipps für Professionalität im Design.

Ein Erfolgsfaktor im Mediendesign ist „Professionalität“. Das heißt: Inwieweit ist der Gestalter in der Lage, die Prozesse zu beherrschen, die mit der Auftragsvergabe durch den Kunden einhergehen? Dazu gehört neben der Designqualität der Umgang und die Kommunikation mit dem Kunden. Aber auch die Steuerung der dazugehörigen Abläufe, die Art der Entwurfspräsentation und viel Transparenz sind dafür wichtig. Was macht Professionalität im Design aus und was gilt es dabei zu beachten?

Mediendesigner arbeiten kreativ, entwickeln Stilistiken und Formensprachen mit Wiedererkennungswert. Im Alltag geht es aber auch um Umsetzungsstärke. Dabei muss man  Fragen beantworten wie zum Beispiel:

  • Wie sind robuste Strukturen zu etablieren, um mehrere Projekte gleichzeitig fehlerfrei produzieren zu können?
  • Wie vermittelt man dem Kunden das Gefühl, dass er in guten Händen ist?

Aber es gibt noch andere Grundlagen für professionelles Arbeiten:

Voraussetzungen für professionelles Arbeiten im Design

Verbindlichkeit und Verlässlichkeit: Wenn man den Kunden langfristig binden will, muss man halten, was man verspricht. Man darf also keine unrealistischen Erwartungen erzeugen. Gute Verkäufer versprechen das Blaue vom Himmel. Wenn man dieses Blau tatsächlich liefern kann, ist das gut, wenn nicht, sollte man auf dem Teppich bleiben.

Proaktives Handeln: Was ist für den Kunden wichtig und was braucht er für seinen Erfolg? Manchmal braucht er etwas ganz schnell, manchmal pocht er auf höchste Qualität. Jeder Designer muss darüber hinaus wissen, was ihn selbst auszeichnet und inwiefern er sich von seiner Konkurrenz abhebt: Wer unverwechselbar gestaltet, kann es sich erlauben, mehr Zeit zu brauchen. Wer nicht durch Designqualität überzeugt, sammelt Pluspunkte durch Schnelligkeit, niedrige Kosten oder Abwicklungsstärke.

Darüber hinaus gehören zum Entwurfsprozess, zum Präsentieren der Entwürfe und zur Abwicklung der Arbeitsabläufe 10 Bereiche, die es auszugestalten gilt. Wer all dies beherrscht, bietet nicht nur gutes Design sondern überzeugt durch Professionalität.

Die Arbeit des Designers vollzieht sich klassischerweise im Spannungsfeld zwischen Qualität, Preiswürdigkeit und Schnelligkeit. Wichtig ist, für sich festzulegen, wo der eigene Schwerpunkt liegt. ©Conceptbüro

Die 10 Erfolgsfaktoren für professionelles Design

1. Briefing: Der Kunde, das unbekannte Wesen
Ein Briefing legt einen schriftlichen Rahmen aus Bedingungen und Zielen für einen Designauftrag fest. Wer an einem Pitch (=Designpräsentation im Wettbewerb mit anderen Designern) teilnimmt, weiß, dass Briefings dafür manchmal umfangreich und wortgewaltig ausfallen. Dennoch bilden sie nicht in jedem Fall alles Entscheidende ab. Daher kann man einen Pitch gewinnen, obwohl man anderes präsentiert hat, als das Briefing das verlangt hat. Und zwar immer dann, wenn der Rahmen zu eng gesteckt ist. Hier zahlt sich Kreativität aus, die Ergebnisse hervorbringt, mit denen der Kunde nicht gerechnet hat. Die Einschätzung, wann ein Briefing eingehalten werden muss und wann nicht, ist mit ein Gradmesser für die Professionalität des Designers. Trotzdem bleibt das Nichteinhalten der Briefingvorgaben immer ein Risiko. Davon abgesehen sind Briefings hilfreich, weil sie dem Design einen Rahmen geben.

Fazit: Professionelles Gestalten heißt, sich vor dem Entwurf mit den kommunikativen Zielen des Auftraggebers auseinanderzusetzen. Manchmal geht es darum, neue Wege zu beschreiten.

 

2. Positionierung: Welchen Nutzen bietet mein Auftraggeber seinen Kunden?
Die Positionierung im Marketing gibt an, was man an unverwechselbarem Nutzen im Verhältnis zur Konkurrenz bietet. Was also ist das Besondere am Produkt oder der Dienstleistung des Auftraggebers und wie kann man dies über die Gestaltung herausarbeiten? Hier geht es um die Grafik-Design-Anmutung, die Bildsprache, allgemein um das Wecken von Neugier und das Erzeugen von Aufmerksamkeit bei der Zielgruppe. Es geht also insgesamt darum, wie das Besondere des Kunden visuell geformt werden kann. Angesichts permanenten Konkurrenzdrucks müssen aber oft ähnliche Angebote voneinander abgegrenzt werden. Vielleicht ist das Produkt des Kunden nicht viel anders als das der Konkurrenz – dann muss das Design versuchen, dessen Eigenschaften zu dramatisieren und damit einmalig aussehen zu lassen.

Fazit: Professionelles Gestalten heißt, Nutzenaspekte und Besonderheiten der Marke oder des Angebotes zu verstehen und herauszustellen.

 

3. Konkurrenzanalyse: Anders gestalten als der Wettbewerb
Zu Beginn des Designprozesses sollte man das Design der Konkurrenten des Auftraggebers kennen. Es macht keinen Sinn, ein Logo oder eine Designstilistik zu kreieren, wenn die Konkurrenz bereits ähnliche Lösungen realisiert hat. Es geht im Design fast immer darum, sich von dem abzuheben, was schon existiert. Nur so schafft man Aufmerksamkeit durch Alleinstellung. Dies erfordert, die Konkurrenz und ihre Aktivitäten genauso wie die Produkte und Dienstleistungen des Auftraggebers zu kennen und zu verstehen.

Fazit: Professionelles Gestalten heißt, die Konkurrenz des Auftraggebers und ihre kommunikativen Kanäle zu kennen, um eine wirkliche Alleinstellung zu schaffen.

 

4. Kundenberatung: Der Designer als Kompetenzpartner seines Kunden
Die Beziehung zwischen dem Auftraggeber und dem Designer ist anfänglich oft einseitig ausgerichtet: Ein Unternehmen fragt beim Designer ein konkretes Projekt an. Der Kunde, weiß, was er braucht und sucht dafür jemanden, der es gestaltet und die Produktion überwacht. Später kann sich dieses Verhältnis aber in eine gleichberechtigte Richtung entwickeln. Dann wäre der Designer Berater des Kunden und kann ihm proaktiv Vorschläge unterbreiten. Wertvoll wird eine Kundenbeziehung dann, wenn der Designer nicht einfach der Erfüllungsgehilfe der Kundenwünsche ist, sondern selbst Input dafür liefert, was das Unternehmen kommunikativ weiter bringen könnte. Der Designer wird auf diesem Wege erst Diskussionspartner und schließlich geschätzter Berater des Unternehmens.

Fazit: Professionelles Gestalten heißt, mit dem Kunden ein Team zu bilden und wertvollen Input für dessen kommunikatives Wirken zu liefern.

 

5. Gestaltungsbasis: Jede einzelne Drucksache ist ein Teil des Ganzen
Selbst bei Entwürfen und Reinzeichnungen für kleine Projekte ist ein übergeordneter Gestaltungsrahmen sinnvoll. Gibt es bereits ein Corporate Design des neuen Kunden, sollte man sich darin einarbeiten bzw. Angaben zu Schriften, Farbe und Gestaltungsrichtlinien anfordern. Vorsicht vor Briefings, die „Machen Sie mal!“ lauten. Denn meist gibt es bereits Vorgaben oder eine gestalterische Vorgeschichte, an die man anknüpfen kann, um den roten Faden der Unternehmenskommunikation weiterzuführen. Etwas anderes ist es, wenn man explizit die Aufgabe bekommt, etwas ganz Neues zu schaffen.

Fazit: Professionelles Gestalten heißt, sich mit dem Corporate Design auseinanderzusetzen. Ist keines vorhanden, sollte es als roter Faden des Mediendesigns erarbeitet werden.

 

6. Entwurfsprozess: Mit Varianten überzeugen
Wie viele Entwürfe etwa eines Logos präsentiert der Designer seinem Kunden im Entwurfsprozess, damit der eine gute Entscheidungsgrundlage hat? Einen Entwurf, zwei, drei oder noch mehr? Manche Designer präsentieren nur einen einzigen Entwurf, hinter dem sie hundertprozentig stehen können. Andere Designer denken, der Kunde sollte die Wahl haben. Klar ist: viele Entwürfe zeigen den Fleiß des Designers, verwirren den Kunden aber. Mehr als zwei oder drei Entwürfe sollten es deshalb nicht sein. Wer einen Entwurf präsentiert, sollte gut vorbereitet sein und klar abgrenzen können, wo die Vorteile der einzelnen Entwürfe liegen. Meist soll das neue Logo verschiedene Anforderungen erfüllen, nicht nur eine. So kann man bei unterschiedlichen Entwürfen unterschiedliche Schwerpunkte setzen.

Fazit: Professionelles Gestalten heißt auch, den Kunden vom Design zu überzeugen. Dafür muss es eine Präsentationsstrategie geben, die dem Kunden die Vorteile der Entwürfe verdeutlicht.

Die Zertifizierungshinweise einer Onlinedruckerei geben Auskunft über ihre Zuverlässigkeit.

7. Produktion: Den Gesamtprozess im Auge behalten
Die Entwicklung einer Drucksache gliedert sich in drei Bereiche:

  • Den Entwurf,
  • die Reinzeichnung als Ausführung und Perfektionierung des Entwurfes und
  • die Umsetzung, also den Druck bzw. die Produktion mit Weiterverarbeitung, Veredelungen wie Drucklack und weiteren Besonderheiten wie Stanzung oder Prägung.

Da die Produktion das letzte Glied in der Kette ist, bevor der Kunde das Endergebnis in Händen hält, kann es hier terminlich oder qualitativ schwierig werden. Was geschieht, wenn sich ein Fehler einschleicht und die Drucksache noch einmal produziert werden muss? Eine umsichtige Terminplanung mit Puffern, die Unvorhergesehenes einplant, ist wichtig. Bei engen Terminen braucht man vertrauenswürdige und verlässliche Produktionspartner.

  • Hier kann die Zertifizierung einer Onlinedruckerei ein Kriterium sein.
  • Auch, ob sie nachhaltig und umweltgerecht arbeitet, ist ein Hinweis auf das Verantwortungsbewusstsein des Produktionspartners.
  • Oder: Welchen Eindruck macht der Telefonkontakt? Wird dort kompetent beraten? Ist der Online-Shop leistungsfähig und übersichtlich und gelangt man schnell zur Bestellung?

Fazit: Professionelles Gestalten heißt, die Produktion terminlich mit Weitblick zu planen und auf verlässliche Partner zurückzugreifen.

Nachhaltigkeit in Umweltfragen weist auf Verantwortungsbewusstsein und Prozessoptimierung hin.

8. Kommunikation: Den Kunden auf dem Laufenden halten
Einen Designauftrag zu erhalten, bedeutet mit dem Kunden in Kommunikation zu treten. Das Ziel dieser Kommunikation ist, dass der Kunde auf dem Laufenden bleibt. Das gibt ihm Sicherheit und kündet von Verlässlichkeit. Bekommt man mehrere Designaufträge gleichzeitig oder arbeitet man an umfangreicheren Werken, wie einem Katalog, sollte man regelmäßige Statusmeldungen schicken, die den Fortgang der Arbeit beschreiben. Dabei ist wichtig, kurz und knapp zu kommunizieren – klare, schnelle Kommunikation mit dem Kunden ist hilfreich, auch weil es seine Zeit spart.

Fazit: Professionelles Gestalten heißt, im Designprozess den Kontakt zum Kunden zu halten.

 

9. Transparente Abläufe: Schriftliches für eine bessere Nachvollziehbarkeit
„Formalkram“ ist gerade für kreative Köpfe lästig. Aber spätestens wenn es Unklarheiten gibt, zeigt sich, dass mehr Verbindlichkeit notwendig gewesen wäre. Wer sich vor einer Vertragsgestaltung scheut, sollte zumindest eine schriftliche Auftragsbestätigung schicken, in der alle Parameter des Auftrags beschrieben werden. Darin sind enthalten:

  • Art und Umfang der Leistung,
  • Termine bzw. Zeitplanung und
  • Kosten

Entscheidet sich der Kunde beispielsweise erst später für die genaue Auflage der Drucksache oder verändert er Parameter des Auftrages, erhält er einen ergänzenden Kostenvoranschlag. Oberste Regel im Miteinander mit dem Kunden ist also die Schriftlichkeit. Nach Telefonaten sollte der Designer das Wesentliche kurz protokollieren und dem Kunden schicken. Das beugt Missverständnissen vor.

Fazit: Professionelles Gestalten beruht auf transparenten und dokumentierten Abläufen.

 

10. Archivierung: Nach dem Job ist vor dem Job
Wenn ein Projekt beendet ist, sollte man es so archivieren, dass es schnell wieder auffindbar ist – etwa für Nachdrucke. Die Grundlage dafür ist eine Dateisystematik mit aussagekräftigen Dateinamen und eine Archivsoftware, das eine Suche reibungslos ermöglicht. Belichtungsdateien, bei denen die Schriften in Zeichenwege umgewandelt sein können, sollten von Reinzeichnungsdateien mit den dazugehörigen Schriften getrennt archiviert werden. Für Nachdrucke mit Satzkorrekturen braucht man Dateien mit editierbaren, beigefügten Satzschriften. Sofern es mehrere Korrekturstufen gab, sind Dateinamen, die die Versionsgeschichte abbilden, hilfreich. Gerade wenn mehrere Mitarbeiter an Projekten arbeiten, sollte es einen Verantwortlichen für das Archiv geben, der eine Kontrollfunktion ausübt. Zum anderen muss es eine schriftliche Anleitung geben, nach welcher Systematik Dateinamen vergeben werden und wie die Archivierung organisiert ist.

Fazit: Professionelles Gestalten heißt, dass nach Abschluss der Designarbeiten, alle Dateien im Archiv schnell auffindbar sind.

 

 

 

 

Ralf Wasselowski

Unser Gastautor: Ralf Wasselowski. Er betreibt die Agentur Conceptbüro in Essen und ist ein Kenner der Design-, Grafik- und Werbebranche. ©Ralf Wasselowski

14
Juni
2018
viaprinto-Wissen

Eine alte Kunst: Blindprägung.

Wenn Material verformt wird durch Druck, Temperatur und Zeit, ohne dabei ein weiteres Material zu übertragen, dann spricht man von Prägung. Alte Bücher in der Spätantike wurden schon mit der plan ausgeführten Blindprägung verziert.

In Museen kann man sie bewundern: Die ersten, per Hand gemalten Bücher mit ihren wunderschönen Ledereinbänden. Darauf reichhaltige Verzierungen, die im Blinddruck produziert wurden. Diese alte Technik ist bis heute erhalten und wird noch immer vor allem in der Buchherstellung eingesetzt. Aber auch Karten, Schachteln und Etiketten werden mitunter so verschönert.

Was ist Prägen?

Beim Prägen wird ein Muster oder Motiv in ein Material gebracht, indem es mittels Platten oder Stempeln plan verformt wird. Dabei werden weder Farbe noch ein anderes Material genutzt. Vielmehr verformt sich das Material selbst durch auf 80 bis 90 Grad erwärmte Stempel oder Walze, die mit großem Druck in das Material gepresst werden. Das handwerkliche Vorgehen dabei nennt man Blinddruck, die Prägung selbst wird Blindprägung, wegen der ebenen Übertragung Planprägen, aber auch Blindpressung oder Blinddruck genannt.

 

Schönheit der Höhenunterschiede

Im Ergebnis sieht die Blindprägung wie ein Relief aus, die Rückseite des Materials bleibt jedoch unverändert. Man unterscheidet zwischen der Hochprägung, die ein erhöhtes Motiv auszeichnet, und der Tiefprägung, bei der die Prägung tief in das Material geformt wird. Der Höhenunterschied, der durch die Prägung entstanden ist kann natürlich haptisch wahrgenommen werden. Aber auch durch den Einfall von Licht und die Wirkung der Schatten sieht man die Erhöhungen und Vertiefungen. Blindprägung glättet aber auch beim sogenannten Grainieren, dem Einsatz einer Prägewalze und dem vollflächigen Prägen damit, Broschüren- oder Buchdeckel. Oder es macht genau das Gegenteil: Das Material erhält dadurch eine Struktur.

 

Im Einsatz für die Eleganz

So oder so wirken mit Blindprägung veredelte Druckunterlagen elegant und edel, weshalb sich diese Technik bis heute behaupten konnte. Glückwunsch- und Visitenkarten bekommen damit ebenso einen besonderen Touch, wie Verpackungen oder Bücher. Bei Flyern, Karten und Mailings kommt es auf das Material an, ob durch Blindprägung elegante Ornamente, Logos oder Schriften im feinen Licht- und Schattenspiel entstehen können.

 

Das passende Material

Geprägt werden können sowohl gestrichene wie ungestrichene Papiere und Karton. Dabei ist es unerheblich, ob sie bereits bedruckt, kaschiert oder lackiert sind. Im Gegenteil: Vorgedruckte Linien verfeinern den Effekt zusätzlich – eben ganz so, wie die alten, handgemalten Bücher, die in die Vertiefungen noch goldfarbene Akzente mit dem Pinsel gesetzt bekamen. An seine Grenzen kommt diese Veredelungstechnik allerdings bei stark strukturierten Materialien. Die Grobheit des Papiers lässt vor allem feine Motive nicht zu.

 

Anlegen für den Druck

Für die Blindprägung müssen eigene Prägewerkzeuge hergestellt werden. Dabei handelt es sich um einen zusätzlichen Produktionsprozess, der finanziell aber auch zeitlich mit einberechnet werden muss. Rein technisch muss dazu auf dem Rechner die Prägung als Sonderfarbe angelegt werden. Die Druckerei filtert daraus im Anschluss die Vorlage für den Prägestempel und formt die gewünschte Visitenkarte, den Buchdeckel oder die Verpackung an genau der Stelle, an der die Sonderfarbe angelegt worden ist. Fertig ist die Veredelung der ganz besonderen Art.

 

Bildverwendung: flickr_brandbook.de

 

Charlotte Erdmann (Bild: Matthias Martin)

Für die Wissensreihe konnten wir die Autorin Charlotte Erdmann gewinnen. Sie hat bereits einige andere Reihen für unseren Blog verfasst. (Bild: Matthias Martin)

 

 

Wer es nicht ganz so edel haben und sein Druckprodukt nur vor Widrigkeiten schützen möchte, der kann die Einsiegelung oder auch Laminierung wählen. Mehr zu dieser Veredelungstechnik erfahren Sie im kommenden Teil dieser Serie.

 

 

In dieser Reihe bisher erschienen:

Veredelungstechnik Lackierung.
Veredelungstechnik Soft-Touch-Lackierung: Ein Hauch von Samt.
Mit Folenkaschierung schützen und glänzen.
Fühlen, Sehen, Erleben: Prägefoliendruck.
Kaltfolientransfer: Metalleffekte geklebt und nicht geprägt.