30
Dezember
2014
Making of …

Mitarbeiterzeitung. Besuch aus Bremen.

Für die hauseigene Mitarbeiterzeitung wollte das Unternehmen bremenports einmal zeigen, wie so ein Medium überhaupt entsteht. Herauskam eine Art Homestory bei viaprinto.

Wie funktioniert eine Indigo? Wie wird zugeschnitten? Und wie werden die Bögen zusammengeführt? Fragen, die sich einfach am besten vor Ort beantworten lassen: mit einem Blick in die Online-Druckerei.

Ganz im Sinne von „Die Sendung mit der Maus“ trat die Unternehmens-Redaktion ihre Reise aus Bremen an, um sich in der Produktion von viaprinto genauer umzusehen.

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Hier konnten Inga Haberland und ihr Team einen detaillierten Einblick gewinnen, wie viaprinto eine Zeitung druckt. Das beginnt mit den Arbeiten am Bildschirm, bei denen in der Druckvorstufe die Dokumente für die Mitarbeiter personalisiert werden.

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Das geht weiter zur Druckmaschine, die ihr kompliziertes Innenleben für die Reporter freigab. Zuschneiden, Falzen, Klammern – bis das Endprodukt fertig ist, durchläuft das Werk von bremenports eine ganze Reihe von Stationen. Am Ende halten 420 Mitarbeiter in Bremen und Bremerhaven ihre personalisierte Ausgabe in den Händen. Darin: Eine Reportage darüber, wie bei viaprinto gedruckt wird.

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18
Dezember
2014
WAS IST COLOR-MANAGEMENT?

Folge 13: mit dem ICC-Farbprofil arbeiten.

Color_Management_TitelJetzt kommen Ihr Color-Management und viaprinto endlich zusammen: mit dem ICC-Profil von viaprinto. Es sollte verwendet werden, um Bilder für den Druck vorzubereiten und am Monitor bestmöglich zu simulieren. Details erläutert Charlotte Erdmann in einer neuen Folge „Was ist Color-Management?“

Was ist ein ICC-Profil?
Wie bereits in der Folge „Profile helfen beim Farbabgleich“ dieser Reihe zum Color-Management beschrieben, haben sich 1993 acht Industrieunternehmen zum International Color Consortium, kurz ICC, zusammen geschlossen. Zur Vereinheitlichung der Farbmanagementsysteme entwickelte dieser Verbund die sogenannten ICC-Profile. Mit ihnen lassen sich bestimmte Druckergebnisse simulieren, bevor sie gedruckt werden.

Woher bekomme ich ICC-Profile?
Diese ICC-Profile stehen auf der Webseite der ECI (European Color Initiative) kostenlos zum Download zur Verfügung. Sie beinhalten neben zahlreichen Ausgabeprofilen (z.B. ECI_Offset_2009) auch Eingabeprofile für den Monitor (eciRGB_v2). Bei den Ausgabeprofilen stellt die ECI diverse Möglichkeiten zur Verfügung, die unter anderem das verwendete Papier berücksichtigen. 161214_SummarySo ist „ISO Coated v2“ für gestrichenes Papier geeignet, während „PSO Uncoated ISO12647 (ECI)“ eher für im Prozessstandard Offsetdruck verarbeitete Naturpapiere genutzt werden sollte. viaprinto bieten den kostenfreien Download des angepassten ICC-Profils in der Hilfe an.

Wie installiere ich ICC-Profile?
Die von der ECI zur Verfügung gestellten ICC-Profile lassen sich in allen Anwendungen nutzen, die Farbmanagement einsetzen. Also beispielsweise alle Adobe Creative Suite Programme, aber auch Quark XPress oder Gimp. Dazu installiert man alle Dateien, die sich in dem „ECI_Offset_2009“ Archiv befinden, auf seinem Rechner per Doppelklick. Als viaprinto-Kunde können Sie auch einfach das viaprinto Farbprofil bei sich installieren. Dabei handelt es sich um das ISOcoated_v2_eci-Profil, mit dem die Druckausgabe bei viaprinto simuliert werden kann. Die Profildatei bzw. -dateien werden dann im Profilordner abgelegt. Alternativ kann man sie dort auch hinkopieren. Auf dem Mac findet man den Profilordner unter Library/ColorSync/Profiles, unter Windows liegen die Profile zentral unter Windows/system32/spool/drivers/color. Nach der Installation stehen die ICC-Profile im jeweiligen Anwendungsprogramm zur Verfügung. In den Adobe Creative Suite Programmen findet man die Profile unter „Bearbeiten“ > „Farbeinstellungen“.

Nur für den Softproof!
ICC-Profile eignen sich perfekt, um Monitordarstellung und Endergebnis so nahe wie möglich einander anzunähern. Sie sind jedoch nicht dafür bestimmt, das tatsächliche Druckergebnis zu verbessern. Deshalb sollte ein Profil in die Druckdatei auch nur dann eingebettet werden, wenn die Druckerei dies ausdrücklich wünscht. Bei viaprinto können Sie das Profil „ISO coated v2 (ECI)“ bei der PDF-Erstellung auswählen, da viaprinto dieses Profil bei allen seinen Drucken einsetzt. So können Sie sicher sein, dass die Wiedergabe Ihrer Datei dem Endergebnis sehr nahe kommt.

Aber nicht nur für die Simulation eines Druckergebnisses sind ICC-Profile wichtig. Auch der Schwarzanteil eines Bildes wird bei seiner Konvertierung von RGB in CMYK durch die Profile verbessert. Dieser sogenannte Unbuntaufbau ist Thema unserer nächsten Folge dieser Reihe. Charlotte Erdmann

Charlotte Erdmann (Bild: Matthias Martin)

Charlotte Erdmann (Bild: Matthias Martin)

 

Lesen Sie in der kommenden Folge aus unserer Reihe
„Was ist Color-Management?“:
Undbunt und bunt: UCR und GCR.


 

 

 

 

Bereits erschienen:
So nimmt das Auge Farben wahr.
Warum Farben dreidimensional sind.
RGB, CMYK und LAB erklärt.
Farbräume für Monitore – sRGB oder Adobe RGB?
Monitore kalibrieren – Die richtige Farbe finden.
Den Farbraum bestimmen – so geht’s.
Farben konvertieren bedeutet immer Verluste.
Umwandeln mit Methode – die Rendering Intents.
Vorsicht bei Softproofs.
Profile helfen beim Farbabgleich.
Farben mit eigenen Profilen umsetzen.

11
Dezember
2014
TUTORIAL

In vier Schritten … zur individuellen Post- und Grußkarte.

Freude bereiten: Mit Post- und Grußkarten ein leichtes. Gerade zu Weihnachten freuen sich Ihre Kunden über einen persönlichen Gruß im Briefkasten. Der Weg dorthin ist ganz einfach: Ohne lange Vorlaufzeiten, ohne komplizierte Druckabnahmen geht das Drucken von Post- und Grußkarten postwendend.

1.       Produkt konfigurieren. 

Von DIN A5 über DIN A6 bis DIN lang jeweils in hoch oder quer: einfach die breite Auswahl an Formaten der Post- und Grußkarten nutzen. Dann das Papier bestimmen: vielleicht ein 350 g/m² Postkartenpapier oder ein 250 g/m² glänzendes Bilderdruckpapier für die Grußkarte? Übrigens bieten wir auch Veredelungen an: Grußkarten gibt es nun mit UV-Lackierung oder folienkaschiert. Im Folgenden nur noch die Auflage festlegen und …

2.       Dokument hochladen.

Ein beschauliches, winterliches Motiv oder eine klare typographische Ansprache: Zum Glück sind Geschmäcker verschieden, mit unseren Post- und Grußkarten ist alles möglich. Inspiration gibt es übrigens bei www.klonblog.com oder gleich Bilder bei den Mikrostock-Bildagenturen wie Istockphoto oder Fotolia käuflich erwerben. Aber bitte auf eine druckfähige Auflösung von 300ppi achten. Damit gleich die passenden Bemaßungen für das Druckdokument zu Grunde liegen, stehen in der viaprinto Hilfe schon mal ein paar Vorlagen bereit: Egal, ob Sie mit InDesign, Word oder PowerPoint arbeiten.

3.       Vorschau prüfen.

Und wie sieht es aus? Zufrieden mit dem eigenen Produkt? Wenn alle Seiten geprüft und für gut befunden sind – wie bei unsere Beispiel-Grußkarte „O Tannenbaum“ in der Vorschau, dann: ab dafür.

4.       Karten bestellen.

Mit der Auswahl der richtigen Lieferoption können Sie sicher sein, dass die Karten termingerecht bei Ihnen ankommen. Oder Sie nutzen den Multi-Versand und versenden Ihr Produkt gleich an die richtigen Adressen.

Jetzt wissen Sie, wie es geht: Hier geht es zu unseren Post- und Grußkarten.

4
Dezember
2014
Was ist Color-Management?

Folge 12: Farben mit eigenen Profilen umsetzen.

Color_Management_TitelAuch wenn es für den Druck standardisierte Profile in Form der ICC-Profile gibt, für den eigenen Tintenstrahldrucker oder die Digitalkamera müssen manchmal individuelle Profile erstellt werden. Ziel ist es dabei, die Farben der unterschiedlichen Ein- und Ausgabegeräte so genau wie möglich einander anzupassen. Charlotte Erdmann erklärt in unserer neuen Folge „Was ist Color-Management?“, wie das geht.

Wozu eigene Profile?
Farbprofile werden genutzt, um für jedes Ausgabegerät oder Eingabegerät wie Scanner, Digitalkamera oder Drucker festzustellen, welchen Farbraum es nutzen kann. Dabei werden jeweils die individuellen Geräte-, aber auch Materialfaktoren berücksichtigt. Wird ein Bild also auf einem Hochglanzpapier eines 6-Farben-Digitaldruckers ausgegeben oder auf einem Farblaserdrucker, müssen die jeweiligen Profile des Geräts bekannt sein, um bereits am Monitor einen Eindruck davon zu erhalten, wie das Endergebnis wird.

Profile für Monitore erstellen
Zur Erstellung eines Profils ist es notwendig, ein Messgerät und die entsprechende Software zur Verfügung zu habe041214_Summaryn. Nur so kann ein Vergleich vom Ausdruck mit den tatsächlichen Werten erzielt werden. Bei Monitoren ist ein Kalibrierungswerkzeug wie von Datacolor oder xrite notwendig, mit dessen Software ein Profil für den Monitor binnen weniger Minuten erstellt wird. Die Software hilft außerdem bei der (regelmäßigen) Kalibrierung des Monitors, so dass dieser immer die gleichen Farben wiedergibt.

Profile für Drucker erstellen
Für die Profilierung von Druckern stellen die Messgerätehersteller eine Referenzdatei zur Verfügung, die auf das gewünschte Papier gedruckt wird. Der gedruckte Testchart besteht aus vielen einzelnen Farbfeldern, die wiederum von einem Spektralfotometer gemessen werden. Die sich daraus ergebenden Werte speichert die Messgerätesoftware schließlich in einer Profildatei. Je mehr Farbfelder ein solcher Testchart besitzt, umso genauer ist die Profilierung. Deshalb stellt beispielsweise Datacolor mit seinem Spyder dem Nutzer zur Wahl, wie viele Farbfelder ausgedruckt werden sollen. Allerdings muss der Anwender auch jedes einzelne Feld selbst mit dem Spektralfotometer abscannen, was umso mehr Arbeit ist, je mehr Farbfelder vorhanden sind. Eine Druckerprofilierung dauert deshalb – anders als bei der Monitorkalibrierung – einige Zeit. Viele Drucker bekommen deshalb für die unterschiedlichen Ausgabemedien bereits direkt vom Hersteller eigene Profile im Druckdialog hinterlegt. Sie lassen sich gut verwenden, wenn man beispielsweise die herstellereigenen Fotopapiere verwendet.

WICHTIG: Farbmanagement im Druckertreiber ausschalten
Viele Druckertreiber benutzen automatisch ein eigenes Farbmanagement, wenn man etwas ausdruckt. Will man deshalb einen Testchart zur Profilierung des Druckers ausdrucken, muss dieses Farbmanagement unbedingt ausgeschaltet werden! Da alle Druckertreiber anders sind und auch von Modell zu Modell der Druckdialog unterschiedlich aussehen kann, müssen Sie sich hier in Ihren Druckertreibereinstellungen ein bisschen auf die Suche begeben. Oft findet man den Punkt unter „Erweitert“ oder „Weitere Optionen“. Bei HP hingegen sollte man bei der Farbverwaltung „Anwendungsgesteuerte Farben“ auswählen, um keine Korrekturen durch den Druckertreiber zu erhalten.

Profile einsetzen
Sobald alle Profile erstellt wurden, lassen sich diese in einer Software mit Colormanagement, z.B. Photoshop, auswählen. Hierzu muss man das Profil allerdings mit der Messsoftware abspeichern und im entsprechenden Verzeichnis von Adobe hinterlegen. Dann lässt sich in Photoshop unter Bearbeiten > Farbeinstellungen das Profil auswählen. Im Anschluss können Sie mit der Softproof-Funktion von Photoshop den Zielfarbraum auf dem Monitor simulieren. Interessant ist bei Profilen für den eigenen Drucker auch, dass sich damit Farbstiche entfernen lassen. Denn viele herkömmlichen Tintenstrahldrucker neigen dazu, den einen oder anderen Farbton ein bisschen stärker einzusetzen, dann tut eine Korrektur Not!

Diese Korrektur von Farbstichen gilt allerdings nicht für den Druck auf Maschinen in einer Druckerei! Farbprofile sollten hier nur angewendet werden, um das Druckergebnis weitestgehend auf dem Monitor zu simulieren. Für eine Farbkorrektur hingegen sind sie nicht geeignet und auch oft nicht erwünscht. Mehr zur Nutzung von Profilen für Druckereien, insbesondere die ICC-Profile, erfahren Sie in der kommenden Folge dieser Serie. Charlotte Erdmann

Charlotte Erdmann (Bild: Matthias Martin)

Charlotte Erdmann (Bild: Matthias Martin)

 

Lesen Sie in der kommenden Folge aus unserer Reihe
„Was ist Color-Management?“:
Mit ICC-Farbprofilen arbeiten.


 

 

 

 

Bereits erschienen:
So nimmt das Auge Farben wahr.
Warum Farben dreidimensional sind.
RGB, CMYK und LAB erklärt.
Farbräume für Monitore – sRGB oder Adobe RGB?
Monitore kalibrieren – Die richtige Farbe finden.
Den Farbraum bestimmen – so geht’s.
Farben konvertieren bedeutet immer Verluste.
Umwandeln mit Methode – die Rendering Intents.
Vorsicht bei Softproofs.
Profile helfen beim Farbabgleich.

26
November
2014
Hauptsache persönlich:

Eine festliche Infografik zur Weihnachtspost.

Weihnachten ist ein Fest der Freude … und der Grußkarten. Das zeigt unsere Umfrage zur Weihnachtspost in Unternehmen. Hauptsache persönlich und edel muss sie sein. Unsere Infografik erklärt, was erwartet wird und wie sich die Grüße optimal einsetzen lassen.

Weihnachten ist aber auch ein Fest der Traditionen. Das gilt für Weihnachtsgrüße wie für die Bescherung. Unsere Umfrage ergab: Sie versenden vor allem Karten mit der Post und wünschen sich auch selbst postalische Grüße zum Fest. Dabei darf das Ganze gerne etwas festlicher und weniger streng anmuten. Zugleich lassen sich die weihnachtlichen Gruß- und Postkarten elegant als Chance nutzen: Mit ihnen bringen Sie sich ins Blickfeld und Gedächtnis Ihrer Geschäftskontakte. Zudem können Sie sich für die gute Zusammenarbeit im neuen Jahr empfehlen und frühzeitig vorbauen.

infografik_weihnachtspost_1Versenden Sie dieses Jahr Weihnachtsgrüße? An Weihnachten denkt man einfach gerne an wichtige Menschen – auch an seine Geschäftskontakte. Der Großteil unserer Befragten entscheidet sich dafür, Weihnachtspost zu versenden. Die Zahl derjenigen, die dieses Jahr darauf verzichten, und derjenigen, die es zum ersten Mal tun, hält sich fast die Waage. Zehn Prozent der Befragten scheinen dagegen Weihnachtsgrüße als unwichtig anzusehen. Ob sich dahinter Weihnachtsmuffel verbergen?

An wen verschicken Sie Ihre Weihnachtsgrüße? Bei dieser Frage nach dem Empfänger standen mehrere Auswahlmöglichkeiten zur Verfügung. Kunden und Geschäftspartner sind nach dem Ergebnis in etwa gleichauf. Sie zusammen gestalten den elitären Kreis der glücklichen Adressaten. Zuarbeitende oder mitarbeitende Personen fallen dagegen eher auf die hinteren Ränge ab. Häufig gaben die Befragten auch auf die Frage nach dem “An wen” die offene Antwort: an befreundete Kontakte.

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Wann versenden Sie Ihre Weihnachtsgrüße? „Meistens wird es später als ich wollte“, antwortete eine Person auf unsere Frage. Wer kennt es nicht: Eigentlich nimmt man sich vor, früh dran zu sein, aber dann … Weihnachten kommt auch ziemlich überraschend. Tatsächlich versendet die Mehrheit mit 45,1 Prozent ihre Weihnachtsgrüße kurz vor dem Stichtag. Die zweitgrößte Gruppe plant früher damit und gibt die Grußkarten Anfang Dezember in die Post.

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Wie wollen Sie Ihre Weihnachsgrüße versenden? Rein digitale Weihnachtsgrüße sind nicht sehr beliebt. Lediglich 11,6 Prozent entscheiden sich dafür. Unter „Sonstiges“ liefen auch einzelne, erfreuliche Antworten ein: Einige der Befragten lassen es sich nicht nehmen, ihre Weihnachtsgrüße persönlich zu überbringen. Das Gros jedoch nutzt die digitale und postalische Übermittlung – wahrscheinlich je nach Beziehung zum Kontakt.

An wie viele Kontakte verschicken Sie Weihnachtsgrüße per Post? Es gibt sie: Immerhin 3,5 Prozent senden Grüße zu Weihnachten an über 5000 Geschäftskontakte. Und das per Post. Ein Lob an diejenigen, die so viele Menschen glücklich machen. Die Mehrzahl unserer Befragten allerdings gibt an, zwischen 50 und 200 Personen anzuschreiben. Knapp dahinter liegen bereits geringere Empfängerzahlen. Erst ab Rang vier nimmt die Empfängerzahl wieder zu.

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Welches Medium und Format nutzen Sie für Ihre Weihnachtskarte? Ist es eine Frage der Funktion, die die Form vorgibt? Wirken Weihnachtskarten wertiger und feierlicher, wenn sie als 1-Bruch in DIN lang ausgewählt werden? Es scheint so. Eine Einschätzung, die wir durch unsere Erfahrungen als Druckerei bestätigen können. Bei der klassischen Postkarte gibt es wenig Ausnahmen zum Standardformat. Sie ist nicht das beliebteste Mittel für Grüße. Noch weniger gefragt ist ein Brief oder eine Grußkarte im 2-Bruch-Format. Wenn Sie also auffallen wollen, dann probieren Sie doch einmal etwas anderes aus.

Kommt für Ihre Weihnachtspost eine Veredelung in Frage? Auch bei dieser Frage bestätigen die Befragten unsere Erfahrungen: Weihnachtsgrüße dürfen gerne edel daher kommen. Das funktioniert mit einer Folienkaschierung oder mit UV-Lack. Denn das macht nicht nur etwas her, sondern schützt tatsächlich die Botschaft vor Wasser und Schmutz beziehungsweise Schnee. Einzelne Stimmen setzen auf noch mehr Lametta an Weihnachten: durch Goldlack oder Stanzungen. Zum Fest darf es einfach etwas mehr sein.

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Wie personalisieren Sie Ihre Weihnachtspost? Nicht automatisiert und kalt lautet die Devise, sondern persönlich und warm. Es ist eben Weihnachten. Und da darf auch eine persönliche Ansprache auf der Weihnachtskarte nicht fehlen. Damit machen unsere Befragten alles richtig, denn dadurch bekommen sie mehr Aufmerksamkeit für ihre Botschaft. Der Gruß bleibt im Gedächtnis, weil er ein Unikat ist. Wenigstens durch eine eigenhändige Unterschrift.

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Warum verschicken Sie gedruckte Weihnachtsgrüße? Im Rennen “gedruckt gegen digital” haben in unserer Umfrage die reellen Weihnachtskarten den Sieg eingefahren. Sicher spielt da Tradition eine gewisse Rolle und deren Bewahrung, denn was wäre Weihnachten ohne die viele Post. Es gäbe einfach weniger Lametta – wie Loriot sagen würde. Aber nicht nur das: Marketingtechnisch haben Sie natürlich auch auf diese Weise eine Chance, sich wieder in das Gedächtnis Ihrer Kunden zu bewegen und den Kontakt zu pflegen.  

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Welche anderen Präsente versenden Sie zu Weihnachten an Ihre Geschäftskontakte? In der Summe sind sie die Mehrheit: 61,6 Prozent bescheren ihre Kontakte zu Weihnachten. Ganz nach dem Motto: Geschenke erhalten die Freundschaft. Was nicht zwingend sein muss, immerhin sind 38,4 Prozent auch vollkommen konform damit, nur Weihnachtsgrüße zu versenden. Aber dennoch lassen es sich einige nicht nehmen den Gruß zu untermauern. Süßigkeiten sind da ganz hoch im Kurs.

Das würden Sie selbst gerne von Ihren Geschäftskontakten zu Weihnachten bekommen? Alles richtig gemacht: Wenn Sie Weihnachtsgrüße per Post versenden, dann erfüllen Sie die Wünsche Ihrer Geschäftskontakte. Denn Sie selbst als Mehrheit dieser Umfrage haben dafür gestimmt. Wobei … ein kleines Präsent?! Nein, wir wollen ja nicht unhöflich sein und einfordernd wirken. Bevor Sie Ihre Kunden oder andere Empfänger anrufen, halten Sie lieber die Füße unter dem Baum still oder senden Sie noch besser eine E-Mail. Anrufe mögen nur 7,6 Prozent. Die kann man auch nicht so schön auf dem Schreibtisch im Büro drappieren. Wir wünschen eine frohe Adventszeit!

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20
November
2014
Was ist Color-Management?

Folge 11: Profile helfen beim Farbabgleich.

Color_Management_TitelEin wichtiger Bestandteil des Farbmanagements sind die sogenannten Farbprofile. Sie beinhalten die Farbräume des genutzten Ausgabegeräts und sind deshalb unabdingbar, wenn das Endergebnis im Druck dem Softproof oder der Wiedergabe auf dem Monitor besonders nahe kommen soll. Aber: Was sind Farbprofile im Detail? Eine neue Folge unserer Reihe Was ist Color-Management?“

Wozu Farbprofile?
Farben werden individuell wahrgenommen und ebenso individuell wiedergegeben. So wie jeder Mensch Farben unterschiedlich sieht, hat auch jedes Ausgabegerät seinen ganz spezifischen Farbraum. Scanner nehmen Farben anders auf, als sie Monitore wiedergeben; und im Druck erscheinen Farben wiederum ganz anders, als auf dem Monitor. Aber nicht nur die Art der Aufnahme und Wiedergabe lässt Farben so unterschiedlich erscheinen, vor allem die Farbräume der genutzten Geräte sind dafür verantwortlich, dass ein Bild am Monitor ganz anders wirkt als auf dem Ausdruck. Die Geräte in der Produktionskette müssen deshalb zunächst kalibriert und profiliert werden, um einen geräteübergreifenden Farbraum zu finden. Gespeichert werden diese Daten im sogenannten Profil. In dieser Datei enthalten sind die reproduzierbaren Farbräume des jeweils verwendeten Geräts. Die Profile berechnen außerdem mittels der Rendering Intents die Umwandlung beispielsweise des Monitorfarbraums in den des Endgeräts. So ist sichergestellt, dass die Farben in der gesamten Produktionskette möglichst ähnlich erscheinen.

Standardisierung der Profile
Da es eine Vielzahl an Geräten und auch Farbrechnern gibt, wurde bereits im Jahr 1993 ein Standard für Profildateien geschaffen. Acht Industrieunternehmen, darunter Adobe, Apple und Microsoft, gründeten das International Color Consortium, kurz ICC, mit dem Ziel, die Farbmanagement-Systeme über alle Betriebssysteme und Anwendungen hinweg zu vereinheitlichen. Heraus kamen die sogenannten ICC-Profile, die sogar in der ISO-Norm 15076 festgeschrieben sind. In den international standardisierten ICC-Profilen sind neben den Kriterien der Endgeräte auch weitere Faktoren wie die Papierart und deren Farbe niedergelegt. Dadurch kann das farbliche Endergebnis möglichst genau auf dem Monitor simuliert sowie auf der Druckmaschine dann auch tatsächlich ausgegeben werden.

Aufbau einer Profildatei
201114_SummaryTatsächlich handelt es sich bei einem ICC-Profil einfach nur um eine Datei mit der Endung .icc. Diese besteht aus einem Kopfbereich (Header) mit den Basisinformationen wie Profiltyp, Ersteller des Profils und das verwendete Farbmanagement-Modul. Diese Informationen kann man mit einer passenden Farbmanagement-Software einsehen. Im Anschluss folgt eine sogenannte Tag-Tabelle, eine Art Inhaltsverzeichnis und Übersicht, ob es sich um ein Eingabe- (scnr), Monitor- (mntr) oder Ausgabeprofil (prtr) handelt. Diese auch Profilklassen genannten Inhalte bestimmen darüber, wie das Farbmanagement-System die Farben von einem auf das andere Gerät überträgt und dabei so verschiebt bzw. umrechnet, dass sie dem Original möglichst nahe kommen.

Mittels der Profilklassen erkennt das Farbmanagement-System außerdem, ob ein Monitor genutzt wird, welcher Drucker die Ausgabe übernimmt und welchen Farbraum der Scanner besitzt. Neben den direkten Klassen gibt es noch die Klasse „Verknüpfung“, die zwei ähnliche Ausgabegeräte miteinander verbindet (link). Es handelt sich dabei um CMYK-zu-CMYK-Tabellen, die lediglich unterschiedliche Druckmethoden berücksichtigen.

Den Hauptteil der Profildatei macht allerdings die sogenannte Look-Up-Table aus (kurz: LUT), in der für jeden Farbwert der passende Farbwert des Ausgabegeräts steht. Auf diese Weise wird der Farbraum des einen Geräts mit dem Farbraum des anderen genau beschrieben. Je mehr Punkte im Farbraum in dieser Tabelle festgelegt sind, desto genauer ist das Profil. Alternativ kann das Profil auch eine Matrix enthalten, die mittels Matrizen und Kurvendefinition den Farbraum der beiden genutzten Geräte wiedergibt. Im Druck werden allerdings meist LUT-Profile genutzt, da diese ein konkretes Gerät besser beschreiben können. (Hier gibt es das ICC-Profil von viaprinto zum Download.)

Verbindungsfarbraum pcs als Übergangsrechner
Umgerechnet werden die Farben aber auch bei der Nutzung von Profilen nicht einfach 1:1, sondern meist wird ein Verbindungsfarbraum genutzt, der die Konvertierung erleichtert. Der Profile Connection Space, oder kurz pcs, wurde ebenfalls vom International Color Consortium als herstellerneutrale Plattform definiert, die als Schnittstelle der miteinander verbundenen Geräte fungiert. Dank dieses Zwischenschritts gelingt bei der Umrechnung der Farben mittels Farbprofilen eine Konvertierung, die möglichst wenig Verluste mit sich bringt und dennoch den Farbraum beispielsweise des Monitors dem des Druckers möglichst angleicht.

Natürlich lassen sich solche Profile auch selbst erstellen. Dies ist vor allem anzuraten, wenn man einen eigenen Farbdrucker nutzt, dessen Druckergebnis der Darstellung auf dem Monitor besonders nahe kommen soll. Aber auch Digitalkameras, die am Anfang der Produktionskette stehen, verwenden Farbprofile und können demnach auf die eigenen Gegebenheiten profiliert werden. In der nächsten Folge dieser Serie erläutern wir Ihnen, wie Sie eigene Profile erstellen können, beispielsweise für Ihren Tintenstrahldrucker. Charlotte Erdmann

Charlotte Erdmann (Bild: Matthias Martin)

Charlotte Erdmann (Bild: Matthias Martin)

Lesen Sie in der kommenden Folge aus unserer Reihe
„Was ist Color-Management?“:
Eigene Profile erstellen.

 

Bereits erschienen:
So nimmt das Auge Farben wahr.
Warum Farben dreidimensional sind.
RGB, CMYK und LAB erklärt.
Farbräume für Monitore – sRGB oder Adobe RGB?
Monitore kalibrieren – Die richtige Farbe finden.
Den Farbraum bestimmen – so geht’s.
Farben konvertieren bedeutet immer Verluste.
Umwandeln mit Methode – die Rendering Intents.
Vorsicht bei Softproofs.

17
November
2014

„100 Beste Plakate 14“

Am 15. Dezember startet eine neue Runde des Wettbewerbes „100 Beste Plakete“. Das sind alle wichtigen Infos zur Teilnahme.

Eingereicht werden dürfen alle Plakate aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die im Jahr 2014 gestaltet und realisiert worden sind. Vom 15. Dezember 2014 bis zum 25. Januar 2015 können sich Teilnehmer bewerben. Einfach ab dem Start unter www.registrierung.100-beste-plakate.de Abbildungen der eigenen Plakate hochladen.

Plakatgestalter (Grafikdesigner, Agenturen, Büros und Studierende), Auftraggeber und Druckereien aus den drei Ländern sind zur Teilnahme aufgerufen.

Der Wettbewerb finanziert sich aus den Teilnahmegebühren: für ein Plakat 50 €, bis drei Plakate 90 €, bis fünf Plakate 130 €, bis 9 Plakate 150 € , ab 10 Plakate 200 €. Studierende und Mitglieder des Vereins 100 Beste Plakate e.V. entrichten jeweils die Hälfte.100bp14_logo_web_lila

In der international zusammengesetzten Jury arbeiten Philippe Apeloig, F Paris, Christof Nardin, A Wien, Jiri Oplatek, CH Basel, Ariane Spanier, D Berlin und Richard van der Laken, NL Amsterdam mit.

Die nominierten Plakate werden im Rahmen der Ausstellung »100 Veste Plakate 14« im Sommer 2015 im Kulturforum Potsdamer Platz in Berlin und anschließend an weiteren Stationen in Deutschland, Österreich und der Schweiz gezeigt und im Jahrbuch »100 beste Plakate 14«, Verlag Hermann Schmidt Mainz, publiziert.

6
November
2014
Was ist Color-Management?

Folge 10: Vorsicht bei Softproofs.

Color_Management_TitelFarbkontrolle muss sein: Am besten funktioniert das über sogenannte Proofs. Warum Softproofs nicht dem Endergebnis ähneln (können) und wie Sie sicher gehen können, erklärt Charlotte Erdmann. Folge 10 unserer Wissensreihe: „Was ist Color-Management?“

Will man den Druck simulieren und sehen, wie das Endergebnis aussehen wird, erstellt man einen Proof. Das kann sowohl auf einem dafür geeigneten Drucker (Hardproof) als auch am Monitor (Softproof) geschehen. Doch mit einem Softproof lassen sich Druckergebnisse nur annähernd farbverbindlich wiedergeben.

Nahe am Endergebnis dank Software
Mit dem richtigen Display und einer guten Kalibrierung sind Sie einem farbverbindlichen Softproof schon sehr nahe. Die Software kann viel für den Softproof ausmachen, mit der die Farben nochmals nachkorrigiert wird. Sie muss den Druckstandard des Ausgabegeräts berücksichtigen und die Ausgabe von Druckdaten ermöglichen. In Adobes Creative Suite ist beides möglich. Dort lassen sich auch die 061114 Summarygeräteunabhängigen Informationen wie ICC-Profile hinterlegen, die dann bei der Ausgabe am Monitor berücksichtigt werden. Mehr zu den ICC-Profilen erfahren Sie in der kommenden Folge dieser Serie. Auch der Medienstandard Druck des Bundesverbandes Druck und Medien (bvdm) sowie die Grenzwerte des Fogra/Ugra-Medienkeils können mit berücksichtigt werden. In diesem Fall spricht man tatsächlich von einem farbverbindlichen Softproof.

Die Grenzen des Softproofs
Doch selbst der farbverbindliche Softproof kann auf dem einen Monitor ganz anders farblich aussehen als auf einem anderen Monitor. Denn für die Farbbetrachtung und -erkennung spielen noch weitere Faktoren eine Rolle. Beispielsweise werden gedruckte Proofs immer unter Normlicht betrachtet, so dass deren Farbigkeit nicht durch äußere Lichtvariationen beeinflusst wird. Ein Monitor hingegen steht nur selten unter Normlicht, er wird vom Betrachter in farblich variierenden Lichtumgebungen genutzt, was die Farberkennung wiederum beeinflusst. Zudem unterscheiden sich selbst Monitore vom gleichen Typ in ihrer Leuchtkraft und Farbtiefe, so dass eine Kalibrierung zwar annähernd die gleichen Werte bringt, jedoch nie zwei komplett gleich darstellende Displays erzeugt. Es handelt sich also auch hier immer nur um eine Annäherung. Außerdem kann ein Softproof natürlich nie das Raster des Drucks oder die Offset-Rosette darstellen. Auch die Mischung mit dem Papierweiß lässt sich nur annähernd simulieren, denn im Druck kann schon ein leichtes Creme als Papierfarbe die gedruckten Farben verschieben.

Wie kann man sicher gehen?
Wirklich sicher können Sie sich bei der Farbdarstellung nur sein, wenn Sie einen zertifizierten Proof auf der am Ende das Ergebnis druckenden Maschine erstellen lassen. So kann man Differenzen zwischen dem Kreativen, dem Kunden und der Druckerei von Anfang an aus dem Weg gehen. Ein gedruckter Proof aber mit Ugra/Fogra Medienkeil CMYK 2.0 als Kontrollstreifen darauf dauert seine Zeit. Für den Ersteller des Proofs kann dieser außerdem zur Kontrolle und Farbanpassung für den Softproof genutzt werden. So können Sie sicher sein, dass der Softproof beinahe vollständig dem tatsächlichen Druckergebnis entspricht.

Wer mehr Tipps und Hintergründe zum farbverbindlichen Arbeiten am Bildschirm erfahren will, dem sei das Fogra Softproof Handbuch ans Herz gelegt. Darin sind die Voraussetzungen für einen Softproof und die Einstellungen in den Anwendungsprogrammen detailliert erklärt. Charlotte Erdmann

Charlotte Erdmann (Bild: Matthias Martin)

Charlotte Erdmann (Bild: Matthias Martin)

 

Lesen Sie in der kommenden Folge aus unserer Reihe
„Was ist Color-Management?“:
Was ist ein Farbprofil?


 

 

 

 

Bereits erschienen:
So nimmt das Auge Farben wahr.
Warum Farben dreidimensional sind.
RGB, CMYK und LAB erklärt.
Farbräume für Monitore – sRGB oder Adobe RGB?
Monitore kalibrieren – Die richtige Farbe finden.
Den Farbraum bestimmen – so geht’s.
Farben konvertieren bedeutet immer Verluste.
Umwandeln mit Methode – die Rendering Intents.
Realitätsnähe durch Tiefe und Sättigung.

4
November
2014

Typografie kennt Regeln, kennen Sie sie auch?

Rudolf Paulus Gorbach ist Meister seines Faches: der Typografie. Der Autor, Seminargeber und ehemalige Vorsitzende der tgm, Typographische Gesellschaft München, gibt einen Überblick über die aktuelle Lage und die typografischen Trends. Zudem erklärt der Fachmann, was es an Grundregeln zu beachten gibt.

Typografie ist ein Handwerk. Ob jemand sein Handwerk versteht, lässt sich leicht herausfinden. Gerade bei der Typografie. Das Problem nur: Vielen Anwendern und sogar manchen Grafikern fehlt das Wissen – und sie tun es trotzdem. Für Rudolf Paulus Gorbach ein Thema, das sich zum Schlechten gewendet hat: „Da jeder heute Typografie irgendwie macht, es aber nicht gelernt hat oder sogar ignoriert, kommt massenhaft grafischer Schund heraus, was einer kulturellen Belästigung gleichkommt.“ Aber es gibt auch Gutes: „Bei einer richtigen Benutzung moderner Programme und dem Wissen und Können in der Gestaltung kommt heraus, dass wir nie zuvor so gute Typografie wie heute machen konnten.“TypografieRudolf Paulus Gorbach ist gelernter Buchdruckmeister, Hersteller, Gestalter, Lehrkörper, Autor und vieles mehr. Über zehn Jahre war er der erste Vorsitzende der Typographischen Gesellschaft München und gibt heute weiterhin Seminare. Oberstes Prinzip: Qualität – klare Gestaltung und saubere Typografie. Deswegen ist „Typografie intensiv“ nicht nur ein Seminar- oder Buchtitel, sondern auch Passion des 75-Jährigen. Viel hat sich geändert im Laufe der Zeit, vor allem in den vergangenen Jahren, in denen Typografie digital wurde. Sagen Sie, Herr Gorbach, was sind die aktuellen Trends? „Da muss man zwischen echtem Trend und den Moden unterscheiden. Schriften erscheinen viel zu viele und wir brauchen so viele eigentlich nicht. Trotzdem ist es reizvoll immer wieder andere und auch neue Schriften zu verwenden, vorausgesetzt sie sind in jeder Hinsicht gut gestaltet, wozu ziemliche Erfahrung beim Schriftentwurf gehört. Als typografischen Trend sehe ich seit Jahren ein Besinnen auf Klarheit und gute Lesbarkeit, weg vom postmodernen Flimmern“, sagt der Typograf.

Rudolf Paulus Gorbach_BildDominik ParzingerUnd was kann eine Druckerei wie viaprinto in Zukunft für die perfekte Typografie leisten: „Materialvielfalt im Papier, nicht zu viel Veredelungswahn, bei dem dann meistens die eigentliche gestalterische Basis vergessen oder übertont wird. Mit dem erreichten Standard des Druckens bin ich heute sehr zufrieden. Die Typografie selbst entsteht vor dem Druck, also sollte die Wiedergabe auch im Textbuch beispielsweise dem traditionellen Standard des Grauwertes entsprechen“, sagt Gorbach und ergänzt: „Eine absolut präzise Wiedergabe der Gestaltung von Text und Bild ist heute möglich, sollte daher selbstverständlich sein. Natürlich müssen die Druckdaten ‚sauber‛ angelegt sein. Aber die Gestaltung wirkt natürlich mit. Wirre Gestaltung kann noch so gut gedruckt sein, der Eindruck des Betrachters bleibt dann eher mäßig.“

„Wirre Gestaltung“, ein Grundthema der Typografie, die eigentlich der obersten Regel folgen sollte: der Lesbarkeit. Wer als Gestalter mit Verlagen oder Marketingabteilungen zusammenarbeitet, weiß, dass durch ein Zuviel und Zudicht alle Gestaltungsideen vernichtet werden können. Nur führt tatsächlich an der Lesbarkeit kein Weg vorbei: „Die ‚richtige‛ Schriftwahl, nämlich eine gut lesbare Textschrift, die nicht zu individuell oder modisch ist. Die Bedürfnisse der Mikrotypografie müssen vom Gestalter beherrscht werden“, sagt Rudolf Paulus Gorbach.

Beherrschen Sie sie? Kennen Sie die Gestaltungsregeln? Rudolf Paulus Gorbach definiert die Top fünf der Fehler, die bei Drucksachen gemacht werden:

  1. Mangelnde Mikrotypografie
  2. Unklare Aufteilung
  3. Zu viel gewollt, was man aber selbst nicht beherrscht
  4. Falsche Schriftwahl
  5. Zu viele Inhaltselemente unterbringen wollen

Detaillierte Beispiele und auch Tipps gibt Gorbach in seinem Werk „Typografisch intensiv“. Ein paar kleine Grundregeln liefern wir noch mit:

– Achte immer auf die Basis-Schriftgröße: Sie sollte zwischen 9 und 12 Punkt liegen.
Zeilen nicht zu lang werden lassen: Online darf sie gerne auch etwas kürzer daherkommen als im Print.
Zeilenabstand: Längere Zeilen brauchen größeren Abstand. Keine zu großen Abstände wählen, sonst verliert der Leser den Faden.
– Obacht bei Wort-Trennungen: Wörtern den Sinn durch eine Trennung nicht nehmen. Und: Nicht mehr als drei Trennungen in der Abfolge.
– Verwenden von Schriftzeichen wie Anführungsstriche: Deutsche Gänsefüßchen sind keine Doppelstriche. Zahlen: Für Telefonnummern beispielsweise gibt es festgelegte Abstände durch Achtelgeviert, die Zweiergruppen bilden. Trennungsstriche oder Gedankenstriche? Da existiert ein Unterschied, denn Gedankenstriche sind länger.
Schriftmischung: Nicht zu viele Schriftarten mischen (höchstens zwei). Auszeichnungen sollten sich aus der Grundschrift und ihren Schnitten bedienen.
Gestaltung: Bilder und Text als anregende und logische Seitenaufteilung anlegen. Dynamik, Schwerkraft und Gleichgewicht sind zu beachten.
Negativtext ist für den Leser immer eine Herausforderung.

Rudolf Paulus Gorbach Buch_BildDominik ParzingerLese- und Fortbildungstipp: Als Buch: Rudolf Paulus Gorbach: „Typografie intensiv“, August Dreesbach Verlag 2013, 48,- Euro.
Oder als Seminar: Eine berufsbegleitende Aus- und Fortbildung in Typografie und Gestaltung. Mehr Infos unter TGM  oder gorbach-gestaltung.de

 

Fotonachweis: viaprinto, Dominik Parzinger (2)

28
Oktober
2014
Letzte Rettung Crowdfunding:

Wenn die Kraut den Druck erhöht.

Als exotisches Objekt und Liebling der Presse durchgereicht, ist Crowdfunding mittlerweile in der Mitte angekommen. Auch wenn es noch Luft nach oben gibt. Gerade für Autoren und Journalisten bedeutet Crowdfunding bei dem Vertrauens- und Finanzierungsverlust zu Verlagen eine Hoffnung. Anna Theil, COO von Startnext, erklärt viaprinto, welche Chance es gibt, seine Selfpublishing-Träume zu verwirklichen, oder was die größten Fehler sein können.

Vielleicht existiert die Gefahr, Crowdfunding zu überschätzen. Aber ganz sicher besteht die Gefahr, es zu unterschätzen. Im Duell Print gegen Online, im Versagen der Verlage ihren Aufgaben nachzukommen, im Rausch einer Gründerzeit ist dieses Werkzeug empor gestiegen, um Macher und Mäzenen, Freunde und Fans im Kampf um ein gemeinsames Ziel zu vereinen: das Crowdfunding-Projekt. Wie die Akquise von Kapital per Plattform funktioniert, hat sicher schon jeder mitbekommen: Projekt vorstellen, Zeitraum sowie Budget festlegen und hoffen, dass das Geld reinkommt, um seinen Traum zu finanzieren. Das kann eine App sein, ein Musikalbum oder ein Magazin.

Crowdfunding Projekte auf StartnextUnter den Projekten stehen viele in den Startlöchern, die sich mit den Thema Print auseinandersetzen. Da gilt es den ersten Roman selbst zu publizieren oder ein eigenes Magazin auf die Beine zu stellen. Die Chancen zur Verwirklichung stehen nicht schlecht. „Die Erfolgsquote bei dieser Art von Projekten ist genauso hoch wie in anderen Kategorien auf Startnext. Durchschnittlich erreichen 60% ihr Finanzierungsziel“, sagt Anna Theil von Startnext. Etwa 400 Projekte sind bisher in den Kategorien Journalismus, Literatur und Comic gestartet: „Ich würde schätzen, dass es bei 2/3 um Print geht“, ergänzt die Geschäftsführerin. Die Förderer sind interessiert an diesen Themen.

Wer also sein eigenes Buch verlegen möchte, der kann frei experimentieren. Online-Druck hilft dabei. Denn durch die niedrigen Kosten oder die kleinen Auflagen je nach Bedarf, die die Ressourcen schonen, liegt die Veranschlagung des Budgets nicht zu hoch. Auf zehn E-Books kommt eine Print Ausgabe, so heißt es, aber die hat es in sich, sie kann als Rezensionsexemplar überzeugen oder als Zeugnis die Professionalität unterstützen.

Dann also los. Hier noch einige Tipps, die uns Anna Theil mit auf den Weg gegeben hat, damit das Projekt bei Startnext von Erfolg gekrönt sein kann und damit durch die „Kraut“ finanziert wird:

– Lesen Sie sich die anderen Projekte durch, recherchieren Sie, bekommen Sie ein Gefühl dafür wie der Ablauf ist und unterstützen Sie selbst ein Projekt.

– Formulieren Sie klar und deutlich Ihre Ziele: Wie bei einem Küchenzuruf, müssen Sie unkompliziert erklären können, was Sie sollen und warum Sie es wollen.

– Am besten eignet sich hierfür der Dreh eines Videos.

– Bleiben Sie authentisch, denn die Crowd merkt, wenn Sie nicht ernstgenommen wird. Sympathische Menschen lässt es sich viel leichter unter die Arme greifen.

– Bieten Sie ein attraktives Dankeschön an.

– Informieren Sie alle, die Sie kennen. Machen Sie Werbung bei Freunden und Verwandten: Jeder kann gebraucht werden, der die Idee von dem Projekt weiterträgt.

startnext_logo_2014_original_weissAls Hilfe bietet Startnext regelmäßig Workshops an, die zum Beispiel erklären, wie man ein Projekt startet, damit es erfolgreich ist. Mehr Infos unter: www.startnext.de/shop/workshops

23
Oktober
2014
WAS IST COLOR-MANAGEMENT?

Folge 9: Realitätsnähe durch Tiefe und Sättigung.

Color_Management_Titel„Was ist Color-Management?“: Dazu zählt auch das Wissen um Farbtiefe und Farbsättigung. Charlotte Erdmann erklärt in Folge 9, was sich dahinter verbirgt.

Menschen nehmen Farben anhand von drei Eigenschaften wahr: Farbton, Helligkeit und Sättigung. Farbton und Helligkeit sind dabei relativ einfach zu definieren, die Sättigung aber wird eher subjektiv empfunden. Denn sie beschreibt die Farbkraft, also die Intensität der Farbe. Damit möglichst viele Farben am Monitor aber überhaupt dargestellt werden können, muss dieser eine gewisse Farbtiefe besitzen. Eine Begriffsklärung …

Drei Dimensionen von Farben
Wie bereits in den vorherigen Folgen dieser Serie beschrieben, werden Farben über Farbräume definiert. Sie entstehen durch drei Koordinaten, mittels derer die Farbe in einem Raum festgelegt werden. Während aber die technischen Farbräume wie RGB oder CMYK – über die wir in den vergangenen Folgen berichteten – immer über drei unterschiedliche Farben definiert werden, in deren Raum sich eine neue Farbe bildet, setzt die menschliche Wahrnehmung bei der Farbenerkennung andere Parameter an. Ein Maler charakterisiert Farben immer nach ihrem Ton, der Helligkeit und eben auch der Sättigung.

Was ist Sättigung?
Der Maler meint mit Sättigung allerdings nicht, wie dick die Farbe auf seiner Leinwand aufgetragen ist, sondern vielmehr in welchem Verhältnis der Buntwert zur Helligkeit der Farbe steht. Aber auch am Computer wird die Sättigung in einigen Farbmodellen eingesetzt. Dazu zählt unter anderem bei dem HSB-Farbmodell, das auf dem Farbenkreis basiert und die Sättigung als wichtiges Element beinhaltet. Mit HSB lassen sich daher Farben wie von uns in der Natur wahrgenommen beschreiben. Ähnliches gilt für die Farbmodelle HSV, HSL und HSI, die neben dem Farbton (Hue) und der Helligkeit (Brightness) eben auch die Sättigung (Saturation) beschreiben – allerdings mit leichten Veränderungen. HSI beispielsweise setzt die Lichtintensität mit ein, HSV nimmt den Grauwert eines neutralen Graus als Ausgangspunkt (Value) und HSL beschreibt statt der absoluten die relative Helligkeit.

Sättigung als Rendering Intent
Alle genannten Verfahren, die den Sättigungswert als Parameter im Farbmodell verwenden, sind allerdings nicht geeignet, wenn man Bilder ausgeben möchte. Das rein wahrnehmungsorientierte Verfahren muss deshalb immer umgerechnet werden, um es auf Papier zu bringen. Will man dabei dann den Sättigungsgehalt der Farbe nicht verlieren, sollte man als Umrechnungsmethode den „Saturation Rendering Intent“ im Anwendungsprogramm auswählen. Es bewahrt den Sättigungsgrad, während der bei einer Umrechnung unabdingbare Verlust mehr zu Lasten des Farbtons geht. Die Farben bleiben allerdings stark im Ausdruck und leuchtend, so dass sich diese Umrechnungsmethode gut für Grafiken und Diagramme eignet.

Wir sehen nur genug bei passender Farbtiefe
Bleiben wir bei der Wahrnehmung: Während die Sättigung den Bezug zwischen Helligkeit und Buntheit herstellt, ist in der Farbenlehre und damit der Wahrnehmung des Auges auch die Farbtiefe wichtig, um Farben zu erkennen. Denn tatsächlich versteht man in der Malerei bzw. der realen Darstellung von Farbe unter der Farbtiefe die scheinbare Farbstärke von Farbmitteln. Mit anderen Worten: Je mehr Pigmente eine Farbe enthält, umso intensiver wird sie wahrgenommen. Was für die Pigmente bei Druckfarben gilt, funktioniert auch am Computer. Hier ist die Farbtiefe allerdings die mögliche Darstellung einer Farbe auf einem Monitor. Nur wenn dieser genug Farbabstufungen ermöglicht, können damit Farben auch tatsächlich der Realität sehr nahe kommend wiedergegeben werden.221014_Summary

Technik hinter der Farbtiefe am Monitor
Am Monitor werden Bilder durch Pixel aufgebaut, wobei jeder Pixel Rot, Grün und Blau wiedergeben kann – und in der Mischung dieser Farben jeden Farbton des RGB-Modells. Die Farbtiefe beschreibt dabei die Bits, die pro eines solchen Pixels wiedergegeben bzw. gespeichert werden können. Bits können nur zwei Zustände besitzen: 0 und 1. Je nach darstellbarer Tiefe eines Pixels ergeben sich daraus dann die Farben, die der Monitor wiedergeben kann. Pro Farbwert hat ein Monitor beispielsweise 8 Bit pro Pixel bei zwei Zuständen der Bits, woraus sich ein Wert von 2 hoch 8, also 256 Farbstufen, ergibt. Multipliziert man die drei Farbwerte miteinander (Rot, Grün und Blau haben je 256 Abstufungen zur Verfügung), ergibt sich eine Farbtiefe von 256 x 256 x 256 = 16,7 Millionen Farben. Sogenannte 24-Bit True Color Monitore weisen diese Farbtiefe auf, während die neueren 32-Bit True Color Geräte sogar 4,3 Milliarden Farben (2 hoch 32) darstellen können.

Hier eine Übersicht der Farbtiefen der jeweiligen Monitortypen:
16-Bit High-Color: 65536 Farben
24-Bit True-Color: 16,7 Millionen Farben
32-Bit True-Color: 4,3 Milliarden Farben

Farbtiefe bei Digitalfotos und Scans
Doch selbst mit den besten True-Color-Monitoren kann man kein Digitalbild im Original wiedergeben, denn diese werden meist mit 24 Bit gespeichert, um möglichst detailgetreue Aufnahmen zu erhalten. Scans können sogar mit bis zu 48 Bit Farbtiefe gespeichert werden. Die hohen Farbtiefen kann man zwar am Monitor nicht sehen, sie werden aber dazu benötigt, um bei der Umrechnung in andere Farbmodelle so wenig Verluste wie möglich zu erhalten. Einfach gesagt wird das Ergebnis einer Bildbearbeitung umso besser, je höher die Farbtiefe des Ausgangsbildes war. Tonwertkorrektur und Nachbearbeitung gelingen dann nämlich so fein, dass im Endergebnis keine Verluste wie Treppeneffekte oder Verwischungen erkennbar sind. Die hohe Farbtiefe ist also in den Eingabebereichen wie Scan, Fotografie etc. durchaus sinnvoll. Speichern lässt sie sich hingegen nur in bestimmten Formaten wie tiff, die eine solche Farbtiefe auch in ihren Algorithmen verarbeiten können.

Die Farbtiefe von Monitoren spielt auch eine Rolle in unserer nächsten Folge, in der es um die Ausgabe von Bildern am Monitor geht und warum Softproofs dem Endergebnis nie vollständig ähneln können.
Charlotte Erdmann

Charlotte Erdmann (Bild: Matthias Martin)

Charlotte Erdmann (Bild: Matthias Martin)

 

Lesen Sie in der kommenden Folge aus unserer Reihe
„Was ist Color-Management?“:
Vorsicht bei Softproofs.


 

 

 

 

Bereits erschienen:
So nimmt das Auge Farben wahr.
Warum Farben dreidimensional sind.
RGB, CMYK und LAB erklärt.
Farbräume für Monitore – sRGB oder Adobe RGB?
Monitore kalibrieren – Die richtige Farbe finden.
Den Farbraum bestimmen – so geht’s.
Farben konvertieren bedeutet immer Verluste.
Umwandeln mit Methode – die Rendering Intents.

15
Oktober
2014

Toleranzen beim Druck.

Kontrolliert, optimiert und positioniert, geschnitten, gefalzt und geklebt: Bis Sie Ihr fertiges Druckprodukt in den Händen halten, durchläuft Ihre hochgeladene Datei Station um Station im Druckprozess. Da drohen schon mal die berühmten Späne zu fallen … Wer die heiklen Stellen für den Druck kennt, kann sich vorbereiten.

Papier lebt. Und bis es bedruckt und verpackt per Lieferant bei Ihnen ankommt, sind unzählige digitale, mechanische, automatische und manuelle Verarbeitungsschritte vorangestellt. Das beginnt mit der automatischen Datenannahme, die rund um die Uhr bereitsteht. Wir prüfen Ihre Dateien kostenfrei, ob der Beschnitt passt oder ob Schriften eingebettet sind. Ist durch den Datencheck die Druckfähigkeit attestiert, korrigiert das System automatisch Ihre Unterlagen für den Druck. Alles ist perfekt aufeinander abgestimmt. Aber trotzdem: Toleranzen in Bezug auf Farbe, Position und Formate können wir nicht komplett ausschließen – vor allem auch, weil es sich beim Papier um ein „lebendes“ Material handelt.

Der Drucker spricht daher von Toleranzen, die es gilt zu kennen und zu berücksichtigen. Wir erklären sie Ihnen:

Farbwiedergabe
Farbabweichungen können zwischen der Darstellung Ihrer Inhalte am Bildschirm und auf dem Papier entstehen. Der Grund liegt in den unterschiedlichen Farbraummodellen des Monitors und der Druckmaschine (RGB versus CMYK). Sind die Farben von RGB in CMYK umgewandelt, so sind die Daten gut vorbereitet für den Druck. Mehr Details können Sie in unserer Wissensreihe: „Was ist Color-Management?“ nachlesen.

Auch können ungleiche Farbeindrücke zwischen Bildschirm und Papier durch die Papierfarbe und die Veredelung entstehen. Oberflächenstrukturen reflektieren das Licht unterschiedlich.

Toleranzen im Planschneider
Das Zuschneiden am Planschneider wird beeinflusst durch die Art des Bedruckstoffes, die Grammatur und das Papiervolumen. Toleranzen können 1-2 mm betragen.

Falzung
Bei diesem Prozess für Flyer & Co. kann es wegen der Verdrängung geschehen, dass die Position des Falzes innerhalb eines Falzbogens um bis zu +/- 1 mm von dem rechnerischen Wert abweicht.

Aufstoßung am Klebebinder/Broschürenfertiger und beim Planschneider
Bei Klebebindung und Heftung von Soft- und Hardcover oder einer Broschüre kann es zu Aufstoßtoleranzen am Bogenkopf und Bogenrücken von bis zu +/- 0,5 mm kommen. Aufstoßen ist übrigens das „auf-die-Unterlage-stoßen“, um Teile, die vor- oder zurückstehen, in eine Reihe zu bringen.

Einhängung am Klebebinder/Broschürenfertiger
Die Abweichungen durch das Schneiden, Rillen, Pressen und andere Weiterverarbeitungen addieren sich zu einer „Toleranzkette“, weswegen nun auch beim Verbinden des Inhaltes mit dem Umschlag (Einhängen) bei Broschüren, Soft- und Hardcover Toleranzen eingerechnet werden müssen. Sie betragen an Kopf und Fuß +/- 0,3 mm sowie an der Vorderkante +/- 0,5 mm.

Auch kommt es zur Seitenverdrängung beim Einhängen am Broschürenfertiger. Wir berücksichtigen und reduzieren während der Bogenmontage diese Verdrängung, aber können sie nicht gänzlich beseitigen.

Bitte nicht vergessen: Diese Toleranzen der einzelnen Arbeitsschritte können auch additiv wirken.

9
Oktober
2014
Was ist Color-Management?

Folge 8: Umwandeln mit Methode – die Rendering Intents.

Color_Management_TitelBisher haben wir erfahren, dass Farben beim Kalibrieren gefunden werden müssen und dass bei der Konvertierung Farben verloren gehen. Da Drucken ohne Farben generell unvorteilhaft ist, stellt unsere Fachautorin Charlotte Erdmann nun Methoden vor, um erfolgreich umzuwandeln. Kurz: Hier kommen die Rendering Intents.

Wenn Farben im Druck nicht so erscheinen, wie Sie sie zuvor auf dem Bildschirm gesehen haben, dann kann dies an der Umrechnungsmethode liegen, die Sie für den Wandel des Ausgangsfarbraums (meist RGB) in den Zielfarbraum (im Druck CMYK) verwendet haben. Mit dem Rendering Intent (Wiedergabeziel) wählen Sie die passende Umrechnung.

Gamut Mapping: Das Umrechnen der Farbräume 
Wie bereits in den vorhergehenden Folgen der Wissensreihe “Was ist Color-Management?“ beschrieben, kommen Sie um eine verlustbehaftete Anpassung des Farbraums kaum herum, wollen Sie ein digitales Bild ausdrucken. Denn während das Bild im großen RGB-Farbraum aufgenommen wurde, beschränkt sich Druck auf CMYK, das einen wesentlich kleineren Farbumfang hat. Der Gamut, wie der Farbraum im Englischen genannt wird, muss also je nach eingesetztem Gerät der Aufnahme (Quellmedium) und der Wiedergabe (Zielmedium) umgerechnet werden. Doch dabei sollen die sichtbaren Veränderungen der Farben so gering wie möglich gehalten werden. In Anwendungsprogrammen wie Adobes Creative Suite oder QuarkXPress werden die nicht auf dem Ausgabegerät darstellbaren Farben deshalb vom Quell- auf das Zielmedium angepasst. Diese Anpassung in Form einer Umrechnung nennt man Gamut Mapping.

Rendering Intents: Die Verfahren zur Umrechnung
Allerdings gibt es nicht DIE Umrechungsmethode, um ein in RGB aufgenommenes Bild in CMYK umzuwandeln, denn je nach Bildart und Ausgabegerät unterscheiden sich auch die Verfahren, mit denen Sie die besten Ergebnisse erzielen. Um die Umrechnung an verschiedene Druckmaschinen und Papiersorten allerdings bestmöglich anzupassen, schuf das ICC (International Color Consortium) sogenannte Rendering Intents, mit denen die Farbumrechnung von einem in den anderen Farbraum festgelegt wird. In den Rendering Intents sind die Strategien und Algorithmen zum Ersetzen der Farben, abgestimmt auf ein Zielmedium, hinterlegt. Der User findet sie in jedem Color-Management-System, das die diversen Programme anbietet. Egal also, ob Sie in Photoshop einen Softproof sehen wollen oder am Monitor die Farben 091014 Summarykalibrieren möchten, immer wieder wird der Anwender nach der „Renderingpriorität“ gefragt.

Vier Rendering Intents: Die Empfehlung
Das ICC legte insgesamt vier Rendering Intents fest, die allerdings nicht genormt sind, sondern nur eine Richtung der Umwandlung vorgeben. Aus diesem Grund kann das Ergebnis – ähnlich eines analogen Films, der je nach Hersteller und Entwicklung andere Farben aufweist – je nach eingesetztem Farbrechner unterschiedlich ausfallen. Setzten Sie also das Color-Management von Adobe ein, können die Endfarben anders sein, als bei der Nutzung des Apple-eigenen Color-Managements. Der Grund hierfür liegt darin, dass die Rendering Intents das Farbwissen dieser Hersteller widerspiegeln und diese jeweils andere Umrechnungsformeln einsetzen. Dabei stehen allerings immer die vier vom ICC vorgegebenen Rendering Intents zur Wahl: Perzeptiv, Sättigung, Relativ farbmetrisch und Absolut farbmetrisch. Sie werden unterteilt in zwei Kategorien: Zum einen dem neuen Zweck (Re-Purposing) dienend und zum anderen für andere Druckausgaben (Re-Targeting). Zum Bereich Re-Purposing zählen das Perzeptive und das Sättigungserhaltende Rendering Intent. Die anderen Druckverfahren decken das Absolut farbmetrische und das Relativ farbmetrische Rendering Intent ab:

1. Wahrnehmungsorientiert, perceptual, empfindungsgemäß: Das Perzeptive Rendering Intent
Bei der Umwandlung eines Bildes zum Druck auf Papier wird oft wahrnehmungsorientiert umgerechnet. In Photoshop finden Sie bei den Farbeinstellungen (Menü „Bearbeiten“) dazu im Bereich „Konvertierungsoptionen“ die „Priorität“, die Sie auf „Perzeptiv“ einstellen sollten. Um die Farben bei dieser Umwandlung so nahe wie möglich ans Original zu bekommen, werden sie gesamt komprimiert, bis die Quellfarben in den Zielfarbraum eingepasst sind. Wahrnehmungsorientiert bedeutet dabei eine nicht-lineare Umwandlung, die große Farbabweichungen insbesondere bei neutralen bzw. wenig gesättigten Farbtönen verhindert. Diese werden vom menschlichen Auge nämlich wesentlich intensiver wahrgenommen, als Abweichungen bei gesättigten Farben. Gesättigte Farben werden also stärker im Perzeptive Rendering Intent komprimiert, als ungesättigte. Damit wird auch der kleineren Bandbreite an Farben im Druck Rechnung getragen, was auf der anderen Seite aber in einer blass wirkenden Darstellung resultieren kann. Dennoch eignet sich Perzeptiv gut zur Umwandlung von RGB in CMYK.

2. Sättigungserhaltend: Das Saturation Rendering Intent
Ebenfalls gut für den Druck und damit die Umwandlung von RGB in CMYK ist das Rendering Intent „Sättigung“ geeignet. Insbesondere kräftige Farben werden hiermit besonders gut wiedergegeben, da es die Farben insbesondere im Bereich der Sättigung bestmöglich umrechnet, wobei andere Werte wie Helligkeit etc. verändert werden. Das geht oft zu Lasten der Farbtöne, bringt aber leuchtende Farben im Druck. Insbesondere Darstellungen, in denen der Farbton nicht so wichtig ist, sind deshalb für diese Umrechnungsmethode geeignet. Dazu zählen Präsentationen oder Diagramme, aber auch Vektorgrafiken, deren Farbwerte nicht exakt dem Original entsprechen müssen.

Re-Targeting durch farbmetrische Verfahren
Wollen Sie Ihre Bilder zunächst auf einem Digitaldrucker mit sechs oder mehr Farben ausgeben oder eine Offsetmaschine für den Ausdruck verwenden, die Sonderfarben einsetzt, eignen sich die farbmetrischen Verfahren für die Umwandlung der Farbräume. Sie behalten alle Farbwerte des Zielmediums bei und schneiden die nicht wiederzugebenden Farben so ab (Clipping), dass sie auf dem Rand des Zielfarbraums abgebildet werden. Am Rand der Farbwerte kommt es dabei zwar zu einem höheren Detailverlust, innerhalb des Zielfarbraums aber wird die Farbdarstellung sehr nahe an der Quelle wiedergegeben. Es gibt zwei farbmetrische Verfahren, die je nach Ausgabegerät (Monitor oder Tintenstrahldrucker) ausgewählt werden:

3. Relativ colorimetrisch: Das Relativ farbmetrische Rendering Intent
Wollen Sie nur einen Softproof auf dem Monitor wiedergeben, ist das Relativ farbmetrische Rendering Intent zu wählen. Bei diesem Umrechnungsverfahren wird zunächst der Weißpunkt der Quelle und des Ziels analysiert, um darauf aufbauend die Farben umzuwandeln. Auch hier werden die Farben am Farbraumrand abgeschnitten, was zum Ausfransen sehr heller Farbtöne führen kann. Die Farben aber werden brillant und leuchtend wiedergegeben, so dass Sie Relativ farbmetrisch wie beim sättigungserhaltenen Verfahren vor allem für Präsentationen oder Vektorgrafiken nutzen sollten.

4. Absolut colorimetrisch: Das Absolut farbmetrisch Rendering Intent
Soll das Bild allerdings auf einem Digitaldrucker mit mehr als den üblichen vier Farben ausgedruckt werden, wählen Sie Absolut farbmetrisch. Dieses Verfahren berücksichtigt sowohl das Papierweiß als auch die absoluten Farbwerte, wodurch der Digitalproof dem Druckendergebnis im Offset sehr nahe kommt. Es wirkt sich also sehr ähnlich aus, wie die Umrechnung für den Druck selbst und weist nur wenig Qualitätsverluste auf, weshalb es inzwischen in den meisten Bildbearbeitungsprogrammen das voreingestellte Verfahren ist. Charlotte Erdmann

Charlotte Erdmann (Bild: Matthias Martin)

Charlotte Erdmann (Bild: Matthias Martin)

 

Lesen Sie in der kommenden Folge aus unserer Reihe
„Was ist Color-Management?“:
Was sich hinter Farbtiefe und Farbsättigung verbirgt.

 


 

 

 

Bereits erschienen:
So nimmt das Auge Farben wahr.
Warum Farben dreidimensional sind.
RGB, CMYK und LAB erklärt.
Farbräume für Monitore – sRGB oder Adobe RGB?
Monitore kalibrieren – Die richtige Farbe finden.
Den Farbraum bestimmen – so geht’s.
Farben konvertieren bedeutet immer Verluste.

 

7
Oktober
2014
Patrick Kiss im Interview:

„Uns ist wichtig, dass der Geschäftsbericht die Zielgruppen ‚erreicht’.“

Patrick Kiss, Head of Investor & Public Relations der Deutsche EuroShop AG, über Geschäftsberichte und welche Gründe es gibt, dieses Printmedium zu nutzen.

viaprinto: Herr Kiss, vielleicht erläutern Sie zu Beginn des Interviews unseren Lesern, was Deutsche EuroShop beim Geschäftsbericht generell wichtig ist? Worauf legt Ihr Unternehmen konzeptionell, stilistisch und grafisch Wert?

PATRICK KISS: Uns ist wichtig, dass der Geschäftsbericht die Zielgruppen „erreicht“. Das heißt für uns nicht nur, dass er private wie institutionelle Investoren, Analysten, Kooperationspartner, Mietpartner und andere Stakeholder mit den gesuchten Informationen versorgt. Wir möchten mit einem „Mehr“ an Details, einer frischen Gestaltung und besonderen Einblicken eine Bindung, idealerweise Vertrauen aufbauen und festigen. Unser Geschäftsbericht ist nicht nur eine Pflichterfüllung, sondern für uns auch eine Imagebroschüre, die die „Persönlichkeit“ des Unternehmens Deutsche EuroShop transportieren soll.

DES GB2013 Dviaprinto: Sollten Unternehmen Geschäftsberichte drucken oder sie nur online bereitstellen? Warum setzen Sie auf die gedruckte Ausgabe?

PATRICK KISS: Wir werden unsere Berichte auf absehbare Zeit auch als gedruckte Variante zur Verfügung stellen. Durch regelmäßige Umfragen unsererseits und durch zahlreiche Anfragen stellen wir immer wieder fest, dass der Bedarf zwar nachlässt, aber immer noch signifikant hoch ist. Lustigerweise hat unser gedruckter Geschäftsbericht schon eine kleine Fangemeinde, die ihn als „Sammlerstück“ betrachtet.

viaprinto: Was ist Ihnen beim Druck wichtig? Welche Funktionen oder Services schätzen Sie bei Ihrer Online-Druckerei?

PATRICK KISS: Beim Druck erwarten wir technische Präzision, die den Bericht nicht verfälscht. Es kann nämlich vieles schieflaufen. Ich denke da an die Farben, die Bindung, den Zuschnitt. Manchmal lassen wir uns für die Veredelung des Berichts noch ein paar Details einfallen. Wenn die Online-Druckerei uns dabei beraten und die Wünsche umsetzen kann, kommen wir – gepaart mit einer preiswerten und hohen Qualität sowie einer schnellen und termingerechten Ausführung – dem Idealzustand sehr nahe.

Wir danken Ihnen für dieses Interview.

 

Altmarkt-Galerie Dresden Aussenansicht der ErweiterungDeutsche EuroShop – Die Shoppingcenter-AG

Die Deutsche EuroShop ist Deutschlands einzige Aktiengesellschaft, die ausschließlich in Shoppingcenter an erstklassigen Standorten investiert. Das MDAX-Unternehmen ist zurzeit an 19 Einkaufscentern in Deutschland, Österreich, Polen und Ungarn beteiligt. Zum Portfolio gehören u.a. das Main-Taunus-Zentrum bei Frankfurt, die Altmarkt-Galerie in Dresden und die Galeria Baltycka in Danzig. Der Marktwert der überwiegend in Innenstädten liegenden Center beläuft sich auf 3,7 Mrd. €.

25
September
2014
Und wer hat's erfunden?

Die Geschichte des Corporate Design.

Es gilt gemeinhin als Tatsache, dass das Corporate Design von Peter Behrens erfunden wurde. Ein Mythos, der unzerstörbar ist. Es lohnt sich aber genauer hinzuschauen …  

Die Geschichte begann – so will es die Legende – als Paul Jordan, seines Zeichens AEG-Direktor, Peter Behrens 1906 zum künstlerischen Beirat des Unternehmens berief. Auftrag: Das Entwerfen von Produkten, 01_peter-behrensFirmen-Symbol, Schriften, Gebäuden und vielem mehr. Der Architekt, Maler und Gestalter erfüllte schon zuvor kleinere Arbeiten, aber jetzt wurde ein Designer gesucht, der sich dem Erscheinungsbild industrieller Güter und dem Unternehmensauftritt widmet. Das war neu. Nicht ganz neu war, dass Behrens’ Geschäftsunterlagen und Werbeträger für eine Firma entwarf, denn das tat er bereits 1905 für die Delmenhorster Linoleum-Fabrik AG.

Dass sich industrieller Fortschritt und Massenanfertigung mit Kunst und Spektakel verbindet, zeichnete sich schon weit vorher ab: Seit den Weltausstellungen wuchs die Verbindung immer mehr – Kunst neben Kanonen, Stahlbauten fürs Amüsement, Glühbirnen zur erheiternden Illumination. Das Unternehmen AEG war mit diesen Glühbirnen Edisons groß geworden. Kein Wunder, dass der Leitgedanke Behrens’ Kunst und Technik miteinander zu verbinden, hier seinen industriellen Nährboden fand.

Peter Behrens’ (im Bild) Turbinenhalle in Berlin-Moabit, die sich architektonisch den Ansprüchen von Fertigung und Mitarbeitern anpasst, ist lebendige Kunstgeschichte. Seine mechanischen Entwicklungen für die Massenproduktion und für die vereinfachte Lieferung waren wegweisend. Sein 1907 entworfener AEG-Schriftzug überlebte selbst das Unternehmen, 10_tee-undwasserkessel_1909welches 1982 Insolvenz anmelden musste. Er entwarf Lampen, Werksuhren und Wasserkocher ohne viel Verzierungen – der Funktion geschuldet. „Form follows function“ – zwar in der Chicagoer Schule und damit in der beginnenden Hochhaus-Architektur geboren – etablierte sich als Ausdruck in der Arbeit des Bauhauses. Dass die Form der Funktion folgen sollte, galt speziell für das Industriedesign – und heute für das Corporate Design. Es ist die Basis und scheint unüberwindbar. Walter Gropius, Gründer des Bauhauses, arbeitete übrigens für Peter Behrens, ebenso wie Mies van der Rohe oder Le Corbusier.

Dennoch: Der Begriff des Corporate Design taucht erst in den USA der 1960er Jahre auf. Er geht davon aus, dass ein einheitlicher visueller Marktauftritt in Farbe, Schrift, Logo, Werbung, Produkte, Verpackungen usw. konzipiert wird. Die Grundlage ist eine durchgängige Strategie für ein Brand. (Mehr darüber, was es beim eigenen Corporate Design zu beachten gibt und vor allem, was es bewirkt, steht in unserem Artikel von Fachfrau Kirsten Könen.) Bei den Arbeiten Peter Behrens’ ging es allerdings um die Perfektion des Einzelnen, geprägt von einer einmaligen Handschrift. Auch stand bis zum Ersten Weltkrieg der Unternehmer im Vordergrund, nicht die Marke.

Kleine Bemerkung am Rande: Zu Behrens’ Werk zählt auch der Schriftzug des Deutschen Volkes an Wallots Reichstag in Berlin. Die Gestaltung des Alexanderplatzes zählte zu seinen Spätwerken.

Neben Behrens war es in Deutschland Hans Domizlaff, der mit seinen Arbeiten für Philip F. Reemtsma und für Siemens Gestaltungsrichtlinien in die Unternehmenskultur prägte. Otl Aicher führte dies konsequent weiter in seinen Designs für die Deutsche Lufthansa AG oder die Braun AG.

 

(Bilder: AEG)

25
September
2014
Zeichen setzen:

Das perfekte Corporate Design.

Der Begriff Corporate Design ist nicht neu: Jeder hat bereits davon gehört, dass ein paar Grundregeln für den Logoeinsatz und die Hausfarben der Unternehmenskommunikation förderlich sind. Aber das ist längst nicht alles. Was sich wirklich hinter diesem Thema verbirgt, erfahren Sie hier: Neurodesign-Expertin Kirsten Könen gibt einen Rundum-Blick.

Um zu verstehen, was ein Corporate Design leistet, muss man einen Blick auf die Funktionsweisen des menschlichen Gehirns werfen. Jeder kennt diese Situation: Man trifft eine Person und innerhalb weniger Sekunden hat man sich – unbewusst – ein „Bild“ von ihr gemacht. Auf Unternehmensebene läuft das genauso. Die unbewusste Wahrnehmung des Betrachters bewertet ein Unternehmen: Hebt es sich von anderen ab? Gibt es einer Wiedererkennung? Bin ich emotional berührt? Dabei wird vor allem unser Gesichtssinn zu Rate gezogen – unser Auge ist verantwortlich für über 70% unserer Wahrnehmung, womit dem visuellen Unternehmensauftritt eine besondere Bedeutung zukommt.

Nun ist das Fundament eines differenzierenden und wiedererkennbaren Unternehmenslooks stets das Corporate Design. Es dient als Baukasten einer immer einheitlichen Gesamtkommunikation. In der Festlegung von Schriften, Farben, Logoeinsatz, Layout und – ganz wichtig – Bildwelt wird zunächst die Wiedererkennung möglich. Für das menschliche Gehirn ein Muss, denn nur klar abgegrenzte und leicht wiedererkennbare Designs erhalten im Gedächtnis einen Logenplatz. Dazu kommt der emotionale Wert: Über Farbe, Schrift, Bildwelt und grundsätzliches Design sagt ein Unternehmen eine Menge über sich aus. Warm oder kühl, lebensfroh oder sachlich, selbstbewusst oder süß – das CD sorgt in den ersten 1,7 Sekunden für den richtigen ersten Eindruck. (Das ist der Zeitraum, den das menschliche Unterbewusstsein für eine Beurteilung braucht.)

Welche Regeln sind einzuhalten?

Ein Corporate Design ist wie ein Baukasten anzuwenden. Es ist sozusagen das Grundgesetz für die Unternehmenskommunikation. Dieser Baukasten sorgt, auch wenn er in Varianz angewendet wird, für die Selbstähnlichkeit in der Kommunikation. Diese bezieht sich auf alle Formen mit denen Sie nach Außen treten: Kleidung, Architektur, Online-Auftritt und natürlich Ihre Printprodukte wie Briefpapier, Visitenkarten, Imagebroschüren oder Geschäftsberichte. (Im Idealfall kann ein Unternehmen dann auch ohne Logo erkannt werden, wie uns größere Marken wie Marlboro oder Coca Cola vormachen.) Zudem ist das CD ein marktwirtschaftlicher Faktor: Die konsequente Anwendung dieses Baukastens macht Ihre Unternehmenskommunikation effizient und leichter/mit weniger Aufwand steuerbar.

In der Regel enthält das CD:

• Aufbau und Einsatzszenarien des Logos
• Hausfarben
• Hausschriften
• Bildkonzept/Fotografie
• spezielle Designelemente
Wer noch weiter gehen möchte, legt im CD-Manual fest, wie die Elemente zusammengestellt werden und z.B. in einer Anzeige, einem Briefbogen, einer Visitenkarte aussehen.

Die Elemente eines CDs sollten glaubwürdig und konsistent aufeinander abgestimmt sein, um Irritationen zu vermeiden. Fragen Sie sich, ob die zusammengestellten Elemente wirklich zueinander passen und ein einheitliches Bild entsteht. Ein innovatives Unternehmen, das beispielsweise ein modernes Logo in Verbindung mit einem antiquierten Bildstil verwendet, schafft Verwirrung und verschenkt Potenzial.

Wie kann ein Unternehmen nachbessern?

Corporate Design ist viel mehr als nur Ästhetik. Es ist die visuelle Klammer, die alle Elemente der Kommunikation im Sinne der strategischen Ausrichtung des Unternehmens zusammenhält. Es ist stets auf Langfristigkeit angelegt, sollte sich allerdings im Laufe der Zeit mit dem Unternehmen mitentwickeln. Wer bereits ein CD hat, sollte regelmäßig prüfen, ob es tatsächlich der aktuellen Corporate Identity entspricht und diese treffsicher widerspiegelt. Dabei geht es sowohl um den Gesamteindruck als auch um eine Bewertung der einzelnen Elemente. Ist Ihr CD in sich stimmig? Signalisiert es dem Betrachter Glaubwürdigkeit und Sicherheit? Ein wesentlicher Aspekt Ihres CDs ist außerdem der Differenzierungsgrad: Haben Sie den Wettbewerb gesichtet und sichergestellt, dass es keine irritierenden Überschneidungen in Farbe, Bildsprache oder Schrift gibt?

Und auch die Praktikabilität will gesichert sein: Zunächst ist es hilfreich, ein Corporate Design Manual zu haben, damit alle Mitarbeiter, die mit Kommunikationsaufgaben betraut sind, auf ein Regelwerk zurückgreifen können. Keep it simpel: Ein zu kompliziertes Erscheinungsbild ist im Alltagsgeschäft zum Scheitern verurteilt. Lassen Sie Variationsmöglichkeiten: Ein zu starr konzipiertes CD wird oft von den Anwendern abgelehnt und nicht stimmig umgesetzt. Und zu guter Letzt: Benennen Sie einen CD-Verantwortlichen im Unternehmen, der Kommunikationsmaßnahmen vor der Veröffentlichung prüft.

Ein Corporate Design ist übrigens aus der Eigen-Perspektive schwierig zu beurteilen, weil oft die Objektivität fehlt. Hier hilft ein Kommunikations-Fachmann/frau weiter, der/die die Wirksamkeit und Praktikabilität des Corporate Designs aus Erfahrung und Marktbetrachtung heraus bewerten kann. Idealerweise bringt Ihr Kommunikationsprofi Kenntnisse aus dem Bereich Neuro-Marketing mit, um sicher zu stellen, dass Ihr Erscheinungsbild im Kopf Ihrer Kunden als wertvoll und vertrauenswürdig eingestuft wird. Der beste Weg, um den Kunden das JA zu Ihrem Unternehmen so leicht wie möglich zu machen!

Kirsten Könen, kirsten Koenen
Gastautorin und
CD Neurodesign
bei agent
-ci.

Freuen Sie sich schon auf den Folgeartikel, wenn wir mit dem Mythos aufräumen, Peter Behrens hätte das Corporate Design erfunden.

18
September
2014
Was ist Color-Management?

Folge 7: Farben konvertieren bedeutet immer Verluste.

Color_Management_TitelFür die Ausgabe eines Dokuments auf einer Druckmaschine muss der Farbraum immer in CMYK umgewandelt werden. Da RGB und CMYK aber unterschiedlich groß sind, muss von den Farbwerten immer etwas beschnitten werden. So kommt es bei der Farbkonvertierung unweigerlich zu Verlusten.

Eine Frage der Größe
Wie bereits beschrieben, unterscheiden sich Farbräume vor allem durch ihren Umfang. RGB beispielsweise umfasst ein breites Spektrum an Farben. Der Raum, der diese Farbe umschreibt, ist deshalb sehr groß. Wesentlich kleiner ist hingegen CMYK, denn rein physikalisch sind Druckfarben nicht in der Lage, die gesamte Brillianz einer Monitordarstellung wiederzugeben. Will man RGB und CMYK miteinander vergleichen, fällt also zunächst der Größenunterschied der beiden Farbräume auf. Andererseits gibt es auch im Druck Farbbereiche, die sich nicht auf einem Monitor darstellen lassen. Die beiden Farbräume sind also nicht nur unterschiedlich groß, sie haben auch verschiedene Formen. Im gedruckten Werk sieht man deutlich das Ergebnis dieser Größen- und Formenunterschiede: Leuchtende Monitorfarben werden matt und dunkler auf dem Papier wiedergeben. Der Grund liegt nicht nur in den Untergründen und Farben, sondern oft auch in der Konvertierung von einem in den anderen Farbraum.180914_Summary

Farbraumanpassung bedeutet Verlust
Die Konvertierung nämlich kann verheerende Folgen haben. Anders als der Softproof handelt es sich dabei um eine Vorgehensweise, mit der die Farbwerte innerhalb einer Datei endgültig verändert werden. Umso wichtiger ist es, sich über die Folgen bewusst zu sein, bevor man in einem Adobe-Programm auf „Farben konvertieren“ klickt. Denn sobald man diese Funktion aktiviert, werden die Farben unweigerlich im Dokument selbst geändert. Und dabei kommt es allein wegen der physischen Gegebenheiten zu Verlusten. Bei der einfachen Umrechnung ergeben sich dann Farbraumverschiebungen und die Farben werden im CMYK-Modus „stumpf“. Die Umrechnung des großen RGB-Farbraums mit seinen leuchtenden Farben in den wesentlich kleineren CMYK-Farbraum sollte also, um die Leuchtkraftverluste so gering wie möglich zu halten, mit einer gut auf das Endergebnis abgestimmten Umrechnungsmethode erfolgen.

Darauf ist bei der Umwandlungsmethode zu achten
Um also möglichst viele Farben des einen in den anderen Farbraum einzupassen und dabei die Verluste so gering wie möglich zu halten, muss eine entsprechend gute Umrechnung erfolgen. Dabei spielen viele Faktoren eine Rolle, denn will der eine seine knalligen Bilder ebenso knallig auf normales Zeitungspapier bannen, möchte der andere vielleicht einfach die Naturlandschaft in ihrer Schönheit so natürlich wie möglich und in Hochglanz ausdrucken. Je nach gewähltem Ausgangsfarbraum, wie beispielsweise sRGB oder eciRGB, und je nach gewünschtem Endergebnis, das auf gestrichenem oder ungestrichenen, auf Fotopapier oder Hochglanz ausbelichtet werden kann, muss also die Sättigung der Farben und die Farbgenauigkeit in bestimmten Bereichen angepasst werden. Hinzu kommt, dass das Weiß des Papiers mit in die Umwandlung der Farben einberechnet werden muss, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen.

Digitale Hilfe: Rendering Intents
Das alles lässt sich mit den sogenannten Rendering Intents bewerkstelligen. Sie berechnen auf Grundlage der Ausgangsfarbe und der Endfarbsituation das bestmögliche Ergebnis. Je nach eingesetztem Rendering Intent kann der Benutzer also unterschiedliche Drucke allein durch die Umrechnungsmethode erzielen. Die Umrechnung selbst nennt man dabei Gamut Mapping, sie erfolgt allerdings nie direkt, sondern immer über einen Verbindungsfarbraum. So ist sichergestellt, dass der Anwender im Druck das gewünschte Farbergebnis wirklich erlangt. Das International Color Consortium (ICC) legte dazu auf Grundlage der Formeln und Algorithmen der Farbtheorie verschiedene Richtungen für Rendering Intents fest. Charlotte Erdmann

Charlotte Erdmann (Bild: Matthias Martin)

Charlotte Erdmann (Bild: Matthias Martin)

 

Lesen Sie in der kommenden Folge aus unserer Reihe
„Was ist Color-Management?“:
Rendering Intents erklärt.

 


 

 

 

Bereits erschienen:
So nimmt das Auge Farben wahr.
Warum Farben dreidimensional sind.
RGB, CMYK und LAB erklärt.
Farbräume für Monitore – sRGB oder Adobe RGB?
Monitore kalibrieren – Die richtige Farbe finden.
Den Farbraum bestimmen – so geht’s.

 

4
September
2014
Was ist Color-Management?

Folge 6: Den Farbraum bestimmen – so geht’s.

„Was ist Color-Management?“ Nachdem unsere Autorin Charlotte Erdmann in den vergangenen fünf Folgen erklärte, welche Farbräume es gibt und wie sich Monitore kalibirieren lassen, erfahren wir in dieser Woche, wie der Farbraum richtig eingestellt wird.

Kein Monitor kann ein Druckergebnis 1:1 wiedergeben. Um dennoch ein annäherndes Ergebnis zu erhalten muss das Display zum einen regelmäßig kalibriert werden, zum anderen ist aber auch ein gutes Farbmanagement in den Programmen wichtig. Für die Kalibrierung gibt es passende Geräte auf dem Markt. Und mit den Adobe-Anwendungen ist man auch softwareseitig sicher – vorausgesetzt man weiß, wie der Farbraum richtig eingestellt und genutzt werden kann.

Farbcharakterisika der Wiedergabegeräte
Wer glaubt, Bildschirm ist Bildschirm, der irrt leider. Insbesondere die günstigen Displays sind nur selten in der Lage, einen großen RGB-Farbraum wiederzugeben. Bei der Anschaffung sollte man deshalb darauf achten, welchen Farbraum der Monitor darstellen kann. Aber auch dann ist eine farbgenaue Wiedergabe nur dann gegeben, wenn eine regelmäßige Kalibrierung stattfindet. Denn jedes Gerät, das Farben aufnimmt und wiedergibt hat seine ganz eigene Farbcharakteristik. Sogar Geräte des gleichen Typs und Herstellers können bei der Darstellung der RGB-Werte untereinander differieren.

Farbraum am Monitor bestimmen und justieren
Eine regelmäßige Kalibrierung, wie im vorhergehenden Artikel bereits geschrieben, ist deshalb unabdingbar. Den Farbraum des Monitors bestimmt man dabei mit einem sogenannten Colorimeter, das die dargestellten Farben aufnimmt und abspeichert. Empfehlenswert und erschwinglich sind die Modelle von Datacolor, die unter dem Namen Spyder firmieren, oder von X-Rite (ehemals GretagMacbeth). Mit diesen Geräten, die bereits ab 100,- Euro erhältlich sind, wird zunächst der tatsächliche Farbumfang des Bildschirms anhand von Testbildern ermittelt. Im Anschluss ermittelt die zum Farbmessgerät mitgelieferte Software, wie diese in den zu nutzenden Farbraum passt bzw. umgerechnet werden kann. Die Umrechnung der Arbeitsfarbräume ineinander geschieht über ein Profil, das von der Software der Kolorimeter automatisch im System abgespeichert wird

Endfarbraum: ICC-Profile und ProzessStandard Offsetdruck
Bei kritischen Farbwiedergaben sollte man neben den Monitorprofilen auch unbedingt die sich im Druck ergebenden Farben beachten. Insbesondere beim CMYK-Druck kann es ansonsten zu einer starken 040914_SummaryAbdunklung der Farben im Druck kommen. Erfolgt die Produktion hier bei viaprinto, empfiehlt sich für das Zielprofil die Nutzung der von uns bereitgestellten ICC-Profile. Sie beschreiben die Charakteristiken der Endgeräte, also der Druckmaschinen, und betten diese in Farbmanagement-Programme wie Photoshop aber auch in InDesign ein. Da viaprinto nach dem ProzessStandard Offsetdruck (PSO) arbeitet, installieren Sie am besten das Standardprofil „ISO coated v2 (ECI)“ auf Ihrem Rechner.

Für Adobe-Anwendungen legen Sie die Datei dazu am Mac in den Ordner LibraryApplication SupportAdobeColorProfiles. Unter Windows ist der Speicherort C:ProgrammeGemeinsame DateienAdobeColorProfiles. In Windows 7 wird das Profil über die rechte Maustaste automatisch im Ordner C:WindowsSystem32spooldriverscolor abgelegt und systemweit erkannt.

Hinter dem ProzessStandard Offsetdruck (PSO) steht eine ISO-Norm, die den Herstellungsprozess von Druckerzeugnissen beschreibt. Mit diesem Standard wird eine nachweisbare Qualitätssicherung der einzelnen Produktionsschritte gewährleistet. So ist sichergestellt, dass auch bei einem Nachdruck die Farben genau wie im Erstdruck aussehen.

Zielfarbraum CMYK auswählen für Druck und Softproof
In den Adobe-Anwendungen können Sie im Menüfenster „Farbeinstellungen“ außerdem den Zielfarbraum für CMYK bestimmen, also die Farbe, die im Druck angewendet wird. Bei der Produktion durch viaprinto wäre dies „ISO Coated v2 (ECI)“. Wenn Sie nicht genau wissen, in welchem Druckverfahren später gedruckt werden soll, ist „ISO Coated v2 300% (ECI)“ eine gute Wahl.

Diese Profile beschreiben den Farbraum des Druckers, so dass am Monitor das Druckergebnis einigermaßen farbecht simuliert werden kann. Man nennt diese Simulation auch „Softproof“. Sie sehen den Softproof allerdings nur, wenn Sie diesen in der jeweiligen Anwendung aktivieren. Unter Adobe gelingt das über das Menü „Ansicht“, indem Sie dort „Proof einrichten“ wählen. Im Anschluss aktivieren Sie den „Farbproof“ im gleichen Menü und sehen die Farben wie im CMYK-Druck dargestellt. Charlotte Erdmann

Charlotte Erdmann (Bild: Matthias Martin)

Charlotte Erdmann (Bild: Matthias Martin)

 

Lesen Sie in der kommenden Folge aus unserer Reihe
„Was ist Color-Management?“:
Farben konvertieren bedeutet immer Verluste.

 

 

 

 

 

Bereits erschienen:
So nimmt das Auge Farben wahr.
Warum Farben dreidimensional sind.
RGB, CMYK und LAB erklärt.
Farbräume für Monitore – sRGB oder Adobe RGB?
Monitore kalibrieren – Die richtige Farbe finden.

 

1
September
2014
Das Plakat:

Erst Kunst, dann Politik, dann Kommerz … Und dann?

Die Erfolgsgeschichte des Plakates begann vor mehr als 100 Jahren. In dieser Zeit hat es uns gelehrt, was schön, was zu wählen und was zu kaufen ist. Aber das Ende ist schon prophezeit…

„Der Plakatkünstler … muss etwas erfinden, das selbst den Durchschnittsmenschen anhält und anregt, wenn er vom Pflaster oder Wagen aus das Bild der Straße an seinen Augen vorbeieilen lässt“, sagte einst Jules Chéret. Der französische Grafiker gilt als einer der „Entdecker“ des Plakat-Potentials. Er ließ eine spezielle Druckerpresse nach Paris bringen, die es ermöglichten, großformatige Plakate zu drucken. Und er vereinfachte die Farblithografie. Seine Aufträge hatten Veranstaltungen wie Opern, Theateraufführungen oder Parfüms zum Thema. Oft warb eine junge, attraktive Frau mit deutlich platzierter Typografie um sich herum für das Produkt.

Toulouse-Lautrec_-_Moulin_Rouge_-_La_GoulueAllgemein bekannter dürften jedoch die Plakate eines Henri de Toulouse-Lautrec (Im Bild: Moulin Rouge, 1891). Sein Blick in die Pariser Bohème der Belle Époque prägen unser Bild auf den Jugendstil und den Beginn der Plakatkunst.

Sie alle schufen das Plakat, als es noch in den Kinderschuhen steckte und einen hohen künstlerischen Anspruch erfüllte. Seinen Ursprung hat das Plakat wohl in den Mitteilungen der Antike oder des Mittelalters, wenn Informationen in Form von Anschlägen an öffentlichen Plätzen publik gemacht wurden. Das Wort kommt übrigens von dem niederländischen plakatte, die geplackt wurden. Das war im 16. Jahrhundert.

Als Propaganda-Mittel bewiesen die Plakate, was alles in ihnen steckt. Nämlich die Macht, Meinungen zu bilden und zu beeinflussen. Zeigt aber auch, dass die Psychologie zunehmend Einfluss auf die Darstellung nimmt. Bedeutet also, dass dies perfekt zu nutzen ist für Werbung. Plakate erregen Sehnsüchte und Leidenschaften, spiegeln den Alltag und die Moden wider. Den Genres sind keine Grenzen gesetzt: ob Reisen und Filme, ob Konsumgüter oder Lebensmittel. Die Straßen wurden und werden mit allem bespielt.

Bleibt nur die Frage, ob es in Zukunft noch Plakate geben wird? Existiert der Abgesang nun auch schon eine Weile, gerade mit Aufkommen der digitalen Screens, kann ja provokativ gefragt werden, ob es noch einen Sinn für Litfaßsäulen gibt, wenn Köpfe vom Handy nicht mehr gehoben werden. Oder anders: In welche Werbeformen werden Marken investieren? Das Plakat hat in jedem Fall sicher eine größere Überlebenschance, wenn es erstaunt und nicht nur Informationen liefert.

Mehr über Plakate auch in unserem Tutorial „In fünf Schritten … zum Plakat.“ und in unseren Tipps & Tricks „Ist es nicht plakativ, ist es kein Plakat.“ Und ganz einfach zu drucken bei? viaprinto!

28
August
2014
Tutorial:

In fünf Schritten … zum Plakat.

Eine Welt ohne Plakate wäre grauer. Eine Welt ohne Plakate wäre langweiliger. Ihnen wird prophezeit, dass sie dem Ende entgegen sehen. Wir möchten Werbung für diese besondere Werbung machen. Und nicht nur, weil wir Plakate drucken.

Das Plakat legt eine wechselvolle Geschichte hin. Vor mehr als 100 Jahren quasi den Durchbruch geschafft, war es Kunstobjekt, Propagandamittel und einfache Werbung. Plakate spiegeln die Zeit wider, den Alltag und die Sehnsüchte. Sie sind ernst, witzig und informativ.

Bei der Gestaltung gibt es einige Grundregeln zu beachten:

  • Text und Bild müssen in jedem Fall zusammenpassen und eine Einheit ergeben.
  • Informationen müssen schnell vermittelt werden – daher das Plakat nicht überladen und auf die Leserlichkeit achten.
  • Schriftgröße ist ab 60 pt aufwärts zu empfehlen.

Weitere Tipps zur Gestaltung und Erstellung gibt es im Artikel „Ist es nicht plakativ, ist es kein Plakat.“ Der Artikel „Das Plakat: Erst Kunst, dann Politik, dann Kommerz … Und dann?“ erklärt, wo das Plakat herkommt, war es doch mal eine hohe Kunst.

Wie einfach der Weg zum eigenen gedruckten Plakat ist, zeigen wir in nur wenigen Schritten:

1. Auf www.viaprinto.de Produkt auswählen.

2. Produkt konfigurieren.

Ein Plakat ist schon per Definition an ein Format geknüpft, das seinen Platz einfordert. Kurz gesagt: Es muss groß sein. Sie haben die Auswahl: von DIN A3 hoch und quer bis Din A0 hoch und quer. Sonderformate einfach individuell erfragen unter 0800 5893141.

Weiter auszuwählen ist das Papier: 150 g/m² Standard würde sich anbieten oder das 130 g/m² Affichenpapier. Der Vorteil von Affichen: Es ist nassfest und die blaue Rückseite blockt das Licht, das durch die Rückseite durchscheinen könnte. Auch hinterlassen farbige Untergründe keine Schatten oder ähnliches. Also bei der Erstellung immer darauf achten, wo das Plakat schließlich seine Botschaft verbreiten wird.

NEU bei viaprinto sind die Plakate ab einer Auflage von >30. Sie entstehen im Offsetdruck. Hier gibt es für unsere Kunden jetzt die Auswahl: von DIN A3 bis DIN A0 und sogar DIN B1 sowie DIN B2 zählen zum Portfolio. Bei den Papieren wird es fast schon schwer – bei so viel Möglichkeiten: 115 g/m² Affichenpapier oder mehrere Grammaturen (115 + 135 + 170 + 250 + 300 g/m²) des Bilderdruckpapiers in matt oder glänzend stehen bereit. Sie können sich diese Papiervarianten auch per UV-Lack matt oder glänzend bei uns veredeln lassen.

3. Versandart wählen.

Die Plakate in einer Auflage von unter 30 Stück, können Sie per Express oder Standard bestellen. Die Offsetprodukte dagegen in den Lieferoptionen Economy oder Standard. Auch das ist NEU.

4. Dokument hochladen.

Im nächsten Schritt geht es dann an das Plakat selbst: Einfach das Plakat als JPEG, PDF, Word- oder PowerPoint-Datei hochladen. Das Datenblatt gibt übrigens genaue Infos zu Formaten oder zu druckspezifischen Anforderungen wie den Beschnitt. Der kostenfreie Datencheck prüft Transparenzen, Auflösungen, Beschnitt und Schriften.

Übrigens: Nach dem Hochladen und dem Zusammenstellen wird Ihr Projekt unter „Meine Projekte“ abgespeichert. Hier können Sie diese Datei frei verwalten und durch eine Freigabe Dritten zugänglich machen. Oder auch per Link einen öffentlichen Blick auf das Plakat ermöglichen: Sie können den Link in die Zwischenablage kopieren und – sofern Sie die Rechte besitzen – frei streuen.

5. Die Vorschau                                                                                                                                  

Sie selbst können sich in unserer Vorschau einen genauen Überblick verschaffen und das Plakat mit den eigenen Augen prüfen. Hier können Änderungen wie das Format, das Papier oder die Auflage vorgenommen werden. Dann nur noch abspeichern und/oder in den Warenkorb legen.

6. Im Warenkorb

Jetzt ist es bald geschafft und die Botschaft geht raus: Im Warenkorb können nochmals Mengen angepasst werden. Bei der Adresseingabe können Sie die Rechnungs-, Absender- und Lieferanschrift justieren. Nur noch die Zahlung auswählen: ob per Rechnung, Kreditkarte oder Lastschrift – und ab dafür. Ihr Plakat macht sich auf die Reise zu Ihnen, um dann als Botschafter die Welt erobern zu können.

Wenn Sie Fragen zu Ihrer Bestellung haben, dann wenden Sie sich doch einfach an unseren Kundenservice, der Ihnen gerne weiterhilft: 0800 5893141

21
August
2014
Was ist Color-Management?

Folge 5: Monitore kalibrieren – Die richtige Farbe finden.

Und wieder gibt es eine neue Folge unserer Wissensreihe „Was ist Color-Management?“ Diesmal erklärt unsere Autorin Charlotte Erdmann wie man durch das Kalbirieren des Monitors den Farben näher kommt.

ICC_profilFarbe ist eine Wahrnehmung, die durch diverse Umstände beeinflusst wird. Dazu gehört auch, dass ein Monitor Farben über das RGB-Modell wiedergibt, während gedruckte Unterlagen mit CMYK hergestellt werden. Hinzu kommt, dass jeder Monitor Farben unterschiedlich wiedergibt. Wie also findet man die „richtige“ Farbe?

CMYK und RGB angleichen
Zunächst stellt sich die Frage, was „richtig“ als Farbe auf dem Monitor überhaupt bedeutet. Meist möchte man Drucksachen auf dem Display so original wie möglich dargestellt bekommen. Hierzu gibt es den sogenannten Softproof, also einen digitalen Probeabzug. Dieser gleicht dem Endergebnis aber nur dann annähernd, wenn der darstellende Monitor zuvor kalibriert und das Farbmanagement aktiviert wurde. Denn nur wenn die diversen Ein- und Ausgabegeräte miteinander abgeglichen sind, werden die Farben verlässlich wiedergegeben.

Umgebung anpassen
Für die Simulation der gedruckten Farbe auf dem Bildschirm muss eine sogenannte Kalibrierung stattfinden. Das kann manuell geschehen oder mit speziellen Messinstrumenten, sogenannten Colorimetern sowie der entsprechenden Kalibrationssoftware. In beiden Fällen 120814 Summarysollte man allerdings zunächst für ein gutes Umgebungslicht sorgen. Der Arbeitsmonitor sollte nicht von Sonnenstrahlen direkt getroffen und künstliches Licht vermieden werden. Beides kann die Farbdarstellung auf dem Monitor enorm beeinflussen. Auch die Wandfarbe im Büro sollte nicht zu kräftig sein – auch sie beeinflusst die Wahrnehmung. Ein helles Grau ist neutral und eignet sich hier am besten.

Kalibrierung
Ist die Umgebung des Monitors geklärt, geht es an die eigentliche Kalibrierung, bei der das Display auf bestimmte, dem Druck angepasste Werte eingestellt wird. Zwar lassen sich diese auch von Hand erstellen, die Ergebnisse stellen einen aber nur selten zufrieden. Besser und inzwischen auch erschwinglich ist die Nutzung eines Colorimeters, das die Farbwerte des Displays ausmisst und per Software Farbstiche und Leuchtkraftverluste ausgleicht. Anders ausgedrückt wird der Monitor auf spezielle Werte für die Helligkeit (Luminanz), den Weißpunkt (Farbtemperatur) und den Helligkeitsverteilung (Gamma) eingestellt. Die für Bildbearbeitung am häufigsten genutzte Farbtemperatur ist dabei D65 oder 6500K. Der Gammwert wird meist auf 2.2 oder L* justiert. Und bei der Luminanz bevorzugt man 120 – 150 cd/m2 (90cd/m2 bei Notebooks). Mit der Messsonde kann der Monitor, der im Laufe der Zeit immer wieder an Farbe verliert, auch von Zeit zu Zeit nachjustiert werden.

Profile erstellen und nutzen
Sind die Eckdaten auf dem Monitor eingestellt, wird mithilfe der Software ein Profil für den Monitor erstellt. Erst mit diesem Profil ist es möglich, in einem Anwendungsprogramm nicht einfach nur Farbe zu sehen, sondern genau die Farbe, die man später auch im Endergebnis haben möchte. Die Profilierung ist daher Teil der Kalibration und speichert die Eigenschaften des Displays ab. Heraus kommt ein Profil, das in zum Farbmanagement fähigen Anwendungen wie Photoshop hinterlegt wird. Das Programm nutzt nun das Monitorprofil, um die Farben des Bildes vorübergehend in den Farbraum des Monitors umzurechnen. Zusätzlich kann man in Photoshop auch standardisierte Farbprofile hinterlegen, die im Softproof bereits das Profil der Druckmaschine simulieren. Oft werden hierzu die ICC-Profile der ECI (European Color Initiative, www.eci.org) genutzt. Bei viaprinto lässt sich so eine Datei mit den Angaben und Werten zum Profil in der Hilfe herunterladen und kann dann leicht installiert werden. Charlotte Erdmann

Charlotte Erdmann (Bild: Matthias Martin)

Charlotte Erdmann (Bild: Matthias Martin)

 

Lesen Sie in der kommenden Folge aus unserer Reihe
„Was ist Color-Management?“:
Den Farbraum eines Bildes bestimmen – so geht’s.


 

 

 

 

Bereits erschienen:
So nimmt das Auge Farben wahr.
Warum Farben dreidimensional sind.
RGB, CMYK und LAB erklärt.
Farbräume für Monitore – sRGB oder Adobe RGB?

 

19
August
2014

„Ist es nicht plakativ, ist es kein Plakat.“

Ein Hoch auf Plakate: Sie sind die alltagstauglichsten Botschafter. Laut. Anschmiegsam. Analog.
Wenn sie richtig gestaltet sind. Hier unsere Dos & Don‘ts für die fabulösen Kraftprotze. Den Anfang machen
Rocket & Wink.

Plakate sind Schreie für mehr … „Aufmerksamkeit“.
Was darf ein Plakat … „EINE Message rüberbringen. Nicht Viele. Und es muss immer eine Idee haben! Ein Plakat MUSS plakativ sein, ansonsten ist es, wie der Name schon verrät, kein Plakat. Leider vergessen das immer wieder Gestalter (und Kunden). Sie packen Plakate voll mit mehreren Botschaften und Texten. Teile auch versteckt und klein gestaltet.“
Was darf ein Plakat nicht … „in der Masse untergehen, zu unplakativ gestaltet sein, zu viel Inhalt haben, keine Idee besitzen.“
Das weltbeste Plakat erzählt von … „dem Zustand des Glücks, wenn man es entdeckt hat, und den Glückstränen nah, immer wieder betrachtet. Und wenn man denkt: so ein Mist, wieso habe ich nicht diese Idee für das Plakat gehabt.“

3679Wir haben das Kreativduo Rocket & Wink plakative Aussagen zum Plakat vervollständigen lassen, und was dabei rauskam, bringt es auf den Punkt: Plakate müssen auffallen. Die beiden Herren gewannen übrigens zuletzt beim Wettbewerb „100 beste Plakate“. (Im Bild Fritz-Kola Kampagne von Rocket & Wink, Petronius Amund Wink, Gerald Rocketson/100 beste Plakate e.V.) Mehr als 200mal ausgezeichnet, werben Dr. Gerald Rocketson und Petronius Amund Wink für Marken wie Nike oder Görtz sowie für Bands wie Seed oder Deichkind. Und keiner weiß, wer genau hinter den Masken steckt. Was eigentlich auch egal ist – denn Ihre Plakatwerbung trifft den Zeitgeist.

Was uns wieder zum Thema Plakat bringt: Denn es ist der Spiegel unserer Zeit. Farben, Formen, Motive, Schriften – sie alle fügen sich zu einem Gesamtgebilde zusammen, das überzeugen soll. Wenn die Grundregeln beachtet werden:

> Die Nachrichten müssen schnell und quasi im Vorbeigehen übermittelt werden können.
> Die Plakate nicht überladen.
> Die Nachricht klar und deutlich zeigen. Nicht zu viel Text oder Grafiken verwenden.
> Es muss Interesse und Begehrlichkeiten wecken.
> Auf die Leserlichkeit der Typo achten.
> Schriftgröße und -art (maximal drei unterschiedliche und ab 60 pt) sowie die Farbwahl der Schrift auf farbigem Untergrund beachten.
> Typo und Bild müssen zur Aussagen passen und gemeinsam einen geschlossenen Auftritt ablegen.
> Im Vorhinein sich über die Anforderungen bewusst werden: An wen richtet sich die Botschaft und von welchem Ort aus wird sie gesendet?
> Wo hängt das Plakat? Zu welcher Jahreszeit? Muss ich auf die Wahl des Papieres achten?
> Sind alle wichtigen Botschaften drauf? Zum Beispiel für Veranstaltungen nicht den Ort oder die Zeit vergessen.
> Eine gelungene Komposition steuert den Blick des Betrachters.
> Und ganz wichtig: Immer auf die Bildauflösung (300 ppi) für den perfekten Druck achten.
>Und das Urheberrecht des Bildes berücksichtigen.

Plakate drucken kann man übrigens ganz einach hier. Wie das ganz einfach und unkompliziert funktioniert, erklärt das Tutorial „In fünf Schritten zum … Plakat.“ Ein wenig Zerstreuung und Hintergrundwissen liefert unser Artikel über die Geschichte des Plakates: „Erst Kunst, dann Politik, dann Kommerz … Und dann?“

 

14
August
2014
Mehr Formate, Papiere, Auflagen und Veredelung:

Wir bauen die Plakate aus.

Ein Plakat muss auffallen. Ein Plakat muss treffen. Ein Plakat muss Platz haben, um sich ausrollen zu können. Mit unseren neuen Plakaten aus dem Offsetdruck bieten wir alle Freiheiten, die so ein Botschafter braucht.

icon-plakat-104x104Der Offsetdruck macht es möglich. Mit der Einführung der neuen Plakate schaffen wir wieder mehr Auswahl bei den Formaten, die es nun in den DIN-Varianten A0, A1, A2, A3, B1, B2 jeweils hoch und quer gibt. Das Papier-Sortiment erstreckt sich von 115 g/m² Affichenpapier bis 115, 135, 170, 250 sowie 300 g/m² Bilderdruckpapier in matt oder glänzend.

Das Besondere: Die Plakate lassen sich auch mit UV-Lack in matt oder glänzend veredeln. Das schützt zum einen die Botschaft vor Licht und Feuchtigkeit und bringt zum anderen die Farben klarer heraus und zum Leuchten.

Die neuen Plakate sind in kleinen Auflagen ab 25 Stück und in Großauflage bis 200.000 Stück bestellbar und ergänzen damit das Portfolio neben den bisherigen Plakaten, die sich durch den Digitaldruck besonders für kleine Auflagen, nämlich 1 bis 30 Stück, eignen.

12
August
2014

Briefpapier & Co.: Neuheiten im Sommer.

Sommerloch? Nicht bei viaprinto. Im Juli und August haben wir gemeinsam angepackt und unseren Kunden noch genauer zugehört, um ihren Wünschen entgegenzukommen. Ob das die Auflagenerweiterung verschiedener Produkte betraf, neues Papier oder weitere Veredelungsoptionen für Flyer, Visiten- oder Grußkarten. Aber wir hätten da noch etwas Neues im Angebot.

Um genau zu sein, runden wir Neuheiten heute mit ein paar Feinheiten ab: Unser Briefpapier ist nämlich passend zur Umstellung auf SEPA nun auch zweiseitig vierfarbig (4/4), zweiseitig schwarz-weiß (1/1) und einseitig schwarz-weiß (1/0) bestellbar. Für mehr Auswahl.

Wie leicht Sie an Ihr Briefpapier kommen können, erklären wir Ihnen in unserem Artikel „Tutorial: In fünf Schritten … zum Briefpapier“. Damit Sie auch alle wichtigen Formate und Normen beachten können, haben wir Ihnen die Informationen zur DIN 5008 und SEPA-Umstellung zusammengeschrieben und auch eine Vorlage zum kostenlosen Download bereitgestellt: Sie finden sie hier.

Außerdem: viaprinto liefert nun in den hohen Norden – nämlich nach Norwegen. Von Oldenburg nach Oslo sind es übrigens 968 Kilometer, nach Bergen 1327 Kilometer und zu den Lofoten 2528 Kilometer. Weiteres zu den Lieferungen gibt es in unserer Hilfe nachzulesen: Häufig gestellte Fragen zur Lieferung.

7
August
2014
Was ist Color-Management?

Folge 4: Farbräume für Monitore – sRGB oder Adobe RGB?

Color_Management_TitelIn Folge 4 unserer Wissensreihe „Was ist Color-Management?“ setzt sich unsere Autorin Charlotte Erdmann mit den Farbmodellen von Monitoren auseinander. Erfahren Sie alles Wichtige über RGB.

Auf einem Monitor lassen sich Farben nur mit dem RGB-Farbmodell darstellen. Doch RGB ist nicht gleich RGB. Mehrere Modelle konkurrieren auf den Monitoren um die Gunst der Nutzer. Doch welcher eignet sich für die Erstellung von Druckvorlagen besser?

RGB allgemein
RGB steht für Rot, Grün und Blau. Werden diese drei Farben zusammen gemischt, entsteht Weiß. Doch bei der Ausdehnung der Farben innerhalb des RGB-Farbraums bestehen teils große Unterschiede. Hierzu haben viele Initiativen und Gruppen eigene Modelle erstellt, um den Raum zu verbessern und möglichst gut auf die Umrechnung zu CMYK auszurichten. Diese Modelle sind nun in den Einstellungen nahezu jedes Monitors zu finden sind.

sRGB
Im Jahre 1996 entwickelten die beiden Firmen Hewlett-Packard und Microsoft den Farbraum sRGB eigens für die Nutzung an Röhrenmonitoren. Die Abkürzung bedeutet soviel wie Standard RGB, denn der 060814_SummaryFarbraum sollte als Standard etabliert werden. Tatsächlich unterstützen Firmen wie Intel, Pantone und Corel sRGB mit ihren Programmen das Modell, so dass man es aus den Programmen heraus ansteuern kann. Zwar ist sRGB kleiner als der normale RGB-Farbraum, jedoch kann er auf allen Monitoren eingesetzt werden.

Adobe RGB
Einer von den meistgenutzten Farbräumen an einem Display ist hingegen Adobe RGB. Im Jahr 1998 von der Firma Adobe entwickelt, sollten damit möglichst viele CMYK-Farben abgebildet werden können. So wollte Adobe erreichen, dass die Farben auf dem Bildschirm auch tatsächlich den Farben im Druck entsprechen. Adobe RGB kommt dabei sehr nahe an CMYK heran, so dass er der bestmögliche Kompromiss für die Arbeit mit Drucksachen ist.

ECI-RGB
Die 1996 gegründete European Color Initiative (ECI) erweiterte Adobe RGB noch etwas und schuf ECI-RGB. Bilder bearbeiten und anschließend in den Druck geben ist mit diesem Farbmodell besonders gut. Allerdings sollte man dann auch mit den von der ECI angebotenen Profilen an seinem Rechner arbeiten, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen.

Weitere RGB-Modelle: RGBY
Neben den genannten RGB-Farbräumen gibt es noch viele weitere, die vor allem für die neuen LED-Fernseher entwickelt wurden. So setzt Sharp den RGBY ein, bei dem eine vierte Farbe die Farbwiedergabe noch weiter verbessern soll. Diese Erweiterung ist allerdings nicht für den Druck geeignet, sondern bringt einzig auf dem Monitor selbst „knalligere“ und damit realitätsnahe Farben.
Charlotte Erdmann

Charlotte Erdmann (Bild: Matthias Martin)

Charlotte Erdmann (Bild: Matthias Martin)

 

Lesen Sie in der kommenden Folge aus unserer Reihe
„Was ist Color-Management?“:
Monitore kalibrieren – Die richtige Farbe finden.


 

 

 

 

Bereits erschienen:
So nimmt das Auge Farben wahr.
Warum Farben dreidimensional sind.
RGB, CMYK und LAB erklärt.