12
Juli
2019
Marketing

Social Media Marketing – Welche Plattformen gibt es?

Während man Facebook, Instagram, Twitter und Co. am Anfang noch sehr skeptisch gegenüber stand, beweisen auch heute noch steigende Nutzerzahlen und steigende Nutzungszeiten, dass die sozialen Medien in unserem Alltag angekommen sind. Es wird mal eben der Instagram-Feed durchgescrollt, wenn man auf seinen Zug wartet. Oder bei Facebook nachgeschaut, was der alte Schulkollege, mit dem man sich immer so gut verstanden hat, heute so macht. Was auch nicht wirklich schwer ist, denn: alleine in Deutschland greifen mehr als 32 Millionen Nutzer monatlich auf Facebook zu.

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an sozialen Medien, die zum Teil sehr kleine Nischen abdecken und somit nur für einen kleinen Kreis an Nutzern wirklich interessant sind. Wir wollen Ihnen hier die momentan wichtigsten und bekanntesten Medien vorstellen:

Facebook
Gilt hierzulande als erstes großes Soziales Netzwerk, das bereits seit 2004 online ist. Als studentische Idee geboren, die zunächst lediglich eine webbasierte Version offizieller Jahrbücher sein sollte, erreicht das Netzwerk heute mehr als 2,1 Milliarden Nutzer täglich.

Es werden Bilder und Inhalte, Links und Videos geteilt, geliked und kommentiert. In Gruppen kann man sich zu Themen austauschen, die einen interessieren oder Menschen kennenlernen, die die gleichen Interessen haben. Oder man nutzt das Netzwerk, um mit alten Bekannten in Kontakt zu bleiben.

Um all dies tun zu können, benötigt jeder Nutzer ein Profil, auf der er weitere Informationen von sich preisgeben kann und persönliche Updates teilen. Aufgrund der Größe des Netzwerks ist Facebook eine beliebte Werbeplattform, auf der an mehreren Stellen gezielt Werbung platziert werden kann.

Damit ein Unternehmen sich auf Facebook präsentieren kann, benötigt es eine sogenannte „Seite“. Seiten sind immer öffentlich, sie können nicht nur einem speziellen Kreis an Menschen zugänglich gemacht werden und sie sind beim Aufrufen ebenfalls sichtbar für Nicht-Facebook-Nutzer.

Instagram
2010 tauchte Instagram erstmals in Apples App Store auf. Ab 2012 gab es das Netzwerk dann auch für Android-Nutzer. Instagram zeichnet sich besonders dadurch aus, dass es hier ausschließlich um Bilder und Videos geht. Sie bekommen einen prominenten Platz, denn die Oberfläche der App ist schlicht gehalten. Nichts soll vom Bild ablenken.

Im Jahr 2016 führte Instagram sogenannte „Stories“ ein, die jedes Profil sich erstellen kann und die dann nur für eine Zeit von 24 Stunden online bleiben.

Instagram hat sich innerhalb kurzer Zeit zu einem sehr dominanten Medium entwickelt, das täglich bis zu 500.000 aktive Nutzer hat. Insgesamt gibt es dort bereits auch über 2 Millionen Werbetreibende.
Das Bild mit den meisten Likes (nämlich knapp 53 Millionen) ist übrigens die Darstellung eines Eis (world_record_egg).

Twitter
Im März 2006 startete der Mikrobloggingdienst unter dem Namen „twttr“ – eine SMS-basierende Plattform, deren Nachricht auf 140 Zeichen begrenzt wurde. Und dabei bleibt es bis heute.

140 Zeichen sind nicht viel und man meint schnell, dass gerade diese Restriktion dafür sorgen müsse, dass sich die Nutzer weniger beteiligen. Aber weit gefehlt. Sowohl im privaten als auch im geschäftlichen Bereich boomt Twitter und kann mit Nutzerzahlen über 330 Millionen weltweit aufwarten.

Besonders, wenn es um eilig kommunizierte Themen und Aktuelles geht, ist Twitter fast ungeschlagen. Trending Topics sind bei Twitter ein Feature, das durch das Angeben eines Hashtags (#) im eigentlichen Tweet erzeugt wird. Je mehr Tweets das spezielle Hashtag enthalten, desto eher wird das Thema ein Trending Topic.

YouTube
Oftmals wird YouTube gerade von Unternehmen unterschätzt. Die Plattform hat eine enorme Reichweite und wird heutzutage zu diversen Zwecken genutzt: Unterhaltung, Bildung, Information. Wer es schafft gute Videos zu produzieren, die zudem entweder einen enorm unterhaltenden oder informierenden Charakter haben, der kann sich eine Followerschaft aufbauen, die dann in der Regel auch häufig interagiert.

Jedoch bietet sich YouTube auch – und für Unternehmen vor allem – als Werbeplattform an. Werbung kann entweder als Banner oder Video geschaltet werden. Banner werden während der Wiedergabe unten am Rand des Videos angezeigt, kleinere Videos werden entweder zu Beginn der Wiedergabe angezeigt oder mittendrin.

Pinterest
Pinterest folgt einem interessanten Konzept: sein Name setzt sich aus den beiden englischen Wörter pin (= anheften) und interest (= Interesse) zusammen und genau so funktioniert es auch. Der Nutzer kann für ihn interessante Beiträge an virtuellen Pinnwänden anheften.

Pinterest dient dem Austausch seiner Nutzer über gleiche Interessen, Hobbys, Rezepte und vieles mehr. In den USA allein sind mehr als 70 Millionen Nutzer registriert, weltweit etwa 250 Millionen.

LinkedIn
LinkedIn gehört zu den beiden großen beruflichen sozialen Netzwerken. Aufgrund seiner internationalen Ausrichtung lassen sich hier insgesamt mehr als 610 Millionen Nutzer finden.

Das Portal kann ähnlich wie Facebook dazu genutzt werden Beiträge zu posten, zu teilen oder zu kommentieren. Zusätzlich kann das eigene Profil als virtueller Lebenslauf genutzt werden, indem alle bisherigen Karriere-Stationen detailliert beschrieben werden können.

Für Unternehmen lohnt sich die Plattform sowohl, um die eigenen Produkte und Dienstleistungen in den Mittelpunkt zu rücken, als auch ein gezieltes Employer Branding zu betreiben.

XING
Spezialisiert auf den deutschsprachigen Markt sind die Nutzerzahlen vergleichsweise gering und liegen bei „nur“ 16 Millionen Nutzern.

Das Nutzungsprinzip ist dem von LinkedIn sehr ähnlich.

In einem zweiten Beitrag zum Thema geben wir Ihnen Tipps an die Hand, wie Sie Werbung und Community Building in den Social Media effektiv gestalten. (Coming soon!)

4
Juli
2019
Marketing

Zielgruppen im Marketing

Ein nötiges Übel oder die Gelegenheit seinen Kunden näher zu kommen? Die Definition der eigenen Zielgruppen ist ein wichtiger Schritt, der nicht zu früh erfolgen kann. Denn: wer ein Unternehmen aufbaut, Werbeanzeigen und Kampagnen für seine Dienstleistungen und Produkte schaltet, der sollte sich darüber im Klaren sein, wen er genau damit ansprechen möchte.
Das ermöglicht eine klare Ansprache mit angepassten Werbemitteln, passenden Motiven und einer klaren Zieldefinition.

Was ist eine Zielgruppe?

Eine Zielgruppe kann definiert werden als eine Gruppe von Personen mit homogenen Merkmalen bezüglich ihrer Spezifikationen entsprechend ihres Marktes. Sie werden gezielt gebündelt, um auf etwas Bestimmtes angesprochen zu werden mit dem ein Ziel erreicht werden soll.

Hört sich hochtrabend an, ist es aber eigentlich nicht: es geht um Menschen mit gleichen Interessen oder Merkmalen, die auf ein bestimmtes Produkt oder eine bestimmte Dienstleistung aufmerksam gemacht werden sollen. Natürlich mit dem Ziel des Verkaufs bzw. der Vermarktung.

Generell unterscheidet man die Merkmale seiner Zielgruppe, abhängig auch vom Markt, auf dem sie definiert ist. Im B2C-Segment (Business-to-Customer) beispielsweise spielen persönliche Faktoren eine viel größere Rolle als im B2B-Segment (Business-to-Business), in dem es darum geht Geschäftskunden zu akquirieren.

Warum eine Zielgruppe?

Um sich bei der Planung von Anzeigen, Kampagnen oder weiteren Marketing-Aktivitäten immer genau vor Augen halten zu können, wen die Maßnahme ansprechen soll.
Eine Werbekampagne, die sich an 20-jährige Studenten und Studentinnen wendet wird sich sicherlich von einer unterscheiden, bei der die Angesprochenen zu den Best Agern gehören.
Genauso wird sich eine Kampagne für ein kleines oder mittelständisches Unternehmen von einer gezielten Kampagne, die sich Großkonzerne richtet, unterscheiden.

Der Marketing-Spezialist sollte sich immer vor Augen halten, für wen er gerade schreibt, skizziert, designt. Entspricht der eigene Entwurf gerade nur dem persönlichen Empfinden oder einem Trend, von dem er in einer Fachzeitschrift gelesen hat? Oder entspricht die Kampagne wirklich dem, was der Potentielle Kunde interessant und ansprechend findet?

Wie definiert man eine Zielgruppe?

Zunächst kann eine grobe Einschätzung gemäß spezifischer Merkmale getroffen werden. Steht der Kunde im Mittelpunkt der Betrachtung, können es folgende sein (Quelle):

  • Demografie
    (wie beispielsweise Alter, Geschlecht, Familienstand, Wohnort etc.)
  • Sozioökonomie
    (wie Bildungsstand, Beruf oder Einkommen)
  • Psychografie
    (wie Motivationen, Meinungen, Wünsche etc.)
  • Kaufverhalten
    (wie Preissensibilität, Mediennutzung, Zufriedenheit etc.)

Im B2B-Marketing stehen Unternehmen im Fokus, dort sind dann eher Merkmale wie die folgenden von Interesse:

  • Organisatorische Merkmale
    (wie Unternehmensgröße, Unternehmensstandort, Marktanteil etc.)
  • Ökonomische Merkmale
    (wie Finanzen, Liquidität, Bestände etc.)
  • Kaufverhalten des Unternehmens
    (wie Lieferantentreue, Kaufzeitpunkt etc.)
  • Personenbezogene Merkmale oder Charakteristika der Entscheidungsträger der Unternehmen

Wer sich mit seiner Zielgruppe beschäftigt, beschäftigt sich gleichzeitig auch mit deren Wünschen und Erwartungshaltungen oder mit Problemstellungen, mit denen die Mitglieder der Zielgruppe konfrontiert werden.

Um sich dies besser vor Augen führen zu können, kann man im Marketing mit sogenannten Personae arbeiten. Eine Persona ist prinzipiell eine personifizierte Zielgruppe mit Namen, Geschlecht, Gesicht, beruf, Alter, Familienstand, Biographie, Zielen, Erwartungen, Problemen, Wünschen.

Nehmen wir ein Beispiel:
Ein Unternehmen richtet sich mit seiner Dienstleistung an eine Zielgruppe, die aus jungen Müttern – vorrangig im Alter zwischen 25 und 35 Jahren – besteht, die verheiratet sind und deren Kind nicht älter als 12 Monate ist. Sie sollen sich in Elternzeit befinden, also aus einem Job heraus zur Vollzeit-Hausfrau und -Mutter geworden sein. Die finanzielle Situation der Familie soll gefestigt sein, die Wohnlage eher zentral, nach Möglichkeit in NRW.

Daraus ließe sich eine Persona erstellen:
Linda, 27 Jahre alt, Mediengestalterin in Elternzeit. Vor vier Monaten hat sie ihre Tochter Elena bekommen und ist seither mit ihr zuhause. Ihr Ehemann Manuel, 33 Jahre alt, geht weiterhin in Vollzeit seinem Beruf als Geschäftsführer eines kleinen Handwerksunternehmens nach.
Linda und Manuel wohnen in einem kleinen Mietshaus am Stadtrand von Düsseldorf. Wenn Elena 18 Monate alt ist, möchte sie sie vormittags in die Obhut einer Tagesmutter geben und halbtags wieder in ihren Beruf zurückkehren.

Wenn man Linda nun noch ein Gesicht gibt, ist die Persona fertig. Sicherlich lässt sich die Zielgruppe noch spezifischer definieren, dieses Gedankenspiel sollte nur der groben Überschaubarkeit genügen. Je genauer die Zielgruppe definiert ist, desto genauer kann auch die Persona gezeichnet werden.
Prinzipiell kommt es vor allem auf die Interessen der Personen an, die mit dem zu bewerbenden Produkt oder der Dienstleistung in Relation stehen.

Wann eine Zielgruppe?

Prinzipiell gilt: immer.
Ob man als Gründer ein Start-Up plant oder als Unternehmen ein neues Produkt auf den Markt bringt, als Dienstleister seine schon bewährten Dienstleistungen anbietet oder ein Traditions-Produkt bewerben möchte: Zielgruppen eignen sich immer dazu den eigenen Markt einzugrenzen und die Bedürfnisse der eigenen Kundschaft zu überblicken.
Eine Zielgruppendefinition sollte der erste Schritt sein, wenn es in die Planung geht. Sollte aber auch eine Rolle bei der Analyse von Marketing-Tätigkeiten spielen und immer wieder überprüft werden.

1
Juli
2019
Klimaschutzwochen 2019

Einfach mal blau machen…

…wir meinen natürlich grün! Denn bei viaprinto steht der gesamte Juli (01.07. – 31.07.2019) im Zeichen des Klimaschutzes.

Für Sie bedeutet das: jeder Ihrer Druckaufträge wird automatisch klimaneutral ausgeführt, ohne dass Ihnen dafür Mehrkosten entstehen. Denn die übernehmen wir für Sie!

Wie funktioniert das?
Wir unterstützen gemeinsam mit unserem Klimaschutzpartner ClimatePartner das 600.000 Hektar große Waldschutzgebiet April Salumei in Papua-Neuguinea. Der tropische Regenwald dort dient nicht nur der indigenen Bevölkerung als Lebensgrundlage, sondern auch einer Vielzahl an tropischen Vogelarten, exotischen Tieren und Pflanzen als Heimat. Rund 5 % der weltweiten Biodiversität verteilen sich auf Papua-Neuguinea.
Darüber hinaus ist das Areal ein wichtiger Kohlendioxid-Speicher, der jährlich 400.000 Tonnen Kohlendioxid kompensiert.

Seien Sie dabei und unterstützen Sie mit uns den Klimaschutz!

28
Juni
2019
Kundenstimmen

Das sagen unsere Kunden | Juni 2019

„Einfacher Bestellvorgang, super Online-Hilfen/Checklisten, Qualität top und Lieferung schnell und problemlos.“
03.06.2019

„Eine zuverlässige Online-Druckerei ohne Wenn und Aber. Was online nicht geklärt werden kann, wird einfach freundlich und kompetent im persönlichen Gespräch gelöst. Und zwar OHNE Wartezeiten. Absolut empfehlenswert.“
03.06.2019

„Ganz toller persönlicher Kundenservice. Man hat nicht das Gefühl, einfach nur ein Produkt im Internet zu bestellen. Die Lieferung war zum angegebenen Zeitpunkt da und die Qualität war ausgezeichnet. Ich empfehle viaprinto uneingeschränkt weiter und habe mittlerweile die 3. Bestellung aufgeben. Ich werde mich an diesen kundenfreundlichen Onlineanbieter binden.“
06.06.2019

„Schnell, einfach und gute Qualität.“
11.06.2019

„Alles wunderbar, sehr schönes Produkt, genau wie erwartet.“
13.06.2019

„Wir waren lange auf der Suche nach einem Dienstleister für unsere Druckerzeugnisse. Ein bisschen drucken kann ja jeder, aber viaprinto spielt in der Champions League mit. Von der Beratung bis zur Lieferung hat alles wunderbar geklappt, der Support ist erste Sahne und die Druckqualität ist das Beste, was wir bis jetzt gesehen haben. Wir werden in Zukunft nur noch hier bestellen.“
18.06.2019

„Preis-Leistung super, Lieferung sehr schnell.“
19.06.2019

„Ich bestelle alle Druckprodukte nur noch hier und empfehle viaprinto auch allen Leuten weiter. Ich war auch diesmal wieder sehr zufrieden. Vielen Dank.“
21.06.2019

„Nach selbstverschuldeter Fehlbestellung vom TOP Kundenservice freiwillige Kulanz erhalten. Auch ansonsten fast immer erreichbar und super hilfreich.“
26.06.2019

„Alles wie gewohnt in bester Ordnung und völlig unkompliziert“
27.06.2019

26
Juni
2019
viaprinto wissen

Kostenlose große Grafik-Software für den Desktop

Wir hatten im Rahmen unserer Serie „Kostenloses Gestaltungsmaterial für Designer“ bereits kleine Programme, Plug-Ins und Tools für’s Fotofiltern vorgestellt. Heute wollen wir drei große, umfangreiche Grafik-Programme beleuchten. Gibt es kostenlose ernst zu nehmende Alternativen zu Adobe, Affnity, Quark-X-Press und Corel?

Kommerzielle Desktop-Programme für Designer

Seit den Anfängen des Desktop-Publishings hat sich viel getan bei den großen kostenpflichtigen Programmpaketen für

  • Bildbearbeitung (Photoshop, Affinity Photo)
  • Vektorgrafik (Adobe Illustrator, Affinity Designer, Corel Draw)
  • Seitenlayout und Seitengestaltung (InDesign, Quark-X-Press, Affinity Publisher)

Eine kurze Geschichte der kommerziellen Grafik-Software

Der anfangs vielfältige Markt hat sich bereinigt und einige wenige Konkurrenten sind übrig geblieben. Eine dominierende Stellung hatte in vergangenen Tagen zum Beispiel QuarkXPress im Bereich Satz, Layout und Seitengestaltung mehrseitiger Dokumente inne. Eine andere Softwareschmiede, Macromedia, konnte mit dem weit verbreiteten Vektorgrafikprogramm „Freehand“ und anderen Programmen punkten: Etwa mit „Flash“ (Animation), „Director“ (Multimedia) oder „Dreamweaver“ (Webdesign). Macromedia wurde 2005 von Adobe gekauft. Bereits zehn Jahre vorher war Adobe mit Aldus zusammengegangen, das vor allem den QuarkXPress-Konkurrenten „PageMaker“ im Softwareportfolio hatte. Übrigens gehörte ursprünglich zu Aldus auch Freehand, das aber von Adobe zugunsten seiner eigenen Software „Adobe Illustrator“ stillgelegt wurde. Auch PageMaker wurde zwar noch etwas weiterentwickelt, dann aber durch das professionellere und funktionsreichere InDesign ersetzt.

Die Konkurrenzsituation bei der Grafik-Software

Man sieht an diesem ausschnittsweisen Rückblick, dass die kommerziellen Grafikprogramme eine inzwischen lange Geschichte haben und dementsprechend viel Know-How auf sich vereinigen. Aldus PageMaker ist bereits 1985 erschienen, Adobe Illustrator und QuarkXPress 1987, Photoshop 1990 und InDesign als Ablösung von PageMaker 1999.

Es gab noch weitere potenzielle Konkurrenten, wie Calamus, Viva-Express oder Ventura Publisher. Da aber der Markt für professionelle Grafiksoftware relativ klein ist und der Vorsprung jener Unternehmen, die das Desktop-Publishing von Anfang an prägten, groß war, gibt es heute eine überschaubare Anzahl an Konkurrenten.

  • Adobe: Die marktbeherrschende Position hat Adobe inne, das eine komplette Mediendesign-Grafik-Suite für alle Eventualitäten bietet und bei Bedarf neue Programme entwickelt und hinzufügt. Damit deckt Adobe den professionellen Bedarf in jedem Marktsegment des visuellen Gestaltens ab.
  • Affinity: Ein agiler Konkurrent ist Affinity. Das Unternehmen bietet mit „Photo“, „Designer“ und bald auch „Publisher“ eine überschaubare Grafik-Suite für die drei Hauptbereiche im Print-Grafik-Design zum Einmal-Preis an, während die „Adobe Creative Cloud“ als Abomodell gedacht ist, inzwischen aber auch wieder (teuer) kaufbar ist.
  • Quark: Das Programm galt lange Zeit als Pionier für Satz und Layout gerade in der Verlagsbranche. Auch Quark hat seine Software zu einer multifunktionalen Suite ausgebaut, die Bildbearbeitung, Vektorgrafikfunktionen und Webdesign umfasst.
  • Corel: Corel Draw war 1989 eines der ersten Vektorgrafik-Programme, im Laufe der Jahre wurde das Programm zur heutige „Graphics Suite“ ausgebaut, die mit „PhotoPaint“ auch Bildbearbeitung ermöglicht. Mit Corel Draw ist inzwischen auch die Gestaltung mehrseitiger Dokumente möglich. Da die Gestaltungssoftware zum Teil nur für Windows erhältlich war und wenig stabil lief, erreichte sie lange Zeit aber kein professionelles Niveau. Inzwischen ist Corel Draw aber mit vielen neuen Funktionen runderneuert worden. Corel entwickelt neben einigen anderen semiprofessionellen Programmen noch das Mal- und Illustrations-Programm Painter, das nicht etwa eine Konkurrenz zu Photoshop ist, da seine Bildbearbeitungsmöglichkeiten eingeschränkt sind. Es richtet sich an digital arbeitende Illustratoren und Künstler und bietet in diesem Bereich mehr Funktionen als Photoshop.
  • Microsoft: 1991 wurde der Microsoft Publisher als semiprofessionelles Programm entwickelt und bis heute fortgeführt. Es ist Teil der Office-Suite. Andere Hersteller von Textverarbeitungen, die Büro-Software-Suits entwickelt haben, enthalten ebenfalls kleinere Programme etwa zum Zeichnen, so etwa Libre Office Draw oder Open Office Draw, die aber inkl. dem Publisher professionellen Ansprüchen nicht genügen.

Der Markt kommerzieller Design-Software im Überblick

So ergibt sich in der Gesamtschau der kommerziellen Software für Mediendesigner ein klares Bild. Adobe ist der unangefochtene Platzhirsch, der sich seine Software über sein Abomodell gut bezahlen lässt, dafür aber alles bietet, was der Gestalter braucht. Affinity ist der neue Angreifer, der mit schlanken aber professionellen Funktionen in seiner Grafiksoftware zu einem günstigen Preis die einzige echte moderne Alternative zu Adobe ist. QuarkXPress und Corel Draw sind abgeschlagene Rivalen. Beide hatten im Laufe der Jahre mit Imageproblemen zu Kämpfen gehabt. Zudem konnte das Unternehmen lange Zeit Adobe und seiner umfassenden Grafik-Suite nichts Adäquates entgegensetzen. Corel erreicht ebenfalls bei weitem nicht den Adobe-Funktionsumfang und hat erst in den letzten Jahren begonnen, sich nach und nach zu professionalisieren.

Kostenpflichtige Programme kostenlos

Wer die sonst kostenpflichtigen Grafik-Programme kostenlos nutzen will, hat meist zeitlich begrenzt die Möglichkeiten dazu:

  • Testversionen: zeitlich begrenzte kostenlose Nutzung von Testversionen, die alle Hersteller anbieten.
  • Lockvogel-Versionen: Immer wieder werden von kleineren Softwarehäusern kostenlose Programme mit reduziertem Funktionsumfang und kostenpflichtiger Updatemöglichkeit auf Vollversion bzw. Premiumversion angeboten.
  • Aktions- und Werbeangebote nutzen, manchmal werden etwa im Rahmen einer Werbeaktion zeitlich begrenzt Programmpakete kostenlos oder reduziert angeboten. zum Beispiel wurde Photoshop CS2 kostenlos angeboten, allerdings nur für Nutzer im Besitz einer Lizenz, die Photoshop schon einmal gekauft hatten.

Betriebssysteme für Grafik-Designer

Die Profi-Werkzeuge standen bisher in der Regel meist nur für Apples MacOS und Microsoft Windows zur Verfügung. Inzwischen wurden kleine Softwares oder Softwareversionen zum Beispiel von Photoshop, Illustrator oder QuarkXPress auch auf mobile Geräte portiert, weil sich die Arbeitsweisen von Designern zunehmend ändern. Vor allem iOS und das iPad mit Stifteingabe standen hier im Fokus der Entwickler. Auch auf Googles „Chrome“-Betriebssystem für Laptops und „Android“ für Tablets und Smartphones laufen kleine Apps, die meist kostenlos sind.

Betriebssystem Linux als Kostenlos-Nische

Für Rechner, die unter dem Betriebssystem Linux laufen, gibt es kaum kommerzielle Grafik-Software, weil der Linux-Marktanteil mit unter 2% zu gering ist, um kommerziell interessant zu sein. Aber genau hier werden deshalb kostenlose Programme gebraucht. Linux ist nicht ein Betriebssystem, sondern es gibt zahlreiche Linux-Versionen, die auf dem Betriebssystem Unix basieren. Traditionell kamen Linux-Nutzer aus dem Programmierbereich, inzwischen gibt es aber Anwender-Oberflächen, die an Windows oder Apples MacOS erinnern. Dafür gibt es Softwarepakete, die ebenfalls über lange Zeiträume als freie, kostenlose Open-Source-Software programmiert wurden und zum Teil bezüglich ihrer Funktionalitäten bis in den Profibereich vorgedrungen sind, was für Open Source erstaunlich ist. Die Programmier-Community hat in einigen Fällen einen langen Atem bewiesen und zugleich dafür gesorgt, dass die Programme plattformkompatibel sind und auch unter Windows und MacOS laufen.

Drei betriebssystemübergreifende Anwendungen

Drei Programme haben sich dabei besonders hervorgetan. Einmal zeichnen sie sich durch Langlebigkeit und den Willen zur Veränderung aus, andererseits haben ihre Funktionen einen Komplexitätsgrad erreicht, den man eher bei Bezahl-Software findet. Alle drei laufen unter Windows, MacOS und Linux.

  • InkScape ist ein Vektorzeichenprogramm für Illustrationen oder kleinere Drucksachen, da es nur einseitige Dokumente anlegen kann. Es stammt aus dem Jahr 2003.
  • Scribus ist das mit InDesign vergleichbare Seitenlayout- und Satzprogramm für mehrseitige Druckerzeugnisse. Es ist ebenfalls 2003 erschienen.
  • Gimp als Bildbearbeitung stammt aus 1995. Wie viele andere Linuxprogramme war seine Benutzeroberfläche zunächst gewöhnungsbedürftig und das Programm oft schwerfällig. Inzwischen wurden beide Mängeln verbessert bzw. beseitigt.

Oben: Der Funktionsumfang von Inkscape entspricht in vielem dem, was kommerzielle Programme bieten.

Inkscape: Vektorgrafik kostenlos

Es gibt viele kleine Programme, die Grundfunktionen für das Erstellen oder Editieren von Vektorgrafiken bieten aber nur wenige umfassende Programme, mit denen man z.B. komfortabel komplexe Vektorzeichnungen mit Verläufen, Transparenzen und Randeffekten erstellen kann. Im kommerziellen Bereich sind das vor allem Adobe Illustrator und Corel Draw. Im nicht-kommerziellen Bereich ist das Inkscape. Inkscape unterstützt einseitige Dokumente und speichert eine Datei intern im SVG-Vektorformat, das auch ein wesentliches Dateiformat im Web ist.

Inkscape kann zum Beispiel Formate wie EPS (Encapsulated PostScript) oder PDF importieren, editieren und exportieren. Auch komplexe PDF-Dokumente sind bearbeitbar. An Pixelformaten wird JPEG, PNG und Tiff importiert, Ausgabeformate sind PDF, das Adobe-Illustrator-Format AI, PNG und diverse Spezialformate. Einen Schwerpunkt setzt Inkscape auf die Betriebssysteme Windows und Linux, MacOS wird in älteren Systemversionen oder über Umwege mit Zusatzinstallationen unterstützt, was für den technisch nicht-Versierten schwierig werden kann. Eine native Version für das aktuelle MacOS ist aber in Arbeit. Es sind eine 32-Bit- und 64-Bit-Version verfügbar.

Das Programm kommt gleich mit zwei Methoden für das Vektorisieren von Bildern. Das Tool „libdepixelize“ (erreichbar über die Funktion „Pixelkunst nachzeichnen“) ist ideal für das Vektorisieren grob gepixelter Pixel-Art und „Potrace“ für das herkömmliche Vektorisieren aller anderen Vorlagen.

Inkscape hat zur Zeit noch nicht die Programmversion 1.0 erreicht und hat noch einiges zu tun, um Stabilität und Geschwindigkeit und eine aktuelle Version für MacOS bereitzustellen. Dennoch bietet das Programm den größten Funktionsumfang eines nicht-kommerziellen Programmes für Vektorgrafik.


Oben: Scribus mit Palette für typografische Funktionen.

Scribus: Gestaltung und Satz mehrseitiger Dokumente

Auch Scribus hat ein professionelles Level erreicht und ist vergleichbar mit Programmen wie Adobe InDesign oder QuarkXPress. Es ist ein Programm für Gestaltung und Satz mehrseitiger Dokumente wie Broschüren, Kataloge oder auch Flyer. Sein großes Plus ist seine Datenkompatibilität. Man kann in Scribus Dateien aus vielen anderen Programmen öffnen und weiterbearbeiten, unter anderem InDesign-Dokumente über das InDesign-Austauschformat oder ältere QuarkXPress-Dateien (Version 3 und 4).

Speziell im Satzbereich verfügt Scribus über große Stärken. Da das Programm für Erweiterungen offen ist, können darüber auch Formeln oder selbst Noten gesetzt werden, was kommerzielle Programme meist nicht bieten. Ähnlich wie in InDesign können importierte Vektorgrafiken zum Beispiel AI, PDF, SVG oder WMF noch editiert werden. Auch verfügt das Layoutprogramm über eigene Vektorgrafik-Funktionen. Mit dem Leistungsumfang eines Adobe Illustrator oder von Corel Draw ist es aber lange nicht vergleichbar. Scribus gibt hochwertige PDF-Dateien als Druckdaten aus, unter anderem auch Produktivitätsformate wie PDF/X-1a, PDF/X-3 oder PDF/X-4. Es läuft unter Windows, MacOS, Linux und einigen anderen seltenen Betriebssystemen.


Oben: Das Dokumentenfenster von Scribus, in dem man die Seitenparameter festlegt.

Gimp: Bildbearbeitung in neuem Gewand

Gimp ist die kostenlose Open-Source-Alternative zu Photoshop. So kann es zwar grundsätzlich Photoshop-Dateien auch als Ebenendatei öffnen, allerdings kann es die auf das jeweilige Bild angewendeten Aktionen wie Filter, Stile oder Einstellungen nicht interpretieren. Gimp kann aber seine Dateien als PSD abspeichern, sodass diese in Photoshop weiter zu bearbeiten sind. Funktionell bietet Gimp vieles, das man von Photoshop kennt, obwohl es an dessen Funktionsumfang nicht heranreicht. Gimp kann außerdem Formate wie JPEG, PNG, TIFF oder SVG exportieren, letzteres auch importieren.

Hatte Gimp in seinen Anfangstagen ein eher gewöhnungsbedürftiges User-Interface hat sich das Programm inzwischen im Look & Feel etwas an Photoshop angepasst. Das früher zuweilen schwerfällige Gimp unterstützt inzwischen sogar Mehrkern-Prozessoren. Ein Nachteil: Es bietet zwar eine CMYK-Farbpalette an arbeitet aber ausschließlich im RGB-Modus, was aber zukünftig geändert werden soll.

Fazit: Was man bei kostenloser Software beachten muss

Kostenlose Software wird über Jahre von unterschiedlichen Programmierern entwickelt. Manchmal kommen die Projekte ins Stocken und es gibt lange keine neue Version. Manchmal werden Projekte eingestellt bzw. nicht weiterverfolgt und von anderen Entwicklerteams übernommen, was einem Neuanfang gleichkommt, der Vorteile aber auch Nachteile haben kann, weil die Kontinuität nicht gewahrt ist.

Ein wichtiger Punkt bei kommerzieller Grafik-Software ist ihre Aktualität. Kommt eine neue Betriebssystemversion von Apple oder Microsoft auf den Markt, muss die Software darauf angepasst werden. Das ist eine Schwierigkeit, die nichtkommerzielle Software meist nicht zeitaktuell meistern kann. Die hier vorgestellten Programme laufen zudem nicht immer stabil und man muss öfter als bei gekaufter Software Abstürze in Kauf nehmen. Ebenso ist die Arbeitsgeschwindigkeit ein Thema: Kommerzielle Software wird nicht nur auf Betriebssysteme abgestimmt sondern auch auf Hardware, zum Beispiel auf die Ausnutzung der Rechenleistung aktueller Prozessoren. Auch hier kann Kostenlos-Software oft nicht mithalten. Weiter zu beachten ist, dass man sich meist mit englischsprachiger Software auseinandersetzen muss und hat eine gewisse Einarbeitungszeit in Kauf zu nehmen hat, weil die Benutzerführung und Struktur in kostenloser Software meist etwas anders ist. Aber der große Vorteil ist: Man bekommt kostenlos ein riesiges Leistungspaket. Arbeitet man unter Linux, hat man zudem ein meist sicheres System und muss sich nicht mit Viren herumschlagen.

Tipp zum Weiterlesen

Im Rahmen unserer Serie „Datenformate“ hatten wir viele Programme im Hinblick auf ihre Export- und Importmöglichkeiten vorgestellt.

Ralf Wasselowski
Unser Gastautor: Ralf Wasselowski. Er betreibt die Agentur Conceptbüro in Essen und ist ein Kenner der Design-, Grafik- und Werbebranche. ©Ralf Wasselowski