20
November
2014
Was ist Color-Management?

Folge 11: Profile helfen beim Farbabgleich.

Color_Management_TitelEin wichtiger Bestandteil des Farbmanagements sind die sogenannten Farbprofile. Sie beinhalten die Farbräume des genutzten Ausgabegeräts und sind deshalb unabdingbar, wenn das Endergebnis im Druck dem Softproof oder der Wiedergabe auf dem Monitor besonders nahe kommen soll. Aber: Was sind Farbprofile im Detail? Eine neue Folge unserer Reihe Was ist Color-Management?“

Wozu Farbprofile?
Farben werden individuell wahrgenommen und ebenso individuell wiedergegeben. So wie jeder Mensch Farben unterschiedlich sieht, hat auch jedes Ausgabegerät seinen ganz spezifischen Farbraum. Scanner nehmen Farben anders auf, als sie Monitore wiedergeben; und im Druck erscheinen Farben wiederum ganz anders, als auf dem Monitor. Aber nicht nur die Art der Aufnahme und Wiedergabe lässt Farben so unterschiedlich erscheinen, vor allem die Farbräume der genutzten Geräte sind dafür verantwortlich, dass ein Bild am Monitor ganz anders wirkt als auf dem Ausdruck. Die Geräte in der Produktionskette müssen deshalb zunächst kalibriert und profiliert werden, um einen geräteübergreifenden Farbraum zu finden. Gespeichert werden diese Daten im sogenannten Profil. In dieser Datei enthalten sind die reproduzierbaren Farbräume des jeweils verwendeten Geräts. Die Profile berechnen außerdem mittels der Rendering Intents die Umwandlung beispielsweise des Monitorfarbraums in den des Endgeräts. So ist sichergestellt, dass die Farben in der gesamten Produktionskette möglichst ähnlich erscheinen.

Standardisierung der Profile
Da es eine Vielzahl an Geräten und auch Farbrechnern gibt, wurde bereits im Jahr 1993 ein Standard für Profildateien geschaffen. Acht Industrieunternehmen, darunter Adobe, Apple und Microsoft, gründeten das International Color Consortium, kurz ICC, mit dem Ziel, die Farbmanagement-Systeme über alle Betriebssysteme und Anwendungen hinweg zu vereinheitlichen. Heraus kamen die sogenannten ICC-Profile, die sogar in der ISO-Norm 15076 festgeschrieben sind. In den international standardisierten ICC-Profilen sind neben den Kriterien der Endgeräte auch weitere Faktoren wie die Papierart und deren Farbe niedergelegt. Dadurch kann das farbliche Endergebnis möglichst genau auf dem Monitor simuliert sowie auf der Druckmaschine dann auch tatsächlich ausgegeben werden.

Aufbau einer Profildatei
201114_SummaryTatsächlich handelt es sich bei einem ICC-Profil einfach nur um eine Datei mit der Endung .icc. Diese besteht aus einem Kopfbereich (Header) mit den Basisinformationen wie Profiltyp, Ersteller des Profils und das verwendete Farbmanagement-Modul. Diese Informationen kann man mit einer passenden Farbmanagement-Software einsehen. Im Anschluss folgt eine sogenannte Tag-Tabelle, eine Art Inhaltsverzeichnis und Übersicht, ob es sich um ein Eingabe- (scnr), Monitor- (mntr) oder Ausgabeprofil (prtr) handelt. Diese auch Profilklassen genannten Inhalte bestimmen darüber, wie das Farbmanagement-System die Farben von einem auf das andere Gerät überträgt und dabei so verschiebt bzw. umrechnet, dass sie dem Original möglichst nahe kommen.

Mittels der Profilklassen erkennt das Farbmanagement-System außerdem, ob ein Monitor genutzt wird, welcher Drucker die Ausgabe übernimmt und welchen Farbraum der Scanner besitzt. Neben den direkten Klassen gibt es noch die Klasse „Verknüpfung“, die zwei ähnliche Ausgabegeräte miteinander verbindet (link). Es handelt sich dabei um CMYK-zu-CMYK-Tabellen, die lediglich unterschiedliche Druckmethoden berücksichtigen.

Den Hauptteil der Profildatei macht allerdings die sogenannte Look-Up-Table aus (kurz: LUT), in der für jeden Farbwert der passende Farbwert des Ausgabegeräts steht. Auf diese Weise wird der Farbraum des einen Geräts mit dem Farbraum des anderen genau beschrieben. Je mehr Punkte im Farbraum in dieser Tabelle festgelegt sind, desto genauer ist das Profil. Alternativ kann das Profil auch eine Matrix enthalten, die mittels Matrizen und Kurvendefinition den Farbraum der beiden genutzten Geräte wiedergibt. Im Druck werden allerdings meist LUT-Profile genutzt, da diese ein konkretes Gerät besser beschreiben können. (Hier gibt es das ICC-Profil von viaprinto zum Download.)

Verbindungsfarbraum pcs als Übergangsrechner
Umgerechnet werden die Farben aber auch bei der Nutzung von Profilen nicht einfach 1:1, sondern meist wird ein Verbindungsfarbraum genutzt, der die Konvertierung erleichtert. Der Profile Connection Space, oder kurz pcs, wurde ebenfalls vom International Color Consortium als herstellerneutrale Plattform definiert, die als Schnittstelle der miteinander verbundenen Geräte fungiert. Dank dieses Zwischenschritts gelingt bei der Umrechnung der Farben mittels Farbprofilen eine Konvertierung, die möglichst wenig Verluste mit sich bringt und dennoch den Farbraum beispielsweise des Monitors dem des Druckers möglichst angleicht.

Natürlich lassen sich solche Profile auch selbst erstellen. Dies ist vor allem anzuraten, wenn man einen eigenen Farbdrucker nutzt, dessen Druckergebnis der Darstellung auf dem Monitor besonders nahe kommen soll. Aber auch Digitalkameras, die am Anfang der Produktionskette stehen, verwenden Farbprofile und können demnach auf die eigenen Gegebenheiten profiliert werden. In der nächsten Folge dieser Serie erläutern wir Ihnen, wie Sie eigene Profile erstellen können, beispielsweise für Ihren Tintenstrahldrucker. Charlotte Erdmann

Charlotte Erdmann (Bild: Matthias Martin)

Charlotte Erdmann (Bild: Matthias Martin)

Lesen Sie in der kommenden Folge aus unserer Reihe
„Was ist Color-Management?“:
Eigene Profile erstellen.

 

Bereits erschienen:
So nimmt das Auge Farben wahr.
Warum Farben dreidimensional sind.
RGB, CMYK und LAB erklärt.
Farbräume für Monitore – sRGB oder Adobe RGB?
Monitore kalibrieren – Die richtige Farbe finden.
Den Farbraum bestimmen – so geht’s.
Farben konvertieren bedeutet immer Verluste.
Umwandeln mit Methode – die Rendering Intents.
Vorsicht bei Softproofs.

17
November
2014

„100 Beste Plakate 14“

Am 15. Dezember startet eine neue Runde des Wettbewerbes „100 Beste Plakete“. Das sind alle wichtigen Infos zur Teilnahme.

Eingereicht werden dürfen alle Plakate aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die im Jahr 2014 gestaltet und realisiert worden sind. Vom 15. Dezember 2014 bis zum 25. Januar 2015 können sich Teilnehmer bewerben. Einfach ab dem Start unter www.registrierung.100-beste-plakate.de Abbildungen der eigenen Plakate hochladen.

Plakatgestalter (Grafikdesigner, Agenturen, Büros und Studierende), Auftraggeber und Druckereien aus den drei Ländern sind zur Teilnahme aufgerufen.

Der Wettbewerb finanziert sich aus den Teilnahmegebühren: für ein Plakat 50 €, bis drei Plakate 90 €, bis fünf Plakate 130 €, bis 9 Plakate 150 € , ab 10 Plakate 200 €. Studierende und Mitglieder des Vereins 100 Beste Plakate e.V. entrichten jeweils die Hälfte.100bp14_logo_web_lila

In der international zusammengesetzten Jury arbeiten Philippe Apeloig, F Paris, Christof Nardin, A Wien, Jiri Oplatek, CH Basel, Ariane Spanier, D Berlin und Richard van der Laken, NL Amsterdam mit.

Die nominierten Plakate werden im Rahmen der Ausstellung »100 Veste Plakate 14« im Sommer 2015 im Kulturforum Potsdamer Platz in Berlin und anschließend an weiteren Stationen in Deutschland, Österreich und der Schweiz gezeigt und im Jahrbuch »100 beste Plakate 14«, Verlag Hermann Schmidt Mainz, publiziert.

6
November
2014
Was ist Color-Management?

Folge 10: Vorsicht bei Softproofs.

Color_Management_TitelFarbkontrolle muss sein: Am besten funktioniert das über sogenannte Proofs. Warum Softproofs nicht dem Endergebnis ähneln (können) und wie Sie sicher gehen können, erklärt Charlotte Erdmann. Folge 10 unserer Wissensreihe: „Was ist Color-Management?“

Will man den Druck simulieren und sehen, wie das Endergebnis aussehen wird, erstellt man einen Proof. Das kann sowohl auf einem dafür geeigneten Drucker (Hardproof) als auch am Monitor (Softproof) geschehen. Doch mit einem Softproof lassen sich Druckergebnisse nur annähernd farbverbindlich wiedergeben.

Nahe am Endergebnis dank Software
Mit dem richtigen Display und einer guten Kalibrierung sind Sie einem farbverbindlichen Softproof schon sehr nahe. Die Software kann viel für den Softproof ausmachen, mit der die Farben nochmals nachkorrigiert wird. Sie muss den Druckstandard des Ausgabegeräts berücksichtigen und die Ausgabe von Druckdaten ermöglichen. In Adobes Creative Suite ist beides möglich. Dort lassen sich auch die 061114 Summarygeräteunabhängigen Informationen wie ICC-Profile hinterlegen, die dann bei der Ausgabe am Monitor berücksichtigt werden. Mehr zu den ICC-Profilen erfahren Sie in der kommenden Folge dieser Serie. Auch der Medienstandard Druck des Bundesverbandes Druck und Medien (bvdm) sowie die Grenzwerte des Fogra/Ugra-Medienkeils können mit berücksichtigt werden. In diesem Fall spricht man tatsächlich von einem farbverbindlichen Softproof.

Die Grenzen des Softproofs
Doch selbst der farbverbindliche Softproof kann auf dem einen Monitor ganz anders farblich aussehen als auf einem anderen Monitor. Denn für die Farbbetrachtung und -erkennung spielen noch weitere Faktoren eine Rolle. Beispielsweise werden gedruckte Proofs immer unter Normlicht betrachtet, so dass deren Farbigkeit nicht durch äußere Lichtvariationen beeinflusst wird. Ein Monitor hingegen steht nur selten unter Normlicht, er wird vom Betrachter in farblich variierenden Lichtumgebungen genutzt, was die Farberkennung wiederum beeinflusst. Zudem unterscheiden sich selbst Monitore vom gleichen Typ in ihrer Leuchtkraft und Farbtiefe, so dass eine Kalibrierung zwar annähernd die gleichen Werte bringt, jedoch nie zwei komplett gleich darstellende Displays erzeugt. Es handelt sich also auch hier immer nur um eine Annäherung. Außerdem kann ein Softproof natürlich nie das Raster des Drucks oder die Offset-Rosette darstellen. Auch die Mischung mit dem Papierweiß lässt sich nur annähernd simulieren, denn im Druck kann schon ein leichtes Creme als Papierfarbe die gedruckten Farben verschieben.

Wie kann man sicher gehen?
Wirklich sicher können Sie sich bei der Farbdarstellung nur sein, wenn Sie einen zertifizierten Proof auf der am Ende das Ergebnis druckenden Maschine erstellen lassen. So kann man Differenzen zwischen dem Kreativen, dem Kunden und der Druckerei von Anfang an aus dem Weg gehen. Ein gedruckter Proof aber mit Ugra/Fogra Medienkeil CMYK 2.0 als Kontrollstreifen darauf dauert seine Zeit. Für den Ersteller des Proofs kann dieser außerdem zur Kontrolle und Farbanpassung für den Softproof genutzt werden. So können Sie sicher sein, dass der Softproof beinahe vollständig dem tatsächlichen Druckergebnis entspricht.

Wer mehr Tipps und Hintergründe zum farbverbindlichen Arbeiten am Bildschirm erfahren will, dem sei das Fogra Softproof Handbuch ans Herz gelegt. Darin sind die Voraussetzungen für einen Softproof und die Einstellungen in den Anwendungsprogrammen detailliert erklärt. Charlotte Erdmann

Charlotte Erdmann (Bild: Matthias Martin)

Charlotte Erdmann (Bild: Matthias Martin)

 

Lesen Sie in der kommenden Folge aus unserer Reihe
„Was ist Color-Management?“:
Was ist ein Farbprofil?


 

 

 

 

Bereits erschienen:
So nimmt das Auge Farben wahr.
Warum Farben dreidimensional sind.
RGB, CMYK und LAB erklärt.
Farbräume für Monitore – sRGB oder Adobe RGB?
Monitore kalibrieren – Die richtige Farbe finden.
Den Farbraum bestimmen – so geht’s.
Farben konvertieren bedeutet immer Verluste.
Umwandeln mit Methode – die Rendering Intents.
Realitätsnähe durch Tiefe und Sättigung.

4
November
2014

Typografie kennt Regeln, kennen Sie sie auch?

Rudolf Paulus Gorbach ist Meister seines Faches: der Typografie. Der Autor, Seminargeber und ehemalige Vorsitzende der tgm, Typographische Gesellschaft München, gibt einen Überblick über die aktuelle Lage und die typografischen Trends. Zudem erklärt der Fachmann, was es an Grundregeln zu beachten gibt.

Typografie ist ein Handwerk. Ob jemand sein Handwerk versteht, lässt sich leicht herausfinden. Gerade bei der Typografie. Das Problem nur: Vielen Anwendern und sogar manchen Grafikern fehlt das Wissen – und sie tun es trotzdem. Für Rudolf Paulus Gorbach ein Thema, das sich zum Schlechten gewendet hat: „Da jeder heute Typografie irgendwie macht, es aber nicht gelernt hat oder sogar ignoriert, kommt massenhaft grafischer Schund heraus, was einer kulturellen Belästigung gleichkommt.“ Aber es gibt auch Gutes: „Bei einer richtigen Benutzung moderner Programme und dem Wissen und Können in der Gestaltung kommt heraus, dass wir nie zuvor so gute Typografie wie heute machen konnten.“TypografieRudolf Paulus Gorbach ist gelernter Buchdruckmeister, Hersteller, Gestalter, Lehrkörper, Autor und vieles mehr. Über zehn Jahre war er der erste Vorsitzende der Typographischen Gesellschaft München und gibt heute weiterhin Seminare. Oberstes Prinzip: Qualität – klare Gestaltung und saubere Typografie. Deswegen ist „Typografie intensiv“ nicht nur ein Seminar- oder Buchtitel, sondern auch Passion des 75-Jährigen. Viel hat sich geändert im Laufe der Zeit, vor allem in den vergangenen Jahren, in denen Typografie digital wurde. Sagen Sie, Herr Gorbach, was sind die aktuellen Trends? „Da muss man zwischen echtem Trend und den Moden unterscheiden. Schriften erscheinen viel zu viele und wir brauchen so viele eigentlich nicht. Trotzdem ist es reizvoll immer wieder andere und auch neue Schriften zu verwenden, vorausgesetzt sie sind in jeder Hinsicht gut gestaltet, wozu ziemliche Erfahrung beim Schriftentwurf gehört. Als typografischen Trend sehe ich seit Jahren ein Besinnen auf Klarheit und gute Lesbarkeit, weg vom postmodernen Flimmern“, sagt der Typograf.

Rudolf Paulus Gorbach_BildDominik ParzingerUnd was kann eine Druckerei wie viaprinto in Zukunft für die perfekte Typografie leisten: „Materialvielfalt im Papier, nicht zu viel Veredelungswahn, bei dem dann meistens die eigentliche gestalterische Basis vergessen oder übertont wird. Mit dem erreichten Standard des Druckens bin ich heute sehr zufrieden. Die Typografie selbst entsteht vor dem Druck, also sollte die Wiedergabe auch im Textbuch beispielsweise dem traditionellen Standard des Grauwertes entsprechen“, sagt Gorbach und ergänzt: „Eine absolut präzise Wiedergabe der Gestaltung von Text und Bild ist heute möglich, sollte daher selbstverständlich sein. Natürlich müssen die Druckdaten ‚sauber‛ angelegt sein. Aber die Gestaltung wirkt natürlich mit. Wirre Gestaltung kann noch so gut gedruckt sein, der Eindruck des Betrachters bleibt dann eher mäßig.“

„Wirre Gestaltung“, ein Grundthema der Typografie, die eigentlich der obersten Regel folgen sollte: der Lesbarkeit. Wer als Gestalter mit Verlagen oder Marketingabteilungen zusammenarbeitet, weiß, dass durch ein Zuviel und Zudicht alle Gestaltungsideen vernichtet werden können. Nur führt tatsächlich an der Lesbarkeit kein Weg vorbei: „Die ‚richtige‛ Schriftwahl, nämlich eine gut lesbare Textschrift, die nicht zu individuell oder modisch ist. Die Bedürfnisse der Mikrotypografie müssen vom Gestalter beherrscht werden“, sagt Rudolf Paulus Gorbach.

Beherrschen Sie sie? Kennen Sie die Gestaltungsregeln? Rudolf Paulus Gorbach definiert die Top fünf der Fehler, die bei Drucksachen gemacht werden:

  1. Mangelnde Mikrotypografie
  2. Unklare Aufteilung
  3. Zu viel gewollt, was man aber selbst nicht beherrscht
  4. Falsche Schriftwahl
  5. Zu viele Inhaltselemente unterbringen wollen

Detaillierte Beispiele und auch Tipps gibt Gorbach in seinem Werk „Typografisch intensiv“. Ein paar kleine Grundregeln liefern wir noch mit:

– Achte immer auf die Basis-Schriftgröße: Sie sollte zwischen 9 und 12 Punkt liegen.
Zeilen nicht zu lang werden lassen: Online darf sie gerne auch etwas kürzer daherkommen als im Print.
Zeilenabstand: Längere Zeilen brauchen größeren Abstand. Keine zu großen Abstände wählen, sonst verliert der Leser den Faden.
– Obacht bei Wort-Trennungen: Wörtern den Sinn durch eine Trennung nicht nehmen. Und: Nicht mehr als drei Trennungen in der Abfolge.
– Verwenden von Schriftzeichen wie Anführungsstriche: Deutsche Gänsefüßchen sind keine Doppelstriche. Zahlen: Für Telefonnummern beispielsweise gibt es festgelegte Abstände durch Achtelgeviert, die Zweiergruppen bilden. Trennungsstriche oder Gedankenstriche? Da existiert ein Unterschied, denn Gedankenstriche sind länger.
Schriftmischung: Nicht zu viele Schriftarten mischen (höchstens zwei). Auszeichnungen sollten sich aus der Grundschrift und ihren Schnitten bedienen.
Gestaltung: Bilder und Text als anregende und logische Seitenaufteilung anlegen. Dynamik, Schwerkraft und Gleichgewicht sind zu beachten.
Negativtext ist für den Leser immer eine Herausforderung.

Rudolf Paulus Gorbach Buch_BildDominik ParzingerLese- und Fortbildungstipp: Als Buch: Rudolf Paulus Gorbach: „Typografie intensiv“, August Dreesbach Verlag 2013, 48,- Euro.
Oder als Seminar: Eine berufsbegleitende Aus- und Fortbildung in Typografie und Gestaltung. Mehr Infos unter TGM  oder gorbach-gestaltung.de

 

Fotonachweis: viaprinto, Dominik Parzinger (2)

28
Oktober
2014
Letzte Rettung Crowdfunding:

Wenn die Kraut den Druck erhöht.

Als exotisches Objekt und Liebling der Presse durchgereicht, ist Crowdfunding mittlerweile in der Mitte angekommen. Auch wenn es noch Luft nach oben gibt. Gerade für Autoren und Journalisten bedeutet Crowdfunding bei dem Vertrauens- und Finanzierungsverlust zu Verlagen eine Hoffnung. Anna Theil, COO von Startnext, erklärt viaprinto, welche Chance es gibt, seine Selfpublishing-Träume zu verwirklichen, oder was die größten Fehler sein können.

Vielleicht existiert die Gefahr, Crowdfunding zu überschätzen. Aber ganz sicher besteht die Gefahr, es zu unterschätzen. Im Duell Print gegen Online, im Versagen der Verlage ihren Aufgaben nachzukommen, im Rausch einer Gründerzeit ist dieses Werkzeug empor gestiegen, um Macher und Mäzenen, Freunde und Fans im Kampf um ein gemeinsames Ziel zu vereinen: das Crowdfunding-Projekt. Wie die Akquise von Kapital per Plattform funktioniert, hat sicher schon jeder mitbekommen: Projekt vorstellen, Zeitraum sowie Budget festlegen und hoffen, dass das Geld reinkommt, um seinen Traum zu finanzieren. Das kann eine App sein, ein Musikalbum oder ein Magazin.

Crowdfunding Projekte auf StartnextUnter den Projekten stehen viele in den Startlöchern, die sich mit den Thema Print auseinandersetzen. Da gilt es den ersten Roman selbst zu publizieren oder ein eigenes Magazin auf die Beine zu stellen. Die Chancen zur Verwirklichung stehen nicht schlecht. „Die Erfolgsquote bei dieser Art von Projekten ist genauso hoch wie in anderen Kategorien auf Startnext. Durchschnittlich erreichen 60% ihr Finanzierungsziel“, sagt Anna Theil von Startnext. Etwa 400 Projekte sind bisher in den Kategorien Journalismus, Literatur und Comic gestartet: „Ich würde schätzen, dass es bei 2/3 um Print geht“, ergänzt die Geschäftsführerin. Die Förderer sind interessiert an diesen Themen.

Wer also sein eigenes Buch verlegen möchte, der kann frei experimentieren. Online-Druck hilft dabei. Denn durch die niedrigen Kosten oder die kleinen Auflagen je nach Bedarf, die die Ressourcen schonen, liegt die Veranschlagung des Budgets nicht zu hoch. Auf zehn E-Books kommt eine Print Ausgabe, so heißt es, aber die hat es in sich, sie kann als Rezensionsexemplar überzeugen oder als Zeugnis die Professionalität unterstützen.

Dann also los. Hier noch einige Tipps, die uns Anna Theil mit auf den Weg gegeben hat, damit das Projekt bei Startnext von Erfolg gekrönt sein kann und damit durch die „Kraut“ finanziert wird:

– Lesen Sie sich die anderen Projekte durch, recherchieren Sie, bekommen Sie ein Gefühl dafür wie der Ablauf ist und unterstützen Sie selbst ein Projekt.

– Formulieren Sie klar und deutlich Ihre Ziele: Wie bei einem Küchenzuruf, müssen Sie unkompliziert erklären können, was Sie sollen und warum Sie es wollen.

– Am besten eignet sich hierfür der Dreh eines Videos.

– Bleiben Sie authentisch, denn die Crowd merkt, wenn Sie nicht ernstgenommen wird. Sympathische Menschen lässt es sich viel leichter unter die Arme greifen.

– Bieten Sie ein attraktives Dankeschön an.

– Informieren Sie alle, die Sie kennen. Machen Sie Werbung bei Freunden und Verwandten: Jeder kann gebraucht werden, der die Idee von dem Projekt weiterträgt.

startnext_logo_2014_original_weissAls Hilfe bietet Startnext regelmäßig Workshops an, die zum Beispiel erklären, wie man ein Projekt startet, damit es erfolgreich ist. Mehr Infos unter: www.startnext.de/shop/workshops