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23
Januar
2020
Marketing

Event- & Veranstaltungsmanagement

Das Berufsfeld Marketing ist in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten immer weitergewachsen, hat mehr Bereiche unter seine Fittiche genommen und sich im öffentlichen Bild eines Unternehmens einen immer wichtigeren, festen Platz gesichert. Kaum ein Unternehmen kommt noch ohne eigene Marketing-Abteilung aus. Warum? Weil es einen Unterschied macht, ob jemand sich intensiv mit dem Thema auseinandersetzen kann oder ob er sich nur „nebenbei“ darum kümmert und den eigentlichen Fokus seiner Arbeit gar nicht auf die Weiterverbreitung der Markenbotschaft legen kann.

Ein wichtiger Punkt des Marketings ist mittlerweile auch das Event- und Veranstaltungsmanagement. Es geht schließlich auch bei sämtlichen Veranstaltungen darum, dass das Unternehmen nach außen hin präsentiert wird. Ob nun als Aussteller auf einer Messe, als Einzelbesucher ebendieser, als Ausrichter eines Sportevents oder einer Sommerfeier. Immer steht das Unternehmen entweder im Spotlight oder in der Schusslinie – je nachdem, wie der Auftritt geplant und umgesetzt wurde.

Was ist ein Event?

Doch fangen wir zunächst bei den Begrifflichkeiten an. Was versteht man unter einem Event?
In der Regel ist ein Event eine Veranstaltung, die zeitlich begrenzt dafür sorgt, dass Interaktion zwischen dem Unternehmen und der Zielgruppe stattfinden kann, dass ein oder mehrere Unternehmen ihre Botschaft an den Mann und die Frau bringen können. Dazu zählen heute auch Online-Events, an denen der Interessent nur per Mediennutzung teilnehmen kann.
Wichtig ist, dass „erlebnisorientierte Kommunikationsbotschaften“ ihren Weg in die Veranstaltungskommunikation finden und dort dem Interessenten Lust auf mehr machen.

Somit fällt jede Veranstaltung, die organisiert wird, in den Bereich des Events und damit auch in den Bereich des Eventmanagements. Sowohl das firmeninterne Sommerfest, bei dem die Zielgruppe die eigenen Mitarbeiter sind als auch der Messeauftritt, mit dem je nach Ausrichtung entweder potentielle Arbeitnehmer, Interessenten oder sogar schon Bestandskunden angesprochen werden sollen. Der Bandbreite an möglichen Veranstaltungen sind keine Grenzen gesetzt.

Nur das Vorgehen ist bei allen gleich: Planung, Koordination, Durchführung.

Planung: Der Teufel steckt im Detail

Zunächst sollte die Veranstaltung in ein Projekt umgewandelt werden. Sind Sie beispielsweise mit Ihrem Unternehmen auf der führenden Fachmesse vertreten, nennen Sie das Projekt „Fachmesse 2020“.
Erstellen Sie ein Datenblatt, auf dem Sie alle Fakten zur Veranstaltung festhalten – als Übersicht und als Leitfaden für das weitere Vorgehen. Nennen Sie darin die Details, die Sie von der Veranstaltung wissen:

  • Wann genau findet sie statt – am besten mit Öffnungs- bzw. Veranstaltungszeiten?
  • Wo genau, welcher Ort, welche Straße, an welchem Eingang können Marketingmaterialien wie Flyer, Plakate oder Broschüren angeliefert werden? Durch welchen Eingang können Sie oder Ihre Kollegen die Messematerialien wie Beachflags, Roll-Ups oder X-Banner an Ihren Stand bringen und aufbauen?    
  • Apropos Stand: welche Standnummer hat Ihr Unternehmen? Gibt es vielleicht sogar einen Standplan vorab, sehen Sie sich diesen genau an – so wissen Sie frühzeitig, wer in Ihrer Umgebung steht und wie Sie zu Ihrem Stand gelangen.
  • Wer fährt aus Ihrem Unternehmen zur Veranstaltung? Wer sind die Beteiligten hinter den Kulissen? Denken Sie hier auch daran, dass Hotelübernachtungen nötig werden können, selbst, wenn die Veranstaltung nur eintägig angesetzt ist. Meist wird bereits vorher aufgebaut und manche Veranstalter sehen ein Abbauen am Veranstaltungstag ebenfalls nicht gerne.
  • Wer sind Ihre Ansprechpartner in Sachen Koordination und Organisation seitens des Veranstalters? Wen können Sie ansprechen, wenn sich vor Ort etwas ergibt, das im Voraus nicht abgesprochen war? Oder Sie mehr Platz, besseres Equipment oder doch einen Stehtisch mehr benötigen?

Damit haben Sie die Basisinformationen für Ihre Veranstaltung zusammengefasst und Sie können in die Detailplanung gehen. Unterteilen Sie dazu den gesamten Zeitraum in mehrere Phasen, die Sie dann wiederum in Teilaufgaben gliedern. So gelingt Ihnen ein entspannteres Arbeiten mit kleinen Zielen, für die Sie ebenfalls einzelne Deadlines festlegen können. Diese verleihen dem Prozess zusätzlich eine gewisse Übersichtlichkeit und hinterlassen nach erfolgreichem Abschluss schon ein gutes Gefühl. Schritt für Schritt kommen Sie der Veranstaltung näher.

Nach den grundlegenden Planungen stehen nun auch Fragen an wie: wie soll der Stand aussehen? Welche Materialien werden vor Ort gebraucht? Womit soll Werbung gemacht werden? Was sollen Interessierte mit nach Hause nehmen können, um das Unternehmen in Erinnerung zu behalten?

Ein klassischer Stand besteht meist aus einem (oder mehreren) Stehtisch(en), die vom Veranstalter gestellt oder bei ihm bestellt werden können. Zusätzlich natürlich aus eigenem Messe- und Marketingmaterial wie beispielsweise:

  • Beachflags, die sehr passend an den Rändern eines Standes platziert werden können
  • X-Banner, die in großen Größen bestellbar sind und daher eine gute „Rückwand“ darstellen können
  • Roll-Ups, die sich sehr gut an einzelne Events anpassen lassen, da sie recht einfach in ihrer Kassette ausgetauscht werden können
  • Flyer mit besonderen Angeboten zur Veranstaltung
  • Broschüren, die das Portfolio des eigenen Unternehmens prägnant zusammenfassen
  • Visitenkarten – entweder für jeden Teilnehmer einzeln oder aber eine schlichte Visitenkarte, auf der Key Facts zu Ihrem Unternehmen stehen

Doch auch diese Materialien wollen geplant sein: schauen Sie unbedingt vorher, welche Produktions- und Lieferzeiten vorliegen und planen Sie Ihre Deadlines entsprechend. Dies ist auch wichtig für die Kostenkalkulation.

Koordination: Mittler zwischen Unternehmen, Produzent und Veranstalter

Nicht jede Aktion aus Ihrem sorgfältig erstellten Plan können Sie selbst umsetzen. Je nach Ihrem Aufgabenbereich können Sie ein X-Banner oder einen Flyer textlich und grafisch gestalten, mit dem Druck sieht es dann aber wieder anders aus.
Sie können sich ein Raumkonzept für Ihren Stand überlegen, die Umsetzung wird aber vermutlich vom Veranstalter erfolgen. So summieren sich Teilaufgaben, die Sie koordinieren müssen, um den Erfolg der Veranstaltung in Angriff zu nehmen.

Dabei steht für Sie selbst das Unternehmen und die Umsetzung im Sinne des Unternehmens an erster Stelle. Allerdings sollten Sie über die Fristen, Liefer- und Produktionszeiten sowie die Anlieferungsbedingungen und weitere organisatorische Gegebenheiten seitens des Veranstalters informiert sein – so kann eine reibungslose und für alle Seiten erfolgreiche Abwicklung erfolgen.

Durchführung: Der große Tag

Sind alle Vorbereitungen getroffen, wird es ernst. Der Aufbau der Veranstaltung beginnt. Sei es eine firmeninterne Feier, bei der auf dem Hof für den Aufbau von Zelt, Schanktheke und Hüpfburg gesorgt werden muss oder sei es ein Messebesuch, bei dem die Beachflags, Roll-Ups, Tische und Werbematerialien aufgestellt werden müssen: behalten Sie den Überblick!

Am besten erstellen Sie sich auch hier vorab eine Liste darüber, was Sie unbedingt am Veranstaltungstag benötigen. Machen Sie sich einen Plan, was an welcher Stelle liegen oder stehen soll. Sollte etwas nicht ganz so aussehen, wie Sie es sich vorgestellt haben, können Sie immer noch kurzfristig umplanen, aber Sie haben zunächst einen groben Überblick und tendieren weniger dazu etwas zu vergessen.

Seien Sie vor Ort der Ansprechpartner für Ihr Event – Sie haben die Planung und Koordination übernommen, daher wissen Sie auch am besten über das Projekt „Event“ Bescheid. Genießen Sie die Veranstaltung, aber behalten Sie auch den Fokus. Kurzfristige Änderungen können immer vorkommen und sollten von Ihnen im Vorfeld eingeplant sein, damit Sie schnell agieren können. Sicher können Sie nicht jede Eventualität „vorhersehen“, es geht lediglich darum, dass Sie darauf vorbereitet sind, dass sich etwas ändern könnte.

Professionelle Hilfe

Auch wenn sich das Event-Management so unkompliziert anhört, sollte Ihnen vorweg eines klar sein: der Prozess ist ungemein zeitintensiv und muss von A bis Z durchdacht werden. Sie haben gesehen, dass allein in der Planung eines Events viel Zeit und Hirnschmalz steckt – beides Ressourcen, die Sie auch für Ihre Alltagsaufgaben benötigen.

Aber keine Sorge, es gibt Hilfe: Event-Agenturen oder selbstständige Event-Manager helfen Ihnen gerne bei der Planung und Umsetzung Ihrer Veranstaltung.

6
November
2019
Marketing

Durchdachter Augenschmaus – Bildkonzept im Marketing

Bilder schaffen sehr schnell, was Texte nicht können: Sie erzählen große Geschichten, ohne ein einziges Wort zu nutzen. Schicksale und Dramen, aber auch großartige Erfolge oder glückliche Zufälle kann ein einziges Bild zeigen. Mit einem Blick erfassen wir die Story hinter dem Gesehenen und sofort werden in uns Emotionen geweckt und wir verstehen, was gemeint ist, das „Kopfkino“ geht los. Man denke nur an Fotos aus der Sportberichterstattung – Sieg und Niederlage, ewiger Ruhm oder ewige Schmach.

Bilder aus der Flut fischen

Diese Kraft der Bilder nutzen natürlich auch Unternehmen für sich. Jedoch nicht wahllos und als schmückendes Beiwerk, sondern mit dem Effekt, den Betrachter zu lenken und visuell an die Hand zu nehmen. Das ist gerade in Zeiten des schnellen Durchscrollens und der Reizüberflutung auch nötig. Denn je mehr Bilder es zu sehen gibt, umso schneller müssen wir die Bildinhalte erfassen. Unter dem hohen Wahrnehmungsdruck gelingt uns das jedoch nur noch oberflächlich. Ob und wie intensiv wir uns dann mit einem der Bilder befassen, entscheiden wir in Sekundenbruchteilen. Wie gut, dass es dann wohlkonstruierte Grafiken und Bilder gibt, die uns regelrecht „ins Auge“ fallen. Im Marketing steht hinter solchen „Eyecatchern“ ein ausgefeiltes Bildkonzept. Profis wie Grafiker, Fotografen und ganze Abteilungen widmen sich der Bildsprache als Markenzeichen ihres Unternehmens.

Das hat einen guten Grund. Die gezielte Auswahl an Fotos oder Grafiken und ihre Präsentation auf der Website, den Flyern oder der Info-Broschüre führen zu einem besseren Verständnis des Produktes und letztlich auch der Marke. Im besten Fall verführt sie sogar zum Kauf. Doch wie findet man ein für sich passendes Bildkonzept, das auf allen Kanälen und in mehreren Medien eine Wiedererkennbarkeit und einen visuellen Überbau schafft?  

Eine Bildersprache finden:
  • Zielgruppe und ihre Bedürfnisse ansehen
  • Aussage der Bilder definieren
  • handwerklichen Stil, in dem fotografiert wird, festlegen
  • Art der Verwendung der Bilder bestimmen

Variationen zulassen

Eine gute Bildkonzeption steckt gestalterisch einen großen Rahmen ab, der Variationen zulässt, ohne dass der Markenkern verloren geht. So können Grafiken auch mal in einer zwar ungewöhnlichen Farbe gestaltet werden, die aber Teil der Marken-Farbpalette ist. Oder ein Produkt kann in einem anderen visuellen Zusammenhang gezeigt werden, wenn dieser zur Markenausrichtung passt.

Einzigartigkeit und Charakter zeigen

Individualität ist der Schlüssel zur Glaubwürdigkeit – auch im visuellen Marketing. Deswegen ist es auch so wichtig, eigene Bilder statt Stockmaterial zu verwenden. Denn was ein Unternehmen oder ein Produkt ausmacht, sollte auch in den Bildern wiederzufinden sein. Es gilt also, Charakter zu zeigen.

Beispiel: viaprinto

viaprinto etwa legt in der Produktfotografie den Fokus auf die „cleane“ und pure Darstellung der Printprodukte vor weißem Hintergrund. Der Fotograf setzt Broschüre, Flyer und Co. so ins Bild, dass etwa die Materialstruktur und das was das Produkt ausmacht, gut zu erkennen sind.

Auch Teil des Konzeptes: Plastizität, Witz und eine unerwartete Präsentation des Briefpapiers.

Filter über dem Bild: lässt das Produkt in diesem Fall geschäftlich-nachrichtlich erscheinen.

Tiefenunschärfe setzt das Produkt im Vordergrund in den Fokus.

Dabei sind Stilmittel wie die Tiefenunschärfe wichtig, um etwa das Auge des Betrachters zum Motiv im Vordergrund zu lenken. Das Einsetzen von Farbfiltern, um einem weißen Produkt vor weißem Hintergrund einen geschäftlichen, klaren Touch zu verleihen, setzen wir ebenso ein, wie eine flache Perspektive auf die Produkte. Damit wirken eher kleine Produkte groß und erhaben.   

Grundsätzlich sollten Bilder aus Marketingsicht:
  • einen visuellen Zusammenhang bilden
  • einer durchdachten Bildkonzeption entspringen
  • eine der Marke entsprechende Sprache haben 

Damit kann mehr Aufmerksamkeit auf das Produkt gezogen und sich von der Konkurrenz abgehoben werden.

7
Oktober
2019
Marketing

Vertrauen aufbauen

Öffentlichkeitsarbeit ist kein klassisches Marketing, keine klassische Werbung und auch keine reine Verkaufsstrategie. Bei der Öffentlichkeitsarbeit – auch Public Relations oder PR genannt – geht es darum das Unternehmen nach außen hin transparent zu repräsentieren und dessen Arbeit in der Öffentlichkeit in einem guten Licht darzustellen.

Anders als in der Werbung oder im klassischen Marketing wird dabei nicht in erster Linie auf die verkaufsfördernde Wirkung gesetzt, sondern darauf Vertrauen in die Marke, das Unternehmen oder aber auch das Produkt aufzubauen. Es geht darum das Unternehmen kennenzulernen, Produkte und Dienstleistungen vorzustellen oder aber auch politische sowie soziale Arbeit in den Vordergrund zu rücken. Je nach Ausrichtung und Bedarf desjenigen, für den die Öffentlichkeitsarbeit benötigt wird.

Welche Aufgaben hat die Öffentlichkeitsarbeit?

Öffentlichkeitsarbeit wird häufig auch als Pressearbeit betitelt – denn das ist einer der wichtigsten Bereiche, mit denen der PR-Spezialist in Berührung kommt. Er ist verantwortlich für die Außenkommunikation und damit auch erster Ansprechpartner für Radio, Fernsehen, Zeitung oder Magazin.

Laut den Grundsätzen des DRPR (Deutscher Rat für Public Relations) dient Öffentlichkeitsarbeit in erster Linie dazu die Öffentlichkeit aus einer Organisation heraus zu informieren und „den Medien redaktionelle Inhalte und Themen anzubieten“ (DRPR Broschüre, S. 21).

Dabei ist den PR-Profis angeraten sich an einen allgemeingültigen Kodex zu halten, der einige Passagen beinhaltet und letztlich darauf abzielt, dass ein PRler sich stets so verhält, dass seine Kommunikation transparent ist, er stets integer, fair, loyal und professionell bleibt und sich der Wahrhaftigkeit verschreibt.

Mit anderen Worten: ein PR-Profi sollte nicht versuchen um jeden Preis etwas zu verkaufen, sondern sachlich auf Informationen eingehen, die es zu einem Unternehmen, einer Organisation oder Produktlinie zu sagen gibt.

Welche Stellen gibt es im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit?

Prinzipiell können im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit mehrere Berufe angesiedelt werden. Es werden Unterschiede gemacht zwischen PR-Beratern, -Managern, -Redakteuren oder auch Pressesprechern. Alle sind in die oben genannte Kommunikation aus einem Unternehmen heraus oder für ein Unternehmen involviert, jedoch liegen ihre Schwerpunkte jeweils auf anderen Tätigkeiten.

Ein PR-Berater hat allgemein ein sehr abwechslungsreiches Arbeitsumfeld, denn er ist nicht in dem Unternehmen selbst tätig, sondern nur für das Unternehmen. Meist arbeiten PR-Berater in Agenturen, die gleich mehrere Kunden betreuen und so ein breites Spektrum abdecken – in manchen Fällen kann sogar die Betreuung des Social Media Auftritts dazugehören.

PR-Manager beschäftigen sich eher mit der Analyse interner und externer Kommunikationsprozesse, mit ihrer Planung und der Kontrolle der bereits stattfindenden Kommunikation.

Ein PR-Redakteur hingegen ist hauptsächlich damit beschäftigt Content zu erzeugen. Es werden Pressemitteilungen oder andere Unternehmensinformationen getextet und verbreitet.

Ein Pressesprecher steht den Medien immer Rede und Antwort, ist erster Ansprechpartner und zeigt sich zudem kooperativ für Interviews oder auf Pressekonferenzen.

30
August
2019
Marketing

Influencer-Marketing – Auf dem Weg ins Neuland

Der Begriff Influencer ist schon seit Längerem im Umlauf, der Eine weiß etwas damit anzufangen, der andere nicht. Allerdings sind sie als Multiplikatoren für das Marketing in Unternehmen kaum mehr wegzudenken. Aber langsam: was sind Influencer überhaupt? Influencer sind vorrangig in den Sozialen Medien zu finden. Sie nutzen ihre Reichweite und ihren Bekanntheitsgrad aus, um andere Menschen zu beeinflussen. So können dies beispielsweise bekannte YouTuber sein, die sich im Bereich Beauty und Wellness einen Namen gemacht haben. Ihre Follower sind direkt an Produkten aus diesen Sparten interessiert, so dass es für ein Unternehmen sehr lukrativ sein kann in eine Kooperation zu investieren.

Arten von Influencern

Dabei gibt es eine klare Unterscheidung zwischen sogenannten Macro- und den Micro-Influencern. Während die einen bereits einen breiten Followerkreis haben, sind die anderen eher in Nischen unterwegs. Beides hat für die Vermarktung Vor- und Nachteile.
Macro-Influencer beispielsweise sprechen zwar eine große Bandbreite von Menschen an und sind damit etwa mit einer Werbung zur Fernseh-Primetime zu vergleichen, sind aber a) teuer, b) mit großen Streuverlusten verbunden und c) eher bereit dazu vielfältige Kooperationen einzugehen. Was andersherum auch bedeutet, dass eventuell vor einer entstehenden Kooperation zunächst geprüft werden muss, ob ein Konkurrent bereits Kunde des Influencers war oder sein wird.
Micro-Influencer sind zwar eher in Nischen mit wenigen Followern unterwegs, sind allerdings a) günstiger, b) Spezialisten in ihrer Nische, c) in der Regel engagierter und d) eher dazu in der Lage Engagement zu erzeugen.

Was am besten zu Ihrem Unternehmen passt, müssen Sie selbst entscheiden. Häufig aber lohnt es sich gerade für lokale Unternehmen bzw. Organisationen, die kein breites Portfolio an Produkten anbieten, ein Netzwerk aus Micro-Influencern aufzubauen und die Nische zu belegen, in der die eigenen Produkte am häufigsten gebraucht werden.

Zu unterscheiden sind auch die Motive beziehungsweise die Einstellungen der Influencer zur Marke oder zum Unternehmen. Wobei die Definitionen der „Typen“ von Influencern von Fachmedium zu Fachmedium und Fachartikel zu Fachartikel unterschiedlich sind. Allen Ansichten gleich ist aber, dass ein es unterschiedliche Positionen gibt, die Influencer Ihrem Unternehmen gegenüber einnehmen können:

  1. Positiv:
    Meist handelt es sich um YouTuber, Blogger oder Instagramer, die überzeugt sind von einem Unternehmen oder einer Marke. Als Fans davon sind sie in ihrer Kommunikation sehr positiv, jedoch auch glaubwürdig und authentisch, weil es ihre echte Meinung ist.

  2. Neutral:
    Oftmals werden Influencer zu Rate gezogen, um Produkte und Dienstleistungen zu testen. Besonders interessant ist es für den Rezipienten, wenn der Tester neutral an die Sache herangeht.
    Dabei kann es sich um Experten handeln, die zwar in ihrer Nische oder auf ihrem Gebiet Bescheid wissen, aber das Produkt noch nicht kennen. Oder es handelt sich um sympathische Influencer, die aufgrund ihres Bedarfs testen oder berichten.

  3. Kritisch
    Kritiker einer Marke oder eines Unternehmens haben häufig in der Vergangenheit bereits schlechte Erfahrungen damit gemacht und haben oft auch keine Probleme damit ihre Meinung kund zu tun.
    Aber auch kritische Influencer können von Unternehmen kontaktiert werden, frei nach dem Motto: „Gib uns noch eine Chance!“

Suche und Ansprache

Die oben genannten Influencer-Typen bilden sich ganz automatisch heraus, das ist keine reine PR- und Marketing-Strategie. Wenn Sie aber auf einen solchen Fan oder Kritiker Ihres Unternehmens aufmerksam werden, sollten Sie ihn auf jeden Fall ansprechen.

Wie aber finden Sie Influencer, die zu Ihnen passen, wenn diese nicht bereits über Ihre Produkte und Dienstleistungen berichtet haben? Es gibt unterschiedliche Tools im Netz, mit denen Sie sie identifizieren können. Influencerdb.net ist eine Internetseite, mit derer Hilfe Sie nach Land, Sprache und Kategorie suchen können – Treffer dort sollten anschließend auf Fake-Follower getestet werden.  

Ist der passende Influencer gefunden, können Sie sich an ihn herantasten. Kontaktieren Sie ihn oder sie mit einem Thema, das sowohl zu Ihnen als auch zu Ihrem Influencer passt. Viele nehmen nur dann Kooperationsanfragen an, wenn sie wirklich am Thema oder am Produkt interessiert sind.

Wichtig ist einem Influencer ebenso das Mitbestimmungsrecht am erstellten Content. Es funktioniert nicht, wenn Sie ihm oder ihr ein fertiges Konzept vor die Füße legen, mit dem er oder sie dann arbeiten soll. Entwickeln Sie lieber ein Konzept zusammen. So stellen Sie sicher, dass beide Seiten zufrieden sind und am Ende ein Ergebnis dabei herauskommt, das nicht nur authentisch, sondern sehr aufmerksamkeitsstark ist.

Konkret heißt das: legen Sie Rahmenbedingungen fest, halten Sie sich mit inhaltlichen Vorgaben aber zurück. Eine gute Idee ist es auch, wenn Sie Ihrem Influencer Exklusivität anbieten. Lassen Sie ihm oder ihr beispielsweise Produkte zukommen, die offiziell noch vor der Markteinführung stehen. Bieten Sie Produktkombinationen an, die es so bisher noch nicht gibt. So geben Sie ihm oder ihr die Möglichkeit exklusiven Content zu erschaffen, den garantiert noch niemand vorher hatte.

Auswertung

Für die Auswertung werden die typischen Kennzahlen herangezogen, die für das jeweils vereinbarte Netzwerk oder Medium gelten. Und die Sie vorher mit Ihrem Influencer festgelegt haben.

Fazit

Influencer sind eine gute Möglichkeit das eigene Marketing auszubauen und dabei auf Authentizität und die Eigendynamik des Internets zu setzen, Emotionen greifbarer zu machen und Ihre Produkte menschlicher wirken zu lassen.

12
Juli
2019
Marketing

Social Media Marketing – Welche Plattformen gibt es?

Während man Facebook, Instagram, Twitter und Co. am Anfang noch sehr skeptisch gegenüber stand, beweisen auch heute noch steigende Nutzerzahlen und steigende Nutzungszeiten, dass die sozialen Medien in unserem Alltag angekommen sind. Es wird mal eben der Instagram-Feed durchgescrollt, wenn man auf seinen Zug wartet. Oder bei Facebook nachgeschaut, was der alte Schulkollege, mit dem man sich immer so gut verstanden hat, heute so macht. Was auch nicht wirklich schwer ist, denn: alleine in Deutschland greifen mehr als 32 Millionen Nutzer monatlich auf Facebook zu.

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an sozialen Medien, die zum Teil sehr kleine Nischen abdecken und somit nur für einen kleinen Kreis an Nutzern wirklich interessant sind. Wir wollen Ihnen hier die momentan wichtigsten und bekanntesten Medien vorstellen:

Facebook
Gilt hierzulande als erstes großes Soziales Netzwerk, das bereits seit 2004 online ist. Als studentische Idee geboren, die zunächst lediglich eine webbasierte Version offizieller Jahrbücher sein sollte, erreicht das Netzwerk heute mehr als 2,1 Milliarden Nutzer täglich.

Es werden Bilder und Inhalte, Links und Videos geteilt, geliked und kommentiert. In Gruppen kann man sich zu Themen austauschen, die einen interessieren oder Menschen kennenlernen, die die gleichen Interessen haben. Oder man nutzt das Netzwerk, um mit alten Bekannten in Kontakt zu bleiben.

Um all dies tun zu können, benötigt jeder Nutzer ein Profil, auf der er weitere Informationen von sich preisgeben kann und persönliche Updates teilen. Aufgrund der Größe des Netzwerks ist Facebook eine beliebte Werbeplattform, auf der an mehreren Stellen gezielt Werbung platziert werden kann.

Damit ein Unternehmen sich auf Facebook präsentieren kann, benötigt es eine sogenannte „Seite“. Seiten sind immer öffentlich, sie können nicht nur einem speziellen Kreis an Menschen zugänglich gemacht werden und sie sind beim Aufrufen ebenfalls sichtbar für Nicht-Facebook-Nutzer.

Instagram
2010 tauchte Instagram erstmals in Apples App Store auf. Ab 2012 gab es das Netzwerk dann auch für Android-Nutzer. Instagram zeichnet sich besonders dadurch aus, dass es hier ausschließlich um Bilder und Videos geht. Sie bekommen einen prominenten Platz, denn die Oberfläche der App ist schlicht gehalten. Nichts soll vom Bild ablenken.

Im Jahr 2016 führte Instagram sogenannte „Stories“ ein, die jedes Profil sich erstellen kann und die dann nur für eine Zeit von 24 Stunden online bleiben.

Instagram hat sich innerhalb kurzer Zeit zu einem sehr dominanten Medium entwickelt, das täglich bis zu 500.000 aktive Nutzer hat. Insgesamt gibt es dort bereits auch über 2 Millionen Werbetreibende.
Das Bild mit den meisten Likes (nämlich knapp 53 Millionen) ist übrigens die Darstellung eines Eis (world_record_egg).

Twitter
Im März 2006 startete der Mikrobloggingdienst unter dem Namen „twttr“ – eine SMS-basierende Plattform, deren Nachricht auf 140 Zeichen begrenzt wurde. Und dabei bleibt es bis heute.

140 Zeichen sind nicht viel und man meint schnell, dass gerade diese Restriktion dafür sorgen müsse, dass sich die Nutzer weniger beteiligen. Aber weit gefehlt. Sowohl im privaten als auch im geschäftlichen Bereich boomt Twitter und kann mit Nutzerzahlen über 330 Millionen weltweit aufwarten.

Besonders, wenn es um eilig kommunizierte Themen und Aktuelles geht, ist Twitter fast ungeschlagen. Trending Topics sind bei Twitter ein Feature, das durch das Angeben eines Hashtags (#) im eigentlichen Tweet erzeugt wird. Je mehr Tweets das spezielle Hashtag enthalten, desto eher wird das Thema ein Trending Topic.

YouTube
Oftmals wird YouTube gerade von Unternehmen unterschätzt. Die Plattform hat eine enorme Reichweite und wird heutzutage zu diversen Zwecken genutzt: Unterhaltung, Bildung, Information. Wer es schafft gute Videos zu produzieren, die zudem entweder einen enorm unterhaltenden oder informierenden Charakter haben, der kann sich eine Followerschaft aufbauen, die dann in der Regel auch häufig interagiert.

Jedoch bietet sich YouTube auch – und für Unternehmen vor allem – als Werbeplattform an. Werbung kann entweder als Banner oder Video geschaltet werden. Banner werden während der Wiedergabe unten am Rand des Videos angezeigt, kleinere Videos werden entweder zu Beginn der Wiedergabe angezeigt oder mittendrin.

Pinterest
Pinterest folgt einem interessanten Konzept: sein Name setzt sich aus den beiden englischen Wörter pin (= anheften) und interest (= Interesse) zusammen und genau so funktioniert es auch. Der Nutzer kann für ihn interessante Beiträge an virtuellen Pinnwänden anheften.

Pinterest dient dem Austausch seiner Nutzer über gleiche Interessen, Hobbys, Rezepte und vieles mehr. In den USA allein sind mehr als 70 Millionen Nutzer registriert, weltweit etwa 250 Millionen.

LinkedIn
LinkedIn gehört zu den beiden großen beruflichen sozialen Netzwerken. Aufgrund seiner internationalen Ausrichtung lassen sich hier insgesamt mehr als 610 Millionen Nutzer finden.

Das Portal kann ähnlich wie Facebook dazu genutzt werden Beiträge zu posten, zu teilen oder zu kommentieren. Zusätzlich kann das eigene Profil als virtueller Lebenslauf genutzt werden, indem alle bisherigen Karriere-Stationen detailliert beschrieben werden können.

Für Unternehmen lohnt sich die Plattform sowohl, um die eigenen Produkte und Dienstleistungen in den Mittelpunkt zu rücken, als auch ein gezieltes Employer Branding zu betreiben.

XING
Spezialisiert auf den deutschsprachigen Markt sind die Nutzerzahlen vergleichsweise gering und liegen bei „nur“ 16 Millionen Nutzern.

Das Nutzungsprinzip ist dem von LinkedIn sehr ähnlich.

In einem zweiten Beitrag zum Thema geben wir Ihnen Tipps an die Hand, wie Sie Werbung und Community Building in den Social Media effektiv gestalten. (Coming soon!)