Beiträge

11
Januar
2018
Gastro 2

Alles für die wichtigste Person im Haus: der Gast.

Was wäre ein Restaurant ohne Speisekarte, ein Stadion ohne Klatschpappen, ein Hotel ohne Türanhänger? Genau – es wären stillere, weniger bunte und eben auch weniger aufregende Orte. Vor allen Dingen wären es Orte, an denen Ihre Kunden weniger gut informiert wären. So einen Zustand  wollen wir auf jeden Fall verhindern: Ab sofort erweitern wir unsere Druckpalette und damit auch unseren Kundenkreis um viele bunte Neuzugänge rund um die Gastronomie, Hotellerie und Events. Seien Sie für ein paar Zeilen unser Gast und erleben Sie unsere neuen Produkte:

Hier darf ruhig etwas daneben gehen: Tischsets

Ist das Menü ausgewählt, landen Besteck und Teller meist auf einer DIN A3-Unterlage – den Tischsets. Zum einen versprechen sie ein stilvolles Diner, sind sie doch in dezenten Farben und Designs gestaltet, zum anderen kann man sich sicher sein, dass es nicht den Abbruch des Abends bedeutet, wenn beim Essen mal was daneben geht. Denn unsere Veredelung aus Folienkaschierung und UV-Lack schmeicheln nicht nur beim Anfassen, sie schützen auch das Papier und letztlich auch den Tisch. Haben Sie häufig auch kleine Gäste im Haus, denken Sie doch darüber nach, die Tischsets etwa mit Ausmalmotiven zu gestalten. Das verkürzt so manche Wartezeit ungemein.

Das große Thema der Tafelrunde finden mit Tischaufstellern

Apropos verkürzen: Wenn die Gespräche am Tisch einschlafen, können etwa unsere Tischaufsteller für Heiterkeit, oder zumindest für Informationen sorgen. In vier Formaten bieten sie zwei bis zu vier Seiten Platz für Ihre Ankündigung, Botschaft oder Gastospecials. In hoch, quer und wirklich auffällig in pyramidenförmig bieten die Werbeblöcke für Tisch und Tresen jede Menge Gesprächsstoff. Das beginnt schon mit der Anlieferung im Lokal selbst: auf einer Seite vierfarbig bedruckt, werden die Aufsteller plano und ungefaltet angeliefert. Machen Sie das Falten, Zusammenstecken und Hinstellen doch zu einem kleinen Teamevent.

Klopf, klopf: Hereinspaziert Tür- und Flaschenanhänger

Im Hotel oder der Pension endet der Abend fast immer im Hotelzimmer. Um in aller Ruhe zu nächtigen oder in den Tag zu starten, weisen Sie das Personal doch mit unseren drei Formen von Türanhängern darauf hin, dass das Zimmer noch mit Gästen belegt ist. Aber wer sagt eigentlich, dass Türanhänger nur an Klinken und Knäufen baumeln sollen? Verteilen Sie sie ruhig auch als Werbegimmick. Das gilt übrigens auch für die Flaschenanhänger. Auch sie haben wir in drei Formaten und mit verschiedenen Aufhängelöchern.

Fans wollen bevorzugt werden: Bonuskarten

Ob Restaurant oder Hotel – machen Sie Neukunden zu Stammkunden und belohnen Sie die Treue Ihrer Gäste mit Bonuskarten. Jede Bestellung, jede Übernachtung, jeder Service wird fein regelmäßig auf ihnen abgestempelt, abgehakt und registriert bis ein lohnender  Rabatt oder Extra-Service angesammelt ist. Wir geben Ihnen mit Bonuskarten ein Instrument der Verbindlichkeit in die Hand, das Ihre Kunden so schnell  nicht verlegen werden. Geht schon allein wegen des Formats nicht, denn in der Visitenkartengröße passt das Kärtchen in jedes Portmonee. Sein Papier ist robust genug, dass es häufig in Benutzung sein darf. Seine Oberfläche ist sehr gut beschreib- und bestempelbar und nichts kann verwischen.

Bringen Stadien zum Schwingen: Klatschpappen

Nun zu unserem lautestem Neuzugang: Klatschpappen. Im Format 450 x 320 mm lässt sich der gerillte Premium Karton oder das 300 g/m² Bilderdruckpapier auf einen handlichen Fächer zusammenfalzen, der dann auch noch ordentlich Krach machen kann. Raffinierte Designs lassen sich auf den Eventbögen kreieren und noch lauter macht sie unsere Folienkaschierung. Achten Sie beim Gestalten nur darauf, dass Ihr Logo gut zu erkennen ist. Schließlich können die Soundpappen in bis zu 30.000 Händen landen – und damit bei bis zu 30.000 neuen Kunden.

Erfahren Sie mehr über unsere Speisekarten: Wir bitten zu Tisch mit Gastrowundern und Speisekarten

9
Januar
2018
Hunger kommt beim Essen

Wir bitten zu Tisch mit Gastrowundern und Speisekarten.

Wer ist die wichtigste Person in einem Restaurant? Der Gast! Alles dreht sich um ihn und seine Zufriedenheit. Wie und was an einen Gast kommuniziert wird, hängt davon ab welchen Anspruch die Lokalität selbst hat: das gehobene Sternerestaurant, der obligatorische Italiener um die Ecke, das gutbürgerliche Lokal oder der hippe Molekulargastronom der neuerdings „the place to be“ ist.

 

Dieses Papier lässt Sie nicht im Stich

Sehen Sie das?! Diesem Synthetikpapier macht Wasser nichts aus!

Das Erste, was Ihre Gourmet-Gäste in die Hand nehmen, ist natürlich die Speisekarte. In Text und Aufmachung spiegelt sie im besten Fall das Ansinnen der Küche und des angebotenen Gesamtkonzepts des Chefs wider. Schon beim Griff zur Speiskarte wird schnell deutlich, wohin der Hase läuft. Deswegen haben wir in Sachen Papier für Ihren Betrieb das Beste ausgesucht: Das synthetische Papier Yupo Blue®! Es ist ein wahrer Dauergast, denn es hat unfassbar viel Ausdauer beim Umblättern, Aufschlagen und Zurückblättern. Es hält sogar dem kräftigsten Regenschauer stand, denn es ist absolut wasserfest. Weder zerkratzt das Papier, noch splittert es ab oder knickt ein. Ein wirkliches Gastrowunder! Das Synthetikpapier mit einer Grammatur von 234 g/m², ebenso wie das Bilderdruck- und Offsetpapier, bilden Farben und Konturen brillant und scharf ab. Da lohnen sich beeindruckend-schmackhafte Abbildungen der Künste Ihres Küchenchefs.

 

Die Karte, äh, eine Auflistung bitte

Sie haben die Wahl aus gebundenen, gefalzten Karten oder einzelnen Blättern:

 

  • Speisekarten mit Spiralbindung: Mit vier bis 28 Seiten im Umfang bedrucken wir die Seiten vierfarbig oder schwarz-weiß. Solide und strapazierfähig ist die Twin Loop Wire-O-Bindung in Schwarz, Silber oder Weiß, die durch eckige Löcher führt.
  • Speisekarten Einlegeblätter: Ergänzen Sie einzelne Seiten Ihrer Speisekarte oder aktualisieren Sie Ihr Angebot. Die Einlegeblätter sind von vier bis 28 Seiten bestellbar. Mit 14 Formaten in hoch, quer und quadratisch. Natürlich bedrucken wir Ihre Blätter einseitig oder zweiseitig in Farbe oder schwarz-weiß.
  • Speisekarten Einbruchfalz: Ein Falz in der Mitte eröffnet kulinarische Welten. Sie sind ab Auflage 1 bis zu 250 Exemplaren bestellbar. Im Hoch- oder Querformat und quadratisch haben Sie die Wahl aus 14 Formaten. Darunter auch halbe oder drittel DIN lang.
  • Speisekarten plano: Ideal für das Saisongeschäft oder für wenige aber besondere Specials. Ganze 18 Formate und Einzelauflagen sind möglich. Der Druck erfolgt zweiseitig-farbig oder schwarz-weiß.
  • Speisekarten Wickelfalz: Eine raffinierte Bühne für Ihre Speisen und Getränke. Der Falz öffnet den Blick auf sechs gestaltbare Seiten, die wir in zehn Formaten anbieten.

Wohl bekomms!

29
Juni
2017
viaprinto-Wissen

Die unterschiedlichen Formen des Editorial Design.

„Was der Fürst geigt, muss der Untertan tanzen“, lautet ein altes deutsches Sprichwort. Gleiches gilt für das Editorial Design: Je nach Genre und Zielgruppe fällt es anders aus und unterliegt anderen Regeln. Doch worin liegen die Unterschiede, was sind die Gemeinsamkeiten?

Wenn es um die redaktionelle Gestaltung einer Publikation geht, ist klar: Der Designer arbeitet in erster Linie für die Leser. Diese muss er erreichen, diese gilt es anzusprechen. Doch das alleine ist nicht das Ziel des Editorial Designs. Vielmehr ist neben der reinen Unterhaltung und möglichst effekthascherischen Ansprache ein wichtiger Faktor mit zu berücksichtigen: Das Buch, die Zeitschrift oder der Flyer müssen gut und schnell zu lesen sein. Jedes Druckwerk folgt im Design dabei seinen eigenen Regeln. Deshalb ist Editorial Design nicht immer gleich. Insbesondere im Print-Bereich können die Druckwerke sehr unterschiedlich gestaltet sein.

Die Ruhe der Buchgestaltung

Ein Buch entwickelt sich über einen langen Zeitraum hinweg. Es beinhaltet lange Kapitel, die ebenso viel Zeit zum Lesen benötigen. Bücher entstehen zwar unter denselben strengen Richtlinien wie Zeitschriften, doch sind die Leseansprüche an sie andere. Aus diesem Grund ist es zwar auch für ein Buch wichtig, seine Inhalte klar und übersichtlich zu kommunizieren, aber seine Inhalte brauchen weniger Weißraum. Ja, dieser ist sogar schädlich für den Lesefluss. Bücher müssen wie Zeitschriften vorgegebene Rasterlayouts akribisch einhalten und visuelle Hierarchien stringent umsetzen. Diese Hierarchien aber unterbrechen den ansonsten langen Text eher selten. Die Gestaltung eines Buches ist – außer man setzt eine ganze Buchreihe um – eher von einmaliger Natur. Deshalb kann der Layouter jedes Buch neu gestalten, ihm dem Inhalt entsprechend eine gut lesbare Form geben. Bücher benötigen eher selten Spalten, setzen nur wenige Bilder ein und ihr Text muss so gesetzt werden, dass er sich flüssig seitenweise herunterlesen lässt.

Wiedererkennungsfaktor Zeitungen, Periodika und Co.

Ganz anders ist dies bei regelmäßig erscheinenden Printpublikationen wie Zeitungen, Magazinen und anderen Periodika, die im Verkauf am Kiosk wiedererkannt und gut abgesetzt werden müssen. Sie sollen unterhalten und zugleich einfach zu konsumieren sein. Und das immer und immer wieder – Monat für Monat, Woche für Woche. Ein einmal festgelegtes Rahmenbild einer Zeitschrift wird deshalb nicht mehr so schnell umgeworfen und entsprechend sorgfältig geplant. Eine Zeitschrift muss ein einmaliges „Gesicht“ haben, wozu nicht nur ein wiedererkennbares Cover gehört, sondern auch die Überschriften, die Aufteilung von Bild und Text sowie die Rasteranordnung. Spaltenbreiten, Fontgrößen, Zwischen- und Hauptüberschriften werden so – einmal anfangs festgelegt – immer wieder mit neuem Leben gefüllt. Zeitungsdesign ist deshalb nicht nur künstlerisch eine Herausforderung, sondern auch handwerklich. Denn Text- und Bildinhalte können sich pro Ausgabe ändern, für die Größe der Schrift oder der Platzierung der Bildunterschriften ist das eher unwahrscheinlich.

 

©pixabay_tookapic

Wiedererkennungswert, und gute Lesbarkeit – zwei Zutaten für gelungenes Editorial Design. ©pixabay_tookapic

Flyer und Broschüren: Fastfood

Eine klare Kommunikation ist auch für Flyer und Broschüren wichtig. Sie sollen allerdings vorrangig Aufmerksamkeit auf sich ziehen und erst im zweiten Schritt Inhalte transportieren. Es sind schnelllebige Werbemittel, die ebenso schnell gelesen wie weggeschmissen sind. Als Folge daraus können sie sich gestalterisch stark unterscheiden. Gestalter setzen hier alle Mittel des Editorial Designs ein und varriieren diese nach Belieben in einer immer neuen Zusammenstellung: Format und Satzspiegel können ebenso unterschiedlich ausfallen wie Fonts und der Weißraum. Lassen sich Lifestyle-Inhalte eher mit einem modernen Design und viel Platz zwischen Bild und Text sowie viel Bildmaterial umsetzen, wird die junge Zielgruppe vielleicht eher über die Auswahl, Größe und Platzierung der richtigen Grafiken sowie der passenden Farbgebung angesprochen.

Online: Vom zweidimensionalen zum Mehrschicht-Kanal

Neben Print wird auch das Layout einer Webseite zum Editorial Design gerechnet, denn sie enthält wie ein Buch Text und Bild in einer festen Zusammenstellung. Doch während Print-Design zweidimensional ist, sich anfassen und umblättern lässt, kann eine Webseite von einer eindimensionalen Scrollseite bis zur interaktiven Klickerfahrung mit x Dimensionen alles umfassen. Sie ist eine mehrschichtige Erfahrung, deren sich der Gestalter bewusst sein muss. Eine 1:1-Umsetzung eines Print-Layouts in ein Webmodell ist deshalb nicht zu raten. Oder wie es Usability-Guru Jakob Nielsen so treffend formulierte: „Anything that is a great print design is likely to be a lousy web design.“ – „Alles, was ein großartiges Print Design ist, ist wahrscheinlich ein schlechtes Webdesign.“

Wie sich on- und offline-Medien in puncto Gestaltung außerdem unterscheiden und wie sie für ein ansprechendes Layout gut gestaltet werden können, erfahren Sie in der kommenden Folge dieser Serie.

Charlotte Erdmann (Bild: Matthias Martin)

Für die Wissensreihe konnten wir die Autorin Charlotte Erdmann gewinnen. Sie hat bereits einige andere Reihen für unseren Blog verfasst. (Bild: Matthias Martin)

 

Bisher in dieser Reihe erschienen:

Die Kunst des Editorial Design – Eine Begriffsklärung.

28
März
2017
viaprinto-Wissen

Denksport Design: Gestaltungsgesetze und Designprinzipien.

Ambitioniertes Design, ob für Broschüren, Flyer oder Karten, ist eine Aufgabe, die mit Empfinden und Wahrnehmung zu tun hat – und mit Kreativität und gestalterischer Freiheit. Wie kann man Gestaltungsgesetze in der Druckwelt nutzen, ohne seine Freiheit zu verlieren? Design ist kein Zufallsprodukt, sondern korrespondiert auf der Zielgruppenseite mit menschlicher Wahrnehmung. Wir werfen in unserer vierteiligen Serie „Grundlagen der Gestaltung“ einen Blick in die faszinierende Welt der Wahrnehmungsmodelle, die die Basis guten Designs bilden. Ein weiteres Mal haben wir Ralf Wasselowski, Autor aus Essen, für unsere Wissensreihe gewonnen.

 

Vorgaben: Der Horror für den Designer

Regeln? Prinzipien? Gesetze? Was für den Designer auf den ersten Blick nach Bürokratie und Zwang aussieht, kann das Gestalten gerade umfangreicher Drucksachen erleichtern. Auch das Teamwork oder das Gestalten von Drucksachen-Serien und -Reihen werden dadurch qualitativ verbessert. Zusätzlich bringen Festlegungen von Gestaltungsmerkmalen einen Wiedererkennungswert. Denn dann muss man nicht jedes Mal neu über Prinzipien der Seitenaufteilungen, Weißräume oder das Typografiekonzept  nachdenken. Erst der bewusste Umgang mit Gestaltung formt ein professionelles Corporate Design.

designprinzipien_komplex_einfach ©Ralf Wasselowski

Oben links: Komplexe Formen sind interessanter aber langsamer wahrzunehmen. Rechts: Einfachheit bringt Ruhe und Übersichtlichkeit und ist schnell wahrzunehmen. ©Ralf Wasselowski

 

Wie sich Designgesetze, -prinzipien und -regeln voneinander unterscheiden

  • Gesetze: Gestaltungsgesetze beziehen sich direkt auf unsere Wahrnehmung. Sie sind in der Regel wahrnehmungspsychologisch erforscht. Designer lernen die Gestaltungsgesetze und vergessen sie wieder. Dennoch sickern diese ins Unterbewusstsein ein und prägen die intuitive Gestaltung.
  • Prinzipien: Gestaltungsprinzipien spiegeln eine allgemeine Auffassung wider. Während Auffassungen sehr unterschiedlich sein können, sind Gesetze immer gleich. Gestaltungsprinzipien sind abstrakt, das heißt, sie sind dem Alltag etwas entrückt und lenken unsere Aufmerksamkeit auf das große Ganze.
  • Regeln: Zuletzt gibt es die Gestaltungsregeln, die die Gestaltung im Kleinen und Konkreten lenken, etwa in der Typografie. In der Buchgestaltung oder dem Editorial-Design lautet beispielsweise eine klassische Regel, maximal zwei verschiedene Schriftarten in einer Drucksache miteinander zu kombinieren – damit kein Schriftenchaos entsteht.

 

Die kreativen Zwillinge: Korrespondenz von Inhalt und Form

Jede Drucksache besteht aus einem Inhalt und einer Form. Selbst bei Bildern kann man so unterscheiden: was ist darauf zu sehen und was sagt es aus? Man merkt jedoch schon hier, dass die strenge Teilung zwischen Form und Inhalt schwierig ist. Denn die Art und Weise, wie etwas fotografiert wird, verändert die Aussage des Bildes. Wird ein Waldmotiv weich gezeichnet, kann es märchenhafter wirken. Wird dasselbe Motiv kontrastreich fotografiert, wirkt es hart-realistisch. Form und Inhalt existieren auch im Design nicht getrennt voneinander, sondern gehen eine Wechselwirkung ein.

 

Schönheit als Hingucker

Jeder, der verkaufen will, muss seine Kundschaft fesseln. Im Autosalon sind Trümpfe für die Verweildauer der potenziellen Käufer die Formschönheit des Automobils genauso wie seine Features und sein Image. Beim Medien-Design ist das nicht viel anders. Jede Doppelseite einer Drucksache bietet nach Möglichkeit eine Gestaltung, die eine interessante Geschichte visuell ansprechend verpackt. Jedoch ist die Vielfalt der Inhalte und Zwecke und damit auch möglicher Ausdrucksformen schwer einzugrenzen. Beispielsweise kann ein Theater-Konzertprogramm auf klassische Seitenaufteilungen setzen, die die Schönheit der Entwürfe betonen. Ein Flyer für ein Punkkonzert oder ein Heavy-Metal-Konzert setzt dem gegenüber nicht auf Schönheit sondern auf Destruktion und anarchisch-provokative Hässlichkeit. Es kann aber auch sein, dass eine Theateraufführung Punk zelebriert. Dem entsprechend wäre der Flyer dafür auch nicht klassisch schön sondern ebenfalls punkig-provokativ zu gestalten – der Zweck heiligt hier die Mittel. Schönheit entspricht den Sehgewohnheiten. Oft wird visuell aber der Bruch mit diesen gesucht, um größtmögliche Aufmerksamkeit zu erreichen.

Kreative betonen, dass es für gutes Design keine Regeln geben kann. Denn das Design müsse schneller sein als die Sehgewohnheiten und ständig Neues bieten. Für die Werbegrafik mag das vor allem bezüglich der Bildsprache richtig sein. Bei umfangreichen Drucksachen ist anderes gefragt:

  • Harmonie und ein ruhiges Schriftbild, die schnelles Lesen ermöglichen (Buch),
  • Übersichtlichkeit und gute Orientierung (Katalog, Geschäftsbericht),
  • Bereiche, die das Auge herausfordern und ihm andererseits Ruhepausen schenken (Zeitschrift, Broschüre)

 

Gestaltungsprinzipien

Was gestaltet wird, ist durch die Möglichkeiten der Wahrnehmung beschränkt. Die dafür zwei wichtigsten Prinzipien sind:

  • Form follows function

Die Form folgt dem Inhalt: Aber sie interagieren auch miteinander. Die Vermittlung des Inhaltes durch Visualisierung ist das Ziel. Im besten Fall kooperiert der Designer mit dem Texter, sodass ein Inhalt besser mit dem Design korrespondiert.

  • Prägnanz durch Reduktion

Die Einfachheit des Weniger ist mehr. Wir leben in einer Gesellschaft der Informationsüberflutung. Reduktion trennt visuell Wichtiges von Unwichtigem und schafft so Prioritäten für die schnelle Orientierung.

 

Erkenntnisse der Wahrnehmungs-Psychologie

Anfang des letzten Jahrhunderts entstand in Deutschland die Gestaltpsychologie und entwickelte die Gestaltgesetze. Darin wird beschrieben, nach welchen Gesetzmäßigkeiten sich visuelle Einzelteile zusammenfügen. Seinen Anfang nahmen diese Überlegungen 1890 in der Arbeit „Über Gestaltqualitäten“ von Christian von Ehrenfels. Interessanterweise wird darin nicht visuelle Gestaltung behandelt sondern auditive: Es ging um Musik-Melodien, die erkennbar blieben, auch wenn man die Töne in eine andere Tonart überführt hatte. Der Autor folgerte daraus, dass es eine Gesamtgestalt der Melodie gäbe. Die wird auch wahrgenommen, wenn die Qualität der Töne verändert wird. Nicht also die Einzelelemente sind entscheidet sondern die Strukturgesetze, die dem zugrunde liegen. Prägnanter ausgedrückt: Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Es geht nicht nur darum, was tatsächlich visuell vorhanden ist, sondern darum, was Wahrnehmung und Gehirn daraus machen.

designprinzipien_seitenlayout ©Ralf Wasselowski

Schematisches Seitenlayout einer Broschürendoppelseite mit Bildern, breiten Textspalten und schmalen Spalten für die Bilderläuterungen. Die Bilder wurden nicht wahllos über die Seite verteilt, sondern mit engen Abständen zueinander zu einem Block als zentralem Hingucker zusammengefasst. Die Bildunterschriften haben ebenfalls einen geringen Abstand zum jeweiligen Bild und einen größeren Abstand zu den breiten Haupttextspalten. So ist ihre Zugehörigkeit eindeutig zu erkennen. Zur Anwendung kommt hier das Gesetz der Nähe. ©Ralf Wasselowski

Die Gestatlungsgesetze nach Max Wertheimer

Inzwischen gibt es etwa einhundert Gestaltgesetze. Wertheimer hatte bereits 1910 eine erste Arbeit vorgelegt, die die Wahrnehmung des Menschen systematisierte. Klassische Gestaltgesetze sind:

  • Gesetz der Nähe: Zusammengehörig erscheinen Elemente, wenn sie geringe Abstände zueinander haben. Durch Abstände werden im Medien-Design visuelle Einheiten gebildet, die das Auge führen.
  • Gesetz der Ähnlichkeit: Zusammengehörig erscheinen Elemente, wenn sie beispielsweise in Form, Farbe oder Struktur einander ähnlich sind.
  • Gesetz der Prägnanz: Einfache, einmalige Formen werden in einer Gruppe gleichartiger Formen prioritär wahrgenommen. Originalität und Alleinstellung sind auch im Grafik-Design alles.
  • Gesetz der Geschlossenheit: Umschlossene Strukturen werden prioritär wahrgenommen. Wir nehmen schneller Einfachheit und strukturierte Ordnung wahr als Komplexität und Zufälligkeit. Dafür müssen Formen nicht vollständig sein. Ein Quadrat wird beispielsweise bereits erkannt, wenn nur seine vier Eckpunkte vorhanden sind. Das Auge tendiert dazu, geschlossene Formen assoziativ zu ergänzen. Dieser Effekt wird im Logo-Design für visuelle Spannung genutzt.

Stephen Palmer formulierte in den 1990er Jahren ergänzend weitere Gestaltgesetze, unter anderem:

  • Gesetz der gemeinsamen Region: Einzelelemente innerhalb abgegrenzter Gebiete werden als zusammengehörig empfunden. Das ist wichtig für die Zeitschriftengestaltung, die mit Infokästen arbeitet, die viele Einzelelemente beinhalten. Hierbei ist auch das Gesetz der Nähe wichtig.
  • Gesetz der verbundenen Elemente: Verbundene Elemente werden als ein Objekt empfunden. Auch dieses Gesetz ist bei der Zeichen- und Logoentwicklung entscheidend.

 

FAZIT:

Die Gestaltgesetze sind Gruppierungsgesetze. Sie behandeln Abstände und legen fest, wie sich visuelle Einheiten im Großen und Kleinen bilden. Das beginnt in der Praxis beim richtigen Zeilenabstand und endet bei den visuellen Sinneinheiten, die den Blick des Lesers auf einer Broschürendoppelseite führen.

 

Ralf Wasselowski

Unser Autor Ralf Wasselowski, er betreibt die Agentur Conceptbüro in Essen, informiert im zweiwöchigen Rhythmus über Designrichtlinien. ©Ralf Wasselowski