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26
November
2020
Visitenkarten

9 Designtipps für Visitenkarten, die in Erinnerung bleiben

Bei Meetings, beim Business-Smalltalk oder als Beilage zu Geschäftsbriefen darf sie nicht fehlen: die Visitenkarte. Das kleine Stück Karton hilft Ihnen dabei, bei Ihrem Gegenüber einen nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen. Wir zeigen Ihnen mit diesen 9 Tipps, wie Sie mit Ihrem Visitenkartendesign in Erinnerung bleiben.



Machen Sie sich im Vorfeld darüber Gedanken, welchen Eindruck Sie mit Ihrer Visitenkarte hinterlassen möchten. Am besten fallen Sie mit Ihrer Corporate Identity auf, denn: so erreichen Sie eine direkte Wiedererkennung, wenn der potentielle Kunde oder Partner Ihre Internetseite besucht oder Post von Ihnen bekommt.
Wichtig: Richten Sie das Design und die Message an Ihrer beruflichen Orientierung aus – sind Sie ein junges Start-Up wird Ihre Visitenkarte sicherlich anders aussehen als wenn Sie ein Traditionsunternehmen führen.



Orientieren Sie sich beim Gestalten Ihrer Visitenkarten auch an den potenziellen Empfängern. Was könnte diese beeindrucken oder ihr Interesse wecken? Geht es um die Anbahnung von Geschäftskontakten oder sind Sie im Auftrag Ihres Arbeitgebers unterwegs? Suchen Sie nach neuen Jobmöglichkeiten?

Suchen Sie nach einem Job, könnte es z.B. sinnvoll sein, bereits auf der Visitenkarte die eigenen USPs hervorzuheben. Was sind Ihre Stärken? Ausrichtung: Arbeitgeber und Unternehmen. Bei Freiberuflern auch der Kunde.
Sind Sie aber z.B. im Außendienst eines Unternehmens tätig, sollten Sie Ihre Visitenkarte bestmöglich an Corporate Design und Identity Ihres Arbeitgebers ausrichten und die USPs Ihrer Firma hervorheben. Was sind die Stärken Ihres Unternehmens? Ausrichtung: Kunden, potentielle Kunden und Partner.



Klassisch wird die Visitenkarte immer noch im Querformat auf 85×55 Millimeter gedruckt – dabei gibt es so viele Gestaltungsmöglichkeiten, die sich nicht zwangsläufig an der klassischen Variante festhalten.

Schon alleine ein Wechsel auf das Hochformat eröffnet neue Blickwinkel und bringt so manche kreative Idee aufs Tableau. Oder nutzen Sie eine Klapp-Visitenkarte – mehr Platz für innovative Designs und ein bis zwei zusätzliche Informationen.
Heben Sie sich von der Masse ab und probieren Sie die Gestaltungsmöglichkeiten aus!



Aufmerksamkeit bekommen Sie auch, wenn Sie mit der äußeren Form von der Norm abweichen. Versuchen Sie es mit einer leichten Eckenrundung, die nicht nur weicher, sondern eleganter und auffälliger wirkt.



Ob aus Kostengründen oder aufgrund fehlender Gestaltungsideen, die Rückseite der Visitenkarte wird gerne stiefmütterlich behandelt. Dabei haben Sie hier noch einmal genauso viel Platz für Ihre Botschaften oder Informationen wie auf der Vorderseite. Nutzen Sie das Potenzial, um zum Beispiel gezielt auf Ihr Portfolio zu verweisen, alternative Kontaktmöglichkeiten oder vielleicht einen Call-to-Action einzufügen.



Ein Visitenkartentrend 2021 geht zu schlichtem Design in Schwarz und Weiß, edel und klar.
Aber: einzelne Farbakzente können einen gewissen Reiz bei der Gestaltung ausmachen und unter Umständen sogar das edle Erscheinungsbild unterstützen. Beispielsweise mit partiellen Veredelungen in Silber und Gold oder partiellem UV-Lack, der die Farbtiefe betont.
Kleiner Designtipp: Es kann sehr ansprechend wirken, wenn Sie z.B. nur Ihre Initialen in einer auffälligen Farbe einfärben. Doch auch hier gilt „so auffällig wie möglich, so bunt wie nötig“.



Der Text auf Visitenkarten sollte immer sofort lesbar sein. Verwenden Sie deshalb mindestens Schriftgröße 8 und verzichten sie auf einen Mix von Typografien. Dekorative Schriftelemente sollten Sie sparsam einsetzen. So erhöhen Sie die Lesbarkeit. Allgemein gilt: Schriften mit Serifen gelten klassischer, Sans-Serifen moderner.



Auf der Vorderseite Ihrer Visitenkarte sollten Ihr Name, Ihr Unternehmen und Ihre Stellenbezeichnung zu finden sein. Übersichtlich platziert sind die Informationen dann gebündelt für den Betrachter sichtbar und auch im Visitenkartenetui oder der Rollkartei sofort präsent.
Die Rückseite können Sie vollflächig für das Logo Ihres Unternehmens nutzen – damit es seine Wirkung prägnant entfalten kann.



Visitenkarten auf gewöhnlichen Karton zu drucken, gehört zum Standard. Ihre Karte wird besondere Beachtung finden, wenn sie bereits eine unerwartete Haptik erzeugt. Hierfür eignen sich zum Beispiel mit SoftTouch-Folie kaschierte Papiere in einer hohen Grammatur über 300g/m2 oder strukturierte Papiere und Kartone wie bspw. Leinenpapier.

Mit weiteren Veredelungen wie UV-Spotlack oder Relieflack schaffen Sie mit Ihrer Visitenkarte ein besonderes Produkt, das nicht nur außergewöhnlich aussieht, sondern sich auch besonders anfühlt.

Haben wir Sie für die Gestaltung Ihrer neuen Visitenkarten inspirieren können? Dann legen Sie doch gleich los und starten die Konfiguration Ihrer Visitenkarten bei viaprinto!

14
November
2019
Weihnachtstutorials

Jedes Kärtchen eine Freude: Schritt für Schritt zu schöner Weihnachtspost

Was zählt ist der Inhalt, nicht die Verpackung? Das sehen wir als Online-Druckerei natürlich anders. Eine schön gestylte Weihnachtskarte kann so manche Binsenweisheit in ihrem Inneren zur großen Friedensbotschaft werden lassen. Dazu braucht es gar nicht so viel Schnickschnack. Klare Linien, ein schnörkelloser Font, abstrahierte Schneeflocken und eine tolle partielle Veredelung reichen schon aus. Sie wissen nicht, wie sie jetzt, so kurz vorm Advent vorgehen sollen? Keine Sorge, wir zeigen Ihnen in zwei umfassenden Tutorials, was zu tun ist.

Partielle Veredelungen sind echte Hingucker und gar nicht mal so schwer in der Druckdatei anzulegen:

Wie eine stilvolle Grußkarte in InDesgin entsteht, sehen Sie im zweiten Tutorial von Stefan Riedl. Die Angst vorm leeren Blatt brauchen Sie nicht zu haben. Den ersten Schritt haben wir schließlich schon für Sie vorbereitet: Dateivorlagen in den gängigen Gestaltungsprogrammen finden Sie in unserer Hilfe.

Ist die Weihnachtskarte dann fertig gestaltet, auf den Postweg gebracht stellt sich die wohlige Weihnachtszufriedenheit von selbst ein.   

13
Dezember
2017
viaprinto-Wissen

Ideenfindung durch Inspiration: Kostenlose Ideen für Mediendesigner.

Das Web ist eine Quelle für kostenlose Fotos, Cliparts oder Fonts. Aber fast noch wichtiger sind kostenlose Inspirationen, auf die man darin treffen kann. „Wie komme ich auf eine gute Idee?“ – diese Frage stellen sich Gestalter und Mediendesigner immer wieder neu. Das Internet kann man als gigantischen Ideengenerator ansehen. viaprinto stellt deshalb einige Seiten im Netz vor, die ohne Nebenwirkungen einfach inspirierend wirken.

Ideen zu finden ist ein Umwälzungsprozess. Auf der einen Seite steht all das, was einem gefällt und was einen inspiriert. Auf der anderen Seite kommt das heraus, was man aus seinem eigenen Empfinden und unter dem Einfluss dieser Inspirationen entwickelt. Kein Designer war je losgelöst von kulturellen Einflüssen oder Vorbildern, immer war er beeinflusst von etwas, das er gesehen oder gehört hat.

Einige Filme zum Thema „Design“ auf der Videoplattform „Vimeo“.

 

Das Internet als Fundgrube der Ideen
Das Internet als Ideenlieferant bringt neue Impulse. Weiß man nicht genau, in welche Richtung die eigenen Entwürfe gehen sollen, holt man sich Anregungen. Beim Surfen wird man fast automatisch mit Ideen konfrontiert.

  • Die Google Bildersuche zum Beispiel ist ein unerschöpfliches Reservoir für Bildwelten, Ideen und für vieles, was sich aus dem Zufall des Surfens ergibt.
  • Auch die Suche in Bilddatenbanken von Fotoanbietern kann anregend wirken.
  • Oder ein Abstecher auf Apps oder Fotoseiten wie Flickr, Instagram, Imgur, 500px und Ello.
  • Ebenso ein Besuch bei den Videoplattformen YouTube oder besser noch Vimeo. Während YouTube alles und jedes bietet, ist Vimeo auf Kunst, Design und Innovatives spezialisiert.
  • Der TED Talk ist eine internationale Video-Vortragsreihe zu zeitgemäßen Themen aus Wissenschaft, Technik, Kunst und vielem anderen. In englischer Sprache stellen hochkarätige RednerInnen und ExpertInnen komplexe Themen kurzweilig vor. Meist sind deutsche Untertitel vorhanden, und zum Teil sind sogar schriftliche Skripte abrufbar, die das Gesagte besser nachvollziehbar machen. Kaum eine andere Quelle im Internet geht so systematisch, kompetent und vielfältig auf aktuelle Themen und auch Zukunftsthemen ein. Wer sich darauf einlässt, erhält ungewohnte Impulse und Inspirationen.

Jede dieser Plattformen hat eine eigene integrierte Suchmaske bzw. Suchmaschine, in der man nach Begriffen oder #Hashtags suchen kann.

 

Serendipität: Die Kunst, etwas zufällig zu finden
Seit einiger Zeit spricht man bei ungeplanten Zufällen, die bei der Suche nach etwas ganz anderem entstanden, von der so genannten „Serendipität“. Man surft drauflos und kommt von einer Webseite auf die nächste. Oder man kommentiert auf seinem sozialen Netzwerk und findet im Stream einen Link zu einem ganz anderen Thema. Auch Seiten wie etwa Pinterest funktionieren so. Wenn man Anregungen braucht, geht man in die App oder auf die Webseite und klickt oder gibt einen Begriff ein. Es öffnet sich eine Seite mit vielen Bildern zum Thema, und jeder Klick auf eines dieser Bilder öffnet eine neue Seite mit weiteren Bildern, die dann aber vom eigentlichen Thema wegführen. Diese zufällige Absichtslosigkeit entspannt und bringt den Suchenden auf andere Gedanken. Manchmal kann man Querverbindungen zum Ausgangsthema herstellen und so das ursprüngliche Problem aus einem neuen Blickwinkel betrachten – unerwartete Ergebnisse beflügeln.

Kult-Designer Stefan Sagmeister und seine Lieblingsbeiträge auf „TED-Talk“.

 

Wonach kann man googeln?
Natürlich gibt es verschiedenste Möglichkeiten, wonach man im Web googeln kann:

  • Nach Namen berühmter oder interessanter Designer. Wer beispielsweise sehen will, was im Print-Grafik-Design innovativ ist, googelt nach Stefan Sagmeister oder nach dem Plakat-Designer Uwe Loesch. Graphik-Design-Klassiker vergangener Jahre sind auch Saul Bass, Lo Breier, Alexey Brodovitch, Neville Brody, Willy Fleckhaus oder Kurt Weidemann.
  • Nach Erscheinungsbildern, auch über die Begriffe „Corporate-Design-Manual“, „Corporate Design“, „Corporate Identity“ oder „Style Guide“. Hierzu findet man viele Design-Manuals in Form von PDF-Dateien im Web.
  • Nach Design-Agenturen, die entweder selbst interessante Projekte kreieren oder allgemeine Trends aufzeigen.

 

Spezielle Webseiten für Designer
Jenseits des Zufalls gibt es Seiten im Netz, deren Absicht es ist, ihre Besucher mit Designtrends und visuell Neuem zu begeistern. Typische Seiten für Designer aller Art, sind:

  • Behance: Das soziale Design-Netzwerk von Softwarehersteller Adobe
  • Colossal: Außergewöhnliche Illustrationstechniken, Objekte und Kunst
  • Creative Boom: Umfassende Seite für zahlreiche Aspekte des Designerlebens
  • Designinspiration: Ähnlich aufgebaut wie Pinterest, wechselt die Seite zwischen Foto, Illustration, Design, Kunst und Objekten
  • DesignTaxi: News aus Design und Medien, mit mehreren Beiträgen täglich
  • Design you trust: Eine vielfältige Seite, die auch die Kategorie „Inspirationen“ enthält
  • DeviantArt: Designer, Illustratoren und Künstler veröffentlichen hier ihre Portfolios
  • Dribble: Schwerpunkt „Designentwürfe“
  • Form Fifty Five: Internationale Showcases und Portfolios von Designern
  • From up North: Typografie, Graphik-Design, Animationsdesign
  • Grainedit: Illustrationen aller Art
  • Inspiration Grid: Zum Teil wunderschöne Portfolios ausgewählter Designer
  • Pinterest: Die wohl wichtigste Seite für die bildorientierte Suche nach Illustrationen, Design, Comics und Fotografien
  • Print: Ein Blog nur für hochwertige Printprojekte
  • The Bookdesign Blog: Ein Blog nur für schön gestaltete Bücher
  • This is Mirador: Exzellentes Grafik-Design gut präsentiert
  • tuts+: Ein Tutorialseite für Grafik-Design und Illustration

 

Allgemeine Kulturseiten mit Design und Kunst
Es gibt viele Webseiten, die einen aktuellen kulturellen Querschnitt bieten – wobei die Grenze zwischen Design und Kunst oft fließend ist. Inspirierend sind solche Seiten aber allemal. Für Augenmenschen und Designverliebte:

  • LowdownMagazine: Der Ableger des gedruckten Magazins zeigt Alternativkultur
  • Nerdcore: Einer der wichtigsten deutschen Kulturblogs
  • Reddit: Wer wissen will, was im Web angesagt ist, guckt bei Reddit
  • Scene360: Von Kunst über Design bis hin zu Tattoos und Film bietet die Seite ein breites visuelles Spektrum
  • Synaptic Stimuli: Eine illustrativ-künstlerische Seite mit sehr ungewöhnlichen Bildwelten

Wer weiterstöbern will: Übersichten für Ideen-Webseiten
Wer weiter in die Tiefe gehen möchte, findet hier fünf weitere Übersichten mit insgesamt fast 300 Tipps für inspirierende Webquellen:

  • The Next Web: 98 Inspirationsquellen
  • Conterest: 50 Webseiten mit verschiedensten Inspirationsarten
  • Canva: 50 Designer aller Disziplinen werden vorgestellt
  • Mashable: 100 Webseiten für alle Designgelegenheiten, in der ersten Hälfte geht es um Webdesign, weiter unten wird auf Design-(PDF)Magazine und Designwebseiten verwiesen
  • Creative Boom: 50 Grafik-Design-Blogs

 

Ralf Wasselowski

Für unsere Wissensreihe „Kostenloses Gestaltungsmaterial für Designer“ konnten wir Ralf Wasselowski gewinnen. Er betreibt die Agentur Conceptbüro in Essen. ©Ralf Wasselowski

 

Gestalter und Designer finden hier die besten Tipps für Ihre Werke. Wenn man sich an Gestaltungsregeln hält, kann man allerhand Zeit sparen. Sie stellen wir in der nächsten Woche vor.

In dieser Reihe bereits erschienen:

Type & Fonts für Designer: Wo finde ich kostenlose Schriften im Web?
Clipart für Designer: Wo finde ich kostenlose Illustrationen im Web?

 

 

 

 

 

24
Mai
2017
Im Gespräch

Kultobjekte Aufkleber: Wie werden sie gestaltet?

Sie sind klebrig, aber nicht aufdringlich, können auf etwas hinweisen, oder schlicht verzieren – die Rede ist von Aufklebern. Einmal platziert bleiben die individuell bedruckten Botschafter für lange Zeit an ihrem Bestimmungsort haften: etwa als Hinweis oder Give-away auf Messen oder Label an Produkten. Mit dem eigenen Logo oder Claim bedruckt tragen sie Marken, Slogans, Designs hinaus in die Welt. Echte Fans von Festivals, Unternehmen oder Aktionen werden gleich selbst zum Botschafter und „lassen es kleben“.

blogbild_interview_aufkleber_sophie-herken_©Sophie Herken

Halb Grafik-Designerin, halb Illustratorin: Sophie Lucie Herken. ©Sophie Herken

Doch wie gestaltet man Sticker so, dass sie gefallen, auffallen und nicht reinfallen? Dazu haben wir uns mit der, nach eigenen Aussagen, halb Grafik-Designerin, halb Illustratorin, Sophie Lucie Herken unterhalten. Neben dem Gestalten von Kinderbüchern oder Logo-Designs ist sie Mitorganisatorin der POPTALES-Ausstellung in Berlin – eine Schau zu Illustration und Charakter-Designs („Figurendesign“) an der 30 verschiedene Künstler aus aller Welt teilnehmen. Mit Aufklebern und bunten Inhalten kennt sie sich also aus.

 

 

Was macht Aufkleber so beliebt?

Aufkleber sind einfach universell einsetzbar. Sie sind kleine, flexible und kostengünstige Werbeträger, die man überall draufkleben kann und, je nach Inhalt des Aufklebers, ein Statement setzen kann. Sticker müssen einen Sachverhalt, eine Botschaft sehr schnell auf kleinstem Raum auf den Punkt bringen. In der Street-Art wurden sie häufig verwendet, um Botschaften im urbanen Umfeld zu verbreiten, oder um Statements zu setzen. Denke ich an Aufkleber, sehe ich plakative Abbildungen von Illustrationen oder Logos und Schriftzügen vor mir, so wie z.B. bei Musikbands, Polit-Aktionen, Events und, und, und.

 

Das Layout ist Dreh- und Angelpunkt dafür, ob ein Aufkleber ankommt, oder nicht. Welche Art Layout sollte verwendet und worauf sollte bei der Gestaltung geachtet werden?

Bei Aufklebern darf man sich nicht in Details verlieren. Man sollte sich im Vorfeld ganz genau überlegen, wie man was abbildet, damit der Sachverhalt vom Betrachter sofort verstanden wird. Die Gestaltung muss auffällig, plakativ und spannend sein. Nur so kann der Betrachter darauf aufmerksam werden und näher kommen, um alle Informationen des Stickers zu erfassen. Im besten Fall versucht der Betrachter den Aufkleber mitzunehmen, um ihn auf seiner Tasche oder dem Laptop zu platzieren. Oder noch besser: Er fotografiert ihn und verbreitet ihn super-schnell in den sozialen Medien.

 

Haben Sie einen Tipp für die Verwendung von Farben und Schriften bei Aufklebern?

Kontrastreiche Farben sind wichtig. Ein Aufkleber kann auch nur schwarz mit einem weißen Logo drauf sein. Aber die Kontraste müssen da sein. Verwendete Schriften sollten plakativ und auch auf Distanz gut lesbar sein.

 

Wie beeinflussen Formate, auffällige Farben oder transparente Sticker die Gestaltung? 

Möchte man aus werblichen Zwecken transparente Aufkleber einsetzen, so sollte man sich gut überlegen für welchen Einsatz sie gedacht sind. Man muss die Hintergründe genau aussuchen. Ansonsten läuft man Gefahr, dass die Botschaft „verschwindet“. Man kann dann die Darstellung nicht erkennen, der Hintergrund lenkt zu sehr ab. Für mich gilt: je leuchtender – umso besser. Ob mit Farben und Schriften oder auch Formen – man kann und sollte damit ruhig ein bisschen herumprobieren.

 

ÜBRIGENS: viaprinto bietet die klebrigen Kultobjekte in vier Variationen: rund, quadratisch, rechteckig und oval. Schöne Effekte lassen sich schaffen mit vollflächigem Druck oder transparentem Hintergrund. Erhältlich sind sie schon ab Auflabe 250 bis zu 10.000 Stück.

25
April
2017
viaprinto-Wissen

Fibonacci-Zahlen: Die Goldene Spirale der Design-Proportionen.

In der letzten Folge haben wir den Goldenen Schnitt behandelt, der als ideal schöne Proportion wichtig für Flächenaufteilungen im Grafik-Design ist. Doch bleibt der Goldene Schnitt in der Erinnerung eher abstrakt, weil es kein griffiges Bild für ihn gibt, das man verinnerlichen könnte. Die sogenannte Fibonacci-Zahlenfolge kann hier Abhilfe schaffen.

Wobei helfen Berechnungen im Medien-Design?

Der Goldene Schnitt und die Fibonacci-Folge kommen überall dort zum Einsatz, wo es um Proportionen geht:

  • Bei Seitenaufteilungen und Konstruktionen von Satzspiegeln für Bücher, Zeitschriften, Broschüren und Flyer
  • Bei Bildkomposition und Bildaufteilung in Fotografie und Illustration
  • Bei allem, was im Mediendesign an der Tagesordnung ist: von der Drucksache, über die Webseiten-Gestaltung bis zur Ausstellungsgestaltung.
  • Dabei vor allem auch für die Berechnung aller denkbaren Abstände und Größen für Seitenränder, Spaltenabstände oder Zeilenabstände sowie Bildgrößen und Bildproportionen
  • Es geht bei Abständen im Print-Design darum, in welchem Verhältnis der Weißraum einer Seite zur bedruckten Fläche steht

 

Die Berechnung der Schönheit

Der Goldene Schnitt ist spröde, da er unter Umständen mit schwierigen Berechnungen zu tun hat. Er bezeichnet das Verhältnis von zwei Teilen einer Strecke oder einer Fläche, wobei dieses Verhältnis ca. 1:1,618 entspricht. Genau das gilt als eine optimal schöne Proportion. Aber wie kann man es im Medien-Design gut handhabbar machen?

 

Die Fibonacci-Folge hilft, den Goldenen Schnitt zu verstehen

Der Goldene Schnitt hat einen mathematischen Verwandten, der hier helfen kann, auch weil er einprägsamer ist: Die Fibonacci-Folge ist benannt nach dem Italiener Leonardo Fibonacci. Der hatte damit, basierend auf antiken Rechenmethoden, bereits im Jahr 1202 die Fortpflanzungsrate von Kaninchen und das Pflanzenwachstum berechnet. Die Fibonacci-Folge wird durch die Fibonacci-Spirale visualisiert und ist dadurch bekannt geworden:

serie_designprinzipein_fibonaccifolge ©viaprinto

Die Goldene Spirale

Diese Goldene Spirale gibt damit einer Reihe aufsteigender Zahlen eine gut merkbare grafische Form. Die ist im übrigen auch Grundlage verschiedener Formen, die in der Natur vorkommen. Aber zunächst ist zu klären, was die Fibonacci-Zahlenfolge auszeichnet.

 

Die Fibonacci-Zahlen und ihre Besonderheit

Jede Zahlen-Sequenz ordnet Zahlen nach einer bestimmten Gesetzmäßigkeit an. Im Fall der Fibonacci-Folge ist jede Zahl (bis auf den Anfangswert) die Summe der zwei vorherigen. Die Zahlen steigen zwar am Anfang eher gemächlich an, dann aber entstehen sehr schnell immer größere Zahlen. So lautet die zwanzigste Fibonacci-Zahl bereits 4.181. Das ist der Grund, warum sich die Fibonacci-Spirale nach außen hin immer weiter öffnet. Die Additionen zu den ersten Zahlen der Fibonacci-Folge lauten beispielsweise:
0 + 1 = 1
1 + 1 = 2
1 + 2 = 3
2 + 3 = 5
3 + 5 = 8
5 + 8 = 13

Die Konstruktion der Fibonacci-Spirale

serie_designrichtlinien_fibonacciillu ©viaprintoLinks oben: Die einzelnen Spiral-Segmente entstehen als Kreisbögen innerhalb von Quadraten. Rechts oben: In der Abbildung sind den Quadraten zur Verdeutlichung Zahlenwerte aus der Fibonacci-Folge zugeordnet.

serie_designprinzipien_fibonacciillu2_©viaprintoGoldene Proportionen

Links oben: Wenn man die Darstellung weiter vereinfacht, ergibt sich ein Quadrat mit einem Rechteck daneben, das in anderen Fällen auch über oder unter dem Quadrat liegen kann. Das Ensemble aus Quadrat und Rechteck hat nahezu die gleichen Verhältnis-Werte wie der Goldene Schnitt. Allerdings sind die Fibonacci-Zahlen am Anfang, in ihren kleineren Zahlenwerten, noch weit entfernt vom Goldenen Schnitt. Je weiter sie jedoch fortschreiten und je größer sie werden, desto mehr nähern sie sich dem Verhältnis von 1:1,618 an. Genauer gesagt: Die Division zweier aufeinanderfolgender Werte nähert sich der Goldenen Proportion an. Beispielsweise ist 3 : 2 = 1,5 noch weit weg vom idealen Verhältnis. 13 : 8 = 1,625 nähert sich dem aber schon an und 55 : 34 = 1,617 kommt dem Goldenen Schnitt schon sehr nahe. Es ist aber nicht so, dass mit weiterem Steigen der Werte, der Goldene Schnitt genau erreicht wird. Vielmehr wechselt die Annäherung: sie liegt einmal knapp unter dem Goldenen Zahlenverhältnis, dann wieder darüber. Der Laie, der die Zahlen anwenden möchte, kann daraus aber dennoch den Schluss für die Praxis ziehen, dass die Fibonacci-Zahlen, die ein mathematisches Wachstum beschreiben, dem Goldenen Schnitt ungefähr nahe kommen.

 

Was ist der Vorteil der Fibonacci-Folge?

Fibonacci-Zahlen lassen sich besser rechnen. Dies wird an folgendem Beispiel anschaulicher:

serie_designrichtlinien_fibonacciquadrat_©viaprinto

Hier ist ein quadratisches Raster hinterlegt, das zeigt, dass sich die Fibonacci-Proportionsverhältnisse wohl geordnet aufeinander beziehen. Dabei bildet die Grundproportion immer ein großes Quadrat (hier im Bild links für die Fibonacci-Zahl 21) mit zugeordnetem Rechteck (das aus den restlichen Quadraten der Zahlen 13 bis 1 gebildet wird). Die Fibonacci-Zahl 13 wiederum bildet das nächstkleinere Quadrat, dem das Rechteck zusammengesetzt aus den Quadraten der Zahlen 8 bis 1 zugeordnet ist. Grundlegend ist immer eine selbstähnliche Struktur, die aus Quadrat und Rechteck gebildet wird.

serie_designprinzipien_fibonacciquad ©viaprintoDas Verhältnis zwischen Quadrat und Rechteck entspricht dabei nahezu dem Goldenen Schnitt. Der Goldene Schnitt ist mathematisch betrachtet jedoch eine sogenannte irrationale Zahl, die sich nicht als Bruchzahl darstellen lässt. Deshalb lässt sich der Goldene Schnitt zwar (siehe Folge 2 dieser Serie) berechnen, er ist für den Designer aber weniger einfach handhabbar. Fibonacci-Zahlen sind übersichtlich und besser in die Welt des Designs übertragbar.

 

Konstruktion des Goldenen Schnitts

Der Goldene Schnitt lässt sich allerdings rein grafisch ohne Berechnung recht einfach konstruieren. Es gibt viele Möglichkeiten, eine davon ist nachfolgend abgebildet:

serie_designrichtlinien_fibonacciverhält_©viaprinto

Dabei geht man von einem beliebigen Quadrat aus (hier grün dargestellt).

  • Das Quadrat wird zunächst halbiert (rot-gestrichelte, vertikal verlaufende Hilfslinie).
  • Der Schnittpunkt, der sich mit der unten liegenden Seite des Quadrates und der Halbierungslinie ergibt, ist der Mittelpunkt eines gedachten Kreises.
  • Der Radius des gedachten Kreises ist die Diagonale des halbierten Quadrates (rot-gestrichelte, schräg verlaufende Hilfslinie).
  • Wendet man den Kreis auf dieser Grundlage an, bildet er einen Schnittpunkt mit der verlängerten unteren Linie des Quadrates. Dieser gibt die Breite des Rechteckes an, das nun zum Quadrat im Verhältnis 1,618 : 1 steht.

 

Fazit: Proportionen einfach oder kompliziert

Der Begriff „Goldener Schnitt“ hört sich einfach und klar an, kann aber kompliziert werden. Fast jede aussagekräftige Quelle im Internet benutzt zur Berechnung des Goldenen Schnittes schnell Formeln, die man als Nicht-Mathematiker kaum versteht. Dabei ist es noch relativ einfach, eine Strecke im Verhältnis 1 : 1,618 zu teilen. Angewendet auf die komplexen Flächenaufteilungen einer Drucksache wird es komplizierter. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass unsere DIN-Formate stark vom Goldenen Schnitt abweichen. Manch ein Designer fragt sich dann, wie er mit dieser Einschränkung überhaupt arbeiten kann. Mehr dazu in der nächsten und letzten Folge der Serie.

Der BegriffFibonacci hört sich dem gegenüber kompliziert an, ist aber für den Laien transparenter und einfacher in der Anwendung. Die Fibonnaci-Folge kann man als eine für den Einsteiger besser verstehbare Entsprechung zum Goldenen Schnitt auffassen.

Sie arbeitet mit ganzen Zahlen (und nicht mit Dezimalzahlen mit vielen Nachkommastellen), mit denen man komplette Satzspiegel schlüssig erstellen kann – und zwar ohne große Berechnungen, sondern mit einem Rastersystem, das auf den Fibonacci-Zahlen basiert.

Die Arbeit mit solchen Rastersystemen vereinfacht es, umfangreiche Drucksachen wie Magazine oder Kataloge zu vereinheitlichen. Auch Printprodukte, die in Reihen erscheinen, profitieren von der flexiblen Durchgängigkeit der Gestaltungsraster. Ein Raster für zum Beispiel 20 Flyer, die nach und nach in einer Serie erscheinen, sichert in Proportionen und Fotogrößen deren grundlegende Wiedererkennbarkeit.

 

Es sei noch erwähnt, dass die berühmte Zahl „Phi“, in mathematischer Symbolsprache auch „φ“ geschrieben, genau den Wert 1,61803399 hat und damit dem Goldenen Schnitt entspricht. Deshalb wird die Zahl „Phi“ auch „Goldene Zahl“ genannt.

 

Ralf Wasselowski

Unser Autor Ralf Wasselowski, er betreibt die Agentur Conceptbüro in Essen, informiert im zweiwöchigen Rhythmus über Designrichtlinien. ©Ralf Wasselowski

 

In der Serie „Grundlagen der Gestaltung“ sind bisher erschienen:

Denksport Design: Gestaltungsgesetze und Designprinzipien
Der Goldene Schnitt, die unbekannte Proportion.