Geschichtsausflug

Dem Aufkleber auf der Spur

Aufkleber und Etiketten sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Beim Einkaufen liefern sie wertvolle Informationen zum Produkt wie beispielsweise den Preis sowie Füllmenge und Inhaltsstoffe. Neben dieser Funktion haben sie aber noch bewegendere Aufgaben: Sie verschönern das Leben, übermitteln gesellschaftsrelevante Statements und sind perfekt, um Marken zu mehr Aufmerksamkeit und Reichweite zu verhelfen.

Doch welcher schlaue Kopf hatte überhaupt die Idee zum Aufkleber? Wann und wozu tauchten die ersten Exemplare auf? Im folgenden Geschichtsausflug finden Sie die Antworten …

Vorneweg: Der Unterschied zwischen Etikett und Aufkleber

Unterschiedlichste Formen, praktische Materialvielfalt – darin sind sich Etiketten und Aufkleber schon mal ähnlich. Den entscheidenden Unterschied finden Sie auf der Rückseite: Aufkleber verfügen über eine selbstklebende Schicht, während normale Etiketten durch Band, Tacker oder andere Hilfsmittel befestigt werden müssen. Der Ursprung beider Varianten ist aber derselbe, wie die nachfolgende Historie beweist.

Die Geschichte des Aufklebers

Beachtlich: Die Spuren des Aufklebers reichen bis 6000 v. Chr. zurück. In dieser grauen Vorzeit gab es zwar noch keine hochwertigen Drucke oder selbstklebende Materialien, aber die Menschen waren einfallsreich, um Informationen an Gegenstände zu heften. Den Aufkleber, wie wir ihn heute kennen, gibt es allerdings erst seit dem 17. Jahrhundert …

Die alten Ägypter, Kartuschen und Rollsiegel

Noch heute kann man in Museen altägyptische Sticker aus frühsten Dynastien bewundern. Da sie aus Stein oder sogar Gold gefertigt wurden, ist ihre Haltbarkeit beeindruckend. Verwendet wurden die ovalen Kartuschen, wie sie auch genannt werden, um die Thronnamen der regierenden Pharaonen einzuritzen. Es waren also Informationsträger, welche weitergegeben wurden.

Ebenfalls im alten Ägypten zu finden, ist die erste Etikettierung in Form von Rollsiegeln. Ab 6000 v. Chr. wurden sie verwendet, um Waren und vor allem Weingefäße zu kennzeichnen.

Florierender Handel der Römer und Griechen

Etwa im 6. Jahrhundert v. Chr. erblühten Handel und Kultur wie nie zuvor. Römer und Griechen ritzten zu dieser Zeit Informationen direkt in Amphoren oder sie behalfen sich mit kleinen Anhängern, die sie mit Leder- oder Flachsband an Waren befestigten. Die Händler erkannten schon damals, dass die Etiketten äußerst praktisch waren. Nicht zuletzt, weil jeder Wein nun mit Jahrgang und Sorte versehen werden konnte.

Über eine dekorative oder gar werbewirksame Funktion von Etiketten dachten die Menschen weder zu dieser Zeit noch später in Mittelalter, Neuzeit oder Renaissance nach. Auch an das Ankleben der kleinen Hinweiszettel dachte niemand.

Buchdruck und Kleber ebnen den Weg für das Ur-Etikett

Erst die bahnbrechende Erfindung des Buchdrucks im Jahr 1450 ebnete den Weg für die modernen Aufkleber, wie wir sie heute kennen. Gutenbergs bewegliche Lettern allein reichten allerdings nicht aus. So dauerte es nochmals 250 Jahre, bis die ersten gedruckten Etiketten mit Leim fixiert wurden. Bis ins 18. Jahrhundert war ihr Einsatz auf Warenballen beschränkt.

Die ersten winzigen Werbeplakate

1798 war es so weit: Alois Senefelder feierte den Durchbruch des lithografischen Drucks. Wenig später folgte der Mehrfarbendruck, welcher die Kreation kleiner Aufkleber-Kunstwerke erlaubte. Bevorzugte Motive waren Ritterrüstungen, Wappen und Zertifikate, welche die damaligen Weinetiketten zierten. Plötzlich ging es nicht mehr einzig um eine Inhaltsangabe. Die edlen Tropfen wurden beworben und erfreuten sich kurze Zeit später größter Beliebtheit. Auch die Konkurrenz sowie andere Produkthersteller zogen nach, ihre Waren mit ausgefallenen Aufklebern anzupreisen. An den Arbeitsschritten Entwerfen – Drucken – Leimen – Kleben änderte sich lange Zeit nichts.

Vom Leim zum Selbstkleber

Erst in den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts folgte die nächste Entwicklungsstufe. Stanton Avery stellte 1935 mit seinem Produkt „Kum-Kleen“ den ersten Preisaufkleber vor. Die Rückseite dieser Hafteetiketten war mit einem Kautschukkleber bestrichen und konnte nach dem Aufkleben sogar wieder abgezogen werden. Eine wahre Innovation!

In Deutschland positionierte sich die Feinpapiergroßhandlung Wilhelm Jackstädt bald darauf als Vorreiter auf dem Gebiet der Aufkleber. Eine selbstklebende Postkarte zündete den Boom während der Nachkriegszeit. Es folgten weitere Optimierungen hinsichtlich Drucktechniken, Klebstoffen und Materialien bis zum modernen Selbstkleber-Etikett von heute.

Erste virale Bilder im Stickerformat

„Obey Giant“ war das erste Kunstwerk im Miniformat, welches in den 80ern und 90ern tausendfach verteilt wurde. Shepard Fairey – Designstudent an der Rhode Island School und Schöpfer der Grafik, – war selbst überwältigt von der Reichweite seines Werkes. Ihm wurde erst später klar, dass er das erste virale Bild kreiert und die Street-Art stark beeinflusst hatte.

2008 erschuf er ein weiteres Werk mit Kultstatus: Barack Obama Hope. Auch diese Aufkleber wurden in Städten weit verbreitet, um zu verdeutlichen, dass Kunst demokratisch und allen zugänglich sein sollte. Spätestens seit diesem Zeitpunkt ist der Aufkleber mehr als ein praktischer Informationsträger.

Praktisch, unverzichtbar, variabel: Aufkleber sind Allrounder

Ob schicker Informationsträger, Markenbotschafter oder kleines Kunstwerk auf der Straße – Aufkleber haben die moderne Welt erobert! Wir begegnen ihnen tagtäglich im Supermarkt, in der Umkleidekabine, am Laternenpfahl oder sogar als Give-away bei Events.

Und auch was das Design anbelangt, gibt es keine Grenzen mehr. Die einzige Frage, die da noch offenbleibt: Wie wollen Sie diese kleinen Trendsetter für Ihr Marketing nutzen? Mit welchen Farben, Formen und Botschaften wollen Sie Kunden begeistern?

Unser viaprinto-Team berät Sie gerne, um beste Druckergebnisse zu garantieren. Außerdem gibt es die Aufkleber nun auch direkt von der praktischen Rolle. Es darf gestickert und geklebt werden!

Unsere Gastautorin Sandra Wenger kennt sich aus mit Texten, die die Augen öffnen. In loser Folge wird sie uns eine Weile auf unserer Blog-Reise begleiten und Wissenswertes rund um Farbpsychologie, Formensprache oder ihr Know-how in Sachen Gestaltung teilen. Mehr gefällig? crazy-about-content.de/