Rund um den Geschäftsbericht – Fakten, Design, Image!

Beim Begriff Geschäftsbericht denken viele an ein notwendiges Übel, eine Ansammlung an Daten und Fakten, welche die Bilanz des Geschäftsjahres ermöglicht. Dabei kann der Report sehr viel mehr. Als wichtiges Instrument der Unternehmenskommunikation transportiert er das Image und die Identität der Firma. Mit einigem Aufwand wird die jährliche Publikation somit zu einem Fahnenträger des Betriebs, der nicht nur Finanzanalysten in den Bann zieht.

Augen auf! Dieser Artikel liefert nicht nur großen Kapitalgesellschaften einen wertvollen Überblick rund um den Geschäftsbericht. Auch kleine und mittelständische Firmen können das Wissen nutzen, um Ihre Botschaften gewinnbringend zu verbreiten.

Relevanz – wer punktet mit dem Jahresreport?

Große Kapital- und Personengesellschaften sowie Aktiengesellschaften haben keine Wahl: Sie müssen gemäß Handelsgesetzbuch regelmäßig einen Geschäftsbericht veröffentlichen und gewisse Pflichtangaben berücksichtigen. Erfüllt Ihr Unternehmen zwei der folgenden Merkmale, so gehören auch Sie zu dieser Gruppe:

  • Sie haben mehr als 250 Arbeitnehmer jährlich.
  • Ihr Bilanz liegt über 19.250.000 Euro.
  • Die Umsatzerlöse übersteigen 38.500.000 Euro.

Bei kleinen und mittelständischen Unternehmen sieht es anders aus. Sie entscheiden selbst, ob sie einen Report anfertigen und welche Informationen sie publik machen. Insbesondere der sogenannte Image- oder Magazinteil bietet reichlich Optionen, das eigene Markenbild zu stärken. Bei Bankgesprächen, der Vertragsverhandlung oder Kundengewinnung wird der Geschäftsbericht so schnell zum wertvollen Zünglein an der Waage.

Zusammengefasst sollten Sie folgende Zielgruppen im Auge haben, wenn Sie den Bericht erstellen:

  • Eigentümer sowie Partner
  • Aktionäre und Investoren
  • Analysten, Banken und Berater
  • Mitarbeiter und Lieferanten
  • Kunden und weitere Interessenten

Verantwortlichkeiten – wer erstellt und prüft den Geschäftsbericht?

Investor Relations – so bezeichnet man die zuständige Abteilung, welche sich um die Kommunikation bezüglich Aktionären und Investoren kümmert. Sie übernimmt meist die Umsetzung des Berichts. Bei kleineren Gesellschaften wird die Reporterstellung auch vom PR-Team oder dem Vorstand selbst in die Hand genommen.

Doch egal, wer die Aufgabe innehat: Mit Argusaugen muss geprüft werden, ob alle Vorgaben von Handelsgesetzbuch sowie IFRS (= International Financial Reporting Standards) erfüllt werden. Ohne diese Mindestanforderung ist der Report ungültig. Außerdem müssen alle Zahlen und Fakten korrekt sein.

Vorstand, Aufsichtsrat und/oder Wirtschaftsprüfer setzen sich daher mit folgenden Fragen auseinander:

  • Stimmen Lagebericht und Jahresabschluss überein?
  • Werden die gesetzlichgen Bestimmungen hinsichtlich Jahresabschluss und Buchführung eingehalten?
  • Sind Lagebericht sowie zukünftige Chancen und Risiken wirklichkeitsgetreu?
  • Sind Bilanzen, Buchführung und Gewinn-Verlust-Rechnungen korrekt?

Im abschließenden Prüfungsbericht werden alle Antworten sowie Unklarheiten dokumentiert. Seien Sie an dieser Stelle wirklich sorgfältig und befassen Sie sich auch mit kleinsten Differenzen. Bilanzierungsfehler können als Verstoß gegen die Rechnungsvorschriften strafrechtlich verfolgt werden und schaden noch dazu der Glaubwürdigkeit Ihres Geschäfts.

Veröffentlichung vom Geschäftsbericht – wann ist Showtime?

Alle Jahre wieder … singen die Verantwortlichen. Denn 12 Monate nach Ablauf des Geschäftsjahres ist die Veröffentlichung des Berichts gesetzlich festgeschrieben. Börsennotierte Unternehmen müssen sich besonders beeilen: Spätestens 4 Monate nach besagtem Stichtag muss der Report publiziert sein. Alle übrigen berichtspflichtigen Unternehmen haben das gesamte Jahr Zeit.

Damit aber noch nicht genug. Als börsennotierte Aktiengesellschaft müssen Sie halbjährlich Zwischenberichte herausgeben, in manchen Börsensegmenten sogar Quartalsberichte erstellen. Hier sollten Sie sich genau informieren, welche Vorschriften auf Ihre Firma zutreffen.

Pflicht oder Kür? Diese Inhalte müssen und können in den Geschäftsbericht …

Ein Geschäftsbericht ist in erster Linie ein Zahlenwerk mit weiterführenden Erklärungen. Er informiert Eigentümer, Analysten, Banken und andere Interessenten über die Geschäftslage. Genau betrachtet liefert er Antworten auf die Fragen:

  • Wie steht es um die Umsätze und Gewinne des Unternehmens?
  • Wie setzt sich das Kapital zusammen?
  • Welche Ziele und Entwicklungen sind geplant?
  • Welche Verbindlichkeiten gibt es?
  • Welche Forderungen stellt die Firma?
  • Wie ist die Belegschaft aufgestellt?

Im Pflichtteil des Reports werden diese Themen behandelt. Je nach Größe und Art der Gesellschaft ist gesetzlich vorgeschrieben, welche Elemente der Geschäftsbericht beinhaltet und wie umfangreich er sein muss. Die genauen Regeln finden Sie im Handelsgesetzbuch und IFRS.

Im Magazinteil haben Unternehmen hingegen freie Hand. Hier ist Platz für Imagepflege, starke Botschaften und Kreativität, um den Zielgruppen zu imponieren. Auch Bilder, Interviews und Porträts sind hier erwünscht.

Pflichtinhalte:
  • Jahresabschluss:
    Spiegelt den Erfol des gesamten Geschäftsjahres wider mit Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung.
  • Lagebericht
    Zeigt auf, wie es um die Finanzen steht und welche zukünftigen Ziele und Maßnahmen geplant sind.
  • Corporate Governance Erklärung:
    Verhaltenskodex für den Aufsichtsrat und Vorstand
  • Bericht des Aufsichtsrates:
    Für Aktiengesellschaften ist er verpflichtend. Der Aufsichtsrat bestätigt die Prüfung von Jahresabschluss, Lagebericht und laufender Geschäfte.
  • Bestätigungsvermerk, Testat:
    Wird vom Wirtschaftsprüfer des Unternehmens ausgestellt und beinhaltet eine weitere Prüfungsbestätigung.
Image- oder Magazinteil:
  • Aktionärsbrief:
    Der Vorstand erläutert Aktionären darin die Ziele der kommenden Jahre.
  • Umweltbericht:
    Beantwortet Fragen rund um die Umweltverträglichkeit der Produktion sowie Schutzmaßnahmen und Risiken.
  • Sozialbericht:
    Weiterbildungen, Sozialleistungen, Qualifikation und Mitarbeiteranzahl finden hier Platz.
  • Segmentberichterstattung:
    Differenzierte Aussagen zu einzelnen Abteilungen werden durch diese Infos möglich. Besonders geeignet bei großen Unterschieden hinsichtlich Gewinn und Risiko je Firmenbereich.
  • Finanzielle Kennzahlen:
    Übersicht zu Umsatz, Mitarbeitern, Aktien und Bilanzen, die dem eigentlichen Geschäftsbericht vorangestellt wird.

Mit 6 Tipps zu einem Geschäftsbericht, der überzeugt!

Sie haben die Wahl: Nur an den Pflichtvorgaben entlanghangeln oder Ihr Unternehmen eindrucksvoll präsentieren? Mit kreativem Fingerspitzengefühl, frischen Ideen und Medienwissen im Gepäck haben Sie beste Voraussetzungen, Ihren Geschäftsbericht in eine Erfolgsgeschichte zu verwandeln.

Zusätzlich helfen unsere exklusiven Tipps! Denn als langjähriger Partner großer Firmen schöpft viaprinto aus einem reichen Erfahrungsschatz. Also los gehts …

#1 Vorbereitung ist alles

Sie haben bereits im Vorjahr einen Geschäftsbericht veröffentlicht? Perfekt! Nutzen Sie diesen als Vorlage. So können Sie schon mal sicher sein, dass der Report korrekt aufgesetzt ist. Viel Stress ersparen Sie sich außerdem, wenn Sie im Laufe des Jahres die wichtigsten Zahlen und Fakten sammeln. Zum Ende des Geschäftsjahres müssen Sie diese dann nur noch in Form bringen.

Arbeiten mehrere Personen an dem Report, sollten Sie Aufgaben eindeutig verteilen und sich zur Absprache treffen. Eine gute Kommunikation hilft, Fehler zu vermeiden und effizient zu arbeiten.

#2 Harmonisches Gesamtbild dank Gestaltungskonzept

Layout, Grafiken, Typografie, Farben, Bildsprache – all diese Elemente wirken im Geschäftsbericht wie ein Orchester zusammen und beeinflussen das Image Ihres Unternehmens. Der Report sollte dementsprechend strukturiert und konsistent aufgebaut werden und sich in das bestehende Corporate Design harmonisch einfügen. Am besten Sie erarbeiten vorab ein Gestaltungskonzept, welches alle Designrichtlinien beinhaltet. Daran können sich alle Beteiligten orientieren.

#3 Attraktives Design für komplexe Daten und Zahlen-Wüsten

Infografiken sind die Lösung, wenn es um komplexe Sachverhalte geht. Zum einen ziehen sie automatisch das Auge des Lesers an, zum anderen formen sie komplizierte Sachverhalte in leicht verdauliche Häppchen um.

Nutzen Sie ein ansprechendes Design und Layout auch für Tabellen jeglicher Art, um den Leser nicht mit Informationen zu überfrachten und aus der Masse hervorzustechen.

#4 Authentisches Storytelling

Der Geschäftsbericht ist nicht nur eine Ansammlung an Zahlen, sondern auch die Chance, das Unternehmen authentisch zu präsentieren. Nutzen Sie eine Geschichte, die den Leser durch den gesamten Report begleitet. Passende Gestaltungselemente wie Grafiken machen die Story noch greifbarer.

Auch Imageberichte sind eine erstklassige Wahl, um Hintergründe, Motivation und Engagement Ihrer Firma auf raffinierte Weise zu transportieren.

#5 Content bleibt King

Die schönste Aufmachung wird über schlechte Inhalte nicht hinwegtäuschen. Achten Sie bei der Erstellung des Berichts daher unbedingt auf einen leicht verständlichen und konsistenten Sprachstil. Falls Sie bei einigen Angaben unsicher sind, fragen Sie verantwortliche Mitarbeiter, um einen 100 Prozent korrekten Report garantieren zu können.

Auch optisch können Sie dem Content noch das Sahnehäubchen aufsetzen. Ein Inhaltsverzeichnis hilft bei der Orientierung. Klar formatierte Absätze, Überschriften, Zitate, Aufzählungszeichen oder auch bewusst eingesetzter Weißraum sorgen für Abwechslung und erhöhen damit die Aufmerksamkeitsspanne des Lesers.

#6 Unterschiede zwischen Print- und Online-Veröffentlichung

Bevor es an die Gestaltung des Geschäftsberichts geht, muss folgende Frage geklärt sein: Wird der Report gedruckt, online zur Verfügung gestellt oder sogar teilweise in sozialen Medien thematisiert? Je nach Publikationsart sollten Sie Layout, Design sowie Inhalt anpassen.

Während eine digitale Veröffentlichung den Einsatz von Videos und animierten Grafiken ermöglicht, bietet die gedruckte Version ein haptisches Erlebnis. Wählen Sie Papier, Cover sowie Bindung mit Bedacht, um den Auftritt Ihres Geschäfts zu perfektionieren. Unser viaprinto-Team berät Sie gerne.

Sie sind dran – gestalten Sie eine exklusive Geschäftsstory!

Der Geschäftsbericht ist eine wichtige Informationsquelle für zukünftige Partner, Kunden oder auch Investoren. Sie sollten sich daher nicht mit einer Wüste aus Fakten und Zahlen zufriedengeben, sondern das Medium als wirkungsvolles Kommunikationsmittel nutzen. Zeigen Sie Interessenten, was Ihr Unternehmen einzigartig macht und wohin es in den nächsten Jahren strebt. Durch eine spannende Story weben Sie den roten Faden, der Interessenten führt – vielleicht sogar zur Interaktion mit Ihrem Geschäft? Lassen Sie sich diese Chance nicht entgehen!

Unsere Gastautorin Sandra Wenger kennt sich aus mit Texten, die die Augen öffnen. In loser Folge wird sie uns eine Weile auf unserer Blog-Reise begleiten und Wissenswertes rund um Farbpsychologie, Formensprache oder ihr Know-how in Sachen Gestaltung teilen. Mehr gefällig? crazy-about-content.de/