Unsere kleine Interviewreihe über die Verwendung partieller Veredelung geht weiter: Melanie Schürmann, im Produktmanagement bei viaprinto tätig, beantwortet heute Fragen zu den technischen Details und gibt Tipps für die Anlage der partiellen Veredelung in den Druckdaten.
Frage:
Liebe Melanie, worauf müssen Kund*innen allgemein bei der Anlage achten?
Melanie:
Bei der Anlage der Druckdaten gibt es bei partieller Veredelung ein paar zusätzliche Punkte zu beachten, da Druckmotiv und Veredelung eindeutig voneinander getrennt und korrekt angelegt werden müssen.
Wichtig sind beispielsweise Sonderfarben und die korrekte Ebenenstruktur, aber auch technische Vorgaben wie Mindestschriftgrößen, Linienstärken und Sicherheitsabstände. Ebenso sollte die Überdrucken-Funktion korrekt eingesetzt werden. Gerade bei sehr feinen Elementen sollte man berücksichtigen, dass nicht jede Gestaltung technisch zuverlässig veredelt werden kann.
Unsere Kunden müssen sich diese Anforderungen aber nicht selbst zusammensuchen. viaprinto stellt dafür konkrete Hilfestellungen zur Verfügung. In unserem Datenblatt zur partiellen Veredelung (hier bspw. zur Visitenkarte) sind alle relevanten Anforderungen zusammengefasst. Zusätzlich gibt es einen Hilfeartikel mit einer Schritt-für-Schritt-Anleitung, der durch die Anlage der Druckdaten führt.
Unser Ziel ist, die technischen Anforderungen so verständlich wie möglich zu vermitteln und unsere Kunden bereits bei der Datenerstellung dabei zu unterstützen, ein möglichst gutes Produktionsergebnis zu erzielen.
Frage:
viaprinto empfiehlt eine Mindestschriftgröße von 12 Punkt bei Lacken und sogar 14 Punkt bei Heißfolie. Was passiert technisch, wenn diese Werte unterschritten werden?
Melanie:
Die Mindestschriftgrößen sind vor allem eine Frage der technischen Reproduzierbarkeit. Je kleiner eine Schrift oder je feiner eine Linie ist, desto schwieriger wird es, diese Struktur bei der Veredelung sauber und gleichmäßig abzubilden.
Bei Lack können sehr kleine Elemente beispielsweise zulaufen oder an Kontur verlieren. Bei Heißfolie kommt hinzu, dass die Folie auf das Papier übertragen und dort präzise aufgebracht werden muss. Sehr feine Schriften oder Linien können dadurch im ungünstigen Fall nicht vollständig übertragen werden.
Die empfohlenen 12 beziehungsweise 14 Punkt sind deshalb keine reine Designempfehlung, sondern dienen dazu, ein möglichst zuverlässiges und reproduzierbares Produktionsergebnis zu erreichen.
Das bedeutet nicht, dass unterhalb dieser Werte automatisch jedes Ergebnis fehlerhaft wird. Das Risiko für Qualitätsabweichungen steigt aber deutlich – und genau deshalb empfehlen wir diese Mindestgrößen.
Frage:
Wie gut funktionieren Profi-Datencheck und Online-Vorschau bei veredelten Produkten?
Melanie:
Gerade bei veredelten Produkten spielen Profi-Datencheck und Online-Vorschau perfekt zusammen. Beide Tools übernehmen dabei unterschiedliche Aufgaben.
Der Profi-Datencheck prüft die Druckdaten auf die technischen Anforderungen und stellt beispielsweise fest, ob die Daten für die partielle Veredelung korrekt angelegt wurden. Die Online-Vorschau gibt den Kunden anschließend die Möglichkeit, selbst zu kontrollieren, ob die Veredelung auch tatsächlich an den gewünschten Stellen platziert ist.
Damit ergänzen sich beide Tools: Der Datencheck prüft die technische Umsetzung, die Vorschau die gewünschte Gestaltung. Zusammen bieten sie einen guten Rundumschutz, damit aus der Druckdatei am Ende auch das gewünschte Endprodukt wird.
Und auch bei kleineren Fehlern lassen wir unsere Kunden nicht allein. Wenn beispielsweise die Sonderfarbe für die Veredelung lediglich falsch benannt wurde, können wir solche Fehler in vielen Fällen selbst korrigieren. So verhindern wir, dass aus einer kleinen Unachtsamkeit ein Produktionsproblem wird oder die Kunden nicht wegen jeder Kleinigkeit kontaktiert werden müssen.
Vielen Dank, liebe Melanie!
Wir hoffen, dass die Interviewreihe Ihnen nicht nur gefallen hat, sondern dass Sie konkrete Handlungsempfehlungen für Ihr nächstes Projekt mitnehmen konnten.









