Für einen glänzenden Auftritt und einen bleibenden Eindruck sorgen partielle Veredelungen auf Druckprodukten. Elegante Visitenkarten mit einem optischen Highlight sind ebenso beliebt wie Grußkarten mit dem besonderen haptischen Extra. Wir haben in unserem Produktmanagement nachgefragt, was das Besondere an partiellen Veredelungen ist und welche Produkte, Papiere und allgemeine Designs sich eignen. Ein Interview mit Melanie Schürmann.
Frage:
Liebe Melanie, viaprinto bietet drei Arten partieller Veredelung an: Heißfolie in Gold und Silber, partiellen UV-Lack und Relieflack. Gibt es eine Art „Faustregel“, wann sich welches Verfahren besonders eignet?
Melanie:
Eine allgemeingültige Faustregel gibt es nicht. Die Wahl der Veredelung hängt vor allem davon ab, welchen visuellen oder haptischen Effekt man erzielen möchte.
Heißfolie eignet sich besonders gut, wenn ein Motiv hochwertig, elegant oder aufmerksamkeitsstark wirken soll. Unsere Gold- oder Silberfolien setzen beispielsweise sehr starke und edle Akzente.
Partieller UV-Lack erzeugt einen starken Kontrast zwischen matten und glänzenden Bereichen. Er eignet sich deshalb besonders gut, um einzelne Gestaltungselemente hervorzuheben, ohne die Farbwelt des Designs zu verändern.
Relieflack geht noch stärker in die haptische Richtung. Hier wird nicht nur optisch, sondern auch durch eine fühlbare Erhebung ein Akzent gesetzt. Das ist interessant, wenn ein Design buchstäblich „begreifbar“ werden soll.
Eine gute Veredelung sollte nicht einfach nur auffallen. Sie sollte die Gestaltung unterstützen und einen konkreten Zweck erfüllen, beispielsweise eine Information hervorheben, eine Marke stärker inszenieren oder einen haptischen Eindruck erzeugen.
Frage:
Gibt es bestimmte Druckprodukte, bei denen eine Veredelung ein absolutes „Must-have“ ist?
Melanie:
Ein absolutes „Must-have“ gibt es aus meiner Sicht nicht. Veredelung ist immer ein Gestaltungsmittel und sollte zum Produkt und zur Botschaft passen. Es gibt aber Produkte, bei denen sie besonders wirkungsvoll sein kann.
Eine Visitenkarte ist beispielsweise ein klassischer Anwendungsfall. Sie ist klein, wird direkt in die Hand genommen und soll häufig einen hochwertigen oder besonderen Eindruck vermitteln. Hier können schon kleine, gezielt eingesetzte Veredelungselemente eine große Wirkung erzielen.
Bei einem Plakat ist die Situation eine andere. Dort muss die Gestaltung vor allem aus größerer Entfernung funktionieren. Eine großflächigere oder deutlich erkennbare Veredelung kann deshalb sinnvoller sein als viele kleine Details.
Grundsätzlich kann eine Veredelung aber auch eine funktionale Aufgabe erfüllen. Eine vollflächige Lackierung kann beispielsweise dazu beitragen, ein Druckprodukt widerstandsfähiger zu machen und die Oberfläche vor äußeren Einflüssen zu schützen. Bei der partiellen Veredelung steht dagegen meist der gezielte gestalterische Effekt im Vordergrund: Einzelne Elemente werden bewusst hervorgehoben, statt die gesamte Oberfläche zu veredeln.
Frage:
Müssen Kund*innen bei der Auswahl des Papiers aufpassen? Vertragen sich alle Veredelungen gleich gut mit matten, glänzenden oder strukturierten Oberflächen?
Melanie:
Das Papier spielt eine wichtige Rolle, denn seine Oberfläche beeinflusst auch die Wirkung der Veredelung. Besonders spannend ist beispielsweise der Kontrast zwischen einer matten Papieroberfläche und einem glänzenden partiellen UV-Lack. Der Lack hebt sich dadurch optisch deutlich vom Untergrund ab.
Unsere Kunden und Kundinnen müssen sich bei viaprinto allerdings nicht selbst mit allen möglichen Kombinationen auseinandersetzen. Wir haben bereits im Vorfeld geprüft, welche Papiere sich für die jeweilige partielle Veredelung eignen und bei welchen Kombinationen kein technisch zuverlässiges oder gestalterisch überzeugendes Ergebnis zu erwarten ist. Entsprechend sind ungeeignete Kombinationen gar nicht erst bestellbar.
Damit unterstützen wir unsere Kunden und Kundinnen bereits bei der Produktauswahl und stellen sicher, dass die angebotenen Kombinationen auch in der Praxis ein gutes Ergebnis liefern.
Vielen Dank, liebe Melanie! In der nächsten Woche kommt noch Teil 2 des Interviews mit Fokus auf den technischen Details partieller Veredelung.









