2
April
2015
„Alles rund um das PDF“:

Einstellungen für das druckfertige PDF. Folge 4.

Jetzt wird es konkret: Welche Einstellungen für das Druck-PDF sind wichtig? Das erklärt Charlotte Erdmann in einer neuen Folge unserer Wissensreihe „Alles rund um das PDF“.

Ein druckfertiges PDF zu erstellen ist eigentlich keine Kunst – vorausgesetzt man hat im Vorfeld im jeweiligen Anwendungsprogramm die richtigen Einstellungen festgelegt. Denn ob eine Farbkonvertierung stattfinden soll, in welchen Farbraum diese erfolgt und welche Marken gesetzt werden müssen – das muss vor dem eigentlichen Export der Datei entschieden werden.

Viele Wege führen zum druckfertigen PDF

Wie bereits in den vorherigen Folgen dieser Reihe beschrieben, ist PDF nicht gleich PDF. Ein für den Druck aufbereitetes PDF muss allerlei Einstellungen aufweisen, die in der normalen PDF-Speicherfunktion beispielsweise unter Mac OS X oder unter Word nicht möglich sind. Denn alle Microsoft Office Programme rechnen hochauflösende Bilddaten auf 200 ppi herunter. Für ein qualitativ hochwertiges Druckprodukt werden hingegen 300 ppi benötigt.

Empfehlung für Einstellungen

viaprinto empfiehlt deshalb, immer den PDF/X-1a Standard zu verwenden. In diesem sind alle wichtigen Druckvoraussetzungen festgelegt. Beim Anlegen der Datei sollten Sie bereits 3 mm Beschnitt mit einberechnen, um sogenannt020415_Summarye Blitzer beim Endbeschnitt der Druckprodukte zu vermeiden. Alle Bilder sollten zudem in CMYK in die Datei eingebettet werden. Ist dies nicht der Fall, muss der Farbraum der Bilder beim Speichern des PDFs in CMYK umgewandelt werden. Aber ACHTUNG: Bei dieser Umwandlung kann es zu Farbverlusten kommen (mehr dazu siehe hier). Nicht benötigt werden hingegen die sogenannten Schnittmarken (in InDesign unter „Marken und Anschnitt“ im Speicherprozess des PDF zu finden). Da viaprinto im Rahmen des Produktionsprozesses die Schnitt- und Falzmarken selbst erzeugt, sollten Sie diese nicht mit anlegen. Eingebettet werden müssen hingegen alle Schriften, damit diese auch genau so im Druck erscheinen, wie Sie sie auf dem Monitor sehen.

viaprinto erläutert für Mac OS X und für Windows detailliert, wie eine Druckdatei aus den unterschiedlichen Anwendungsprogrammen erstellt werden sollte. Wir gehen hier dennoch kurz auf die beiden wichtigsten Anwendungen ein, die man für die Druckdateierstellung normalerweise am häufigsten benutzt: Adobe InDesign und Photoshop.

PDF aus InDesign

Aus InDesign heraus speichern Sie das PDF über „Datei > Exportieren“. Wählen Sie einen Speicherort und einen Namen, um im Anschluss in ein Dialogfeld „Adobe PDF exportieren“ zu gelangen. Hier können Sie als „Adobe PDF-Vorgabe“ ganz oben „PDF/X-1a“ auswählen. Unter „Seiten“ sollten nun „Alle“ ausgewählt sein.

Links finden Sie nun weitere Einstellungen, die Sie kontrollieren sollten, bevor Sie auf „Exportieren“ gehen. Im Bereich „Komprimierung“ beispielsweise sollte bei „Farbbilder“ und „Graustufenbilder“ stehen: „Bikubische Neuberechnung auf“ mit Wert „356“ Pixel pro Zoll. In der Zeile darunter tragen Sie bitte „bei Bildern mit mehr als“ den Wert „534“ Pixel pro Zoll ein. Ein weiterer wichtiger Bereich ist die „Ausgabe“. Hier wählen Sie bei „Farbkonvertierung:“ „In Zielprofil konvertieren (Werte beibehalten)“ und als „Ziel“ das Profil „ISO Coated v2 300% (ECI)“ (mehr zu diesem Profil ist hier nachzulesen). Im Bereich „Erweitert“ setzen Sie bitte bei „Transparenzreduzierung“ die „Vorgabe“ auf „(Hohe Auflösung)“ und aktivieren Sie die Checkbox „Abweichende Einstellung auf Druckbögen ignorieren“.

Wenn alle Einstellungen getätigt sind, können Sie links unten mit dem Button „Vorgabe speichern…“ die Einstellungen als viaprinto-Druck abspeichern und zukünftig sofort darauf zugreifen, wenn Sie ein PDF aus InDesign für den Druck bei viaprinto exportieren wollen.

PDF aus Photoshop

Im Gegensatz zu InDesign muss in Photoshop sowohl das Format der Datei, als auch der Beschnitt selbst mit angelegt werden. An jeder der vier Seiten Ihrer Datei müssen Sie also schon beim Anlegen derselben 3 mm hinzu geben (Vorsicht: Beim Hardcover-Umschlag sind es beispielsweise 10 mm oben und 15 mm unten). In diese von Ihnen per Hand angelegte Beschnittzugabe sollten dann alle Elemente, die den Rand berühren, hineinragen. Natürlich wird dieser zusätzliche Bereich dann bei der Endverarbeitung des Druckprodukts abgeschnitten. Nicht gedruckt werden können außerdem Ebenen. Sie müssen deshalb vor dem Speichern auf eine Ebene reduziert werden. Beim Anlegen der Datei sollten Sie zudem mindestens 400 ppi, am besten aber 600 ppi als Auflösung einstellen.

Ist die Datei druckfertig gesetzt, geht es ans Speichern als PDF. Wählen Sie dazu unter „Datei > Speichern unter“ und dort als Format „Photoshop PDF“. Nachdem Sie einen Speicherort und einen Namen ausgewählt haben, gelangen Sie in den Dialog „Adobe PDF exportieren“, in dem Sie die Einstellungen für den Druck vornehmen können. Wie unter InDesign sollten Sie auch hier PDF/X-1a als Standard wählen.

Links wählen Sie dann „Komprimierung“ aus und setzen die Werte für Farb- und Graustufenbilder jeweils auf „Bikubische Neuberechnung auf“ mit Wert „356“ Pixel pro Zoll. In der Zeile darunter tragen Sie bitte „bei Bildern mit mehr als“ den Wert „534“ Pixel pro Zoll ein. Unter „Komprimierung“ wählen Sie „Automatisch (JPEG)“ mit maximaler Bildqualität. Im Bereich „Ausgabe“ wählen Sie unter „Farbe > Farbkonvertierung:“ „In Zielprofil konvertieren“ und als „Ziel“ das Profil „ISO Coated v2 300% (ECI)“. Wie Sie das Profil auf Ihren Rechner laden können, erfahren Sie hier.

Auch unter Photoshop lassen sich die für den Druck bei viaprinto getätigten „Vorgaben speichern…“ über den Button links unten im Dialogfeld. Vergeben Sie für die Einstellungen einfach einen passenden Namen und schon kann diese Vorgabe beim nächsten Speicherprozess direkt angeklickt werden. So gelingt das Speichern als druckfertiges PDF für den Druck bei viaprinto in wenigen Sekunden.

Was neben den Einstellungen für das Speichern bereits beim Anlegen der Datei enthalten sein muss, haben wir bereits kurz beschrieben. In der kommenden Folge dieser Serie erfahren Sie allerdings detailliert, wie Sie eine druckfertige Datei richtig anlegen und was darin alles enthalten sein muss. Charlotte Erdmann

Charlotte Erdmann (Bild: Matthias Martin)

Charlotte Erdmann (Bild: Matthias Martin)

 

Lesen Sie in der kommenden Folge aus unserer Reihe „Alles rund um das PDF“: Was im Druck-PDF alles enthalten sein muss.

 

 

 

 

 

 

Bereits erschienen:
Was ist ein PDF?
PDF/X: Standards oder nicht in PDFs?
Den richtigen PDF-Drucker wählen.

2 Antworten
  1. Andrea Meister says:

    Danke für die wirklich tolle Ausführung.
    Eine Frage: ich arbeite mit Corel Draw. Die Bilder sind in cmyk umgewandelt mit dem von der Druckerei geforderten Profil. In pdf exportieren mit pdf x1a.
    Die Farben haben sich nun in der pdf- Datei verändert zu verblassten Farben. Wird das jetzt so gedruckt? Oder liegt das an der Monitoransicht.
    Liebe Grüße, Andrea

    Antworten
    • Sarah Sassenhagen says:

      Liebe Andrea,
      die Veränderung der Farben geht mit der Umwandlung einher. Der CMYK-Farbraum ist kleiner als der RGB-Farbraum, was unter normalen Umständen kein großes Problem darstellt. Jedoch gibt es einzelne RGB-Farben, die nach der Umwandlung deutlich anders aussehen – beispielsweise Farben wie Königsblau oder manche Grüntöne. Das liegt daran, dass Farben zur „Grauachse“ hin korrigiert werden können, wenn sie im CMYK-Farbraum selbst nicht hundertprozentig darstellbar sind.
      Unser Tipp: Kontrollieren Sie Ihre Farbkonvertierungseinstellungen. Das sogenannte Rendering Intent bestimmt, was mit den Farben passieren soll, die außerhalb des Zielfarbraumes liegen. Verwenden Sie hier bitte „perzeptiv“ bzw. „perceptual“ als Einstellung, das sollte bereits helfen.

      Nützliche weiterführende Informationen finden Sie auch auf dem Blog von Robert Weller, der ausführlich den Unterschied zwischen den beiden Farbräumen erklärt: https://www.toushenne.de/newsreader/farblehre-unterschied-rgb-cmyk.html

      Herzliche Grüße,
      Ihr viaprinto-Team

      Antworten

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