4
Februar
2015
„Alles rund um das PDF“

Für Ihre Druckvorbereitung: Start einer neuen Wissensreihe!

Starten wir heute wie versprochen mit der ersten Folge einer neuen Wissensreihe: „Alles rund um das PDF“.  Warum das PDF für den Druck so wichtig ist? Weil im PDF die Informationen eines Dokumentes (Bilder, Texte, Grafiken etc.) originalgetreu abgespeichert sind – und das über alle Betriebssysteme hinweg. Da geht nichts verloren. Daher schließen wir mit Charlotte Erdmann direkt an das Thema „Was ist Color-Management?“ an und widmen uns dem druckfähigen PDF.

Für den Austausch von Dateien benutzt man heute beinahe ausschließlich das geschlossene Format PDF. Es lässt sich über verschiedene Betriebssysteme hinweg öffnen, ohne dass die Formatierung des Inhalts korrupt wird. Was sich hinter dem Format verbirgt, was darin alles gespeichert werden kann und warum man PDF verwenden sollte, das erklärt dieser erste Artikel der neuen viaprinto-Serie:

Entstehungsgeschichte

In den 1980er Jahren wurde der PC in den Büros immer heimischer. In den Grafikagenturen und bei den Kreativen hatte sich der Mac seinen Platz Anfang der 1990er erobert. Das auf den meisten PCs installierte Windows und das auf dem Mac genutzte Mac OS waren allerdings grundverschieden. Zwischen den beiden „Welten“ ließen sich Dateien deshalb nur austauschen, wenn diese plattformunabhängig waren. Doch zu dieser Zeit gab es hierzu nur das PostScript-Format, eine Seitenbeschreibungssprache, in der alle Inhalte eines Dokuments genau bezeichnet werden, so dass sie in allen Systemen an der gleichen Stelle und mit dem gleichen Aussehen wiedergegeben werden. Der Adobe-Gründer John Warnock wünschte sich allerdings ein einfacheres Format, das weniger Speicherplatz in Anspruch nimmt und deshalb auch per E-Mail verschickt werden kann. Adobe hatte mit dem Illustrator damals bereits ein Programm auf dem Markt, mit dem PostScript (PS) Dateien erstellt werden konnten. Aus dieser Technologie und dem PostScript-Format entwickelte Adobe das Portable Document Format, kurz PDF, das 1991 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Mit dazu bot Adobe ab 1993 den PDF-Viewer Adobe Acrobat („Distiller“ zum Erzeugen und „Reader“ zum Anzeigen von PDF-Dateien) an – damals allerdings noch zu sehr hohen Preisen. Doch erst nachdem Adobe die Preise senkte und den Reader kostenlos zur Verfügung stellte, begann das PDF seinen Siegeszug anzutreten.

PDF für den Einsatz im Druck

Schnell entwickelte sich PDF zum besten Austauschformat über Plattformen hinweg, das nicht nur wenig Platz in Anspruch nimmt, sondern auch saubere Druckdateien liefert. Denn mit dem 1996 erschienenen Acrobat 3 unterstützte Adobe zusätzlich den CMYK-Farbmodus. Damit wurden digitale Proofs möglich und die Arbeitskosten ließen sich senken. Auch digital to plate zu drucken war damit nun möglich. Das sehr offene ausgelegte Portable Document Format hatte allerdings zur Folge, dass man Ende der 1990er zwar aus nahezu jedem Programm heraus ein PDF erstellen konnte, diese aber drucktechnisch nicht sauber definiert waren (und oft auch immer noch sind) bzw. Inhalte hatten, die in einer Druckdatei nicht verarbeitet werden konnten (Links, Audiodateien etc.). Deshalb entwickelte die Druckindustrie ab 1998 einen Standard namens PDF/X für die Eigenschaften von Druckvorlagen als PDF-Datei. Dazu erfahren Sie in der nächsten Folge dieser Reihe mehr.

Das kann PDF

Die Vorteile des PDF-Formats liegen vor allem im Druckbereich auf der Hand: einmal erstellt, lässt sich ein PDF überall wieder öffnen, ohne dass Qualitätseinbußen zu befürchten sind. Die Standards für PDF sichern die Integrität und Langlebigkeit der über eine Milliarde PDF-Dateien, die es heute bereits gibt. Denn ein PDF kann nicht nur Was ist ein PDF? Auf dem Weg zur druckfähigen Datei. Zusammenfassungunter Windows oder Mac OS X geöffnet werden, auch auf mobilen Endgeräten ist es einsehbar. Die Daten sehen dabei genau so aus, wie sie erstellt wurden. Sämtliche Informationen des Originals bleiben erhalten, selbst wenn verschiedene Inhaltstypen wie Text, Zeichnungen, Video, Audio, 3D-Karten, farbige Grafiken und Fotos oder logische Funktionen zu einer einzigen PDF-Datei oder einem PDF-Portfolio zusammengefügt werden. Selbst vertrauliche Informationen können in einem PDF weitergegeben werden, denn PDFs lassen sich auch mit einem Passwort sichern. Außerdem können damit Formulare erstellt, sichtbare Elemente geschwärzt und verborgene Informationen gelöscht werden. Die elektronische Unterschrift und zertifikatbasierte Signaturen machen PDFs sogar zum Austauschformat für offizielle Angebote und mehr. Am wichtigsten aber ist, dass das Format PDF inzwischen weltweit so verbreitet ist, dass im Grunde jeder Computernutzer ein ihm zugesandtes PDF öffnen und ansehen kann.

Darum sollte man PDF nutzen

Insbesondere beim Austausch von Druckdaten kann PDF alle seine Vorteile ausspielen, denn eine PDF-Datei gibt alle Inhalte der Originaldatei präzise wieder. Mit integriert werden also Farben, Raster- und Vektorgrafiken, Schrifttypen und hochaufgelöste Bilder. Auch die Position derselben bleibt exakt erhalten, so dass Beschnitt und Anschnitt von Bildern genau festgelegt werden können und beim Öffnen durch den Druckdienstleister nicht anders dargestellt werden, als ursprünglich angegeben. Selbst hunderte Seiten starke Bücher lassen sich so erstellen, ohne dass Informationen bei der Übermittlung an den Drucker verloren gehen. Beim PDF kann der Gestalter sich also sicher sein, dass genau das gedruckt wird, was er auf seinem Bildschirm zuvor gesehen hat. Vorausgesetzt er nutzt einen Standard, den der Druckdienstleister ebenfalls einsetzt. Mehr dazu erfahren Sie in der nächsten Folge der viaprinto-Reihe „Alles rund um das PDF“. Charlotte Erdmann

Charlotte Erdmann (Bild: Matthias Martin)

Charlotte Erdmann (Bild: Matthias Martin)

 

Lesen Sie in der kommenden Folge aus unserer Reihe „Alles rund um das PDF“:
PDF/X: Standards oder nicht in PDFs?

 

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