Beiträge

10
Januar
2018
viaprinto-Wissen

Für das schnelle Gestalten: Kostenlose Templates für Mediendesigner.

Kaum etwas erleichtert die Arbeit eines Mediengestalters zeitlich so sehr, wie der Einsatz fertiger Templates. Das sind Vorlagen-Dateien etwa für InDesign oder Photoshop, die man im besten Fall nur noch den Text austauschen muss muss. Es gibt Templates aber auch für viele andere Programme und Einsatzzwecke völlig kostenlos im Web. Wir zeigen wo.

Wenn man in seinem Designerleben beispielsweise viele Plakate, Flyer, Broschüren oder Bücher gestaltet hat, bemerkt man: so unterschiedlich die Projekte auch sein mögen, je individueller sie auch gestaltet sind – es gibt dennoch grundsätzliche große Gemeinsamkeiten zwischen den Projekten. Broschüren z.B. haben in der Regel einen ähnlichen meist zwei- oder dreispaltigen Satzspiegel. Auch die Satzparameter wie Schriftgrößen, Zeilenabstände, Spaltenbreiten, usw. ähneln sich. Aber jedes Mal entwickelt man für den nächsten Auftrag alles von Grund auf neu, so als müsste man das Rad stets neu erfinden. Unsere Infografik (unten) gibt einen guten Überblick.

Templates für Designprojekte

Dabei könnte man nach Fertigstellung jedes Projektes die Bilder aus der Datei entfernen, durch graue Flächen ersetzen und sich die Dateien als Templates abspeichern. Diese könnte man für neue Projekte überarbeiten, man hätte aber nicht mehr die Arbeit mit dem Grundaufbau der Datei. Bei mehrseitigen Zickzack- oder Wickelfalzflyern ist es zeitaufwendig, die Abstände zu Rändern und vor allem zu den Falzungen exakt einzustellen. Da benutzt man doch lieber eine Datei, in der das alles schon enthalten ist. Die kann aus dem eigenen Archiv kommen, von viaprinto oder aus dem Web.

Wo und wie kommen Templates zum Einsatz?

Legt man ein eigenes Archiv aus den selbst entwickelten Design-Projekten an, sollte man die Dateien ohne Bilder abspeichern, damit keine großen Datenmengen entstehen. Die Projekte sollten nach Kategorie und Art mit gesammelten Schriften katalogisiert werden. Das lästigste bei Templates, die man schnell nutzen will, sind nämlich Bestandteile, die nicht sofort zu finden sind – also fehlende Schriften oder Bilder. Immer wichtiger wird die Ordnung im Archiv gerade auch dann, wenn mehrere Personen darauf zugreifen. Zu überlegen wäre dann, das Archiv in die Cloud zu verlagern, damit jeder von überall aus Zugriff darauf hat.

viaprinto hat einen eigenen Downloadbereich für Templates.

Welche Vorteile bieten Templates?

Templates reduzieren standardisierte Arbeiten, die exakt ausgeführt werden müssen und deshalb viel Zeit im Vorlauf kosten. Dazu gehören nicht nur die Entwicklung eines Satzspiegels und Typorasters sondern auch Schriftenkombination und Detailtypografie oder das Anlegen von Ebenen.

Für welche Einsatzzwecke sind fertige Templates besonders geeignet?

  • Für produktionsorientierte Abläufe, bei denen es nicht in erster Linie um Kreativität und die Entwicklung von etwas ganz Neuem geht.
  • Für Schnellschüsse, bei denen die Zeit drängt.
  • Für Laien, die zu wenig Know-how haben, um einen Entwurf bis ins Detail professionell umsetzen zu können. Wobei etwa die Arbeit mit Ebenen oder Typorastern für den Laien nicht immer einfach ist.
  • Für Profis, die schnell zum Ergebnis kommen müssen, z.B. für einen kurzfristig anberaumten Präsentationstermin. Sie können die vorgefertigten Entwürfe mit ein paar Handgriffen sogar noch individualisieren.

Welche Templates als Gestaltungsvorlagen gibt es im Internet?

Templates findet man für praktisch alle wesentlichen Programme und Drucksachenarten. Dazu gehören zum Beispiel Vorlagendateien für folgende Programme:

  • Photoshop
  • Illustrator
  • InDesign
  • Corel Draw
  • Gimp

Außerdem kann man Templates für folgende Einsatzzwecke downloaden:

  • Typoraster
  • Logos
  • Visitenkarten
  • Webprojekte

Die Webseite „Canva“ enthält Online-Templates, mit denen man im Web auch Drucksachen gestalten kann.

Webbbaukasten Canva – eine Besonderheit

Mit Canva kann man online mittels Templates gestalten. Die Funktionalität ist vergleichbar mit Baukästen für Webseiten wie etwa Joomla oder Wix. Mit Canva lassen sich jedoch auch Drucksachen designen.

kommerzielle Template-Anbieter

Seitdem die Durchlaufzeiten im Mediendesign technikbedingt immer kürzer geworden sind, gibt es einen steigenden Bedarf an Templates. Dabei werden Templates heutzutage ähnlich wie Stockfotos angeboten. Ein Beispiel dafür ist der Vertriebsweg von Adobe, das seine Design-Software-Pakete innerhalb der CreativeCloud per Abo-Modell anbietet. Dort kann man neben Stockfotos auch Templates käuflich erwerben.

Überhaupt ist bei vielen Anbietern das kommerzielle Angebot mit dem kostenlosen gekoppelt. Kostenlose Templates fungieren als Lockvogelangebote, um auch für Kauf-Templates zu werben. Hier gilt es generell, beim Klicken aufzupassen und in jedem Fall die Copyrighthinweise zu beachten. Oft wird vom Anbieter z.B. verlangt, den Urheber zu nennen, auch wenn das Template kostenlos genutzt werden darf.

Was ist bei Photoshop-Templates zu beachten?

Eine Tendenz im Medien-Design für Drucksachen ist, Entwürfe im pixelbasierten Photoshop zu erstellen. Wenn Illustrationen wie Symbole oder Logos in Photoshop als vektororientierte SmartObjekts auf eigenen Ebenen abgespeichert sind, können sie nachträglich verlustfrei skaliert werden. Solche Logos lassen sich auch im Adobe-Illustrator-Dateiformat exportieren und können dort weiter bearbeitet werden. Grundsätzlich ist es besser, wenn die einzelnen Elemente, aus denen ein Logo besteht, jeweils auf einer eigenen Ebene liegen. So kann jedes Einzelteil auch in Photoshop nachträglich sehr einfach bearbeitet werden. Bei Photoshop-Templates, bei denen sich der Gesamtentwurf auf einer oder zu wenigen Ebenen befindet, ist die einfache Bearbeitung entweder nicht oder nur mit mehr Zeitaufwand möglich. Charakteristikum eines Templates ist seine möglichst komfortable Veränderbarkeit. Einzelelemente müssen sich leicht löschen bzw. ersetzen lassen.

Zu achten ist auch darauf, dass manche Entwürfe in Photoshop nur als sogenannte MockUps vorliegen. Diese sind als Prototypen oder Modelle ausschließlich für Präsentationszwecke beim Kunden gedacht und nicht etwa für den Druck.

Ein weiteres Thema sind die Seitenformate: Nicht immer liegen die Templates in DIN-Formaten vor und müssten entsprechend angepasst werden, was bei einfachen Drucksachen wie Flyern aber nicht schwierig ist.

Beispiele der auf „Freepik“ kostenlos angebotenen Photoshop-Templates.

Templates für Photoshop

Print-Templates
Freepik bietet eine Fülle an einfachen Templates etwa für Hintergründe, Buttons, Tabellen, Kalendarien, Logos, Webseiten und speziell auch für Drucksachen an.

spezialisiert auf Flyer
Free-PSD-Flyer hat sich auf Flyer spezialisiert. Die Designs sind nicht immer herausragend, dafür sind Angaben und Service-Hinweise zu den Dateien umfassend, beispielsweise sind Links zu den verwendeten Schriften enthalten.

Template-Pakete mit guten Vorab-Übersichten
Free-PSD-Files stellt Pakete mit gleich mehreren Entwürfen zusammen und stellt dadurch eine themenorientierte Auswahl bereit. Es gibt eine eigene Kategorie für Print-Produkte. Schön ist, dass auf der jeweiligen Infoseite alle Entwürfe groß zu sehen sind. Vor dem Download kann man also schnell begutachten, ob die Entwürfe für den eigenen Einsatzzweck brauchbar sind. Aber auch hier gilt: Ein falscher Klick im Downloadbereich und man landet auf einer Seite mit Bezahlangeboten.

Photoshop- und Illustrator-Templates
Auf der Seite PSD-Graphics lassen sich viele PSD-Templates oder auch Illustrator-Templates für Logos, Hintergründe, Label oder HTML-Tabellen finden.

Für MockUps sowie App- und Webentwürfe
PS-Dreams fällt durch eine detaillierte Kategorisierung auf. Dadurch findet man schneller, was man sucht. Auch ist der jeweilige Entwurf mit zahlreichen Tags versehen, über die man Ähnliches finden kann. PS-Dreams ist eher weborientiert und bietet zahlreiche MockUps und wenig für Drucksachen Geeignetes.

Best PSD Freebies enthält eine Fülle an Hintergründen, Texturen und Templates für kleinere Projekte und Webprojekte.

Templates für Adobe Illustrator

Variantenreiche und große Auswahl
Freepik bietet auch eine fast unüberschaubare Anzahl an Templates für Adobe Illustrator an, meist für kleine Projekte wie Flyer.

Hohe Qualität und viele unterschiedliche Dateiformate
Stocklayouts ist eine Webseite, auf der man Templates gegen Bezahlung auch für umfangreichere Drucksachen wie Broschüren oder Newsletter erwerben kann. Wenn man sich anmeldet, kann man aber auch kostenlos Dateien herunterladen, die in den unterschiedlichsten Formaten zur Verfügung stehen, neben Illustrator z.B. in InDesign, Microsoft Word, Publisher, Apple Pages, QuarkXPress oder CorelDraw. Die Design-Qualität ist professionell.

Geschäftspapiere in Adobe Illustrator
Das Vector-Portal enthält Adobe-Illustrator-Templates für Geschäftspapier-Ausstattungen, Briefbögen, Visitenkarten und verschiedene kleinere Anwendungen.

Templates für Photoshop und Illustrator zugleich
Die fast einmalige Besonderheit der wenigen Templates von Brandpacks ist der Umstand, dass alle Entwürfe gleichzeitig sowohl im Photoshop- als auch im Illustrator-Format vorliegen. Das ist praktisch und gibt mehr Flexibilität. Die Templates stehen für Drucksachen wie Broschüren, Faltblätter, Flyer, Plakate, Visitenkarten und Social Media zur Verfügung.

Illustrator-Alternative Inkscape
Eine Alternative zum Illustrations-Vektor-Programm Adobe „Illustrator“ ist neben Gimp und Corel Draw die Software Inkscape. Das Programm liest verschiedene Dateiformate wie AI (Adobe Illustrator-Format) oder SVG (Scalable Vector Graphic-Format). Das heißt, Templates, die für Adobe Illustrator geeignet sind, können auch in Inkscape geöffnet und bearbeitet werden, wie z.B. auf der Seite Free Vector erhältlich.

Templates für InDesign

Selten anzutreffen: InDesign-Templates
Während für reine Grafikformate wie Photoshop oder Illustrator Templates in großer Zahl zur Verfügung stehen, findet man Templates für InDesign seltener.

Auf Crs-InDesign-Templates findet man eine begrenzte Anzahl schöner Magazinlayouts für Adobe InDesign.

Best InDesign-Templates bietet gut gestaltete Templates für sehr viele Drucksachen an, dazu gehören Broschüren, Newsletter oder auch ein Produktkatalog.

Design Freebies hält eine kleinere Anzahl hochwertig gestalteter Templates bereit.

Stock InDesign ist ein kommerzieller Anbieter mit einer Kostenlos-Abteilung. Dort sind wenige, dafür aber gut gestaltete Templates downloadbar.

Templates für Corel Draw

In Corel Draw werden ähnlich wie in Adobe Illustrator vor allem illustrations- und gestaltungsintensive ein- bis zweiseitige Drucksachen erstellt. Dazu gehören Urkunden, Flyer und Visitenkarten.

Illustrationsorientierte Templates
Bei All free Download stehen dafür Dateien in CDR-Dateiformat bereit. Ebenso bei den schon zuvor genannten Web-Quellen Stocklayouts und Freepik. Wichtig zu wissen ist, dass Corel Draw grundsätzlich auch Adobe-Illustrator-Dateien öffnen kann. Ältere Corel-Draw-Versionen können aber keine neueren Illustrator-Formate öffnen. Das gilt im übrigen aber ebenso für ältere Illustrator-Versionen.

Spezialisiert auf Faltblätter
Entheos-Web hält einige wenige gut gestalteter Coral-Draw-Templates für Broschüren und Faltblätter im Zweibruch-Falz bereit.

Templates für Visitenkarten und Logos

Klein aber oho: Visitenkarten-Templates
Auf dieser Übersichtsseite des Creative-Bloq findet man spezielle Seiten für Visitenkarten-Templates – wenige im Adobe-Illustrator-Format, die meisten aber in Prepress-Auflösung für den Offsetdruck geeignet.

Drucksachen mit wenig Umfang
PSD-Boom kombiniert, zunächst von außen nicht sichtbar, kostenlose Angebote mit Bezahlangeboten. Ein Schwerpunkt liegt neben Visitenkarten auf einfachen Drucksachen wie ausdruckbaren Lebensläufen oder Flyern.

Logo-Templates
Templates für Logos findet man an zahlreichen der zuvor genannten Webseiten. Eine gute Übersicht über einige andere Template-Downloadmöglichkeiten findet man hier.

Templates für Web und Rastersysteme

Ein Rastersystem für Webprojekte
Das 960-Pixel-Raster-System hatte sich in der Vergangenheit für viele Webprojekte in der Standardauflösung 1024 Pixeln Breite bewährt. Hier wird erklärt, welche Relevanz das 960er-System für das Webdesign hat.

Typoraster für das grafische Gestalten
The Grid System stellt diverse Tools, um Typoraster für Web und Print zu erstellen sowie eine kleine Anzahl an Typoraster-Templates zur Verfügung. Darunter auch Raster für Photoshop und In-Design.

Ralf Wasselowski

Für unsere Wissensreihe „Kostenloses Gestaltungsmaterial für Designer“ konnten wir Ralf Wasselowski gewinnen. Er betreibt die Agentur Conceptbüro in Essen. ©Ralf Wasselowski

Gestalter und Designer finden hier im viaprinto-Blog die besten Tipps für Ihre Werke. In der nächsten und letzten Folge stellen wir Fotofilter, die man kostenfrei im Web findet und ihre Anwendung vor.

In dieser Reihe bereits erschienen:

Type & Fonts für Designer: Wo finde ich kostenlose Schriften im Web?
Clipart für Designer: Wo finde ich kostenlose Illustrationen im Web?
Ideenfingung durch Inspiration: Kostenlose Ideen für Mediendesigner.
Know-how aus dem Web: Kostenloses Profi-Wissen für Mediendesigner.

12
Januar
2015
Für eine markenstarke, typgerechte, kundennahe Sprache:

Das Corporate Wording®

Hans-Peter Förster ist Begründer und Markeninhaber des Begriffs des Corporate Wording®. In seinem Artikel für viaprinto stellt er genauer vor, was sich dahinter verbirgt. Co-Autor Andreas Förster gibt Antworten auf die Fragen: Wie können Unternehmen mit ein paar Feinheiten ihre Kundenkommunikation verbessern? Was sind die Tricks, um einen perfekten Flyer zu konzipieren?

Einen perfekten Flyer zeichnet eine lesefreundliche Typografie sowie ansprechende visuelle Inhalte aus. Unterstützt wird das Arrangement durch einen hochwertigen Druck: durch Detailschärfe, brillante Farben und ein Papier, das die Wertigkeit unterstreicht. Jedoch unverzichtbar für die Wirkung bleibt – neben dem markanten Design – eine treffende Wortwahl, die die Wirkung verstärkt.

Unterstützen Sie mit dem Corporate Wording® Ihr CC, CI und CD

Strategisch geht es bei Corporate Wording® darum, mit Sprache eine deutliche Alleinstellung im Wettbewerbsumfeld zu schaffen. Produktvorteile, Kernkompetenzen und Kundennutzen sind mit markanten Worten zu verdeutlichen. Vorgaben liefern Markenwerte und Leitbild. Daraus wird das Sprachklima mit hohem Wiedererkennungsgrad entwickelt. Bedarfs- und Zielgruppen sind zu definieren, die Erwartungen der Kunden zu ergründen.

Nutzen Sie die vier Dimensionen für Textqualität

Operativ unterscheiden wir, wie sich ein Text an der Satzoberfläche präsentiert und wie das Satzinnenleben, das „zwischen-den-Zeilen“, mental und emotional den Leser beeinflusst. Lesbarkeit, Konsistenz, Vielfalt und Emotionsgehalt bilden den Maßstab für Textqualität: Kurze verständliche Wörter, schlanke Sätze, aktive Verben sowie floskelfreie Texte erhöhen die Lesefreundlichkeit. Konsistenz der Schreibweisen, Produkt- und Leistungsbezeichnungen sowie Terminologie steigern das Verständnis. Vielfalt durch prägnante Synonyme ist stilprägend. Emotionale Inhalte schaffen Nähe. Das Ziel: Der Leser einer Informationsschrift, gleich welcher typologischen Kategorie er zugehört, soll das Gefühl haben: „Die sprechen meine Sprache, die verstehen mich.“

Beachten Sie die Kaufmannsregel: Die Kunden dort abholen, wo sie sich aufhalten

Es geht darum, den Kunden perfekt anzusprechen, ihn zu berühren, ihn zu informieren, um ihm näher zu bringen, wonach er sucht. Wir haben zur Erleichterung vier Corporate Wording®-Grundtypen definiert, sie den typischen Grundfunktionen des Wordings gegenübergestellt und mit Hilfe eines Farbcodes das Ganze geclustert:

vp_0

Die Kunst der typgerechten Mailings für einen breiten, unbekannten Empfängerkreis

In der Praxis bedeutet dies, dass ein Begleitbrief oder Faltprospekt eines Mailings an eine heterogene Zielgruppe durch einen ausgewogenen Typen-Mix informieren, garantieren, begeistern und emotionalisieren muss. Wird es typenspezifisch, dann sprechen wir in der Kundenkommunikation von „Customer Translation“ – vom typgerechten Übersetzen.

Oft genügt schon der Wechsel eines Adjektivs, damit ein Produkttext betont rationaler, konservativer, intuitiver oder emotionaler auf den Leser wirkt. Und die Varianten sind vielfältig bespielbar: Unsere Datenbank umfasst über 250.000 typologisch codierte Wortformen. Wobei an dieser Stelle anzumerken sei, dass Adjektive Träger von Emotionen sind und aktive Verben sowie konkrete Substantive assoziative Kopfbilder auslösen können. Abbildungen verstärken die Botschaft oder stehen konträr zum Text, um Aufmerksamkeit zu wecken.

Jeder Mensch reagiert anders auf Worte und Bilder. Dank Digitaldruck ist es möglich, in Kleinauflagen für jeden Typus eigens einen Flyer mit Textvarianten zu erstellen – wie das Beispiel anhand eines „Fitnessstudios“ im Bild zeigt.

Hier kam die Idee ins Spiel, den Interessenten über einen parametrisierten Link mithilfe eines QR-Codes auf die passende, typgerechte Webseite zu führen. Bei typologisch gestalteten Printmedien zieht der Interessent intuitiv den für ihn „richtigen“ Flyer aus dem Prospektständer. Leicht gewinnt man so Erkenntnisse über die bevorzugte Variante und Zielgruppe.

Quelle: Praktische Arbeit aus dem Wahlfach Corporate Wording an der OTH Amberg-Weiden, Fotos: fotolia.de

„Customer Translation“ am Beispiel: Aufbau eines Wickelfalz-Flyers

Für einen 6-seitigen Flyer stehen neben der Titelseite und der Rückseite weitere vier Seiten bereit. Teilen Sie diese in vier Themenabschnitte mit kurzen typgerechten Zwischenüberschriften oder Schlüsselwörtern auf.

  1. Die erste Seite ist dem Titel und dem Titelbild vorbehalten, welche die Thematik der Broschüre ankündigt und Interesse wecken soll.
  2. Starten Sie auf Seite 2 (Grün) mit einem Sachverhalt, den der Empfänger bejahen wird.
  3. Liefern Sie auf Seite 3 (Gelb) Ideen und Visionen.
  4. Legen Sie auf Seite 4 (Blau) Fakten nach und führen Sie den Leser zum Entscheiden und Handeln.
  5. Streicheln Sie auf Seite 5 (Rot) die Seele des Lesers mit emotionalen Wörtern.
  6. Die Rückseite der Broschüre verwenden Sie für alle weiteren Informationen, wie Adresse, Kontaktdaten, Programmdetails etc.

Quelle: Corporate Wording 3.0, Frankfurter Allgmeine Buch

Je präziser die Ansprache, desto erfolgreicher der Flyer

Wer über codierte Adressen verfügt, kann mit Hilfe der beschriebenen Methode Menschen aufgrund ihrer psychografischen Wertesysteme oder Lebenswelten noch gezielter ansprechen. Am Beispiel der Zielgruppe Konservative sieht man, dass dieser Typus nach seinem Umfeld zu präzisieren ist. „Grün ist nicht gleich grün“, soll heißen: Die „grüne“ Riege aus der traditionellen Nachkriegsgeneration ist mit anderen „grünen“ Worten anzusprechen als die bürgerliche Mitte oder die gehobene konservative, etablierte Schicht. Dies bietet die Chance, jede Gruppe in ihrer jeweiligen Lebenswelt abzuholen.

Das Schaubild zeigt, wie sich Streuverluste reduzieren lassen und sich der Rücklauf erhöhen kann. Statt eines Brieftextes und Flyers an alle Adressaten werden verschiedene Textfassungen an verschiedene typologische Adressengruppen verschickt.

Quelle: wording.de

hanspeter_foerster_vp andreas_foerster_vpDie Autoren Hans-Peter Förster, Begründer von Corporate Wording®, und Andreas Förster, Corporate Wording® Juniorpartner, haben bereits Einiges an Literatur zu diesem Thema veröffentlicht, darunter „Texten wie ein Profi“, „Corporate Wording 3.0“ oder „Kundenkommunikation“, erschienen bei Frankfurter Allgemeine Buch. Weitere Informationen gibt es auch unter www.corporate-wording.de.

 

23
April
2014

Das 1×1 der Geschäftspapiere

Beinah unauffällig fristen die Geschäftspapiere in der Unternehmens-Kommunikation ihr Dasein. Dabei gilt auch hier: „You cannot not communicate.“ Wie Sie Ihre Geschäftspapiere richtig aufbauen, beleuchtet Ihnen unsere Gastautorin Kirsten Könen, CD Neuro-Design bei agent-ci.

Definition
Wir unterteilen Geschäftspapiere – ganz klassisch – in Briefbögen und Visitenkarten. Im weiteren Sinne werden auch noch Kurzmitteilungen, Formulare, Faxbögen und Schriften mit Durchschlag dazu gezählt. Das Ziel von Geschäftspapieren ist zum einen, rein praktisch, die Korrespondenz mit Kunden und Partnern. Zum anderen ist das Geschäftspapier als Bestandteil des Unternehmensauftrittes zu sehen. Oberstes Prinzip daher: Verfolgen Sie einen einheitlichen Auftritt, Ihren roten Faden. Oder anders gesagt: Corporate Design muss sein.

Corporate Design
„Hässlichkeit verkauft sich schlecht“, sagte einmal Industriedesigner Raymond Loewy. Und er hatte recht: Ein passgenaues und aussagekräftiges Corporate Design überzeugt und baut Vertrauen auf. Corporate Design, das ist der Baukasten Ihrer Design-Elemente, die immer wiederkehrend eingesetzt werden. Angefangen beim Logo, fortgesetzt über Hausschrift, Farbeinsatz und Gestaltungselemente bis hin zum Aufbau eines Briefbogens, einer Visitenkarte oder zum Beispiel einer Werbeanzeige: Im Corporate Design spiegeln sich Identität und Werte eines Unternehmens wieder. Das setzt sich fort in Qualität und Haptik des Druck-Materials. Also ist es unerlässlich, nicht nur auf das Design zu achten, sondern auch auf die optimale Produktion aller Kommunikationsmaßnahmen – dafür sorgt viaprinto. Das Wichtigste hierbei: Bleiben Sie authentisch und diszipliniert bei Ihrem Konzept.

Das Briefpapier
Der Briefbogen ordnet sein Design noch weit mehr der Praktikabilität unter, als die Visitenkarte. Hier geht es zuerst darum, einen Rahmen für die eigentlichen Inhalte zu schaffen. Dieser Rahmen sollte zurückhaltend und ruhig gestaltet werden. Der klassische Briefbogenaufbau wird durch die DIN 5008 geregelt. (Eine Vorlage zum Download und weitere Infos gibt es hier.) Wichtig ist dabei vor allem der Sitz des Adressfeldes, der Betreffzeile, des Datums, der Falzmarken und des Textfeldes. Darüber hinaus macht es Sinn, Schriftart und -größe festzulegen. Kleiner Tipp: Wenn Sie Ihren Briefbogen nicht nur für Korrespondenz, sondern beispielsweise auch als Titelseite für Präsentationen nutzen möchten, sollten Sie die Impressumsdaten nicht mitdrucken lassen, sondern bei Bedarf zusammen mit dem Brieftext einzudrucken. Beliebt ist auch der Einsatz einer zweiten Briefseite bzw. Folgeseite. Diese trägt dann je nach Geschmack nur noch eine kleine Version Ihres Logos und muss natürlich nicht der Impressumspflicht entsprechen.

Nicht vergessen!
Die Impressumspflicht: Aus ihr ergibt sich, dass ein Gewerbetreibender seinen Adressaten in Geschäftsbriefen bestimmte Mindestinformationen mitteilen muss. Dazu gehören:

1. Vollständiger Name des Unternehmens, Rechtsform, Unternehmenssitz, Telefon, E-Mail, URL
2. Registergericht, Handelsregisternummer
3. Name(n) des (der) Geschäftsführer(s) / der Vorstandsmitglieder

Üblicherweise gibt man auch noch die Bankverbindung(en) an, dabei bitte die SEPA-Richtlinien beachten. (Der Artikel „Ade Bankleitzahl, willkommen BIC. Adieu Kontonummer, Platz da für IBAN.“ gibt mehr Auskunft.) Diese Informationen können übrigens in einer kleineren Schriftgröße verfasst werden, als das Anschreiben selbst. Prüfen Sie aber im Probe-Ausdruck die Lesbarkeit: Je nach Schriftart sollten Sie 6,5 Punkt nicht unterschreiten. Wohin mit diesen ganzen Elementen? Beliebt ist eine Positionierung am rechten Rand auf Höhe des Adressfeldes oder auch unten im Fuß des Briefbogens.

Das Ganze sehen! Ein Gestaltungs-Tipp: Setzen Sie ruhig mal probehalber Adresse, Betreff und Textfeld in Ihre Briefgestaltung ein, um zu sehen, wie der Briefbogen wirkt, wenn er beschrieben wird. Oft stellt sich so heraus, dass das Ganze zu unruhig oder überladen aussieht. Auf diese Weise können Sie übrigens auch direkt eine Vorlage zur einheitlichen Nutzung des Briefbogens erstellen, denn …

… Einheitlichkeit und wiederkehrende Optik bauen bei Ihren Kunden Vertrauen auf – uneinheitliche Anschreiben werden vom Empfänger als unprofessionell eingestuft. Daher: In Unternehmen, in denen mehrere Mitarbeiter mit dem Kunden schriftlich korrespondieren, hat sich eine für alle gültige Brief-Vorlage bewährt.

Wohin mit dem Logo? Generell sollte die Logoposition auf dem Briefbogen adaptiv zur Visitenkarte und zum Corporate Design gehalten werden. Die beliebteste Position ist aber die obere rechte Briefecke. Warum? Beim schnellen Durchblättern eines Ordners erkennt man so Ihren Briefbogen sofort, das lästige Suchen entfällt.

Die Visitenkarten
Mit Visitenkarten überreichen wir unsere Kontaktdaten und bahnen den Geschäftskontakt an. Sie haben also repräsentativen Charakter, müssen aber auch gut lesbar und praktikabel sein. Es gilt, das Corporate Design des Unternehmens mit der Praktikabilität zu verbinden. Vermeiden Sie zu kleine Schriften (nicht unter 6,5 Punkt) oder aufwendige Klappkarten. Im Visitenkartensammler Ihres Kunden werden Klappkarten geschlossen verstaut und sind dann im Bedarfsfall erst lesbar, wenn man sie mühsam hervorgezogen hat. Das klassische Visitenkarten-Format, das auch gut in die handelsüblichen Visitenkartensammler passt, misst 55 x 85 mm. (Mehr Informationen auch im Artikel: „Die zehn Gebote der Visitenkarte“)

Kontakt und Informationen zu Kirsten Könen kirsten Koenen
und agent-ci gibt es hier.