7
November
2018
viaprinto-Wissen

Dateiformate von Pixel- und Bitmap-Bildern

Daten sind jener digitale „Stoff“, den Designer, Produktioner oder Medienschaffende verwenden, um Gestaltung Wirklichkeit werden zu lassen. Die unterschiedlichen Datenformate haben jedoch Eigenschaften, die Vorteile und manchmal auch Nachteile für die Arbeit bringen. Wir stellen in den nächsten drei Monaten in sechs Artikeln relevante Grafik-Datenformate für Designer vor. In der ersten Folge geht es um pixelbasierte Dateiformate. Was können sie und was unterscheidet gerade im Print-Bereich etwa Tiff, JPEG oder PNG voneinander?

In diesem Artikel geht es um Grafik-Datenformate, die pixelbasiert sind, so genannte Rastergrafiken. Also nicht um Vektordaten wie sie in Adobe Illustrator erzeugt werden, die auflösungsunabhängig aus gefüllten Kurven und Linien bestehen. (Über Vektor-Formate informieren wir in Teil 3 unserer Serie). Das Besondere bei Pixelgrafiken ist, dass sie nicht ohne Qualitätsverlust vergrößerbar sind. Will man ein Foto aus dem Web für den Offsetdruck nutzen, muss man auf die Auflösung achten: Bilder für den Offsetdruck müssen mit 300 DPI aufgelöst sein, Bilder für das Web oft nur mit 72 DPI. Würde man ein so aufgelöstes Bild im Offsetdruck drucken, erhielte man ein pixeliges Bild.
Dateiformate für Farbfotos oder -Illustrationen, die von Medien-Designern für Drucksachen verwendet werden, sollten folgende Vorgaben unterstützen:

  • CMYK-Farbraum (nicht RGB wie im Web oder bei Fotokameras)
  • Hohe Auflösung (300 DPI für Fotos)
  • Hohe Farbtiefe (24 Bit, 32 Bit oder 48 Bit bieten Farbdifferenzierungs-Reserven gerade für die Bildbearbeitung und Bildmanipulation)
  • Komprimierungen müssen verlustfrei erfolgen

Der Wandel der Pixel-Dateiformate

Die Geschichte der zahlreichen Pixel-Datenformate erklärt sich aus immer neuen technischen Anforderungen. Das Tiff-Format etwa, das aus den Anfängen des computergestützten Publizierens stammte, war nicht tauglich für das Internet. Das verlangte nach kleinen Dateiformaten, die im Web schnell geladen werden konnten. Der Einsatz von Pixelgrafiken im Web hat dazu geführt, dass vor allem die Komprimierungsmöglichkeiten ein wichtiges Thema wurden. Dies hängt mit den Faktoren Darstellungsqualität und Dateigröße im Verhältnis zur Komprimierungsart zusammen.
Aber auch Patentstreitigkeiten bezüglich Datenformaten beschleunigten die Entwicklung neuer Datei-Formate: Das Datenformat PNG wurde als Reaktion auf das GIF-Patent entwickelt. Denn dessen Inhaber wollte Lizenzgebühren für den Gebrauch des GIF-Formates. So wurde mit PNG ein kostenfreies Format entwickelt, das ohne Lizenzschwierigkeiten nutzbar war. JPG2000, ein Dateiformat mit besseren Komprimierungseigenschaften als sein Vorgänger JPEG, konnte sich ebenfalls wegen anfallender Patentgebühren nicht durchsetzen.

Dateiarten: Pixel, Vektoren, Druckdaten, Fonts, Texte und Programme

Ein Mediengestalter muss sich mit unterschiedlichsten Dateiarten auskennen, gerade wenn Daten für die weitere Arbeit zugeliefert werde. Dazu zählen auch Texte und Schriften, deren Dateiformate aber nicht das Thema dieser Serie sind. Zusammengefasst ist ein Grafik-Designer mit folgenden Datei-Arten konfrontiert:

  • Pixel-Datenformate wie TIFF, JPG oder PNG
  • Vektor-Datenformate wie CDR (Corel Draw), AI (Adobe Illustrator) und Acrobat (PDF)
  • Produktions-Datenformat PDF-X
  • Font- Datenformate bei den Schriften wie PostScript (PS), OpenType (OTF) oder TrueType (TT)
  • Proprietäre (=herstellereigene) Programm-Datenformate wie InDesign (INDD), Gimp (XCF) oder Photoshop (PSD)
  • Officedatenformate wie PowerPoint (PPT), Word (DOCX)
  • Text-Datenformate wie DOC, TXT, RTF oder ODT von OpenOffice

Vektorgrafiken als Gegenmodell zu den Pixel-Bildern

Das andere große Bilddateimodell gegenüber den pixelorientierten Bildern sind Vektorgrafiken. Diese Illustrationen bestehen aus verlustfrei vergrößerbaren Konturen, die mit Farben oder Verläufen gefüllt werden. Die sogenannten Beziér-Kurven definieren Eckpunkte oder Kurvenverläufe mathematisch und bleiben immer glatt – ohne die Treppchenstruktur der Pixel-Grafiken.

Integration von Pixelgrafik und Vektorillustrationen

Waren diese beiden Datei-Welten “Pixel” und “Vektor” lange Zeit voneinander getrennt, geht die Tendenz hin zur Integration beider Formate. Adobe Photoshop als traditionelles Pixel-Grafik-Programm etwa kann Vektorgrafiken öffnen und weiterbearbeiten. Das Vektorgrafikprogramm Adobe Illustrator kann schon seit längerem Pixeldaten aufnehmen.

Wichtige Eigenschaften von Dateiformaten

Für Medien-Designer, Reinzeichner und alle, die mit Bildern und visuellen Zeichen arbeiten, ist der Begriff “Dateiformat” meist gleichbedeutend damit, wie sie Bilddateien wie Fotos oder Illustrationen abspeichern und einbinden. Dateiformate haben aber auch darüber hinaus Relevanz und werden von Fragen begleitet wie:

  • Zuverlässigkeit: Welches Datenformat bietet im Austausch mit Druckdienstleistern die höchste Verlässlichkeit?
  • Kompatibilität: Welche Programmdateien werden auf absehbare Zeit editierbar und damit für kommende Auflagen korrigierbar bleiben?
  • Standardisierung: Hier ist entscheidend, ob ein Datenformat dauerhaft mit mehreren Programmen plattformübergreifend geöffnet werden kann.

Falsches Datenformat: Welche Fehler können auftreten?

Vor allem im Daten-Austausch zwischen Kunde und Dienstleistern ist das Wissen über Datenformate erfolgs- und qualitätsentscheidend. Tatsächlich sind “falsche” Datenformate von Dateien neben dem unsachgemässen Einsatz und der Handhabung von Schriften und Farben die Hauptfehlerquelle bei der Drucksachen-Gestaltung. Aber was heisst “falsch”? Was könnten die Folgen sein, wenn man nicht genau weiß, welches Dateiformat welche Eigenschaften besitzt?

  • Zu kleiner Farbraum durch falschen Farbmodus einer Bilddatei. Ergebnis: Mangelnde Farbtreue des Bildes z.B. bei Kunstreproduktionen, Farbdetails werden unzureichend dargestellt oder fallen weg.
  • Falsches Farbprofil mit dem Ergebnis von Abweichungen bei den Farben.
  • Unzureichende Kompatibilität durch falsche Programmversion und damit z.B. zu alte Dateiversion. Ergebnis: Datei muss neu angelegt werden.
  • Qualitätsverlust bei Bildern durch vergrössern, hochrechnen oder zu starkes Komprimieren. Ergebnis: Die Schärfe, speziell die Konturenschärfe, und Brillanz des Bildes sind unbefriedigend.
  • Freisteller auf weißem Hintergrund. Manche Datenformate enthalten Beschneidungspfade oder Transparenzen. Wäre dies nicht der Fall, werden in einem Grafikprogramm freigestellte Bilder im Layoutprogramm mit einem weißen eckigen Hintergrund angezeigt, wenn sie beispielsweise auf einem farbigen Hintergrund liegen.

Standard-Dateiformate für hohe Farbtiefen und höchste Auflösungen

Gebräuchliche Bildformate für den Druck und die Speicherung qualitativ hochwertiger Bilddatenbestände sind

  • Tiff,
  • JPEG (unkomprimiert) und
  • BMP.

Oben: Bei den TIFF-Optionen sieht man links die aktivierte verlustfreie LZW-Komprimierung

TIFF/TIF (Tagged Image File Format)

TIFF ist der Standard vor allem in der Apple-Macintosh-Welt für unkomprimierte, hochaufgelöste Bilder auch im Vierfarb-Druckstandard CMYK. Dieses Format ist eng verknüpft mit der Geschichte des “Desktop-Publishing”. Das TIFF-Format ist allein aufgrund seiner Größe nicht für den Einsatz auf Webseiten geeignet, vor allem aber ist es ein nicht gepuffertes Dateiformat. Ein Datenpuffer gleicht Unterschiede in der Geschwindigkeit von Datenverarbeitungsprozessen aus. Das heißt für Webseiten, dass Fotos zwischengespeichert und nachgeladen werden, wie das bei JPG oder PNG der Fall ist.

Profil des Tiff-Formates:

  • Verlustfreie Komprimierung, die gegenüber anderen Verfahren große und qualitativ hochwertige Dateien erzeugt.
  • Das Tiff-Format gilt als komplex und flexibel, es kann Farbseparationen und Alphakanäle enthalten oder in einer Datei verschieden große Versionen eines Bildes.
  • Tiffs sind mit allen gängigen Grafik-Programmen auf allen Betriebssystemen zu verarbeiten.
BMP (Bitmap File Format)

BMP ist gleichbedeutend mit DIB (Device Independent Bitmap) und gilt als Standard für hohe Bildqualität unter Windows. Was das TIFF-Format für die Apple-Macintosh-Welt ist, das ist für die Windows-Welt das BMP-Format. Beide Formate lassen sich plattformübergreifend von allen wesentlichen Bildverarbeitungen öffnen, bearbeiten und abspeichern.

Profil des BMP-Formates:

  • Ähnlich wie das TIFF eignet sich das BMP nicht für das Internet, weil es eine Kompression unterstützt, die verlustfrei ist und damit die Dateien nicht stark genug verkleinert.
  • Unterstützt werden im Farbfotobereich 8, 16, 24 oder 32 Bit Farbtiefe.
  • Bei BMP sind Alphakanäle, Farbkorrektur sowie zusätzlich angehängte Informationen wie Metadaten anders als beim TIFF nicht enthalten.
  • Der CMYK-Modus wird nicht unterstützt.

Oben: Per Schieberegler lässt sich im JPEG-Format der Komprimierungsgrad einstellen. „Progressiv“ unter „Format-Optionen“ ermöglicht den zunächst niedrig aufgelösten Bildaufbau auf Webseiten.

 

JPEG/JPG (Joint Photographic Experts Group)

Die Joint Photographic Experts Group ist ein Gremium, das 1992 Kompressionsverfahren definiert und dabei das JPEG-Format als Standard im Internet eingeführt hat. Da JPEG auch in der Druckproduktion Verwendung findet, unterstützt es neben dem RGB- auch den CMYK-Farbmodus. Das JPEG ist ein Datenformat, das Bilder auf Kosten der Qualität extrem komprimieren kann.

Profil des JPEG-Formates

  • Zeitersparnis: Das JPEG-Format ist ein komprimiertes Format. Das heißt, dass ein JPEG selbst in maximaler Auflösung gegenüber einem unkomprimierten TIFF datenverlustbehaftet ist. Diese Unterschiede nimmt das menschliche Auge aber oft kaum wahr.
  • Wiedergabe-Qualität: Deshalb eignet sich das JPG-Format in maximaler Auflösung auch für den Offsetdruck. Zu beachten ist aber, dass Fotos, die nicht in maximaler Auflösung im JPEG-Format zugeliefert werden, qualitativ unzureichend sein können. Es ist also darauf zu achten, dass das JPEG auf seinem Weg vom Fotografen bis zum Druck nicht komprimiert wird.
  • Farbe: JPEG unterstützt eine Farbtiefe von 24 oder 36 Bit. 24 Bit bildet maximal 16.777.216 unterschiedliche Farben ab und ist unter CMYK für den Offsetdruck geeignet.
  • Komprimierung: Falsche das heißt zu starke Komprimierung kann Fotos für den Offsetdruck ungeeignet machen. JPGs bilden, je höher sie komprimiert werden, sogenannten Artefakte. Das sind stufige Strukturen anstatt Bilddetails, die den Bildeindruck erheblich verschlechtern.
PDF (Portable Document Format/Photoshop PDF)

Ein Format für das digitale Publizieren, nimmt eine Ausnahmestellung ein: Das mit Adobe Acrobat oder per Export aus einem Grafik-Programm erzeugte PDF-Format. Man findet PDFs niedrig aufgelöst sowohl auf Webseiten als auch hoch aufgelöst in Form von Belichtungsdateien im Offsetdruck. „Hoch“ oder „niedrig“ aufgelöst bezieht sich auf die Pixel-Bilddaten, die im PDF-Format enthalten sind. Man kann es sich als einen Daten-Container vorstellen, in dem Pixelbilder, Vektordaten und Schriften enthalten sein können, kurz, alle Gestaltungselemente, die zum Design gehören. Da PDF der Standard in der grafischen Industrie ist, können aus den meisten für Grafiker relevanten Programmen PDFs exportiert werden. Über Voreinstellungen kann man dabei die Fotoauflösung festlegen oder sie manuell ändern. Das „X“ im PDF-X-Format stellt sicher, dass Bilder im CMYK-Farbraum angelegt sind bzw. in diesen bei der PDF-Erstellung konvertiert werden und dass die Bildauflösungen für den Offsetdruck ausreichend sind. Sollte dies nicht der Fall sein, wird eine Warnmeldung ausgegeben. Mit dem Interpreter Ghostscript lassen sich PDF-Dateien unter Windows öffnen und sogar korrigieren. Aus Photoshop heraus lässt sich eine Pixelgrafik insgesamt als PDF-Datei abspeichern. Dabei sind bis zu 48 Bit Farbtiefe möglich. Eine Besonderheit des PDF-Formates ist die unterstützte Seitengröße:

  • bis Version 3: 1,143 m × 1,143 m Seitengröße,
  • bis Version 6: 5,08 m × 5,08 m Seitengröße und
  • ab Version 7: 381 km × 381 km Seitengröße (Kein Satzfehler, Kilometer!)

(Mehr zum PDF-Format im dritten Teil unserer Serie zum Thema Vektordatenformate).

Targa und PNG
Zwei weitere verbreitete und verlustfrei komprimierbare Dateiformate spielen für Drucksachen keine Rolle, weil sie CMYK nicht unterstützen.

TGA/TARGA (= Truevision Advanced Raster Graphics Array)

TARGA kann eingeschränkt Alphakanäle für Transparenzen und Gammakorrektur für die Bildverbesserung mit abspeichern, verfügt über 32 Bit Farbtiefe und ermöglicht eine verlustfreie Komprimierung. TARGA wird als Standard vor allem beim Bewegtbild etwa bei Spielen oder im Fernsehen eingesetzt.

PNG (Portable Network Graphics)

Gebräuchlichstes unkomprimiertes Datenformat im Web mit den Möglichkeiten verlustfreier Kompression. Es verfügt gegenüber dem Vorläufer GIF über eine bessere Komprimierung und speichert je Einzelbild mehr Farben. Im Gegensatz zum GIF sind die Transparenz-Einstellungen umfassender.

Weitere pixelorientierte Datenformate
Adobe Photoshop unterstützt eine Reihe von Pixeldatenformaten. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um

  • spezialisierte Photoshop-Dateiformate,
  • JPEG-Unterformate,
  • weitere Web-Dateiformate für kleine Bildgrößen und
  • Spezialformate.

Wo liegen die Einsatzfelder dieser Dateiformate, was sind ihre Unterschiede und welches ihre Vor- und Nachteile? (In Teil 4 unserer Serie zu Datenformaten stellen wir darüber hinaus die proprietären Dateiformate von Programmen wie Photoshop, Gimp oder Adobe Illustrator vor.)

Oben: Eine Liste der von Adobe Photoshop unterstützten Datenformate.

Photoshop (PSD-Format)

Adobe verfügt mit dem PSD-Format über ein programmeigenes Format, das Ebenen abspeichern kann und den vollen Photoshop-Funktions- und Darstellungsumfang unterstützt. PSD-Dateien sind Arbeitsdateien von oft erheblicher Größe. Für die Endplatzierung von Bildern in anderen Grafikprogrammen werden die PSD-Dateien nach Fertigstellung auf eine Ebene reduziert.

PSB (Photoshop Big/Großes Dokumentenformat)

PSB ist ein Photoshop-Sonderdateiformat für extreme Dateigrößen. Die maximale Größe von Fotodateien ob im PSD- oder TIFF-Format liegt bei 2 GB. PBS-Dateien können größer sein und finden zum Beispiel Anwendung in der Satellitenfotografie oder bei bei 32-Bit-HDR-Bildern. Hierbei sind Seitenlängen bis zu 300.000 Pixeln möglich. Eine Kompatibilität mit PSB ist ab Photoshop CS gegeben.

Compuserve GIF (Graphics Interchange Format)

Das GIF-Format ist ein Internetformat, das vom PNG-Format weitestgehend abgelöst wurde. Nur unterstützt PNG keine Animationen, dafür sind im GIF-Format keine Teil-Transparenzen enthalten, wie sie PNG bietet. Ein GIF ist auf 256 Farben beschränkt und unterstützt eine Dateigröße mit Kantenlängen von bis zu 65.535 Pixeln.

DICOM (Digital Imaging and Communications in Medicine)

Ein Spezialformat für Bilder aus dem medizinischen Bereich, das die Bilddaten mit Patientendaten verknüpft.

Photoshop-EPS (Encapsulated PostScript)

PostScript ist die Seitenbeschreibungssprache für Seitengestaltung, wie sie Grafikprogramme erzeugen. Wobei „encapsulated“ „eingekapselt“ heißt, weil die Postscriptdatei in einem transportablen Dateicontainer, dem EPS-File, enthalten ist. Heutzutage wird PostScript komfortabler in PDF-Dateien umgewandelt. Früher, als die verschiedenen Grafik-Programme noch nicht sehr kompatibel waren, war das sogenannte EPS-File (EPS oder EPSF) als Austausch-Dateiformat nötig. Es kann von jedem wesentlichen Gestaltungsprogramm erzeugt werden, Pixelgrafik, Vektorgrafik und Schriften enthalten und seitenweise separiert belichtet werden. Das EPS-Format wurde durch PDF und das Adobe-Illustrator-Format „AI“ abgelöst.

IFF (Interchange File Format)

Das IFF-Format ist nicht allein ein Bildformat sondern eignet sich dazu, verschiedenartige Dateien wie Musik, Bild, Film oder Text miteinander zu verbinden. Entwickelt wurde es vom Videospiel-Pionier Electronic Arts.

JPEG 2000 (Joint Photographic Experts Group 2000)

Der Nachfolger des JPEG war JPEG 2000. Der Ansatz des Formates war eine weiter verbesserte Kompressionsrate für kleinere Dateien, einhergehend mit der Beseitigung der JPEG-Artefakte bei zu starker Komprimierung. Dadurch wurde die Darstellungsqualität komprimierter Bilder verbessert. JPEG 2000 kann zudem größere Bilder über 64.000 Pixel Kantenlänge verarbeiten, ist flexibler bei der Bildoptimierung und unterstützt Alphakanäle für Transparenzen. Das Datenformat wird aber von vielen Bildverarbeitungsprogrammen nicht mehr unterstützt.

JPEG Stereo (Joint Photographic Experts Group Stereo)

Das JPEG-Stereo-Format (als JPS-Datei) wird als Spezialformat für Mehrfachbilder für 3D-Effekte genutzt. Dabei werden zwei Bilder nebeneinander liegend in einer Datei platziert, eines für das linke Auge eines für das rechte. Zum Betrachten ist keine weitere Software nötig. JPEG Stereo findet meist Anwendung als Speicherformat von 3D-Inhalten in Fotokameras.

MPO/MPF (Mehrbildformat auch Multi Picture Object oder Multi Picture Format)

Wie JPEG Stereo ist das Mehrbildformat für dreidimensional wirkende Fotos entwickelt worden. Das sind meist stereoskopische Bilder, die beim Betrachten räumlich wirken. Allerdings haben MPO-Dateien den Nachteil, dass ohne spezielle Betrachtungssoftware immer nur ein Bild zu sehen ist und nicht beide gleichzeitig wie beim JPEG-Stereo-Format.

PCX (Picture exchange)

Das PCX-Format ist ein kaum noch unterstütztes Bilddatenformat, das für das Programm Paintbrush entwickelt wurde. Es unterstützt bis zu 24 Bit Farbtiefe.

RAW/ PRAW (Photoshop Raw)

Das Raw-Format ist ein unbearbeitetes Rohformat, das als digitales Negativ gilt. Raw-Bilder enthalten alle Bildinformationen, die die Kamera aufgezeichnet hat. Deshalb ist die Raw-Datei mehrfach so groß wie die JPEG-Datei. Mit Bildbearbeitungsprogrammen wie Photoshop, Gimp oder Lightroom werden Raws optimiert. Dabei sind die Tonwertergebnisse gerade bei Gegenlichtaufnahmen deutlich besser als automatisiert in der Kamera erzeugte JPEGs. Dabei gibt es nicht ein Raw-Format sondern zahlreiche. Denn jeder Kamerahersteller entwickelt sein eigenes. Die höhere Qualität des Raw liegt auch in der Farbtiefe begründet. Während JPEGs bei 8 Bit 256 Helligkeitsstufen pro Kanal enthalten, liegt die tatsächlich aufgezeichnete Farbtiefe weit darüber. Bei 10 Bit wären 1.024 Farbabstufungen vorhanden, bei 14 Bit bereits 16.384 Abstufungen pro Kanal. Das automatisierte JPEG würde hier also die Farbtiefe erheblich reduzieren. Bei der manuellen Bearbeitung kann es dann zu stufigen Farbabrissen komnmen, weil zu wenig Daten vorhanden sind.

DNG (Digital Negative-Format)

Im Dschungel der unterschiedlichen Raw-Formate strebt Adobe mit dem Digital Negative-Format (DNG) eine Vereinheitlichung an. Das DNG ist das Raw-Format von Adobe. Unterstützt werden CMYK- und RGB-Farbräume, ebenso Graustufenbilder inklusive Alphakanälen für Transparenzen sowie Bilder im Lab-Farbraum ohne Ebenen. Die Dateigröße ist nicht begrenzt.

Pixar-Format

Das Pixar-Bildformat kommt speziell für High-End-Grafik zum Beispiel bei 3D-Animationen zum Einsatz. Bearbeitet werden können RGB- oder Graustufenbilder mit Alphakanal.

PBM (Portable Bit Map)

Das plattformunabhängige Dateiformat Portable Bit Map ist für den Bildtransfer von 1-Bit-Grafiken zwischen Rechnersystemen geschaffen worden. Dafür werden die Bilder im ASCII-Textformat gespeichert, das den maschinengesteuerten Bildtransfer beschleunigt. Das Bildformat kann zum Beispiel auf Handys inklusive Transparenzebene extrem schnell übertragen werden. Die Formate PGM (Portable Graymap) für Graustufenbilder in 8 und 16 Bit und für Farbbilder PPM (Portable Pixmap) in 24 oder 48 Bit Farbtiefe ergänzen und komplettieren das PBM-Dateiformat. PMB war das erste Dateiformat, das Datenmengen über 2 GB pro Datei verarbeiten konnte.

SCT (Scitex CT)

Scitex-Workstations waren High-End in der grafischen Industrie für die sehr hochwertige Bildbearbeitung. Vom ScitexCT-Format unterstützt werden CMYK, RGB und Graustufen allerdings ohne Transparenz-Alpha-Kanal. Die Dateien sind entsprechend der hohen Qualitätsstandards sehr groß.

Photoshop DCS 1 und DCS 2 (Desktop Colour Separation)

In früheren Zeiten war es üblich, Vierfarbsätze vorzuseparieren und in sogenannten DCS-Dateien abzuspeichern, um Farbauszüge für den Druck auszubelichten. DCS1 ermöglicht die CMYK-Separation, DCS2 ist für die Vollton-Sonderfarbenausgabe entwickelt worden. Das Photoshop-eigene PSD-Format hat inzwischen die Aufgaben von DCS weitestgehend übernommen.

Beispiel: Ein Druckprojekt mit vielen Fremddateien

Wer Drucksachen gestaltet, für die zahlreiche Firmenlogos von anderen Grafikern oder Agenturen zugeliefert werden, weiß dass diese werden oft in den unterschiedlichen Datei-Formaten angeliefert werden. Aber wie geht man mit alten Dateiversionen um oder wie werden diese konvertiert? Was wäre also als Anforderung für die Anlieferung dieser Dateien wichtig? Wie etwa können aktuelle Photoshop-Dateien so abgespeichert werden, dass sie in älteren Programmversionen problemlos zu öffnen sind? Für Pixeldaten gilt eine Angabe der Bildbearbeitungssoftware, mit der gearbeitet wird. Beispielsweise haben aktuelle Adobe-Photoshop-Versionen mitunter Probleme, ältere TIFFs oder JPEGs zu öffnen. Oder umgekehrt: Bilddaten, die in einer sehr neuen Programmversion abgespeichert wurden, lassen sich in der Regel in alten Programmversionen nicht mehr öffnen. Für die Anlieferung von Daten sollten deshalb folgende Anforderungen definiert werden, die der Zulieferer einhalten muss:

  • Programm und Programmversion (dies kann vor allem dann wichtig sein, wenn man mit einer deutlich älteren Programmversion als der aktuellen arbeitet)
  • Betriebssystem (Windows, Mac, Linux).
  • Dateiart (zum Beispiel Tiff, JPEG, PDF)
  • Farbtiefe (in Bit, zum Beispiel 24 Bit oder 32-Bit)

Oben: Damit sich kein Problem zwischen Programmversionen ergibt, sollten Bilder im Photoshop-Kompatibilitätsmodus abgespeichert werden.

Wenn man die Perspektive wechselt, also anschaut, welche Daten jemand an einen anderen liefert, stellt sich das Problem anders dar. Oft hat man – gerade als Laie – das Firmenlogo nur in einer Word- oder PowerPoint-Datei. Diese kann ggf. umgewandelt werden, um sie im Layoutprogramm belichtungsfertig zu platzieren.

Fazit: Für Drucksachen bieten sich drei Datenformate an

PDF-X: Professionell, mit vielen Einstellmöglichkeiten, in die man sich als Laie aber erst einarbeiten muss.
TIFF: Durch die verlustlose Komprimierung bietet das Format höchste Foto-Qualität und Verlässlichkeit.
JPEG: Schlankere Dateigrößen und die Unterstützung von CMYK machen JPEG für die gerade kleinformatigen Alltagsdrucksachen wie Flyer oder Faltblätter attraktiv.

Für Sie zusammengefasst als Infografik:
Pixel-Dateiformate in der Bildverarbeitung

Ralf Wasselowski

Unser Gastautor: Ralf Wasselowski. Er betreibt die Agentur Conceptbüro in Essen und ist ein Kenner der Design-, Grafik- und Werbebranche. ©Ralf Wasselowski

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.