13
Dezember
2017
viaprinto-Wissen

Ideenfindung durch Inspiration: Kostenlose Ideen für Mediendesigner.

Das Web ist eine Quelle für kostenlose Fotos, Cliparts oder Fonts. Aber fast noch wichtiger sind kostenlose Inspirationen, auf die man darin treffen kann. „Wie komme ich auf eine gute Idee?“ – diese Frage stellen sich Gestalter und Mediendesigner immer wieder neu. Das Internet kann man als gigantischen Ideengenerator ansehen. viaprinto stellt deshalb einige Seiten im Netz vor, die ohne Nebenwirkungen einfach inspirierend wirken.

Ideen zu finden ist ein Umwälzungsprozess. Auf der einen Seite steht all das, was einem gefällt und was einen inspiriert. Auf der anderen Seite kommt das heraus, was man aus seinem eigenen Empfinden und unter dem Einfluss dieser Inspirationen entwickelt. Kein Designer war je losgelöst von kulturellen Einflüssen oder Vorbildern, immer war er beeinflusst von etwas, das er gesehen oder gehört hat.

Einige Filme zum Thema „Design“ auf der Videoplattform „Vimeo“.

 

Das Internet als Fundgrube der Ideen
Das Internet als Ideenlieferant bringt neue Impulse. Weiß man nicht genau, in welche Richtung die eigenen Entwürfe gehen sollen, holt man sich Anregungen. Beim Surfen wird man fast automatisch mit Ideen konfrontiert.

  • Die Google Bildersuche zum Beispiel ist ein unerschöpfliches Reservoir für Bildwelten, Ideen und für vieles, was sich aus dem Zufall des Surfens ergibt.
  • Auch die Suche in Bilddatenbanken von Fotoanbietern kann anregend wirken.
  • Oder ein Abstecher auf Apps oder Fotoseiten wie Flickr, Instagram, Imgur, 500px und Ello.
  • Ebenso ein Besuch bei den Videoplattformen YouTube oder besser noch Vimeo. Während YouTube alles und jedes bietet, ist Vimeo auf Kunst, Design und Innovatives spezialisiert.
  • Der TED Talk ist eine internationale Video-Vortragsreihe zu zeitgemäßen Themen aus Wissenschaft, Technik, Kunst und vielem anderen. In englischer Sprache stellen hochkarätige RednerInnen und ExpertInnen komplexe Themen kurzweilig vor. Meist sind deutsche Untertitel vorhanden, und zum Teil sind sogar schriftliche Skripte abrufbar, die das Gesagte besser nachvollziehbar machen. Kaum eine andere Quelle im Internet geht so systematisch, kompetent und vielfältig auf aktuelle Themen und auch Zukunftsthemen ein. Wer sich darauf einlässt, erhält ungewohnte Impulse und Inspirationen.

Jede dieser Plattformen hat eine eigene integrierte Suchmaske bzw. Suchmaschine, in der man nach Begriffen oder #Hashtags suchen kann.

 

Serendipität: Die Kunst, etwas zufällig zu finden
Seit einiger Zeit spricht man bei ungeplanten Zufällen, die bei der Suche nach etwas ganz anderem entstanden, von der so genannten „Serendipität“. Man surft drauflos und kommt von einer Webseite auf die nächste. Oder man kommentiert auf seinem sozialen Netzwerk und findet im Stream einen Link zu einem ganz anderen Thema. Auch Seiten wie etwa Pinterest funktionieren so. Wenn man Anregungen braucht, geht man in die App oder auf die Webseite und klickt oder gibt einen Begriff ein. Es öffnet sich eine Seite mit vielen Bildern zum Thema, und jeder Klick auf eines dieser Bilder öffnet eine neue Seite mit weiteren Bildern, die dann aber vom eigentlichen Thema wegführen. Diese zufällige Absichtslosigkeit entspannt und bringt den Suchenden auf andere Gedanken. Manchmal kann man Querverbindungen zum Ausgangsthema herstellen und so das ursprüngliche Problem aus einem neuen Blickwinkel betrachten – unerwartete Ergebnisse beflügeln.

Kult-Designer Stefan Sagmeister und seine Lieblingsbeiträge auf „TED-Talk“.

 

Wonach kann man googeln?
Natürlich gibt es verschiedenste Möglichkeiten, wonach man im Web googeln kann:

  • Nach Namen berühmter oder interessanter Designer. Wer beispielsweise sehen will, was im Print-Grafik-Design innovativ ist, googelt nach Stefan Sagmeister oder nach dem Plakat-Designer Uwe Loesch. Graphik-Design-Klassiker vergangener Jahre sind auch Saul Bass, Lo Breier, Alexey Brodovitch, Neville Brody, Willy Fleckhaus oder Kurt Weidemann.
  • Nach Erscheinungsbildern, auch über die Begriffe „Corporate-Design-Manual“, „Corporate Design“, „Corporate Identity“ oder „Style Guide“. Hierzu findet man viele Design-Manuals in Form von PDF-Dateien im Web.
  • Nach Design-Agenturen, die entweder selbst interessante Projekte kreieren oder allgemeine Trends aufzeigen.

 

Spezielle Webseiten für Designer
Jenseits des Zufalls gibt es Seiten im Netz, deren Absicht es ist, ihre Besucher mit Designtrends und visuell Neuem zu begeistern. Typische Seiten für Designer aller Art, sind:

  • Behance: Das soziale Design-Netzwerk von Softwarehersteller Adobe
  • Colossal: Außergewöhnliche Illustrationstechniken, Objekte und Kunst
  • Creative Boom: Umfassende Seite für zahlreiche Aspekte des Designerlebens
  • Designinspiration: Ähnlich aufgebaut wie Pinterest, wechselt die Seite zwischen Foto, Illustration, Design, Kunst und Objekten
  • DesignTaxi: News aus Design und Medien, mit mehreren Beiträgen täglich
  • Design you trust: Eine vielfältige Seite, die auch die Kategorie „Inspirationen“ enthält
  • DeviantArt: Designer, Illustratoren und Künstler veröffentlichen hier ihre Portfolios
  • Dribble: Schwerpunkt „Designentwürfe“
  • Form Fifty Five: Internationale Showcases und Portfolios von Designern
  • From up North: Typografie, Graphik-Design, Animationsdesign
  • Grainedit: Illustrationen aller Art
  • Inspiration Grid: Zum Teil wunderschöne Portfolios ausgewählter Designer
  • Pinterest: Die wohl wichtigste Seite für die bildorientierte Suche nach Illustrationen, Design, Comics und Fotografien
  • Print: Ein Blog nur für hochwertige Printprojekte
  • The Bookdesign Blog: Ein Blog nur für schön gestaltete Bücher
  • This is Mirador: Exzellentes Grafik-Design gut präsentiert
  • tuts+: Ein Tutorialseite für Grafik-Design und Illustration

 

Allgemeine Kulturseiten mit Design und Kunst
Es gibt viele Webseiten, die einen aktuellen kulturellen Querschnitt bieten – wobei die Grenze zwischen Design und Kunst oft fließend ist. Inspirierend sind solche Seiten aber allemal. Für Augenmenschen und Designverliebte:

  • LowdownMagazine: Der Ableger des gedruckten Magazins zeigt Alternativkultur
  • Nerdcore: Einer der wichtigsten deutschen Kulturblogs
  • Reddit: Wer wissen will, was im Web angesagt ist, guckt bei Reddit
  • Scene360: Von Kunst über Design bis hin zu Tattoos und Film bietet die Seite ein breites visuelles Spektrum
  • Synaptic Stimuli: Eine illustrativ-künstlerische Seite mit sehr ungewöhnlichen Bildwelten

Wer weiterstöbern will: Übersichten für Ideen-Webseiten
Wer weiter in die Tiefe gehen möchte, findet hier fünf weitere Übersichten mit insgesamt fast 300 Tipps für inspirierende Webquellen:

  • The Next Web: 98 Inspirationsquellen
  • Conterest: 50 Webseiten mit verschiedensten Inspirationsarten
  • Canva: 50 Designer aller Disziplinen werden vorgestellt
  • Mashable: 100 Webseiten für alle Designgelegenheiten, in der ersten Hälfte geht es um Webdesign, weiter unten wird auf Design-(PDF)Magazine und Designwebseiten verwiesen
  • Creative Boom: 50 Grafik-Design-Blogs

 

Ralf Wasselowski

Für unsere Wissensreihe „Kostenloses Gestaltungsmaterial für Designer“ konnten wir Ralf Wasselowski gewinnen. Er betreibt die Agentur Conceptbüro in Essen. ©Ralf Wasselowski

 

Gestalter und Designer finden hier die besten Tipps für Ihre Werke. Wenn man sich an Gestaltungsregeln hält, kann man allerhand Zeit sparen. Sie stellen wir in der nächsten Woche vor.

In dieser Reihe bereits erschienen:

Type & Fonts für Designer: Wo finde ich kostenlose Schriften im Web?
Clipart für Designer: Wo finde ich kostenlose Illustrationen im Web?

 

 

 

 

 

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