30
Juli
2015
„Layout & Satz“.

Text und Bild Kompositionen: Folge 5.

Das Gestaltungsraster ist angelegt, die Seite aufgeteilt. Nun geht es an den tatsächlichen Satz, der die Positionierung der Schrift und der Bilder beinhaltet. Doch nicht alles, was gefällt, funktioniert auch. Und nicht alles, was schnell geht, sieht am Ende gut aus. Ein neuer Beitrag von Charlotte Erdmann zur Reihe „Layout & Satz“.

Bester Ausgangspunkt: Schrift

Mit dem Gestaltungsraster und der Aufteilung der Seite legt man bereits im Vorfeld fest, wo Text und Bilder platziert werden könnten. Doch sind das nur Kann-Angaben, die nicht strikt eingehalten werden müssen. Je nach verwendetem Endformat lässt sich beispielsweise eine Bildunterschrift auch rechtsbündig setzen. Nur eines ist relativ sicher: Im Satz sollte man immer mit der Schrift zuerst beginnen. Sie ist das Futteral der Seite und bildet deren Basis. Und erst wenn man weiß, wie viel Schrift auf der Seite steht, kann man die restlichen Inhalte darum herum platzieren. Einzige Ausnahme: Die Menge des Bildmaterials ist groß und die Seitenzahl muss nicht genau eingehalten werden. Dann kann auch mit der Bildplatzierung begonnen werden. Ansonsten aber ist es ratsam, als erstes den Text zu setzen. Hier ist entscheidend, ob man zwei oder mehr Spalten einsetzt und wie viele Zwischenüberschriften – wenn vorhanden – dabei sind. Die Registerhaltigkeit der Zeilen bei mehreren Seiten sollte dabei ebenfalls immer berücksichtigt werden.

Überschriften und Marginalien

Ist der Text gesetzt und hat man sich für einen passenden Abstand und die richtige Schriftart für die Zwischenüberschriften entschieden (meist zwei Punkte mehr als der Grundtext), lässt sich daraus auch die Größe bzw. Breite der Überschrift ableiten. Sie geht bei Zeitschriften immer über die Länge der gesamten Spalten, wie auch die Unterüberschrift und der sogenannte Teaser, also der Einleitungstext. Letzterer kann ebenso in die erste Spalte des Brottextes oder nur über zwei der Spalten gesetzt werden, muss aber nicht. Als letztes werden passend zu den Textabschnitten die sogenannten Marginalien positioniert, also Zusatzinfos, Tipps oder Randbemerkungen. Sie werden in einer kleineren Schrift gesetzt und haben einen geringeren 30072015_SummaryZeilenabstand. Es handelt sich dabei also um eigene Satzkästen, die nicht der Registerhaltigkeit folgen müssen, sich aber am Gestaltungsraster orientieren. Um ästhetisch zu erscheinen, ist deshalb zumindest die erste Zeile dieser Kästen auf die Grundlinie des Brottextes zu legen.

Bilder richtig platzieren: Grundlinien und randabfallende Elemente

Auch die Bilder sollten sich immer am Gestaltungsraster bzw. an den Linien, die der Text vorgibt, orientieren. Die Ober- oder Unterkante ist also so zu positionieren, dass sie mit der Schriftoberkante oder der Textgrundlinie abschließt. Aufgelockert werden kann das Layout außerdem durch beschnittene Bilder, die sogenannten randabfallenden Elemente. Dabei wird das Bild so gesetzt, dass es an einem oder mehreren Seitenrändern abgeschnitten wird. Dazu muss das Bild allerdings mindestens 3 mm – je nach Vorgabe des Druckers bzw. der Weiterverarbeitung auch mehr – über den Rand des Druckprodukts hinaus gesetzt werden. Nur so ist sichergestellt, dass das Bild nach dem Beschnitt des Seitenrandes auch wirklich angeschnitten erscheint und nicht noch ein kleiner weißer Rand zu sehen ist.

Wegkippen von Bildern vermeiden

In den Beschnitt/Anschnitt eines Dokuments ragende Elemente müssen aber nicht nur über den Rand hinausragen im Satz. Man sollte auch darauf aufpassen, dass sie nicht optisch von der Kante „kippen“. Gemeint ist damit, dass genau auf die Mitte eines Druckprodukts gesetzte Beschnittelemente für den Betrachter so wirken, als wären sie deplatziert. Optisch erweckt es den Eindruck, als wäre das Bild falsch positioniert und würde aus dem Gesamtlayout kippen. Besser ist daher die Orientierung an der goldenen Mitte, die nach dem Goldenen Schnitt berechnet wird und sich leicht oberhalb der tatsächlichen Mitte befindet. Letzendlich aber entscheiden Sie als Layouter, wie groß und wie dominant ein Motiv auf die Seite platziert wird. Es sollte nur den Text nicht zu sehr erschlagen und dabei doch ein harmonisches Gesamtbild mit den anderen Seiteninhalten ergeben.

Charlotte Erdmann (Bild: Matthias Martin)

Charlotte Erdmann (Bild: Matthias Martin)

 

Lesen Sie mehr über die Auswahl der richtigen Schriftgröße, des richtigen Fonts und wie man sich für einen Font entscheidet in der kommenden Folge dieser Reihe.

 

 

 

 

 

 

 

Bereits erschienen:
Papierformate
Gute Gründe für die Falzung
Der Satzspiegel
Ein stimmiges Bild dank Gestaltungsraster & Co.

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