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3
Juli
2018
viaprinto-Wissen

Die 10 wichtigsten Tipps für die Vierfarbgestaltung.

Farbe spielt eine große Rolle, wenn es um visuelle Betonung, um gestalterische Dramatik und um Ordnungsprinzipien im Design geht. Denn Farbe wird schneller wahrgenommen als selbst Bildinformationen oder Überschriften. Welche Rolle spielt sie bei der Arbeit des Mediengestalters im Designprozess? Wir bringen 10 Tipps, was man beim Farbkonzept beachten sollte.

In der öffentlichen Wahrnehmung entwickeln Mediendesigner Ideen. Tatsächlich ist Design aber nicht nur kreative Formgebung sondern hat auch ordnende Funktion. Ob beim Flyer- oder Broschürenlayout, beim Katalog oder der Werbeanzeige: immer geht es darum, die Wahrnehmung des Betrachters zu leiten, seinen Blick zu führen, ihn vom Bild zur Überschrift und von der Überschrift zum Mengentext zu bringen. Die Arbeit des Mediendesigners hilft dem Leser, sich in der Drucksache schnell zurechtzufinden. Zur Orientierung werden visuelle Schwerpunkte gesetzt und es kommen Farben zum Einsatz, die Inhalte voneinander abgrenzen.

Lichtfarben im Farbkreis wie man sie am Bildschirm sieht.

 

Tipp 1: Farbeinsatz – Alleinstellungsmerkmale schaffen
In den Anfängen der Druckproduktion, wie man sie heute kennt, gab es vor allem Einfarb-Druckmaschinen. Dabei wurde meist nur mit der Farbe Schwarz gedruckt. Eine weitere Sonderfarbe setzte einen visuellen Akzente. So konnten Überschriften betont oder tektonische Elemente wie Linien oder Flächen herausgestellt werden. In einer Drucksache richtig eingesetzt, kann Farbe die inhaltliche Dramaturgie formen sowie atmosphärisch und ordnend wirken.

Heutzutage ist der Standard allerdings nicht mehr die Einfarbigkeit sondern der Vierfarbdruck. Aufgrund der Vierfarbigkeit als Standard denkt der Designer mitunter zu wenig darüber nach, ob der Einsatz von weniger Farbe besser wäre. Es gibt Vorteile der Farbwirkung, die auf der Hand liegen, etwa

  • dass Farbfotos realistischer wirken als Schwarzweißfotos und
  • dass durch Farbe Inhalte betont werden können.

Zum Teil wird Aufmerksamkeit erzeugt, indem man Gestaltungstrends mitmacht. Zum anderen, indem man Erscheinungsbilder entwickelt, die konträr zu Zeitströmungen stehen. In Zeiten, in denen viele exzessiv mit Farbe arbeiten, kann es wieder originell sein, einfarbig oder zweifarbig zu gestalten. Oder Bilder farbreduziert einzusetzen, zugleich aber mehr mit Sonderfarben zu arbeiten.

Der Farbring besteht aus den Farben erster und zweiter Ordnung. Dabei liegen die
Komplementärfarben jeweils einander gegenüber.

 

Tipp 2: Farbbewusstsein – die durchdachte Farbe
Designer arbeiten viel aus dem Bauch heraus. Denn Gestaltung ist eine Gefühlssache. Wer mit Farbe etwas bewirken will, muss mit ihr jedoch auch bewusst umgehen. Fragen, die sich stellen und die der Grafik-Entwurf beantworten muss, sind zum Beispiel:

  • Will man punktuell Akzente setzen oder eine Flächigkeit nutzen?
  • Sollen tektonische Elemente des Entwurfes betont werden?
  • Sollen Überschriften, Bildunterschriften oder Zwischenüberschriften farblich hervorgehoben werden?
  • Gibt es andere Möglichkeiten für den Einsatz einer Sonderfarbe, zum Beispiel im illustrativen Bereich?

Den Farbeinsatz zu durchdenken, macht aus Farbe ein Instrument, das die Entwurfsarbeit aufwertet. Das könnte aber auch bedeuten, Farbe weitgehend wegzulassen. In den Bereichen „Mode“, „Einrichtung“, im Gesundheitswesen oder in Kunstkatalogen wird bewusst mit weißen Freiflächen gearbeitet, auf denen sich das Auge ausruhen kann.

 

Tipp 3: Farbwahl – welche Farbe hat welche Bedeutung?
Man kann viel darüber lesen, welche Bedeutung einzelne Farben haben. Allerdings kann die Farbbedeutung je nach Geschmack unterschiedlich ausfallen. Die drei Primärfarben und die drei Sekundärfarben aus dem Farbkreis haben in der visuellen Kommunikation den größten Verbreitungsgrad:

  • Gelb, Orange und Rot sind warme Farben.
  • Blau, Violett und Grün sind kalte Farben.

Die drei Primärfarben im Druck, Cyan (C), Magenta (M) und Gelb (Y = Yellow), sind die Grundfarben, aus denen sich alle anderen mischen lassen. Als vierte Druckfarbe kommt Schwarz (K, für englisch „Key“ = „Schlüssel“ für die Kontrastwirkung und Tiefe der Farbe) hinzu. Als beliebteste Farben in der Unternehmenskommunikation gelten Blau, Rot und Grün. Nicht zufällig sind dies Farben, die die ursprüngliche Lebens- und Erfahrungswelt des Menschen seit jeher ausmachen:

  • Grün ist die Farbe der floralen Natur und wirkt emotionaler als Blau.
  • Blau findet sich in Meer und Himmel, wirkt kühl und transportiert darin eine gewisse Zurückhaltung.
  • Rot hat als Farbe des Blutes eine starke natürliche Signalwirkung.

Klickt man in Adobe Photoshop auf eine Farbbibliothek, erscheint der Dialog, ob die Farben dieser Bibliothek zu der Farbfeldübersicht hinzugefügt werden sollen. Dabei können sie entweder bestehende Farbfelder ersetzen oder ergänzen.

 

Tipp 4: Farbstandards – Farbgesetze und Farbsysteme nutzen
Standards erleichtern die Arbeit des Designers vielerorts. Eine Erleichterung kann es sein, die Farbgesetze zu kennen, weil sie Zusammenhänge zwischen Farben zeigen. Rot und Grün bilden zum Beispiel einen Komplementärkontrast. Der findet seinen Ausgangspunkt im menschlichen Sehen. Denn unsere Art, Farben wahrzunehmen, führt dazu, dass beim Betrachten von Rot gleichzeitig eine visuelle Affinität zu Grün als ergänzender Farbe entsteht.

Wer sich mit Farbsystemen auskennt, weiß, wo Schwachstellen in der Farbwirkung liegen können. So ist der RGB-Farbraum, der für die Bildschirmdarstellung maßgeblich ist, viel größer als der CMYK-Farbraum, der für die Drucksachenproduktion maßgeblich ist. Das hat zwei Folgen:

  • Zum einen unterscheidet sich die Farbwirkung am Bildschirm von der des fertigen Druckergebnisses. Unterschiede kann man durch eine Monitorkalibrierung verringern.
  • Einzelne problematische Farben in Bildern werden durch die Konvertierung der RGB-Daten zu CMYK anders dargestellt. Das liegt daran, dass der kleinere CMYK-Farbraum sie nur unzureichend in sein Farbschema „übersetzen“ kann.

Links eine Übersicht der Farbbibliotheken in Adobe Photoshop. Rechts daneben Farbfelder und LAB-Regler. Unten rechts: In Photoshop CS6 war das Tool „Kuler“ integriert. Im neuen Photoshop heißt es inzwischen „Adobe Color-Themen“. Die Funktion ist aber grundsätzlich die gleiche.

Tipp 5: Farbsoftware – die Welt der Farben am Bildschirm
Welche Farben man für sein Design auswählt, ist nicht immer einfach. Wo aber früher Farbmusterbücher gewälzt werden mussten, helfen heute Farbbibliotheken etwa in Photoshop, um eine Vorauswahl zu treffen. HKS- und Pantone-Farbbibliotheken oder Farbwähler für RGB, CMYK, LAB und andere stehen zur Verfügung. Die Farben der jeweiligen Farbbibliothek lassen sich in der Farbfeldübersicht in Photoshop darstellen und es können eigene Farbfelder angelegt werden. Diese kann man später auch in neue Dokumente importieren.

Mit der Webanwendung „Colordrop“ erstellt man Farbkombinationen und kann sie abspeichern.

Tipp 6: Farbreduktion – Konzentration auf das Wesentliche
Ein typischer Anfängerfehler im Design ist es, zu viele Möglichkeiten auf einmal auszuschöpfen. Das Tückische daran: Geblendet von der Vielfalt, kann man schnell den roten Faden des Designentwurfs aus den Augen verlieren. Das gilt auch für die Farbgestaltung. Der erfahrene Designer konzentriert seine Aufmerksamkeit auf wenige neuralgische Punkte, die das Unverwechselbare schaffen. Eine zu farbbetonte, kunterbunte Gestaltung wirkt unübersichtlich und oft billig. Das Gegenteil von Farbchaos ist Ökonomie des Farbeinsatzes bzw. die Reduktion der Mittel für eine prägnante Farbwirkung.

Das ehemalige Webtool „Kuler“ heißt als Webanwendung „Adobe Color CC“.

Tipp 7: Farbkombinationen – von der Hausfarbe zur Farbfamilie
Heutzutage geht es nicht einfach nur um einzelne Hausfarben sondern immer öfter um die Kombination mehrerer Farben zu einem stimmigen Farbkanon. Nicht eine Hausfarbe alleine ist das Ziel sondern die Kreation einer ganzen Farbwelt. Das wird durch Tools, die Farbkombinationen abspeichern, erleichtert. Inzwischen tauschen Designer ihre Farbkombinationen online aus und kommentieren sie. Adobe hat das Web-Tool „Kuler“ in Photoshop integriert. Man findet es unter dem „Fenster“-Menü unter „Erweiterungen als „Adobe Color-Themen“. Hier kann man Farben zueinander in Beziehung setzen.

Die Palette „Adobe Color-Themen“ in Photoshop. Links die fertigen Farbkombinationen. In der Mitte und rechts der Farbauswahlkreis, mit dem man Farben auswählt.

Tipp 8: Farbwirkung – nachhaltig oder kurzfristig wahrnehmen?
Die Konsumgesellschaft erzeugt mehr und mehr Informationen. Gesteigert wurde diese informationelle Überfrachtung durch das Internet und interaktive Kommunikationsformen wie Social Media. Dabei ist die Haltbarkeit auch gestalteter Informationen zunehmend kürzer geworden. Oft wird in der Werbung mit extrem dramatisierter oder provokanter Kommunikation gearbeitet. Aha-Erlebnisse oder Schockwirkungen nutzen die Aufmerksamkeit aber schnell wieder ab. Manches, das so kurzfristig hohe Aufmerksamkeitswerte erzielt, ist ebenso schnell wieder passé. Dieser Abnutzungseffekt der Wahrnehmung ist auch bei der Farbwirkung zu berücksichtigen. Farben laden dazu ein, mit starken Signalen zu arbeiten. Zu bedenken ist abhängig von der Branche und der angesprochenen Zielgruppe aber, wie nachhaltig eine Farbgestaltung ist.

  • Wird sie gerne ein zweites und drittes Mal betrachtet und gelesen?
  • Oder reicht es, wenn sie kurzfristig ihre Ziele erreicht?

Jede Farbwirkung steht im Dienst der Botschaft, die vermittelt werden soll. Ob Farbeinsatz und Ziele deckungsgleich sind, ist immer wieder neu zu überprüfen.

So konnte man in der Vergangenheit Farbkombinationen ermitteln: Englische Farbmusterbücher aus den 1980er-Jahren, erschienen im Verlag „Angus & Robertson Publishers“.

Tipp 9: Farbfotos – zurückhaltend oder ins Auge springend?
Immer wieder hört man: „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.“ In der gedruckten Kommunikation bedeutet das, dass Bilder schneller wahrgenommen werden als Texte. Bilder funktionieren wie Türen zu vertiefenden Informationen. Deshalb sind Bildsprache und Bildanmutung gut zu überdenken und prägend für das visuelle Erscheinungsbild.

Fotos können schwarzweiß oder vierfarbig abgebildet werden, im Zweifarbdruck in Duotone, das aus Schwarz und einer Sonderfarbe zusammengesetzt ist. Auch eine veränderte Farbsättigung verändert die Bildwirkung – sie kann dezent wirken oder knallig.

 

Tipp: 10: Farbdefinition – wie stellt man den durchgängigen Workflow sicher?
Farbe ist nicht gleich Farbe. Die Farbe am Bildschirm, die Farbe, die aus dem eigenen Drucker kommt, die Farbe zwischen verschiedenen Programmen und die Farbe in der fertigen Drucksache – sie alle können unterschiedlich wirken. Wer eine durchgängige Farbwirkung wünscht, muss angefangen bei Kamera oder Scanner, über Bildschirm und Drucker jedes einzelne Gerät über Farbprofile kalibrieren. So erhält man eine Durchgängigkeit in der Farbwirkung. Dies stellt im Workflow sicher, dass die Farbe, die man in jedem Schritt sieht, dem Endergebnis nahe kommt.

Darüber hinaus sollte die Konvertierung ambitionierter Fotografie von RGB zu CMYK nach Möglichkeit durch einen Fachmann erfolgen. Zumindest aber in Absprache mit der Druckerei. Auch erfolgt das Abspeichern in eine hochwertige PDF-Belichtungsdatei über Druckprofile, die die Druckerei zur Verfügung stellt. Hier wird mit berücksichtigt, wie welche Farbe auf welchem Papier wirkt.

 

Ralf Wasselowski

Unser Gastautor: Ralf Wasselowski. Er betreibt die Agentur Conceptbüro in Essen und ist ein Kenner der Design-, Grafik- und Werbebranche. ©Ralf Wasselowski

29
November
2017
viaprinto-Wissen

Clipart für Designer: Wo finde ich kostenlose Illustrationen im Web?

Die Illustration ist dem Foto oft voraus, weil sie Aussagen schnell auf den Punkt bringen kann und über eine unverwechselbare Handschrift verfügt. Einfache Illustrationen, die schnell aus dem Internet heruntergeladen werden, werden „Cliparts“ genannt. Welche Seiten mit umfassenden Clipart-Sammlungen lohnen einen Besuch? Eine viaprinto-Übersicht:

Der Begriff „Clipart“ meinte ursprünglich eher cartoonhafte Darstellungsweisen. Im Laufe der Zeit wurde „Clipart“ zum Synonym für glatte Vektorillustrationen. Die sind in der linearen Einfachheit ihrer Außenkonturen schnell anzufertigen. Hinzu kommt, dass ihre Datenmenge klein ist, was sowohl im Web als auch bei der Drucksachenbelichtung Zeit spart.

So schön kann kostenlose Clipart sein. Eine stilisierte Vektorgrafik von Freepik.

Bildsprache: konkret oder allgemein?
Wer etwas bebildern will, macht sich Gedanken darüber, wie konkret oder allgemein seine Bildsprache sein soll. Eine konkrete Bebilderung würde für ein Foto sprechen. Das kann aber in eine Sackgasse führen, wenn das Abgebildete klischeehaft und somit ohne akzentuierte Aussage bleibt. Hier kann eine Illustration durch das Mittel der Überzeichnung viel konkreter werden als ein zu oft in ähnlicher Form gesehenes Foto.

Anforderungen an Clipart
Im Internet gibt es zahllose Seiten, die einen Vorrat an kostenfreien Illustrationen bieten. Dabei können verschiedene Probleme auftreten. Die Cliparts…

  • …sind datenmäßig zu klein. Wenn sie Pixelgrafiken sind wie TIF oder JPG sind sie ohne Qualitätsverlust nicht zu vergrößern und damit u.U. nur für das Web verwendbar, nicht aber für hochwertige Drucksachen.
  • …sind qualitativ nicht gut genug: Entweder sind sie zu schlecht gezeichnet, aus der Mode gekommen oder zu stereotyp, das heißt, sie werden zu selten aktualisiert und bieten dem Auge daher nichts Neues.
  • …stellen den Benutzer bezüglich der Bildnutzung vor eine unklare rechtliche Situation oder sind diesbezüglich zu kompliziert.
  • …bieten zu wenig Material, sodass eine Suche zu wenig Treffer ergibt.

Thema und Stilistik der Clipart

Eine Vektorgrafik aus der „Open Clip Art Library“. Links farbig mit Füllungen und Verläufen dargestellt, rechts in Vektor-Konturen.

Empfehlenswerte große Clipart-Präsenzen sind aber qualitativ auch nicht gleichbleibend gut. Zudem verfügen die meisten Anbieter über keinen klaren inhaltlichen oder formalen Schwerpunkt, was die Suche verlängert. Um zu finden, was man sucht, sollte man sich Zeit nehmen. Dafür erhält man das Material umsonst. Man kann bei einem Anbieter wie z.B. „Open Clipart“ nicht nur nach Themen suchen, z.B. nach „Tieren“ oder „Animals“. Man kann auch nach der Stilistik der Clipart suchen, etwa indem man im Suchfeld „flat“ oder „Flatdesign“ eingibt und entsprechend Flatdesign-Clipart gezeigt bekommt.

Für jede Eventualität: Die 10 ergiebigsten Clipart-Quellen im Internet

 

 

Open Clip Art Library: Übersichtlich, umfassend, vielfältig
Die Open Clip Art Library ist eine Open-Source-Clipart-Datenbank, aus der man für die private oder kommerzielle Nutzung Cliparts herunterladen kann. Damit darf die umfangreiche Illustrationssammlung praktisch für jeden Zweck genutzt und verändert werden. Die Grafiken sind standardmäßig im Vektorformat SVG gespeichert und können damit in Inkscape, Adobe Illustrator oder anderen Vektorprogrammen auflösungsunabhängig weiter bearbeitet werden. Dateien können aber auch als PDF, PNG, WMF gedownloadet oder in einem interessanten Editor auf der Webseite verändert oder ergänzt werden. Im Editor stehen auch umfangreiche Symbolbibliotheken zur Verfügung. Suchen lässt es sich über eine Eingabemaske oder über den Punkt „Collections“ in der Hauptnavigation, der aber nur angezeigt wird, wenn man sich eingeloggt hat. Dazu muss man sich mit einem Namen und Passwort anmelden.

Vecteezy: Aufgeräumt und vektororientiert
Neben Community-Projekten gibt es zahlreiche Seiten, die kostenlose Clipart mit Bezahlangeboten koppeln. Oft werden die beiden so angeordnet, dass man unbeabsichtigt zu den Bezahl-Angeboten gelangt. Hier gilt es, sich erst zu orientieren und eher langsam und mit Bedacht zu klicken und immer genau zu lesen, ob die Grafiken etwas kosten. Vecteezy ist so eine Seite, bei der im Laufe des Suchens und Klickens immer wieder Bezahlangebote auftauchen. Auch sollte bei jedem Bild die Lizenzvereinbarung genau gelesen werden. Vecteezy etwa möchte bei Abdruck genannt werden.

WP-Clipart: Große Auswahl und illustrative Varianz
Fast 80.000 Public-Domain-Illustrationen aber auch Fotos bietet WP-Clipart. Der Download der Cliparts erfolgt in der Regel im Pixelformat, was ein Nachteil ist, denn pixelbasierte Bilder können nicht verlustfrei skaliert werden. Einige Bilder lassen sich auch als SVG herunterladen und sind damit verlustfrei skalierbar. Weitere Formate sind transparente PNG und WebP, das im Verhältnis zu JPG besser komprimierte Google-Datenformat für das Web.

Public Domain Vectors: Sehr übersichtlich und rein vektororientiert
Die Seite Public Domain Vectors stellt die Dateien in den Formaten AI/Adobe Illustrator, EPS/Encapsulated Postscript und SVG/Scalable Vector Grafics zur Verfügung. Damit sind sie ohne Umwege und unproblematisch in Vektor-Grafikprogramme zu übernehmen.

Vektorgrafik kann auch sehr vereinfacht und prägnant sein. Ein Tiersymbol von „Public Domain Vectors“ ganz ohne Verläufe.

Freepik: Große Auswahl, beste Qualität
Freepik hat eine erstaunlich große Anzahl an hochwertigen Vektorillustrationen und Icons. Auch Fotodateien – hier vor allem Strukturen, Objekte und Stillleben, die man für Texturen und Hintergründe verwenden kann oder PSD-Dateien als Composings, ganze Gestaltungen oder Webtemplates – gehören dazu. Entweder nutzt man das Material kostenlos, dann muss man die Quelle nennen. Oder man nutzt ein kostenpflichtiges Premiumabonnement und kann auf die Quellenangabe verzichten. Wichtig ist die rechtliche Einschränkung, dass Illustrationen nicht als alleiniger wesentlicher Bestandteil einer Drucksache Verwendung finden dürfen.

Pixabay: Komfortable, aktuelle Auswahl
Pixabay bietet einen riesigen Fundus an Fotos. Wenn man in die Suchmaske „Clipart“ oder „Illustration“ eingibt, findet man aber auch eine Vielzahl illustrativer Elemente.

Clipart Me: Wer suchet, der findet
Clipart Me bietet eine Menge interessanter und formal wie thematisch vielfältiger Illustrationen, Icons und Symbole. Allerdings sind kostenpflichtige und kostenlose Angebote oft unübersichtlich miteinander verschränkt, was die Navigation durch die Seite nicht gerade erleichtert. „Clipart Me“ verlangt für den Download ein Like auf Facebook oder ein „+1“ auf Google+, was nicht mit jedem Browser funktioniert.

Presentation-Magazine: Illustrative Elemente für Power Point
Manchmal braucht man nicht einfach Cliparts, sondern Illustrationen oder Illustrationshintergründe für PowerPoint-Präsentationen. Die Seite Presentation Magazine bietet eine Fülle illustrativer Start- und Folgeseiten für Präsentationen. Ähnliches ist auf der Seite Slidehunter erhältlich.

Historische „Clipart“: British Library auf Flickr, Shakespeare und Buchillustrationen
In aller Welt Sprießen historische Bildarchive aus dem Boden, die Illustrationen über das Web verfügbar machen. Die Londoner British Library ist eine der umfassendsten Bibliotheken der Welt. So hat sie eine Million Buchillustrationen aus dem 17.-19. Jahrhundert als Public Domain zu Flickr hochgeladen, die in Auszügen auch auf anderen Webseiten zu finden sind. Etwa auf :

•    Illustration Archive, wo sie nach anderen Kriterien durchsucht werden können,
•    in kleiner Anzahl auf Open Clip Art oder
•    bei Public Domain Vectors, die wenige Illustrationen in nicht immer optimaler Qualität vektorisiert haben.

Shakespeare Illustration, ist eine Seite mit 3.000 Illustrationen zu den Werken Shakespeares. Die Suche funktioniert über eine Schlagwortwolke oder in der oberen Navigation über die Namen der Illustratoren.
Ein wahre Fundgrube für Kunstinteressierte ist auch Old Book Illustrations. Allerdings mit einer gravierenden Einschränkung: Zwar erlaubt die Webseite den Download allen historischen Bildmaterials für jeden nichtkommerziellen Zweck. Aber andererseits weist sie darauf hin, dass die Rechtslage für das Publizieren des Materials unklar ist. In seinem Blog hat Old Book Illustrations bis 2016 weitere historische Illustrationen veröffentlicht.

Clipart-Kiste: Animierte GIFs als Spezialisierung
Die Clipart-Kiste listet in einer großen Übersicht alle Kategorien auf, nach denen man suchen kann. Das hat Vor- und Nachteile. In jedem Fall sieht man beim Lesen, welche Themen die Seite abdeckt – und das sind viele. Die Spezialität der „Clipart-Kiste“ sind kleine animierte GIFs für die Verwendung auf Webseiten. Das ist zwar nicht mehr up-to-date aber zum Teil so retro, dass es schon wieder interessant ist.

 

Ralf Wasselowski

Für unsere Wissensreihe „Kostenloses Gestaltungsmaterial für Designer“ konnten wir Ralf Wasselowski gewinnen. Er betreibt die Agentur Conceptbüro in Essen. ©Ralf Wasselowski

 

Gestalter und Designer finden hier die besten Tipps für Ihre Werke finden. Neben Fonts und Clipart sind auch Ideen und kreative Seiten, wie sie etwa auf Pinterest zu sehen sind ein Instrument der Gestaltung. In der nächsten Woche stellen wir kreative Webseiten als Design-Input vor.

In dieser Reihe bereits erschienen:

Type & Fonts für Designer: Wo finde ich kostenlose Schriften im Web?

 

 

 

 

 

 

 

 

Gestalter greifen etwa auch für auffällige Aufkleber auf Clipart zurück. viaprinto hat die Auswahl unter quadratischen, rechteckigen, runden und ovalen Stickern.