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28
Juli
2016
viaprinto-Wissen: Typografie

Die Einteilung von Schriften.

Als Marx den Klassenbegriff einführte, herrschte bei den Schriften längst ein Klassenkampf. Seit Gutenbergs Bibeldruck wurden immer mehr Schriftarten entwickelt. Um sie besser einteilen, vergleichen und pflegen zu können, unterschied man sie nach Klassen. Fonts derselben Klasse lassen sich besonders gut kombinieren. Die beiden größten Klassen sind die Serifenschriften (auch Antiqua-Schriften genannt) und serifenlose Schriften (auch Grotesk genannt). Serifen haben Times, Bookman, Palatino oder auch Garamond. Ohne Serifen sind unter anderem Helvetica, Gill Sans, Futura und Univers. Daneben gibt es eine Vielzahl weiterer Klassen wie Schreibschriften, Symbolschriften und dergleichen mehr.

 

Die Formmerkmale der Schriften

Schriften werden nach der Form ihrer Buchstaben beurteilt. Wichtige Merkmale sind dabei die Art der Serifen, also ob sie an der Seite oder unten Kanten aufweisen, wie sie an den Buchstaben angesetzt sind und welche Achse sie verfolgen. Bei den Buchstaben selbst ist es wichtig, wie die Ober- und Unterlängen gestaltet sind, wie sich Groß- zu Kleinbuchstaben zueinander verhalten und welcher optischen Achse die Rundformen, beispielsweise das a und o, folgen. Strichstärken und Kontraste sind ebenfalls entscheidende Identifikationsmerkmale.

 

Die deutsche Gründlichkeit: DIN-Klassen

Diese sehr grobe Einteilung ist auch die Vorlage für die in Deutschland als DIN 16518 im Jahr 1964 eingeführte und 1998 überholte offizielle Schriftenklassifizierung. Die alte Fassung wird bis heute unterrichtet und teilt die Schriften in insgesamt elf Stilrichtungen ein:

  1. Die Venezianische Renaissance-Antiqua wurde aus den humanistischen Minuskelschriften entwickelt: abgerundete Serifen, schräger Querstrich beim e, schräger Dachansatz bei den Serifen, schräge Achsen, Grundstrich und Haarlinie sind im deutlichen Kontrast, Oberlängen der Kleinbuchstaben sind höher als die Großbuchstaben. Beispiele: Stempel Schneidler, Centaur, Janson Text.
  2. Die Französische Renaissance-Antiqua entwickelte sich aus den französischen Schriften des 16. Jahrhunderts: runde Serifen, gerader Querstrich im e, deutlichere Kontraste der Grund- und Haarlinien, schräge Achsen, kleines Auge im e und kleiner Bauch des a. Beispiele: Garamond, Goudy Old Style, Caslon, Palatino.
  3. Die Barock-Antiqua entstammte den Schriften des 18. Jahrhunderts: leicht abgerundete Serifen, stärkere Strichstärke mit deutlichem Kontrast, beinahe senkrechte Achsen. Beispiele: Baskerville, Ehrhardt, Concorde.
  4. Die Klassizistische Antiqua entstand Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts: zierliche, feine Serifen, Ansätze und Endungen waagerecht, senkrechte Achsen, klarer Kontrast der Grundstriche und Haarlinien, Oberlängen der Klein- und Großbuchstaben gleich groß. Beispiele: Bauer Bodoni, Didot, New Century Schoolbook.
  5. Serifenbetonte Linear-Antiqua heißt auch Egyptienne und entstand zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Sie wird je nach Art und Kehlung der Serifen in drei Untergruppen unterteilt:
    a) Egyptienne: Hart angesetzte Serifen mit kantigen Übergängen, Serifen sind deutlich und groß. Beispiele: American Typewriter, Rockwell.
    b) Clarendon: Übergänge zu den Serifen sind abgerundet. Beispiel: Clarendon.
    c) Italienne: Serifen sind breiter als der Grundstrich, senkrechte Achsen, waagerechte Anstriche. Beispiel: Figaro.
  6. Die Serifenlose Linear-Antiqua wird auch Grotesk oder Sans Serif genannt, da die Serifenlosigkeit zur Entstehung Anfang des 19. Jahrhunderts den Menschen grotesk vorkam: keine Serifen, gleichmäßiger Strich, kaum bis kein Kontrast zwischen Grundstrich und Haarlinie, senkrechte Achsen. Beispiele: Helvetica, Univers, Futura, Gill-Sans.
  7. Die Antiqua-Varianten ist eine Klasse für alle Antiqua-Schriften, die nicht in die Gruppen 1 bis 6 passen: Dekorschriften, mit und ohne Serifen, die an Antiqua angelehnt sind. Beispiele: Armold Böcklin, Blur, Broadway.
  8. Die Schreibschriften sind der Schreibschrift nachempfundene Druckschriften: sehen aus wie mit der Feder oder dem Pinsel geschrieben, schwungvoll, wechselnde Strichstärken. Beispiele: Brush Script, Kaufmann, Zapf Chancery.
  9. Die Handschriftliche Antiqua ist eine an die Druckschriften angelehnte Antiqua, als Schreibschrift modifiziert. Ihre Einteilung ist oft problematisch: ähneln Handschriften, geschwungene Anfangsbuchstaben, wechselnde Strichstärken. Beispiele: Time Script, Kaufmann, Reporter, Mistral.
  10. Die Gebrochene Schrift wird auch Fraktur oder Deutsche Schriften genannt. Sie gehen auf gotische Schriften zurück und hatten ihre Hochzeit im Nationalsozialismus: gebrochene Rundungen, in der Untergruppe Gotisch wirken die Schriften eher streng, in der Untergruppe Rundgotisch sind die Kleinbuchstaben weniger gebrochen, wirken runder, die Gruppe Schwabacher ist noch runder und breiter, die Fraktur sind eleganter und schlanker. Beispiele: Schwabacher, Wallau, Fette Fraktur, Fette Gotisch.
  11. Zu den Fremde Schriften gehören nicht-lateinische Schriften wie japanisch, arabisch, indisch, kyrillisch.

Schriften

Die Moderne und die Normen

Mit der Nutzung des Computersatzes und damit einhergehend der Entstehung immer neuer Schriften wurde die Klassifikation der Schriften nach der alten Norm immer problematischer. Das historisch gewachsene System deckte die neuen Fonts nur schwer ab. Selbst wenn sie einen ähnlichen Namen hatten, konnten einheitliche Formmerkmale teilweise nur noch schwer nachgewiesen werden. Was wie eine Antiqua-Schrift aussieht, muss heute noch lange keine sein. Deshalb unterbreiteten die drei Typographen Indra Kupferschmid, Max Bollwage und Hans Peter Willberg 1998 dem Deutschen Institut für Normung den Vorschlag, die Norm einer Novellierung zu unterziehen. Ihre Idee: eine Aufteilung in lediglich fünf Klassen, die sich an der horizontalen und vertikalen Ausrichtung der Formelemente orientiert. Über den Status eines Entwurfs ist diese Idee aber nie hinausgegangen. Deshalb wird an den Hochschulen noch immer die alte Klassifikation – neben teilweise der neuen – gelehrt. Sie deckt noch am ehesten die Schriftarten ab und hilft dem Setzer dabei, über den Einsatz der passenden Schriftkombination zu entscheiden. Denn das ist das Wichtigste am Klassensystem: nur sich ähnelnde Schriften sollten zusammen eingesetzt werden. Einzige Ausnahme: Man will mit der Mischung sehr unterschiedlicher Fonts bewusst provozieren oder Aufmerksamkeit erwecken.

Charlotte Erdmann

Unsere Autorin Charlotte Erdmann, Geschäftsführende Gesellschafterin bei Solokarpfen Publishing UG. ©viaprinto (Bild: Matthias Martin)

 

Das gelingt auch mit anderen Schriftgrößen und Laufweiten. Wie sich diese wozu einsetzen lassen, erfahren Sie im nächsten Teil dieser Serie.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bereits erschienen:

Die Geschichte der Schrift.
Das Schriftzeichen, die kleinste Einheit der Typografie.
Blutsverwandtschaften: Von Schriftfamilien und -schnitten.

 

14
Juli
2016
viaprinto-Wissen: Typografie

Blutsverwandtschaften: Von Schriftfamilien und -schnitten.

Für Desktop Publishing Programme gibt es Millionen von Schriften. Nicht alle sind gleich gut ausgebaut, manche gibt es nur in der Standardform. Wenn aber ein kursiver, ein fetter und weitere Schriftschnitte hinzukommen, erwächst aus einem Font, also einem kompletten Zeichensatz, eine ganze Schriftfamilie, deren Verwandtschaft unverkennbar ist.

Die Entstehung der Familien

In den Klöstern des Mittelalters gab es wenig Licht. Die Bücher – von Hand geschriebene Heiligtümer – wurden in der schwachen Beleuchtung einer Kerze verfasst und gelesen. Ihre Schrift musste entsprechend groß und voluminös gestaltet werden. Die Schreiber in den klösterlichen Skriptorien bedienten sich dazu der gotischen Minuskel.

Gutenberg_Bibel © viaprinto Flickr_Brandbook.de

Die Gutenberg-Bibel mit der gotischen Minuskel.

Diese Schrift wurde nicht nur für Bücher, sondern auch für Inschriften und Inkunabeln verwendet. Die aus ihr entwickelte Textura nutzte Johann Gutenberg für seinen Bibeldruck. Die erste Druckschrift war erschaffen. Sie zeichnete sich durch ihren streng geometrischen Charakter und einen gitterartigen Eindruck aus. Auszeichnungen aber wie fett oder kursiv waren mit ihr nicht möglich – und auch gar nicht vorgesehen. Erst im Laufe der folgenden Jahrzehnte experimentierten die Druckmeister mit den Schriften und gestalteten die Bleiletter immer wieder anders. Schriften wurden solange miteinander vereint, bis die sogenannte „Antiqua“ entstand, eine neue Schrift für alte Buchstabenformen, die als klar und besser lesbar empfunden wurde. Es folgte die Ausarbeitung von Groß- und Kleinbuchstaben, bis Ende des 15. Jahrhunderts die ersten Kursivschriften – „Italics“ –von den Formschneidern und Goldschmieden geschnitten und in Blei gegossen wurden. Aus ihnen entstanden im Verlauf der Jahrhunderte diverse Schriftschnitte und damit ganze Schriftfamilien.

Typografische Blutsverwandtschaften

Neben der „Antiqua“ existieren inzwischen – nicht zuletzt dank Desktop Publishing – tausende von Schriften. Eine der bekanntesten unter ihnen feiert im nächsten Jahr einen runden Geburtstag: Die „Helvetica“ wird 2017 bereits 60 Jahre alt. Sie ist wie die „Arial“ auf vielen Computersystemen vorinstalliert und erfreut sich dadurch einer großen Verbreitung und Beliebtheit. Neben der Standardausführung kann man sie in Fett, Light, Narrow und Oblique oder Kombinationen davon einsetzen. Diese Namen bezeichnen unterschiedliche Strichstärken, Laufweiten und Strichlagen ein und desselben Schriftschnitts. Zusammen ergeben sie eine Schriftfamilie – Buchstaben, die aus einer Architektur bestehen und von einem Type-Designer oder Schriftgestalter eigens entworfen wurden. Dieser modifiziert die von ihm gestalteten Zeichen so, dass zwar die typischen Merkmale des Fonts bestehen bleiben, mindestens aber neben der normalen Schrift auch die Schriftschnitte kursiv, fett und Kapitälchen existieren und eine ganze Familie entsteht, die wir gemeinhin als „Font“ oder „Schrift“ bezeichnen.

Schriftfamilien und ihre vielfältigen Bezeichnungen

2000px-Helvetica © Wikimedia_FroztbyteDoch was bei der einen Schrift Fett heißt, ist bei der anderen bold, die dritte ist wiederum black oder heavy. All das sind Namen für eine ähnliche Art der Strichstärke, also unterschiedliche Schriftstilvarianten bzw. Schriftschnitte. Das Namenswirrwarr, das hier sehr gut aufgeschlüsselt wird, ist historisch bedingt. Denn aus der „Antiqua“ entwickelten die Druckmeister zunächst lediglich eigene Kursivschriften. Sie wurden von den Schrift- und Stempelmeistern als eigenständige Lettern ausgearbeitet, die sich lediglich an das Erscheinungsbild der „Antiqua“ anglichen. Erst im Laufe der folgenden Jahrhunderte wurden die Kursivvarianten aus der Hauptschrift entwickelt, indem lediglich der Neigungswinkel, nicht aber die Buchstabenform selbst verändert wurde. Hinzu kamen in neuester Zeit fette und halbfette Stilvarianten, die sich in die Schriftfamilien eingliederten. Heute gibt es dank der stufenlosen Anpassung der Breiten am Computer in vielen Schriften große Unterschiede bezüglich der Strichstärken, Laufweiten, Breiten und Schriftlagen. Es gibt wahlweise laute (fett, halbfett) oder leise (kursiv, Kapitälchen) Auszeichnungsstile bzw. Schriftschnitte.

Verzerren ist nicht verneigen

Manche Schrift ist dabei besonders umfangreich. Zu den am besten ausgebauten Fonts zählen beispielsweise die „Linotype Synta“ von Hans Eduard Meyer sowie die legendäre „Frutiger“ beziehungsweise die „Univers“ von Adrian Frutiger. Sie alle besitzen neben dem Normalschnitt zahlreiche weitere Schriftschnitte und sind damit sehr breit einzusetzen. Insbesondere bei stark gegliederten Texten ist es nämlich mitunter notwendig, mehrere Schriftschnitte zu nutzen. Doch vor allem bei Freefonts, also kostenlosen Schriften, kann das zu einem Problem werden. Sie bestehen meist nur aus einem Schnitt, sodass die Schrägstellung (kursiv) durch das Satz- oder Textverarbeitungsprogramm gemacht werden muss. Die Neigung aber, die Schriftdesigner in ihre Schriftfamilien als Kursive anlegen – und damit komplett eigenständige Schriftschnitt erschaffen –, wird dann lediglich durch eine Schrägstellung der Grundschrift erzielt. Die Folge: Proportionen werden nicht mehr eingehalten, die Schrift wirkt verzerrt. Es entsteht ein unharmonisches Bild. Allerdings gelingt das nicht in jedem Programm. InDesign beispielsweise greift nur auf verfügbare Schnitte zu, sodass kein Font künstlich geneigt oder breiter gemacht werden kann. Einige Ausnahme sind Kapitälchen, die auch InDesign aus einer bestehenden Schrift generiert.

Charlotte Erdmann

Unsere Autorin Charlotte Erdmann, Geschäftsführende Gesellschafterin bei Solokarpfen Publishing UG. ©viaprinto (Bild: Matthias Martin)

 

Neben der Blutsverwandtschaft der Schriftfamilien lassen sich Fonts klassifizieren und damit einer bestimmten Gruppe zuordnen, katalogisieren und pflegen. Was es mit den Schriftklassifikationen auf sich hat und warum diese kritisch zu betrachten ist, erfahren Sie in der kommenden Folge dieser Serie.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bereits erschienen:

Die Geschichte der Schrift.
Das Schriftzeichen, die kleinste Einheit der Typografie.

30
April
2015
„Alles rund um das PDF“.

Folge 6 gibt Antworten auf die Frage: „Was ist ein Preflight?“

In unserer neuen und letzten Folge aus der Reihe „Alles rund um das PDF“ erklärt Gastautorin und Fachfrau Charlotte Erdmann, was ein Preflight ist und welche Vorteile er bietet. Wir wünschen viel Erfolg mit dem Wissen.

Ein Druck-PDF muss alles enthalten, was zum Druck wichtig ist: Schriften, Bilder, passende Farbräume. Überprüfen lässt sich all das mit Hilfe eines sogenannten Preflights oder Datenchecks. Dabei werden die Druckdaten auf Herz und Nieren geprüft und für den Druck möglicherweise problematische Inhalte angezeigt. So kann man sicher sein, dass Probleme bereits vor dem kostenintensiven Druck erkannt und schnell behoben werden.

Warum müssen Druckdaten geprüft werden?

PDF-Dateien sind – wie bereits in dieser Serie beschrieben – der beste Weg, um das erstellte Werk sicher in den Druck zu bringen. Aber selbst wenn man den PDF/X-1a-Standard, wie von viaprinto empfohlen, zum Abspeichern verwendet, können sich falsche Farbräume, Probleme mit den verwendeten Fonts oder niedrig aufgelöste Bilder in die Druckdatei eingeschlichen haben, die einen hochqualitativen Druck unmöglich machen. Sind die x-tausend Broschüren aber erst einmal gedruckt, lassen sich minderwertige Bilder nicht mehr einfach ersetzen. Um den Schaden bereits vor der Drucklegung zu erkennen, bietet sich der Preflight an, eine Art Probeflug für die Druckdaten.

Was machen Preflight-Programme?280415_Summary

Ein Preflight wird mit Hilfe eines speziellen Programms oder Plugins einer Grafiksoftware erstellt. Sie können damit fehlende oder fehlerhafte Farben, Schriften, Bilder ebenso erkennen, wie nicht gewünschte Sonderfarben, Transparenzen oder manuell eingestelltes Überfüllen. Auch Überhangtext oder Linienbeschaffenheiten werden kontrolliert. So können von Druckmaschinen oft nur bestimmte Linienstärken oder Schriftgrößen abgebildet werden, was das Preflight-Programm passend zur Druckerart überprüft.

Preflight am eigenen Rechner

Druckereien setzen dazu spezielle, kostenintensive Software ein. Einen Artikel darüber, was der kostenlose Datencheck bei viaprinto beeinhaltet, finden Sie hier. Aber bereits am eigenen Rechner lassen sich Datenchecks durchführen – und das mit den hauseigenen Mitteln beispielsweise der Adobe-Anwendungen. Noch bevor diese angewendet werden, sollten Sie sich fragen, ob die zu speichernde Datei wirklich die aktuellste Fassung ist und alle Bilder in hoher Auflösung eingebettet wurden. Platzhaltertexte müssen ebenfalls eliminiert werden – eine oft unterschätzte Fehlerquelle. Erst wenn der menschliche Faktor „Vergessen“ ausgeschlossen wurde, sollten Sie die digitale Prüfung vornehmen. In den Adobe-Anwendungen (ab CS4) wie InDesign lassen sich beispielsweise über das Menü „Fenster > Ausgabe“ Dateien im Vorfeld des Drucks überprüfen. Hier können sogar eigene Preflight-Profile erstellt werden. In einem Bedienfeld werden dann die Problembereiche aufgelistet. Auch Adobe Acrobat Professional (ab Version 6.0) beinhaltet einen „Preflight“ im Menü „Bearbeiten“ und gibt darüber Hinweise auf mögliche Fehlerquellen aus.

Preflight-Programme machen mehr

Die Adobe-Anwendungen weisen aber lediglich auf falsche Schriften oder zu niedrig aufgelöste Bilder hin. Weitaus mehr Details kann man den professionellen Preflight-Programmen entnehmen, die dafür aber auch ihren Preis haben. Produkte wie Pitstop von Enfocus, callas pdfToolbox oder Flightcheck von Markzware gehören zu den gängigsten meist in Druckereien eingesetzten Programmen. Sie haben vielfältige Möglichkeiten, u.a. das PDF direkt zu editieren. Doch diese Optionen sind meist gar nicht notwendig, wenn man selbst der Ersteller des PDFs ist. In diesem Fall genügt der Einsatz der Preflight-Tools der Grafik- und Satzprogramme wie Adobe InDesign oder QuarkXPress, bei dem der Preflight im Job Jacket zu finden ist, um potentielle Fehler vor Abgabe der Druckdatei auszuschließen. Auch bei viaprinto wird dann bei Abgabe der Datei noch einmal ein kostenloser Check durchgeführt, bei dem Beschnitt, Sonderfarben, Schriften und Transparenzen geprüft werden. Hier erfahren Sie mehr dazu und worauf Sie bei der Zusammenstellung Ihrer Datei noch achten müssen.

Charlotte Erdmann

Charlotte Erdmann (Bild: Matthias Martin)

Charlotte Erdmann (Bild: Matthias Martin)

 

Das ist das Ende der Wissensreihe „Alles rund um das PDF“.
In Kürze starten wir wieder mit einer neuen. Diesmal zu dem Thema „Layout&Satz“.

 

 

 

 

 

 

Bereits erschienen:
Was ist ein PDF?
PDF/X: Standards oder nicht in PDFs?
Den richtigen PDF-Drucker wählen.
Einstellungen für das druckfertige PDF.
Was muss ein Druck-PDF enthalten?