15
Oktober
2014

Toleranzen beim Druck.

Kontrolliert, optimiert und positioniert, geschnitten, gefalzt und geklebt: Bis Sie Ihr fertiges Druckprodukt in den Händen halten, durchläuft Ihre hochgeladene Datei Station um Station im Druckprozess. Da drohen schon mal die berühmten Späne zu fallen … Wer die heiklen Stellen für den Druck kennt, kann sich vorbereiten.

Papier lebt. Und bis es bedruckt und verpackt per Lieferant bei Ihnen ankommt, sind unzählige digitale, mechanische, automatische und manuelle Verarbeitungsschritte vorangestellt. Das beginnt mit der automatischen Datenannahme, die rund um die Uhr bereitsteht. Wir prüfen Ihre Dateien kostenfrei, ob der Beschnitt passt oder ob Schriften eingebettet sind. Ist durch den Datencheck die Druckfähigkeit attestiert, korrigiert das System automatisch Ihre Unterlagen für den Druck. Alles ist perfekt aufeinander abgestimmt. Aber trotzdem: Toleranzen in Bezug auf Farbe, Position und Formate können wir nicht komplett ausschließen – vor allem auch, weil es sich beim Papier um ein „lebendes“ Material handelt.

Der Drucker spricht daher von Toleranzen, die es gilt zu kennen und zu berücksichtigen. Wir erklären sie Ihnen:

Farbwiedergabe
Farbabweichungen können zwischen der Darstellung Ihrer Inhalte am Bildschirm und auf dem Papier entstehen. Der Grund liegt in den unterschiedlichen Farbraummodellen des Monitors und der Druckmaschine (RGB versus CMYK). Sind die Farben von RGB in CMYK umgewandelt, so sind die Daten gut vorbereitet für den Druck. Mehr Details können Sie in unserer Wissensreihe: „Was ist Color-Management?“ nachlesen.

Auch können ungleiche Farbeindrücke zwischen Bildschirm und Papier durch die Papierfarbe und die Veredelung entstehen. Oberflächenstrukturen reflektieren das Licht unterschiedlich.

Toleranzen im Planschneider
Das Zuschneiden am Planschneider wird beeinflusst durch die Art des Bedruckstoffes, die Grammatur und das Papiervolumen. Toleranzen können 1-2 mm betragen.

Falzung
Bei diesem Prozess für Flyer & Co. kann es wegen der Verdrängung geschehen, dass die Position des Falzes innerhalb eines Falzbogens um bis zu +/- 1 mm von dem rechnerischen Wert abweicht.

Aufstoßung am Klebebinder/Broschürenfertiger und beim Planschneider
Bei Klebebindung und Heftung von Soft- und Hardcover oder einer Broschüre kann es zu Aufstoßtoleranzen am Bogenkopf und Bogenrücken von bis zu +/- 0,5 mm kommen. Aufstoßen ist übrigens das „auf-die-Unterlage-stoßen“, um Teile, die vor- oder zurückstehen, in eine Reihe zu bringen.

Einhängung am Klebebinder/Broschürenfertiger
Die Abweichungen durch das Schneiden, Rillen, Pressen und andere Weiterverarbeitungen addieren sich zu einer „Toleranzkette“, weswegen nun auch beim Verbinden des Inhaltes mit dem Umschlag (Einhängen) bei Broschüren, Soft- und Hardcover Toleranzen eingerechnet werden müssen. Sie betragen an Kopf und Fuß +/- 0,3 mm sowie an der Vorderkante +/- 0,5 mm.

Auch kommt es zur Seitenverdrängung beim Einhängen am Broschürenfertiger. Wir berücksichtigen und reduzieren während der Bogenmontage diese Verdrängung, aber können sie nicht gänzlich beseitigen.

Bitte nicht vergessen: Diese Toleranzen der einzelnen Arbeitsschritte können auch additiv wirken.

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