19
Februar
2014

Eine Motivkalender-Spende erreicht Namibia.

Auf ihrer Reise im November des vergangenen Jahres hatten Roland und Susanne Schäfer von Ubuntu-Namibia e.V. eine Spende von viaprinto mit im Gepäck, um sie an Tammy Hoth-Hanssen in Kamanjab zu übergeben. Ein Bericht.

Von Roland Schäfer

Von Süden kommend ist die letzte Ansiedlung Kamanjab. Es ist für unsere Verhältnisse ein winziges Nest, mit einer kleinen Pension, einem Store und einer Tankstelle. Auch wenn in verschiedenen Quellen die Einwohnerzahl mit etwa 6.000 angegeben wird, so erstreckt sich dies allerdings auf ein Gebiet, das wir in Deutschland als Landkreis einordnen würden. Zwischen Kamanjab und Hobatere lag die Kavita Lion Lodge, die die beiden Fotografen Doris Jachalke und Michael Voß besucht hatten. Hier lernten sie Tammy Hoth-Hanssen und AfriCat North kennen.

Und hier gewannen sie die Eindrücke, die sie dazu bewegten, die Organisation zum Schutz von afrikanischen Großkatzen mit ihrem Motivkalender zu unterstützen.

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Tammy Hoth-Hanssen (Mitte) freut sich über den Erfolg des Kalenderprojektes und die Spendenübergabe durch Roland und Susanne Schäfer.

Die Vorgeschichte: Doris Jachalke und Michael Voß wurden von einer Jury für die Motivkalender-Aktion von viaprinto in Kooperation mit fotoforum ausgewählt. Wie 32 weitere ihrer Kollegen stellten sie einen Kalender aus 13 Motiven und konnten eine gemeinnützige Organisation auswählen, an die eine Basisspende sowie weitere Erlöse aus dem Verkauf adressiert wurden. AfriCat North und Tammy Hoth-Hanssen konnten sich somit über die Spende freuen. Roland und Susanne Schäfer aus Bruchsal waren der Überbringer:

Die Kavita Lion Lodge hat zwischenzeitlich den Besitzer gewechselt, aber Tammy Hoth-Hanssen und AfriCat North haben ganz in der Nähe, ebenfalls an der C35 gelegen, eine neue Farm als Stützpunkt und eine neue Aufgabe gefunden: An der C35, die direkt nach Norden, also nach Angola führt, liegt westlich des Etosha Nationalparks ein sogenanntes Hegegebiet, die Hobatere Concession Area. Dort befanden sich eine Lodge und ein Zeltplatz, die aber beide aufgegeben sind. Das Gebiet selbst ist kommunales Land. Neben den Löwen, die im angrenzenden Etosha Nationalpark leben, gibt es auch eine freie Population in Hobatere. Mit beiden Löwenpopulationen gibt es Konflikte mit den angrenzenden Farmern, die Vieh an und durch die Löwen verlieren. Nun ist es so, dass überhaupt nicht bekannt ist, welche und wie viele Löwen denn diese Farmer-Löwen-Konflikte verursachen, da die freie Population nicht gezählt ist und es wegen des löchrigen Zaunes des Nationalparks ein Hin- und Herwandern der unterschiedlichen Populationen gibt. AfriCat North hat nun die Aufgabe übernommen, über die Löwen in Hobatere zu forschen, sie zu kontrollieren, zu zählen und zu beobachten. Dazu werden Collars, also mit GPS ausgerüstete Halsbänder, verwendet. Diese Halsbänder sind sehr teuer und  kosten teilweise über 2.000 Euro. Und genau dafür wird die Spende, die wir an Tammy Hoth-Hanssen weiterleiten konnten, benutzt. Sie hat sich übrigens sehr gefreut, gerade weil AfriCat North diese neue Aufgabe übernommen hat.

Doris Jachalke und Michael Voß Motivkalender "Faszination Afrika"Mit ihren Bildern möchte das Fotografen-Duo aus Römerberg den Betrachtern zeigen, wie schön die Natur ist. Denn „nur, was man kennt, schützt man auch“: soweit ihr Motto.

Mit ihrem Motivkalender, der den Titel „Faszination Afrika“ – wie kann es anders sein – trägt, ist es ihnen gelungen das Anliegen von Tammy Hoth-Hanssen und AfriCat zu unterstützen und bekannter zu machen:

Ziel ist, die für Namibia so wichtigen Löwen zu erhalten, vor Farmern zu beschützen und dies dadurch zu erreichen, indem der Farmer-Löwen-Konflikt gemindert oder gelöst wird. Ein Beispiel ist, die Farmer beim Bau von Tierzäunen, sogenannten Kraals, zu unterstützen. AfriCat North hilft also den Menschen in Namibia den Konflikt zwischen Mensch und Tier zu vermindern. Ubuntu hilft den Menschen vor Ort, damit diese Bildungschancen wahrnehmen können und damit sie ihr tägliches Leben etwas einfacher gestalten können. Gemeinsam können beide Organisationen hier in Namibia viel erreichen. Wir finden, dies ist eine gute Symbiose, die jetzt schon Früchte trägt.

Unser Ubuntu-Schulprojekt befindet sich in direkter Nachbarschaft zu Hobatere und ebenfalls direkt an der Grenze des Etosha Nationalparks. Das bedeutet, dass die Menschen und insbesondereDoris Jachalke und Michael Voß Motivkalender "Faszination Afrika" die Kinder unter der Trockenheit und der einseitigen Ernährung leiden, gerade jetzt, da kurz vor unserem vergangenen Besuch im November 2013 eine Elefantenherde aus Etosha nicht nur den Wassertank, sondern auch das Windrad der Wasserpumpe zerstört hat. Als wir vor ca. vier Jahren zum ersten Mal Marienhöhe Posten 1, die Blydskap Schule, besuchten, gab es ein einfaches, aber praktisches Schulgebäude. Heute ist diese Schule durch Ubuntus Hilfe und in Kooperation mit AfriCat mit einer Wasserleitung zum nächsten Brunnen, einem Wassertank (der zum Glück von den Elefanten verschont blieb) und Toiletten versehen. Ein Vordach schützt die Schüler vor der ärgsten Sommerhitze. Wir sind selbst überrascht, dass wir in so kurzer Zeit – und für langfristig angelegte Projekte der Hilfe zur Selbsthilfe sind drei Jahre seit dem Start des Blydskap Projektes eine sehr kurze Zeit – so weit kommen konnten. Das konnte nur gelingen, weil wir in Namibia Freunde gewonnen haben wie Lily und Monique Taylor, die Farmersfamilie Maré, Adolfine (die Lehrerin an der Blydskap-School) und natürlich Tammy Hoth-Hanssen mit AfriCat North, die unsere Interessen vor Ort wahrnehmen, wenn wir nicht da sein können. Das konnte aber auch nur gelingen, weil wir selbst sehr oft in Namibia sind. So reiste alleine meine Frau Susanne Schäfer in den vergangenen Jahren mehr als ein Dutzend Mal nach Afrika.

Es gäbe noch so viel zu berichten, denn die Arbeit mit und für Menschen hält Vieles bereit: Freude und Glück, Vertrauen und Hilfsbereitschaft, Enttäuschungen und Rückschläge. Aber alles lohnt sich, wenn sie sehen, dass sie auch nur einem Menschen, einem Kind, geholfen haben, sein Leben selbstbestimmt zu leben und mit diesem selbstbestimmten Leben seinen Eltern, seinen Geschwistern oder der Gemeinschaft etwas zurückzugeben können, so wie wir das im Sinne von Ubuntu tun.AfriCat-Stiftung | Ubuntu

Wir danken Roland Schäfer für die persönliche Überbringung der Spende und für seinen Bericht über die Arbeit in Namibia.

 

 

 

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