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10
Januar
2019
NEU: SoftTouch-Folie

Besonders samtig, besonders eindrucksvoll

Veredeln oder nicht veredeln: das ist mit der SoftTouch-Folie gar keine Frage mehr. Die hauchdünne Folienkaschierung sorgt dafür, dass Ihre Printprodukte nicht nur wertiger erscheinen, sondern auch geschützter sind.

Daunenweich legt sie sich über Ihr Produkt, lässt die Oberfläche samtig und seidig werden. Das haptische Erlebnis wird nicht nur Sie, sondern auch Ihre Kunden und Geschäftspartner begeistern. Insgesamt lassen sich 13 Produktvarianten mit der SoftTouch-Folie veredeln, darunter auch Visiten-, Post- und Grußkarten.

Visitenkarten, Postkarten, Klappvisitenkarten:

Broschüren Ringösenheftung, Hardcover, Broschüren Klebebindung:

Flyer Einbruchfalz, Flyer Plano, Flyer Zickzackfalz:

Grußkarten, Broschüren Klammerheftung, Flyer Wickelfalz, Softcover:

24
Oktober
2018
viaprinto-Wissen

„Veredelung erhöht die Lebensdauer und ist wertiger“

Druckereien bieten nicht nur den Druck an, sie veredeln das Papier auch mit Lacken und Folien. Bei viaprinto sind besonders die vollflächigen Veredelungen gefragt. Warum das so ist und worauf man bei Veredelungen von Papier achten sollte, erklärt die viaprinto-Medienfachwirtin Melanie Schürmann.

Entscheidet man sich für den professionellen Druck von Broschüren oder Visitenkarten, denken viele auch über deren Veredelung nach. Aber was darf es sein? Bestellt man sein Druckprodukt bei viaprinto, stehen einige Alternativen zur Wahl: „Wir unterscheiden grundsätzlich zwischen vollflächigen und partiellen Veredelungsformen“, erläutert die bei viaprinto im 2nd Level Support tätige Medienfachwirtin Melanie Schürmann das Angebot des Druckdienstleisters. „Vollflächig gibt es als UV-Lack oder Folienkaschierung. SoftTouch wird in wenigen Wochen dazukommen. Dann haben wir die partiellen Varianten: Spot-Lack, Relieflack und Heißfolie in Gold oder Silber“, führt sie weiter aus.

Vollflächige Veredelungen besonders gefragt

Durch ihre Erfahrung weiß die Medienfachwirtin, dass insbesondere vollflächige Veredelungen oft als Option beim Druck gebucht werden. „Die kann man im Prinzip auf fast allen Produkten anwenden“, erklärt Schürmann. „Insbesondere die Umschläge von Broschüren eignen sich für die vollflächige Veredlung, denn diese wählt man einfach bei der Bestellung aus, ohne dass dazu die Daten extra aufbereitet werden müssen“, weiß Schürmann. Eine vollflächige Veredelung „erhöht auch die Lebensdauer und erscheint wertiger. Außerdem wird das Druckprodukt damit robuster gegenüber äußeren Einflüssen“, erläutert die Medienfachwirtin und ergänzt: „Das ist gut für Gastro-Artikel, Kataloge, Aufsteller.“

Visitenkarten sind Klassiker für partielle Veredlung

Bei partiellen Veredelungen hingegen müssen Profis eigene Ebenen anlegen, wozu ein Gestaltungsprogramm genutzt wird. Ein Vorgehen, das sich durchaus lohnt: „Partielle Veredelungen bieten wir bei Flyern plano, einige der Falzflyer-Varianten, auf den Gruß- und Postkarten und natürlich auf den Visitenkarten an“, zählt Schürmann auf. „Der Klassiker für die partielle Veredlung sind dabei Visitenkarten, denn die sind immer noch Aushängeschild einer Firma und sollen etwas hermachen. Da ist es schön, wenn man ein optisches und auch haptisches Erlebnis damit an den Empfänger übermittelt, etwa wenn das Logo heraussticht durch einen partiellen Lack“, beschreibt Schürmann die Wirkung. Partielle Hervorhebungen sind aber auch bei Weihnachtskarten jedes Jahr ein Highlight, da man damit die Anerkennung gegenüber seinen Geschäftspartnern zum Ausdruck bringt. Spot-Lack oder Heißfolie machen die Karte dann zu etwas Besonderem.

Grusskarte mit partieller Veredelung

Grenzen der Veredlung: Papier und Grammatur

Doch nicht alles, was schön aussehen könnte, ist auch möglich. „Die Grenzen“, so Schürmann, „liegen in den Papiersorten. Ungestrichene Papiere und Veredlung passen ebenso wenig zusammen, wie stark strukturierte Papiere. Deshalb bieten wir das im viaprinto Konfigurator auch nicht an.“ Für viaprinto ist klar, dass das Druckergebnis stimmen muss. Und das ist bei unpassenden Papier-Technik-Kombinationen nicht gegeben. „Genauso ist man in den Grammaturen eingeschränkt“, erläutert Schürmann weiter. „Bei der vollflächigen Variante bieten wir alles ab 135g an, bei den partiellen Veredelungen bieten wir nur 300g an, damit es bei der Produktion nicht zu Problemen kommt. So sind die Kunden sicher, dass es das beste Ergebnis geben wird.“

Nicht zu dünn bei partieller Lackierung

Nicht nur drucktechnisch gibt es Einschränkungen für die partielle Veredelung, wie Schürmann weiß: „Natürlich ist man auch im Layout eingeschränkt. Erst ab einer bestimmten Schriftgröße und einer gewissen Linienstärke kann Spot-Lack oder Heißfolie realisiert werden. Wir geben dazu Empfehlungen, damit unsere Kunden ein gutes Ergebnis erhalten.“ Das Problem ist einfach erklärt: Wählt man zu dünne Linien oder zu kleine Schriftgrößen aus, können die einzelnen Elemente zusammenlaufen. „Was bei durchsichtigem Lack weniger schlimm ist, weil man die dahinter gedruckte Schrift oder Linie noch sieht, kann bei Folie schlimm enden“, weiß die Medienfachwirtin. „Laufen hier nämlich die Elemente zusammen, ist das Dargestellte eventuell nicht mehr zu erkennen.“ Deshalb muss beim Anlegen der Daten bei partiellen Veredelungen „alles stimmen, um ein gutes Ergebnis zu bekommen“, so Schürmann: „Bei Folie oder Relieflack sollte man etwa nicht randabfallend arbeiten, weil sonst der Lack oder die Folie blättert. Das ist nicht nur die Herausforderung für die Druckerei, sondern auch für unsere Kunden.“

Charlotte Erdmann (Bild: Matthias Martin)

Für die Wissensreihe konnten wir die Autorin Charlotte Erdmann gewinnen. Sie hat bereits einige andere Reihen für unseren Blog verfasst. (Bild: Matthias Martin)

In dieser Reihe erschienen:
Mit Kaltfolientransfer werden Abrafaxe-Hefte zu wahren Hinguckern
„Veredelung versprüht einen Hauch von Erfolg“
Print wirkt! – Kataloge von Jako-O

11
Oktober
2018
viaprinto-Wissen

Print wirkt! – Kataloge von Jako-O verkaufen.

Hochwertige Kinderbekleidung und Spielzeug kaufen Eltern am liebsten im stationären Handel. Bei Jako-O und Haba wissen Eltern, was sie bei der Bestellung aus dem Katalog bekommen. Warum dieser gut für den Verkauf ist, erklärt Sylvia Endres von der Inhouse Werbeagentur JAKO-O.

Viele Versandhändler haben in den vergangenen Jahren die Produktion ihrer Kataloge eingestellt. Zu teuer, zu aufwändig sind sie, zu wenig genutzt werden sie – so lauten die Begründungen. Aber auch Umweltgründe werden vorgeschoben, weil zuviel Papier bedruckt und angeblich nie angesehen wird. Kosten und Nutzen stehen – so die Versandhändler – nicht mehr in Relation, schließlich bestellen die meisten Kunden über das Internet. Doch schaut man sich genauer auf dem Markt des Versandhandels um, fällt auf, dass immer noch Saisonkataloge von großen Händlern sowie Kataloge von hochwertigen Qualitätsmarken angeboten werden.

Haba-Firmenfamilie steht für Qualität

Eine dieser Marken ist Jako-o, ein Hersteller von liebevoll designten, funktionalen und haltbaren Produkten für Kinder. „Ob Kleidung, Spielzeug oder Möbel – es gibt nichts, was nicht noch ein bisschen besser sein könnte als ‚normal’”, findet Jako-o. Das Unternehmen gehört zur HABA-Firmenfamilie, die zudem Marken wie Haba, Wehrfritz oder Quiero! unter sich vereint. Bei jeder dieser Marken stehen Familien und ihre Kinder im Fokus des Handelns.

Kataloge von Jako-O verkaufen

Und jede Marke produziert weiterhin Kataloge – aus Überzeugung, wie Sylvia Endres von der Inhouse Werbeagentur JAKO-O erläutert: „Seitens Jako-o haben Tests ergeben, dass der Katalog als Teaser wunderbar funktioniert.“ Aus dieser Erfahrung heraus hat Jako-o die Katalogproduktion beibehalten und parallel online seine Produkte angeboten. Daraus entstand eine vielleicht überraschende Erkenntnis: „Abgedruckte Artikel verkaufen sich besser als nur online“, sagt Endres. Sie ist deshalb davon überzeugt: „Print wirkt! Unsere Stammkunden freuen sich auf den gedruckten Katalog und genießen diesen auch gern bei einer Tasse Kaffee.“

Kataloge werden oft in die Hand genommen

Zweimal im Jahr liefert Jako-O einen dicken Hauptkatalog aus, der durch die ganze Familie gereicht wird: „Er wird von unseren Kunden auch liebevoll ‚die Bibel’ genannt“, erzählt Endres.
Jako-O weiß, dass bei den meisten Kunden die Kataloge ein halbes Jahr bis zur nächsten Saison griffbereit liegen bleiben. Für diese Art der Beanspruchung müssen sie natürlich auch entsprechend geschützt werden:„Der Katalog hat einen Standard Dispersionslack im Umschlag, damit man keine dreckigen Finger beim in die Hand nehmen bekommt“, erklärt Endres die Veredelung, die dem Standard beim Katalogdruck entspricht und sich für den Schutz vor Abrieb bewährt hat. „Ansonsten ist dieser nicht besonders geschützt“, ergänzt sie. Muss er auch nicht, denn wichtig für einen Katalog ist es, dass er seine Angebote lange in gleichbleibender Qualität darstellt und dabei nicht abfärbt, abreibt oder ausbleicht. Das ist durch den Dispersionslack auf dem Umschlag gegeben.

Umweltbewusst und nachhaltig

Zusätzlich hat sich Jako-o aus Umweltgründen im Jahr 2017 dazu entschieden, die Kataloge offen, also ohne Folienumschlag, zu verschicken. Die Kunden schätzen dieses umweltbewusste Vorgehen des Unternehmens, denn alle Produkte der Haba-Familie werden nach dem Motto produziert: „Statt den Müllberg zu füttern, setzen wir auf nachhaltige ‚Vererb-Qualität‘“. Kleidung und Spielzeug des Herstellers aus Bad Rodach bei Coburg sind oft wahre Familienerbstücke. Sie sind dabei robust, kindgerecht und schön anzusehen. Und sie sind auf ihre ganz eigene Art edel.
Weil das so ist, nutzt Jako-o nicht nur bei Katalogen Veredelungstechniken im Druck. Auch Mailings werden – je nachdem, was sie aussagen sollen, mit Lacken und anderen Techniken veredelt. Allerdings setzt Endres hier verschiedene Arten der Veredelung ein. „Veredelungen werden bei uns immer wieder angedacht und durchgeführt bei Mailings und Katalogen“, erklärt sie und ergänzt: „Aber hierbei entscheidet immer das jeweilige Konzept.“

Bilder mit freundlicher Genehmigung von Jako-O

Charlotte Erdmann (Bild: Matthias Martin)

Für die Wissensreihe konnten wir die Autorin Charlotte Erdmann gewinnen. Sie hat bereits einige andere Reihen für unseren Blog verfasst. (Bild: Matthias Martin)

Bisher in dieser Reihe erschienen:
Mit Kaltfolientransfer werden Abrafaxe-Hefte zu wahren Hinguckern
„Veredelung versprüht einen Hauch von Erfolg“

13
September
2018
VIAPRINTO-WISSEN

„Veredelung versprüht einen Hauch von Erfolg“

Seine Kunden legen Wert auf Details und suchen das Außergewöhnliche. Sie wollen ihrer Marke den passenden Auftritt verleihen. Balázs Tarsoly hilft mit seinen beiden Kreativagenturen Operation Butterfly und Branding Cuisine Unternehmen dabei, als ihr bestes Selbst aufzutreten und zu handeln. Seine Kommunikationsbotschaften unterstreicht er mit diversen Veredelungstechniken.

Kreativ, strategisch, orientiert an Markenbildung: Das ist die Berliner Kreativagentur Operation Butterfly, die als Boutique Corporate Design Agentur gegründet wurde und sich mittlerweile auf Editorial Design spezialisiert hat. „Wir betreuen Magazine der Startup-Szene wie Berlin Valley und The Hundert. Wir lieben smarte, hochwertige Kommunikation“, erzählt Gründer und CEO Balázs Tarsoly. Er ist ein leidenschaftlicher Markenentwickler. Und er liebt gastronomische Konzepte. Deshalb gründete Tarsoly vor fünf Jahren die Agentur „Branding Cuisine“, die ausschließlich systemgastronomische Marken betreut: „Wir optimieren den Auftritt unserer Gastronomiekunden und sorgen für mehr Umsatz. Wir helfen den Restaurants dabei, die Erwartungen der Gäste nicht nur zu erfüllen, sondern sie zu übertreffen“, so Tarsoly.

Ins Gespräch kommen

Die Veredelung der Druckprodukte wie Speisekarten, Jahrbücher oder Visitenkarten ist für ihn dazu ein wichtiges Instrument. „Veredelungen verleihen dem Produkt Wertigkeit und zeigen dem Gast oder Kunden, dass man auf die Details achtet“, ist Tarsoly überzeugt. „Das geschieht meist unterbewusst. Aber am Ende versprüht eine veredelte Visiten- oder Gratulationskarte immer einen Hauch von Erfolg.“ In seinen beiden Agenturen setzen die Mitarbeiter dazu bevorzugt die Heißfolienprägung ein und lassen damit besondere Cover, Visiten- oder Weihnachtskarten entstehen. Bewusst bildet der Agenturinhaber damit einen Kontrast zu digitalen Produkten, zugleich aber auch einen Kontrast zwischen dem rauen Papier und der glatten Folie. Balázs Tarsoly ist überzeugt: „Kontraste fördern das menschliche Interesse.“

Ob es ein Farbschnitt auf Visitenkarten oder Letterpress für Magazincover ist – „sowas bringt immer ein Gespräch in Gang“. Veredelungstechniken sind für ihn aber auch ein Mittel, um aus der Masse anderer Kommunikationsmittel hervorzustechen: „Gerade in einer Zeit, in der bei Druck immer mehr der Preis im Vordergrund steht.“ Die Prägung macht dabei besonderen Eindruck: „Sie verführt die Menschen, über das Produkt zu streichen und macht es zu etwas Besonderem“, so Tarsoly. „Und es bringt dem Empfänger Wertschätzung entgegen, etwa bei einer Weihnachtskarte, deren Prägung das Design noch verstärkt.“

Auf Grenzen der Veredelung achten

„Wir betreuen Magazine der Startup-Szene wie Berlin Valley und The Hundert. Wir lieben smarte, hochwertige Kommunikation“

Damit sich diese Wirkung aber bei demjenigen, der das Druckprodukt in Händen hält, auch voll entfalten kann, muss die Veredelung „handwerklich ganz sauber ausgeführt werden. Ansonsten kann sich der Effekt schnell ins Gegenteil kehren“, erklärt Tarsoly. Das betrifft nicht nur das Design, bei dem die Veredelung im Einklang mit der Gesamtgestaltung sein sollte. Auch die Auswahl des Papiers muss mit der Veredelung perfekt harmonieren. Und bei der Prägung kommt es darauf an, dass „die Schrift nicht zu klein und nicht zu fein ist“, erklärt der Creative Direktor. „Zu dünne Linien sollte man ebenso vermeiden, wie zu große Flächen.“

Geht man mit seinem Design ans Limit des Machbaren, empfiehlt Balázs Tarsoly die direkte Abstimmung mit der Produktion: „Da kommt es wirklich darauf an, dass in der Druckerei der gewünschte Effekt tatsächlich umgesetzt werden kann. Wir arbeiten deshalb immer eng mit den Druckereien zusammen und bieten unseren Kunden Produktmuster an“, erzählt der Agenturchef. „Wir haben gelernt, wie wichtig es ist, die Erwartungshaltung des Kunden zu steuern, denn jede Veredelung hat auch ihre Grenzen. Und Produktmuster helfen, diese dem Kunden verständlich zu machen.“

Die Kunst der Speisekarten

Gründer und CEO der Kreativagenturen Operation Butterfly und Branding Cuisine: Balázs Tarsoly ©Balázs Tarsoly

Ein gutes Beispiel für Grenzen der Veredelung sind Speisekarten. In der Gastronomie sind sie ein wichtiges Instrument der Kundenkommunikation. Aber „es gibt eben keinen hundertprozentigen Schutz, egal welche Veredelungstechnik man einsetzt“, berichtet Tarsoly. „Sicherlich muss man eine Speisekarte feucht abwischen können, aber das Produkt kann etwa durch eine Laminierung unter Umständen billig wirken. Wir setzen deshalb vorzugsweise die Folienkaschierung matt ein, auch wenn die Speisekarte dadurch nicht komplett geschützt ist, vor allem weil die Innenseiten nicht kaschiert werden.“ Speisekarten, das weiß Tarsoly, informieren inzwischen nicht mehr nur über das Essensangebot: „Es sind Andenken, die man mitnimmt, die man gerne in die Hand nimmt, und die Geschichten erzählen. Speisekarten sind umfangreicher als früher und ein Produkt mit vielen Seiten kann man nur schwer gegen Feuchtigkeit oder Beschädigungen schützen.“

 

Die Veredelungstechnik schlechthin gibt es für den Agenturchef nicht. Stattdessen achtet Tarsoly immer darauf, dass jede von ihm genutzte Veredelung zum Anlass und zur Botschaft des Kommunikationsmittels passt: „Sie muss aber auch zum Papier und zum Design passen. Dann hat jede Veredelung nicht nur ihre Berechtigung, sondern ist ein wichtiges Instrument, um den Absender beim Empfänger in positiver Erinnerung zu behalten.“
Alle Bilder mit freundlicher Genehmigung von ©Branding Cuisine und ©Operation Butterfly

 

Charlotte Erdmann (Bild: Matthias Martin)

Für die Wissensreihe konnten wir die Autorin Charlotte Erdmann gewinnen. Sie hat bereits einige andere Reihen für unseren Blog verfasst. (Bild: Matthias Martin)

In der kommenden Folge berichtet ein Art Director aus dem Alltag mit Veredelung.

 

Bisher in dieser Reihe erschienen:
Mit Kaltfolientransfer werden Abrafaxe-Hefte zu wahren Hinguckern

30
August
2018
viaprinto-Wissen

Mit Kaltfolientransfer werden Abrafaxe-Hefte zu wahren Hinguckern.

Über das Frühjahr hinweg hat unsere große Wissensreihe „Möglichkeiten und Techniken von Veredelungen“ Licht ins Dunkel gebracht. Passend dazu haben wir im Juli dann auch die  partiellen Veredelungen in unser Konfigurationsangebot aufgenommen. Doch wer wendet eigentlich die raffinierten Techniken in der Praxis an und welche Wirkung wird mit welchem Effekt erzielt? In einer vielseitigen Interviewreihe stellt unsere Gastautorin Charlotte Erdmann Veredelungen aus dem wahren Leben vor. Teil eins: Erfahrungen des Mosaik-Verlags (Abrafaxe) mit Kaltfolienveredelung auf dem Cover.

Wenn die Comic-Helden Abrax, Brabax und Califax – auch als Abrafaxe bekannt – neue Abenteuer beginnen, dann erstrahlt das Auftaktheft in einem ganz besonderen Glanz. Kaltfolientransfer, bedruckt und geprägt, ist das Geheimnis dieser auffälligen Covers. Verlagsinhaber Klaus Schleiter erzählt, wie es dazu gekommen ist und wie sie besondere Effekte damit erzielen.

 

Die Abenteuer der Abrafaxe

Seit 1976 erleben die drei Abrafaxe Abrax, Brabax und Califax ihre Abenteuer. Dabei reisen sie nicht nur um die Welt, sondern auch durch die Zeit. Sie waren schon im antiken Griechenland, trafen Nofretete im alten Ägypten, zogen als Ritter durchs Mittelalter und trafen unzählige große Abenteurer und berühmte Persönlichkeiten der Geschichte. Seit September 1991 haben sie dabei Klaus Schleiter an der Seite, der nach dem Mauerfall von dem von der Treuhand aufgelösten Verlag Junge Welt den Bereich MOSAIK übernahm und im „MOSAIK Steinchen für Steinchen Verlag“ die Abrafaxe weiter durch Raum und Zeit reisen ließ. „Keine einzige Ausgabe ist ausgefallen“, berichtet er stolz. „Gerade eben erzählen die drei das Abenteuer Hanse-Zeit, aktuell in Ausgabe 513.“

 

Besondere Abenteuer erfordern besondere Titel

Verlagsleiter Klaus Schleiter rettete die Abrafaxe über die Wende.

Hinter den Abrafaxen steht ein ganzes Team um Klaus Schleiter, das viel Arbeit in die einzelnen Abenteuerserien steckt: „Da die Abrafaxe-Abenteuer sehr eng an die Weltgeschichte angelehnt sind, verbringt unsere Redaktion viel, viel Zeit mit der Recherchearbeit. Bevor das erste MOSAIK eines neuen Abenteuers, das dann meist über 15 bis 25 Folgen geht, erscheint, vergehen oft zwei bis drei Jahre Vorarbeit.“ Besonders ins Auge stechen dann die Umschläge zum Start einer solchen Serie oder auch einer Jubiläumsausgabe: „Die Titel-Illustration geht immer oder zumindest meistens aus dem Inhalt des jeweiligen MOSAIK-Heftes hervor. Wir versuchen bereits auf dem Titel eine kleine Geschichte zu erzählen. Aber es gibt auch Ausnahmen, wie den Start eines neuen Abenteuers, eine Jubiläumsausgabe oder einen anderen wichtigen Abrafaxe-Anlass. Diese besonderen Titel bekommen dann auch eine besondere Gestaltung. Meist mit einer aufgeprägten Folie.“

 

Kaltfolientransfer für 100.000 Exemplare

Der MOSAIK Verlag nutzt dazu – nach einigen Experimenten – den Kaltfolientransfer. „Das war eine Idee schlafloser Nächte“, erzählt Schleiter. „Heißprägefolie wurde von uns schon häufig eingesetzt. Aber diese war eben nicht farbig bedruckbar. Gemeinsam mit unserer Druckerei experimentierten wir deshalb mit unterschiedlichen Folien. Und stießen schließlich auf Kaltfolientransfer als Veredelungstechnik. Anscheinend wurde diese aber nicht oft in so großen Auflagen eingesetzt.“ Das Problem: Die Druckfarbe wird von der Folie nicht aufgesaugt, sie steht auf der Folie und muss mit Bindemitteln und Trockenkanal getrocknet werden. „MOSAIK hat aber eine monatliche Druckauflage von über 100.000 Stück“, so Schleiter weiter. „Da hat die Farbe schnell aufgeschlagen und die Farbwalzen mussten immer wieder gereinigt werden. Das war eine echte Herausforderung.“ Die Mühe hat sich gelohnt. Es entstanden beeindruckende Titel-Optiken, die auch bei den Käufern und Lesern gut ankommen.

 

3D-Effekte mit Prägungen

Doch Schleiter bedruckt die Cover seiner Abrafaxe-Hefte nicht nur: „Unsere Idee war, die Folie bereits beim Aufbringen der Farbe mit unterschiedlichen Prägungen zu schattieren. Prägt man ganz feine Linien und lässt sie gegeneinander laufen, dann bekommt man wunderbare 3D-Effekte.“ Dazu muss die Folie erst bedruckt und dann geprägt werden. „Einmal haben wir zehn Hefte hintereinander, sogenannte Spin-Offs, mit dieser Technik versehen“, erzählt Schleiter weiter. „In den Heften ging es um mystische Dinge, da konnte man mit dem Kaltfolientransfer tolle Lichteffekt erzielen. Wenn man das Heft ein bisschen dreht, dann hat man einen anderen Farbeindruck. Ein echter Bonus für ein Sonderheft.“

 

Kosten und Mühen

Man könnte jetzt sagen, MOSAIK scheut keine Kosten und Mühen, um seine Leser zu beeindrucken. Aber das trifft es nicht ganz: „Wenn wir auf dem Titel eine Effektfolie drucken, dann wird das Heft besser verkauft. Aber natürlich rechnen wir mit dem Mehrverkauf, der dann wieder einen Teil der Kosten für den Kaltfolientransfer abdeckt. Denn diese Technik kostet eben mehr, als ein normaler Offsetdruck“, sagt Schleiter. „Die Folie, das Aufbringen, die Prägestempel – all das ist kostenintensiv. Und: Der Titel muss 14 Tage vor der normalen Drucklegung fertig sein. Das ist auch logistisch zu berücksichtigen, sodass man das nicht jede Ausgabe machen kann.“

 

Visionen und Ideen

Und doch sind diese besonderen Titel schon zum Markenzeichen der Abrafaxe-Hefte geworden, hinter denen ein kreatives Team steht. „Man muss versuchen, sich den gedruckten Titel im Geist vorstellen zu können. Und dann kann man an der Umsetzung arbeiten“, sagt Schleiter. Das ist bei MOSAIK echte Teamarbeit: „Der eine hat die Vision, der oder die andere eine Idee zur Prägung, dann kommt noch die eigentliche Illustration dazu, die all die geplanten Effekte bereits im Entwurf mit einbezieht.“ So entsteht nach und nach das Cover eines neuen Heftes, eines Serienauftakts. Bei MOSAIK gelingt das inzwischen sehr gut, „aber wir haben viel Lehrgeld bezahlt, um die gewünschten Druckergebnisse erzielen zu können“, erzählt Schleiter. Und führt weiter aus: „Man muss sich eben im Klaren sein, dass die Cover mit Kaltfolie, Prägung und Druck kostenmäßig nicht mit einem klassischen Offsetdruck verglichen werden können. Es ist eben etwas Besonderes, das dann die Käufer gerne honorieren.“

 

Alle Bilder mit freundlicher Genehmigung von ©MOSAIK Steinchen für Steinchen Verlag

Charlotte Erdmann (Bild: Matthias Martin)

Für die Wissensreihe konnten wir die Autorin Charlotte Erdmann gewinnen. Sie hat bereits einige andere Reihen für unseren Blog verfasst. (Bild: Matthias Martin)

 

 

In der kommenden Folge plaudert eine Branding-Agentur aus dem Nähkästchen: Welche Veredelung für welche Effekte.