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8
Januar
2019
viaprinto-Wissen

Datenformate für die Druckvorstufe

In unserer Serie über Datenformate geht es im nachfolgenden Artikel um Datenformate für den hochwertigen Offsetdruck. Der Standard für Druckdaten ist PDF. Doch gibt es verschiedene PDF-Arten mit unterschiedlichen Eigenschaften. Wir erläutern, welche Programme qualitativ hochwertige PDFs erzeugen und welche nicht – und welche anderen Datenformate noch für den Austausch mit der Druckerei in Frage kommen.

Oben: Geht man Adobe Illustrator auf „Speichern unter“, kann man die AI-Datei direkt in ein PDF-Format umwandeln.

Welche Programme erzeugen Druckdaten?

Neben der Frage, welche Druckdaten geeignet sind, stellt sich zunächst die Frage, welche Programme Druckdaten erzeugen können.
Es gibt inzwischen viele Programme, mit denen man gestalten kann. Das sind nicht nur ausgewiesene Gestaltungsprogramme wie etwa Adobe InDesign oder Quark-X-Press sondern auch Textverarbeitungen wie Microsoft Word, Open Office, Libre Office oder sogar Microsoft PowerPoint. Denn manchmal geht es darum, das, was man in einem Programm für andere Zwecke angelegt hatte, später auch professionell drucken zu lassen: etwa einen Vortrag, der in PowerPoint angelegt ist, oder eine Textseite, die in Word geschrieben wurde. Nur sind Textverarbeitungen oder Präsentationsprogramme nicht dazu geschaffen worden, hochwertige Druckdaten zu erzeugen.

Oben: In PowerPoint, Version 2015, gibt es zwei Dialoge. Einmal die „Speichern unter“-Funktion links im Bild, über die man die Präsentation im PDF-Format speichern kann. Und zum anderen die „Exportieren“-Option, die vor allem Bildformate exportiert – aber auch das PDF-Format. Für den Druck geeignet sind neben PDF vor allem TIFF und unkomprimiertes JPEG.

Worin liegt der Unterschied von Programmen bezüglich ihrer Ausgabeformate?

Die Antwort liegt in den Exportmöglichkeiten. Denn beispielsweise kann eine Textverarbeitung in der Regel die gestalteten Seiten nicht insgesamt in ein Pixelformat exportieren – PowerPoint jedoch kann dies. Nicht-professionelle Programme bieten zudem meist keine oder weniger Funktionen für den PDF-Export. Professionelle Grafik-Software beinhaltet nämlich die Möglichkeit, PDF/X-3 zu exportieren. Das ist ein PDF-Format, das die Erfordernisse des Offsetdrucks berücksichtigt und den Anwender warnt, wenn die Parameter nicht stimmen sollten – etwa wenn platzierte Bilder nicht im vierfarbigen CMYK angelegt sind oder die Auflösung unzureichend ist.

Oben: Selbst Microsoft-Excel-Dateien lassen sich in ein PDF konvertieren.

Was unterscheidet professionelle Grafikprogramme von nicht-professionellen?

Professionelle Grafik-Programme für den Offsetdruck müssen sich daran messen lassen, welche Ausgabemöglichkeiten sie zur Verfügung stellen. Da Adobe der Erfinder der Seiten-Beschreibungssprache PostScript und dem darauf aufsetzenden PDF ist, sind in der Adobe-Grafiksoftware wie InDesign oder Illustrator umfangreiche PDF-Exportfunktionen enthalten.

Oben: Zu sehen ist die Eingabemaske von Adobe InDesign zum Anlegen einer neuen Datei. Links ist die Version der Creative Cloud zu sehen, rechts InDesign CS6. Beim Anlegen der Datei lässt sich festlegen, dass es um ein Druckprojekt geht. So wird automatisch mit 300 DPI Auflösung und CMYK_Farben gearbeitet.

In vergangenen Tagen waren die Grafikprogramme, was den Dateiexport anbelangt, noch nicht so weit. Dort wurde aus dem Grafikprogramm heraus erst eine PostScript-Datei erzeugt und dann mit dem externen Programm Adobe Destiller in eine PDF-Datei konvertiert. Die Möglichkeiten des Destillers sind inzwischen in die großen Grafik-Programme integriert. Auch Quark-X-Press bietet diese Möglichkeiten.
Das Umwandeln von PostScript-Dateien durch externe Spezialprogramme ist übrigens ein Weg, der auch heute noch dort beschritten wird, wo die Software weniger kommerzialisiert und dementsprechend weniger professionell ist, etwa bei Software, die unter dem Linux-Betriebssystem läuft (anstatt der Betriebssysteme MacOS von Apple oder Microsoft Windows). Dort werden oft erst Postscript-Files (PS oder EPS) erzeugt, die mit einem dem Acrobat Destiller vergleichbaren Interpreter wie GhostScript in PDF-Dateien umgewandelt werden. Es ist hier also ein Arbeitsschritt mehr nötig.

Oben: Microsoft-Word bietet ebenfalls eine Exportfunktion zu PDF.

Exportdateien aus Programmen für Büro-Kommunikation und Bildverarbeitung

Anders bei Programmen für die Büro-Kommunikation oder das Texten und Präsentieren: Sie waren ursprünglich nicht dafür gemacht, professionelle Druckdaten für den Offsetdruck zu erzeugen. Deshalb enthalten sie keine umfangreichen PDF-Optionen. Insgesamt gibt es aber die Tendenz im gesamten Bereich der Anwendersoftware, immer mehr Gestaltungsoptionen zu bieten. So kann man komplexere Layouts selbst in Microsoft Word oder PowerPoint anlegen, ebenso in Bildverarbeitungsprogrammen wie Photoshop.

Oben: Beim Anlegen der Photoshop-Datei kann man direkt den CMYK-Farbraum für eine bestimmte Papierart angeben. Diese Spezifikationen kann bei Bedarf im Vorhinein mit der Druckerei abgesprochen werden.

Oben: Wichtige Spezifikationen für den Export einer Bilddatei aus Photoshop sind die Auflösung (hier 300 DPI) und der CMYK-Farbraum, den der Offsetdruck benötigt.

Es ist möglich, ganze Gestaltungen mit Text in einer Bildverarbeitung anzulegen. Allerdings ist hier zu beachten, dass die gesamte Seite dann als Pixelgrafik exportiert werden muss. Werden die gestalteten Seiten als TIFF oder JPEG exportiert, ergibt sich aber das Problem der Auflösung. Denn Fotos müssen mit 300 DPI aufgelöst sein, Strichgrafiken aber mit 1200 DPI. So müsste man die Seite als Pixelgrafik mit einer sehr hohen Auflösung ausgeben, um die optimale Konturenschärfe zu erreichen. Dateien mit mehr als 300 DPI wären aber astronomisch groß. In der aus Grafik-Programmen exportierten Datei, wird jede Dateiart anders behandelt: Fotos oder einfarbige Strichgrafiken werden mit unterschiedlichen Auflösungen abgespeichert. Vektorgrafiken hingegen sind auflösungsunabhängig und beanspruchen daher wenig Speicherplatz.

Oben: Speichert man aus Photoshop eine Pixel-PDF-Datei, erscheint dieser Dialog, in dem man manuelle Einstellungen vornehmen kann. Die Komprimierung muss hier ganz ausgestellt werden, damit sich die Bildqualität nicht verringert.

Oben: Der Komprimierungsdialog aus Adobe InDesign ist komplexer und aufgeteilt in die drei Bereiche „Farbbilder“, „Graustufenbilder“ und „Einfarbige Bilder“ (= schwarzweiße Strichbilder bzw. Bitmap-Bilder ohne Tonwerte). Die Komprimierung darf nicht auf „automatisch“ verbleiben, sondern sollte komplett deaktiviert werden.

Welche unterschiedlichen Programmtypen gibt es?

Man kann zwischen folgenden Programmtypen mit unterschiedlichen Leistungsumfängen unterscheiden:

  • Professionelle Grafikprogramme für die Druckdatenausgabe: Diese Programme beinhalten neben grafisch-gestalterischen und satztechnischen Möglichkeiten weitreichende PDF-Optionen. Auch der Export in Form einer Pixelgrafik ist möglich, also etwa als TIFF oder JPEG.
  • Professionelle Grafikprogramme für die Webseitengestaltung: Diese Programme sind RGB-basiert und arbeiten in der Regel mit niedrigen Auflösungen wie 72 DPI, was für den Offsetdruck, der mindestens 300 DPI benötigt, zu niedrig wäre.
  • Anwenderprogramme für die Bürokommunikation: Textverarbeitungen und Präsentationssoftware sind eigentlich nicht für die Belichtung und den hochwertigen Offsetdruck geeignet. Sie können in der Regel zwar PDFs erzeugen, allerdings keine normierten PDF/X3-Formate. Dementsprechend sind die Auflösungen u.U. niedrig. Wenn die Druckerei die PDFs von RGB nach CMYK konvertiert, kann es zum Teil zu Farbabweichungen kommen. Auch Bilder, die in den Anschnitt bis zum Rand des Blattes gehen, sind problematisch, weil die Beschnittzugabe fehlt.

Oben: Ein alternativer Weg, um PDF-Dateien zu erzeugen ist die Verwendung des Druckertreibers, hier unter MacOSX zu sehen. Unten links ist die PDF-Option. Anstatt die Datei auszudrucken, wird sie mit der Option „Als PDF sichern“ in eine PDF-Datei geschrieben. Man kann aber auch die untere der beiden PDF-Optionen nutzen:

Oben: Nutzt man nämlich die Option „Save as Adobe PDF“ (links im Bild) kann man (Mitte) auch das professionelle PDF/X-3-Format anwählen. Sofern man Adobe-Professional besitzt, lässt sich (rechts) festlegen, dass die Datei nach der Erstellung automatisch damit geöffnet wird. Dort könnte man sie kontrollieren und ggf. bearbeiten.

Für den Austausch mit einer Druckerei kommen folgende Dateiarten in Frage:

  • PDF-Dateien: Sie können Bilder, Vektorgrafiken und Schriften enthalten. Die PDF-Datei ist für den Laien nicht mehr veränderbar. In der Regel platziert die Druckerei die PDF-Seiten automatisiert über ein sogenanntes Ausschießprogramm nur noch auf den Druckbögen und belichtet davon die Druckplatten. Die PDF-Datei als Datenformat bietet damit viel Sicherheit.
  • Unkomprimierte Pixeldaten: Exportiert man seine Seitengestaltung insgesamt als unkomprimiertes TIFF oder JPEG ist ebenso sichergestellt, dass die Datei unverändert bleibt. Ab dem Zeitpunkt des Exportes bleibt die Datei wie sie ist.
  • Offene Programmdateien: Offene Dateien sind Programmdateien jener Programme, in denen man die Drucksache gestaltet hat. Also etwa Quark-X-Press- oder InDesign-Dateien. Eine offene Programmdatei an eine Druckerei zu liefern ist nicht der Standard, ist aber unter Umständen in Absprache möglich. Der Grund dafür ist, dass man aus einem Programm heraus nicht den Offsetdruck initiieren kann, sondern erst immer eine belichtbare Datei erzeugen muss. Die Druckbranche hat durch das PDF-Dateiformat einen Standard festgelegt, der sich optimal in den Arbeitsprozess eingliedert. Bei offenen Dateien etwa aus InDesign oder Word käme durch die Erzeugung der Datei für die Druckerei also ein weiterer Arbeitsschritt hinzu. Zudem ist die offene Datei noch veränderbar, was eine Fehlerquelle sein könnte.

Oben: Aus Adobe InDesign sind verschiedene Formate exportierbar. Nachdem man „Adobe PDF“ angewählt hat, erscheint wieder der Dialog für die Einstellungen der PDF-Datei:

Oben: Unter „Ausgabe“ beim Speichern der PDF-Datei sollte das Zielprofil immer ein CMYK-Arbeitsraum sein. Stellt man unter der Option „Farbkonvertierung“ „In Zielprofil konvertieren“ ein, würden auch Bilder, die man irrtümlich in RGB belassen hat, automatisch in CMYK umgewandelt.

Voraussetzungen für den Offsetdruck

Um Druckdaten zu erzeugen sind einige Voraussetzungen zu beachten:

  • Auflösung: Die Grundauflösung für Fotos liegt bei 300 DPI, die für nicht gerasterte Strichgrafik bei 1200 DPI. Besteht die Datei komplett aus Vektorgrafik und sind keine Pixel-Bildelemente enthalten, muss man auf die Auflösung nicht achten.
  • Komprimierung: Bilddaten dürfen nicht komprimiert sein. Denn komprimierte Bilder haben einen Qualitätsverlust. Viele PDF-Formate sind so voreingestellt, dass sie möglichst kleine Dateien erzeugen, indem sie Bilder komprimieren. Dies ist für den hochwertigen Druck aber nicht geeignet.
  • Farben: Der Standard für den vierfarbigen Offsetdruck ist CMYK, RGB-Farben oder RGB-PDF-Dateien müssten von der Druckerei umgewandelt werden.

Fazit:

Wer auf „Nummer sicher“ gehen möchte, nutzt Profiwerkzeuge. Sie bieten Sicherheit bei der Qualität und vereinfachen die Abläufe. Es gibt funktionsreiche Gestaltungssoftware, mit der sich PDF-Dateien sehr komfortabel erstellen lassen. Dazu gehören:

  • Vektor-Zeichenprogramme wie Adobe Illustrator oder Corel Draw
  • Layout- und Satzprogramme wie InDesign und Quark-X-Press
  • Bildbearbeitungsprogramme wie Photoshop können ebenfalls PDFs erzeugen.

Wer PDF-Dateien aus seiner Büro-Software heraus erstellen möchte, sollte sich mit seinem Dienstleister absprechen und dessen Hilfeseiten lesen. Außerdem sollten exportierte Dateien immer auch vor Abgabe an die Druckerei noch einmal eingehend auf Fehler überprüft und am besten ausgedruckt werden.

Ralf Wasselowski

Unser Gastautor: Ralf Wasselowski. Er betreibt die Agentur Conceptbüro in Essen und ist ein Kenner der Design-, Grafik- und Werbebranche. ©Ralf Wasselowski


Bisher in der Reihe „Datenformate“ erschienen:
Von Pixel- und Bitmap-Bildern
Klein aber oho – Bild-Komprimierung und -Qualität
Vektor-Dateien für Illustrationen, Icons und Piktogramme
Grafikprogramm-Dateiformate

19
Dezember
2018
viaprinto-wissen

Grafikprogramm-Dateiformate: Wie gut funktioniert der Austausch?

Wir hatten in unserer Serie „Datenformate“ bereits die wichtigsten Pixelformate, Vektorformate und Komprimierungsarten vorgestellt. In der heutigen Folge geht es um Grafikprogramm-Datenformate. Das sind jene Arbeits-Datenformate, die aus Programmen wie Adobe Illustrator, InDesign, Affinity Designer oder Corel Draw erzeugt werden. Wie relevant sind sie und wie gut funktioniert der Austausch zwischen ihnen?

Eine der größten Innovationen im Bereich des digitalen Grafik-Designs war die Einführung der Vektorgrafik. Als 1987 die Illustrationssoftware Adobe Illustrator erschien, machte sie sich die neuen Errungenschaften der Seitenbeschreibungssprache Adobe PostScript zunutze. Denn auf ihr basiert die Vektorgrafik.

Es gibt „native Speaker“, „natives Olivenöl“ und „native Einwohner“ – jedes mal bedeutet „nativ“ so etwas wie „ursprünglich“, „original“ oder „unverändert“. Unter einem nativen Dateiformat versteht man das interne Format eines bestimmten Programmes, das optimal auf die jeweilige Software abgestimmt ist. Sowohl auf ein Betriebssystem als auch auf ein Programm bezogen bedeutet „nativ“: alle Arbeitsdaten sind in einer „Urspungs“-Datei vorhanden. Das Gegenteil wäre eine „Emulation“, was eine softwaremässige Übersetzung meint, wodurch etwa ein Betriebssystem das Programm erst richtig verstehen kann. „Nativ“ bedeutet also vereinfacht ausgedrückt, dass das Datenformat die Originalsprache des Programmes und des Betriebssystems, auf dem das Programm läuft, spricht. Auch bei Programmen, mit denen Print-Designer arbeiten, geht es um eine Zweiteilung:

  • Die Originaldatei, die nicht an Kunden oder die Druckerei weitergereicht wird, enthält Dateien wie Ebenen, Effekte, Filter usw.
  • Die Belichtungsdatei wird von der Originaldatei erzeugt, in der z.B. Ebenen meist nicht mehr enthalten sind.

Arbeitsdatei oder Austauschdatei?

Man unterscheidet zwischen einer großen Arbeitsdatei und einer eher kleinen Ausgabe- oder Belichtungsdatei, meist im PDF-Format. Die eine kann viele Ebenen enthalten und Effekte, die alle noch veränderbar sind. Die Ausgabedatei hingegen ist um alles bereinigt, was nicht für die Belichtung gebraucht wird. So können auf mehreren Ebenen der Arbeitsdatei z.B. noch Elemente der ersten längst verworfenen Entwürfe liegen, die für die Belichtung nicht notwendig sind. Die Arbeitsdatei muss weiterhin bearbeitbar sein, z.B. für eine Nachauflage, während die Belichtungsdatei nicht mehr so einfach veränderbar sein sollte. Das heißt also zusammengefasst:

  • Natives Dateiformat = vollständige Editierbarkeit
  • Exportiertes Dateiformat = eingeschränkte Korrigierbarkeit

Komplexe Ebenendateien in Photoshop

Im Falle von Adobe Photoshops „PSD“-Dateiformat bedeutet das z.B., dass alle Gestaltungs-Elemente und Ebenen abgespeichert werden und nicht etwa auf eine Ebene reduziert sind. Es ist das Ausgangsformat, von dem aus andere Formate exportiert werden. Bei Photoshop gibt es neben Verläufen, Pfaden, Masken und Mischmodi auch Einstellungsebenen und Smartobjekts. Einstellungsebenen sind Ebenen, die z.B. ein auf einer anderen Ebene liegendes Bild etwa farblich verändern. Das Bild darunter bleibt als Ursprungsdatei also erhalten, Änderungen erfolgen nur auf der darüber liegenden Ebene. Auch das Smartobjekt ist eine nicht-destruktive Ebenenart, die verschiedene grafische Elemente oder mehrere Ebenen vereinigt.

Kompatibilität zwischen Programmversionen und Programmen

Es ist relativ einfach, Pixel-Datenformate in andere Pixel-Datenformate zu konvertieren, also z.B. ein PNG in ein TIFF. Es ist auch relativ einfach ein Vektorformat in ein anderes Vektorformat zu konvertieren, etwa ein SVG in ein AI-Format. Etwas anderes ist es, wenn man eine Datei in einer neuen Programmversion etwa von Photoshop erstellt hat und sie in einer älteren Programmversion öffnen möchte. Sofern in einer neuen Programmversion mit neuen Funktionen gestaltet wurde, wird die alte Programmversion die damit erzeugten Gestaltungsteile u.U. nicht darstellen können.
Über die Jahre ändern sich aber auch die Spezifikationen eines Formates wie PSD (natives Adobe-Photoshop-Format). Photoshop bietet dafür in seinen neueren Versionen an, die Datei in einem speziellen Kompatibilitätsmodus abzuspeichern, sodass sie in älteren Photoshop-Versionen geöffnet werden kann. Andere Bildverarbeitungsprogramme sind bemüht, kompatibel zu bleiben, um PSD-Photoshop-Dateien mit Ebenen zu öffnen und weiterbearbeiten zu können.

  • Affinity Photo: Der Import und Export solcher PSD-Dateien ist z.B. mit Affinity Photo möglich. Hier bleiben in der Regel auch alle Ebenen und Effekte für die Weiterbearbeitung erhalten. Affinity Photo kann übrigens auch Photoshop-Plug-Ins und -Pinsel verwenden, was die Kompatibilität erhöht.
  • Gimp kann PSD-Dateien exportieren, sodass eine Weiterbearbeitung in Photoshop möglich ist. Umgekehrt wird es aber schwierig: Gimp kann Photoshop-Dateien meist öffnen aber etwa Filter, Ebenenstile und Einstellungsebenen nicht lesen.
  • Adobe Illustrator bietet mit dem Speichern im AI-Vektor-Dateiformat eine Liste an, in welcher Illustrator-Version man die Datei speichern möchte. Aber auch hier gilt: Neue Programm-Funktionen führen beim Öffnen der Datei in einer alten Programmversion u.U. zu Fehlern bzw. fehlerhafter Darstellung. Alte Illustrator-Dateien hingegen in einer neuen Programmversion zu öffnen, ist meist kein Problem.

Oben: Adobe Illustrator-Dateien werden in der Regel im nativen AI-Format gespeichert. Nach diesem Fenster kommt ein weiterer Dialog, in dem man die Illustrator-Programm-Version festlegt:


Oben: (1.) Links im Bild ist die Dialogmaske zu sehen, in der ganz oben die Illustrator-Version auswählbar ist. Dabei handelt es sich hier um Illustrator CS6. (2.) Im mittleren Bild ist das Ausklappmenü mit den verschiedenen Versionen zu sehen. (3.) Rechts das Ausklappmenü von Illustrator CC. Bevor Illustrator nur noch über die Cloud zu bekommen war, war Illustrator CS6 das letzte auf Datenträger erhältliche Programmpaket.

Zwischen Programmen kann es zu Problemen kommen, wenn eine neue Programmversion erscheint. Denn dann muss sich ein Konkurrenz-Programm u.U. erst auf das neue Format des anderen einstellen. Da das Photoshop-PSD für pixelorientierte Ebenendateien der Standard ist, orientieren sich neue Programme wie Affinity Photo daran.

Ebenen in nativen Grafik-Datenformaten

Speziell das Abspeichern von Ebenen und die Anwendung bestimmter Filter und Funktionen darauf ist ein Kriterium für native Dateiformate. Man kann meist davon ausgehen, dass es Bestandteile der gesamten Entwurfsarbeit enthält. So können in der nativen Datei z.B. auch Elemente enthalten sein, die ausgeblendet wurden. Auch können auf einzelne Ebenen oder Elemente z.B. Filter angewendet werden, die alle noch gelöscht oder bearbeitet werden können. Ebenen können auch in anderen Formaten wie etwa dem TIFF-Format erhalten bleiben, sofern man beim Speichern diese Option ausgewählt hat.

Reduzieren von Mehr-Ebenen-Dateien auf eine Ebene

Der normale Weg digitalen Gestaltens ist es, einen Entwurf im Gestaltungsprogramm erst anzulegen und ihn dann immer weiter zu verfeinern. In der Regel arbeitet man mit verschiedenen Entwurfsversionen oder mit Ebenen, die man ein- und ausblenden kann. Für das Abspeichern einer Belichtungsdatei für den Vierfarb-Offsetdruck reduziert man die Ebenen später auf eine Endebene, auf der sich alle zu belichtenden Gestaltungselemente befinden. Die PSD-Arbeitsdatei in Photoshop mit den vielen Ebenen archiviert man. Vielleicht wird für die nächste Auflage der Broschüre der Schatten hinter der Schrift auf der entsprechenden Ebene korrigierend aufgehellt. Oder vielleicht hat man in InDesign auf jeder der vier angelegten Ebenen eine andere Sprachversion. Am Ende gibt man für den CMYK-Offsetdruck vier PDF-Dateien je zu belichtender Seite aus. Die Original-InDesign-Datei, die im Format INDD gespeichert ist, behält man – bis zur nächsten Auflage, wenn Textkorrekturen oder ganz neue Texte kommen.
Welche wesentlichen Programme im Alltag des Designers/der Designerin gibt es nun und inwiefern lassen sich native oder nicht-native Dateiformate mit anderen Programmen austauschen?

InDesign-Datenformate und das native Dateiformat „INDD“

Adobe InDesign ist ein Layout- und Satzprogramm meist für mehrseitige Projekte wie Broschüren, Zeitschriften oder Bücher. Ein Blick auf die InDesign-Formate zeigt die Vielfalt, die auf den Einsatzzwecken der spezialisierten Unter-Dateiformate beruht:

Herkömmliche InDesign-Formate:

  • INDD: Normales natives Dokumentenformat
  • INDT: Template als Vorlagendatei für weitere Projekte
  • INDB: Für Bücher

InDesign-Sammelformate:

  • INDL: Eine Containerdatei, die wie eine Bibliothek oder Zwischenablage Objekte oder Gruppen von Objekten speichert und abrufbar macht.
  • INDS: Ähnlich wie INDL, nur werden die Objekte ins Dateiverzeichnis gespeichert und können von dort importiert werden.

InDesign-Austauschformate:

  • INX/IDML: INX (=InDesign Interchange Dokument) ist das Austausch- und Reparaturformat der frühen InDesign-Versionen bis Version CS3. IDML (=InDesign Markup Language) ersetzte es ab Version CS4. Das aktuelle QuarkXPress kann IDML-Dateien öffnen.
  • XFL: Ein Austauschformat mit Adobe Flash
  • ICML, INCX, INCD: Austauschformate für verschiedene InDesign-Versionen in Zusammenarbeit mit dem Redaktionssystem InCopy.

Man sieht an dieser Auflistung, dass InDesign-Dokumente in Dateiformaten für sehr unterschiedliche Einsatzzwecke zur Verfügung gestellt werden. Das herkömmliche native Arbeitsformat ist aber „INDD“. Aus ihm kann man die anderen Formate abspeichern.
Importiert man in InDesign PSD-Dateien aus Photoshop, werden Pfade, Masken oder Alphakanäle erkannt. Sie sind nutzbar, um Fotomotive etwa figürlich freizustellen oder für die Konturenführung von Text um Fotomotive herum. Darüber hinaus kann InDesign QuarkXPress-Dateien per Plug-In von Markzware öffnen.

QuarkXPress und die nativen Dateiformate „QXP“ bzw. „QXD“

Wo Adobe eine breite Palette an Programmen für verschiedenste Einsatzzwecke vorhält, geht QuarkXPress einen anderen Weg. Das Programm vereinigt in sich eine Fülle an Funktionen und wird so zu einer mächtigen Anwendung, die im deutschsprachigen Raum aber viel Boden an den Konkurrenten InDesign verloren hat. Neben Printprojekten können auch Webseiten gestaltet oder E-Book-Formate exportiert werden. Außerdem verfügt QuarkXPress über Vektor-Zeichenfunktionen. Ein kurzer Überblick:

  • Native QuarkXPress-Objekte: QuarkXPress kann importierte Dateien in sogenannte „native QuarkXPress-Objekte“ umwandeln. Dabei werden verschiedenste Dateiformate in QuarkXPress-eigene Daten umgewandelt. Das gilt für so unterschiedliche Datenformate wie: InDesign, Illustrator, PDF, EPS, WMF, PowerPoint und Excel. Diese Formate können dann in X-Press weiter bearbeitet werden.
  • PDF: QuarkXPress kann PDF-Daten ohne Acrobat Destiller für den Offsetdruck exportieren: PDF/X-1a und PDF/X-3, die aktuellen X-Press-Programm-Versionen auch PDF/X-4. Außerdem speichert X-Press auch im Langzeit-Archivierungsformat PDF/A ab, das einige Spezifikationen erfüllen muss, z.B: Schriften und Bilder müssen eingebettet sein, Java-Script, Transparenzen oder LZW-Komprimierung werden nicht unterstützt.
  • PostScript: Außerdem können EPS-Files (Encapsulated PostScript) und PS-Dateien (PostScript) exportiert werden.
  • Eingebettete Pfade von EPS-, BMP-, JPEG- und PICT-Dateien kann Quark-X-Press lesen. Bei TIFF- und PSD-Dateien können zusätzlich die Alphakanäle gelesen werden. InDesign-Dokumente werden über das oben genannte IDML-Format importiert.

Das ursprüngliche native QuarkXPress-Format hieß QXD und stand für „QuarkXPress Document“-Format. Ab Version 6 wurde es in QXP (=„QuarkXPress Project“-Format) geändert. Neuere X-Press-Versionen können die Dateiversionen vor X-Press 9 nicht mehr lesen. Man benötigt dafür als Erweiterung den „Document Converter“.

Scribus und das native Datenformat „SLA“

Scribus ist eine unkommerzielle Software für Seitengestaltung wie Adobe InDesign oder QuarkXPress. Sein natives Datenformat „´“SLA“ ist ein XML-Format, was viel Flexibilität im Austausch mit anderen Datenformaten bringt. Das Programm hat vier Besonderheiten:

  • Offenheit: Für ein kostenloses Programm hat es einen großen Funktionsumfang und ist im Datenaustausch flexibel und offen.
  • Betriebssysteme: Es wird bereits seit 2001 entwickelt und läuft auf ungewöhnlich vielen Betriebssystemen.
  • Kompatibilität: Immer mehr Dateien anderer Layout- und Satz-Programme können in Scribus geöffnet werden, wie Apple Pages, VivaDesigner, QuarkXPress 3/4 und ZonerDraw Vector. Mittels des InDesign-Austauschformates IDML ist es möglich, in Scribus InDesign-Dokumente zu öffnen. Die Dateien sind editierbar, nicht immer wird aber alles so konvertiert, wie es sein sollte.
  • Spezialfunktionen: Hochwertiger Formelsatz und Notensatz sind unter Einbindung externer Anwendungen möglich.

Pixelgrafiken inklusive PSD können importiert werden, ebenso Vektorgrafikformate wie AI, EPS, PDF, PostScript, SVG oder WMF, die auch weiter bearbeitet werden können.
Auch der Export von PDF/X-1a, PDF/X-3 und PDF/X-4 wird unterstützt.

Adobe Photoshop und das native Dateiformat „PSD“

Ähnlich wie InDesign verfügt Photoshop über eine Reihe verschiedener Speicher- und Exportformate. Die Photoshop-eigenen Formate für verschiedene Verwendungszwecke sind:

  • PSD (Photoshop-Datei), als native Ebenendatei bis zu 2 GB Größe
  • PSB (Photoshop Big/Großes Dokumentformat), native Ebenendatei bis zu 4 GB
  • Photoshop RAW, Austauschformat für CMYK, RGB und Graustufen mit Alphakanälen sowie Lab-Bilder ohne Alphakanäle
  • Photoshop EPS, ein belichtungsfähiges Exportformat
  • Photoshop PDF, für kleinere Dateigrößen und als Austauschdatei
  • Photoshop DCS 1.0 (Desktop Color Separations), farbseparierte Auszugsdateien für CMYK plus ggf. Graustufen oder unseparierte 5. Farbe
  • Photoshop DCS 2.0, farbseparierte Auszugsdateien für Volltonfarben

Weitere Exportformate werden hier erläutert.
Auf welchen Wegen PSD-Dateien geöffnet werden können, steht hier.
Photoshop kann auch das native Format von Corel Photo-Paint, CPT, lesen. Umgekehrt liest Photopaint Photoshops PSD-Dateien.

Affinity Photo und das native Dateiformat „AFPHOTO“

Affinity ist dabei, eine eigene leistungsfähige Grafik-Software-Suite aufzubauen.

  • Affinity Photo macht als pixelorientiertes Programm Adobe Photoshop Konkurrenz.
  • Affinity Designer ist die vektororientierte Konkurrenz zu Adobe Illustrator.
  • Affinity Publisher soll als Layout- und Satzprogramm der Gegenpart zu Adobe InDesign werden.

Die Bildbearbeitung Affinity Photo öffnet, bearbeitet und schreibt PSD-Dateien. Alle drei Programme haben eigene native Formate, sind aber nach allen Seiten hin offen für den Daten-Import und -Export. Das native Datenformat des noch in der Entwicklung befindlichen Affinity Publisher ist „AFPUB“. Affinity Photo kann gängige Pixel-Dateiformate wie TIFF, PNG, JPG, SVG, EPS, EXR (ein HDR-Format), HDRI, RAW und PDF öffnen, bearbeiten und speichern.

Affinity Designer und das native Dateiformat „AFDESIGN“

Der Affinity Designer als vektor-orientiertes Programm unterstützt wie Adobe Illustrator PDF/X in CMYK. Er kann die Versionen PDF/X-1a, PDF/X-3 und PDF/X-4 öffnen und exportieren, außerdem eine große Zahl weiterer Vektor- und Pixelformate. Dazu gehören PSD- und PDF-Dateien, SVG, Adobe Illustrator AI-Dateien und selbst Adobe Freehand in den letzten drei Programm-Versionen 9 bis 11. Speziell bei der Version 10 hatte Freehand seinen größten Verbreitungsgrad.

Adobe Illustrator und das native Dateiformat „AI“

In der Adobe Illustrator Creative-Cloud-Version kann man folgende Vektor-Formate abspeichern und öffnen:

  • AI (Adobe Illustrator): Natives Format
  • PDF (Portable Document Format): Wenn die Illustrator-Datei im PDF-Dialog unter der Vorgabe „Illustrator-Standard“ abgespeichert wird, bleiben in dieser Datei die Daten der Illustrator-Datei erhalten. Die Datei kann später von Illustrator wie eine AI-Datei geöffnet werden.
  • EPS (Encapsulated PostScript/ Exportformat für den Datenaustausch)
  • AIT (Illustrator Template/Vorlagenformat)
  • SVG (Scalable Vector Graphics unkomprimiert/Vektorgrafik für das Web)
  • SVGZ (Scalable Vector Graphics komprimiert/ Vektorgrafik für das Web für kleinere Dateigrößen)
  • FXG (Flash Exchange Graphic) In Illustrator CS6 war noch das FXG für interaktive Inhalte enthalten, was inzwischen nicht mehr angeboten wird.

Hier sind weitere Informationen für das Abspeichern von Adobe-Illustrator-Dateien aufgeführt.

Oben: Ein Beispiel für unterschiedliche Datenformate in verschiedenen Programmversionen. Links sind die Vektorformate zu sehen, die man aus Adobe Illustrator abspeichern konnte. In Illustrator CS6 aus 2012 war noch das Dateiformat FXG (=Flash Exchange Graphic) enthalten, mit dem man interaktive Dateien für Adobe Flex abspeichern konnte. Im rechten Menü eines aktuellen Illustrator CC ist FXG weggefallen. Adobe selbst entwickelt Flex nicht mehr weiter.

Corel Draw und das native Dateiformat „CDR“ bzw. „CDT“

CorelDraw ist als Teil der CorelDraw Graphics Suite ein vektororientiertes Zeichenprogramm. Ähnlich wie Adobe Illustrator aber auf einem niedrigeren funktionalen Niveau kann man darin zeichnen, gestalten sowie Pixelbilder importieren und bearbeiten.

  • Das native Format ist CDR.
  • CDT (=Corel Draw Templates) ist eine Vorlagendateiart.

Mit dem Tool „libcdr“ können Inkscape, das Linux-Gestaltungsprogramm Scribus oder Libre-Office-Draw das CDR-Format öffnen. Aber auch bei CorelDraw spielen die jeweiligen Programm-Versionen eine große Rolle:

  • Adobe Illustrator öffnet komfortabel Versionen bis CorelDraw 10.
  • Die Versionen X4/X5 wiederum sind nur bis Version 7 rückwärtskompatibel.
  • Inkscape kommt gut mit den CorelDraw-Versionen V7 bis X3 zurecht.

Gimp Bildbearbeitung und das native Dateiformat „XCF“

Gimp ist das Kürzel für „GNU Image Manipulation Program“ – wobei „GNU“ der Name eines Betriebssystem ist. Das native Format der freien und kostenlosen Bildbearbeitung Gimp ist XCF (= Experimental Computing Facility). Darin enthalten sein können wie bei Photoshop Ebenen mit Pfaden, Text und weiteren Elementen. Gimp ist mit der Leistungsfähigkeit von Photoshop nicht vergleichbar, dafür ist es kostenlos nicht nur unter Windows und MacOS verfügbar sondern auch unter Linux. XCF ist kaum von anderen Programmen lesbar und sollte deshalb als internes Speicherformat nur für Gimp verstanden werden. Photoshop-PSD-Dateien kann Gimp öffnen, allerdings nicht immer zuverlässig. Dafür kann Gimp zahlreiche Formate speichern oder exportieren. Für das XCF-Format gibt es ein Online-Konvertier-Tool hin zu JPEG und PDF. SVG kann importiert und exportiert werden. Gimp kann seine Dateien in JPEG, PNG, BMG, TIFF und PSD exportieren.

Inkscape und das native Vektor-Dateiformat „SVG“

Das besondere an Inkscape: es ist eine leistungsfähige, freie und kostenlose Software, die auf den Plattformen MacOS, Windows und Linux läuft. Speziell unter Linux sind anwenderfreundliche und leistungsfähige Grafikprogramme selten. Das native Format des vektororientierten Zeichen-Programmes ist SVG, ein Web-Vektorformat, das per Code in Webseiten einfügbar ist.

Native Arbeitsformate:

SVG und SVGZ

Weitere Speicherformate u.a.:

  • PDF (Portable Document Format)
  • PS (Postscript)
  • EPS (Encapsulated Postscript)
  • EPSI (Encapsulated Postscript Interchange), während das normale EPS-File bei Platzierung nur einen Kasten zeigt, bildet das EPSI eine niedrig aufgelöste Voransicht zur Orientierung.
  • AI (Adobe Illustrator)
  • TEX (LaTeX), ein hochwertiges Satzprogramm für Formelsatz
  • PNG

Der Schwachpunkt von Inkscape ist der CMYK-Export. Dafür benötigt man eine Erweiterung wie „Export to PDF in CMYK“, die Vektor-PDFs speichern kann.

Geöffnet und importiert werden können:

  • Rastergrafik-Formate: JPG, PNG, GIF, TIF u.a.
  • PostScript-Formate: PDF (Portable Document Format, AI (Adobe Illustrator), CDR (CorelDRAW), VSD (Microsoft Visio Drawing), EPS (Encapsulated PostScript) und PS (PostScript) über das Plug-In Ghostscript

PDF-X-Datenformate: Standards für die Druckvorstufe

Für die Druckvorstufe, das heißt die Belichtung der Druckplatten, ist das PDF-X-Format der Standard. PDFs kann man aus allen maßgeblichen Programmen erzeugen. Für Nicht-Grafikprogramme sind manchmal Hilfstools notwendig. Office-Programme wie Textverarbeitungen ermöglichen in der Regel den Export einfacher PDF-Dateien, allerdings ohne dass man wichtige Voreinstellungen z.B. bezüglich Anschnitt oder Farbraum vornehmen könnte. Grundsätzlich kann man auch von herkömmlichen PDF-Dateien belichten, das „X“ steht aber für ein professionelleres Datenformat, das etwa CMYK als Farbstandard ausgewählt und bestimmte Voreinstellungen integriert, die die Datei Offsetdruckkompatibel macht. Wie unterscheiden sich die PDF-Formate voneinander?

  • PDF/X-1a: Ein Format, das sich auf den Einsatz für CMYK und Sonderfarben beschränkt.
  • PDF/X-3: Neben CMYK und Sonderfarben sind andere Farbräume wie RGB oder Lab möglich, die genauer in ICC-Farbprofilen definiert werden müssen. ICC kommt von „International Color Consortium“. Ein ICC-Profil ist eine Datei, die den Farbraum eines Eingabe- oder Ausgabegerätes definiert. Z.B. den einer Kamera, eines Scanners, eines Druckers oder einer Druckmaschine. Es wird benutzt, um die bestmögliche Farbwiedergabe zu gewährleisten.
  • PDF/X-4: Neben dem, was PDF/X-3 kann, können Graustufen, Transparenzen, OpenType-Fonts und andere Bildformate genutzt werden.
  • PDF/X-5: Für den Druckbereich weist das PDF/X-5-Format vor allem die Möglichkeit auf ICC-Profile für mehr als 4 Druckfarben anzulegen, sogenannte Mehrkanal-ICC-Profile.

FAZIT

Wirklich leistungsfähig sind Programme nicht nur durch die Anzahl ihrer Gestaltungswerkzeuge oder die Benutzerführung. Auch wie flexibel und gleichzeitig robust sie mit anderen Datenformaten umgehen können, spielt eine Rolle. Die nativen Grafikprogramm-Formate bedürfen oft eines zweiten Blickes bezüglich all ihrer Möglichkeiten. Zu bedenken ist auch, dass ein Abspeichern im falschen Format, Datenbestände reduzieren und damit den Originalzustand zerstören kann.
Im Print-Grafik-Design haben sich drei große Datei-Standards etabliert:

  • PSD: Für die Bildbearbeitung von Pixeldaten PSD von Adobe Photoshop.
  • AI/SVG: Für die Vektorgrafik AI und SVG, wobei Adobe Illustrator sowohl von der freien Software Inkscape als auch von der kommerziellen Konkurrenz Affinity Designer Konkurrenz bekommen hat.
  • PDF: Als Austauschformat ist PDF/X ein unangefochtener Standard. In vergangenen Tagen war das EPS das wichtigste Austauschformat zwischen Designer und Druckerei. Obwohl EPS im Zusammenspiel mit der Druckvorstufe eine zunehmend kleinere Rolle spielt, ist es immer noch ein wichtiges Format im Austausch zwischen vektororientierten Programmen und Programmversionen unterschiedlicher Betriebssysteme.

Im Bereich Layout- und Satzsoftware für das Desktop-Publishing ist Adobe InDesign in Deutschland führend. Dies liegt auch an seiner Integration in die Adobe Creative-Cloud-Suite vor allem im Zusammenspiel mit Photoshop und Illustrator. Allerdings sind starke Konkurrenten vorhanden:

  • Scribus als kostenlose Software für alle Betriebssysteme inkl. Linux
  • QuarkXPress als professionelle Anwendung und mächtiges Werkzeug
  • Affinity Publisher als kommende Konkurrenz zum günstigen Preis

Für Sie zusammengefasst als Infografik:
Dateiformate im Grafikprogramm

Ralf Wasselowski

Unser Gastautor: Ralf Wasselowski. Er betreibt die Agentur Conceptbüro in Essen und ist ein Kenner der Design-, Grafik- und Werbebranche. ©Ralf Wasselowski


Bisher in der Reihe „Datenformate“ erschienen:
Von Pixel- und Bitmap-Bildern
Klein aber oho – Bild-Komprimierung und -Qualität
Vektor-Dateien für Illustrationen, Icons und Piktogramme

5
Dezember
2018
viaprinto-Wissen

Vektor-Dateien für Illustrationen, Icons und Piktogramme

Das Vektor-Datenformat kann im Print-Design einiges vereinfachen. Nachdem wir in Teil 1 unserer Reihe über die Pixel-Datenformate informiert und in Teil 2 das Thema Komprimierung behandelt haben, geht es nun um das auflösungsunabhängige Vektor-Datenformat. Was unterscheidet Vektoren von Pixeln? Wie ist es möglich, dass es praktisch unendlich skalierbar ist? Und wie erreicht es in der Reinzeichnung höchste darstellerische Perfektion?

Eine der größten Innovationen im Bereich des digitalen Grafik-Designs war die Einführung der Vektorgrafik. Als 1987 die Illustrationssoftware Adobe Illustrator erschien, machte sie sich die neuen Errungenschaften der Seitenbeschreibungssprache Adobe PostScript zunutze. Denn auf ihr basiert die Vektorgrafik.

Oben: Links eine typische Vektorgrafik. In der Mitte sieht man, dass sie aus Pfaden mit Aktivierungspunkten besteht. Rechts die Vektorgrafik im Umrissmodus.

Was ist das Besondere an Vektorgrafiken?

Für die Darstellung von Bildern gibt es zwei grundsätzliche Konzepte: Die Auflösung eines Motives in Bildpunkte und die Beschreibung eines einfacheren Motives durch algorithmisch definierte Konturen.

  • Pixelgrafik: Das Raster-Bild wird in Form der Pixel aus Bildpunkten zusammengesetzt. Das hat jedoch den Nachteil, dass bei zu starker Skalierung eines solchen Bildes die Bildpunkte eine sichtbare Treppchenstruktur bilden – die Bildqualität nimmt ab. Die Raster- oder Pixelgrafik ist in ihrer Vergrößerbarkeit begrenzt, da ihre Auflösung in Relation zu ihrer Größe steht.
  • Vektorgrafik:Die Vektorgrafik wird demgegenüber durch eine Außenkontur beschrieben, die durch Kontrollpunkte (Eck- oder Kurvenpunkte) modelliert wird. Eine Vektorgrafik kann etwa ein Dreieck mit drei Eckpunkten sein, ein Quadrat oder Rechteck mit vier Eckpunkten oder ein Kreis mit vier Kurvenpunkten. Auch eine freie Form mit hunderten Punkten ist möglich. Komplexere Motive ergeben sich, indem man zahlreiche solcher Flächen auch versehen mit Verläufen oder Transparenzen übereinander legt. Eckpunkte und Kurvenpunkte können in einer Kontur gemischt sein. So ist es möglich, mit Kurven und Linien jede Form illustrativ zu gestalten. Die Position jedes Punktes ist durch nummerische Koordinaten definiert, somit existiert keine Auflösung in Pixeln. Die Vektorgrafik kann daher verlustfrei auf jede beliebige Größe vergrößert oder verkleinert werden und bleibt immer konturenscharf.

Was sind Bézierkurven?

Die Kurven in Vektorgrafiken werden „Bézierkurven“ nach ihrem Entwickler Pierre Bézier genannt. Die Erfinder dieser Kurvenmodulation, Pierre Bézier, der bei Renault arbeitete, und Paul de Casteljau von Citroen entwickelten ihre Algorithmen zur Erstellung von Freiformkurven für CAD-Anwendungen (Computer-Aided Design) im Automobilbau. Eine Vektorgrafik ist letztlich ein algorithmisch angelegte Illustration, weil die Modulationsregeln der Steuerpunkte algorithmisch-mathematischen Gesetzen gehorchen.

Pixel und Vektoren: Vor- und Nachteile

Während die Pixelgrafik ihre Stärken bei Fotos ausspielt oder bei detailreichen Illustrationen, wurde die Vektorgrafik zunächst eher illustrativ-flächig genutzt. Inzwischen haben neue Technologien es aber ermöglicht, dass auch Vektorgrafik immer realistischer wirken kann. Die Flächen der Vektor-Formen können mit Farben, Verläufen und Mustern gefüllt werden, Vektrorflächen können aber auch wie Pinselstriche wirken. Die Konturen können in ihrer Stärke und Farbe ebenfalls frei gestaltet werden oder ganz wegfallen. Es ist z.B. möglich, gestrichelte Konturen anzuwenden oder Linien Verzierungen oder wie gemalt wirkende Rahmen zuzuweisen. Selbst Transparenzen können für Flächen oder Linien zur Anwendung kommen. Die Vektorkontur kann außerdem als Maske z.B. für ein Foto verwendet werden.

Vorteile der Vektorgrafik:

  • Auflösungsunabhängigkeit: Der Grafikdesigner muss sich beim Gestalten keine Gedanken darüber machen, ob die Auflösung des Bildes ausreicht.
  • Einfacher Workflow: Da das Vektor-Motiv ohne Qualitätsverlust stufenlos skalierbar ist, kann es für unterschiedliche Formatadaptionen genutzt werden.
  • Kleine Dateigrößen: Deshalb können die Daten schnell verschickt werden. Allerdings nimmt der Bedarf an Speicherplatz zu, je komplexer die Grafik wird, das heißt, je mehr Flächen, Pfade und Punkte vorhanden sind.
  • Technische Perfektion durch glatte Konturen.
  • Umfassende Veränderbarkeit durch nachträglich editierbare Punkte.
  • Eigene Ästhetik: Abstraktion und Einfachheit z.B. im Flat-Design.

Nachteile der Vektorgrafik:

  • Flächigkeit: Der Schwerpunkt liegt vor allem in der flächigen Darstellung, nicht bei den Details. Fotos können nicht mit 16,8 Millionen Farben vektorisiert werden.
  • Zu glatt: Vektorgrafiken sehen zum Teil zu steril und wenig lebendig aus, weil sie zu perfekt sind.
  • Lernkurve: Es ist am Anfang nicht ganz einfach, komplexe Illustrationen, die aus Kurven bestehen, zu zeichnen oder zu konstruieren. Man muss ein Gefühl für die Kurvenanfasser bekommen, um harmonische Pfade und Kurven ohne ungewollte Ausbuchtungen zu modellieren.

Oben: Ein Schriftzug, dessen Zeichen zum Teil in Vektorpfade umgewandelt wurden.

Vektorgrafik: Wo im Medien-Design wird mit Konturen gearbeitet?

Bei der Vektorgrafik kommen Außenkonturen mit Kontrollpunkten zur Anwendung. Man findet durch Modulationspunkte geformte Konturen auch in anderen Bereichen:

  • Fonttechnologien: Postscript-, OpenType- und TrueType-Schriften basieren auf Outlines. Der Buchstabe wird durch seine Kontur und die darauf liegenden Punkte durch Koordinaten definiert. Deshalb wandelt man in Vektorprogrammen vor der PDF-Erzeugung für die Belichtung alle Schriften in sogenannte „Zeichenwege“ oder Pfade um. Das verhindert Belichtungsfehler durch fehlende Schriften.
  • Folienschriften und Klebebuchstaben für die Display- und Außenwerbung werden anhand ihrer Konturen von Schneideplottern aus den Klebefolien geschnitten. Dazu werden Schriften in Outlines umgewandelt.
  • Bildbearbeitung: Auch aus pixelorientierten Bildbearbeitungs-Programmen wie Photoshop oder Gimp lassen sich Kurven als Vektor speichern oder exportieren – ebenso wie in einer Animationssoftware wie Adobe After Effects.
  • Print-Vektorformate: „WMF“ (Windows Meta File) unter Windows ist ein Vektorformat, ebenso wie die PostScript-Formate „EPS“, „PS“ und „AI“ (Adobe Illustrator).
  • CAD-Vektorformat: Ein gängiges CAD-Vektorformat für technische Zeichnungen ist das Drawing Interchange Format (DXF).
  • Web-Vektorformate: Das SVG-Vektorformat lässt sich als Programmier-Code in eine Webseitenprogrammierung integrieren. SVGZ ist eine komprimierte Version davon. CSS als Webseiten-„Formatvorlage“ für das äußere Erscheinungsbild von Webseiten bietet die Möglichkeit, konturendefinierte Grafiken einzubinden und zu bearbeiten. SWF (Adobe Flash, ebenfalls ein Vektor-Format) ist der Standard für animierte Vektorinhalte auch im Web gewesen.

Oben: Links ein vektorisierter Buchstabe mit aktivierten Kontrollpunkten. Rechts wurden die Anfasser der Punkte verändert. Ergebnis: die Kurven werden anders moduliert.

Vektorgrafik und PDF-Datenformat

Das PDF-Format als Nachfolger der EPS-Datei ist im Printdesign der Standard für eine Belichtungsdatei. Theoretisch kann eine ungeprüfte PDF-Datei zwei Haupt-Fehlerquellen enthalten: Fehlende oder nicht belichtbare Schriften und zu niedrig aufgelöstes Bildmaterial. Wird eine PDF-X-Datei verwendet, würde die bei der Erzeugung eine Warnmeldung ausgeben. Arbeitet man ausschließlich mit Vektordaten, hat man diese Probleme nicht. Schriften wandelt man vor der PDF-Dateierzeugung in Konturen und damit in Vektoren um. Und Vektorgrafiken als Bildmaterial können keine auflösungsbedingten Probleme verursachen.

Woher kommt der Begriff „Vektorgrafik“?

Vektoren werden in der Physik oder mathematischen Geometrie verwendet und bezeichnen Größen, die eine Richtung haben und durch (Pfeil-)Linien dargestellt werden. Tatsächlich hat der Begriff der „Vektor“-Grafik aber einen etwas anderen Hintergrund. Er hängt damit zusammen, dass bis zu Anfang des Desktop Publishings sogenannte „Vektor-Bildschirme“ zum Einsatz kamen. Diese projizierten die dargestellten Bilder per Kathodenstrahl auf den Bildschirm. Diese Linien waren die Vektoren: Lichtstrahlen, die eine Richtung hin zum Bildschirm hatten. Der Begriff wurde also der damaligen Bildschirm-Darstellungstechnologie entlehnt.

Oben: Links eine eingescannte Tuschzeichnung als Pixeldatei. In der Mitte sieht man die in Adobe Illustrator vektorisierte Zeichnung im Umrissmodus des Programmes. Rechts sind alle durch die Vektorisierung gesetzten Punkte zu sehen.

Oben: Links ist die vergrößerte Original-Pixelzeichnung der Hand des Männchens zu sehen. In der Mitte die geglättete Vektorisierung mit wenig Punkten. Rechts die detaillierte Vektorisierung mit vielen Punkten, die dem Original nahe kommt.

Welche Programme erzeugen Vektor-Dateien?

Es gibt vergleichsweise viele Programme für die Bearbeitung von Pixelbildern aber wenige zum Zeichnen von Vektorgrafiken. Und davon bieten nur wenige einen professionellen Funktionsumfang. Zu illustrieren ist gegenüber dem Fotografieren eine spezialisierte Tätigkeit und das „Vektorillustrieren“ ist noch spezialisierter. Das hat sich dadurch etwas mehr angeglichen, dass das „World Wide Web Consortium“ (=W3C) einen Vektorgrafik-Standard festgelegt hat: „SVG“ (=Scalable Vector Graphics/Skalierbare Vektorgrafik) heisst diese Web-Spezifikation für das Einbinden statischer oder animierter Vektorgrafik auf Webseiten. Gerade im Web sind die geringe Dateigrößen der Vektorillustrationen gekoppelt mit ihrer verlustfreien Darstellung ein beträchtlicher Vorteil. Die Vektorgrafik-Programme lassen sich in vier Bereiche aufteilen:

  • Einsteiger-Programme mit geringem Funktionsumfang, die nicht für ambitionierte Projekte und den Offset-Drucksachenbereich geeignet sind. Anwendungen wie „LibreOffice Draw“ oder „OpenOffice Draw“ sind eher für technische Zeichnungen, Präsentationen oder die Bebilderung von selbst ausgedruckten Handouts geeignet.
  • Unix-Programme: Programme, die aus der Unix-Welt kommen, haben oft ein wenig benutzerfreundliches User Interface. Sie haben aber den Vorteil betriebssystem-übergreifend verfügbar zu sein und sind in der Regel kostenlos erhältlich. Dort, wo sie lange entwickelt wurden, ergeben sich mitunter markttaugliche Softwarepakete wie z.B. „Inkscape“. Auch „Gimp“, die pixelorientierte Bildverarbeitung, ist ein Positivbeispiel. Gimp kann SVG-Vektordateien erzeugen und lesen. Weitere unixbasierte Vektor-Programme sind z.B. „sk1“, „Xara Xtreme LX“ (nicht zu verwechseln mit der kommerziellen Variante Xara Designer Pro X), „Xfig“ und „Sodipodi“.
  • Semiprofessionelle Programme: Unterhalb der bewährten kommerziellen Programme, gibt es Vektorprogramme, die zwischen dem Einsteiger- und Profibereich zu verorten sind. Manche bieten keine effiziente Benutzerführung, sind nicht zu Ende entwickelt bzw. werden nicht weiterentwickelt oder laufen nicht stabil genug – und sind durch diese Einschränkungen deshalb für den Profialltag kaum geeignet.
  • Profi-Programme mit einem großen Funktionsumfang. Adobe hatte sich mit dem Adobe Illustrator eine Alleinstellung in diesem Marktsegment verschafft, aber inzwischen Konkurrenz durch den Affinity Designer bekommen. Illustrator ist teuer und ressourcenhungrig, läuft aber bei genügend Arbeitsspeicher stabil und hat im Laufe der Jahre seine Funktionen weiter verfeinert. Der Affinity Designer setzt mit günstigen Preisen bei großem Funktionsumfang dagegen. Dazu gehört auch eine moderne, neu programmierte Suite, zu der noch der „Affinity Publisher“ (für Mehrseitengestaltung) und „Affinity Photo“ (Bildbearbeitung) gehören.

Adobe Illustrator: Der Vektorgrafik-Pionier

Für Adobes Illustrator spricht ein Höchstmaß an Kompatibilität und die Ausgabe qualitativ hochwertiger PDF-Dateien für den Offset-Druck. Er läuft unter MacOS, Windows und als Mobilversion als Adobe Illustrator Draw unter Android und Apples iOS. Als Marktführer bietet das Programm eine kaum überschaubare Fülle an Funktionen. Aber nicht immer sind es die großen Errungenschaften, die die Arbeit des Designers erleichtern. Ein paar Beispiele auch für kleine Illustrator-Funktionen aus den letzten 10 Jahren:

  • Mehrseitige Dokumente: Konnte der alte Adobe Illustrator nur einseitige Dokumente erzeugen, sind seit 2008 mehrere Zeichenflächen möglich, die auch zusammen exportiert werden können, etwa für mehrseitige PDF-Dokumente.
  • Bildnachzeichner: Illustrator hat schon seit langer Zeit ein integriertes Tool zum Vektorisieren von Bitmap-Grafiken. Das heißt: ein Pixelbild wird in ein Vektorbild umgewandelt. Der Bildnachzeichner ist im Laufe der Jahre qualitativ immer weiter verbessert worden und intuitiver als früher zu bedienen. Über die Anwahl verschiedener Optionen, kann man das Ergebnis für seine Einsatzzwecke entweder hin zu mehr Vereinfachung oder zu mehr Realismus optimieren.
  • Interaktive Ecken: Runde Ecken hat man traditionell über die Eingabe von Eckradien oder als Vorgabeoptionen eingestellt. Die Funktion „Interaktive Ecken“ weist jeder Ecke in einer geometrischen Form einen Anfasser zu, mit dem man schnell alle Ecken zusammen oder jede Ecke einzeln verändern kann, einfach, indem man daran zieht.
  • Konturbreiten-Werkzeug: Mit dem Breitenwerkzeug können einer Linie verschiedene Breiten zugewiesen werden, damit sie dynamisch und natürlich wirkt. Es können eigene Breitenprofile angelegt werden und es gibt eine nummerische Kontrolle.
  • Vektor-Borstenpinsel: Längst ist realistisches Malen bei den Vektorprogrammen angekommen. Wobei der große Vorteil ist, dass in vektororientierten Zeichenprogrammen wie dem Adobe Illustrator, jeder einzelne Pinselstrich komfortabel editierbar ist. Vektorstriche, die wie traditionelle Maltechniken wirken, lassen sich vergrößern und der Borstenpinsel selbst lässt sich bis ins letzte Detail verändern: die Dichte der Borsten, ihre Steifheit und Form, Länge und Breite lassen sich haarklein definieren, bis das gewünschte Ergebnis erreicht ist.
  • Freihandverläufe: Der Freihandverlauf funktioniert ähnlich wie das Farbverlaufsgitter, nur noch einfacher. Hier ist es möglich, auf einer Fläche freie Verlaufspunkte zu setzen, was Multi-Farbverläufe ermöglicht.
  • Verläufe in Konturen: Verläufe in Objekten sind eine Selbstverständlichkeit. Aber auch Konturen können Verläufe enthalten. Ein neues Verlaufsbedienfeld reguliert, ob der Verlauf sich an der Länge oder der Breite der Kontur orientiert und wo genau er sitzen soll.
  • Transparente Verläufe: Verläufe waren in den Anfangstagen des digitalen Publizierens eine aufsehenerregende Funktion, weil es in der analogen vorherigen Design-Welt aufwendig war, Verläufe zu erzeugen. Später waren Transparenzen ein Wunderwerk. Beides kombiniert ermöglicht heute nuancenreiche, fein abgestimmte Designs.
  • Globale Bearbeitung: Mit diesem Tool kann man Zeichenflächen-übergreifend verwandte Objekte mittels eines einzigen Befehls ändern. Das spart Zeit.
  • Zuschnittansicht: Um einen Entwurf beurteilen zu können, kann man alles, was außerhalb des Endformates oder neben der Zeichenfläche liegt, ausblenden und in Originalgröße betrachten. Eine kleine Sache, die nun auf Tastendruck möglich ist.
  • Formgitter-Werkzeug: Damit lassen sich Illustrationen ganz oder zum Teil verformen. Man platziert an jenen Stellen, die sich nicht verändern sollen, Fixierpunkte, sogenannte „Pins“. Inzwischen analysiert „Sensei“, die Künstliche Intelligenz von Adobe, das Bildmaterial und schlägt Positionen für die Pins vor.

Wenn man Programme miteinander vergleicht, kommt es auf die Details an. Ein Programm, dass Jahrzehnte auf dem Markt ist, leidet meist an einer Überfrachtung an Funktionen, die für manche Anwender eine Überforderung darstellen – andererseits bieten Programme wie „Illustrator“ oder „Inkscape“ für immer mehr Aufgabenstellungen eine Lösung.

Oben: Links das Originalfoto, rechts die Vektorisierung mit 80 Farben, maximal sind 256 möglich. Das Foto wurde dabei in farbige Vektorflächen umgewandelt.


Oben: Hier sieht man, wieviel Vektorflächen für die Fotoumwandlung mit 80 Farben angelegt werden.


Oben: Hier sieht man, wieviel Vektorflächen für die Fotoumwandlung mit 256 Farben angelegt werden.

Affinity Designer: Ein neuer Konkurrent für Adobe Illustrator

Adobe hat sein Geschäftsmodell zwischen 2011-2013 hin zum Abo-Modell geändert, was manchem freiberuflich oder hobbymäßig tätigen Designer zu teuer ist. Wohl auch deshalb hat Adobe Konkurrenz vom günstigen „Affinity Designer“ bekommen, der für einen vergleichsweise günstigen Preis nur einmalig zu bezahlen anstatt zu abonnieren ist. Dabei bietet das Programm einen ähnlichen Funktionsumfang und auch den Export und Umgang mit Vektor-Datenformaten, das sind:

  • PDF/X: Hochwertiger Grafikstandard für den Austausch von Belichtungsdateien mit Druckereien. Im PDF können Vektordaten enthalten sein.
  • SVG: Standard für Vektorgrafik im Web.
  • EPS: Das nicht mehr aktuelle einseitige EPS-Format (=Encapsulated Postscript) ist ein Exportformat, das sich belichten lässt und alle Bestandteile einer Seite inklusive Schriften enthält. Das EPS kann in der Regel von Vektorgrafik-Programmen geöffnet werden. Abgelöst als Austauschformat wurde es aber durch PDF. Dennoch ist im Zweifelsfall EPS immer noch das Austauschformat zwischen unterschiedlichen Programmen und Betriebssystemen, das auch unter Unix funktioniert.

Der Affinity-Designer enthält auch Spezial-Funktionen wie Transparenzverläufe und hat eine eigene Version für Apples iPad (mit Stifteingabe) herausgebracht. Illustrator-Dateien lassen sich im Affinity-Designer öffnen. Will man umgekehrt Affinity-Designer-Dateien in Illustrator weiterbearbeiten, bietet sich PDF als Austauschformat an. Auch Dateien im PSD-/Photoshop-Format mit Ebenen lassen sich speichern und in Photoshop wieder öffnen. Affinity Designer und Adobe Illustrator verfügen über einen ähnlichen Funktionsumfang. Sie unterscheiden sich in der Art und Weise wie komfortabel mit Verläufen oder Transparenzen umgegangen wird, oder etwa wie man Text und Elemente an Kurven ausrichten kann. Auch das Look & Feel der Kurvenmanipulation ist für den Mediendesigner eine Angelegenheit persönlicher Vorlieben. Mit der iPad-Version des Affinity Designers kann man frei und drucksensitiv per Stift und Finger zeichnen.

Inkscape: kostenlos und leistungsstark

2003 erschien Inkscape als freie Software und läuft schwerpunktmäßig unter Windows, Linux und einigen anderen Unix-Systemen – unterstützt wird auch MacOS X. Das Programm hat sich in den letzten Jahren zunehmend professionalisiert und bietet interessante Funktionen. Sein natives Dateiformat ist das Vektorformat „SVG“. Neben dem Leistungsumfang ist für ein Vektordaten-Programm wichtig, nach allen Seiten hin offen zu sein. Dies geschieht durch Import- und Exportmöglichkeiten. Große Softwarepakete wie Adobe Illustrator sind auch deshalb so erfolgreich geworden, weil sie durch ihre Datenkompatibilität für fast alle Einsatzzwecke geeignet sind. Inkscape kann SVG, AI, PDF, die gängigen Pixeldatenformate, aber auch CDR (=Corel Draw) öffnen sowie PDF, PS (PostScript) und EPS exportieren. Die Dateikompatibilität wird zum Teil durch Extensions sichergestellt. Inkscape bietet einen großen Funktionsumfang und unterstützt als Spezialität zum Beispiel photorealistische Gitterverläufe.

Gravit Designer für alle Plattformen und online

Eine leistungsfähige Anwendung für jede Plattform: Neben der Web-App stehen Versionen für MacOS X, Windows, Linux und Chrome OS zur Verfügung, darüber hinaus auch Versionen für Tablets. Allerdings ist der Funktionsumfang des kostenlosen Gravit Designers eingeschränkt, so ist z.B. nur der PDF-Export mit 72 dpi möglich, was die kostenpflichtige Pro-Version erforderlich macht, die mit 300 dpi exportieren kann. Für die ist eine jährliche Gebühr zu entrichten. Die Besonderheit beim Gravit-Designer ist seine Cloudanbindung: Daten und Dateiversionen werden dort gespeichert.

Xara Designer Pro X für Windows

Xara Designer Pro X existiert seit 1992 und bietet einen beachtlichen Funktionsumfang zwischen Print und Web, kann Mehrseitengestaltung wie auch Vektor-Illustration. Das Programm bietet aktuelle typografische Finessen wie Open-Type-Ligaturen und unterstützt eine große Zahl an Datenformaten. Es verfügt über einen PDF-Editor und kann Adobe-Illustrator, Corel-Draw- und Photoshop-Dateien öffnen.

CorelDraw, das Windows-Zeichenprogramm

Das Programm „Corel Draw“ ist als Vektor-Zeichenprogramm mit langer Historie seit 1989 Teil der „Corel Draw Graphic Suite“ für Windows. Vorherige Versionen gab es auch für MacOS und Linux. Da Corel Draw aus der Windowswelt kam und Profis anfänglich mit Apple Macintosh arbeiteten, wurde Corel Draw weniger professionell verwendet, bietet aber einen großen Leistungsumfang und stellt einer Alternative zu Adobes „Creative Cloud“ dar. Das eigene CDR-Datenformat kann mit dem Konvertierungstool „libcdr“ von Programmen wie Inkscape, Scribus oder sk1 geöffnet werden. CorelDraw gilt jedoch je nach Version als nicht immer stabil.

Autodesk Graphic, der Nachfolger von iDraw

Ein kleines, günstiges Programm mit großem Leistungsumfang für MacOS X (vormals hieß es „iDraw“). Es ist gerade für Einsteiger einfach zu bedienen und mit Spezialfunktionen für das Webdesign ausgestattet. Zusätzlich gibt eine eigene Version für Apples iPad unter iOS.

Vectr, das Tool für Zusammenarbeit

Vectr ähnelt dem Gravit Designer. Verfügbar ist es als Webanwendung, für MacOS, Windows und das Chromebook. Außerdem gibt es eine Erweiterung für das Blogsystem „Wordpress“, in dem man dann Grafiken erstellen kann. Die Synchronisierung von Dateien erfolgt über die Cloud. Es gibt zwei Besonderheiten: Mit Vectr können zum einen mehrere Personen an Dateien über das Web arbeiten. Zum anderen erhält jede platzierte Grafik eine URL-Adresse, wodurch sich das Element automatisch im Layout ändert, wenn man die Originaldatei modifiziert.

Freehand, der ehemalige Illustrator-Konkurrent

Einige Zeit hatte sich Adobe Illustrator ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Macromedia Freehand geliefert. Schließlich hatte Adobe Macromedia aufgekauft und Freehand mit der MX/11-Version eingestellt. Die Bedienung von Adobe Illustrator war in seinen Anfängen weniger intuitiv und wirkte in ihrer Exaktheit eher wie ein Tool für technische Zeichner, auch wenn schon bei Erscheinen freie Illustratoren von seinen Möglichkeiten fasziniert waren. Freehand war intuitiver und hatte schnell eine treue Fangemeinde. Da die Freehand-Dateien ein eigenes Datenformat hatten, war es später schwierig, sie weiterzuverwenden, sofern sie nicht vorher als EPS-File (=Encapsulated Postscript File) abgespeichert worden waren. Allerdings ließen sich Dateien im Freehandformat noch bis Illustrator CS 5 per Doppelklick öffnen. Obwohl die Weiterentwicklung von Freehand 2007 eingestellt wurde, wird es weiter vertrieben. Es läuft aber nur bis MacOS 10.5 und nicht auf Intelprozessoren. Dennoch findet man das leistungsfähige Programm (Freehand 10+11) immer noch auf alten MacOS- oder Windows-Systemen.

OpenOffice Draw: Für die Bürokommunikation

Das kostenlose Programm als Teil der OpenOffice-Suite mit automatischen Vermaßungen eignet sich gerade für Anfänger gut für technische Zeichnungen und enthält Clipart und die gängigen Werkzeuge für das Zeichnen von Formen und Kurven, ist aber für professionelle Grafik-Designer nicht geeignet. Es ist für die drei Plattformen Windows, Mac OS X und Linux verfügbar.

Vektorgrafik in den Layoutprogrammen Scribus und InDesign

Übrigens lassen sich Vektorgrafiken auch mit Adobe InDesign erstellen, wenn auch nicht mit einem so differenzierten Funktionsumfang wie beim Adobe Illustrator. Ähnliches gilt für das DTP-Programm Scribus, das SVG- oder EPS-Dateien importieren kann. Scribus kommt aus der Unixwelt und läuft deshalb auch unter so exotischen Betriebssystemen wie OS/2 (altes IBM-System), eCS (Betriebssystem-Weiterentwicklung von IBMs OS/2) und Haiku (Weiterentwicklung der Betriebssysteme BeOS und OpenBeOS), sowie unter Linux, MacOS und Windows.

Für Sie zusammengefasst als Infografik:
Vektor-Dateiformat für Illustrationen und Icons

Ralf Wasselowski

Unser Gastautor: Ralf Wasselowski. Er betreibt die Agentur Conceptbüro in Essen und ist ein Kenner der Design-, Grafik- und Werbebranche. ©Ralf Wasselowski

21
November
2018
viaprinto-Wissen

Klein aber oho – Bild-Komprimierung und Bildqualität

In der ersten Folge unsere Serie zum Thema „Datenformate“ ging es um pixelorientierte Bilddaten-Formate. Im zweiten Teil gehen wir nun auf die Komprimierung von Bilddaten ein: Wie geht man bei der Komprimierung auf „Nummer Sicher“ und wo liegen die Unterschiede? Welche Aufgabenstellungen muss der Drucksachen-Designer kennen, um fehlerhaft komprimierte Daten zu vermeiden? Und gibt es wichtige Unterschiede in der Komprimierungsart von etwa TIFF, JPG oder anderen Datenformaten?

Oben: Bild (1) zeigt ein Motiv mit feiner Fellstruktur. Der linke Teil dieses Bildes ist stark JPEG-komprimiert, der rechte Teil unkomprimiert. Der Algorithmus zeigt in der kleinen Darstellung jedoch nur wenig sichtbare Veränderungen. Vergrößert man das Bild rechts (2), sieht man in der linken Hälfte, dass das Fell z.T. verschwommen oder unscharf wirkt.

Oben: in der weiteren Vergrößerung sieht man in der linken Hälfte, dass die einzelnen Haare nur noch zu ahnen sind. Der Algorithmus hat in quadratischen Feldern Farben und Details „zusammengefasst“ und vereinfacht, um Daten zu reduzieren. Das Bild ist qualitativ für den Offsetdruck nicht zu verwenden.

Warum Bilder komprimieren?

Eigentlich geht der Designer auf Nummer sicher, wenn er unkomprimierte Daten verwendet. Das aber ist im hektischen Produktions-Alltag mitunter etwas praxisfern. Wer täglich Verkaufsprospekte mit hunderten Abbildungen gestaltet, ist bezogen auf Zeitersparnis dankbar für Dateien, die nicht größer sind, als sie sein müssen. Denn das ist das Ziel auch von Komprimierung: Der Spagat zwischen kleiner Dateigröße, hoher Qualität und schneller Verarbeitung. Für den durchschnittlichen Auftrag hat sich deshalb medienübergreifend das JPEG-Format durchgesetzt. Es bietet als Dateiformat, das verlustbehaftet komprimiert, kleine Dateigrößen schon ohne oder bei geringer Komprimierung. JPEG ist im Gegensatz zum unter Windows weit verbreiteten BMP zudem CMYK-fähig und damit für den Offsetdruck geeignet – und es ist der Standard für Bilder im Internet. Beliebt ist es wohl auch deshalb, weil man mit einem Schieberegler die Stärke der Komprimierung einstellen und das Ergebnis am Bildschirm sofort sehen kann.

Oben: Der Grad der JPEG-Komprimierung kann per Schieberegler oder numerisch eingestellt werden.

Komprimierung: Kleine Dateien, kurze Wege

Es gibt aber noch einen anderen Grund: „Zeit ist Geld“ – dieses Motto gilt in Zeiten des digitalen Transports von Daten ganz besonders. Große Daten, die für Drucksachen zum Einsatz kommen, sind meist Bilddateien. Wer ein Projekt pro Monat abwickelt, für den ist Datenkompression nicht unbedingt ein Thema. Wer aber jeden Tag viele große Daten bewegen muss, für den wird Datenkomprimierung wichtig. Denn Kopier- und Übermittlungszeiten addieren sich, Datenarchive fressen Speicherplatz und die Bildbearbeitungssoftware kann auch mehr Geschwindigkeitsprobleme bekommen, je größer die Bilddaten sind. Wenn man öfter mal hunderte von Fotos von der DVD oder aus dem Web auf die eigene Festplatte kopieren und viele davon bearbeiten, konvertieren oder weiterverschicken muss, wirken sich Dateigrößen auf das Zeitkontingent aus. Da ist man als Grafiker dankbar für jede Zeitersparnis – und ein komprimiertes Datenformat wie JPEG gegenüber dem TIFF-Format trägt dazu bei, Zeit zu sparen.

Wie lassen sich Bildgrößen reduzieren?

Damit taucht man ein in verschiedene Möglichkeiten, die Bildgröße zu verringern, denn das geht zunächst auch ohne Komprimierung. Für viele Drucksachen bekommt man Bilddaten, die größer sind, als man sie für die Belichtung braucht. 300 PPI für ein Farbfoto in der Drucksache reichen für gewöhnlich aus. Mehr PPI bringen keine Qualitätsverbesserung. Dies bezieht sich auf ein herkömmliches Raster. Bei feineren Rasterweiten kann die benötigte Auflösung jedoch höher ausfallen.
Das heißt also z.B.: Wird ein Foto in einer Drucksache mit einer Seitenlänge von 10 x 10 cm abgebildet, so ist es ausreichend, wenn die Bilddatei mit den Maßen 10 x 10 cm 300 PPI Auflösung hat. Sollte die ursprüngliche Bilddatei aber 30 x 30 cm bei 300 pPI groß sein, hätte sie bezogen auf die geforderte, skalierte Abbildungsdimension von 10 x 10 cm eine viel zu hohe Auflösung, die keine Qualitätsverbesserung bringt. Viele Layoutprogramme wie beispielsweise Adobe InDesign lösen dieses Problem in ihrem Export-Dialog für das PDF-X-Format. Dort ist in der Standardeinstellung vorgesehen, dass Bilder, die wesentlich größer sind nach einer Voreinstellung verkleinert werden.

Oben: Zu sehen sind Einstellungen zur „Komprimierung“ bei der PDF-Datei-Erstellung aus Photoshop heraus. Man kann festlegen ab wieviel Auflösung automatisch auf 300 DPI reduziert werden soll. Außerdem lässt sich die interne Bildkomprimierungsart wählen und der Grad der Komprimierung. Für Drucksachen sollte in der Regel „ohne“ Komprimierung gewählt werden.

Was soll Datenkomprimierung können?

Der Vorgang der manuellen Größenanpassung oder DPI-Reduzierung ist noch keine Komprimierung. Denn Komprimierung meint eine automatisiert gesteuerte Datenreduzierung oder Datenverdichtung, die einen speziellen Algorithmus verwendet. Der Algorithmus ist als eine mathematisch-programmiertechnische Anweisung zu verstehen, nach welchen Regeln die Daten eines Bildes reduziert werden sollen. Es gibt zahlreiche Verfahren der Komprimierung, deren Funktionsweise sich letztlich dem Laien kaum erschließt. Für den Anwender sind die drei wesentlichen Unterschiede entscheidend:

  1. Bleibt meine Original-Bilddatei mit ihrem Datenbestand bezüglich Farbtiefe, Tonwertumfang und Auflösung erhalten? Diese einfache Frage hat im Zeitalter mobiler Digitalität eine gewisse Sprengkraft. Denn es gilt: Immer wenn Bilddaten über Datenleitungen transportiert oder auf Medien gespeichert werden, laufen sie Gefahr, komprimiert zu werden. Alle großen Anbieter von Cloud- oder E-Mail-Lösungen wie Google, Microsoft oder Amazon, bei denen man Bilder hochladen oder verschicken kann, komprimieren diese Dateien. Je nach Komprimierungsverfahren werden dabei die Bilddaten mehr oder weniger angetastet. Will man dies vermeiden, dürfte man diese Dienste nicht nutzen und müsste einen Bildworkflow favorisieren, der ausschließlich unkomprimierte Tiffs einsetzt. Die aber sind riesengroß. Eine andere Möglichkeit großer Bilddateien ist das Raw-Format als digitales Negativ, das die Original-Fotodaten so belässt, wie sie aufgenommen wurden.
  2. Wird meine Bilddatei verlustfrei komprimiert? Das TIFF-Format bietet sowohl eine verlustfreie als auch eine verlustbehaftete Komprimierung. Das tut auch das PNG-Format, aber es unterstützt kein CMYK.
  3. Wird meine Bilddatei verlustbehaftet komprimiert? Viele Komprimierungsverfahren bieten verlustbehaftete Ergebnisse. Das JPEG-Verfahren z.B. reduziert den Datenbestand unmerklich selbst dann, wenn man die maximale Auflösung einstellt. Hinzu kommt, dass man bei gelieferten Bilddateien oft nach Augenschein am Bildschirm geht aber nicht genau wissen kann, ob schon bestimmte Bildinformationen weggefallen sind, weil z.B. ein Bildlieferant die Daten komprimiert hat. Bilddateien können eine lange Geschichte haben, immer wieder verwendet werden und dabei weiter – u.U. auch unsachgemäß – komprimiert werden. Der Bildschirm mit seinen leuchtenden RGB-Lichtfarben schönt dabei die Bilder im Hinblick auf das Ergebnis im CMYK-Offsetdruck.

Faktoren, die die Bildqualität beeinflussen

Zu bedenken ist neben der Komprimierung: Konvertiert man ein RGB-Bild in ein CMYK-Bild für den Vierfarbdruck, verliert man unwiederbringlich Farbinformationen. Denn der CMYK-Farbraum ist kleiner. Bei der Konvertierung und Bearbeitung von Bildern geht es also zusammengefasst um verschiedene Kriterien, die für die Abbildungsqualität des Bildes wichtig sind:

  • Bildgröße in Pixeln oder Zentimetern
  • Komprimierung verlustfrei oder verlustbehaftet
  • Farbraum (z.B. RGB oder CMYK)
  • Farbtiefe (z.B. 8 Bit/24 Bit, siehe dazu Folge 6 unserer Reihe)

Dabei wirken sich Komprimierungen unterschiedlich aus. Verlustbehaftete Komprimierungen wirken bei flächigen Motive mit wenigen Details anders als bei detailreichen Fotos oder Illustrationen.

Oben: Unter den Einstellungen von „Google Fotos“ hat man die Möglichkeit, Fotos in Originalgröße nachträglich auf „Hohe Qualität“ herunterzukonvertieren. Dafür nutzt man den Button „Speicherplatz freimachen“.

Automatisches Konvertieren im Alltag

Die digitale Welt wimmelt von Abläufen für die Bilddatenbearbeitung und deren Komprimierung, über die man sich oft kaum Gedanken macht. Zwei Beispiele:

    • „Google Fotos“ ist ein großer Cloud-Dienst, in den man seine Fotos etwa vom Handy oder zwischen PCs hochlädt und synchronisiert. Dazu hat man zwei Optionen: Entweder hat man in der Google-Foto-Cloud unbegrenzten Speicherplatz, allerdings werden dafür die Fotos, die größer als 16 Megapixel groß sind, automatisch auf diese Größe heruntergerechnet. Man hat hierbei also einen Verlust der Auflösung und Datenmenge. Bei der zweiten Option kann man die volle Auflösung hochladen, allerdings nur solange bis das kostenlose Speicherkontingent von 15 Gigabyte ausgeschöpft ist, was bei hoher Auflösung der Bilder schneller passieren kann. Aber auch unabhängig davon, welche Option man wählt, werden alle Bilddaten von Google komprimiert, um Platz zu sparen.

Oben: Hier wird in „Google Fotos“ angezeigt, wieviel Platz man durch die Datenmengenreduzierung der hochgeladenen Bilder sparen kann. Hier wäre es rund 360 MB.

  • Auch der Clouddienst Dropbox komprimiert die Dateien verlustfrei. Dazu wird die verlustfreie Komprimierungssoftware Lepton eingesetzt, die die Dateigröße um über 20% reduziert.

Oben: Die Voreinstellungen für den Kamera-Upload unter Dropbox.

Man kann also davon ausgehen, dass alle Bilddaten, die man in der Cloud speichert oder per Mail verschickt, für Archivierung oder Transport auf irgendeine Weise komprimiert werden. In der Regel sollte dies verlustfrei erfolgen.

Wie wird komprimiert?

  • Ein Komprimierungsalgorithmus analysiert ein Bild und versucht Einsparpotenziale zu ermitteln. Die liegen oft in der datenmäßigen Zusammenfassung ähnlicher Bildbereiche.
  • Bei der verlustbehafteten Kompression werden Farbbereiche zusammengefasst und Farbnuancen reduziert. Dabei kommen aber z.B. beim JPEG Filter zum Einsatz, die berücksichtigen, wie der Mensch Bildinformationen wahrnimmt. Der Algorithmus trägt also der menschlichen Wahrnehmung Rechnung.
  • Komprimierung als Dateigrößenreduzierung wird oft erzielt, indem man gleiche Pixelstrukturen in einer Art Inhaltsverzeichnis ablegt. Anstatt eine komplexe Struktur öfters zu wiederholen, muss anstatt dessen nur noch ein Zahlenwert als Name der Pixelstruktur gespeichert werden – das spart Platz.
  • Bei der sogenannten progressiven Kompression werden mehrere Dateien insgesamt analysiert und zusammen dateiübergreifend komprimiert. Je ähnlicher sich die Dateien bzw. ihre einzelnen Bestandteile sind, desto höher ist das Einsparpotenzial.
  • Das ZIP-Format oder das RAR-Format als verlustfrei komprimierte Datencontainer unterstützt dies nicht. Der Gesamtdatenbestand kann aber geteilt werden, damit die Daten z.B. auf mehrere Datenträger wie DVDs verteilt werden können.

Oben: Per Klick mit der rechten Maustaste auf eine Datei kann man unter MacOS etwa eine Bilddatei in eine ZIP-Datei komprimieren.

Fazit: Was ist bei der Komprimierung zu beachten?

  • Dateigröße: Die Dateigröße soll reduziert werden. Hat man es mit Projekten mit hunderten von Bildern zu tun, kann der Einsatz von JPEGs je nach Qualitätsanspruch Sinn machen. Es ist zu entscheiden, ob eine verlustfreie Komprimierung genügend Datenmenge einspart. Für die Belichtung sollten Bilddaten in PDFs aber unkomprimiert sein.
  • Bildqualität: Bei herkömmlichen Drucksachen vor allem mit relativ klein abgebildetem Bildmaterial fällt eine geringe Komprimierung kaum auf. Zumal, wenn es sich nicht um Profifotos handelt. Bei großformatigen detailreichen Bildern vor allem aus den Bereichen Mode (mit feinen Stoffstrukturen), Food, Auto (differenzierte Spiegelungen und Schattierungen) oder allgemein mit Abbildungen, die feine Muster zeigen, sollten in jedem Fall unkomprimierte Bilder oder solche mit verlustfreier Komprimierung verwendet werden. Im Falle von TIFFs sollte also keine verlustbehaftete JPEG-Komprimierung verwendet werden sondern die verlustfreie LZW-Komprimierung (Lempel-Ziv-Welch nach den Namen der Entwickler). Auch die Verfahren RLE (Run-Length-Encoding = Lauflängenkodierung) oder CCITT arbeiten verlustfrei.
  • Weitergabe von Bilddaten und Komprimierungsgrad: Wer Bilder aus unklarer Quelle verwendet, sollte nachforschen, ob es sich um den Originalbilddatenbestand handelt oder ob das Bildmaterial u.U. unnötigerweise bereits komprimiert wurde. Umgekehrt sollte man komprimierte Bilder nur mit entsprechendem Hinweis weitergeben oder auf den Verbleib des Originaldatenbestandes verweisen.
  • Know-how: Das Thema „Komprimierung“ erhält oft seine Relevanz, weil es an Know-how fehlt. Web-Designer lernen eher, wie man richtig komprimiert, weil im Webdesign komprimieren eine Notwendigkeit ist, damit Seiten schnell geladen werden. Im Drucksachenbereich ist Komprimierung kaum ein Thema, nur wenn es um riesige Datenbestände geht. Aber auch hier gilt, dass jedes Bild bestimmte Anforderungen hat, weil Komprimierung motivabhängig ist.
  • Farbverbindliche Kontrollausdrucke: Der Designer als möglicher Komprimierungsanwender kann die Auswirkung der Komprimierung nur nach Augenschein beurteilen. Es macht Sinn nach Möglichkeit kalibrierte hochaufgelöste Kontroll-Farbdrucke der Fotos als Grundlage für die Beurteilung der Bildqualität zu nutzen. Oft geht es aber nicht um Komprimierung im eigentlichen Sinne sondern darum, ob man bei einem maximal aufgelösten JPEG einen Unterschied im Vergleich mit einem nicht komprimierten TIFF sehen kann. In vielen Fällen ist das nicht der Fall.
  • Farbräume/Farbwirkung: Nicht nur die Konvertierung beeinflusst die Bildqualität, auch eine zu geringe DPI-Zahl kann das tun. Schon bei der Konvertierung von RGB zu CMYK fallen Farbinformationen weg und verändern teils die Farbwirkung. Auch die Farbtiefe kann hier Einfluss nehmen. Allerdings gibt dies vor allem dann, wenn man das Bild noch bearbeiten will, wofür eine höhere Farbtiefe hilfreich ist, um Tonwerte nicht ins Weiße abreißen zu lassen.

Linkliste

Komprimieren kann man JPGs oder PNGs in allen gängigen Bildbearbeitungsprogrammen. Es gibt aber auch spezialisierte Kompressionssoftware, die aber eher für Webdesign geeignet ist.

    • Für JPEG: JPEGmini
    • Für PNG: PNGquant Auf der Webseite finden sich weitere Tools für verschiedene Betriebssysteme.
    • Ein Komprimierungstool als Webanwendung: tinyPNG
    • Kompressions-Stapelverarbeitung mit der Software irfanview

 

Für Sie zusammengefasst als Infografik:
Komprimierung: Kleine Daten & kurze Wege

Ralf Wasselowski

Unser Gastautor: Ralf Wasselowski. Er betreibt die Agentur Conceptbüro in Essen und ist ein Kenner der Design-, Grafik- und Werbebranche. ©Ralf Wasselowski


Bisher in der Reihe „Datenformate“ erschienen:
Von Pixel- und Bitmap-Bildern

7
November
2018
viaprinto-Wissen

Dateiformate von Pixel- und Bitmap-Bildern

Daten sind jener digitale „Stoff“, den Designer, Produktioner oder Medienschaffende verwenden, um Gestaltung Wirklichkeit werden zu lassen. Die unterschiedlichen Datenformate haben jedoch Eigenschaften, die Vorteile und manchmal auch Nachteile für die Arbeit bringen. Wir stellen in den nächsten drei Monaten in sechs Artikeln relevante Grafik-Datenformate für Designer vor. In der ersten Folge geht es um pixelbasierte Dateiformate. Was können sie und was unterscheidet gerade im Print-Bereich etwa Tiff, JPEG oder PNG voneinander?

In diesem Artikel geht es um Grafik-Datenformate, die pixelbasiert sind, so genannte Rastergrafiken. Also nicht um Vektordaten wie sie in Adobe Illustrator erzeugt werden, die auflösungsunabhängig aus gefüllten Kurven und Linien bestehen. (Über Vektor-Formate informieren wir in Teil 3 unserer Serie). Das Besondere bei Pixelgrafiken ist, dass sie nicht ohne Qualitätsverlust vergrößerbar sind. Will man ein Foto aus dem Web für den Offsetdruck nutzen, muss man auf die Auflösung achten: Bilder für den Offsetdruck müssen mit 300 DPI aufgelöst sein, Bilder für das Web oft nur mit 72 DPI. Würde man ein so aufgelöstes Bild im Offsetdruck drucken, erhielte man ein pixeliges Bild.
Dateiformate für Farbfotos oder -Illustrationen, die von Medien-Designern für Drucksachen verwendet werden, sollten folgende Vorgaben unterstützen:

  • CMYK-Farbraum (nicht RGB wie im Web oder bei Fotokameras)
  • Hohe Auflösung (300 DPI für Fotos)
  • Hohe Farbtiefe (24 Bit, 32 Bit oder 48 Bit bieten Farbdifferenzierungs-Reserven gerade für die Bildbearbeitung und Bildmanipulation)
  • Komprimierungen müssen verlustfrei erfolgen

Der Wandel der Pixel-Dateiformate

Die Geschichte der zahlreichen Pixel-Datenformate erklärt sich aus immer neuen technischen Anforderungen. Das Tiff-Format etwa, das aus den Anfängen des computergestützten Publizierens stammte, war nicht tauglich für das Internet. Das verlangte nach kleinen Dateiformaten, die im Web schnell geladen werden konnten. Der Einsatz von Pixelgrafiken im Web hat dazu geführt, dass vor allem die Komprimierungsmöglichkeiten ein wichtiges Thema wurden. Dies hängt mit den Faktoren Darstellungsqualität und Dateigröße im Verhältnis zur Komprimierungsart zusammen.
Aber auch Patentstreitigkeiten bezüglich Datenformaten beschleunigten die Entwicklung neuer Datei-Formate: Das Datenformat PNG wurde als Reaktion auf das GIF-Patent entwickelt. Denn dessen Inhaber wollte Lizenzgebühren für den Gebrauch des GIF-Formates. So wurde mit PNG ein kostenfreies Format entwickelt, das ohne Lizenzschwierigkeiten nutzbar war. JPG2000, ein Dateiformat mit besseren Komprimierungseigenschaften als sein Vorgänger JPEG, konnte sich ebenfalls wegen anfallender Patentgebühren nicht durchsetzen.

Dateiarten: Pixel, Vektoren, Druckdaten, Fonts, Texte und Programme

Ein Mediengestalter muss sich mit unterschiedlichsten Dateiarten auskennen, gerade wenn Daten für die weitere Arbeit zugeliefert werde. Dazu zählen auch Texte und Schriften, deren Dateiformate aber nicht das Thema dieser Serie sind. Zusammengefasst ist ein Grafik-Designer mit folgenden Datei-Arten konfrontiert:

  • Pixel-Datenformate wie TIFF, JPG oder PNG
  • Vektor-Datenformate wie CDR (Corel Draw), AI (Adobe Illustrator) und Acrobat (PDF)
  • Produktions-Datenformat PDF-X
  • Font- Datenformate bei den Schriften wie PostScript (PS), OpenType (OTF) oder TrueType (TT)
  • Proprietäre (=herstellereigene) Programm-Datenformate wie InDesign (INDD), Gimp (XCF) oder Photoshop (PSD)
  • Officedatenformate wie PowerPoint (PPT), Word (DOCX)
  • Text-Datenformate wie DOC, TXT, RTF oder ODT von OpenOffice

Vektorgrafiken als Gegenmodell zu den Pixel-Bildern

Das andere große Bilddateimodell gegenüber den pixelorientierten Bildern sind Vektorgrafiken. Diese Illustrationen bestehen aus verlustfrei vergrößerbaren Konturen, die mit Farben oder Verläufen gefüllt werden. Die sogenannten Beziér-Kurven definieren Eckpunkte oder Kurvenverläufe mathematisch und bleiben immer glatt – ohne die Treppchenstruktur der Pixel-Grafiken.

Integration von Pixelgrafik und Vektorillustrationen

Waren diese beiden Datei-Welten “Pixel” und “Vektor” lange Zeit voneinander getrennt, geht die Tendenz hin zur Integration beider Formate. Adobe Photoshop als traditionelles Pixel-Grafik-Programm etwa kann Vektorgrafiken öffnen und weiterbearbeiten. Das Vektorgrafikprogramm Adobe Illustrator kann schon seit längerem Pixeldaten aufnehmen.

Wichtige Eigenschaften von Dateiformaten

Für Medien-Designer, Reinzeichner und alle, die mit Bildern und visuellen Zeichen arbeiten, ist der Begriff “Dateiformat” meist gleichbedeutend damit, wie sie Bilddateien wie Fotos oder Illustrationen abspeichern und einbinden. Dateiformate haben aber auch darüber hinaus Relevanz und werden von Fragen begleitet wie:

  • Zuverlässigkeit: Welches Datenformat bietet im Austausch mit Druckdienstleistern die höchste Verlässlichkeit?
  • Kompatibilität: Welche Programmdateien werden auf absehbare Zeit editierbar und damit für kommende Auflagen korrigierbar bleiben?
  • Standardisierung: Hier ist entscheidend, ob ein Datenformat dauerhaft mit mehreren Programmen plattformübergreifend geöffnet werden kann.

Falsches Datenformat: Welche Fehler können auftreten?

Vor allem im Daten-Austausch zwischen Kunde und Dienstleistern ist das Wissen über Datenformate erfolgs- und qualitätsentscheidend. Tatsächlich sind “falsche” Datenformate von Dateien neben dem unsachgemässen Einsatz und der Handhabung von Schriften und Farben die Hauptfehlerquelle bei der Drucksachen-Gestaltung. Aber was heisst “falsch”? Was könnten die Folgen sein, wenn man nicht genau weiß, welches Dateiformat welche Eigenschaften besitzt?

  • Zu kleiner Farbraum durch falschen Farbmodus einer Bilddatei. Ergebnis: Mangelnde Farbtreue des Bildes z.B. bei Kunstreproduktionen, Farbdetails werden unzureichend dargestellt oder fallen weg.
  • Falsches Farbprofil mit dem Ergebnis von Abweichungen bei den Farben.
  • Unzureichende Kompatibilität durch falsche Programmversion und damit z.B. zu alte Dateiversion. Ergebnis: Datei muss neu angelegt werden.
  • Qualitätsverlust bei Bildern durch vergrössern, hochrechnen oder zu starkes Komprimieren. Ergebnis: Die Schärfe, speziell die Konturenschärfe, und Brillanz des Bildes sind unbefriedigend.
  • Freisteller auf weißem Hintergrund. Manche Datenformate enthalten Beschneidungspfade oder Transparenzen. Wäre dies nicht der Fall, werden in einem Grafikprogramm freigestellte Bilder im Layoutprogramm mit einem weißen eckigen Hintergrund angezeigt, wenn sie beispielsweise auf einem farbigen Hintergrund liegen.

Standard-Dateiformate für hohe Farbtiefen und höchste Auflösungen

Gebräuchliche Bildformate für den Druck und die Speicherung qualitativ hochwertiger Bilddatenbestände sind

  • Tiff,
  • JPEG (unkomprimiert) und
  • BMP.

Oben: Bei den TIFF-Optionen sieht man links die aktivierte verlustfreie LZW-Komprimierung

TIFF/TIF (Tagged Image File Format)

TIFF ist der Standard vor allem in der Apple-Macintosh-Welt für unkomprimierte, hochaufgelöste Bilder auch im Vierfarb-Druckstandard CMYK. Dieses Format ist eng verknüpft mit der Geschichte des “Desktop-Publishing”. Das TIFF-Format ist allein aufgrund seiner Größe nicht für den Einsatz auf Webseiten geeignet, vor allem aber ist es ein nicht gepuffertes Dateiformat. Ein Datenpuffer gleicht Unterschiede in der Geschwindigkeit von Datenverarbeitungsprozessen aus. Das heißt für Webseiten, dass Fotos zwischengespeichert und nachgeladen werden, wie das bei JPG oder PNG der Fall ist.

Profil des Tiff-Formates:

  • Verlustfreie Komprimierung, die gegenüber anderen Verfahren große und qualitativ hochwertige Dateien erzeugt.
  • Das Tiff-Format gilt als komplex und flexibel, es kann Farbseparationen und Alphakanäle enthalten oder in einer Datei verschieden große Versionen eines Bildes.
  • Tiffs sind mit allen gängigen Grafik-Programmen auf allen Betriebssystemen zu verarbeiten.
BMP (Bitmap File Format)

BMP ist gleichbedeutend mit DIB (Device Independent Bitmap) und gilt als Standard für hohe Bildqualität unter Windows. Was das TIFF-Format für die Apple-Macintosh-Welt ist, das ist für die Windows-Welt das BMP-Format. Beide Formate lassen sich plattformübergreifend von allen wesentlichen Bildverarbeitungen öffnen, bearbeiten und abspeichern.

Profil des BMP-Formates:

  • Ähnlich wie das TIFF eignet sich das BMP nicht für das Internet, weil es eine Kompression unterstützt, die verlustfrei ist und damit die Dateien nicht stark genug verkleinert.
  • Unterstützt werden im Farbfotobereich 8, 16, 24 oder 32 Bit Farbtiefe.
  • Bei BMP sind Alphakanäle, Farbkorrektur sowie zusätzlich angehängte Informationen wie Metadaten anders als beim TIFF nicht enthalten.
  • Der CMYK-Modus wird nicht unterstützt.

Oben: Per Schieberegler lässt sich im JPEG-Format der Komprimierungsgrad einstellen. „Progressiv“ unter „Format-Optionen“ ermöglicht den zunächst niedrig aufgelösten Bildaufbau auf Webseiten.

 

JPEG/JPG (Joint Photographic Experts Group)

Die Joint Photographic Experts Group ist ein Gremium, das 1992 Kompressionsverfahren definiert und dabei das JPEG-Format als Standard im Internet eingeführt hat. Da JPEG auch in der Druckproduktion Verwendung findet, unterstützt es neben dem RGB- auch den CMYK-Farbmodus. Das JPEG ist ein Datenformat, das Bilder auf Kosten der Qualität extrem komprimieren kann.

Profil des JPEG-Formates

  • Zeitersparnis: Das JPEG-Format ist ein komprimiertes Format. Das heißt, dass ein JPEG selbst in maximaler Auflösung gegenüber einem unkomprimierten TIFF datenverlustbehaftet ist. Diese Unterschiede nimmt das menschliche Auge aber oft kaum wahr.
  • Wiedergabe-Qualität: Deshalb eignet sich das JPG-Format in maximaler Auflösung auch für den Offsetdruck. Zu beachten ist aber, dass Fotos, die nicht in maximaler Auflösung im JPEG-Format zugeliefert werden, qualitativ unzureichend sein können. Es ist also darauf zu achten, dass das JPEG auf seinem Weg vom Fotografen bis zum Druck nicht komprimiert wird.
  • Farbe: JPEG unterstützt eine Farbtiefe von 24 oder 36 Bit. 24 Bit bildet maximal 16.777.216 unterschiedliche Farben ab und ist unter CMYK für den Offsetdruck geeignet.
  • Komprimierung: Falsche das heißt zu starke Komprimierung kann Fotos für den Offsetdruck ungeeignet machen. JPGs bilden, je höher sie komprimiert werden, sogenannten Artefakte. Das sind stufige Strukturen anstatt Bilddetails, die den Bildeindruck erheblich verschlechtern.
PDF (Portable Document Format/Photoshop PDF)

Ein Format für das digitale Publizieren, nimmt eine Ausnahmestellung ein: Das mit Adobe Acrobat oder per Export aus einem Grafik-Programm erzeugte PDF-Format. Man findet PDFs niedrig aufgelöst sowohl auf Webseiten als auch hoch aufgelöst in Form von Belichtungsdateien im Offsetdruck. „Hoch“ oder „niedrig“ aufgelöst bezieht sich auf die Pixel-Bilddaten, die im PDF-Format enthalten sind. Man kann es sich als einen Daten-Container vorstellen, in dem Pixelbilder, Vektordaten und Schriften enthalten sein können, kurz, alle Gestaltungselemente, die zum Design gehören. Da PDF der Standard in der grafischen Industrie ist, können aus den meisten für Grafiker relevanten Programmen PDFs exportiert werden. Über Voreinstellungen kann man dabei die Fotoauflösung festlegen oder sie manuell ändern. Das „X“ im PDF-X-Format stellt sicher, dass Bilder im CMYK-Farbraum angelegt sind bzw. in diesen bei der PDF-Erstellung konvertiert werden und dass die Bildauflösungen für den Offsetdruck ausreichend sind. Sollte dies nicht der Fall sein, wird eine Warnmeldung ausgegeben. Mit dem Interpreter Ghostscript lassen sich PDF-Dateien unter Windows öffnen und sogar korrigieren. Aus Photoshop heraus lässt sich eine Pixelgrafik insgesamt als PDF-Datei abspeichern. Dabei sind bis zu 48 Bit Farbtiefe möglich. Eine Besonderheit des PDF-Formates ist die unterstützte Seitengröße:

  • bis Version 3: 1,143 m × 1,143 m Seitengröße,
  • bis Version 6: 5,08 m × 5,08 m Seitengröße und
  • ab Version 7: 381 km × 381 km Seitengröße (Kein Satzfehler, Kilometer!)

(Mehr zum PDF-Format im dritten Teil unserer Serie zum Thema Vektordatenformate).

Targa und PNG
Zwei weitere verbreitete und verlustfrei komprimierbare Dateiformate spielen für Drucksachen keine Rolle, weil sie CMYK nicht unterstützen.

TGA/TARGA (= Truevision Advanced Raster Graphics Array)

TARGA kann eingeschränkt Alphakanäle für Transparenzen und Gammakorrektur für die Bildverbesserung mit abspeichern, verfügt über 32 Bit Farbtiefe und ermöglicht eine verlustfreie Komprimierung. TARGA wird als Standard vor allem beim Bewegtbild etwa bei Spielen oder im Fernsehen eingesetzt.

PNG (Portable Network Graphics)

Gebräuchlichstes unkomprimiertes Datenformat im Web mit den Möglichkeiten verlustfreier Kompression. Es verfügt gegenüber dem Vorläufer GIF über eine bessere Komprimierung und speichert je Einzelbild mehr Farben. Im Gegensatz zum GIF sind die Transparenz-Einstellungen umfassender.

Weitere pixelorientierte Datenformate
Adobe Photoshop unterstützt eine Reihe von Pixeldatenformaten. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um

  • spezialisierte Photoshop-Dateiformate,
  • JPEG-Unterformate,
  • weitere Web-Dateiformate für kleine Bildgrößen und
  • Spezialformate.

Wo liegen die Einsatzfelder dieser Dateiformate, was sind ihre Unterschiede und welches ihre Vor- und Nachteile? (In Teil 4 unserer Serie zu Datenformaten stellen wir darüber hinaus die proprietären Dateiformate von Programmen wie Photoshop, Gimp oder Adobe Illustrator vor.)

Oben: Eine Liste der von Adobe Photoshop unterstützten Datenformate.

Photoshop (PSD-Format)

Adobe verfügt mit dem PSD-Format über ein programmeigenes Format, das Ebenen abspeichern kann und den vollen Photoshop-Funktions- und Darstellungsumfang unterstützt. PSD-Dateien sind Arbeitsdateien von oft erheblicher Größe. Für die Endplatzierung von Bildern in anderen Grafikprogrammen werden die PSD-Dateien nach Fertigstellung auf eine Ebene reduziert.

PSB (Photoshop Big/Großes Dokumentenformat)

PSB ist ein Photoshop-Sonderdateiformat für extreme Dateigrößen. Die maximale Größe von Fotodateien ob im PSD- oder TIFF-Format liegt bei 2 GB. PBS-Dateien können größer sein und finden zum Beispiel Anwendung in der Satellitenfotografie oder bei bei 32-Bit-HDR-Bildern. Hierbei sind Seitenlängen bis zu 300.000 Pixeln möglich. Eine Kompatibilität mit PSB ist ab Photoshop CS gegeben.

Compuserve GIF (Graphics Interchange Format)

Das GIF-Format ist ein Internetformat, das vom PNG-Format weitestgehend abgelöst wurde. Nur unterstützt PNG keine Animationen, dafür sind im GIF-Format keine Teil-Transparenzen enthalten, wie sie PNG bietet. Ein GIF ist auf 256 Farben beschränkt und unterstützt eine Dateigröße mit Kantenlängen von bis zu 65.535 Pixeln.

DICOM (Digital Imaging and Communications in Medicine)

Ein Spezialformat für Bilder aus dem medizinischen Bereich, das die Bilddaten mit Patientendaten verknüpft.

Photoshop-EPS (Encapsulated PostScript)

PostScript ist die Seitenbeschreibungssprache für Seitengestaltung, wie sie Grafikprogramme erzeugen. Wobei „encapsulated“ „eingekapselt“ heißt, weil die Postscriptdatei in einem transportablen Dateicontainer, dem EPS-File, enthalten ist. Heutzutage wird PostScript komfortabler in PDF-Dateien umgewandelt. Früher, als die verschiedenen Grafik-Programme noch nicht sehr kompatibel waren, war das sogenannte EPS-File (EPS oder EPSF) als Austausch-Dateiformat nötig. Es kann von jedem wesentlichen Gestaltungsprogramm erzeugt werden, Pixelgrafik, Vektorgrafik und Schriften enthalten und seitenweise separiert belichtet werden. Das EPS-Format wurde durch PDF und das Adobe-Illustrator-Format „AI“ abgelöst.

IFF (Interchange File Format)

Das IFF-Format ist nicht allein ein Bildformat sondern eignet sich dazu, verschiedenartige Dateien wie Musik, Bild, Film oder Text miteinander zu verbinden. Entwickelt wurde es vom Videospiel-Pionier Electronic Arts.

JPEG 2000 (Joint Photographic Experts Group 2000)

Der Nachfolger des JPEG war JPEG 2000. Der Ansatz des Formates war eine weiter verbesserte Kompressionsrate für kleinere Dateien, einhergehend mit der Beseitigung der JPEG-Artefakte bei zu starker Komprimierung. Dadurch wurde die Darstellungsqualität komprimierter Bilder verbessert. JPEG 2000 kann zudem größere Bilder über 64.000 Pixel Kantenlänge verarbeiten, ist flexibler bei der Bildoptimierung und unterstützt Alphakanäle für Transparenzen. Das Datenformat wird aber von vielen Bildverarbeitungsprogrammen nicht mehr unterstützt.

JPEG Stereo (Joint Photographic Experts Group Stereo)

Das JPEG-Stereo-Format (als JPS-Datei) wird als Spezialformat für Mehrfachbilder für 3D-Effekte genutzt. Dabei werden zwei Bilder nebeneinander liegend in einer Datei platziert, eines für das linke Auge eines für das rechte. Zum Betrachten ist keine weitere Software nötig. JPEG Stereo findet meist Anwendung als Speicherformat von 3D-Inhalten in Fotokameras.

MPO/MPF (Mehrbildformat auch Multi Picture Object oder Multi Picture Format)

Wie JPEG Stereo ist das Mehrbildformat für dreidimensional wirkende Fotos entwickelt worden. Das sind meist stereoskopische Bilder, die beim Betrachten räumlich wirken. Allerdings haben MPO-Dateien den Nachteil, dass ohne spezielle Betrachtungssoftware immer nur ein Bild zu sehen ist und nicht beide gleichzeitig wie beim JPEG-Stereo-Format.

PCX (Picture exchange)

Das PCX-Format ist ein kaum noch unterstütztes Bilddatenformat, das für das Programm Paintbrush entwickelt wurde. Es unterstützt bis zu 24 Bit Farbtiefe.

RAW/ PRAW (Photoshop Raw)

Das Raw-Format ist ein unbearbeitetes Rohformat, das als digitales Negativ gilt. Raw-Bilder enthalten alle Bildinformationen, die die Kamera aufgezeichnet hat. Deshalb ist die Raw-Datei mehrfach so groß wie die JPEG-Datei. Mit Bildbearbeitungsprogrammen wie Photoshop, Gimp oder Lightroom werden Raws optimiert. Dabei sind die Tonwertergebnisse gerade bei Gegenlichtaufnahmen deutlich besser als automatisiert in der Kamera erzeugte JPEGs. Dabei gibt es nicht ein Raw-Format sondern zahlreiche. Denn jeder Kamerahersteller entwickelt sein eigenes. Die höhere Qualität des Raw liegt auch in der Farbtiefe begründet. Während JPEGs bei 8 Bit 256 Helligkeitsstufen pro Kanal enthalten, liegt die tatsächlich aufgezeichnete Farbtiefe weit darüber. Bei 10 Bit wären 1.024 Farbabstufungen vorhanden, bei 14 Bit bereits 16.384 Abstufungen pro Kanal. Das automatisierte JPEG würde hier also die Farbtiefe erheblich reduzieren. Bei der manuellen Bearbeitung kann es dann zu stufigen Farbabrissen komnmen, weil zu wenig Daten vorhanden sind.

DNG (Digital Negative-Format)

Im Dschungel der unterschiedlichen Raw-Formate strebt Adobe mit dem Digital Negative-Format (DNG) eine Vereinheitlichung an. Das DNG ist das Raw-Format von Adobe. Unterstützt werden CMYK- und RGB-Farbräume, ebenso Graustufenbilder inklusive Alphakanälen für Transparenzen sowie Bilder im Lab-Farbraum ohne Ebenen. Die Dateigröße ist nicht begrenzt.

Pixar-Format

Das Pixar-Bildformat kommt speziell für High-End-Grafik zum Beispiel bei 3D-Animationen zum Einsatz. Bearbeitet werden können RGB- oder Graustufenbilder mit Alphakanal.

PBM (Portable Bit Map)

Das plattformunabhängige Dateiformat Portable Bit Map ist für den Bildtransfer von 1-Bit-Grafiken zwischen Rechnersystemen geschaffen worden. Dafür werden die Bilder im ASCII-Textformat gespeichert, das den maschinengesteuerten Bildtransfer beschleunigt. Das Bildformat kann zum Beispiel auf Handys inklusive Transparenzebene extrem schnell übertragen werden. Die Formate PGM (Portable Graymap) für Graustufenbilder in 8 und 16 Bit und für Farbbilder PPM (Portable Pixmap) in 24 oder 48 Bit Farbtiefe ergänzen und komplettieren das PBM-Dateiformat. PMB war das erste Dateiformat, das Datenmengen über 2 GB pro Datei verarbeiten konnte.

SCT (Scitex CT)

Scitex-Workstations waren High-End in der grafischen Industrie für die sehr hochwertige Bildbearbeitung. Vom ScitexCT-Format unterstützt werden CMYK, RGB und Graustufen allerdings ohne Transparenz-Alpha-Kanal. Die Dateien sind entsprechend der hohen Qualitätsstandards sehr groß.

Photoshop DCS 1 und DCS 2 (Desktop Colour Separation)

In früheren Zeiten war es üblich, Vierfarbsätze vorzuseparieren und in sogenannten DCS-Dateien abzuspeichern, um Farbauszüge für den Druck auszubelichten. DCS1 ermöglicht die CMYK-Separation, DCS2 ist für die Vollton-Sonderfarbenausgabe entwickelt worden. Das Photoshop-eigene PSD-Format hat inzwischen die Aufgaben von DCS weitestgehend übernommen.

Beispiel: Ein Druckprojekt mit vielen Fremddateien

Wer Drucksachen gestaltet, für die zahlreiche Firmenlogos von anderen Grafikern oder Agenturen zugeliefert werden, weiß dass diese werden oft in den unterschiedlichen Datei-Formaten angeliefert werden. Aber wie geht man mit alten Dateiversionen um oder wie werden diese konvertiert? Was wäre also als Anforderung für die Anlieferung dieser Dateien wichtig? Wie etwa können aktuelle Photoshop-Dateien so abgespeichert werden, dass sie in älteren Programmversionen problemlos zu öffnen sind? Für Pixeldaten gilt eine Angabe der Bildbearbeitungssoftware, mit der gearbeitet wird. Beispielsweise haben aktuelle Adobe-Photoshop-Versionen mitunter Probleme, ältere TIFFs oder JPEGs zu öffnen. Oder umgekehrt: Bilddaten, die in einer sehr neuen Programmversion abgespeichert wurden, lassen sich in der Regel in alten Programmversionen nicht mehr öffnen. Für die Anlieferung von Daten sollten deshalb folgende Anforderungen definiert werden, die der Zulieferer einhalten muss:

  • Programm und Programmversion (dies kann vor allem dann wichtig sein, wenn man mit einer deutlich älteren Programmversion als der aktuellen arbeitet)
  • Betriebssystem (Windows, Mac, Linux).
  • Dateiart (zum Beispiel Tiff, JPEG, PDF)
  • Farbtiefe (in Bit, zum Beispiel 24 Bit oder 32-Bit)

Oben: Damit sich kein Problem zwischen Programmversionen ergibt, sollten Bilder im Photoshop-Kompatibilitätsmodus abgespeichert werden.

Wenn man die Perspektive wechselt, also anschaut, welche Daten jemand an einen anderen liefert, stellt sich das Problem anders dar. Oft hat man – gerade als Laie – das Firmenlogo nur in einer Word- oder PowerPoint-Datei. Diese kann ggf. umgewandelt werden, um sie im Layoutprogramm belichtungsfertig zu platzieren.

Fazit: Für Drucksachen bieten sich drei Datenformate an

PDF-X: Professionell, mit vielen Einstellmöglichkeiten, in die man sich als Laie aber erst einarbeiten muss.
TIFF: Durch die verlustlose Komprimierung bietet das Format höchste Foto-Qualität und Verlässlichkeit.
JPEG: Schlankere Dateigrößen und die Unterstützung von CMYK machen JPEG für die gerade kleinformatigen Alltagsdrucksachen wie Flyer oder Faltblätter attraktiv.

Für Sie zusammengefasst als Infografik:
Pixel-Dateiformate in der Bildverarbeitung

Ralf Wasselowski

Unser Gastautor: Ralf Wasselowski. Er betreibt die Agentur Conceptbüro in Essen und ist ein Kenner der Design-, Grafik- und Werbebranche. ©Ralf Wasselowski