29
Januar
2015
Im Porträt …

Mit designverign im Kommunikationsmixer.

DesignVerign Preis

Inhaber Christoph Scheufeld und Jörg Schierwagen mit dem effie Award

Wer fast 20 Jahre als Agentur in der Branche unterwegs ist, der hat eine Menge gesehen: an Kunden, an Trends, an Zeitgeist und an Innovationen, gerade im Bereich der digitalen Kommunikation. Nur der Senf bleibt. Ein Porträt.

„Ich habe sie nicht mehr gezählt. Vielleicht sind es etwa 1.500 Senfgläser, die verschickt wurden“, bestätigt Christoph Scheufeld. Er ist geschäftsführender Gesellschafter und Gründer von „designverign“. Die B2B-Werbeagentur aus Düsseldorf begleitet ihre Kunden ein ganzes Kommunikationsleben lang: von der Konzipierung der eigenen Corporate Identity bis hin zur klassischen beziehungsweise Online-Kommunikation. Unter den Referenzen, die für das Haus sprechen, sind klangvolle Marken wie Roche Diagnostics, Aral oder die Düsseldorfer Messe. Gearbeitet wird also international und auf einem hohen Niveau. Umso erfrischender die Sache mit dem Senf. Denn der aufmerksame Webseiten-Betrachter wird bei designverign ein kleines Rätsel entdecken, dessen korrekte Auflösung einen Scharfsinnigen-Senf als Belohnung in Aussicht stellt. Die Antwort wollen wir natürlich nicht vorwegnehmen, möge der geneigte Leser es selbst einmal ausprobieren, aber so viel Witz erfrischt doch das gängige Agenturschauspiel.

Ebenso erfrischend auch unser Gespräch mit dem kreativen Kopf, der auf die Frage, was denn die Philosophie von designverign sei, gar nicht so recht mit dem Lavieren beginnen möchte. Dabei wäre es doch die Chance gewesen: „Wir reden mit den Kunden nicht so darüber. Unsere Referenzen überzeugen. Vielleicht drücken wir uns auch vor einer Philosophie, denn das ist doch eher eine Frage von gelebter Praxis: Wie gut komme ich mit meinen Kunden klar? Die Chemie muss stimmen.“ Aber dann sagt Christoph Scheufeld doch einen Satz, der als eine Art Philosophie durchgehen könnte: „Lieber zweisam als einsam.“ So entwickeln die Düsseldorfer in Workshops gemeinsam mit ihren Kunden die Marke, extrahieren sehr strukturiert Kompetenzen und schärfen Außergewöhnliches: „Reine Daseinsberechtigung ist zu wenig.“

Design Vereign

designverign in Düsseldorf

„Wissen Sie, das Schöne an meinem Job ist, ich habe jeden Tag mit einer anderen Branche zu tun. Das zu tun, motiviert mich“, begeistert sich Christoph Scheufeld. Das gilt gerade auch dann, wenn große Firmen anklopfen. Angefangen hat alles vor fast 20 Jahren – als der Kunde noch analog unterwegs war und auf seine digitale Aufklärung wartete. Von der klassischen Werbung mit Verkaufsunterlage auf Druckbasis über erste Webseiten bis hin zum heutigen E-Commerce mit all seinen Facetten: „Die digitale Revolution hat mich voll und ganz erwischt … Ich musste eine Menge dazulernen“, erklärt Christoph Scheufeld rückblickend: „Dass die Informatik eine solche Bedeutung einnehmen wird, habe ich nicht gedacht … Wir sind heute eher ein IT-Unternehmen geworden. Die Herausforderung dabei ist, Personal zu finden. Die zweite Herausforderung ist, „State of the Art“ zu bleiben.“ Und was ist der Trend? „Das E-Mail Marketing erlebt für uns gerade eine Renaissance. Damit können Sie richtig gut Dialog machen – nicht nur mit dem Newsletter.“

DesignVerign Stolpersteine

Gedruckt bei viaprinto

Und Print? Ist Print tot? „Wenn Sie Aufmerksamkeit erzeugen wollen, dann nutzen Sie Gedrucktes. Was Google liefert ist stark rückläufig, da Sie viel Geld ausgeben müssen, bekommen aber keine Conversion mehr rein. Aber Sie müssen auf sich aufmerksam machen und dafür zu anderen Maßnahmen greifen: ganz klassisch zu den Printmedien“, sagt Scheufeld. „Man muss einen neuen Mix finden, eine Koexistenz entwickeln. Die Kosten-Umsatz-Relation in Online-Shops kommt an ihre Grenzen, die Stärke von Print ist es, die Kunden langfristig einzubeziehen. So kann man den Kunden zur Ruhe kommen lassen. Mit einem bleibenden Erlebnis bereichern. Da hat das Papier seine wirkliche Daseinsberechtigung.“

 viaprinto dankt für das Gespräch.

22
Januar
2015
Was ist Color-Management?

Folge 15: Der sichere Weg zur druckfähigen Datei.

Color_Management_TitelNun haben wir mit diesem letzten Artikel über das druckfähige PDF das Ende unserer Reihe „Was ist Color-Management?“ erreicht. 15 Folgen geballtes Wissen von unserer Gastautorin Charlotte Erdmann rund um das Thema Farben und Druck finden. Aber sie bleibt uns treu und wird uns in einer neuen Reihe das Thema Druckvorbereitung näher bringen. Wir freuen uns darauf. Doch schließen wir zunächst das Color-Management ab.

Um eine Datei bei einem Dienstleister wie viaprinto so drucken lassen zu können, dass das Endergebnis der Bildschirmdarstellung entspricht, müssen einige Dinge beachtet werden. Wer auf Nummer sicher gehen will, der sollte ein druckfähiges PDF erstellen. Dabei sind die richtigen Einstellungen zu wählen.

Warum PDF?
PDF (Portable Document Format) ist ein von Adobe 1993 eingeführtes Dateiformat, das aus der Seitenbeschreibungssprache PostScript eigens für den Austausch von Druckdaten entwickelt wurde. Es ist plattformübergreifend einzusetzen und speichert das gesetzte Dokument in der für das Druckverfahren passenden Auflösung, Rasterung und Separation ab. PDFs enthalten also alle Informationen, die für die Belichtung der Druckplatten benötigt werden. Das macht PDF zum perfekten Format für den Druck, denn Inkompatibilitäten werden vermieden und es wird genau das gedruckt, was zuvor auf dem Bildschirm zu sehen war.

Wie erstellt man ein PDF?220115_Summary
Aus nahezu jedem Programm lassen sich inzwischen PDFs erzeugen. Als „Erfinder“ des Formats sind vor allem PDFs aus Adobes Creative Suite bestens für den Druck gerüstet. Die in Word abgespeicherten PDFs hingegen weisen oft Fehler auf. Sie sollten vor dem Druck nochmals im Acrobat Reader überprüft werden. Nicht jedes PDF ist also für den Druck geeignet. Insbesondere die PDF-Funktion im Druckmenü von Mac OS X oder aus einem kostenfreien PDF-Writer für Windows produzieren oft mangelhafte Ergebnisse. Hinzu kommt, dass die richtigen Einstellungen vorgenommen werden müssen bei der PDF-Erzeugung, um ein bestmögliches Druckergebnis zu erzielen. Nutzen Sie deshalb bei der PDF-Erstellung möglichst ein Adobe-Programm oder bereiten Sie eine in einem anderen Programm erstellte PostScript-Datei mit Adobe Acrobat für den Druck als PDF auf. Acrobat und die Creative-Suite-Programme erleichtern die Umwandlung von RGB in CMYK, berücksichtigen dabei die richtigen Einstellungen, helfen bei der richtigen Ausbelichtung von Transparenzen und vieles mehr.

PostScript-Dateien erstellen
Eine PostScriptDatei erhalten Sie, indem Sie die Druckfunktion Ihres Anwendungsprogramms verwenden und dort den mit der Acrobat-Software ausgelieferten Drucker „AdobePS“ auswählen (dieser muss natürlich zuvor installiert sein). Der Druckertreiber ist hierzu auch direkt bei Adobe für Windows und Mac OS X kostenlos erhältlich. Der Druck erfolgt allerdings nicht direkt auf den Drucker, sondern muss in eine Datei umgeleitet werden. Diese Funktion nennt sich je nach Betriebssystem und Programm unterschiedlich, etwa „in Datei drucken“, „als Datei sichern“ oder auch „Ausgabe:Datei“, und ist in Ihrem Druckmenü zu finden.

Druckfertige PDFs erzeugen
Aus der PS-Datei können Sie im Anschluss beispielsweise mit dem Adobe Acrobat Distiller eine druckfertige PDF-Datei erstellen. Einfacher geht es natürlich in den Adobe-Anwendungen wie InDesign oder Photoshop über das Menü „Datei > Adobe PDF-Vorgaben“. Dort ist die Option „Druckausgabequalität“ zu finden, in der alle wichtigen Einstellungen für ein gutes Druckergebnis bereits enthalten sind. Allerdings sind diese nicht optimal auf die Druckmaschinen von viaprinto abgestimmt, sondern entsprechen eher einem mittleren Standard. viaprinto erläutert Ihnen deshalb hier, welche Einstellungen wichtig sind, um ein perfekt auf die Gegebenheiten von viaprinto abgestimmtes PDF zu erzeugen. Übrigens ist es bei viaprinto auch möglich, PowerPoint- und Word-Dateien einzuliefern. Das PDF für den Druck bei viaprinto sollte als PDF/X-1a gespeichert werden.

Dokument vor Export überprüfen
Bevor Sie Ihre Datei allerdings für den Druck abspeichern, sollten Sie Ihr zu druckendes Dokument noch einmal genau kontrollieren:
•    In InDesign können Sie beispielsweise mit der PreFlight-Funktion prüfen, ob die Auflösung der Bilder und die Farben korrekt sind, alle Schriften stimmen und eingebettet wurden und vieles mehr.
•    Vor dem Export bzw. dem Abspeichern als PDF sollten Sie außerdem alle Einstellungen nochmals genau überprüfen. In den Adobe-Programmen gibt es dazu im Export-Fenster einen Bereich „Übersicht“, in dem vor Problemen gewarnt wird.
•    Kontrollieren Sie nochmals alle eingebetteten Bilder, ob diese wirklich hochauflösend sind und in CMYK umgewandelt wurden.
•    Ausgeblendete oder nicht zu druckende Ebenen sollten aus dem PDF-Dokument ausgeschlossen sein.
•    Nach dem Speichern prüfen Sie außerdem einfach das PDF, indem Sie es auf Ihrem Rechner noch einmal öffnen (nicht in der Vorschau, sondern in Acrobat – die Vorschau von Apple produziert mitunter seltsame Darstellungsfehler) und optisch auf ersichtliche Fehler hin absuchen.

Dann sollte einem problemlosen Datenaustausch mit viaprinto nichts mehr im Wege stehen. Charlotte Erdmann

Charlotte Erdmann (Bild: Matthias Martin)

Charlotte Erdmann (Bild: Matthias Martin)

 

Damit ist unsere Reihe
„Was ist Color-Management?“ abgeschlossen.

 

Bereits erschienen:
So nimmt das Auge Farben wahr.
Warum Farben dreidimensional sind.
RGB, CMYK und LAB erklärt.
Farbräume für Monitore – sRGB oder Adobe RGB?
Monitore kalibrieren – Die richtige Farbe finden.
Den Farbraum bestimmen – so geht’s.
Farben konvertieren bedeutet immer Verluste.
Umwandeln mit Methode – die Rendering Intents.
Vorsicht bei Softproofs.
Profile helfen beim Farbabgleich.
Farben mit eigenen Profilen umsetzen.
Mit ICC-Profile arbeiten.
Jetzt wird’s bunt … und unbunt.

15
Januar
2015
Dem Journalismus eine Chance geben:

viaprinto unterstützt Tonic.

Wie die Zukunft des Journalismus und der Printmedien im Speziellen aussehen wird, kann niemand prognostizieren. Aber während die Besorgnis viele lähmt, macht sich eine Truppe junger Ehrenamtlicher auf, mit ihrem Plakatjournalismus die Öffentlichkeit zu bewegen.

Wir haben Fabian Stark und seine Mitstreiter von Tonic auf startnext.de entdeckt. Hier riefen sie im Oktober des vergangenen Jahres dazu auf, ihr Projekt zu unterstützen: den Plakatjournalismus. Plakat…was? Plakate kennen wir von viaprinto ja gut. Schließlich drucken wir sie jeden Tag. Aber wir kennen sie eher als Werbeträger – nicht als das Gegenteil: nicht als journalistisches Medium.

"Deutschland, Deine Unruhestifter" die November Ausgabe und Plakat N°1

„Deutschland, Deine Unruhestifter“, die November Ausgabe und Plakat N°1

Daher hat uns die Idee von den Jungjournalisten gefallen. Deutschlandweit haben sich in und um die Redaktion von Tonic junge Reporter, Fotografen, Illustratoren und Künstler seit 2010 zusammengefunden, um die „Machenschaften“ – wie sie es selber nennen – voranzutreiben. Und das ehrenamtlich. „Wir fabrizieren das hier lohn- und selbstlos und wir verhuren uns nicht vor der Werbeindustrie“, sagen sie. Man merkt es ihren Themen an. Da geht es um das Aufwachsen in der heutigen Ukraine, über das Leben nach dem Taifun auf den Philippinen oder ein Selbstversuch zum Leben als Frutarier. Tonic veröffentlicht online oder im Magazin. Für sie gibt es keine Grenzen. Auch nicht in der Form. Daher gibt es seit November Plakatjournalismus zum Aufhängen.

"Doppelte Realität", Cover Plakat N°1

„Doppelte Realität“, Cover von Plakat N°2

"Doppelte Realität", Rückseite Plakat N° 2

„Doppelte Realität“, Rückseite von Plakat N°2

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was sollen wir sagen, das Projekt war auf startnext natürlich erfolgreich. Bereits drei Plakate sind veröffentlicht. Sie tragen unter anderem die Titel „Deutschland, Deine Unruhestifter“ oder „Doppelte Realität in der Ukraine“. Zwei davon durften wir drucken. Wenn die Plakate unsere Druckmaschinen verlassen, dann erreichen sie zunächst Fabian Stark und seine Tonics. Dann werden sie mit Einsatz von Spucke und Schweiß verpackt und auf Cafés, Bars und Restaurants verteilt. (Gastronomen sind übrigens eingeladen sich zu beteiligen. Kontakt gibt es über Helene: hvs@tonic-magazin.de)

Vorort können die Plakate gelesen, geteilt oder an die Wand gehängt werden. Die Themen finden so ihren Weg in die Öffentlichkeit. Ein neuer Weg gegenüber dem stillen und selektiven Konsum im Netz: „Wir konsumieren Journalismus heute meist digital. Das stört uns nicht. Doch werden Debatten in der Öffentlichkeit dadurch schlechter sichtbar. Plakate mit journalistischen Inhalten – Reportagen, Kolumnen, Themenseiten – scheinen uns die Lösung des Problems. Die Plakate sollen dabei auf einer Seite investigative Geschichten zeigen und auf der anderen ihrem Namen gerecht werden: ästhetisch und plakativ Aufmerksamkeit erregen, in Clubs, Cafés und Bars.“

Und wir unterstützen sie mit unserem Plakatdruck dabei.

Bilder: „Tonic Magazin“

12
Januar
2015
Für eine markenstarke, typgerechte, kundennahe Sprache:

Das Corporate Wording®

Hans-Peter Förster ist Begründer und Markeninhaber des Begriffs des Corporate Wording®. In seinem Artikel für viaprinto stellt er genauer vor, was sich dahinter verbirgt. Co-Autor Andreas Förster gibt Antworten auf die Fragen: Wie können Unternehmen mit ein paar Feinheiten ihre Kundenkommunikation verbessern? Was sind die Tricks, um einen perfekten Flyer zu konzipieren?

Einen perfekten Flyer zeichnet eine lesefreundliche Typografie sowie ansprechende visuelle Inhalte aus. Unterstützt wird das Arrangement durch einen hochwertigen Druck: durch Detailschärfe, brillante Farben und ein Papier, das die Wertigkeit unterstreicht. Jedoch unverzichtbar für die Wirkung bleibt – neben dem markanten Design – eine treffende Wortwahl, die die Wirkung verstärkt.

Unterstützen Sie mit dem Corporate Wording® Ihr CC, CI und CD

Strategisch geht es bei Corporate Wording® darum, mit Sprache eine deutliche Alleinstellung im Wettbewerbsumfeld zu schaffen. Produktvorteile, Kernkompetenzen und Kundennutzen sind mit markanten Worten zu verdeutlichen. Vorgaben liefern Markenwerte und Leitbild. Daraus wird das Sprachklima mit hohem Wiedererkennungsgrad entwickelt. Bedarfs- und Zielgruppen sind zu definieren, die Erwartungen der Kunden zu ergründen.

Nutzen Sie die vier Dimensionen für Textqualität

Operativ unterscheiden wir, wie sich ein Text an der Satzoberfläche präsentiert und wie das Satzinnenleben, das „zwischen-den-Zeilen“, mental und emotional den Leser beeinflusst. Lesbarkeit, Konsistenz, Vielfalt und Emotionsgehalt bilden den Maßstab für Textqualität: Kurze verständliche Wörter, schlanke Sätze, aktive Verben sowie floskelfreie Texte erhöhen die Lesefreundlichkeit. Konsistenz der Schreibweisen, Produkt- und Leistungsbezeichnungen sowie Terminologie steigern das Verständnis. Vielfalt durch prägnante Synonyme ist stilprägend. Emotionale Inhalte schaffen Nähe. Das Ziel: Der Leser einer Informationsschrift, gleich welcher typologischen Kategorie er zugehört, soll das Gefühl haben: „Die sprechen meine Sprache, die verstehen mich.“

Beachten Sie die Kaufmannsregel: Die Kunden dort abholen, wo sie sich aufhalten

Es geht darum, den Kunden perfekt anzusprechen, ihn zu berühren, ihn zu informieren, um ihm näher zu bringen, wonach er sucht. Wir haben zur Erleichterung vier Corporate Wording®-Grundtypen definiert, sie den typischen Grundfunktionen des Wordings gegenübergestellt und mit Hilfe eines Farbcodes das Ganze geclustert:

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Die Kunst der typgerechten Mailings für einen breiten, unbekannten Empfängerkreis

In der Praxis bedeutet dies, dass ein Begleitbrief oder Faltprospekt eines Mailings an eine heterogene Zielgruppe durch einen ausgewogenen Typen-Mix informieren, garantieren, begeistern und emotionalisieren muss. Wird es typenspezifisch, dann sprechen wir in der Kundenkommunikation von „Customer Translation“ – vom typgerechten Übersetzen.

Oft genügt schon der Wechsel eines Adjektivs, damit ein Produkttext betont rationaler, konservativer, intuitiver oder emotionaler auf den Leser wirkt. Und die Varianten sind vielfältig bespielbar: Unsere Datenbank umfasst über 250.000 typologisch codierte Wortformen. Wobei an dieser Stelle anzumerken sei, dass Adjektive Träger von Emotionen sind und aktive Verben sowie konkrete Substantive assoziative Kopfbilder auslösen können. Abbildungen verstärken die Botschaft oder stehen konträr zum Text, um Aufmerksamkeit zu wecken.

Jeder Mensch reagiert anders auf Worte und Bilder. Dank Digitaldruck ist es möglich, in Kleinauflagen für jeden Typus eigens einen Flyer mit Textvarianten zu erstellen – wie das Beispiel anhand eines „Fitnessstudios“ im Bild zeigt.

Hier kam die Idee ins Spiel, den Interessenten über einen parametrisierten Link mithilfe eines QR-Codes auf die passende, typgerechte Webseite zu führen. Bei typologisch gestalteten Printmedien zieht der Interessent intuitiv den für ihn „richtigen“ Flyer aus dem Prospektständer. Leicht gewinnt man so Erkenntnisse über die bevorzugte Variante und Zielgruppe.

Quelle: Praktische Arbeit aus dem Wahlfach Corporate Wording an der OTH Amberg-Weiden, Fotos: fotolia.de

„Customer Translation“ am Beispiel: Aufbau eines Wickelfalz-Flyers

Für einen 6-seitigen Flyer stehen neben der Titelseite und der Rückseite weitere vier Seiten bereit. Teilen Sie diese in vier Themenabschnitte mit kurzen typgerechten Zwischenüberschriften oder Schlüsselwörtern auf.

  1. Die erste Seite ist dem Titel und dem Titelbild vorbehalten, welche die Thematik der Broschüre ankündigt und Interesse wecken soll.
  2. Starten Sie auf Seite 2 (Grün) mit einem Sachverhalt, den der Empfänger bejahen wird.
  3. Liefern Sie auf Seite 3 (Gelb) Ideen und Visionen.
  4. Legen Sie auf Seite 4 (Blau) Fakten nach und führen Sie den Leser zum Entscheiden und Handeln.
  5. Streicheln Sie auf Seite 5 (Rot) die Seele des Lesers mit emotionalen Wörtern.
  6. Die Rückseite der Broschüre verwenden Sie für alle weiteren Informationen, wie Adresse, Kontaktdaten, Programmdetails etc.

Quelle: Corporate Wording 3.0, Frankfurter Allgmeine Buch

Je präziser die Ansprache, desto erfolgreicher der Flyer

Wer über codierte Adressen verfügt, kann mit Hilfe der beschriebenen Methode Menschen aufgrund ihrer psychografischen Wertesysteme oder Lebenswelten noch gezielter ansprechen. Am Beispiel der Zielgruppe Konservative sieht man, dass dieser Typus nach seinem Umfeld zu präzisieren ist. „Grün ist nicht gleich grün“, soll heißen: Die „grüne“ Riege aus der traditionellen Nachkriegsgeneration ist mit anderen „grünen“ Worten anzusprechen als die bürgerliche Mitte oder die gehobene konservative, etablierte Schicht. Dies bietet die Chance, jede Gruppe in ihrer jeweiligen Lebenswelt abzuholen.

Das Schaubild zeigt, wie sich Streuverluste reduzieren lassen und sich der Rücklauf erhöhen kann. Statt eines Brieftextes und Flyers an alle Adressaten werden verschiedene Textfassungen an verschiedene typologische Adressengruppen verschickt.

Quelle: wording.de

hanspeter_foerster_vp andreas_foerster_vpDie Autoren Hans-Peter Förster, Begründer von Corporate Wording®, und Andreas Förster, Corporate Wording® Juniorpartner, haben bereits Einiges an Literatur zu diesem Thema veröffentlicht, darunter „Texten wie ein Profi“, „Corporate Wording 3.0“ oder „Kundenkommunikation“, erschienen bei Frankfurter Allgemeine Buch. Weitere Informationen gibt es auch unter www.corporate-wording.de.

 

8
Januar
2015
Was ist Color-Management?

Folge 14: Jetzt wird’s bunt … und unbunt.

Color_Management_TitelNiemals das Schwarz im Color-Management vergessen. Charlotte Erdmann erklärt, was sich hinter einem Unbunt- und Buntaufbau verbirgt. Eine neue Folge unserer Wissensreihe „Was ist Color-Management?

Im Vierfarbdruck werden die Farben Cyan (C), Magenta (M) und Gelb (Y) gemischt, um den passenden Farbeindruck zu erhalten. Allerdings muss für die Farbtiefe noch ein Schwarzanteil (K) in Form eines schwarzen Farbauszugs hinzugemischt werden. Bei der Umwandlung eines Bildes lässt sich dabei der Unbunt- oder der Buntaufbau auswählen bzw. in Form eines ICC-Profils anwenden.

Bildaufbau im Vierfarbdruck
Bilder werden im Vierfarbdruck mit den Farben Cyan, Magenta und Gelb sowie Schwarz, kurz CMYK, gedruckt. Auch eine Mischung aus Cyan, Magenta und Gelb würde einen dunklen Farbeindruck entstehen lassen. Ein sattes Schwarz und damit Tiefe im Bild aber kann durch die Mischung der drei Farben nicht entstehen. Das Ergebnis sähe eher braun aus. Deshalb mischt man im Vierfarbdruck immer einen Anteil der „unbunten“ Farbe Schwarz hinzu.

Arten des Bildaufbaus
Wie viel Schwarz allerdings einem Bild hinzugefügt wird, hängt von der Art des Bildaufbaus ab. Man unterscheidet zwischen dem Buntaufbau und dem Unbuntaufbau. Während beim Buntaufbau der Schwarzauszug die 070115_SummaryFarbmischung aus CMY nur unterstützt, hat beim Unbuntaufbau das Schwarz eine tragende Funktion für die Farbbalance und Bildtiefe. Außerdem wird durch diese beiden Arten des Bildaufbaus Druckfarbe gespart. Denn ein Grauton wird nicht durch die Mischung der Buntfarben erreicht, sondern durch die Nutzung von Schwarz. Dadurch können Schwankungen in der Farbmischung und daraus resultierende Farbabweichungen vermieden werden.

Buntaufbau
Beim Buntaufbau als Farbseparationsmethode errechnen sich alle Farben eines Bildes aus Cyan, Magenta und Gelb. Schwarz wird nur noch hinzugefügt, um die Tiefe und den Kontrast des Bildes zu verbessern. Für den Buntaufbau sollte man sich nur entscheiden, wenn man ein Bild einmalig drucken lässt bzw. Farbstiche insbesondere in den Graubereichen unproblematisch sind. Denn bei den kleinsten Ungenauigkeiten kommt es zu Farbnuancen insbesondere in den Grautonbereichen. Der Buntaufbau wird deshalb eher selten genutzt, auch weil durch den hohen Farbauftrag der drei Farben die Drucke eine lange Trocknungszeit benötigen. Denn im Vierfarbdruck könnten zwar theoretisch alle vier Farben zu 100% aufgetragen werden, in der Praxis aber sind die meisten Bedruckstoffe nur zu 350-375% aufnahmefähig. Viel Farbe beeinflusst außerdem die Farbaufnahme und das Halten der Farbbalance negativ.

Unbuntaufbau
Beim Unbuntaufbau hingegen wird – wie oben bereits kurz angerissen – jeder Farbanteil, der Schwarz oder Grau ist, durch den entsprechenden Anteil an Schwarz ersetzt. Das spart zum einen Druckfarbe und macht zum anderen die Farbwerte insbesondere in den Graubereichen stabil. Im Druck unterscheidet man außerdem zwischen dem Schwarzaufbau, bei dem schwarz ergebende Farbwerte durch einen hundertprozentigen K-Anteil ersetzt werden. Müssen jedoch nur Grautöne durch das Schwarz dargestellt werden, werden die Farbwerte von CMY durch einen entsprechenden Schwarzanteil ersetzt.

UCR – Buntaufbau mit Unterfarbenreduzierung
Um dem hohen Farbauftrag des Buntaufbaus entgegen zu wirken, lässt sich bei der Separation eines Bildes das sogenannte Under Color Removal (kurz UCR) auswählen. Hierbei wird das Grau, das sich aus der Mischung von Cyan, Magenta und Gelb ergibt, in den neutralen Tiefenbereichen durch ein aus Schwarz entstehendes Grau ersetzt. Die Farbe wird also reduziert, der Anteil von Schwarz angehoben. Durch UCR wird die Farbbalance verbessert, aber auch die Tiefen lassen sich schöner darstellen und die Trocknung wird verkürzt.

GCR – Maximaler Unbuntaufbau
Einen Schritt weiter geht das Grey Component Replacement (GCR). Bei diesem auch „extremen Unbuntaufbau“ genannten Verfahren werden nicht nur Grauanteile ersetzt, sondern alle Bereiche des Bildes werden in ihren Buntfarbanteilen mithilfe von Schwarzanteilen verringert. Die daraus resultierenden stabilen Grautöne, der geringen Farbauftrag und kaum vorhandene Probleme bei den Passern bezahlt man allerdings mit dem Preis eines eventuell farblos bzw. „vergraut“ wirkenden Bildes. GCR verwendet man deshalb meist im Zeitungsdruck und sollte bei Bildern mit weichen Übergängen ganz vermieden werden. Denn durch GCR kann es zu harten, stufenartig erscheinenden Farbübergängen insbesondere in den hellen Bereichen kommen. Setzt man es allerdings vorsichtig und in den mittleren Bereichen ein, so dass keine hellen Töne mit einberechnet werden, spart man mit dem von ICC-Profilen wie ECI-ISO Coated und Uncoated bereits voreingestellten GCR Farbe und erhält eine schnelle Trocknung der Druckerzeugnisse.

Bildumwandlung und -ausgabe
Bei der Verwendung von ICC-Profilen (in Photoshop im Menü „Bearbeiten“, Menüpunkt „Farbeinstellungen“, Bereich „Arbeitsfarbräume“ > „CMYK“) zur Bildumwandlung bzw. Separation eines Dokuments sind die Einstellungen bereits auf eine bestimmte Papierart abgestimmt. Auch die Art des Farbaufbaus ist darin festgehalten. Je nach Papier und gewünschtem Endergebnis kann man sich bei der Verwendung dieser ICC-Profile also meist gut darauf verlassen, dass am Ende die beste Umwandlung des Bildes gelingt und die Ausgabe dem entspricht, was man sich vorgestellt hat. Denn die ICC-Profile der ECI sind praxiserprobt und verwenden Standardwerte.

In manchen Fällen, insbesondere bei Logos mit vielen Grauwerten, kann aber auch einmal eine manuelle Farbumwandlung notwendig werden. Photoshop bietet diese Möglichkeit im Menüfenster „Farbeinstellungen“ im Bereich „Arbeitsfarbräume“, wo sich unter „CMYK“ der Punkt „Eigenes CMYK“ auswählen lässt. Die Voreinstellung lässt sich nun beliebig verändern, beispielsweise, indem man unter „Separations-Optionen“ bei „Schwarzaufbau“ den Wert „Maximum“ einstellt. Dann werden alle Unbuntanteile durch einen Maximalanteil von Schwarz ersetzt. Insbesondere Screenshot-Darstellungen mit ihren feinen Linien und Schriften im Bild profitieren von dieser Einstellung. Dennoch empfiehlt viaprinto bei der Umwandlung von Bildern und bei der Separation einer Druckdatei ICC-Profile zu verwenden, um das bestmögliche Ergebnis zu erhalten.

Nachdem nun alle Grundlagen gelegt wurden, werden wir uns in der nächsten und letzten Folge der Serie „Color-Management“ damit auseinander setzen, wie ein Bild so aufbereitet werden kann, dass es druckbereit ist. Charlotte Erdmann

Charlotte Erdmann (Bild: Matthias Martin)

Charlotte Erdmann (Bild: Matthias Martin)

 

Lesen Sie in der kommenden Folge aus unserer Reihe
„Was ist Color-Management?“:
Der sichere Weg zum druckfähigen Bild.


 

 

 

 

Bereits erschienen:
So nimmt das Auge Farben wahr.
Warum Farben dreidimensional sind.
RGB, CMYK und LAB erklärt.
Farbräume für Monitore – sRGB oder Adobe RGB?
Monitore kalibrieren – Die richtige Farbe finden.
Den Farbraum bestimmen – so geht’s.
Farben konvertieren bedeutet immer Verluste.
Umwandeln mit Methode – die Rendering Intents.
Vorsicht bei Softproofs.
Profile helfen beim Farbabgleich.
Farben mit eigenen Profilen umsetzen.
Mit ICC-Profile arbeiten.