5
März
2015
„Alles rund um das PDF“

Den richtigen PDF-Drucker wählen. Folge 3.

Wer PDF-Dateien erzeugen will, sollte nicht immer den einfachsten Weg über die Funktion „PDF speichern“ gehen. Denn diese erzeugt nur in wenigen Fällen eine tatsächlich druckreife PDF-Datei. Charlotte Erdmann erklärt in dieser Folge der Reihe „Alles rund um das PDF“, wie das PDF am besten zu erzeugen ist.

Wer seine Daten aber in der Druckerei so abgeben möchte, dass sie auch im gewünschten Aussehen gedruckt werden kann, der sollte sein PDF mit Adobe Acrobat oder aus einem geeigneten Grafikprogramm heraus erzeugen.

PDF-Export nur aus Adobe-Programmen heraus?

Da Adobe der Erfinder des PDFs ist, sind die Anwendungen der Firma auch immer noch der beste Weg, um druckreife PDFs zu generieren. Aber auch aus Corel oder Quark lassen sich gute Druckdateien als PDF hervorbringen, da sie von Adobe lizenzierte PDF-Drucker verwenden. Aus allen Adobe-Anwendungen heraus (InDesign, Illustrator, Photoshop) kann über die Speicher- bzw. Export-Funktion ein perfektes PDF gestaltet werden.

In Word, PowerPoint oder aus anderen Programmen heraus gestaltet sich das etwas schwieriger. Denn die Export-Funktion oder gar die „Als PDF speichern“-Funktion im Druckmenü von Mac OS ergeben meist kein besonders befriedigendes Resultat im Druck. Sie bieten beispielsweise nicht die Möglichkeit, den RGB-Farbraum eines Dokuments in CMYK zu konvertieren. Das hat zur Folge, dass die von Ihnen in Word oder PowerPoint gewählten Farben bestenfalls dem gewünschten Ergebnis ähneln. Im schlechtesten Fall aber kann es zu unerwünschten deutlichen Farbabweichungen kommen. Sollten Sie deshalb nicht aus einem Adobe-Programm heraus eine Druckdatei erstellen wollen, gehen Sie lieber den Weg über einen PDF-Drucker von Adobe, der kostenlos erhältlich ist. Schneller geht es allerdings über Adobe Acrobat.

Adobe Acrobat: PDF-Zauberer

Der Softwarehersteller Adobe veröffentlichte 1993 die erste Version seines Adobe Acrobat, in dem der damals noch nicht kostenlose Acrobat Reader, Acrobat Exchange und Acrobat Distiller enthalten waren. Bis heute ist Acrobat das Werkzeug schlechthin, um PDF-Dateien zu erstellen, zu verwalten, zu korrigi050315_Summaryeren/kommentieren und zu verteilen. Heute nennt Adobe das Paket die Acrobat-Familie, denn der derzeit aktuelle Acrobat XI bietet ein breites Funktionsspektrum rund um PDFs und der Acrobat Distiller ist vollständig darin aufgegangen. Das in der Adobe Creative Cloud, oder als Vollversion für den Rechner (ca. 650 Euro oder 90 Euro für Schüler/Lehrer), erhältliche Programm beinhaltet Werkzeuge zur PDF-Erstellung, der Bearbeitung von Inhalten eines PDFs, die Umwandlung in Office-Formate (Version Acrobat XI Pro), das Zusammenführen mehrere Dateien in ein Dokument, Formular-Programmierung und vieles mehr. Vieles davon benötigt man eher selten, es erleichtert einem aber die Arbeit im täglichen Druckdaten-Dschungel sowie beim Austausch von Inhalten mit anderen sehr. Immer noch kostenlos ist dabei der Acrobat Reader, mit dem sich PDFs ansehen sowie kommentieren, unterzeichnen oder auch als Formular ausfüllen lassen.

PDF-Datei über PostScript und PDF-Drucker erstellen

Wer die Ausgabe für das gesamte Adobe Acrobat Paket scheut, kann vor allem beim Einsatz älterer Betriebssysteme und Programme eine druckfähige Datei auch erstellen, indem er eine PostScript-Datei erzeugt und diese dann auf einem PDF-Drucker in eine Datei druckt. Wie dies genau funktioniert, erfahren Sie hier im Detail. Wichtig dabei ist, dass Sie den kostenlos erhältlichen Druckertreiber „AdobePS“ auf Ihrem Rechner installieren und im Druckmenü anstelle des tatsächlichen Drucks die Option „in Datei drucken“, „als Datei sichern“ oder „Ausgabe: Datei“ (je nach verwendetem Programm und Betriebssystem) wählen. Der AdobePS-Druckertreiber ist bei Ihnen bereits installiert, wenn Sie Adobe Acrobat installiert haben. Er kann aber auch für Windows und Mac OS X kostenlos bei Adobe heruntergeladen werden. Die damit erstellten PostScript-Dateien lassen sich dann mit einem speziellen Programm in ein PDF-Dokument umwandeln. Früher gab es dazu unter anderem den Acrobat Distiller, der allerdings inzwischen in die Acrobat-Familie aufgegangen ist. Für Windows stehen zahlreiche alternative PDF-Konverter zur Verfügung, die dessen Funktion teilweise übernehmen. Allerdings beherrschen sie nicht immer die Druckausgabe in hoher Qualität. Günstig (20 US-Dollar) und für den grafischen Einsatz geeignet ist der PDF Creator für Windows. Unter Mac OS X wie auch Windows ist die callas pdfToolbox eine gute, wenn auch preisintensive (499 Euro) Alternative, mit der sich druckfertige PDF-Dateien aus Microsoft Word, PowerPoint, Excel, Publisher, Visio und Project, OpenOffice, Pages, PostScript und EPS sowie PNG-, JPG- und TIFF-Bildern erstellen lassen.

Bei viaprinto können Sie allerdings im Zweifelsfall auch Ihre Drucksachen als Word- oder PowerPoint-Datei bestellen. Ansonsten sagen wir Ihnen in unserem Hilfe-Bereich, wie Sie unter Mac OS und unter Windows in 17 verschiedenen Anwendungsprogrammen ein PDF passend für den Druck erstellen können.

Welche Einstellungen Sie beim PDF-Export auswählen müssen, das verraten wir Ihnen in der kommenden Folge dieser Reihe zum Thema “Alles rund um das PDF”. Charlotte Erdmann

Charlotte Erdmann (Bild: Matthias Martin)

Charlotte Erdmann (Bild: Matthias Martin)

 

Lesen Sie in der kommenden Folge aus unserer Reihe „Alles rund um das PDF“: Einstellungen für das druckfertige PDF.

 

 

 

 

 

 

Bereits erschienen:
Was ist ein PDF?
PDF/X: Standards oder nicht in PDFs?

25
Februar
2015

Checkliste: Was sind Druckdaten?

Prüfen Sie vor der Abgabe Ihrer Dateien an die Online-Druckerei, ob Sie auch alle wichtigen Einstellungen beachtet haben, ob Schriften eingebettet oder ob die richtigen Farbprofile gewählt sind. Mit unserer Checkliste können Sie ganz einfach Punkt für Punkt alles durchgehen – dann klappt es auch mit dem perfekten Druck. Außerdem: viaprinto zeigt Ihnen in der Vorschau bereits vor der Bestellung, wie Ihr Druckprodukt am Ende aussehen wird. What you see is what you get – wie es so schön heißt – gibt Ihnen die Möglichkeit, Details noch einmal genau zu püfen. Und wir haben natürlich unseren kostenfreien Datencheck, den wir Ihnen außerdem anbieten. Auch hier werden die Dokumente auf Druckfähigkeit kontrolliert. Legen wir los, denn Drucken kann ganz einfach sein.

Auflösung
Für den Druck sollten Bilder in der Regel eine Auflösung von 300 ppi besitzen. Bilder bei Produkten der Werbetechnik sollten eine Mindestauflösung von 100-150 ppi haben. Ist die Auflösung geringer, so leidet die Qualität der Bilder. Sie werden unscharf und pixelig.

Beschnitt
Rechnen Sie 3 mm Beschnittzugabe mit ein. Randabfallende Elemente müssen in den Beschnitt ragen, damit keine Blitzer durch das Schneiden entstehen. Nutzen Sie die Vorlagen von viaprinto, sie finden Sie bei den Produktinformationen.

Druck PDF
Zur Übermittlung der Informationen eignen sich am besten PDFs. Bitte speichern Sie Ihre Dokumente daher als PDF/x-1a ab.

Falzlinien
In unseren Vorlagen finden Sie teilweise Falzlinien, die Ihnen zur Orientierung dienen sollen. Bitte löschen Sie alle Falzlinien, damit sie nicht mit gedruckt werden.

checkliste_druckdatenFarben
Farben werden auf Monitoren anders wiedergegeben als durch die Druckmaschine. Der Farbraum der Druckmaschinen ist CMYK, Monitore geben in RGB aus. Da der Farbraum RGB größer ist als CMYK, können Farben verloren gehen bzw. dunkler in der Druckwiedergabe wirken. Laden Sie für die Umwandlung das ICC-Profil von viaprinto herunter, um eine möglichst hohe Farbtreue zu erlangen.

Sonderfarben (oder Schmuckfarben)
Sonderfarben werden zusätzlich oder anstatt der Standardfarben CMYK im Druck eingesetzt, um spezielle Farbtöne ohne Mischung der Grundfarben zu drucken. Diese Farben liegen außerhalb des Farbbereichs, den die Maschinen standardmäßig drucken können. Wenn Sie Sonderfarben einliefern, wandeln wir diese anhand des Alternativfarbraums zu CMYK um. Vermeiden Sie daher bei Nutzung des automatisierten Prozesses Sonderfarben.

Linienstärke
Dünne Linien (Haarlinien) können bis zu einer bestimmten Mindestgröße nicht sauber gedruckt werden. Legen Sie für eine korrekte Darstellung Ihre Linien im Idealfall in schwarz mit einer Stärke von mindestens 0,25 pt (0,09 mm) an. Die beste Darstellung erfolgt bei einem Farbauftrag von mehr als 90%.

Rechtschreibung
Wir nehmen keine inhaltlichen Veränderungen an Ihren Dokumenten vor. Insbesondere überprüfen wir Ihre Daten nicht auf Rechtschreibung oder Grammatik. Bitte kontrollieren Sie Ihre Texte dahingehend.

Schnittmarken
Layoutprogramme (wie z.B. Adobe InDesign oder Quark Express) bieten zum PDF-Export Möglichkeiten an, Dateien mit Schnittmarken zu versehen. Da viaprinto im Rahmen des Produktionsprozesses Schnitt- und Falzmarken erzeugt, ist das Anlegen dieser Marken in Ihren Vorlagen nicht notwendig. Bitte entfernen Sie in Ihren Daten sämtliche Schnittmarken.

Schriften
Wenn in Druckdaten die Schriften und Schriftschnitte fehlen, dann liegt es häufig daran, dass Schriften nicht eingebettet wurden. Ob Schriften eingebettet sind, prüft unser kostenfreier Datencheck. Perfekt vorbereitet ist Ihr Dokument allerdings, wenn Schriften vollständig eingebettet sind.

Toleranzen
Aufgrund technischer und mechanischer Prozesse können Ungenauigkeiten beim Druck entstehen. Besonders Farben, Positionen und Anschnitte sind betroffen, so dass für den Druck Toleranzen einberechnet werden müssen. Bitte berücksichtigen Sie die Toleranzen.

Transparenzen
viaprinto reduziert transparente Flächen im Rahmen des Produktionsprozesses, damit diese für die Druckmaschinen richtig interpretierbar sind. Der Effekt bleibt optisch erhalten.

Trapping (Überfüllen)
Durch die potentiellen Verschiebungen, wie Passerdifferenzen oder Papierverzug, besteht die Gefahr, dass bei übereinander gedruckten Farbflächen kleine unbedruckte Flächen hervorscheinen. Liegen nun Farbflächen mit verschiedenen Farbanteilen übereinander, können an den Rändern dieser Farbflächen Falschfarben oder Blitzer entstehen. Durch automatische Überfüllmechanismen werden die Farbfelder so übereinander geschoben, dass dieser Effekt kompensiert wird. Vermeiden Sie manuelles Befüllen.

Überdrucken
Es kommt nicht selten vor, dass zwei Farben in einem Layout übereinander liegen. In diesem Fall spart die Vordergrundfarbe die Hintergrundfarbe aus oder es kommt zum sogenannten „Überdrucken“. Hierbei entsteht eine Farbmischung, da alle in der Vordergrundfarbe nicht verwendeten Farben transparent erscheinen. Grafikprogramme kennen eine Funktion, die das Überdrucken simulieren soll. Jedoch haben diese Einstellungen eventuell keine Auswirkungen. Objekte mit Sonderfarben werden ausgespart, so können weiße Flächen entstehen.

Damit Sie Ihre Daten direkt überprüfen können, stellen wir Ihnen hier unsere Druckdaten Checkliste zum Download zur Verfügung.

Für Details und persönliche Fragen können Sie sich auch jederzeit an unseren Kundenservice wenden. Er steht Ihnen unter der Telefonnummer 0800  5893141 zur Verfügung.

19
Februar
2015
„Alles rund um das PDF“

PDF/X: Standards oder nicht in PDFs? Folge 2.

„Alles rund um das PDF“.  Charlotte Erdmann erklärt in dieser Folge, warum das PDF/X perfekt für den Druck ist.

PDFs sind heutzutage weit mehr als reine Dateien zum Datenaustausch. Sie können Formulare, Signaturen, digitale Unterschriften, Videos, Audiodateien und vieles mehr beinhalten. Alles Dinge, die für den Druck gänzlich ungeeignet sind. Deshalb entschied sich die Druckindustrie 1998 zur Einführung eines Standards namens PDF/X, der die Eigenschaften von Druckvorlagen als PDF-Datei genau definiert. Muss man diesen Standard aber wirklich einsetzen?

Warum eine Standardisierung?

Was ein PDF ist haben wir bereits in der vorherigen Folge dieser Reihe genau beleuchtet. Seit seiner Einführung Anfang der 1990er Jahre durch Adobe hat sich das Portable Document Format vom einfachen plattformübergreifenden Austauschformat hin zum Allround-Talent deutlich weiter entwickelt. So kann es eine Navigation enthalten, Skripte, verknüpfte Links und vieles mehr. Auch interaktive Elemente können in PDFs eingebunden werden. Dazu gehören unter anderem Lesezeichen, Kommentare, aber auch selbst zu programmierende Formularfelder. Das alles sind Inhalte, die in einer Druckdatei ebenso wie Videos, Audiodateien oder Transparenzen nicht enthalten sein sollten. Der Standard PDF/X wurde deshalb Ende der 1990er als eigenes PDF-Format für die Übermittlung von Druckvorlagen entwickelt. Für den Druck problematische Inhalte werden in diesen Dateien ausgeschlossen, während andere Inhalte wichtige Voraussetzung für die Erstellung eines PDF/X sind.

Was gehört in ein PDF/X?

Will man eine PDF/X-Datei erstellen, muss diese vor allem alle für den Druck wichtige Angaben enthalten. Dazu gehören unter anderem Informationen zum Beschnitt, dem verwendeten Farbmodus oder den eingesetzten Schriften. Je nach genutzter PDF/X-Version werden aber auch unterschiedliche Inhalte zugelassen. So kann man unter PDF/X-1a nur CMYK und Sonderfarben abspeichern, während unter dem PDF/X-3 auch RGB-, Lab- und ICC-basierte Farbräume zulässig sind. Die diversen Versionen unterscheiden sich aber noch durch andere Feinheiten.

PDF/X-1a
Grundsätzlich müssen in einer PDF/X-Datei Schriften und Bilder eingebettet sein und angegeben werden, ob eine Überfüllung erfolgt ist. Außerdem ist es unerlässlich, die Seitendaten mit anzugeben. Dazu gehören unter anderem das Endformat und 190215_Summaryder Anschnitt. Nicht im Dokument enthalten sein dürfen nicht-druckbare Inhalte wie Transparenzen, Fomularelemente, Verschlüsselungen oder Kommentare. In dem 2001 eingeführten PDF/X-1a sind die Farbangaben außerdem – wie bereits erwähnt – auf CMYK und Sonderfarben beschränkt.

PDF/X-3
Nachdem das ursprünglich geplante PDF/X-2 nie erschienen ist, hat sich in Europa neben PDF/X-1a der PDF/X-3-Standard durchgesetzt. Es basiert auf den gleichen Voraussetzungen wie PDF/X-1a,  erweitert aber den farbkalibrierten Datenaustausch neben CMYK und Sonderfarben auf weitere Farbräume wie z.B. RGB und Lab. Allerdings muss durch die verwendeten ICC-Profile aus der Datei klar ersichtlich hervorgehen, wie der eingesetzte Farbraum aussieht. PDF/X-3 ist damit das ideale Format für den medienneutralen Einsatz von Druckdateien.

PDF/X-4
Weitaus weniger gebräuchlich hierzulande ist der PDF/X-4 Standard. Es basiert auf einer aktuelleren Fassung von PDF (Version 1.6 anstelle von 1.3 bei PDF/X-1a und PDF/X-3) und erlaubt neben CMYK auch RGB, Graustufen und Sonderfarben. Zudem lassen sich hierin auch PDF-Transparenzen sowie mehr Bildformate wie JPEG2000 und 16-bit Bilddaten abspeichern. Erlaubt sind zudem OpenType-Fonts.

PDF/X-5
Wie PDF/X-4 basiert auch die aktuellste Version des PDF/X-Standards, PDF/X-5, auf PDF Version 1.6 und lässt zusätzlich Mehrkanal-ICC-Profile zu. Neu ist außerdem, dass eingebettete und extern referenzierte Elemente unterstützt werden. In Deutschland kommt PDF/X-5 allerdings bislang kaum zum Einsatz.

Warum PDF/X nutzen?

viaprinto empfiehlt seinen Kunden die Nutzung von PDF/X-1a, um bei der Erstellung von Druckdateien auf der sicheren Seite zu sein. Zwar ist PDF/X nur ein Unterregelwerk von PDF, es legt allerdings eindeutig fest, welche Inhalte in einer Druckdatei enthalten sein dürfen und welche nicht. So ist gewährleistet, dass man keine Angabe im PDF vergisst, die für den Druck wichtig ist. Die Druckerei wiederum kann der PDF/X-Datei entnehmen, welches Druckverfahren für die Datei verwendet werden soll und welche Farben enthalten sind. Mittels Preflight-Werkzeugen lässt sich so im Vorfeld überprüfen, ob die Druckdatei wirklich für die Ausgabe auf der Druckmaschine geeignet ist. Natürlich kann man all dies auch in einer normalen PDF-Datei hinterlegen und abspeichern. Wer aber eine Orientierung haben möchte, ob die Druckdatei wirklich dem Druck entsprechend aufbereitet wurde beim Abspeichern, der sollte den Standard einsetzen. Charlotte Erdmann

Charlotte Erdmann (Bild: Matthias Martin)

Charlotte Erdmann (Bild: Matthias Martin)

Lesen Sie in der kommenden Folge aus unserer Reihe „Alles rund um das PDF“: Den richtigen PDF-Drucker wählen.

Bereits erschienen:
Was ist ein PDF?

16
Februar
2015
4 Fakten über Bindungen. Oder:

Warum auch die Bindung den Erfolg Ihrer Publikation mitbestimmt.

Die Bindung: ein Stiefkind von Druck und Produktion? Oder ein Erfolgsfaktor, der die Wirkung von Printmedien boosten kann? Eine Betrachtung aus Sicht des Neuromarketings gibt Antworten.

Fast jedem, der mehrseitige Printprodukten bei einer Druckerei bestellt hat, sind Bindungen schon einmal begegnet.

Und dabei musste er abwägen, ob für seinen Mehrseiter eine Ringbindung besser sei als eine Klammerheftung, ob das Softcover dem Hardcover vorzuziehen sei und ob Ösen sinnvoll oder eher hinderlich seien. Oft entscheidet der Preis. Leider, denn in der Bindung liegt viel mehr Wirkungs- und Werbekraft, als man gemeinhin annimmt.

„Man kann nicht nicht kommunizieren.“

Der Großteil der produzierten Drucksachen ist zur Kommunikation gedacht. Sei sie werblich oder nicht-werblich – sie soll dem Betrachter und Leser etwas vermitteln. Dabei entscheidet die Aufmachung und Darreichung darüber, ob der Inhalt wahrgenommen und gerne gelesen wird. Der Zeitraum, in dem Ihre Drucksachen einen passenden Eindruck machen können, beträgt im Durchschnitt 1,7 Sekunden. Also nicht länger, als ein Wimpernschlag. Und der erste Eindruck zählt, wie der Volksmund sagt. So verwundert es nicht, dass neben dem Design des Titels und neben dem Format ganz besonders die Bindung zum Blättern einlädt (oder eben nicht). Werfen wir einen Blick auf die einzelnen Bindungstypen und ihre Botschaft an den Betrachter:

1. Die Klammerheftung (oder auch Rückenstichheftung) – der Golf unter den Bindungen
Ab einer Seitenzahl von insgesamt acht Seiten empfiehlt es sich, über Bindungen nachzudenken. Die Bindung für Drucksachen mit geringen Seitenzahlen (8-56 Seiten) ist in der Regel die Klammerheftung: Sie fasst sauber Mehrseiter zu einer Broschüre zusammen und bietet Vorteile in der Ablage (ein Heft ist flach und kann gut gestapelt oder in Mappen zusammengefasst werden), in der Abheftung (mit Ösen) und im Versand. Einzige Einschränkung: Die Seitenzahl muss immer durch vier teilbar sein. So weit, so gut.

Aus Sicht des Neuromarketings ist eine Klammerheftung eher der Golf unter den Bindungen. Praktikabel und solide, aber wenig „sexy“. Die Broschüre mit Klammerheftung transportiert die Botschaft: „Hier kommt Information mit professionellem Anspruch. Aber: Sie kostet Dich (als Empfänger) nichts und vertritt daher üblicherweise die Interessen des Herausgebers.“ Bei einer Seitenzahl unter 28 Seiten gibt es kaum Bindungs-Alternativen – wer hier sein Druckprodukt noch aufwerten und damit dem Empfänger mehr Wertschätzung suggerieren möchte, setzt auf Druckveredelungen wie partielle Lackierungen, Prägungen oder Stanzungen. Auch über die Wahl eines wertigeren Papiers (z.B. Naturpapier oder exklusive Papiere) kann man der Broschüre einen wertvolleren Anstrich geben.

2. Die Spiralbindung – der Individualist
Spiralbindungen sind ebenfalls ab acht Seiten verfügbar und fassen, je nach Spiralbreite, bis zu 300 Seiten. Anders als Klammerheftungen sind sie deutlich weniger praktisch zu stapeln, da die Spirale immer mehr Durchmesser hat, als die zu bindenden Seiten, und dadurch seitlich etwas „aufträgt“. Vorteil: Die Seitenzahl muss nicht durch vier teilbar, sondern nur gerade sein. Und falls viele Notizen während eines Seminars oder einer Schulung anstehen, dann kann die Spiralbindung hierfür leicht eingesetzt werden.

Was ist nun der Ersteindruck des Empfängers einer Spiralbindung? Zunächst einmal ist es allgemein bekannt, dass viele Unternehmen eine Bindemaschine für Spiralbindungen im Büro haben und diese Bindungsart gerne für Drucksachen aus dem hauseigenen Laserdrucker nutzen. Also eine typische Bindungsart für hausgemachte und interne Bürokommunikation, was generell den offiziellen Charakter schmälert. Eine Spiralbindung vermittelt dem Betrachter, dass es sich bei dem Druckwerk um etwas Vorläufiges, Internes oder auf ihn Zugeschnittenes handelt. Im Fall eines individuellen Angebotes, eines Arbeitspapieres, eines individuellen Konzeptes oder einer Präsentation ist das ideal und entspricht den Erwartungen des Empfängers. Für eine Imagebroschüre oder einen Geschäftsbericht ist die Spiralbindung daher kaum geeignet – hier würde sie wenig Wertschätzung (Kosten gespart?) und Vertrauenswürdigkeit (selbstgemacht?) transportieren.

3. Das Softcover – die gehobene Mittelklasse und flexibel einsetzbar
Wir kennen es als Taschenbuch: Das Softcover ist ab 28 Seiten verfügbar und umfasst somit deutlich mehr Seiten, als die meisten Klammerheftungen. Es hat einen flexiblen Umschlag. Da die Bindung über Klebung erfolgt, muss die Seitenzahl nicht durch vier, sondern nur durch zwei teilbar sein.

Emotional beleuchtet, ist ein Softcover hochwertiger, als eine geheftete Broschüre oder gar eine Spiralbindung: Durch Gewicht und Bindung wird es als Buch wahrgenommen und besitzt daher in der Erstbetrachtung einen offizielleren und „wichtigeren“ Charakter. Allerdings ist es nur die „kleine Schwester“ des richtigen Buches, des Hardcovers. Es wirkt durch den flexiblen Einband jugendlicher, leichter und dynamischer als ein Hardcover: Damit ist es z.B. für seitenstärkere
Publikationen eines jüngeren Unternehmens gut geeignet. Auch hier kann eine Aufwertung durch Druckveredelungen oder ausgewählte Papiersorten in Einzelfällen Sinn machen.

4. Das Hardcover – anspruchsvoll und (ge-)wichtig
Das gebundene Buch ist die Königsdisziplin unter den Bindungen. Wie das Softcover ist es ab 28 Seiten verfügbar und wird in der Regel geklebt. Der feste Einband, also Vorderdeckel, Hinterdeckel und Buchrücken, werden separat als ein Stück hergestellt und als Buchdecke bezeichnet. Der Buchblock (die Inhaltsseiten) wird über das Vorsatz mit der Buchdecke verbunden. Früher wurden Bücher im Handwerk des Buchbinders gefertigt, heute wird maschinell gebunden. Trotzdem ist diese Art der Bindung die kostenintensivste.

Schon nach dieser kurzen Beschreibung ahnen Sie, was das für die erste Wahrnehmung bedeutet. Allein das Gewicht und die Haptik eines Hardcovers bringen (Ge-)Wichtigkeit und Wert mit sich. Der stabile, langlebige Einband vermittelt Solidität und gesicherte, vertrauenswürdige und wertvolle Inhalte. Der Imprint (die kulturelle Prägung) zum Thema Buch ist bei Menschen der westlichen Welt „Handwerk Buchbinderei“, also ein traditionell handwerkliches Produkt, was Qualität, Sorgfalt und Hochwertigkeit bedeutet. Der Empfänger eines Hardcovers fühlt sich demnach gewertschätzt und respektiert und misst dem Inhalt des Buches mehr Bedeutung zu, als dem Inhalt einer anders gebundenen Publikation. Kurz: Langlebige und wesentliche Inhalte, die Sie einem ausgewählten Publikum ans Herz legen möchten, sind in einem Hardcover gut aufgehoben. Nachteil und Gefahr: Das Hardcover impliziert Wichtigkeit und Qualität. Findet sich dies nicht in den Inhalten wieder, fühlt sich der Betrachter geneppt und das Buch verliert sofort seine Wirkung. Ein Beispiel: Eine Diplomarbeit darf ruhig als Hardcover verfasst werden, aber durchaus nicht jede Hausarbeit, die mehr scheinen will, als sie ist.

Beim Bindungspezialisten
Für alle Bindungsarten gilt: Beim Erstellen der Dokumente für den Druck müssen Vorkehrungen getroffen werden. Ob das die Gestaltung des Gesamtumschlages samt Rücken betrifft oder die Berücksichtigung der Falz im Seitenlayout. Bei viaprinto können Sie ganz einfach Vorlagen herunterladen, die Sie als Basis nutzen können. Details für die Druckvorbereitung finden Sie auch in der Hilfe von viaprinto.

Kirsten Könen, kirsten Koenen
Gastautorin und
CD Neurodesign
bei agent
-ci.

4
Februar
2015
„Alles rund um das PDF“

Für Ihre Druckvorbereitung: Start einer neuen Wissensreihe!

Starten wir heute wie versprochen mit der ersten Folge einer neuen Wissensreihe: „Alles rund um das PDF“.  Warum das PDF für den Druck so wichtig ist? Weil im PDF die Informationen eines Dokumentes (Bilder, Texte, Grafiken etc.) originalgetreu abgespeichert sind – und das über alle Betriebssysteme hinweg. Da geht nichts verloren. Daher schließen wir mit Charlotte Erdmann direkt an das Thema „Was ist Color-Management?“ an und widmen uns dem druckfähigen PDF.

Für den Austausch von Dateien benutzt man heute beinahe ausschließlich das geschlossene Format PDF. Es lässt sich über verschiedene Betriebssysteme hinweg öffnen, ohne dass die Formatierung des Inhalts korrupt wird. Was sich hinter dem Format verbirgt, was darin alles gespeichert werden kann und warum man PDF verwenden sollte, das erklärt dieser erste Artikel der neuen viaprinto-Serie:

Entstehungsgeschichte

In den 1980er Jahren wurde der PC in den Büros immer heimischer. In den Grafikagenturen und bei den Kreativen hatte sich der Mac seinen Platz Anfang der 1990er erobert. Das auf den meisten PCs installierte Windows und das auf dem Mac genutzte Mac OS waren allerdings grundverschieden. Zwischen den beiden „Welten“ ließen sich Dateien deshalb nur austauschen, wenn diese plattformunabhängig waren. Doch zu dieser Zeit gab es hierzu nur das PostScript-Format, eine Seitenbeschreibungssprache, in der alle Inhalte eines Dokuments genau bezeichnet werden, so dass sie in allen Systemen an der gleichen Stelle und mit dem gleichen Aussehen wiedergegeben werden. Der Adobe-Gründer John Warnock wünschte sich allerdings ein einfacheres Format, das weniger Speicherplatz in Anspruch nimmt und deshalb auch per E-Mail verschickt werden kann. Adobe hatte mit dem Illustrator damals bereits ein Programm auf dem Markt, mit dem PostScript (PS) Dateien erstellt werden konnten. Aus dieser Technologie und dem PostScript-Format entwickelte Adobe das Portable Document Format, kurz PDF, das 1991 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Mit dazu bot Adobe ab 1993 den PDF-Viewer Adobe Acrobat („Distiller“ zum Erzeugen und „Reader“ zum Anzeigen von PDF-Dateien) an – damals allerdings noch zu sehr hohen Preisen. Doch erst nachdem Adobe die Preise senkte und den Reader kostenlos zur Verfügung stellte, begann das PDF seinen Siegeszug anzutreten.

PDF für den Einsatz im Druck

Schnell entwickelte sich PDF zum besten Austauschformat über Plattformen hinweg, das nicht nur wenig Platz in Anspruch nimmt, sondern auch saubere Druckdateien liefert. Denn mit dem 1996 erschienenen Acrobat 3 unterstützte Adobe zusätzlich den CMYK-Farbmodus. Damit wurden digitale Proofs möglich und die Arbeitskosten ließen sich senken. Auch digital to plate zu drucken war damit nun möglich. Das sehr offene ausgelegte Portable Document Format hatte allerdings zur Folge, dass man Ende der 1990er zwar aus nahezu jedem Programm heraus ein PDF erstellen konnte, diese aber drucktechnisch nicht sauber definiert waren (und oft auch immer noch sind) bzw. Inhalte hatten, die in einer Druckdatei nicht verarbeitet werden konnten (Links, Audiodateien etc.). Deshalb entwickelte die Druckindustrie ab 1998 einen Standard namens PDF/X für die Eigenschaften von Druckvorlagen als PDF-Datei. Dazu erfahren Sie in der nächsten Folge dieser Reihe mehr.

Das kann PDF

Die Vorteile des PDF-Formats liegen vor allem im Druckbereich auf der Hand: einmal erstellt, lässt sich ein PDF überall wieder öffnen, ohne dass Qualitätseinbußen zu befürchten sind. Die Standards für PDF sichern die Integrität und Langlebigkeit der über eine Milliarde PDF-Dateien, die es heute bereits gibt. Denn ein PDF kann nicht nur Was ist ein PDF? Auf dem Weg zur druckfähigen Datei. Zusammenfassungunter Windows oder Mac OS X geöffnet werden, auch auf mobilen Endgeräten ist es einsehbar. Die Daten sehen dabei genau so aus, wie sie erstellt wurden. Sämtliche Informationen des Originals bleiben erhalten, selbst wenn verschiedene Inhaltstypen wie Text, Zeichnungen, Video, Audio, 3D-Karten, farbige Grafiken und Fotos oder logische Funktionen zu einer einzigen PDF-Datei oder einem PDF-Portfolio zusammengefügt werden. Selbst vertrauliche Informationen können in einem PDF weitergegeben werden, denn PDFs lassen sich auch mit einem Passwort sichern. Außerdem können damit Formulare erstellt, sichtbare Elemente geschwärzt und verborgene Informationen gelöscht werden. Die elektronische Unterschrift und zertifikatbasierte Signaturen machen PDFs sogar zum Austauschformat für offizielle Angebote und mehr. Am wichtigsten aber ist, dass das Format PDF inzwischen weltweit so verbreitet ist, dass im Grunde jeder Computernutzer ein ihm zugesandtes PDF öffnen und ansehen kann.

Darum sollte man PDF nutzen

Insbesondere beim Austausch von Druckdaten kann PDF alle seine Vorteile ausspielen, denn eine PDF-Datei gibt alle Inhalte der Originaldatei präzise wieder. Mit integriert werden also Farben, Raster- und Vektorgrafiken, Schrifttypen und hochaufgelöste Bilder. Auch die Position derselben bleibt exakt erhalten, so dass Beschnitt und Anschnitt von Bildern genau festgelegt werden können und beim Öffnen durch den Druckdienstleister nicht anders dargestellt werden, als ursprünglich angegeben. Selbst hunderte Seiten starke Bücher lassen sich so erstellen, ohne dass Informationen bei der Übermittlung an den Drucker verloren gehen. Beim PDF kann der Gestalter sich also sicher sein, dass genau das gedruckt wird, was er auf seinem Bildschirm zuvor gesehen hat. Vorausgesetzt er nutzt einen Standard, den der Druckdienstleister ebenfalls einsetzt. Mehr dazu erfahren Sie in der nächsten Folge der viaprinto-Reihe „Alles rund um das PDF“. Charlotte Erdmann

Charlotte Erdmann (Bild: Matthias Martin)

Charlotte Erdmann (Bild: Matthias Martin)

 

Lesen Sie in der kommenden Folge aus unserer Reihe „Alles rund um das PDF“:
PDF/X: Standards oder nicht in PDFs?